Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für gestresste Kliniksstudenten
Differenzialdiagnose
27.11.2017, 17:20
Gefühlt macht ich seit dem Physikum nichts Anderes mehr.
Leider fällt einem dann insbs. in der Klinik auf wieviel Zeitverschwendung in diesem Studium betrieben wird.
Ich bin bald froh, wenn ich diesen sinnbefreiten Seminaren oder Praktika nicht mehr beiwohnen muss..
Man könnte das Studium auch um min. 2-3 Semester verkürzen und es würde absolut nichts an Inhalt oder „Lehre“ verloren gehen.
Semesterferien kürzen, Famulaturen komplett streichen (wofür mache ich dann noch Blockpraktika?) und für so Fächer wie Auge, Arbeitsmedizin, klinische Chemie, Palliativmedizin usw. reicht jeweils ein Wochenendtermin..
Das sehe ich inzwischen auch so. So viele Ineffizienzen und Doppelgleisigkeiten, so oft völlig lieblose Lehre, und gleichzeitig auch ein paar wirklich sinnlose Inhalte... zwei Semester könnte man problemlos einsparen.
Im Idealfall wäre der gesamte klinische Unterricht so wie die besten Blockpraktika, also eine Kombination von gutem Seminarunterricht in Kleingruppen mit gut angeleitetem und gut beobachteten Untersuchungskursen, mit Patientenkontakt, mit gut kommentierten Op-Hospitationen, usw. Aber das wäre natürlich personell und somit finanziell eine enorme Herausforderung.
Ein paar "Wahlfächer" könnte man IMHO schon ruhig beibehalten - ich fand es z.B. schon recht interessant, die vielen Kontraste zwischen meiner Hausarztpraxis aus der Famulatur und meiner Hausarztpraxis aus dem Blockpraktikum zu sehen, und für die vier Wochen Psychiatriefamulatur bin ich auch unendlich dankbar.
Das Modell mit den gekürzten Semesterferien usw. verfolgt ja die PMU in Salzburg und Nürnberg, wo das Studium nur fünf Jahre dauert (was auch gleichzeitig das EU-Minimum ist).
Famulaturen sind einfach zusätzliche Einblicke, in jedes Fach und jedes Haus, das man will. Unsere Blockpraktika dürfen nur noch an der Uni gemacht werden und nur in +-5 Fächern. Wenn ich unbedingt zur Augenheilkunde schielen möchte, dann kann ich das sonst nicht mehr so unverbindlich. Und klin. Chemie und Palli sind sehr wichtig, finde ich. ein Wochenende ist da reichlich kurz...
Ja gut, Blockpraktika gibt es ja eigentlich nur in Allgemeinmedizin, Chirurgie, Gyn, Innere und Pädiatrie. Die sind bei uns, von Allgemeinmedizin und Innere abgesehen, auch alle an der Uniklinik. Bei uns hat man im Praktikumssemester auch noch viele andere Praktika (3 Tage Uro, 1 Woche Neuro, 1 Woche Psychiatrie, 4 Tage Auge, 1 Woche Derma, 4 Tage HNO), aber das sind formal keine Blockpraktika. Die sind bei uns teilweise sehr gut (z.B. in Neuro oder Derma). Habt ihr solche Praktika nicht? Auch die Blockpraktika UCH, KVC und Pädiatrie sollen bei uns sehr gut sein.
Klinische Chemie ist IMHO sehr wichtig (und war bei uns auch wirklich sehr gut gemacht, mit sehr stark klinischem Fokus, vielen sehr gut behandelten Fällen, usw.), aber Palliativmedizin war bei uns z.B. erstens kurz und zweitens nicht sehr lehrreich. GTE hat bei uns großteils nichts mit GTE zu tun, Mibi war meiner Meinung nach großteils zu stark vorklinisch/naturwissenschaftlich... also der Lerneffekt hat sich schon oft in Grenzen gehalten. Wirklich gute Vorlesungen gab es in der Klinik leider nur wenige (z.B. Uro, Pharma, Derma).
Differenzialdiagnose
27.11.2017, 18:06
Alleine mit der Pflichtfamulatur in Allgemeinmedizin stimmt das mit den „Einblicken in jedes Fach“ doch auch nicht.
