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Feuerblick
25.02.2018, 10:47
Sinnvolle Änderungen??? Wo ist der Exorzist, wenn man ihn braucht????
Hoppla-Daisy
25.02.2018, 10:52
Jehova! Jehova! Jehova!
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/dramatischer-kostenanstieg-rettungseinsaetze-werden-immer-teurer-15466936.html
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Krankenkassen wünschen sich, man würde den Kommunen Anreize geben, die Zahl der Rettungsdiensteinsätze zu verringern.
Sind die jetzt vollkommen verblödet?
Und wie sollen solche Anreize überhaupt aussehen? Budgetierung? Ab 500 Notarzteinsätzen pro Quartal ist jeder weitere für die Kostenträger gratis? (Die Budgetierung hat ja schon im niedergelassenen Setting vieles ruiniert...)
Gut, ich fände es sinnvoll, wenn der Rettungsdienst-Disponent die Möglichkeit bekäme, alternativ zum RTW zeitnah den KV-Notdienst vorbei zu schicken (mit ner festgesetzten Hilfsfrist natürlich).
Aber das setzt ja voraus, dass der Anrufer in der Lage ist, die Situation auf eine Art und Weise zu beschreiben, dass der Disponent sicher sein kann, dass das das geeignete Mittel ist.
Und bei Anwendungs des Prinzips in dubio pro RTW...
WackenDoc
25.02.2018, 12:30
Dafür muss der KV-Notdienst auch erstmal funktionieren.
In einem der Landkreise wo ich Rettung fahre kommt der KV-Arzt grundsätzlich nicht zum Hausbesuch und verweist IMMER auf den Rettungsdienst. Teilweise hält er sich auch ganz woanders auf.
Todesfeststellung ist inzwischen in einigen Landkreisen Aufgabe des Notarztes weil der KV-Notdienst nicht zuverlässig funktioniert.
Sebastian1
25.02.2018, 13:06
Wobei, Wacken, dass auch immer eine Frage dessen ist, was man mit sich machen lässt...
Hoppla-Daisy
25.02.2018, 13:22
Wobei, Wacken, dass auch immer eine Frage dessen ist, was man mit sich machen lässt...
Dass oder das? :-)) *mit dem Polizei-Schild winkt* :-))
Sebastian1
25.02.2018, 16:37
Meine Autokorrektur meinte offenbar "dass" :-))
Dafür muss der KV-Notdienst auch erstmal funktionieren.
Das ist ja noch mal ne ganz andere Baustelle, schließlich hat der KV-Notdienst seine Tätigkeit über Jahre erfolgreich an den Rettungsdienst ausgelagert.
Ich bin ja nun ne Weile aus der aktiven Retterei raus, aber ich hab auch die Einsätze erlebt, wo wir gerufen wurden, nachdem die Leute zwei Stunden und länger auf den KV-Notdienst gewartet haben.
(Von ehrenamtlichen Kollegen, die den Fahrdienst für den KV-Notdienst machen, hab ich auch mehrfach bestätigt bekommen, dass das System hat, gewisse ärztliche Kollegoide fahren einfach grundsätzlich nie raus. Und dank der Barrierewirkung der 116117 sind sie ja auch von extern einfach nicht mehr erreichbar.)
Ich hab bei einem dieser Einsätze mal versucht, mich mit dem Diensthabenden verbinden zu lassen, weil wir uns alle (Patient, mein Kollege, ich) absolut einig waren, dass das ja beim besten Willen nichts fürs Krankenhaus ist... das war ein bisschen so, als würde man seinen Kopf stetig gegen die Wand rummsen, in der Hoffnung, dass die Wand irgendwann nachgibt. Man bekommt zunehmend Kopfschmerzen und sein eigentliches Ziel erreicht man nicht mal so ein bisschen.
WackenDoc
25.02.2018, 19:08
Zwei Stunden fände ich bei den Krankheitsbildern für die der KV-Notdienst gedacht ist, ja nicht einmal soo dramatisch. Hast sonst ja auch, wenn du nen Hausbesuch vom Hausarzt brauchst oder zu dem hin musst.
Das Problem mit der Erreichbarkeit hatte ich auch mal. Das geht einfach so nicht. Auch was die Zeiten der KV-Praxen angeht, gibt es Probleme.
Und dann kommt noch das Problem dazu, dass viele gar nicht wissen welche Arztsorte für was ist. Z.B. dass der Notarzt nicht der KV-Notdienst ist und eben keine Rezepte ausstellt.
Vielleicht ist es doch keine so schlechte Idee, wenn man die Leitstellen aufstockt und darüber den KV-Notdienst abwickelt. Und die Notdienstpraxen grundsätzlich an die Krankenhäuser angliedern. Evtl. auch Kollegen fest anstellen, die das machen wollen.
