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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Impfung gegen Corona- ja oder nein?



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davo
26.12.2020, 08:25
Und was genau hat das jetzt mit der Aussage zu tun, dass es unsinnig ist, sich nicht impfen zu lassen, wenn man die Möglichkeit dazu hat? :-p

ehem-user-02-08-2021-1033
26.12.2020, 08:34
Die Ressourcen sind endlich. Wir haben die Möglichkeit Leben zu retten, wenn wir für uns kleine Risiken eingehen.

davo
26.12.2020, 08:48
Wenn Person X, die lt. Impfplan dzt. die Impfung bekommen könnte, sich nicht impfen lässt, wird Person Y, die lt. Impfplan dzt. noch nicht dran ist, dennoch dzt. noch keine Impfung bekommen.

Ist also eine unsinnige Handlungsstrategie ;-)

Feuerblick
26.12.2020, 08:57
Zumal es auch lange dauern wird, bis alle Risikopatienten geimpft sind. So lange wäre es wohl wünschenswert, wenn die Menschen in den medizinischen Berufsfeldern handlungsfähig blieben und nicht durch Covid ausgeknockt würden. Immerhin ist Corona ja nicht die einzige Krankheit, die man sich derzeit so einfangen kann. :-nix

tragezwerg
26.12.2020, 09:01
Ganz davon abgesehen, dass es durchaus Sinn macht, medizinisches Personal zuerst zu impfen. Dadurch kann man nicht nur weitere Krankheitsausfälle vermeiden, sondern auch Ausbrüche in z.B. Pflegeheimen verhindern, wo das Personal sonst munter die Viren überall verteilt. Gerade weil der Effekt sehr vieler Impfungen bei betagten Menschen schlechter ist (schwächere Immunreaktion), profitiert besonders die Zielgruppe 80+ davon, wenn ihre Kontaktpersonen geimpft werden.

FirebirdUSA
26.12.2020, 09:11
Ganz davon abgesehen, dass es durchaus Sinn macht, medizinisches Personal zuerst zu impfen. Dadurch kann man nicht nur weitere Krankheitsausfälle vermeiden, sondern auch Ausbrüche in z.B. Pflegeheimen verhindern, wo das Personal sonst munter die Viren überall verteilt. Gerade weil der Effekt sehr vieler Impfungen bei betagten Menschen schlechter ist (schwächere Immunreaktion), profitiert besonders die Zielgruppe 80+ davon, wenn ihre Kontaktpersonen geimpft werden.

Da aber unklar ist ob die Impfung eine asymptomatische Erkrankung mit Ansteckung Dritter verhindert, ist das kein gutes Argument.

Bonnerin
26.12.2020, 09:18
Wichtig wäre tatsächlich gewesen:
- zuerst medizinisches Personal (KH + Praxen) sowie Mitarbeiter:innen in Altenheimen
- Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr
- weitere systemrelevante Berufe (Verkäufer:innen im Einzelhandel, Müllabfuhr, Energieversorgung etc.)

Danach dann von oben alterstechnisch her runter-impfen. Bringt halt auch nix, wenn die Generation Ü80 geimpft ist, aber dann trotzdem an irgendwas anderem, völlig vermeidbaren stirbt, weil das Krankenhauspersonal nicht da ist oder der Hausarzt im nächsten Dorf wegen Infektion beim Personal geschlossen hat. Oder man überlegt sich mal, was passiert, wenn ne ganze Wachabteilung oder sogar eine ganze Feuerwache ausfallen würde...

cartablanca
26.12.2020, 09:22
Deshalb muss man ja auch die Maske weiter tragen - selbst wenn man geimpft wurde.

Ich seh also nicht was das bringt. Werde bei Erkrankung keinen schweren Verlauf haben und bei Impfung immer noch ansteckend bleiben.

Feuerblick
26.12.2020, 09:23
Wenn eine ganze Feuerwache ausfällt, hilft die Nachbarwache aus. Auch bei der Polizei gibt es solche Hilfsszenarien.

tragezwerg
26.12.2020, 09:28
Da aber unklar ist ob die Impfung eine asymptomatische Erkrankung mit Ansteckung Dritter verhindert, ist das kein gutes Argument.

Bei fast allen anderen Impfungen funktioniert es, sodass die Wahrscheinlichkeit schon relativ hoch ist, dass man kein Überträger mehr sein wird.

davo
26.12.2020, 09:30
Wichtig wäre tatsächlich gewesen:
- zuerst medizinisches Personal (KH + Praxen) sowie Mitarbeiter:innen in Altenheimen
- Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr
- weitere systemrelevante Berufe (Verkäufer:innen im Einzelhandel, Müllabfuhr, Energieversorgung etc.)

