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Evil
02.03.2018, 12:20
Unnötige Aufmerksamkeit.

Kackbratze
02.03.2018, 13:39
Wenn ein Diss viral geht und am Ende positives Feedback kommt. Egal von welcher Partei, sowas ist unnötig, da es keine politische Message transportiert sondern bloss als Imagekampagne endet. Das Gleiche von der Kanzlerin oder Schulz würde auch von den politischen Leistungen ablenken und ein falsches Bild suggerieren.

Salzi19
04.03.2018, 09:05
Die groko kommt.
http://www.nordbayern.de/politik/spd-mitglieder-sagen-ja-weg-fur-groko-ist-frei-1.7305328

Kackbratze
04.03.2018, 12:01
Und damit geht die SPD definitiv unter und die CDU vermutlich auch. "Weiter so" ohne Kernmarke wird weitere Bürger in die Enttäuschung treiben. Bei dieser Koalition ging es endgültig nur noch um Posten und nicht mehr um "das Land" oder "den Wählerwillen". Alles was zählte waren Posten, Posten, Posten. Die Leute sind zwar politikverdrossen aber nicht dumm. Die Frage ist, was danach kommen mag. Spanische Verhältnisse?

Relaxometrie
04.03.2018, 12:18
Ich finde eine erneute Weiterso-Stillstands-GroKo auch zum Kotzen. Mir ist klar, daß die politischen Verhältnisse und das politische Arbeiten in der globalisierten Welt nicht einfach ist. Aber dennoch gibt es genug konkrete Dinge, die anzupacken wären. Ich hätte mir eine Minderheitsregierung gewünscht. Ich vermute zwar nicht, daß die Regierungsarbeit dadurch einfacher geworden wäre, aber einen Versuch wäre es aus meiner Sicht wert gewesen.
Aber daß Steinmeier salbungsvoll zur GroKo drängt, die nunmal am 24.09.2017 abgewählt wurde, nehme ich ihm übel.

Kackbratze
04.03.2018, 12:41
Postengeschacher. Selbst der Bundespräsident wird ja nicht mehr gewählt sondern abgenickt.

Evil
04.03.2018, 13:57
Was schlagt Ihr als Alternativen vor? Kackbratze for Kanzler und Relaxo als Innenministerin? Oder lieber die Alternative für Deutschland?

WackenDoc
04.03.2018, 15:12
Ich hoffe, dass die sich jetzt schnell zusammenraufen und etwas mehr Gespür für die Sorgen der Bevölkerung entwickeln. Sonst haben die die AfD bei der nächsten Wahl irgendwo bei 20-25%.

Sebastian1
04.03.2018, 15:36
Die Leute sind zwar politikverdrossen aber nicht dumm.Das halte ich für eine Fehleinschätzung. Den meisten Leuten traue ich eine vernunftbasierte Entscheidung für eine Partei nicht zu. Sonst stünde auch die AfD nicht da, wo sie jetzt leider steht.

Kackbratze
04.03.2018, 19:08
Also ist die Protestwahl als Zeichen der Ablehnung der aktuellen politischen Handelnden grundsätzlich abzulehnen? Das sehe ich nicht so. Die AfD ist, genau wie die Linke, eine demokratische Partei am Rande des Spektrums. Sowie die Parteien "um die Mitte herum" sich personell und fachlich neu aufstellen, werden die RandParteien wieder zu Randnotizen degradiert. Die wenigsten Wähler sind IMHO im Radikalen verankert, sondern haben nach all den Querelen und Geblubbere in der vorherigen GroKo ihren Wahlzettel als Denkzettel genutzt. Indem jetzt weiter bloss ein "dieParteiistDoof"-Programm gefahren wird und nicht der Wähler wieder von den Parteien ernst genommen und abgeholt wird, wird sich nix ändern.

