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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Impfung gegen Corona- ja oder nein?



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GelbeKlamotten
19.04.2021, 01:27
Das kann sein. Aber deine Aussage ist genauso wenig durch Studien gedeckt. Evil stellt Behauptungen auf die zumindest der Meinung einer Fachgesellschaft entspricht. Du stellst Behauptungen auf die, nicht durch Studien gedeckt, nur deiner eigenen Meinung entsprechen. Dass es einen Zusammenhang gibt. Klingt vielleicht plausibel auf den allerersten Blick, ich mein der Name klingt ja schon verdächtig ähnlich. Aber es gibt keine Studien die dies bestätigen.
Das heißt du sagst den Patienten was genau? Dass du keine Ahnung hast (ob es da einen Zusammenhang gibt)? Und dass sie sich lieber nicht impfen lassen sollen weil du hättest da so eine gewisse Vorahnung, der Name "Thrombose" klingt schon so verdächtig, Fachgesellschaften sind eh nur Lobbyisten und Corona... was war Corona nochmal?
Kindergarten.



Eine absolut korrekte Antwort auf die Frage wäre offensichtlich: "ich persönlich weiß es nicht, Studien dazu gibt es nicht, Fachleute einer Gesellschaft die sich nur mit solchen Themen beschäftigt sind der Meinung dass es keinen Zusammenhang gibt und grundsätzlich ist die Impfung gegen Corona sinnvoll". Entspricht das wiederum deinem "Berufsethos"?
Ja, das fände ich akzeptabel. Wobei ich den Bezug auf die "Fachleute" weglassen würde. Ich halte es für offensichtlich, dass das ein reiner Wichtigmacherverein ist. Wer einen Hauch von evidenzbasierter Medizin versteht, würde eine Aussage, die offensichtlich rein auf Meinungen und nicht auf bewiesenen Fakten basiert, niemals so absolut formulieren ("Haben kein erhöhtes Risiko [, weil wir das sagen]") ohne zumindest explizit darauf hinzuweisen, dass es sich um einen reinen Expertenkonsens und damit das niedrigste Evidenzniveau handelt.




aufgrund der extremen Seltenheit von Sinusvenenthrombosen und der Heterogenität der Ursachen für "Standard-Thrombosen" die eben nicht Sinusvenenthrombosen sind, denke ich nicht dass man statistisch belastbare Zahlen bekommt
Richtig, aber nur weil es schwierig ist, eine aussagekräftige Studie durchzuführen, ist das kein Freifahrtschein, seine pure Meinung als Fakten zu deklarieren. Auch bzw. erst recht nicht, wenn man sich als Fachgesellschaft tituliert.

Die Sinusvenenthrombosen sind ja auch nur das, was halt jetzt in der Öffentlichkeit steht, weil es eine prinzipiell sehr seltene Erkrankung ist und die größere Häufigkeit daher relativ schnell aufgefallen ist. Ich habe wenig Zweifel, dass die AZ-Impfung (und wahrscheinlich alle anderen Covid-Impfstoffe auch) auch andere Thrombosen begünstigen. Das ist zumindest meine persönliche Beobachtung.

Z.B. letzten Freitag: Patientin mit Z.n. Mamma-Ca vor 3 Jahren. Subclaviaport war verblieben und hatte nach erfolgreichem Therapieende vor über 2 Jahren keine Probleme gemacht. Jetzt eine Woche nach Impfung - Arm dick, V. subclavia dicht. Diagnose: Katheter-assoziierte Thrombose, nicht etwa Impfungs-assoziierte Thrombose. Kann natürlich sein, dass es nichts mit der Impfung zu tun hatte - oder aber es haben eben zwei Faktoren zusammengespielt.

Ich habe überhaupt nichts gegen Covidimpfungen. Die sind sinnvoll, wahrscheinlich auch für Leute anderweitigen Thrombose-begünstigenden Faktoren. Ich habe mich ja auch selbst Impfen lassen. Sogar mit AZ. Und das als Frau, die die Pille nimmt. Die meisten werden sich auch mit einer ehrlichen Aufklärung für die Impfung entscheiden ohne dass man ihnen fälschlicherweise suggeriert, es wäre Fakt, dass Impf-assoziierte Thrombosen eine vollkommen andere Erkrankung wären als andere Thrombosen und nur rein zufällig alle den Namen Thrombose tragen.

