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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für gestresste Kliniksstudenten



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davo
10.03.2017, 06:27
Das ist schon klar. Und es hängt natürlich auch stark von der Organisation des klinischen Studienabschnitts ab. Und von den eigenen Interessen. Und von etlichen anderen Faktoren ;-) Es ist auch eine Frage des gewünschten Lebensstandards. Ich hab z.B. kein Auto, fahr nicht auf Urlaub, hab eine winzige Wohnung, usw. Damit spare ich gegenüber vielen meiner Kommilitonen schon mal €400-600 im Monat. Ich wollte nur hervorheben, dass es nicht unbedingt "doof" sein muss.

Echinococcus
10.03.2017, 06:53
Davo, die Sachen die du sagst sind ja auch nicht falsch. Gerade für Unentschlossene ist etwas Engagement ja eine gute Sache. Was ich nur etwas unfair finde ist, dass man in einigen Bundesländern eben die Bonusrunde einlegen MUSS, wenn man in "sein" Fach gehen will, dass nicht direkt klinisch ist. Gerade für die Leute doof, die mit dem regulären Praxis- oder Klinikbetrieb nix anfangen können. Ich will ja nur, dass Patho, KliChe und Co. gleichbehandelt werden. Und zwar nicht nur in den Famulaturen, sondern auch im PJ. Denn dort MUSS man sich ja 2/3 der Zeit eh mit der Station oder dem OP rumschlagen, da wäre es nur fair wenigstens das letzte Drittel freizustellen. Den Spruch "kein richtiger Arzt" darf ich mir jetzt oft genug anhören, diese unmenschliche und barbarische Diskriminierung muss ja nicht schon im Studium passieren :-)).

eny
10.03.2017, 08:48
Es sind einfach die vielen Vorgaben, die den Spass an der Sache nehmen.
Und wer sich sein Studium selbst finanzieren muss, ist schnell mal schlecht dran, wenn mal eine Klausur nicht klappt, kann es auch eng werden.

davo
10.03.2017, 11:33
"Kein richtiger Arzt" wirst du von mir nie hören :-p Bzgl. Famulaturen kann ich beide Seiten verstehen: Ich verstehe auch den Standpunkt, dass jeder Medizinstudent schon als Famulant zumindest zwei Monate lang den stationären Betrieb erlebt haben soll. Beim PJ hingegen bin ich voll auf deiner Seite: da sollte man im Wahlfach auch wirklich die volle Wahlfreiheit haben, da man ohnehin 16 Wochen Innere und 16 Wochen Chirurgie machen muss.

nie
10.03.2017, 13:30
Es ist ja nicht nur die Frage was interessant wäre, sondern auch was machbar ist.
Ich war seit dem Physikum nicht mehr im Urlaub, weil ich es zeitlich nicht schaffe.
Du scheinst in der Luxussituation zu sein, keiner 25%-Stelle nachgehen zu müssen und keine anderen Verpflichtungen zu haben. Da kannst du aber nur für dich sprechen.
Und wenn einen mehr Fächer interessieren, kann man auch zwei wöchige Famulaturen einbauen.

Ich persönlich habe aus den Blockpraktika bisher viel mitgenommen.
Gerade in den kleinen fächern wie Auge oder HNO.

Volle Zustimmung.

Und ich will nichtmal in Urlaub fahren (kann ich mir eh nicht leistens), ich wäre schon froh wenn ich einfach mal mehr als 3-4 Tage am Stück wirklich frei hätte. Das hatte ich nämlich seit dem 3. Semester nicht mehr.
Wir waren übrigens in sämtlichen Blockpraktika maximal mit 3 Leuten zusammen, in den meisten Fällen sogar allein. Und immer 14 Tage lang. Hat sich nicht nennenswert von meinen bisherigen Famulaturen unterschieden.

*milkakuh*
10.03.2017, 16:52
Ich mache auch nicht mehr Famulaturen als vorgeschrieben. Sehe es nicht ein zusätzlich ohne Bezahlung zu arbeiten. Die Klinikfamulatur hat mir zwar Spaß gemacht aber sie war auch ganz schön anstrengend und ich habe bestimmt zu 70% gearbeitet (Blutentnahmen, Braunülen, einfache Sonos, Stationäre Aufnahmen in der Ambulanz, Haken halten,...). Klar lernt man was dabei aber die Zeit kann ich eben auch für andere Dinge nutzen (Geld verdienen, Urlaub machen, Doktorarbeit,...). Würden die Famulaturen vernünftig vergütet werden, würde ich wahrscheinlich auch welche zusätzlich machen und dafür nicht nebenbei arbeiten.

