Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für gestresste Kliniksstudenten
Choranaptyxis
30.11.2019, 15:00
Mmh, ich sag mal so mittel :D Hab die Entscheidung ja tatsächlich zweimal gefällt ;)
Bei der ersten hatten ich zwar etwas Bedenken, und die aber weggewischt. Joar, war ein Fehler.
Vor dem Abbruch habe ich dann mal schriftlicht, nicht nur im Kopf, ne Liste erstellt, warum Promotion, was bereit zu tun etc. Und dann abgeglichen bzw für die damalige Arbeit ne Pro und Kontra Liste erstellt. Das fand ich hilfreich, auch, um vor mir selbst die Entscheidung vertreten zu können.
Bei der zweiten war das Bauchgefühl dann gut, und das, was mir wichtig war, also gute Betreuung, zeitlich flexibel und absehbar, interessant, wissenschaftlich nicht vollkommener Humbug etc, vorhanden.
Ich denke, man sollte sich immer fragen, was einem selbst wichtig ist und welcher Kompromiss machbar ist, welcher nicht. Heißt bei dir, wiegen die Vorteile die Nachteile auf, beziehungsweise kannst du mit den Nachteilen leben.
Bei mir ist der z.B. das Fach in dem ich promoviere. Ich selbst finde das Thema und das Fach cool und genieße viele Vorteile, aber bestimmte Wege, die ich nie gehen wollte und will, werden dadurch zumindest erschwert.
PS: hab vor kurzem erfahren, dass meine abgebroche Arbeit bzw Studie nicht verwirklicht wird. Wurde von einem neuen Doktoranden übernommen. Zwar haben sich einige Sachen geklärt, letztendlich sind aber Kooperationspartner ausgestiegen und eine fünfstellige Summe zur Finanzierung war dann nicht mehr verfügbar, was die Gründe wären lt Doktorand.
Ich fand ja immer noch die Patientenzahl genauso wackelig wie bei mir bzw nicht erreichbar (neue Doktorand hielt wohl nahezu 100% Teilnahmequote realistisch, wollte fehlende Kontaktdaten durch Notarztprotokolldaten ergänzen usw. Bei einer Studie, wo Teilnehmer zweimal im Abstand von genau 7 Tagen zu einer genauen Uhrzeit hätten kommen müssen, wohlgemerkt, ältere, multimorbide Patienten, es auch noch Ausschlusskriterien gibt und während der Studienteilnahme eine Komplikation auftreten könnte, die null gefährlich ist, aber das Ergebnis unbrauchbar machen könnte). Da fände ich doppelte mögliche Teilnehmerzahl wie gebraucht für das mindeste.
Arrhythmie
30.11.2019, 16:13
Ich bin mal so frei und tu's hier rein, weil es ja die meisten Klinikstudenten betrifft: Wie leicht/schwer habt ihr euch mit dem Entschluss für eure Doktorarbeit getan?
Ich habe gerade zwei gut klingende Angebote bei sympathischen potenziellen Doktorvätern. Offen gestanden existiert bereits ein Bauchgefühl - und trotzdem habe ich eine leichte Paranoia, dass mich das trügt.
In der einen AG wurde ich regelrecht hofiert, da hat nur noch gefehlt, dass sie mir einen Schrein aufstellen. Mit denen treffe ich mich die Tage nochmal, sodass ich dann vielleicht ein etwas klareres Bild habe. In der anderen war das Anwerben etwas subtiler (was mir grundsätzlich besser gefallen hat). Aber irgendwie haben beide Projekte so ihre eigenen Vor- und Nachteile, die man gar nicht so richtig miteinander vergleichen kann.
Super leicht - erstmal. Hab sofort nach dem Physikum begonnen. Gutes Fach, schöne Arbeit. Das einzig blöde war, dass ich komplett alleine den Ethik Antrag stellen musste. Aber ja, am Ende hat das auch super geklappt und er ging sofort durch.
Zwischendurch (hier nachzulesen) hatte ich aber auch mehrere Krisen. Einmal war ich kurz davor alles hinzuschmeißen. Am Ende haben sich meine ganzen Zweifel zum Glück überhaupt nicht bestätigt.
Nächste Woche werd ich einreichen.
(Ich hatte aber auch nie die Wahl zwischen zwei Arbeiten)...
belanglosigkeiten
30.11.2019, 17:11
[...]