Klinische Chemie hatte ich bspw. nun vor 2 Jahren. Ich habe da keine Ahnung mehr von was wir da überhaupt gemacht haben. Nur, dass es verschenkte Lebenszeit war. Und in den meisten Fächern ist es ähnlich.
Und wenn ich dann an den oft gebrachten Spruch „nur damit Ihr‘s mal gesehen habt“ insbs. im Innere- oder Chirurgiepraktikum (die ja eigentlich mit die wichtigsten Fächer sind) denke, kriege ich jetzt noch zu viel.
Der Großteil der Praktika wird mit dem halben Arsch sowohl von Dozenten (die ja meist irgendwelche zwangsverpflichteten Assis sind) und Studenten abgeleistet.
Dann lieber anständige BP wie davo das sagt. Da spart man sich auch Einiges an Zeit.
Also soweit ich weiß, gibts im Blockpraktikum wirklich nur die entsprechenden Fächer und sonstige Praktika halt entsprechend vorher in den jeweiligen Fächern. Unser Uro Praktikum ist aber wohl auch nur einen Tag lang, für mich persönlich ist das für einen vernünftigen Einblick und die Entscheidung "ist das was für mein PJ?" zu wenig.
Unser Mibi ist toll, aber obs wirklich nötig ist - keine Ahnung.
GTE ist an sich auch wichtig, aber wenn die Qualität schlecht ist, sehen vielleicht viele den Sinn nicht.
Ich finde allgemein, dass viel Praxis im Studium nicht schlecht ist und deswegen die Famulaturen gern bleiben dürfen.
Ich würde die Famulaturen, bis auf ein paar Wahlfächer, ja nur dann streichen wenn man, wie in den USA üblich, in jedem klinischen Fach statt der derzeitigen, vor allem vorlesungsbasierten Lehre, intensive klinische Rotationen mit einer Kombination von Theorie und Praxis hätte. Z.B. in Innere vormittags Visite und dann Funktionseinheiten/Untersuchungskurse/etc., nachmittags Vorlesungen und Seminare. Differenzialdiagnose würde da glaube ich noch einen Schritt weiter gehen, wenn ich ihn richtig verstanden habe, und die Famulaturen ganz streichen.
Anderer Ansatz: Man könnte, im Rahmen einer summer school, das 6. klinische Semester wahlweise im Sommer zwischen 4. und 5. klinischem Semester anbieten - das wäre zeitlich machbar und würde all denen, die zu diesem Zeitpunkt bereits alle Famulaturen absolviert haben, wahlweise ermöglichen, ein Semester früher fertig zu werden. Wäre prinzipiell sicher machbar, aber halt leider nicht ohne Reform der Approbationsordnung :-p Bei einer Streichung des Pflegepraktikums könnte man so problemlos auch noch ein zweites Semester einsparen.
Differenzialdiagnose
27.11.2017, 19:43
Früher war ich harter Verfechter des Regelstudienganges, aber mittlerweile denke ich auch, dass ein Modellstudiengang zumindest mal interessant wäre. „Das Gras auf der anderen Seite ist grüner“ und so, aber im Nachhinein würde ich eher zu sowas Praktischerem tendieren. In dem Rahmen kann man ja auch wirklich mal die Famulaturen komplett einmotten und stattdessen bspw. mehr Platz bieten für Wahlfächer.
Ich glaube, dass ich die klassische Vorklinik gut und sinnvoll finde, aber dass man den klinischen Studienabschnitt dringend modernisieren und die Qualität der praktischen Lehre deutlich verbessern müsste. Vieles hat sich ja schon getan in den letzten Jahren und Jahrzehnten, aber es ist noch sehr viel mehr zu tun.
