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Autolyse
25.10.2018, 20:25
Wenn die Kirchenmitgliedschaft für den eigenen Job nicht Einstellungsbedingung ist - weil verkündungsfern - dann ist das keine arbeitsvertragliche Pflichtverletzung. Aber dazu werden wir im Fall Adamek mehr hören.

Die EKD kann Verfassungsbeschwerde erheben, klar. Nur basiert die Entscheidung jetzt auf Sekundärrecht der Union und der Grundrechtsschutz im Rahmen des Primärrechtes liegt seit Solange II beim EuGH. Das Bundesverfassungsgericht behält sich die Kontrolle von Unionsrechtsakten nur im Rahmen des Ewigkeitsartikels (Art. 79 III GG) vor. Es wird also geprüft, ob der Europarechtsakt den Kernbereich des Grundgesetzes (https://www.bundestag.de/blob/405680/43df9270a7428cff17aaadac0c391b3e/identitaetskontrolle-data.pdf) verletzt. Das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen wurde zwar am Schloßbezirk traditionall hoch gehängt, aber auf dem Niveau des Rechtsstaatsprinzips oder der Menschenwürde ist es nicht.

Pampelmuse
26.10.2018, 21:34
In Freiburg haben mindestens 8 Männer eine junge Frau vergewaltigt.

Wie ekelhaft, widerlich, abartig, verroht und abscheulich können Menschen nur sein???

Feuerblick
26.10.2018, 22:03
In Freiburg haben mindestens 8 Männer eine junge Frau vergewaltigt.
Wie ekelhaft, widerlich, abartig, verroht und abscheulich können Menschen nur sein???

Wenn man so etwas liest, träumt man bei aller politischen Korrektheit doch kurz von drastischeren Strafen als nur Gefängnis. :-kotz

morgoth
26.10.2018, 23:22
Ich wundere mich da echt. Habe selbst 7 Jahre in Freiburg studiert, und das immer so als kleines Idyll (wo die Welt noch in Ordnung ist) wahrgenommen. Also auf jeden Fall eine Stadt, wo ich auch eigene Töchter hingeschickt hätte. Dann kam der Mordfall Maria L. und jetzt diese Gruppenvergewaltigung ... Echt übel. Aber ich bin glaube ich auch eher ein naiver Mensch ...

Rettungshase
26.10.2018, 23:45
Die Mär von idyllischen Orten ist eine Komfortzone unseres Gehirns. Höxter ist sicherlich total lauschig, Rotenburg ist sehr schön, Winnenden sieht nett aus uswusf.

Die gruppenpsychologische Dynamik hinter solchen Taten wird hier meiner Meinung nach ganz passabel angerisssen: https://www.spektrum.de/news/gruppenvergewaltigungen-wie-entsteht-sexuelle-gewalt-in-der-gruppe/1254783

vanilleeis
28.10.2018, 13:17
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98795/Klinikskandal-Schon-23-Hepatitis-C-Infektionen

Wohl tatsächlich Abhängigkeit... Was für ein Wahnsinn

Pampelmuse
28.10.2018, 15:43
Ich wundere mich da echt. Habe selbst 7 Jahre in Freiburg studiert, und das immer so als kleines Idyll (wo die Welt noch in Ordnung ist) wahrgenommen. Also auf jeden Fall eine Stadt, wo ich auch eigene Töchter hingeschickt hätte. Dann kam der Mordfall Maria L. und jetzt diese Gruppenvergewaltigung ... Echt übel. Aber ich bin glaube ich auch eher ein naiver Mensch ...

Ich bin auch eher naiv in der Hinsicht.

Aber ich glaube, FR ist keinen Deut besser als HH oder Berlin... Und jetzt heißt es, dass evtl. noch mehr als 8 Männer beteiligt waren. Ich möchte ko...