Wer bei einer wichtigen Entscheidung keine Zweifel hat, muss verdammt unreflektiert sein... :-))
Klingt ja wirklich so, als wäre B die bessere Wahl für dich. Trotzdem weiß man natürlich immer erst im Nachhinein, ob man sich richtig entschieden hat. Liegt in der Natur der Sache.
Choranaptyxis
01.12.2019, 09:02
Zweifel sind ganz normal, und ich fände es eher schlimm, wenn keine da sind.
Überlege halt, was passiert, wenn du in den 8-9 Monaten nicht schnell genug vorankommst. Kannst du das dann nebenher laufen lassen? Noch ein Freisemester notfalls? Geht es finanziell ohne arbeiten nebenher?
Bei mir kommt jetzt kur vor den Prüfungen mal wieder die Panik... Eigentlich sollten zumindest 3 der 4 Fächer laufen, Transfu fast nur Altfragen, und bei Innere und Chirurgie klappt es eigentlich auch gut, sodass es da mit Bestehen klappen sollte (immer mein Minimalziel).
Infektio treibt mich aber immer wieder in den Wahnsinn. Speziell wenn dann da steht, ja, in der Nachbesprechung hieß es auch, alle Antworten wären so weit richtig, aber X wäre das gesuchte und am richtigsten. Ratet mal, wer dieses Denksystem übrigens nicht so verinnerlicht bekommt.
pashtunwali
01.12.2019, 18:52
ich finde die Betreuung und das ganze drum herum viel wichtiger als das Thema... promoviere selbst in einem Fach was ich später niemals machen würde und zum Thema selbst hatte ich auch nicht viel Bezug...Hatte aber ein super Team mit super Einarbeitung und finde das Thema jetzt sogar richtig interessant!
Chamomilla10
01.12.2019, 21:05
Auf mein Thema wär ich auch nie von selbst gekommen, aber eigentlich kann man sich ja für Vieles begeistern, weil in der Tiefe betrachtet (fast) alles spannend ist! Bei mir war's letzten Endes die Mischung aus netter (v.a. regelmäßiger) Betreuung, Art der Diss, begeisternder Doktorvater. (hatte aber auch keine Auswahl)
Ich glaub ganz sicher kann man sich nie sein, dass alles gut läuft. Bzw. gibt es sowieso nie "die perfekte Diss", denn irgendwas ist ja immer..
Aber ich kann mich nur anschließen: Gute Betreuung ist das A und O!!
Ist es möglich, mit anderen/älteren Doktoranden dieser Arbeitsgruppe zu reden? Das kann sehr hilfreich sein! Und noch ein Tipp: Nimm dir Zeit für die Entscheidung. Und wenn du von beiden Projekte nicht so überzeugt bist, dann wähle nicht das geringere Übel, sondern schau dir lieber noch etwas anderes an. :-)
Beide Projekte sind in operativen Kopffächern, beide experimentell mit Freisemester.
A hat eine starke internistische Komponente und ist mit Internisten zusammen, was mich eher abturnt. Der Zeitraum ist noch nicht komplett umfasst (das besprechen wir beim zweiten Treffen), aber grundsätzlich ist denen halbwegs egal, ob ich nebeher noch arbeiten muss oder famuliere.
B schien mir deutlich geradliniger und fachlich viel spannender. Es erfordert aber anders als A, dass ich mir 8-9 Monate am Stück auf allen Kanälen freiräume, auch arbeiten soll ich nur soweit nötig. Das wiederum mit dem Ziel, dass ich während der Zeit bestmöglich vorankomme, was ja total Sinn macht.
Die Tendenz zu B ist glasklar, aber der Respekt vor dem Commitment bleibt. Und genau das war meine Frage: Es ist normal, dass man so eine Entscheidung nicht ganz ohne Zweifel trifft, oder? So richtig wohl fühlt man sich wahrscheinlich nur in den Momenten, wo mal alles nach Plan läuft? :-))
Das einzige wo ich mir da Gedanken machen würde, wäre die Zeit. Zumindest bei uns war es so, dass aus 8 bis 9 Monaten schnell mal 12+ Monate wurden. Und halt immer wie zu Beginn mit dem Anspruch das man sich 100% auf die Arbeit konzentriert. Auch bei meiner Arbeit (die noch nicht mal im Labor war, sondern mit Patienten) wurde aus 1 Freisemester plötzlich 3 Freisemester ... Generell ist das nicht schlimm. Ich würde mir nur vorher überlegen, ob ich das will und wie man das mit den Verantwortlichen kommuniziert, wenn die 8 Monate erreicht sind und man eigtl z.B. gerne wieterstudieren wollte. Ob es da z.B. die Möglichkeit gibt das dann nebenher zu Ende zu bringen.