Ich bin mir auch sicher, wenn es um ein anderes Medikament ginge und nicht um die Covid-Impfung, dann wäre der Tenor und die Risikoeinschätzung hinsichtlich des Thromboserisikos ganz anders. Bei Covid gelten eben spezielle Regeln. Jeder, der sich pro-Impfung äußert ist da ein Experte und jeder der irgendeinen Einwand hat ist ein Schwurbler. Schade eigentlich.

anignu
19.04.2021, 02:18
Kindergarten.
Deine Aussagen? Seh ich genauso.

Wobei ich den Bezug auf die "Fachleute" weglassen würde. Ich halte es für offensichtlich, dass das ein reiner Wichtigmacherverein ist. Wer einen Hauch von evidenzbasierter Medizin versteht, würde eine Aussage, die offensichtlich rein auf Meinungen und nicht auf bewiesenen Fakten basiert, niemals so absolut formulieren ("Haben kein erhöhtes Risiko [, weil wir das sagen]") ohne zumindest explizit darauf hinzuweisen, dass es sich um einen reinen Expertenkonsens und damit das niedrigste Evidenzniveau handelt.
Ich versteh dich nicht. Ein Expertenkonsens ist das höchste aktuell erreichbare und verfügbare Evidenzniveau. "Wer einen Hauch von evidenzbasierter Medizin versteht" nennt Patienten das höchste verfügbare Evidenzniveau ggf. incl. Verweis auf die Höhe des Evidenzniveau. Das ist dann EbM.
Du hast eine andere Meinung, schön und gut, aber das ist deine Einzelmeinung und das hat damit offensichtlich noch weniger mit Evidenz zu tun als ein Expertenkonsens.

Richtig, aber nur weil es schwierig ist, eine aussagekräftige Studie durchzuführen, ist das kein Freifahrtschein, seine pure Meinung als Fakten zu deklarieren.
Wird nicht gemacht. So wie in der Medizin selten Dinge als Fakten präsentiert werden. In Leitlinien stehen für "Fakten" dann Evidenzlevel und Empfehlungsgrade. Auch bei eigentlich offensichtlich richtigen Sachen.

Ich habe wenig Zweifel, dass die AZ-Impfung (und wahrscheinlich alle anderen Covid-Impfstoffe auch) auch andere Thrombosen begünstigen. Das ist zumindest meine persönliche Beobachtung. Z.B. letzten Freitag: Patientin mit Z.n. Mamma-Ca vor 3 Jahren. Subclaviaport war verblieben und hatte nach erfolgreichem Therapieende vor über 2 Jahren keine Probleme gemacht. Jetzt eine Woche nach Impfung - Arm dick, V. subclavia dicht. Diagnose: Katheter-assoziierte Thrombose, nicht etwa Impfungs-assoziierte Thrombose.
Sehr schön. Eine undifferenzierte Einzelmeinung auf Basis eines Einzelfalls eines häufigen Ereignisses in losem Zusammenhang mit einem nicht genannten Impfstoff wobei sich die Impfstoffe in ungefähr allem unterscheiden. Wow. Großes Lob für die Beobachtung dieses Einzelfalles. Den Postillon kennst du? https://www.der-postillon.com/2018/01/todesdroge-cannabis.html Der ist wegen Cannabis gestorben. Wahnsinn oder? Hochgefährlich das Zeug.
Als Chirurg kann ich dir sagen: ich kenn viel zu viele Fälle von Portthrombosen. Ständig. Auch wenn ein Port lang gut lief.
Ja, es kann sein dass es einen Zusammenhang gibt. Aber für eine sichere Bewertung braucht es dann Studien und Zahlen.

Die meisten werden sich auch mit einer ehrlichen Aufklärung für die Impfung entscheiden ohne dass man ihnen fälschlicherweise suggeriert, es wäre Fakt, dass Impf-assoziierte Thrombosen eine vollkommen andere Erkrankung wären als andere Thrombosen und nur rein zufällig alle den Namen Thrombose tragen.
Das ist kein Fakt, das ist eine Expertenmeinung. Du hingegen hast eine Einzelmeinung. Man kann nun behaupten "ich kenn aber noch jemanden der auch meine Meinung hat" aber mit zwei Leuten ohne Studie die bei irgendwas einen Zusammenhang sehen nur weil der Name ähnlich ist hat man noch kein Evidenzniveau erreicht. Mit einer Expertenmeinung schon. EbM und so.

