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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Impfung gegen Corona- ja oder nein?



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Feuerblick
03.07.2021, 09:43
Also bei uns in der Region bekommt ab dieser Woche jeder einen impftermin, der einen möchte, somit sollte es jetzt auch für alle Eltern und Studenten möglich sein, zeitnah geimpft zu werden.
Unsere Stadt hat bereits alle städtischen Schulen mit luftfiltern ausgestattet, der Landkreis ist gerade dabei. Es ist also nicht überall so, dass völlig planlos in den Herbst gegangen wird :-nix
Impftermine sind hier auch kein Problem und offenbar haben zumindest die Schulen in der Stadt schon mal Luftfilter geordert und/oder bekommen. Aber ich habe den Eindruck, dass das Ausnahmen sind.
Dazu kommen die Schlaumeier, die meinen, mit einer Impfung sei es ja getan, weil „ist ja keine Pandemie mehr“.
Da ist durchaus noch Luft nach oben.

ehem-user-02-08-2021-1033
03.07.2021, 09:43
Habt ihr euch schon immer viel mit Impfungen auseinander gesetzt? Ich frage mich zum Beispiel, ob es bei Empfehlung der HPV Impfung 2007 schon mehr Daten gab als jetzt zur Covid Impfung?
Und ich sehe schon ein Problem im nicht aktiv anbieten. Das führt dazu, dass nur Kinder von gut informierten Eltern geimpft werden. Führt das dann nicht wieder zu einer Benachteiligung, der sowieso schon Benachteiligten?
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2008/daz-8-2008/umstrittene-impfung-gegen-gebaermutterhalskrebs

Sag Mal was performst du gerade für einen Frame?
Wie definierst du "gut" informiert? Als Mitglied der Cochrane Collaboration?... Moment die würden nach Studien suchen..
Vermutlich sind dann die Mitglieder der STIKO auch schlecht informiert?

Wer ist deiner Definition nach gut informiert?

GelbeKlamotten
03.07.2021, 09:46
Vollkommen dämlich diese Kehrtwende bei den Luftfiltern in Schulen, nachdem noch vor kurzem sämtliche Experten sich dagegen ausgesprochen haben, weil es nichts bringt.

Will man gar nicht wissen, was da jetzt wieder an Geldern zu verschiedensten Politikern und Funktionären geflossen ist, um die öffentliche Meinung zu ändern.

Kackbratze
03.07.2021, 09:47
Habt ihr euch schon immer viel mit Impfungen auseinander gesetzt? Ich frage mich zum Beispiel, ob es bei Empfehlung der HPV Impfung 2007 schon mehr Daten gab als jetzt zur Covid Impfung?
Und ich sehe schon ein Problem im nicht aktiv anbieten. Das führt dazu, dass nur Kinder von gut informierten Eltern geimpft werden. Führt das dann nicht wieder zu einer Benachteiligung, der sowieso schon Benachteiligten?

Gardasil basiert auf einem bekannten erforschten Verfahren der Impfstoff Herstellung, dementsprechend waren die grundsätzlichen Daten, die es für MRNA Impfstoffe nicht gibt, schon vorhanden.

Ausserdem schützt der Impfstoff vor einem Karzinom.
Nicht vor einer Erkrankung, die bei Kindern in den meisten Fällen asymptomatisch verläuft, womit eine ganz andere Risiko-Nutzen-Verteilung vorliegt.

Genauso werden Kinder von gut informierten Eltern auch nicht geimpft, weil sie zwischen Nutzen und Risiko auch unterscheiden können. Es ist eine individuelle Entscheidung.

Es bleibt dabei, der Nutzen und das Risiko stehen nicht im Verhältnis zueinander, weswegen das nicht als allgemeine Impfung für Kinder empfohlen werden kann.

Wenn ein Kinderarzt ein Kind mit Risiken hat, wird er entsprechend die Impfung empfehlen. Da ist das egal wie "benachteiligt" die Eltern sind.

P. S. Ich setze mich seit Jahren mit Impfstoffen auseinander.

FirebirdUSA
03.07.2021, 16:16
mRNA Impfstoffe sind jetzt nicht wirklich unerforscht, da wird schon seit mehreren Jahren. Natürlich erstmal überwiegend im Tierversuch.
Ihr impft eure Kinder auch gegen Masern (ITP Risiko 3/100.000)... ich kann diese Risikosorgen noch nicht so ganz nachvollziehen.

