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Anne1970
15.04.2024, 01:53
:grins:
][truba][
16.04.2024, 17:23
https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/berlin-personal-fuer-die-nacht-fehlt-pflegerin-in-altenheim-waehlt-notruf-a-0d3127bb-6f0a-49bf-8a83-7b6bc28dc243
tragezwerg
16.04.2024, 18:14
[truba][;2279507']https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/berlin-personal-fuer-die-nacht-fehlt-pflegerin-in-altenheim-waehlt-notruf-a-0d3127bb-6f0a-49bf-8a83-7b6bc28dc243
Das hat eine Pflegekraft auf einer unserer IMCs auch mal gemacht (zu Recht, bei maximalem Personalmangel)...fand die Geschäftsführung nicht so super...
Choranaptyxis
16.04.2024, 19:06
»Angesichts der Verantwortung« für die Bewohnerinnen und Bewohner »handelte unsere Kollegin richtig [...]
Die Situation führte das Unternehmen auf eine »Verkettung ungünstiger Umstände« zurück. Ein EDV-Fehler, menschliches Versagen und ein leerer Telefonakku gehörten dazu: Aufgrund eines EDV-Problems sei die Buchung einer Zeitarbeitskraft nicht wie üblich verschickt worden, der Fehler sei aber nicht bemerkt worden. Die Vorgesetzten seien nicht erreichbar gewesen – der eine, weil das Diensttelefon nicht dabei gewesen sei, beim Diensthandy des anderen sei der Akku leer gewesen.
Das erste Zitat bezweifele ich ja etwas. Und die Verkettung, naja, lassen wir mal so stehen.
Nefazodon
16.04.2024, 20:03
Die Polizei schickte daraufhin einen Einsatzwagen mit drei Polizisten zu dem Pflegeheim im Stadtteil Friedrichsfelde nahe dem dortigen Schloss, zudem trafen Rettungswagen mit mehreren Sanitätern ein.
Sehr coole Aktion!
Hätte es lustig gefunden, wenn die die Nachtschicht übernommen hätten:D:D:D
Feuerblick
16.04.2024, 20:07
Aber was genau kann eigentlich die Polizei machen, wenn kein akuter Notfall (selbst dann wäre die Polizei doch gar nicht Ansprechpartner?) besteht? Rumstehen und klug rumtelefonieren? Habe die Aktion offen gestanden nicht verstanden.
][truba][
26.04.2024, 20:58
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/berlin-urteil-gegen-oberarzt-der-charite-totschlag-in-bester-absicht-a-4397cd03-fa11-47b6-9d57-6b92fc162df2
Gedanken?
Feuerblick
26.04.2024, 21:19
Ich bin grundsätzlich nicht gegen Sterbehilfe, gehe aber davon aus, dass es sich hier nicht um einen schriftlich fixierten Wunsch der Patienten gehandelt hat. Und dann hat der Kollegoide Gott gespielt - Verurteilung zu Recht. Nur weil ein Arzt entscheidet, dass Omma Brömmelkamp sowieso über die Wupper geht, ist es noch lange nicht sein Recht oder seine Aufgabe, den Prozess aus eigenem Ermessen auf diese Art zu beschleunigen. :-meinung
Nefazodon
27.04.2024, 11:55
Ich finde, über den Fall sind zu wenig Informationen öffentlich verfügbar um ihn wirklich zu beurteilen.
Der verlinkte Artikel ist leider hinter einer Paywall. Ich habe aber andere Quellen dazu gelesen....
Aus diesen Quellen konnte ich aber nicht ableiten, wie krank die Patienten wirklich waren und wie ihre Prognose.
Außerdem stand in einem Artikel, dass der Oberarzt behauptete zwar Propofol gegeben zu haben, aber in keiner Dosis die tödlich gewesen wäre....
Ohne Details kann man das nicht einschätzen finde ich.
Für mich ist nach Lektüre der wenigen Informationen unkar, ob es sich eher um palliative Sedierung mit Inkaufnahme eines Todes (was ja unter Umständen legal wäre) oder eher um aktive Sterbehilfe (dann ohne Patientenwillen=Mord)gehandelt hat.
Hat jemand genauere Informationen zum Tathergang?
Ich nehme aber an, dass es im Gerichtsprozess Gutachten und Gegengutachten zum genauen Tathergang gegeben haben wird?
Wenn wir aber einen Moment davon ausgehen, dass das Urteil wegen Totschlags gerechtfertigt ist, dann finde ich, müsste der Arzt auch ein lebenslanges Berufsverbot bekommen.
Ich finde es interessant, dass sich Gerichte damit so schwer tun....
Heerestorte
27.04.2024, 12:20
Ein Patient hat 400/500mg erhalten, der andere 600mg.
Dass ein Gericht Berufsverbot ausspricht ist ja das eine, aber der Artikel schrieb ja auch, es wird anderweitig Konsequenzen haben.
Wenn er keinen Job mehr findet und ihn die Kammer ggf. rauswirft (kann die das nicht auch?), dann ist es ja egal ob das Gericht das unmittelbar macht oder indirekt über Kammer und Unzuverlässigkeit.
Nefazodon
27.04.2024, 13:30
Ein Patient hat 400/500mg erhalten, der andere 600mg.
Ich gebe zu, dass ich mich mit der Benutzung von Propofol überhaupt nicht auskenne.
Nach kurzer Recherche scheinen mir die Dosen aber schon eher hoch zu sein?
Außerdem kenne ich es ehrlich gesagt nicht, dass man Propofol zur Sedierung bei Sterbenden einsetzt. Ist das im intensivmedizinischen Bereich üblich?
