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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Impfung gegen Corona- ja oder nein?



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GelbeKlamotten
10.07.2021, 09:45
Also für mich und mein Umfeld war früh klar, dass es auf die Empfehlung zu Auffrischungsimpfungen hinauslaufen würde....Corona-Viren sind halt essentiell Erkältungsviren....und zumindest bisher war es so, dass man sich immer wieder mit Erkältungskrankheiten infizieren konnte...
Daher bin ich persönlich nie von einer dauerhaften Immunität durch die Impfung ausgegangen....
und spezifisch auf Corona bezogen gab es ja schon früh Meldungen von Zweitinfektionen nach bereits stattgehabter Infektion (und das noch BEVOR wir überhaupt einen Impfstoff hatten)
Daher überrascht mich dieser Verlauf jetzt gar nicht.

Ich persönlich hab mich bisher, seit ich Arzt bin und mit Patienten Kontakt habe, jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen. Bisher hatte ich nicht das Gefühl, dass es mir schadet....
aber das muss und DARF finde ich jeder für sich selbst entscheiden.

Das gilt meiner Meinung nach übrigens auch vollumfänglich für die Coronaimpfung, weswegen ich auch Forderungen, erst bei einer Impfquote von 85% zu lockern, sehr kritisch sehe.

Ich denke im Übrigen auch, dass es für junge Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, keinen Unterschied machen wird, ob sie nun zwei- oder dreimal geimpft sind. Es sei denn natürlich, Virusmutationen bilden Escapemechanismen aus und zwingen zu einer Anpassung des Impfstoffes....und danach sieht es leider aus...
Wirklich überraschend ist die Erkenntnis dass sich Erreger anpassen können für mich aber nicht.

Thema Long Covid: Da bin ich ganz bei dir! Halte die Meldungen für übertrieben und möglicherweise teils auch für Panikmache...
Anhaltende Abgeschlagenheit oder sogar Fatique gab und gibt es jedenfalls auch nach anderen Viruserkrankungen wie Influenza oder Mononukleose....ganz zu schweigen von dem Zustand nach einer eventuellen Intensivbehandlung mit Beatmung....
und ob eine Symptomatik wirklich chronisch ist, sollte meiner Meinung nach erst nach 6 Monaten entschieden werden....
Also ich werde dir bestimmt nicht mit dem Argument "Long Covid" kommen..

Zumal es tatsächlich auch noch gar nicht sicher ist, ob die Impfung denn vor Long Covid überhaupt schützt.

Allerdings bin ich auch überzeugt, dass wir alle entweder die Impfung oder Covid bekommen. Und vielleicht hilft die Impfung ja doch etwas gegen Long Covid. Falls nicht, gibt es im Moment aber meiner Ansicht nach nichts, was man tun könnte, um sich davor anders oder besser zu schützen.

Da sind wir in allen Aspekten einer Meinung :-)

Espressa
12.07.2021, 12:58
Ja und was ist nun eine „gute Immunantwort“? Es heißt auch immer wieder dass Antikörpertiter nicht alles seien, von wegen zelluläre Immunität/ Gedächtniszellen…

Nefazodon
12.07.2021, 13:04
Ja und was ist nun eine „gute Immunantwort“? Es heißt auch immer wieder dass Antikörpertiter nicht alles seien, von wegen zelluläre Immunität/ Gedächtniszellen…

Ja, so heißt es. Physiologisch scheint das plausibel. Belastbare Daten dazu habe ich auch noch nicht gesehen.
Ich denke, am Ende wird es darauf hinauslaufen, dass die Impfungen empirisch beweisen müssen, ob sie helfen oder nicht.:-nix
Entweder die Impfungen schützen vor schweren Verläufen, dann müssten in der nächsten Welle die Fallzahlen auf Intensivstation deutlich niedriger sein, oder nicht.

ehem-user-02-08-2021-1033
12.07.2021, 18:01
Wobei ja der Titer bei der Hepatitis B Impfung das Non-Plus-Ultra war... Bei Corona wiederum ist er relevant, wenn man ihn als Beweis der Wirksamkeit der Impfung ins Feld führt... Er ist aber irrelevant, wenn es um die Immunität nach Infektion geht...

arbeiter79
21.07.2021, 21:07
Gibt es eine Moeglichkeit Corona Impfstoff (als Arzt) privat zu kaufen?

alex1
21.07.2021, 22:01
Gibt es eine Moeglichkeit Corona Impfstoff (als Arzt) privat zu kaufen?