Evil
03.07.2021, 16:21
Es bleibt dabei, der Nutzen und das Risiko stehen nicht im Verhältnis zueinander, weswegen das nicht als allgemeine Impfung für Kinder empfohlen werden kann.
Das ist Deine Einschätzung, und die gestehe ich Dir gerne zu, ich sehe es halt deutlich anders. Warum, habe ich bereits weiter oben erläutert.
Was ich nicht ganz nachvollziehen kann: welches Risiko meinst Du? Eher so allgemein bei einer noch nicht vollständig etablierten Methode, oder etwas spezieller?

Kackbratze
03.07.2021, 17:21
Eher so allgemein bei einer noch nicht vollständig etablierten Methode, oder etwas spezieller?

Zum Einen die möglichen Langzeitfolgen, die bei MRNA möglich sind, wobei ich da einfach abwarte, weiterhin die Herzmuskelentzündungen, die thrombotischen/thrombozytopenischen Ereignisse und auch die Frage, inwieweit das Immunsystem andersartig moduliert wird als sonst auf Dauer (Aktivität in den Lymphknoten, gab gerade ein Paper im Nature darüber).

Dementsprechend sehe ich bei einem nicht vollständig zugelassenen Impfstoff und einer Erkrankung, die bei Kindern milde verläuft und kaum ein Risiko für die Umwelt darstellt, diesen Impfdruck nicht gegeben.

Es ist ja nicht so, dass wir vorher noch nie mit Coronaviren Kontakt hatten.
Die Mortalitätsdaten bei Kindern und die schwere der bisherigen Verläufe bei Kindern sind für mich ein Grund Abwartend vorzugehen und der STIKO zuzustimmen.

ehem-user-19-08-2021-1408
03.07.2021, 18:37
Die Mortalitätsdaten bei Kindern und die schwere der bisherigen Verläufe bei Kindern sind für mich ein Grund Abwartend vorzugehen und der STIKO zuzustimmen.

Kackbratze, von dir und deinen Kommentaren, muss ich gestehen, bin ich etwas enttäuscht. Ich wäre ungern dein Patient.

(1) Nur weil Masern bei vielen Kindern problemlos verlaufen, würde man sie deiner Logik nach ebenfalls nicht mehr impfen(?)
(2) mRNA Methoden sind bei aller Welt nichts neues. Deshalb hat ja BioNTech den Impfstoff mit so einer guten Wirkung so schnell entwickeln können.
(3) Ein gesundes Immunsystem funktioniert nach gleichem Prinzip beim 10j wie beim 30j.

Kackbratze
03.07.2021, 18:51
Ich würde dich auch nicht behandeln wollen. Wenn wir so argumentieren wollen.

Masern verursachen letale Encephalitiden und dauerhafte Behinderungen, an welcher Stelle macht das ein Coronavirus bei Kindern?

Zwischen "lange erforscht" und "lange in Anwendung" gibt es eine Bandbreite, bei der ich die Anwendung abwarte.
Wo sind denn MrnaImpfstoffe oder Therapien vorher bereits erfolgreich angewendet worden?

Ein "gesundes Immunsystem" unterliegt in jeder Altersstufe verschiedenen Variablen, ansonsten wäre Rota nicht für Kinder teilweise letal, für Erwachsene meist eine Petitesse und für Ältere eine Erkrankung die sie ins Krankenhaus bringt.

Evil
03.07.2021, 19:25
Die Mortalitätsdaten bei Kindern und die schwere der bisherigen Verläufe bei Kindern sind für mich ein Grund Abwartend vorzugehen und der STIKO zuzustimmen.
Der STIKO stimme ich ebenfalls zu, die ja die Impfung weder empfiehlt, noch davon abrät. Du rätst aber eher davon ab.
Und wie gesagt, beim rein Medizinischen bin ich bei Dir (zumal ich gerade eine anhaltende Myokarditis aus nächster Nähe sehe). Ich finde aber den sozialen Aspekt ebenfalls so bedeutend, dass ich die Risiken gleichwertig einschätze.
Die Langzeitfolgen des Schulausfalls und der Kontaktreduktion sind noch nicht absehbar, und leider geht wohl gerade das Organisationsversagen in diesem Punkt weiter.

ehem-user-02-08-2021-1033
03.07.2021, 19:42
(2) mRNA Methoden sind bei aller Welt nichts neues. Deshalb hat ja BioNTech den Impfstoff mit so einer guten Wirkung so schnell entwickeln können.