Ich hab mir die Frage, ob ich inzwischen einen Modellstudiengang wählen würde, öfter mal gestellt - aber das Problem ist halt, dass man die relativen Vorzüge nur beurteilen kann, wenn man beides erlebt hat. Und da die Modellstudiengänge so heterogen sind, müsste man eigentlich noch viel mehr als nur zwei Studiengänge erlebt haben :-p
Aachen, Dresden, Hannover und Heidelberg würde ich echt gern kennenlernen. Für je ein Semester oder so :-p Aber bereit dafür mein Studium zu verlängern bin ich leider nicht :-)) Naja, man kann halt nicht alles haben im Leben. So bleibt einem zumindest die Möglichkeit, im Medi-Learn-Forum die anderen Studiengänge kennenzulernen :-)) :-p
JumpRopeQueen
28.11.2017, 20:15
davo, was findest du denn an Dresden interessant? Ich studiere hier und Vorklinik habe ich an einer anderen Uni mit Regelstudiengang gehabt. Der einzige Unterschied, den ich sehe, sind die Blockpraktika. An meiner alten Uni muss man die während der Semesterferien neben den Famulaturen absolvieren (was ich ganz furchtbar finde). In DD hat man dafür das 6. klinische Semester.
ehem-user-11022019-1151
28.11.2017, 20:56
Ich würde die Famulaturen, bis auf ein paar Wahlfächer, ja nur dann streichen wenn man, wie in den USA üblich, in jedem klinischen Fach statt der derzeitigen, vor allem vorlesungsbasierten Lehre, intensive klinische Rotationen mit einer Kombination von Theorie und Praxis hätte. Z.B. in Innere vormittags Visite und dann Funktionseinheiten/Untersuchungskurse/etc., nachmittags Vorlesungen und Seminare. Differenzialdiagnose würde da glaube ich noch einen Schritt weiter gehen, wenn ich ihn richtig verstanden habe, und die Famulaturen ganz streichen.
So läuft bei uns die Klinik ab - keine Famulaturen, jedoch jedes Seminar geteilt (Theorie und dann Praxis).
Die einzige vorgeschriebene praktische Ausbildung außerhalb der Uni läuft auch als "summer placement" ab (entweder nach dem 10. oder nach dem 11. Semester), das ein Zwischending zwischen Famulatur und PJ ist mit vorgeschriebenem Einsatz in Innere und Chirurgie und einem Wahlfach, aber nicht so lange wie ein PJ ist mit anschließender Prüfung.
Ich weiß aber nochmal die Frage
Hat jemand Erfahrungen mit Allex 2 Auflage? Ist das optimal für Stex Vorbereitung. Ich kann nicht mehr mit Amboss deswegen suche ich alternative!
Ich weiß aber nochmal die Frage
Hat jemand Erfahrungen mit Allex 2 Auflage? Ist das optimal für Stex Vorbereitung. Ich kann nicht mehr mit Amboss deswegen suche ich alternative!
Wann ist denn dein Examen?
Endspurt Klinik ist die aktualisierte, korrigierte, in Skripte verpackte und deutlich verteuerte Variante von AllEx.
Ich habe vor kurzem mal ein paar Auszüge von Endspurt Klinik mit Amboss verglichen - inhaltlich ist der Detailreichtum sehr ähnlich, aber Endspurt Klinik (bzw. AllEx) ist halt stärker strukturiert als Amboss, mit Fließtext statt v.a. Listen und Tabellen, Zusammenfassungen, usw. Ist halt eher so wie Medi-Learn oder Endspurt fürs Physikum. Kann man glaube ich nichts mit falsch machen.
Ob du damit leben kannst, dass AllEx mittlerweile ein paar Jahre alt ist, musst du selbst entscheiden.
Danke @ Davo
Ja es schon Preis Unterschied
Allex kostet 159 2 Aufgabe 2014
Endspurt 200 glaube ich 2015
Wenn die beiden den selben Inhalt haben dann besorge ich mir den Allex!
Diese Examen Fieber Phase fängt bei mir jetzt schon an
Es gibt jetzt die neue Auflage von Endspurt Klinik - vor ein paar Wochen erschienen, €250.
Ah
Okay. Dann warte ich lieber doch bißchen
Warum aktualisieren den Allex nicht
Wahrscheinlich weil man mit einer Skriptesammlung mehr Kohle machen kann :-))
Hast du die neue geholt Davo?
Ich denke nicht, wenn ich bis Januer abwarten, dass die günstiger werden aber lohnt sich die 2017 auf jeden Fall
Es gibt Buchpreisbindung, also werden die aktuellen Auflagen sicher nicht günstiger.
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