Evil
04.03.2018, 20:19
Das halte ich für eine Fehleinschätzung. Den meisten Leuten traue ich eine vernunftbasierte Entscheidung für eine Partei nicht zu. Sonst stünde auch die AfD nicht da, wo sie jetzt leider steht.
Sag das mal nicht. Die Niederbayern, die einen großen Teil der AfD-Wähler stellen, waren diejenigen, die sich vor Ort für die Flüchtlinge den Ar*** aufgerissen haben und dann von Merkel und Seehofer im Regen stehen gelassen wurden. Das sind ganz bestimmt keine Ausländerfeinde.

Lava
05.03.2018, 08:50
Hm, meine, zugegeben sehr punktuelle Erfahrung mit AfD Wählern ist eher negativ. Die SIND ausländerfeindlich und nicht nur politikverdrossen.

romme
05.03.2018, 09:15
Sag das mal nicht. Die Niederbayern, die einen großen Teil der AfD-Wähler stellen, waren diejenigen, die sich vor Ort für die Flüchtlinge den Ar*** aufgerissen haben und dann von Merkel und Seehofer im Regen stehen gelassen wurden. Das sind ganz bestimmt keine Ausländerfeinde.

Ich bin auch definitiv kein Fan der AfD, aber das große Problem sehe ich eher bei den anderen Parteien und beim AfD bashing...
Die GroKo macht furchtbare Politik und in der Mitte werden alle Parteien zu homogen und wählerfeindlich um da noch ruhigen Gewissens ein Kreuz zu machen.
Bei der AfD sind mit Sicherheit eine große Zahl von Ausländerfeinden dabei, aber eben auch die mehrheitlich "besorgten Bürger" die sich von der deutschen Politik seit bald 20 Jahren immer nur verraten fühlen.
Renter die Pfandflaschen sammeln müssen, Langzeitarbeitslose die durch politische Entscheidungen aus der Gesellschaft gedrängt wurden und werden, einfache Mittelschichtler, die sich bei dem ganzen Terz über Fake-news und Lügenpresse, auch im Zusammenhang mit der Flüchtlingsthematik, einfach nicht mehr sicher fühlen (und dass Unsicherheit und Angst keine guten Berater der Vernunft sind braucht man ja nicht erwähnen).
Die sehen sich leider von den Populisten angesprochen und Vertreten, dabei haben sie nichts mit brauner Semantik am Hut.
Und das große Problem ist, bei all dem Verständnis für diese große und wachsende Gruppe von Menschen in Deutschland, stigmatisiert man sie noch weil sie sich für eine Partei entscheiden, die von vielen behandelt wird wie ein aussätziger im Mittelalter, davor warnen und abstand halten.
Solange die großen Parteien nicht endlich wieder Politik für die machen, die der AfD zulaufen, wird diese Partei immer weiter wachsen.

tragezwerg
05.03.2018, 09:16
Ich finde man darf Politikverdrossenheit/Protest auch nicht als Entschuldigung dafür anführen, dass Leute eine gemäß Parteiprogramm eindeutig ausländer-/frauen-/behindertenfeindliche Partei wählen. Protest o.Ä. mag der Hauptgrund für den Erfolg der AfD sein, das ist aber aus meiner Sicht nur der Beweis für die Beeinflussbarkeit und auch mangelnde Intelligenz vieler Wähler, die sich gar nicht über die Parteiprogramme informieren. Und hinterher sind dann alle erstaunt wenn es dadurch auch nicht besser wird (z.B. Sozialleistungen, die die AfD kürzen möchte, Frau zurück an den Herd etc. Das ist vielen ihrer Wähler sicher auch nicht bewusst)

Feuerblick
05.03.2018, 09:41
Sehe ich ähnlich, tragezwerg. Gerade diejenigen, die AfD aus „Protest“ wählen, haben das Wahlprogramm sicher nicht richtig gelesen. Denn für diese benachteiligten Menschen (ob nun gefühlt benachteiligt oder wirklich) will diese Partei nichts tun. Ergo sind hier viele ohne Sinn und Verstand auf Bauernfängerei reingefallen. Schon alleine, wenn man sich anschaut, dass eine der Vorsitzenden in der Schweiz lebt, lesbisch verpartnert ist und auch noch Kinder adoptiert hat... aber für ein homophobes Parteiprogramm steht, in dem nur die traditionelle Familie gilt. Da muss eigentlich jeder halbwegs denkende Mensch eine Diskrepanz entdecken und sich fragen, inwiefern diese Partei überhaupt zu ihrem Programm steht.