Neu... ist immer die Frage, wie man Dinge definiert.
Die Technologien waren bisher in der Breite nicht etabliert und werden durch die Pandemie ganz klar den Status des "etablierten" erhalten.
Beispiel:
mRNA-Interferenz kennt man beispielsweise seit Ende der 1990er... als Impfung im Tierversuch wurde die mRNA aber bereits als Methode im Jahr 1993 beschrieben.
Eine neue Technologie führt folglich nie dazu, dass sich später nicht auch neue Zusammenhänge in einem Themenfeld erschließen und auf die man dann bei der neuen Technologie evtl. Rücksicht nehmen muss.

Auch erzielt eine Methode per se nicht immer die gleichen Ergebnisse:
Hier ein schönes Nature Paper:
https://www.nature.com/articles/srep15810
Hier geht um die Möglichkeit per entsprechender mRNA die Apoptose in Zellen zu inhibieren.
Ein derartiges Therapeutikum wäre natürlich potentiell kanzerogen. Deswegen ist nicht gleich jede mRNA eine gute mRNA.

Die Methode sagt daher nix über die Wirkung aus.

Die Gleichung: Kenne ich eine, kenne ich alle... klappt weder bei Frauen noch in der Gentechnik bei mRNAs.
Man sollte auch nicht vergessen, dass die Sequenzen der Impfstoffe sich durchaus wohl unterscheiden. Spikeprotein ist nicht gleich Spikeprotein. Allein dieser Faktor kann das Auftreten bestimmter unterschiedlicher Wechselwirkungen zumindest denkbar erscheinen lassen. Wir alle wissen, wie sensibel die Biochemie bei Proteinen ist.

Was Fakt sein wird, werden Erkenntnisse aus Anwendungsbeobachtungen sein.
Vielleicht werden in Jahrzehnten findige Epidemiologen für bestimmte Outcomes bestimmte gesteigerte Risiken ermitteln. Bis dahin bleibt es ein methodischer Blindflug.

Risikogruppen, d.h. mit Vorerkrankungen, Risikofaktoren und relevanter Exposition muss man das Angebot einer Prophylaxe machen, wenn man sich von der Pandemie bedroht sieht. Das ist nur logisch und konsequent.

Kinder sollte man noch zumindest meiner Meinung nach, insbesondere angesichts des neuen Verfahrens, mit Zurückhaltung "behandeln".

Und last but not least:
Hochmut kommt auch in der Wissenschaft vor dem Fall. Dogmen und Paradigmen sind immer einem Wandel unterzogen. Das war in der Wissenschaftsgeschichte schon immer so.
https://www.scinexx.de/news/medizin/menschliche-zellen-rna-zu-dna-geht-doch/

Kackbratze
03.07.2021, 19:48
Du rätst aber eher davon ab.

...und Du rätst zu der Impfung. Dürfen wir deswegen unsere Standpunkte nicht mehr austauschen?

Viel schlimmer, und das habe ich schon mehrfach angesprochen, finde ich das Organisationsversagen auf breiter Front, egal ob bei Schülern, Impfstoffbeschaffung, Impfstoffverabreichung oder öffentlicher Gesundheitsschutz.
Diese Impfstoffdiskussion um die Kinder lenkt doch weiter davon ab, dass für Schulen kein Konzept vorliegt und kein Konzept entwickelt wird. Der Impfstoff ist ab 12 zugelassen.

Gehen Kinder erst ab 12 zur Schule? Was ist jetzt mit den Grundschulen, den Kindergärten?

Und wenn man für diese Bereiche ein funktionierendes Konzept hätte, warum kann man dieses Konzept dann nicht auch bis zum Ende der Schulbildung, was bei Vielen mit der Volljährigkeit und damit der eigenen Entscheidung zur Impfung einhergeht, fortgesetzt werden?