Ich bin mir auch sicher, wenn es um ein anderes Medikament ginge und nicht um die Covid-Impfung, dann wäre der Tenor und die Risikoeinschätzung hinsichtlich des Thromboserisikos ganz anders. Bei Covid gelten eben spezielle Regeln. Jeder, der sich pro-Impfung äußert ist da ein Experte und jeder der irgendeinen Einwand hat ist ein Schwurbler. Schade eigentlich.
Schwachsinn. Bei anderen Medikamenten ist man noch sehr sehr viel undifferenzierter. Da geht es rein um die NNT und NNH und das Eine ist hoffentlich besser als das Andere. Und dann knallt man es den Patienten sein. Schau dir einfach mal an wieviele Medikamente rein (sekundär-)prophylaktisch eingenommen werden und deren Nebenwirkungsprofil. TAH, DOAK, Statine, verschiedenste Blutdrucksenker etc. Oder schau dir mal an wieviele tatsächliche Nebenwirkungen dein Medikament (Pille) hat. Thromboserisiko, psychische Auffälligkeiten, metabolische Veränderungen etc. Und einige davon nicht mal selten.

Evil
19.04.2021, 05:14
https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/mathematik-abitur/artikel/additionssatz-fuer-wahrscheinlichkeiten#:~:text=unabh%C3%A4ngige%20Er eignisse%20A%20und%20B.&text=Addiert%20man%20die%20Wahrscheinlichkeiten%20 P,A%E2%88%A9B%3D%E2%88%85%20gilt.

Es ermüdet. Gute Nacht.
Sag ich doch. Die Ereigniswahrscheinlichkeiten P(a) und P (b) addieren sich eben nicht einfach, sondern Du musst die Schnittmenge abziehen.

WackenDoc
19.04.2021, 17:43
Stimmt, man kann die Leute auch folgendermaßen beraten:
Sie sind so dick, rauchen und saufen so viel, dass sie sich keine Sorgen wegen einer Sinusvenenthrombose machen müssen.

Super, auch das ist aber leider nur die halbe Wahrheit. Ein Autoverkäufer würde ähnlich denken, aber vermutlich charmanter argumentieren.

Ich habe keine Ahnung was für einen Bezug deine Antwort zu meinem Beitrag haben soll.

GelbeKlamotten
19.04.2021, 18:31
Als Chirurg kann ich dir sagen: ich kenn viel zu viele Fälle von Portthrombosen. Ständig. Auch wenn ein Port lang gut lief.
Ja, es kann sein dass es einen Zusammenhang gibt.

Ich weiß langsam, dass du Chirurg bist, du musst es nicht täglich 5 mal erwähnen. Ob du deshalb mehr Port-assoziierte Thrombosen (übrigens ist das nicht das gleiche wie eine Portthrombose) siehst als ich bin ich mir nicht so sicher, ist mir aber eigentlich auch relativ egal.


Aber für eine sichere Bewertung braucht es dann Studien und Zahlen.
Vollkommen richtig. Genau das habe ich auch gefordert. Und solange es die nicht gibt, kann man auch nicht die absolute Aussage treffen „Es gibt keinen Zusammenhang“, so wie es diese äußerst zweifelhafte angebliche Fachgesellschaft tut. Man kann sagen „Ich/wir halten einen Zusammenhang für unwahrscheinlich“, damit hätte ich kein Problem, auch wenn ich anderer Meinung bin.



Eine undifferenzierte Einzelmeinung auf Basis eines Einzelfalls eines häufigen Ereignisses
Ich nenne ein Beispiel, schreibe explizit dazu dass es nur ein Beispiel ist und erwähne explizit, dass es natürlich auch Zufall sein kann, aber meiner Meinung nach durchaus eine gewisse deutlich augenscheinliche Häufung besteht. Du behauptest dann, ich hätte mir aufgrund eines Einzelfalls eine Meinung gebildet. Was soll eigentlich immer diese Wortverdreherei? Noch mal: wir sind hier nicht im Kindergarten.


nur weil der Name ähnlich ist hat man noch kein Evidenzniveau erreicht.
Danke, dass du es noch ein 30. Mal geschrieben hast. Jetzt habe ich es endlich kapiert: wenn Thrombosen unterschiedliche Körperregionen betreffen, dann sind es absolut von Grund auf verschiedene Krankheiten die rein gar nichts gemeinsam haben können, außer dass sie völlig zufällig den gleichen Namen tragen. Bei manchen Leuten frage ich mich echt, wie sie es durchs Studium schaffen konnten.



