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Relaxometrie
30.06.2010, 21:10
Ich wollte einfach keinen Pastor als BP
Er hat ja nicht aus Überzeugung Theologie studiert und es war nicht seine erste Wahl bzgl. des Berufswunsches.
Keenacat
30.06.2010, 21:23
Das entschuldigt ihn auch nur teilweise. ^^
thesurgeon
30.06.2010, 21:25
Natürlich, er hat nicht aus Überzeugung studiert. Deshalb hat er als Pfarrer gearbeitet. Nur logisch diese Aussage.
Genau wie die von Keenacat, die keinen Pfarrer als Bundespräsidenten will.
Ich vermisse den "Mitgliedschaft kündigen"-Button im Kontrollzentrum von ML.
Ein hoch auf Wulff, mal sehen wie weit er es mit seinen Appeasement Aussagen bringt.
Aalglatter Parteisoldat statt Persönlichkeit mit Charakter und Werten - schade! Es wäre ein Aufbruch gewesen. Und die LINKE hat die Möglichkeit verpasst zu zeigen, dass sie mit ihrer Vergangenheit gebrochen hat und in der Demokratie angekommen ist. Dennoch: Eine Klatsche für Schwarz-Gelb!!
Keenacat
30.06.2010, 21:44
Genau wie die von Keenacat, die keinen Pfarrer als Bundespräsidenten will.
Öh... Affiliation mit jeder Art von religiöser Institution spricht für mich gegen einen Einsatz in irgendeinem Bereich der Politik. Was ist daran unlogisch? Ist mir schon klar, dass das nicht alle so sehen und es ist auch nicht mein einziges Kriterium, aber ich hab meine Regierung lieber so religionsfrei wie irgendwie möglich. :-keks
Aber du weißt schon, dass Wulff wohl offenkundig viel religiöser ist als Gauck?
Keenacat
30.06.2010, 21:50
Wulff kann meinethalben jeden Morgen zur Messe gehen, solange es privat bleibt und er es aus dem Amt raushält interessiert mich das nicht.
Gauck ist aber nicht einfach für sich privat religiös, sondern Theologe und Pastor. Und soweit ich das überblicke, hat er den zugrunde liegenden Einstellungen bisher nicht abgeschworen (wenn jemand gegenteiliges belegen will, wäre ich begeistert).
Davon abgesehen, ja, ich hätte tatsächlich am liebsten einen Kandidaten gehabt, der mit Religion garnichts am Hut hat. Wulff ist aber in meinen Augen das kleinere Übel.
papiertiger
30.06.2010, 21:53
Wie religiös er ist oder nicht ist ja seine Privatsache; aber ein Pastor ist jemand der offiziell eine Kirche vertritt, und dass jmd. ein offizieller Kirchenvertreter im Amt des BP stören würde kann ich gut nachvollziehen :-meinung
edit: doppelt sich nun quasi, Keenacat war schneller ;)
Keenacat
30.06.2010, 21:54
Thx papiertiger. :-) Das nachzuvollziehen gelingt nicht jedem.
thesurgeon
30.06.2010, 21:56
@keenacat:
Das hättest du aber politisch korrekter ausdrücken sollen.
Wie schon geschrieben wurde, Wulff ist ein "aalglatter Parteisoldat". Und mit Religion hat die "C"DU schon lange nichts mehr am Hut.
Keenacat
30.06.2010, 21:59
@keenacat:
Das hättest du aber politisch korrekter ausdrücken sollen.
Wie schon geschrieben wurde, Wulff ist ein "aalglatter Parteisoldat". Und mit Religion hat die "C"DU schon lange nichts mehr am Hut.
Was hätte dir denn da bitte vorgeschwebt? Was war an der Aussage politisch unkorrekt?
Also Politiker bringen nun einmal Berufe mit... Das sind Menschen mit Vergangenheit und Profil!
Juristen/Wirtschaftler, die sofort nach dem Studium in die Berufspolitik einsteigen und schon Jahre vorher die Ochsentour vom Gemeinderat bis zum Abgeordneten durchgezogen haben und den JU/Juso Stallgeruch mitbringen, sind mir suspekt.
Sicher gibt es auch da sehr gute Politiker, aber ein Beruf (und Pfarrer ist eben auch ein Beruf...) ist doch kein Makel. Es sitzen übrigens neun Theologen im Bundestag.
thesurgeon
30.06.2010, 22:11
Was hätte dir denn da bitte vorgeschwebt? Was war an der Aussage politisch unkorrekt?
Einer deiner letzten Kommentare waren schon in Ordnung.