Risikogruppen in der Schule sind die Lehrerschaft und das Schulpersonal. Die kann man problemlos ohne Diskussionen impfen, da gibt es eine STIKO-Empfehlung. Einzelne Schüler, die ein erhöhtes Risiko haben, kann man auch impfen, dementsprechend kann man Risikopersonen mit einem Impfschutz ausstatten.
Jugendliche mit einem individuellen Impfwunsch auch. Warum wird dann über die STIKO-Empfehlung mit so viel Fervor diskutiert?

roxolana
03.07.2021, 20:06
Zum Thema Langzeitfolgen: Während Spätfolgen einer Impfung bislang immer innerhalb weniger Monate aufgetreten sind, können Spätschäden einer Infektion auch noch Jahrzehnte später auftreten. SSPE hat z.B. eine Latenz von bis zu 27 Jahren nach Infektion im Kindesalter, dito Cervix-Ca bei HPV-Infektion in der Jugend. Die Gefahr von Langzeitfolgen einer Infektion ist daher aus meiner Sicht deutlich höher, als die einer Impfung.

Interessant ist auch, dass das CDC zu einer deutlich anderen Einschätzung kommt, als die STIKO:

https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/70/wr/mm7020e1.htm?s_cid=mm7020e1_w


As of May 1, 2021, the cumulative COVID-19–associated hospitalization rate for adolescents aged 12–17 years was 51.3 per 100,000 population,¶¶ which is higher than the influenza-associated hospitalization rate for the same age group during the 2009 H1N1 influenza pandemic (23.9 per 100,000 population).*** As of May 3, 2021, CDC had received reports of 3,742 cases of MIS-C, a severe hyperinflammatory syndrome occurring several weeks after acute SARS-CoV-2 infection; 21.5% of the MIS-C cases have occurred in adolescents aged 12–17 years.††† ACIP determined that use of the Pfizer-BioNTech COVID-19 vaccine among adolescents is a reasonable and efficient allocation of resources. Whereas there might be uncertainty regarding how different populations value the vaccine, results from several surveys suggest that approximately one half of parents were willing to have their adolescent children vaccinated (range = 46%–60%).§§§ Overall, ACIP determined that the desirable effects clearly outweighed any undesirable effects in most settings.

Evil
03.07.2021, 20:54
...und Du rätst zu der Impfung. Dürfen wir deswegen unsere Standpunkte nicht mehr austauschen?
Nein, das waren bloß Spitzfindigkeiten ;-)
Ausdrücklich dazu raten tu ich auch nicht, aber ich finde es nur fair, die Kinder zu impfen, die es möchten. Aus genau den Gründen, die Du anführst, letztendlich um das Organisationsversagen etwas abzumildern.
Die STIKO-Empfehlung finde ich medizinisch völlig korrekt, und da sehe ich auch wenig Diskussionsbedarf. Aber eben nur medizinisch.

Btw, mit Dir tausche ich ganz gern meine Standpunkte aus, und das darf auch gern so bleiben.
Anders als bei so manch anderem Selbstdarsteller hier empfinde ich das tatsächlich als einen Austausch mit Denkanstößen.

anignu
04.07.2021, 00:20
Zum Einen die möglichen Langzeitfolgen, die bei MRNA möglich sind, wobei ich da einfach abwarte, weiterhin die Herzmuskelentzündungen, die thrombotischen/thrombozytopenischen Ereignisse und auch die Frage, inwieweit das Immunsystem andersartig moduliert wird als sonst auf Dauer (Aktivität in den Lymphknoten, gab gerade ein Paper im Nature darüber).
Herzmuskelentzündungen hab ich mitbekommen. Das betraf doch eher jüngere Männer, oder?
Thrombotische/thrombozytopene Ereignisse dachte ich wären Astrazeneca und Johnson und eben nicht bei mRNA-Impfstoffen.
Modulation des Immunsystems hab ich nicht wirklich mitbekommen und klingt jetzt vielleicht blöd aber ist ja nicht immer schlecht. Anders heißt ja nicht immer schlechter, oder? Hast du da mehr Infos? Hast du den Nature-Link?