Bestimmt im Darknet. Bestimmt auch ohne Approbation.

GelbeKlamotten
22.07.2021, 11:17
Wobei ja der Titer bei der Hepatitis B Impfung das Non-Plus-Ultra war... Bei Corona wiederum ist er relevant, wenn man ihn als Beweis der Wirksamkeit der Impfung ins Feld führt... Er ist aber irrelevant, wenn es um die Immunität nach Infektion geht...

Genau wie die potentiellen Risiken und unknown Unknowns der Impfungen vollkommen irrelevant sind, wenn es um Erwachsene geht, aber bis zum 18. Lebensjahr total wichtig sind.

Und genau wie Kinder durch eine Infektion nicht gefährdet sind, wenn es um Impfungen für Kinder geht, aber plötzlich doch gefährdet sind, wenn es um eine normale Teilhabe am Bildungswesen geht. Und genau wie der breite Expertenkonsens erst war, dass Luftfilter in Schulen unnötig sind und man einfach Lüften sollte, jetzt aber wo die Bundestagswahl näher rückt obwohl sich daran nichts geändert hat, auf einmal alle Politiker ganz bestürzt sind, dass wir so wenig Luftfilter in den Schulen haben.

Muss ja echt inzwischen anstrengend für die vielen guten Menschen da draußen sein, immer auf dem neusten Stand zu bleiben, was die aktuell erwünschte Meinung ist.

Nefazodon
22.07.2021, 13:49
Gerade auf GMX.de einen kurzen Videobeitrag gesehen.

Streeck bezweifelt offiziell, dass es eine Herdenimmunität geben wird. Die Impfung schütze zwar vor einer schweren Erkrankung, aber nicht vor der Infektion.

Edit: Ist jetzt zwar nichts Neues, aber da ja doch immer wieder der Begriff "Herdenimmunität" ins Spiel gebracht wird...
Wer hat das eigentlich angefangen?

Feuerblick
22.07.2021, 13:53
Gute Frage. Die meisten Experten meinten eigentlich von Anfang an, aber spätestens nach ersten Informationen zur Wirkung der Impfungen, dass es keine Herdenimmunität im eigentlichen Sinn geben wird.

Kackbratze
22.07.2021, 14:32
Herdenimmunität 2.0
Eine Art Herdenwende die durch einen Herdenrat und Herdenbeauftagten der Bundesregierung gesteuert und festgelegt wird.

;-)

Christoph_A
22.07.2021, 14:37
Ich glaube mich entsinnen zu können, daß dieses Herdenimmunitätsdingens vom Charly L stark propagiert wurde, aber bei der Menge an Meinung, die der Herr so in der Woche absondert, kann man sich da auch täuschen. :-nix
Spaß beiseite, wichtig ist ja auch keine Herdenimmunität, sondern ein Herdenschutz dahingehend, daß möglichst viele schwere Verläufe vermieden werden können und danach siehts ja bis jetzt auch aus.
Tante Edit: Die Forderung, daß Luftfilter in Schulen/Bussen/öffentlichen Gebäuden helfen würden, ist nicht wirklich neu, das war letzten Herbst bereits in der Expertenlandschaft gängiger Konsens, wurde halt geflissentlich von den Verantwortlichen ignoriert (lüften und Kniebeugen waren halt billiger und es ist ja absolut nicht vorhersehbar, daß in Oberbayern im Winter bei minus 10 Grad das Lüften eher suboptimal als hilfreich ist). Wir haben unser Filtersystem in der Praxis schon letzten Oktober installiert und die Infektionszahlen unter unserem Personal gaben uns bzgl der Investition jetzt nicht Unrecht.

Feuerblick
22.07.2021, 15:13
Jepp, die Luftfilter sind nur deshalb nicht „effektiv“, weil man seitens der Politik keinen Bock hat, sich zu kümmern. Man hätte ein gutes Jahr Zeit gehabt dafür, aber selbst wenn Eltern die Dinger für ihre Schule selbst anschaffen wollen würden, wäre die Bürokratie dagegen.