2 Stunden finde ich jetzt auch nicht lang. Ich hab ein relativ großes Gebiet, was ich beim KV-Dienst abdecken muss. Wenn ich von einem zum anderen Ende fahren muss, bin ich allein schon eine gute Stunde unterwegs. Und wenn mehrere noch auf der Strecke liegen, arbeite ich die systematisch ab als kreuz und quer und hin und her zu fahren. Da sind 2 Stunden schnell rum. Das sag ich aber auch am Telefon. Eine hat sich daraufhin beschwert, es sei ganz dringend und ich müsse sofort kommen, ihrem Mann ginge es gaaaanz schlecht (als ich schließlich da war, hat er einen harmlosen Magendarminfekt, momentan erbrochen, es ging ihm besser und er war sauer auf seine Frau, dass sie einen Arzt geholt hat). Aber das sehe ich so wie Wacken, beim Hausarzt sitzen sie manchmal auch mehrere Stunden und werden nicht innerhalb weniger Minuten und sofort behandelt. Und wer nicht die Zeit warten kann, die man teilweise auch in einer Hausarztpraxis warten muss, weil es zu dringend ist, dann ist der KV-Dienst vielleicht nicht der richtige Ansprechpartner.
Rausfahren tu ich grundsätzlich schon, es sei denn, man kann manches schon am Telefon klären. Wohingegen ich mich einmal geweigert habe, als eine ältere Dame nach 1,5 Schlaftabletten noch immer nicht schlafen konnte und jetzt eine Schlafspritze von mir wollte (bei bekannten Schlafproblemen seit vielen Jahren). Das ist meiner Meinung nach nichts für den KV-NOTdienst.
vanilleeis
26.02.2018, 14:41
Murkel, machst Du hausärztlichen KV-Dienst?
Der KV-Dienst ist ja grundsätzlich von allen Fachgruppen zu leisten. Wir haben das Glück eines fachgebundenen Notdienstes, sonst wäre ich wohl aufgeschmissen;-)
@vanilleeis: ja, muss ich. Und das ist als Gyn schon oftmals eine ziemliche Herausforderung. Alleine schon Männer...
Der KV-Dienst ist ja grundsätzlich von allen Fachgruppen zu leisten. Wir haben das Glück eines fachgebundenen Notdienstes, sonst wäre ich wohl aufgeschmissen;-)
:-)) Aber Du hast ja noch den Telefonjoker. ;-)
:-)) Aber Du hast ja noch den Telefonjoker. ;-)
Den hätte ich auch manchmal gerne...
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/rufbereitschaft-101.html
Hmm, und was machen wir jetzt daraus? Zählt jetzt die Rufbereitschaft auch als Arbeitszeit? :-nix
https://www.marburger-bund.de/landesverbaende/hamburg/artikel/pressemitteilungen/2018/mb-begruesst-eugh-urteil-zu-bereitschaftsdienstzeiten
Der Marburger Bund interpretiert es anscheinend so, dass auch zu Hause verbrachte Rufbereitschaft Arbeitszeit ist. Interessant wird wohl die Frage sein, inwiefern ich in meiner Freizeitgestaltung weniger eingeschränkt bin, wenn ich eine Stunde zum Reinkommen habe und nicht nur ein paar Minuten.
Wenn tatsächlich die Rufbereitschaft komplett als Arbeitszeit gewertet werden sollte, dann bräuchte man ne Menge neue Stellen, um die Zeiten rechtskonform abzudecken. Bei 5 RB, 3x 16h unter der Woche, 2x 24h WoE wären das 96h im Monat.
Autolyse
27.02.2018, 13:23
Der entscheidende Punkt für den Gerichtshof ist, dass der Arbeitgeber bestimmt wo sich der Arbeitnehmer aufzuhalten hat und binnen acht Minuten am Arbeitsplatz sein muss (Rn 61). Deshalb kommt es zu einer starken Einschränkung der persönlichen und sozialen Interessen des Arbeitnehmers (Rn 63). Rufbereitschaft ist für den Gerichtshof nämlich nur dann gegeben, wenn der Arbeitnehmer lediglich erreichbar sein muss (Rn 64). Das ist in der Rechtssache nicht gegeben und deshalb ist es Arbeitszeit.
tl;dr: Die Vorgabe von Aufenthaltsort und Reaktionszeit führen zur Einstufung als Arbeitszeit.
Bei einer Rufbereitschaft habe ich ja durchaus schon 30min als Zeit bis zum Erscheinen nach Anruf gehört, aber acht Minuten? Wo kommen die denn her?
Feuerblick
27.02.2018, 15:44
Die acht Minuten kommen daher, dass es sich konkret um einen Feuerwehrmann (glaube ich) handelte, der geklagt hat. Der hat halt keine 30 Minuten Zeit.
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