Dementsprechend sehe ich bei einem nicht vollständig zugelassenen Impfstoff und einer Erkrankung, die bei Kindern milde verläuft und kaum ein Risiko für die Umwelt darstellt, diesen Impfdruck nicht gegeben.
Ich dachte die Impfstoffe wären eben vollständig zugelassen. Im Gegensatz zum Beispiel zu GB die Notfallzulassungen gemacht haben...
Bzgl. des milden Verlaufes muss ich sagen: ich hab mir selbst auch nicht bzgl. Corona Sorgen gemacht. Da bin ich in keiner Risikogruppe und hätte es schon überstanden. Alles kein Problem. Einer der Hauptgründe mich impfen zu lassen sind meine Bedenken bzgl. Long Covid. Weil ich schon viel zu viele Leute kenn die seit Monaten Probleme haben die teils massiv sind. Wenn man nach einem Jahr immer noch ständig Erschöpfung und das Gefühl zu wenig Luft zu bekommen hat und das bei nachgewiesen massiven Lungenschäden obwohl man davor sportlich war. Und das in einem wirklich jungen Alter. Oder diese Riech-/Schmecksache seit Monaten (teils über einem Jahr schon ohne große Änderung)... dann will ich das einfach nicht haben!

Masern verursachen letale Encephalitiden und dauerhafte Behinderungen, an welcher Stelle macht das ein Coronavirus bei Kindern?
Bei Corona sind es halt nicht Encephalopathie sondern PIMS oder MIS-C. Aber das gibt es. Und die dauerhaften Behinderungen auf Basis der Encephalopathie sind bei Corona die unter dem Begriff Long-Covid zusammengefassten Probleme.
Also zu sagen "Masern ist kritisch, Corona macht nix" ist schon bissl sehr reduziert. Auch Corona bei Kindern kann massive Probleme machen! Die akute Version. Die long-Covid-Form eh.

Aus genau den Gründen, die Du anführst, letztendlich um das Organisationsversagen etwas abzumildern.
Organisationsversagen! Das ist das korrekte Wort für den Mist der passiert und passiert ist. In Deutschland loben sich immer alle selber und schreiben wie toll es ist, aber es gibt genug Länder in denen viele Sachen sehr viel besser funktioniert haben.
Und ehrlich gesagt: ich hab null Vertrauen dass die Politik das in nächster Zeit auf die Reihe bekommt. Auch das ist ein Grund warum ich meine Kinder sofort impfen lassen würde. Selbst für meine Kinder sorgen wo die Politik versagt.

Zusammengefasst:
- ich glaube dass zu viele Kinder PIMS/MIS-C oder Long-Covid bekommen
- ich glaube nicht dass die Politik sinnvolle Rahmenbedingungen für einen sinnvollen Schulbetrieb schaffen wird
- ich glaube dass ich selbst mich um den Schutz meiner Kinder kümmern muss weil es die Politik nicht auf die Reihe bekommt
- ich glaube dass mRNA-Impfungen sehr sicher sind
- ich sehe in der Nutzen-Risiko-Abwägung die mRNA-Impfung im Vergleich zu Covid auch bei Kindern mit Vorteil für die Impfung
- ich kann leider meine Kinder noch nicht impfen lassen weil sie zu jung für die Zulassung sind, ich würde es aber sofort machen
- ich hoffe dass es Regeln geben wird dass geimpfte Kinder nicht mehr zuhause beschult werden müssen trotz Ausbruch oder Ähnlichem, damit (falls es eine Zulassung gibt) meine Kinder einfach dauerhaft in die Schule dürfen
Bissl viele ichs, aber so mach ich glaub ich klar dass es meine Meinung ist und wegen mir kann auch jeder die entsprechenden Sätze oder Schlussfolgerungen anders sehen.

GelbeKlamotten
04.07.2021, 00:49
Was definitiv keinen Sinn macht, ist hier wieder den schmerzvollst möglichen Mittelweg zu gehen und zu sagen: "Covid bei Kindern ist nicht schlimm genug, dass man sie impfen sollte, aber ist zu schlimm als dass man sie normal zur Schule gehen lassen könnte." Das ist einfach nur maximal dämlich. Entweder man sieht eine relevante Gefahr durch eine Infektion bei Kindern, dann sollte man sie impfen. Oder man sieht keine relevante Gefahr, dann müssen die Schulen öffnen OHNE stark einschränkende Maßnahmen. Maskenpflicht auf dem Schulhof o.ä. mal ausgenommen, aber man muss den Kindern dann uneingeschränkten Präsenzunterricht ermöglichen.

anignu
04.07.2021, 01:07
Entweder man sieht eine relevante Gefahr durch eine Infektion bei Kindern, dann sollte man sie impfen. Oder man sieht keine relevante Gefahr, dann müssen die Schulen öffnen OHNE stark einschränkende Maßnahmen.
So würde ich das nicht sehen. Die aktuelle Denkweise ist ja eher:
- man sieht keine relevante Gefahr durch eine Infektion bei Kindern (die ich schon sehe), damit werden sie nicht geimpft
- man öffnet trotzdem nicht da Kinder ja das Virus verbreiten könnten und damit Menschen anstecken die wiederum daran sterben.
Ich finds auch maximal dämlich und das ist auch nicht meine Denkweise. Das ist die Argumentation die ich mir nur immer wieder anhören darf...