Oder schau dir mal an wieviele tatsächliche Nebenwirkungen dein Medikament (Pille) hat.
Und was soll das mit dem Thema zu tun haben? Bei der Pille ist bewiesen, dass sie u.a. das Thromboserisiko erhöht und die meisten Frauen wissen das. Auch ich habe mich in vollem Bewusstsein dessen dazu entschieden sie einzunehmen. Wäre ich Frauenärztin und es gäbe keine Studien zum Thema, aber ich hätte eine augenscheinliche Häufung von Thrombosefällen bei meinen Patientinnen bemerkt, die die Pille nehmen, dann würde ich ihnen sagen „ein Zusammenhang ist möglich, aber es gibt keine aussagekräftigen Studien dazu“. Auf gar keinen Fall würde ich rein auf der Basis von Meinungen und theoretischen Überlegungen sagen „Es gibt keinen Zusammenhang.“

Ich habe mich auch bewusst für die AZ Impfung entschieden, obwohl ich ein erhöhtes Theomboserisiko insbesondere in Zusammenhang mit meinem Geschlecht, der Pilleneinnahme und einer Vorerkrankung für wahrscheinlich halte. Ganz ohne dass mir dafür jemand weismachen musste, er könne aufgrund seines angeblichen Expertenstatus ein Zusammenwirken dieser Faktoren einfach so aus dem Stegreif ausschließen.

anignu
19.04.2021, 22:23
Ich weiß langsam, dass du Chirurg bist, du musst es nicht täglich 5 mal erwähnen.
Das schreib ich aber auch nur für dich hin. Was machst du nochmal? War irgendwas patientenfernes, oder?

Bei manchen Leuten frage ich mich echt, wie sie es durchs Studium schaffen konnten.
Diese Gedanken kenne ich viel viel zu gut. Meine sind da sehr ähnlich: bei manchen Leuten frage ich mich wieso die Arzt geworden sind, wie die es überhaupt dahin geschafft haben und wieso die Gesellschaft das nicht verhindert hat.


Darf ich mal was anderes fragen: hast du das Statement der GTH überhaupt gelesen? Weißt schon, man liest sich Studien oder Statements im Original durch und so. Hat was mit wissenschaftlichem Arbeiten zu tun usw. Das erklär ich dir ein ander mal. Also nochmal, hast du es tatsächlich gelesen?

Ich helf dir mal. Das Statement findest du unter https://gth-online.org/wp-content/uploads/2021/04/GTH-Stellungnahme-AstraZeneca_4-1-2021.pdf

Und die entscheidenden Sätze kopier ich dir auch mal raus:

Nach aktuellem Kenntnisstand finden sich keine Hinweise dafür, dass Thrombosen an typischer Lokalisation (Beinvenenthrombose, Lungenembolie) nach Impfung mit dem AstraZeneca COVID-19 Vakzin häufiger auftreten als in der altersentsprechenden Normalbevölkerung.

Aufgrund der immunologischen Genese der Sinus-/Hirnvenenthrombosen oder Thrombosen in anderer (atypischer)
Lokalisation haben Patienten mit einer positiven Thromboseanamnese und/oder einer bekannten Thrombophilie nach Impfung mit dem AstraZeneca COVID-19 Vakzin kein erhöhtes Risiko, diese spezifische und sehr seltene Komplikation zu entwickeln.
Und davor steht noch eine ausführliche Erklärung über Pathomechanismen.

waargh
20.04.2021, 09:05
Ich muss mich heute entscheiden, welchen Impfstoff ich als Zweitimpfung haben möchte. Ich weiß, dass die Empfehlung bei Menschen < 60 J. Biontech ist, hab aber dennoch ein schlechtes Gefühl wegen der mangelnden Daten und weil ja zu Beginn die Empfehlung war, bei einem Impfstoff zu bleiben bei Erst- und Zweitimpfung.
Was würdet ihr machen?

WackenDoc
20.04.2021, 09:21
Die Frage ist eher ob dich überhaupt jemand mit AZ impfen will.