Ich bin durchaus auch der Meinung, dass es momentan bei den etablierten Parteien keine gibt, deren Programm und Politik ich irgendwie unterstützen könnte... aber die AfD zu wählen ist einfach mal gar keine Alternative. Deren Hetze braucht kein Mensch!

Lava
05.03.2018, 09:56
Das Problem ist halt, dass die AfD es als einzige Partei schafft, dem Wähler eine Lösung für das Flüchtlingsproblem anzubieten. Ja, es gibt Gewalttaten durch Flüchtlinge, ja, die Zahl sexueller Übergriffe ist gestiegen (was wiederum viele Gründe hat, ich weiß, aber es ist ein unumstößlicher Fakt). im Fernsehen gibt es Berichte darüber, wie toll Flüchtlinge integriert werden und Praktikums- und Ausbildungsplätze bekommen, da kann man den Neid derer, für die sich seit Jahren nichts tut, verstehen. Man kann sich halt als Partei nicht hinstellen, mit den Schultern zucken und sagen "welches Flüchtlingsproblem?". Man muss aktiver dafür werben, dass Probleme erkannt werden und versucht wird, eine Lösung zu finden. Und man muss den Menschen auch klar machen, was uns in der Zukunft noch droht, wenn wir eben nicht mit den anderen europäischen Ländern zusammen arbeiten. Durch den Klimawandel wir des immer mehr Flüchtlinge geben, uns einzumauern löst ja das Problem nicht.

So schlecht finde ich den Koalitionsvertrag jetzt gar nicht. Klingt für mich sogar eher nach SPD als nach CDU. Was mir leider trotzdem fehlt, ist eine Vision für die Zukunft. Immer wird nur auf die aktuelle Krise reagiert, statt mal aktiv die Zukunft zu gestalten. Das Rentenproblem haben sie auch wieder nur aufgeschoben, bis es ganz konkret vor unserer Tür steht und wir - hups! - keine Lösung haben. Man muss jetzt schon anfangen, den Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer anzupassen. Die Rente mit 70 wird sich nicht umgehen lassen, nur muss es auch Arbeit für 70jährige Menschen geben.

Sebastian1
05.03.2018, 10:07
Also ist die Protestwahl als Zeichen der Ablehnung der aktuellen politischen Handelnden grundsätzlich abzulehnen?Nunja, wenn es sich darauf beschränkt, die Wahl als "denen zeig ich's jetzt aber!" zugunsten einer populistischen Partei welcher Couleur auch immer abzuhaken - ja, das finde ich ausgesprochen dumm und ablehnungswürdig. Es fehlt hier völlig an einer differenzierten Auseinandersetzung mit Problem und Lösung - die populistischen Parteien treten halt gern als "die da oben tun nix, wir ändern das" auf und punkten somit mit einfachen, aber falschen Lösungen. Dass damit eine Spaltung in der eigenen Bevölkerung erfolgt, mal ganz zu schweigen. Das ist ja mit der AfD, um mal am rechten Rand zu bleiben, ja aktuell auch kein exklusives deutsches Problem - FPÖ, Goldene Morgenröte, Wahre Finnen, Front national, PiS und wie sie alle heissen ziehen sich ja quer durch Europa.
Ich sehe ein großes Problem darin, das Menschen, die sich von der Politik vernachlässigt fühlen, ihrer Diffenzierungsfähigkeit entledigen zu scheinen. Protestwahl ist keine Lösung, und wenn ich protestieren will, dann gibt es dazu bessere Wege, als die AfD zu wählen.
Auf der anderen Seite denke ich allerdings auch, dass, wie Lava schrieb, die Politik ehrlicher und zukunftsorientierter werden muss.... (jaja, ein Euro ins Phrasenschwein ;)