GelbeKlamotten
04.07.2021, 01:20
So würde ich das nicht sehen. Die aktuelle Denkweise ist ja eher:
- man sieht keine relevante Gefahr durch eine Infektion bei Kindern (die ich schon sehe), damit werden sie nicht geimpft
- man öffnet trotzdem nicht da Kinder ja das Virus verbreiten könnten und damit Menschen anstecken die wiederum daran sterben.
Ich finds auch maximal dämlich und das ist auch nicht meine Denkweise. Das ist die Argumentation die ich mir nur immer wieder anhören darf...

Ja, die Argumentation kann man jetzt noch bringen, für wenige Wochen. Mittlerweile gibt es in allen Bundesländern genug Impftermine für jeden. Jeder Erwachsene, der sich schützen möchte, kann das tun. Und mit vollständiger Impfung ist das Risiko für einen schweren Verlauf definitiv nicht mehr höher als bei Influenza und co.

habichnicht
04.07.2021, 05:14
Modulation des Immunsystems hab ich nicht wirklich mitbekommen und klingt jetzt vielleicht blöd aber ist ja nicht immer schlecht. Anders heißt ja nicht immer schlechter, oder? Hast du da mehr Infos? Hast du den Nature-Link?

Das müsste das Paper sein, das Kackbratze meint. Mich hat es auch ein wenig nachdenklich gemacht:
https://www.nature.com/articles/s41586-021-03738-2_reference.pdf

Dort gibts eine Zusammenfassung. (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/125173/SARS-CoV-2-Forscher-finden-in-Lymphknoten-Hinweise-auf-langfristigen-Impfschutz)



Modulation des Immunsystems hab ich nicht wirklich mitbekommen und klingt jetzt vielleicht blöd aber ist ja nicht immer schlecht. Anders heißt ja nicht immer schlechter, oder?


Eine Modulation des Immunsystems ist zwar einerseits eine erwünschte Wirkung von Impfungen, aber neben den erwünschten könn(t)en auch unerwünschte Wirkungen auftreten, die sich erst sehr viel später negativ auswirken, was man bei Kindern beim Betrachten des "Kosten- vs. Nutzenrisikos" besonders berücksichtigen muss.

@Kackbratze: So hab ich Deinen Einwand verstanden und so hab ich vor zwei Tagen in einer Diskussion über Impfung von Kindern gegen SARS-CoV-2 im Freundeskreis auch argumentiert.

Kackbratze
04.07.2021, 05:54
Herzmuskelentzündungen hab ich mitbekommen. Das betraf doch eher jüngere Männer, oder?
Thrombotische/thrombozytopene Ereignisse dachte ich wären Astrazeneca und Johnson und eben nicht bei mRNA-Impfstoffen.


Herzmuskelentzündungen junge Männer, je jünger, je häufiger.
Die thrombotischen/thrombozytopenischen Veränderungen traten auch bei den MRNA-Impfstoffen auf, aber weniger.



Modulation des Immunsystems hab ich nicht wirklich mitbekommen und klingt jetzt vielleicht blöd aber ist ja nicht immer schlecht. Anders heißt ja nicht immer schlechter, oder? Hast du da mehr Infos? Hast du den Nature-Link?



https://www.nature.com/articles/s41586-021-03738-2

Ich habe gelernt, dass dauerhafte Stimulation mit vermehrter Zellteilung auch das Risiko der gestörten Teilung mit möglicher Malignitätsentwicklung beinhaltet.

Hier sind wir bei Spekulation, aber bezogen auf das Lebenszeitrisiko einer malignen Erkrankung, wenn ich bei Kindern bereits eine dauerhafte Stimulation hervorrufe, die bei normalen Impfungen bereits nach wenigen Tagen verschwindet und auch eine Immunität hinterlässt....naja, die Impfstoffe sind neu, wir finden immer wieder neue Aspekte. Deswegen bin ich bei Kindern noch skeptisch.