Danach dann von oben alterstechnisch her runter-impfen. Bringt halt auch nix, wenn die Generation Ü80 geimpft ist, aber dann trotzdem an irgendwas anderem, völlig vermeidbaren stirbt, weil das Krankenhauspersonal nicht da ist oder der Hausarzt im nächsten Dorf wegen Infektion beim Personal geschlossen hat. Oder man überlegt sich mal, was passiert, wenn ne ganze Wachabteilung oder sogar eine ganze Feuerwache ausfallen würde...

Es ist IMHO trotzdem eher wenig sinnvoll, jetzt groß über den Impfplan zu diskutieren. Viel kann passieren, es gibt viele unterschiedliche Argumente, nachher ist man immer schlauer. Er ist, wie er ist, niemand weiß a priori, was die beste Strategie gewesen wäre, und es ist unwahrscheinlich, dass wir als einzelne Ärzte einen viel besseren Impfplan aufstellen hätten können als Experten und Politik. Wenn man jetzt groß über den Nebenschauplatz Impfplan diskutiert, hat das null Auswirkungen - außer dass es vielleicht die, die an der Kippe stehen, davon abhält, sich impfen zu lassen, weil der Staat sowieso dumm ist. Auch nicht so schlau.

Der infektiologische Impact der Epidemie auf Arztpraxen, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und andere systemrelevante Berufe ist bisher verschwindend gering. Wenn man weiterhin basale Regeln einhält (Maske, Abstand, Kontaktreduktion), wird das wahrscheinlich auch weiterhin so bleiben. Und wenn Großbritannien es schafft, in einer Woche 130.000 Menschen zu impfen, sollte man es auch in Deutschland schaffen, bis zum Sommer mehrere Millionen Menschen zu impfen.

Seien wir lieber froh und dankbar, dass es die Impfung überhaupt so schnell gab. Das war nämlich alles andere als selbstverständlich.

tragezwerg
26.12.2020, 09:30
Deshalb muss man ja auch die Maske weiter tragen - selbst wenn man geimpft wurde.

Ich seh also nicht was das bringt. Werde bei Erkrankung keinen schweren Verlauf haben und bei Impfung immer noch ansteckend bleiben.

Ob du keinen schweren Verlauf haben wirst, kannst du nicht wissen. Ein Bekannter, Intensivpfleger, (Mitte 20, gesund, sportlich) liegt aktuell an der ECMO. Der wäre vermutlich froh wenn er geimpft worden wäre.

FirebirdUSA
26.12.2020, 09:31
Ich seh also nicht was das bringt. Werde bei Erkrankung keinen schweren Verlauf haben und bei Impfung immer noch ansteckend bleiben.

Nur da man nicht weiß, ob man noch ansteckend sei kann ist nicht gesagt, dass es so ist nach einer Inpfung. Die Unsicherheit ist nur das Argument Risikogruppen vor med. Personal zu impfen, da es eben nicht für alle Impfstoff gibt und man sich dann an die nachgewiesene Wirkung orientiert und nicht eine vermutete.
Und das leichter Verlauf nicht gleich nicht langfristig störende Symptome bedeutet wurde ja schon erläutert. Es steht dir aber natürlich frei für dich eine Risiko-Nutzen- Abwägung zu machen.

daCapo
26.12.2020, 12:23
Genau aus dem Grund resultiert die Skepsis: Weil es noch keine guten Daten gibt.
experimentellen mRNA-Gebräu impfen zu lassen.

Selbst wenn du jung&fit bist und die Erkrankung so wegsteckst oder garnicht bemerkst, wirst du bei einer ominösen Party möglicherweise 300 Leute anstecken an einem Abend. Und da ist dann der 50+ Patient mit Vorerkrankungen dabei oder jmd. der dann einen schweren Verlauf erleidet.

Bei uns sind jetzt deutlich mehr junge Leute ohne Vorerkrankungen auf den Intensivstationen als im Frühjahr, die es sich teilweise vom Vater mit Vorerkrankung+alt geholt haben.

mRNA Impfstoffe sind nicht so neu, nebenbei gab es eine Phase III Studie.
Es gibt jedoch auch den Impfstoff von AstraZeneca für Pragmatiker ohne mRNA.

Insgesamt wäre es doch gut, wenn die ganze Coronasache vorbei ist. Immer nur Lockdown macht keinen Spaß.

milz
26.12.2020, 12:25
Ich würde mich direkt impfen lassen, aber leider ist warten angesagt.

Evil
26.12.2020, 15:31
Schönes Beispiel für vorgebliches, tatsächlich aber nur oberflächliches statistisches Verständnis. Aber der Reihe nach.