Bonnerin
20.04.2021, 09:22
Wenn ich die 1. Impfung AZ gut vertragen hätte würde ich glaube ich AZ wollen. Das Schema, das sie jetzt machen, also die 2. Impfung durch was anderes ersetzen ist bis jetzt nie getestet worden und es gibt auch keine Herstellerempfehlungen dafür. Oder Infos zu de facto Impfschutz, Risiken, etc.

Eventuell danach in den saueren Apfel beißen und auf eigene Kosten ein paar Tage später ein kleines BB machen lassen.

Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Gibt sicher auch genug andere Leute hier, die das anders sehen würden.

Christoph_A
20.04.2021, 09:56
Seh es genauso, es gibt ein klares Impfschema, 1. Impfung AZ sollte auch eine 2. Impfung AZ nach sich ziehen, alles andere ist nicht wissenschaftlich belegt und rein dem eminenzbasierten Sonderweg der STIKO geschuldet.

Christoph_A
20.04.2021, 10:00
Die Frage ist eher ob dich überhaupt jemand mit AZ impfen will.

Ist zumindest hier in BY jetzt kein so großes Problem.
Daß es in anderen Bundesländern hier, aufgrund der bereits im Forum thematisierten fehlenden Haftungsübernahme überhaupt ein Problem gibt, ist eigentlich schon ein veritabler Skandal. Wie gesagt, interessant wirds, wenn bei den AZ/MRNA Mischimpfungen was passiert, denn das ist purer off label use.

Nefazodon
20.04.2021, 11:12
Ich muss mich heute entscheiden, welchen Impfstoff ich als Zweitimpfung haben möchte. Ich weiß, dass die Empfehlung bei Menschen < 60 J. Biontech ist, hab aber dennoch ein schlechtes Gefühl wegen der mangelnden Daten und weil ja zu Beginn die Empfehlung war, bei einem Impfstoff zu bleiben bei Erst- und Zweitimpfung.
Was würdet ihr machen?


Seh es genauso, es gibt ein klares Impfschema, 1. Impfung AZ sollte auch eine 2. Impfung AZ nach sich ziehen, alles andere ist nicht wissenschaftlich belegt und rein dem eminenzbasierten Sonderweg der STIKO geschuldet.

Also ich seh das anders. Ich habe auch die erste Impfung mit AZ erhalten und werde mir bei zweiten Impfung einen mRNA-Impfstoff geben lassen.
Ich war nie von AZ überzeugt und habe es damals nur genommen, weil ich als junger Mensch damals noch keine Chance hatte in absehbarer Zeit mit einem mRNA-Impfstoff geimpft zu werden.

Klar, es gibt noch keine Daten zu diesem Vorgehen, aber das lässt sich situativ bedingt leider nunmal nicht ändern. Aus Erfahrung mit anderen Impfungen/Impfstoffen wissen wir aber, dass eine Impfung mit verschiedenen Präparaten oft gute Wirkung zeigt, manchmal sogar einen zusätzlichen Booster-Effekt erzielt. Warum sollte das jetzt nicht auch so sein?
Aus den Studiendaten zur Zulassung von AZ, die neulich in einer Fortbildung aufbereitet präsentiert wurden, lässt sich jedenfalls meiner Meinung nach folgern, dass es gerade auch bei jungen Menschen (mit stärkerer Immunantwort) bereits nach der ersten Impfung zu einer signifikanten Antikörpertiterbildung kommt. Für den Weg der Zweitimpfung hatte man sich damals entschieden weil der Titer im Schnitt nach einer Impfung nicht ganz so hoch ausfällt, wie bei Rekonvaleszenten und nach 6 Wochen wieder abfällt.
Letzteres ist aber bei vielen Impfungen so. Ich glaube, dass es für eine erneute Stimulation der AK-Bildung egal ist, auf welchem Weg dem Körper die Spikeproteine präsentiert werden.

Interaktionen zwischen dem Impfstoff von AZ und Biontech/Moderna befürchte ich eher nicht. Immerhin ist nach 12 Wochen vom eigentlichen Impfstoff nichts mehr übrig und ich sehe erstmal keinen Grund anzunehmen, warum die gebildeten Antikörper in irgendeiner Weise miteinander reagieren sollten.