WackenDoc
28.10.2018, 16:01
Ich verstehs langsam aber auch nicht mehr und komm arugmentativ nicht mehr wirklich weiter:

Es sind so oft Flüchtlinge, die schon ausgewiesen hätten sein sollen,polizeibekannte Straftäter etc. Ja, Straftaten werden auch von Deutschen begangen. Aber ich verstehs nicht, warum man Gäste, die sich nicht an unsere Regeln halten, nicht ausweisen kann.
Und wir wundern uns, dass die AfD immer mehr Zulauf bekommt.

Die Tat am Kölner Hauptbahnhof hatte wohl einen kriminellen/psychiatrischen Hintergrund und keinen extremistischen. Aber da frage ich mich auch, ob die Übergänge nicht fließend sind.

LasseReinböng
28.10.2018, 17:25
Die Mär von idyllischen Orten ist eine Komfortzone unseres Gehirns. Höxter ist sicherlich total lauschig, Rotenburg ist sehr schön, Winnenden sieht nett aus uswusf.


Die pure Idylle gibt es nirgendwo...Städte und Regionen unterscheiden sich allerdings schon hinsichtlich der Rate von Straftaten.

Rettungshase
30.10.2018, 20:07
"Universitäre Weihen für Zauberei mit Zuckerkügelchen"
Tübingen bekommt einen Lehrstuhl für alternative Heilverfahren, bezahlt vom Land Baden-Württemberg und der Robert-Bosch-Stiftung.
Braucht es das? Ist das unsinnig? Ist es gefährlich?
Was meint ihr?

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/lehrstuhl-komplementaermedizin-homoeopathie-1.4186658

Feuerblick
30.10.2018, 20:18
Naja, wenn es darum geht, diese Dinge (und offenbar geht es ja auch um Naturheilkunde und Co. und nicht nur um Zuckerkügelchen) dort seriös beforscht werden, wäre das ja nicht ganz schlecht. Vielleicht ließe sich dann differenzieren und vor allem belegen, was weiterbringt und was Geldmacherei ist. Könnte, gut gemacht, den ganzen Heilpraktikern auf Dauer das Wasser abgraben.
Wenns aber ein Alibi-Lehrstuhl ist und keine Erkenntnisse bringt, ist es rausgeworfenes Geld.

WackenDoc
30.10.2018, 20:19
Angeblich soll da ja Alternativmedizin allgemein beforscht werden. Die Zuckerkügelchenkunde sei angeblich mehr oder weniger raus, weil die Nichtwirksamkeit bereits nachgewiesen sei (gibt da nen Interview mit dem Prof).

Ich halte es für gefährlich, weil dann der ganze Schwurbelmist als wissenschaftlich geadelt wird.

Spahn wollte sich glaube ich mal ursprünglich für mehr Wissenschaftlichkeit in der Medizin einsetzen und ist ein großer Impfbefürworter. Aber seit der die Schwurbelpflege hofiert, ist davon rein gar nichts mehr über.

Es braucht ein Verbot der Kostenerstattung von Homöopathie durch KK, raus mit den Zuckerkügelchen aus den Apotheken, Abschaffung des Heilpraktikertums. Abschaffung der Zusatzbezeichnung Homöopathie für Ärzte. Raus mit den Zuckerkügelchenwerbeveranstaltungen aus den med. Fakultäten.

Rettungshase
30.10.2018, 20:38
Es braucht ein Verbot der Kostenerstattung von Homöopathie durch KK, raus mit den Zuckerkügelchen aus den Apotheken, Abschaffung des Heilpraktikertums. Abschaffung der Zusatzbezeichnung Homöopathie für Ärzte. Raus mit den Zuckerkügelchenwerbeveranstaltungen aus den med. Fakultäten.

Da bin ich absolut d'accord.
Ich sehe diesen Lehrstuhl an sich als problematisch an. Ich befürchte, dass die, die der Schulmedizin ablehnend gegenüberstehen, das als starkes Argument zugunsten dieser Ablehnung nutzen, weil es ja jetzt sogar "an der Uni gelehrt wird".
Mal abwarten...