Feuerblick
05.03.2018, 10:15
@Nine: Ich kann die Beweggründe der Menschen durchaus verstehen, auch wenn es einfach komplett undifferenziertes Denken ist, dass nur weil Flüchtlingen geholfen wird, sich für sie etwas verschlechtert. Aber ich sehe auch, dass sich die großen Parteien sehr von den Menschen entfernt haben. Und wenn sich nach einer grottenschlechten Wahl eine Angela Merkel hinstellt und sagt „Ich wüsste nicht, was wir hätten anders machen sollen“, dann ist für mich klar, dass sie und ihre Kollegen einfach nichts verstanden haben.

Dennoch... Die AfD darf einfach nie eine Alternative sein. Protestwahl-Angebote mit „Ausländer wollen wir nicht, Andersdenkende auch nicht“ und „Hey, kommt zu uns, wir machen das mit den Arbeitsplätzen und so“ hats schon mal gegeben. Ist ziemlich in die Hose gegangen. Soviel hätte aus der Schule eigentlich selbst beim Dümmsten hängenbleiben müssen. Ich hoffe ja nur, dass die AfD einfach zu dämlich ist, um ähnliches zu schaffen. Potential wäre leider da und wenns dann zu spät ist, würde wieder jeder sagen „Aber das haben wir doch gar nicht gewollt“.

Evil
05.03.2018, 10:33
Nunja, wenn es sich darauf beschränkt, die Wahl als "denen zeig ich's jetzt aber!" zugunsten einer populistischen Partei welcher Couleur auch immer abzuhaken - ja, das finde ich ausgesprochen dumm und ablehnungswürdig. Es fehlt hier völlig an einer differenzierten Auseinandersetzung mit Problem und Lösung
Damit machst Du es Dir aber sehr einfach. Frag mal die Einwohner von Passau, die sich für Flüchtlinge den Ar*** aufgerissen haben und das weiterhin tun.
Der Klischee-Sachse mittlere Alters, der Ausländer eh nur aus dem Fernsehen kennt und Angst um seine Rente hat, ist ein anderes Thema, aber auch das Bild ist zu stark vereinfacht.

Man darf nicht den Fehler machen, die Wähler der AfD zu bekämpfen. Sondern die Partei selber und die Ursachen der Protestwahl.

Und ja, eigentlich hat die GroKo gar keine so schlechte Politik gemacht. Das Problem ist vielmehr, daß sie in Zeiten von Verunsicherung und vermeintlich simplen Lösungen durch Rechts- und linkspopulistische Parteien mit dem Anschein von Durchwurschteln und Zurschaustellung von reinen Machterhaltsstrategien die gefühlte Lage verschlimmern. So lange, bis genügend Menschen daran glauben und es tatsächlich zur Katastrophe kommt, welcher Art auch immer.
Nichtsdestoweniger halte ich in der derzeitigen Situation nach dem Jamaika-Aus die GroKo für die beste der schlechten Möglichkeiten.

Lava
05.03.2018, 10:59
@Nine: Ich kann die Beweggründe der Menschen durchaus verstehen, auch wenn es einfach komplett undifferenziertes Denken ist, dass nur weil Flüchtlingen geholfen wird, sich für sie etwas verschlechtert.

Mal davon abgesehen, dass sich Frauen durchaus von Ausländern belästigt fühlen, wenn sie abends ausgehen und sozusagen negative Erfahrungen am eigenen Leib machen, ist die Argumentation eine andere: es geht keinem Deutschen schlechter durch die Flüchtlinge. Aber es werden Millionen für Flüchtlinge ausgegeben. Das Geld ist also da, wieso hat man es dann nicht vorher schonmal für Arme, Obdachlose, Arbeitslose, Rentner ausgegeben? Es entsteht der Eindruck, dass die Politik gekonnt, aber nicht gewollt hätte.