Ein weiterer Punkt ist, dass wir in einem Jahr wahrscheinlich alle eine weitere Impfung benötigen werden. Das wurde in den Medien ja schon in verschiedenen Formaten kolportiert. Ich glaube, dass bei diesen jährlichen Impfungen, so sie denn tatsächlich kommen (was ich für eher wahrscheinlich halte), sowieso vermehrt mRNA-Impfstoffe zum Einsatz kommen werden, wegen a) der schnelleren Anpassbarkeit an neue Varianten und b) der (zumindest mittlerweile) besseren Akzeptanz in der Bevölkerung. ( c) was ist eigentlich im Falle wiederholter Impfungen mit einem Vektorimpfstoff mit sekundärer Immunität gegen den Vektor? Theoretisch müsste die Wirksamkeit des Vehikels ja eigentlich abnehmen und weniger mRNA an den Wirkort gelangen)

waargh
20.04.2021, 11:14
Die Frage ist eher ob dich überhaupt jemand mit AZ impfen will.

Habe es so verstanden, dass wir uns den Impfstoff jetzt aussuchen können und der dementsprechend bestellt wird vom AG. Rein rechnerisch sind meine 12 Wochen auch erst am 10. Mai um, bis dahin gibt es dann vermutlich auch schon mehr Daten, aber die Entscheidung muss ich leider jetzt schon treffen. Ich tendiere aber zu AZ.

Edith: Danke für die ausführliche Erläuterung, Nefazodon! Das lässt mich jetzt doch etwas schwanken.

Relaxometrie
20.04.2021, 11:46
Deinem Posting stimme ich in allen Punkten zu 100% zu, Nefazodon.




was ist eigentlich im Falle wiederholter Impfungen mit einem Vektorimpfstoff mit sekundärer Immunität gegen den Vektor? Theoretisch müsste die Wirksamkeit des Vehikels ja eigentlich abnehmen und weniger mRNA an den Wirkort gelangen)
Hierzu finde ich den Fehler in der Zulassungsstudie von AZ interssant. Ein Teil der Studienteilnehmer erhielt als erste Dosis ja nur die halbe Menge des Impfstoffes und hat letztlich nach der zweiten Impfung eine insgesamt bessere Immunantwort entwickelt, als diejenigen, die beide Male die volle Dosis erhalten haben.
Ich weiß nicht, ob der Grund für diese Beobachtung schon abschließend geklärt ist. Es wurde aber diskutiert, ob dafür nicht genau die von Dir angesprochene Antikörperantwort gegen das Vektorvirus verantwortlich ist.
Dass AstraZenca und die Uni Oxford auf dieses Phänomen (wenn auch zunächst aus einem Fehler entstanden) nicht weiter eingegangen sind, finde ich extem schlecht.
Inzwischen wird ja auch schon diskutiert, ob AZ nicht grundsätzlich überdosiert ist, weil es bei jüngeren Impflingen ja zu deutlichen Nebenwirkungen mit teilweise mehreren Tagen der Arbeitsunfähigkeit kommt. Die eventuelle Überdosierung des Impfstoffes ist natürlich der schnellen Entwicklung des Impfstoffes in der Pandemie geschuldet, bzw. hatte man erstmal keine Zeit für das Feintuning der Wirkstoffmenge. Das finde ich auch nicht schlimm, bzw. ist es in einer pandemischen Situation zu entschuldigen, dass nicht noch jahrelange Dosisfindungsstudien gemacht wurden. Aber in Kombination mit der oben erwähnten besseren Immunantwort nach Gabe der halben Dosis (zumindest bei Erstimpfung) + dem Verdacht, dass der Impfstoff überdosiert ist, sollte an der Dosierung geschraubt werden.

Christoph_A
20.04.2021, 12:01
Dann mach doch mal ne aussagekräftige Studie dazu, publizier die und dann können wir sehen, ob diese Hypothese Bestand hat oder nicht. Bis dahin sollte man die Leute aber nicht in staatlich verordnete off label Therapiefeldversuche zwingen wollen.
A la long wird sowieso eine Kombination aus VALIDE durchgeführter Vektorimpfung mit anschließendem mRNA Boost im zeitlich vernünftigen Abstand kommen, insbesondere aufgrund der klassischen Mutagenität der Coronaviren.
P.s.: Ich habe gehört, daß auch unter mRNA Impfstoffen "nette" Immunreaktionen aufgetreten sind, vielleicht liegt das ja auch an der Dosierung @ Relaxometrie? Oder halt doch nur an ner validen Immunantwort (siehe Grippeimpfung, weiß nicht, ob Du da auch jedes Jahr die Dosierung anzweifelst).