Ich dachte die Impfstoffe wären eben vollständig zugelassen. Im Gegensatz zum Beispiel zu GB die Notfallzulassungen gemacht haben...


Sie sind nicht vollständig zugelassen. Es ist eine bedingte Zulassung im Rahmen eines "rolling review". Keine vollständige Zulassung.




Bzgl. des milden Verlaufes muss ich sagen: ich hab mir selbst auch nicht bzgl. Corona Sorgen gemacht. Da bin ich in keiner Risikogruppe und hätte es schon überstanden. Alles kein Problem. Einer der Hauptgründe mich impfen zu lassen sind meine Bedenken bzgl. Long Covid. Weil ich schon viel zu viele Leute kenn die seit Monaten Probleme haben die teils massiv sind. Wenn man nach einem Jahr immer noch ständig Erschöpfung und das Gefühl zu wenig Luft zu bekommen hat und das bei nachgewiesen massiven Lungenschäden obwohl man davor sportlich war. Und das in einem wirklich jungen Alter. Oder diese Riech-/Schmecksache seit Monaten (teils über einem Jahr schon ohne große Änderung)... dann will ich das einfach nicht haben!


https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/long-covid-hoffnung-auf-weitgehende-genesung-17315236.html

Die Datenlage bzgl LongCovid sieht da etwas Anders aus.
Entscheidungen fällt man immer aus seiner individuellen Betrachtungsweise heraus. Meine Corona-Bekannten sind ohne Langzeit-Probleme da rausgegangen.




Bei Corona sind es halt nicht Encephalopathie sondern PIMS oder MIS-C. Aber das gibt es. Und die dauerhaften Behinderungen auf Basis der Encephalopathie sind bei Corona die unter dem Begriff Long-Covid zusammengefassten Probleme.
Also zu sagen "Masern ist kritisch, Corona macht nix" ist schon bissl sehr reduziert. Auch Corona bei Kindern kann massive Probleme machen! Die akute Version. Die long-Covid-Form eh.


Die Anzahl der Fälle mit PIMS oder MIS-C sind bislang nicht hoch. MIS-C ist behandelbar.
Wie hoch die Risiken der Impfung sind, ist teilweise bekannt, teilweise müssen wir noch warten.

Hier ist der Punkt wo man anfängt sich Zahlen an den Kopf zu schmeissen. Wenn ich mir MIS-C und PIMS anschaue von den Inzidenzen, die bislang bekannten Folgen und danach dann die möglichen Folgen der Impfung, bleibe ich bei Abwarten. In alle Richtungen, d.h. wenn sich an der PIMS/MIS-C Front was ändert, muss ich auch neu drüber nachdenken.

Zu longcovid bleibe ich bei Prof. Kleinschnitz




Organisationsversagen! Das ist das korrekte Wort für den Mist der passiert und passiert ist. In Deutschland loben sich immer alle selber und schreiben wie toll es ist, aber es gibt genug Länder in denen viele Sachen sehr viel besser funktioniert haben.
Und ehrlich gesagt: ich hab null Vertrauen dass die Politik das in nächster Zeit auf die Reihe bekommt. Auch das ist ein Grund warum ich meine Kinder sofort impfen lassen würde. Selbst für meine Kinder sorgen wo die Politik versagt.


Hier sind wir bei Punkt, wo wir auf emotionaler Ebene differieren. Gerade WEIL die Politik bislang so erfolgreich versagt hat und gerade WEIL die Politik so massiv den MRNA-Impfstoff pusht, insbesondere für Kinder, gegen die STIKO Empfehlung, bin ich da auch kritisch. Warum redet keiner über die klassischen Impfstofflösungen ohne MRNA, die sich weltweit mehrfach in den letzten Zügen der Phase-III befinden?

Die STIKO hat sich ihre Zulassungsempfehlung nicht aus den Fingern gesogen um Jens Spahn einen auszuwischen, sondern auf dem Boden der aktuellen Daten und Risiken.
Und anstatt das zu akzeptieren, ist jetzt (fast) jeder Bundesbürger und vorallem Politiker Virologe und Epidemiologe geworden und fordert ein Änderung der Entscheidung.

Wenn Jemand sich und seine Kinder auf Grund von Nebenerkrankungen, Angst oder sozialem Druck impfen lassen will, spricht doch nichts dagegen, das zu tun. Es ist ja möglich und erlaubt.