Nefazodon
22.07.2021, 15:24
Jepp, die Luftfilter sind nur deshalb nicht „effektiv“, weil man seitens der Politik keinen Bock hat, sich zu kümmern. Man hätte ein gutes Jahr Zeit gehabt dafür, aber selbst wenn Eltern die Dinger für ihre Schule selbst anschaffen wollen würden, wäre die Bürokratie dagegen.

Bist du denn des Wahnsinns???! Wo kämen wir denn hin, wenn sich jeder unbürokratisch selbst kümmern könnte? Ist doch überhaupt nichts genormt und vereinheitlich dann, und das in unserem föderalen Deutschland!:-D:-)):-)):-));-)

Was das kein Bock sich zu kümmern angeht....das war doch mit den Masken genau das gleiche. Am Anfang hieß es doch, selbst genähte Masken seien genauso effektiv....später hat man dann gesagt nur noch OP- und FFP2-Masken...
Das war doch auch nur, weil es am Anfang einfach nicht genug Masken gab, und weil es die bequemste Lösung war...nicht aufgrund irgendeiner Evidenz oder so...

DrSkywalker
22.07.2021, 15:26
Gerade auf GMX.de einen kurzen Videobeitrag gesehen.

Streeck bezweifelt offiziell, dass es eine Herdenimmunität geben wird. Die Impfung schütze zwar vor einer schweren Erkrankung, aber nicht vor der Infektion.

Edit: Ist jetzt zwar nichts Neues, aber da ja doch immer wieder der Begriff "Herdenimmunität" ins Spiel gebracht wird...
Wer hat das eigentlich angefangen?

Gute Nachricht, wenn streeck das sagt Wird exakt das Gegenteil eintreten. Oder ist seine Trefferquote besser mittlerweile?

Nefazodon
22.07.2021, 15:34
Gute Nachricht, wenn streeck das sagt Wird exakt das Gegenteil eintreten. Oder ist seine Trefferquote besser mittlerweile?

Ah, Du meinst genauso wie die Aussage, dass die Corona-Fallzahlen einer gewissen Saisonalität unterliegen könnten?

Mal ernsthaft. Natürlich kann sich jeder mal irren. Trotzdem ist Prof. Streeck unbenommen immer noch ein Experte. Welchem Experten würdest Du denn eher vertrauen?
Generell bin ich aber auch dafür, davon weg zu gehen WER was gesagt hat und lieber die Inhalte zu prüfen....doch da würde ich der Aussage von Prof. Streeck eher zustimmen. Es sieht bisher nicht nach einer HerdenIMMUNITÄT aus. Ein Stichwort, das da eine Rolle spielt ist eben auch die mucosale Immunabwehr...ich hatte irgendwo schonmal was dazu und zu den unterschiedlichen Antikörperklassen gepostet.

Feuerblick
22.07.2021, 15:41
@Nefazodon: Pragmatische (!) Lösungen (!)…???? Pfui!

GelbeKlamotten
22.07.2021, 17:03
Jepp, die Luftfilter sind nur deshalb nicht „effektiv“, weil man seitens der Politik keinen Bock hat, sich zu kümmern. Man hätte ein gutes Jahr Zeit gehabt dafür, aber selbst wenn Eltern die Dinger für ihre Schule selbst anschaffen wollen würden, wäre die Bürokratie dagegen.



Tante Edit: Die Forderung, daß Luftfilter in Schulen/Bussen/öffentlichen Gebäuden helfen würden, ist nicht wirklich neu, das war letzten Herbst bereits in der Expertenlandschaft gängiger Konsens, wurde halt geflissentlich von den Verantwortlichen ignoriert (lüften und Kniebeugen waren halt billiger und es ist ja absolut nicht vorhersehbar, daß in Oberbayern im Winter bei minus 10 Grad das Lüften eher suboptimal als hilfreich ist). Wir haben unser Filtersystem in der Praxis schon letzten Oktober installiert und die Infektionszahlen unter unserem Personal gaben uns bzgl der Investition jetzt nicht Unrecht.