arwen_
20.04.2021, 15:41
Zum Thema Auffrisch-Impfung: https://gelbe-liste.de/nachrichten/astrazeneca-dann-biontech-datenlage

Christoph_A
20.04.2021, 15:52
Danke, sehr schöne Zusammenfassung, die du verlinkt hast mit der wichtigen und richtigen Quintessenz, daß der Alleingang der STIKO rein eminenzbasiert ist und sich dezidiert gegen WHO, EMA und Herstellerempfehlung und die gängige Datenlage richtet. Solche Entscheidung per ordre de Mufti untergraben das Vertrauen der Bevölkerung in die Impfkampagne.

h3nni
20.04.2021, 16:09
Ich weiß auch nicht, was mit den Impfabständen so läuft. Gezwungenermaßen (?) erhöht man die Abstände der mRNA-Impfstoffe auf am liebsten 12, aber auf jeden Fall 6 Wochen, ohne wirklich Evidenz zu haben, aber "muss ja". Genauso wie AZ jetzt verbrannt ist und man einfach heterolog auffrischt, weil "muss ja". Find ich eher schade...

Ich bin da wirklich auf die Wirksamkeit, auch bei Varianten, gespannt...

Nefazodon
20.04.2021, 18:04
Zum Thema Auffrisch-Impfung: https://gelbe-liste.de/nachrichten/astrazeneca-dann-biontech-datenlage

Danke für die Zusammenfassung!

Auch wenn Christoph_A da anderer Meinung ist: mich bestärkt das bisher bekannte in meiner Auffassung!

Obwohl ich prinzipiell auch für (mehr) evidenzbasierte Medizin bin, kann ich die Hartnäckigkeit und Schärfe in deiner Argumentation, Christoph_A, persönlich nicht ganz nachvollziehen.
Angesichts der historisch schnellen Entwicklung der Impfstoffe in der Krise ist die Evidenz notwendigerweise eher schwach. Niemand hat Langzeitdaten zu IRGENDEINEM der impfstoffe. Und insbesondere am AstraZeneca Impfstoff wurde jetzt zurecht schon öfter Kritik laut wegen schlecht gemachter und methodisch teils unsauberer Studien und wegen der Informationspolitik von AZ hierzu.
Und DAS ist es, was das Vertrauen der Bevölkerung in die Impfkampagne wirklich untergräbt!

Ich jedenfalls kann gut verstehen, dass ein Teil der Menschen mit den Füßen abstimmt und sich nicht mit AstraZeneca impfen lässt. Nicht verstehen kann ich Stimmen, die den Menschen diese Wahlmöglichkeit absprechen wollen, obwohl letztlich jeder selbst das Risiko einer Impfung oder eben Nicht-Impfung zu tragen hat.

habichnicht
20.04.2021, 18:05
Hierzu finde ich den Fehler in der Zulassungsstudie von AZ interssant. Ein Teil der Studienteilnehmer erhielt als erste Dosis ja nur die halbe Menge des Impfstoffes und hat letztlich nach der zweiten Impfung eine insgesamt bessere Immunantwort entwickelt, als diejenigen, die beide Male die volle Dosis erhalten haben.
Ich weiß nicht, ob der Grund für diese Beobachtung schon abschließend geklärt ist. Es wurde aber diskutiert, ob dafür nicht genau die von Dir angesprochene Antikörperantwort gegen das Vektorvirus verantwortlich ist.
Dass AstraZenca und die Uni Oxford auf dieses Phänomen (wenn auch zunächst aus einem Fehler entstanden) nicht weiter eingegangen sind, finde ich extem schlecht.
Inzwischen wird ja auch schon diskutiert, ob AZ nicht grundsätzlich überdosiert ist, weil es bei jüngeren Impflingen ja zu deutlichen Nebenwirkungen mit teilweise mehreren Tagen der Arbeitsunfähigkeit kommt. [.....] Aber in Kombination mit der oben erwähnten besseren Immunantwort nach Gabe der halben Dosis (zumindest bei Erstimpfung) + dem Verdacht, dass der Impfstoff überdosiert ist, sollte an der Dosierung geschraubt werden.
Solche Gedanken sind mir auch schon durch den Kopf gegangen.