FuchsiBuchsi
03.12.2019, 10:10
Bei 8 Monaten würde ich ebenso von mindestens 12 ausgehen. Wenn es dir das wert ist, go for it.:-love
Ich hab mich gegen derart aufwändige Promotionen entschieden, weil ich es ehrlich gesagt nicht einsehe, mich so lange als Gratis-Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen.
Was ich bei Kommilitonen sehe, ist grauenvoll. Samstag, Sonntag im Labor, Ostern, Pfingsten. Anerkennung = 0. 1 Jahr umsonst schuften, keine zwei Wochen Urlaub. Danke, aber nein danke.
Letztens meinten zwei im Gespräch, dass die Betreuer auch kaum Interesse haben, die Promotion wie vereinbart durchzuziehen im zeitlichen Rahmen. Schließlich verlieren sie dann ihre kostenlose Arbeitskraft.
belanglosigkeiten
03.12.2019, 10:25
[...]
Mukopolysaccharid
06.12.2019, 14:17
Wer is alles im April dabei ? Lernt ihr schon fürs Stex? Eröffnet jemand nen Thread?
Ich bin nicht dabei, wäre aber schwer für IMPPeachment :D
Mukopolysaccharid
07.12.2019, 09:43
Danke für den Vorschlag :)
Wann bist du dran ?
Voraussichtlich F2021. Oder H2020, wenn ichs mir richtig geben will, ich glaube aber, das lass ich lieber. :D
Choranaptyxis
07.12.2019, 10:17
Voraussichtlich F2021. Oder H2020, wenn ichs mir richtig geben will, ich glaube aber, das lass ich lieber. :D
Wenn es bei mir so läuft, wie ich hoffe, mache ichbei F2021 mit ;)
Mukopolysaccharid
07.12.2019, 10:28
ah=) das ist ja auch sehr absehbar ^^
Chamomilla10
07.12.2019, 20:39
Wenn es bei mir so läuft, wie ich hoffe, mache ichbei F2021 mit ;)
:-top
Das wird ein guter Jahrgang, sollte da auch dabei sein :-))
D.Hollywood
11.12.2019, 12:51
https://www.der-postillon.com/2017/12/handschrift.html
:D
Mukopolysaccharid
11.12.2019, 13:17
die wahrheit wie ich an meinen studienplatz gekommen bin :-D
Hey zusammen,
es geht zwar um meinen Nebenjob und nicht ums Studium an sich, aber ich bräuchte mal eine Einschätzung von jemandem Außenstehenden. Das ganze ist etwas speziell, aber vielleicht hat ja zufällig jemand von euch Ahnung davon. :-))
Bei uns im Uniklinikum gibt es einen Studentenjob, bei dem ich mitarbeite. Wir waren die letzten Monate nur zu viert und damit unterbesetzt (zum Teil wurden 30 - 40% der Dienste nicht besetzt) und haben mehrmals bei den Organisatoren gebeten, dass neue Stellen geschaffen werden. Dem wurde nachgegangen, jetzt sind wir aber mindestens zu 12. Was die sich dabei gedacht haben, weiß niemand. Die Organisation ist eh nicht berauschend, aber wir fragen uns, ob wir irgendein Rech haben, auf unsere Stunden zu kommen. Bei so vielen Personen kann jeder nur die Hälfte der Zeit arbeiten, die eigentlich vorgesehen sind. Im Vertrag steht leider nur, dass wir teilzeitbeschäftigt sind mit einer durchschnittlichen regelmäßigen monatlichen Arbeitszeit von max. 28 h (Stufe 1) und max. 25 h (Stufe 2). Also keine Mindeststundenzahl. Die Verträge der Neuen sind leider alle schon unterschrieben, aber wir fragen uns, ob wir irgendetwas fordern können oder nur auf Einsicht im Gespräch hoffen können, dass die Arbeitszeiten verlängert werden können bzw. mehrere Leute gleichzeitig arbeiten können. Irgendwie hat wohl niemand bedacht, dass viele Studenten arbeiten, weil sie auf das Geld angewiesen sind und nicht nur, weil das Erfahrung bringt :-? Hat zufällig jemand eine Idee?
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