Ah, ich bin gerade noch über dieses durchaus lesenwerte Interview auf medwatch mit dem Dekan der med. Fakultät Tübingen gestoßen: https://medwatch.de/2018/10/22/dekan-zu-umstrittenem-lehrstuhl-unsere-partner-haben-ganz-klar-die-homoeopathie-verlassen/

Choranaptyxis
30.10.2018, 21:45
Wir kommen heute mit ein paar Kommilitonen auf Alternativmedizin, HP etc vor einer VL. Was ganz interessant zu sehen war, eigentlich alle männlichen Kommilitonen haben sich klar dagegen ausgesprochen. Bei den weiblichen war es gemischt, da kamen von Horror-Storys über HP bis zu bei mir haben die Globuli da geholfen, da muss ja was dran sein, alles. Auch schön, aber der 2-jährige kann ja nicht den Placebo-Effekt haben (placebo-by-proxy). Interessant war auch, dass einige nicht wussten, dass es kein Ausbildungsberuf ist sondern nur eine Unbedenklichkeitsprüfung braucht.
Da sehe ich dann einen Lehrstuhl auch kritisch, der ja ggf von der Öffentlichkeit erstmal nicht daran gemessen wird, was er dann testet, sondern vlt nur mit einem "selbst das exisitert ja". Wenn nicht mal Studierende in dem Bereich da nicht komplett informiert sind.

belanglosigkeiten
31.10.2018, 12:35
Unterschreibe eure Meinungen so! Bei uns kam heute über den Fakultätsverteiler die Einladung zu einer Veranstaltung einer einschlägigen studentischen AG. Die Vortragenden sind natürlich ausnahmslos Quacksalber, um eine Debatte geht es da also gar nicht mehr. Warum das in unseren Räumen stattfinden darf, weiß ich nicht.

Ich würde gerne eine Kontra-AG gründen, die (sachliche) Aufklärung gegen unwissenschaftlichen Mist betreibt - nicht nur für Patienten, sondern auch Kommilitonen. Die meisten haben da nämlich keine Meinung bzw. finden das ja alles "nicht so schlimm". Leider sind unter meinen engeren Freunden keine, die so für dieses Thema brennen wie ich...

WackenDoc
31.10.2018, 12:42
Kennst du "Susannchen braucht keine Globuli" und GWUP? Evtl. können die dich unterstützen.

Shizr
31.10.2018, 15:50
Braucht es das? Ist das unsinnig? Ist es gefährlich?
Nein, das braucht's nicht. (Weil auch so schon viel zu viel Forschung zu evident unwissenschaftlichem Irrsinn betrieben wird.)

Ja, es ist unsinnig. (Weil nicht viel dabei herauskommen wird, was wir nicht eh schon wissen. Homöopathie ist unwissenschaftlich, Bach-Blüten und Schüssler-Salze sind vergleichbarer Humbug, der mehr Glaubenssystem denn Wissenschaft ist. Und die Traditionelle Chinesische Medizin ist nichts von den dreien. Nicht "traditionell", nicht "chinesisch", und "Medizin" ist es auch nicht.)

Ja, es ist gefährlich. (Weil es einmal mehr evidenten Unsinn mit akademischen Lorbeeren schmückt und damit nur den Leuten Zulauf bringt, die mit "alternativen" Heilverfahren reichlich Kasse machen und so Menschen von echter Medizin fernhalten.)


Was wir wirklich bräuchten:
- Abschaffung des Heilpraktikergesetzes. Wer sich anmaßen will, mit der Gesundheit seiner Mitmenschen zu arbeiten, soll gefälligst eine ausreichende theoretische und praktische Vorbildung haben. Eine rein finanziell motivierte Pseudoausbildung, in der häufig Voodoozauber mehr Platz findet als reale Humanmedizin, hat im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr.