Nein, das ist schlicht und einfach nicht richtig. Die von der Regierung in der Anfangszeit der Pandemie einberufene
Expertenkonferenz kam fast einstimmig zu dem Ergebnis, dass regelmäßiges Lüften in Klassenräumen wesentlich effektiver ist als Luftfilter. Nur die sehr wenigen Schulen mit Klassenräumen, in denen nicht gelüftet werden kann, sollten Luftfilter bekommen. Man hatte auch direkt einen Budgettopf bereitgestellt, ich glaube 3 Mio Euro. Klingt wenig, aber davon wurde so gut wie nichts ausgeschöpft mangels Bedarf.

An der Sachlage hat sich bis heute nichts geändert. Nur wird das Thema jetzt eben von diversen Leuten wieder ausgegraben, die gerne ihre Entrüstung über den mangelnden Schutz der Schulkinder zur Schau stellen wollen.

Ich denke die n=1 Erfahrung aus irgendeiner Arztpraxis brauche ich nicht kommentieren. Die ist ungefähr so relevant wie eine einzelne Überschwemmung in Deutschland für den Beweis eines menschengemachten globalen Klimawandels.

Feuerblick
22.07.2021, 17:17
Das stimmt so auch wieder nicht. Die Mittel wurden in der Tat nicht abgerufen - weil die Minister der Länder, die dafür zuständig waren, der Meinung sind, dass Lüften viel cooler ist (wahrlich, im Winter ist es das). Kannst gern mal die Aussagen des zuständigen hessischen Ministers googeln.
Schulen, die versuchen, die Mittel abzurufen, werden daran gehindert durch ewige Bürokratie. Hier im Landkreis passiert. Dann wollten die Eltern selbst tätig werden - dürfen sie aber nicht. Kann man auch öffentlich nachlesen.
Kurz: Von oben wird mit allen Mittel dafür gesorgt, dass niemand die Mittel abruft.

GelbeKlamotten
22.07.2021, 17:38
Das stimmt so auch wieder nicht. Die Mittel wurden in der Tat nicht abgerufen - weil die Minister der Länder, die dafür zuständig waren, der Meinung sind, dass Lüften viel cooler ist (wahrlich, im Winter ist es das). Kannst gern mal die Aussagen des zuständigen hessischen Ministers googeln.
Schulen, die versuchen, die Mittel abzurufen, werden daran gehindert durch ewige Bürokratie. Hier im Landkreis passiert. Dann wollten die Eltern selbst tätig werden - dürfen sie aber nicht. Kann man auch öffentlich nachlesen.
Kurz: Von oben wird mit allen Mittel dafür gesorgt, dass niemand die Mittel abruft.

Die Minister sind dieser Meinung, weil der Expertenkonsens ist, dass das die Kinder dadurch besser vor einer Corona-Infektion schützt, nicht weil sie das „cool finden“.

Muss man sich halt überlegen, ob es besser ist, wenn den Kindern im Winter ab und zu kurz für wenige Minuten kalt ist oder wenn sie ein höheres Infektionsrisiko haben.

Jetzt auf einmal zum Infektionsschutz auf Luftfiltern zu bestehen hat seinen Ursprung im reinen Wahlkampf und findet in der aktuellen Zeit natürlich wieder großen Anklang unter selbsternannten Weltverbesserern.

Feuerblick
22.07.2021, 17:46
Nun, wenn du alle 20 Minuten 10 Minuten lang die Fenster aufreißt (alle Fenster und auch die Tür, sonst bewegt sich die Luft nämlich nicht), um zu lüften (so war die Empfehlung) und es draußen Temperaturen rund um den Gefrierpunkt hat, dann ist es den Kindern nicht ein paar Minuten sondern durchgehend kalt, weil keine Heizung der Welt in 20 Minuten den Raum wieder warm hat. Versuch du mal effektiv zu lernen, wenn dir kalt ist und du mit Jacke, dicker Hose, dicken Strümpfen und Decken im Klassenraum sitzt.
Expertenkonsens ist übrigens nach wie vor nicht, dass Luftfilter nicht effektiv sind. Aerosolforscher sehen das komplett anders. Sie sagen stattdessen, dass sie mindestens eine gute Ergänzung seien. Nur DAS will die Politik nicht so gern hören. Weil wenns ja nicht ultimativ super ist, dann gibt man auch kein Geld dafür aus.