Genau aus dem Grund resultiert die Skepsis: Weil es noch keine guten Daten gibt.
Falsch. Zulassungsstudien mit > 40000 Teilnehmern allein für den Biontech-Impfstoff geben erstmal eine vergleichsweise hervorragende Datenbasis ab. Damit lassen sich Ereignisse bis zu einer Wahrscheinlichkeit von unter 1:10000 erfassen, also 0,01%. Das sind schon sehr seltene UAWs.
Langzeitfolgen sind logischerweise erst nach langer Zeit zu sehen, da nützt Dir Dein eines Jahr Abwarten überhaupt nichts.
Überdies weiterer Denkfehler deinerseit: Langzeitfolgen der Impfung entsprechen Langzeitfolgen der Erkrankung, denen entkommst Du also so oder so nicht.
Zur Erinnerung: ob ich die RNA über einen Impf-Vektor oder über das Virus selber in die Zelle bringe, macht nach derzeitige Wissenstand keinen Unterschied. Nur ist es bei der Impfung nur die Spike-RNA und kein komplettes Virus.


Wenn ich Ü60 mit relevanten Vorerkrankungen wäre, würde ich mich sofort impfen lassen. Und spätestens wenn alle Hochrisikogruppen geimpft sind, sind jegliche weiteren Lockdowns sowieso überflüssig.
Das stimmt zwar, wird aber mindestens 6, wahrscheinlich noch mehr Monate dauern, vor allem aus logistischen Gründen.


Bei einer nachgewiesenen Sterblichkeit von < 0,1% unter Nicht-Risikopatienten könnte man dann die Pandemie einfach durchlaufen lassen und hätte wohl ähnliche Konsequenzen wie bei einer Grippewelle.
Stimmt nicht, da bei Grippewellen sehr oft schon in der Vergangenheit eine ähnliche Mutante vorkam, somit Teilimmunität besteht und nie alle erkranken (so geschehen bei der Schweinegrippe). Das ist jetzt anders.


Wenn man von 30 Mio. Deutschen mit relevanten Risikofaktoren ausgeht, die sich impfen lassen, dann würde bereits bei zusätzlich 20 Mio. Infizierten aus der Nicht-Risikogruppe eine Herdenimmunität einsetzen. Dann hätten wir statistisch etwa 20.000 Tote. Weniger als in der Grippewelle 2017/18. Und damals wäre auch keiner auf die Idee gekommen, sich auf gut Glück mit irgendeinem experimentellen mRNA-Gebräu impfen zu lassen.
Sehr grob vereinfacht. Und völlig außer acht gelassen, daß die 20 Mio Infizierten derweil fast zur Hälfte über 2-3 Wochen arbeitsunfähig sind, und das nahezu gleichzeitig. Auf alle Branchen verteilt. Auswirkungen auf die Wirtschaft/Infrastruktur und Versorgung dürften da erheblich sein.

WackenDoc
26.12.2020, 16:19
In der Grippewelle 2017/18 gab es knapp 1700 NACHGEWIESENE Todesfälle. Die 20.000 oder 25.000 die ständig durch die Medien geistern waren GESCHÄTZTE Todesfälle. Abgesehen davon haben wir gegen die Grippe eine Impfung und eine Teilimmunität der Bevölkerung.

Wie auch immer du jetzt auf die 20.000 Coronatoten kommst- wir haben jetzt schon fast 30.000 und gerade mal 1.6Mio Infizierte.

rafiki
26.12.2020, 16:47
In der Grippewelle 2017/18 gab es knapp 1700 NACHGEWIESENE Todesfälle. Die 20.000 oder 25.000 die ständig durch die Medien geistern waren GESCHÄTZTE Todesfälle.

Naja, indem man dies ständig wiederholt, wird es auch nicht logischer. Falls die ca. nicht nachgewiesenen, sondern geschätzten Toten nicht vom bösen Geist gemeuchelt wurden, sind sie an Influenza gestorben, wie man in entsprechenden Literatur nachlesen kann.

WackenDoc
26.12.2020, 16:49
Nicht ganz-wenn man sich mal damit beschäftigt wie die Schätzung zustande kommt. UND man kann halt nicht ständig Äpfel mit Birnen vergleichen.

daCapo
26.12.2020, 17:40
Falsch. Zulassungsstudien mit > 40000 Teilnehmern allein für den Biontech-Impfstoff geben erstmal eine vergleichsweise hervorragende Datenbasis ab. Damit lassen sich Ereignisse bis zu einer Wahrscheinlichkeit von unter 1:10000 erfassen, also 0,01%. Das sind schon sehr seltene UAWs.

Stimmt nicht, da bei Grippewellen sehr oft schon in der Vergangenheit eine ähnliche Mutante vorkam, somit Teilimmunität besteht und nie alle erkranken (so geschehen bei der Schweinegrippe). Das ist jetzt anders.


Sehr grob vereinfacht. Und völlig außer acht gelassen, daß die 20 Mio Infizierten derweil fast zur Hälfte über 2-3 Wochen arbeitsunfähig sind, und das nahezu gleichzeitig. Auf alle Branchen verteilt. Auswirkungen auf die Wirtschaft/Infrastruktur und Versorgung dürften da erheblich sein.

Gut gesprochen. Sehe das genauso.
Manche verlängern so diese Coronazeit unbewusst.