Matzexc1
27.04.2024, 14:03
Ich gebe zu, dass ich mich mit der Benutzung von Propofol überhaupt nicht auskenne.
Nach kurzer Recherche scheinen mir die Dosen aber schon eher hoch zu sein?
Außerdem kenne ich es ehrlich gesagt nicht, dass man Propofol zur Sedierung bei Sterbenden einsetzt. Ist das im intensivmedizinischen Bereich üblich?
Kommt etwas drauf an, 2mg/kg Körpergewicht als Einmalgabe ist die klassische Einleitungsdosis beim Erwachsenen(je nach Alter,Konstitution, Stoffwechsel...) ich hatte schon eine Psychiatrisch austherapierte die nach titriert 200mg in 10 Minuten immer noch um sich schlug.
Narkoseaufrechterhaltung liegt im Bereich von 3-5mg/kg pro h, zusammen mit Opiaten ist das die klassische TIVA im OP,
in diesem Bereich habe ich auch schon Sedierungen bei Regionalanästhesie mitgemacht.
Propofol allein zur Sedierung sterbender ist mir auch neu, als Delirtherapie halte ich es auch für ungeeignet.
Ich hab den Artikel nicht durch die Bezahlschranke lesen können, das Ärzteblatt liefert die Details leider nicht mit.
Außerdem kenne ich es ehrlich gesagt nicht, dass man Propofol zur Sedierung bei Sterbenden einsetzt. Ist das im intensivmedizinischen Bereich üblich?
In der Intensivmedizin hat man ja selten wache Patienten, die man dann im Rahmen des Sterbeprozesses zur Symptomkontrolle palliativ sediert sondern es sterben Patienten, die ohnehin sediert sind weil invasiv beatmet. Wir sedieren initial immer u.a. mit Propofol
und lassen die Patienten natürlich auch sediert wenn klar ist, dass sie versterben werden. In dem Kontext ist eine Propofolbolusgabe halt schon „naheliegend”.
Über das wieso, weshalb, warum lässt sich auf Basis des Zeitungsartikels halt nur spekulieren, das spare ich mir jetzt mal.
Feuerblick
27.04.2024, 15:33
Ich kann’s jetzt nicht verlinken, weil ich nicht mehr weiß, wo ich das gelesen habe (oder hab ich’s im Radio gehört???), aber soweit ich das verstanden habe, war da halt nicht nur Propofol im Spiel laut Obduktion/Tox. Klang eher nicht nach „initialer“ Sedierung. Hab’s mir aber einfach nicht gemerkt, wo das herkam.
Nach kurzer Recherche scheinen mir die Dosen aber schon eher hoch zu sein?
Das kommt massiv auf die Situation, Patientenkonstitution und Nebenmedikation an. Wirklich tiefe Narkose entsteht erst durch die Kombination mit einem Opiat. Deshalb bekommen Patienten bei Coloskopien auch Dosen, wo es Anästhesisten kalt den Rücken runterläuft. Wie bereits beschrieben laufen TIVAs mit 4-12 mg/kg/h (Zulassungsbereich) mit adäquater Opiatdosis. Man beachte die enorme Maximaldosis. Gerade die Langlieger auf ITS haben trotz Opiat oft bei laufenden Perfusoren noch die Augen halb offen, wo andere schon längst in tiefster Narkose sind.
Ein ganz anderes Thema sind übrigens THC-Konsumenten. Die vertragen obszöne Dosierungen.
Ein Problem scheint ja auch gewesen zu sein, dass die Dosis/Gabe seitens des Arztes nicht dokumentiert wurde. Insg. sind die derzeit zugäglichen Infos auch zu spärlich finde ich, um sich wirklich ein Bild machen zu können. Etwas zu denken gibt es aber schon, da ja im Bereich der palliativen Sedierung manchmal schon recht hohe Dosen eingesetzt werden (müssen), gerade auf ITS. Zumal mir auch noch nicht ganz klar ist, wo dann der Unterschied zwischen einer pot. tödlichen Propofoldosis und einer präfinalen Extubation/Reduktion der FiO2 oder Beenden der Gabe von Katecholaminen ist. Evtl. gab es keine nachvollziehbare Indikation für das hohe Propofol, das würde das ganze dann schon logischer machen. Spiegel Artikel ohne Paywall https://www.msn.com/de-de/gesundheit/other/berlin-urteil-gegen-oberarzt-der-charit%C3%A9-totschlag-in-bester-absicht/ar-AA1nJp4J
FirebirdUSA
29.04.2024, 16:31
Nicht geben ist juristisch immer weniger problematisch als geben... nicht am leben erhalten (durch Medikamente wie Katecholamine) und den eigenen Atemantrirb maximal hemmen sind halt zwei unterschiedliche Dinge.
Wie immer finde ich es ohne Details nicht möglich sich eine Meinung zu bilden... man wundert sich aber tatsächlich etwas über den Gutachter (die Wahl der Fachrichtung)
https://www.focus.de/finanzen/news/grosser-ueberblick-steuern-wohnmobil-nachtzuschlaege-das-bedeutet-lindners-streichliste-fuer-sie_id_259902550.html
Wenn ich es richtig verstehe und die Steuerbegünstigung von Zuschlägen wegfallen würde, würde das ja auch Nachtdienste betreffen oder?
Er meint das Dienstwagenprivileg, oder? Klimaschädlich, kostet, kann weg.
Wir kriegen eh so viel Nachtdienstzuschlag, dass mich Polizisten im mittleren Dienst mitleidig anschauen, die Steuerlast ist da dann grad egal. :/
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