"Affiliation mit jeder Art von religiöser Institution spricht für mich gegen einen Einsatz in irgendeinem Bereich der Politik. "
Zusätze wie "Das entschuldigt ihn auch nur teilweise" sind unnötig.
Es versteht sich von selbst, dass ein Bundespräsident sich nach außen (wenn es mit seinem Amt zu tun hat) neutral zeigen muss. Wir leben schließlich in keiner Theokratie.
Nichtsdestotrotz könnte er grade in ethisch, moralischen Fragen ein guter Ansprechpartner sein.
Mir gings nur darum, dass ich eine gewisse Abfälligkeit gegenüber dem Beruf des Pfarrers rausgelesen habe, sowas find ich nicht in Ordnung.
@Keenacat: ich finde im Zusammenhang mit deiner Argumentation lustig, dass Wulff am Schluss seiner Antrittsrede "Gott schütze Deutschland" (frei zitiert!) hinzugefügt hat. Wie man ihn da besser bzw religiös neutraler finden kann als Gauck erschließt sich mir nicht.
Relaxometrie
30.06.2010, 22:16
dass Wulff am Schluss seiner Antrittsrede "Gott schütze Deutschland" (frei zitiert!) hinzugefügt hat
Unser neuer Präsident ist also unparteiisch und außerdem auch für den Laizismus, wie man sieht.
:-))
oder vielmehr
:-kotz
Keenacat
30.06.2010, 22:26
Inelein: Religiös ist eine Sache, und nein, das passt mir auch nicht, wenn er das aus seinem Beruf nicht raushalten kann. Aber so offen mit einer bestimmten Religion/Kirche verbunden zu sein, wie das im Beruf des Pfarrers zum Ausdruck kommt, passt mir noch weniger.
thesurgeon: Ich möchte mich gegen die Idee verwahren, dass ein Pfarrer ein besserer Ansprechpartner in Sachen Ethik und Moral sein kann als ein rein humanistisch orientierter Mensch das wäre. Im Gegenteil, die Affiliation mit einer Glaubensgemeinschaft schränkt in der Regel die Blickrichtung in Sachen Ethik und Moral durchaus ein.
Strodti: Pfarrer ist nicht einfach nur "ein ganz normaler Beruf". Pfarrer zu sein bedeutet, sein Leben in einem sehr großen Bereich vollständig einer ganz bestimmten Ideologie gewidmet zu haben. Pfarrer wird man nicht einfach mal so, weil man keine bessere Idee hatte. Ich zumindest ziehe es vor, wenn diejenigen, die in ideologisch so stark eingefärbten Berufen arbeiten, bei ihren Leisten bleiben. Im übrigen stellt die Anwesenheit so vieler Theologen im Bundestag in meinen Augen keine Abschwächung des Problems Pfarrer als BP dar, sondern ist ein Problem für sich.
klick (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,704140,00.html#ref=rss)
Halte ich für sehr interessant, bin gespannt wie das letzten Endes ausgehen wird
...und was mir nicht passt, ist der fundamentale Atheismus, der hier allerseits postuliert, formuliert, und eingefordert wird.
In Deutschland besteht - zum Glück - eine als Grundrecht definierte Religionsfreiheit. Das bedeutet für mich AUCH, daß ein JEDER, egal welchen Glaubens, jedwedes Amt (insbesondere auch das des Bundespräsidenten) annehmen und repräsentieren darf.
Die Geschichte Deutschlands ist schon seit jeher sowohl christlich-abendländisch als auch aufgeklärt wissenschaftlich geprägt, und DAS ist gut so.
Wem das nicht passt, oder wer auch welchen weltanschaulichen Gründen heraus auch immer ein Problem damit oder mit den Konsequenzen, die sich daraus ergeben, hat - dem steht es frei, sich ein für ihn geeigneteres Land zu suchen.
So, und nun steinige mich wer kann - hat man mit meinem Vorgänger ja auch schon gemacht.:-meinung
(Ich wollte einfach keinen Pastor als BP...) :-((
Dein gutes Recht...
Steht allerdings in der Wertigkeit bei mir ungefähr so hoch wie "ich wollte einfach keinen Maurer als Nachbarn"
Flemingulus
01.07.2010, 22:20
Also ich bin nicht gerade fromm :-D und noch viel weniger bin ich gläubig (und rühme und preise mich dafür :-dance) - aber einen Pfaffen würd ich schon auch wählen, wenn er mir qualifiziert erschiene.
Beim Vergleich von Herrn Gauck und Herrn Wulff hätte ich mit beiden sehr gut leben können, allerdings ist mir persönlich Herr Wulff geringfügig lieber (ohne dass es grad mein Wunschkandidat wäre).
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