- Abschaffung der "Binnenanerkennung". Keine Zulassung ohne adäquaten Wirkungsnachweis.

- Keine Erstattung von "alternativen" Heilverfahren ohne Wirkungsnachweis nach Maßstäben der Evidenz-basierten Medizin.

- Abschaffung von "Zusatzweiterbildungen" für nachweislich nutzlosen Hokuspokus.

- Keine akademischen Weihen für pseudoreligiöse Wahnvorstellungen.

- Glaubuli in den Supermarkt oder die Drogerie. Keinen Schrotthandel mehr in Apotheken.

abcd
31.10.2018, 18:24
Die Uni Duisburg/Essen hat bereits seit 2004 einen Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin (https://www.uni-due.de/naturheilkunde/).
Die Vorlesung Naturheilverfahren umfasst Themenbereiche der klassischen Naturheilkunde, Ordnungstherapie bzw. Mind Body Medicine, Ernährungsmedizin, Integrativen Onkologie und der Traditionellen Chinesischen und Indischen Medizin sowie der physikalischen Medizin.

Soweit ich weiß gehört die Homöopathie nicht zur Naturheilkunde.

Colourful
31.10.2018, 19:37
Oh ja, melde dich mal bei der GWUP! Das ist eine coole Truppe, mit denen war ich früher öfter mal unterwegs.

nie
31.10.2018, 21:39
Die Uni Duisburg/Essen hat bereits seit 2004 einen Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin (https://www.uni-due.de/naturheilkunde/).
Die Vorlesung Naturheilverfahren umfasst Themenbereiche der klassischen Naturheilkunde, Ordnungstherapie bzw. Mind Body Medicine, Ernährungsmedizin, Integrativen Onkologie und der Traditionellen Chinesischen und Indischen Medizin sowie der physikalischen Medizin.

Soweit ich weiß gehört die Homöopathie nicht zur Naturheilkunde.

Ich habe ja in Essen studiert und hatte auch Seminare und eine Klausur in diesem Fachbereich. Ich war vorher sehr, sehr kritisch und bin mit einer sehr negativen Grundeinstellung in die Seminare reingegangen.

Es wird sehr viel Wert drauf gelegt, dass es sich im "integrative Medizin" handelt und damit um zusätzliche, unterstützende Therapien, die gemeinsam mit der Human-/Schulmedizin angewendet werden. Nicht um "Alternativmedizin", die stattdesssen angewendet werden soll. Es gibt eine komplette Station, die eng mit der internistischen Abteilung zusammenarbeitet. Was wir in den Seminaren gesehen haben, waren Ernährungsberatungen, Sportgruppen, Blutegeltherapien, physikalischen Therapien (Massagen, Schröpfen, Physiotherapie, Bäder...). Insgesamt wirkt es eher wie eine psychosomatische Abteilung. Man nimmt sich dort sehr viel Zeit für chronisch kranke Patienten, begleitet schwer kranke (pallivative) Patienten. Homöpathie oder irgendwelches anderes "Geschwurbel" spielt dort keine Rolle.

Ich war in den Seminare sehr positiv überrascht von dieser Abteilung, die sich sehr offen präsentiert hat, sich sämtlichen kritischen Fragen gestellt hat (die bei uns auch sehr zahlreich gestellt wurden) und der sehr wichtig ist, dass es in ihrer Abteilung nicht darum geht, irgendwelche Pseudowissenschaften zu etablieren um Leute von der Schulmedizin fernzuhalten und ihnen stattdessen Geld für Steine, Zucker oder Luft aus der Tasche zu ziehen sondern Menschen mit schweren Erkrankungen nicht nur medikamentös/operativ zu behandeln sondern ihnen auch auf anderem Wegen zur Seite zu stehen.

Unterm Strich tatsächlich eines der besten Seminare der Klinik.