davo
10.03.2017, 17:03
Ich muss dazusagen, dass ich in meinen vier Monaten im Durchschnitt ca. €450 pro Monat "Gewinn" (bereits nach Abzug von Unterkunft, Reisekosten, sonstigen Mehrkosten, usw.) gemacht habe. Wenn man die Ambulanzfamulatur außen vor lässt, bei der ich in letzter Minute umdisponieren musste, waren es sogar knapp €600 pro Monat. Sonst würde ich das auch anders sehen ;-)

Jetzt fehlt mir von meinen vier Pflichtmonaten nur noch eine Woche. Die aktuelle Woche war echt ziemlich intensiv, aber meine Begeisterung für die Landarzttätigkeit hält nach wie vor an. Bin allerdings froh, jetzt mal zwei Tage nichts tun zu können, v.a. da ich gestern noch einen langen Abend mit meiner Doktorarbeit hatte...

Die Doktorarbeit ist glaub ich der größte Zeitfresser, den man sich vorstellen kann... aber das brauch ich euch ja nicht zu erzählen. Euch noch ein schönes Wochenende!

Absolute Arrhythmie
10.03.2017, 17:32
Nee, dank experimenteller Arbeit ohne Freisemester weiß ich, wieviel Zeit man in die Doktorarbeit stecken muss :-))

*milkakuh*
10.03.2017, 17:33
450€ "Gewinn" sind zwar nicht schlecht aber wenn man das im Vergleich zu (m)einem Nebenjob sieht, ist das schon wieder eher schlecht. Dafür muss ich gerade mal etwas über 3 Dienste im Monat machen. Selbst bei einem schlechtbezahlten Nebenjob entspricht das nur etwa 7 Arbeitstagen. Finde die Relation stimmt da nicht...

Edit: Viele Grüße aus der Klinik - sitze gerade an der Datenerfassung und weiß daher auch, wie viel Zeit das frisst. ;-)

Absolute Arrhythmie
10.03.2017, 17:43
Ja, das seh ich auch wie Milka. In vier Wochen Vollzeit-Arbeit kann ich locker 2500€ verdienen, so viel kann mir keine Klinik für ne Famulatur bezahlen, dass sich das lohnt.
Und nein, ich kann mir auch keinen Luxus wie ein Auto etc erlauben, ich arbeite 11h/Woche für meinen Lebensunterhalt. Es ist auch nicht jede Stadt so günstig wie Giessen ;-)
Hier kann man locker 400€ warm für ein Zimmer rechnen.

davo
10.03.2017, 17:43
Ja, das ist mir schon klar. Ich wollte auch nicht den Eindruck erwecken, dass man damit gleich viel Geld machen kann wie mit einer Teilzeitbeschäftigung. Dem ist sicher nicht so. (Auch wenn man in der Schweiz wohl an manchen Kliniken 2000 Fr. und vereinzelt sogar noch mehr bekommen kann - da sollten einem dann, nach Abzug von Steuern, Unterkunft, Reisekosten und Mehrkosten schon mindestens €1000 "Gewinn" bleiben.) Aber die von mir erwähnten finanziellen Rahmenbedingungen sind dann eine Größenordnung, die für mich persönlich vertretbar ist. Auch deshalb, weil das für mich immer auch etwas von "Urlaub" hat(te) - zumindest in Bezug auf die Wochenenden.

Ich hab jetzt schon mehrmals die ersten großen Milestones bei meiner Doktorarbeit verschoben. So langsam muss ich Fortschritte machen, denn sooo viel Zeit bleibt bis zum Hammerexamen ja gar nicht mehr. Ich hab zwar auch schon sehr viel gemacht, aber dem Ganzen fehlt im Moment noch die Struktur und der rote Faden für das weitere Vorgehen.

Sooo günstig ist Gießen gar nicht. Die meisten Wohnheimzimmer kosten so um die €220, insgesamt bewegen sich die Studentenwerkmieten großteils zwischen €190 und €330 (für ein Zimmer oder Einzelappartement). Private Mieten für eine Ein- oder Zweizimmerwohnung ca. €300-600 warm je nach Lage, Größe und Ausstattung.

Ich wollte damit auch gar nicht sagen, dass jeder unzählige Famulaturen machen soll oder gar muss, weil die so toll bezahlt sind. Ich wollte nur sagen, dass, wenn man sich für ein "theoretisches" Fach interessiert, es für fast alle Studenten möglich sein sollte, dieses, wenn vom LPA nicht anerkannt, im Rahmen eines fünften Famulaturmonats kennenzulernen. Ob das jetzt gerecht oder ungerecht ist, ist ein anderes Thema, und da wird man natürlich kaum zu einem Konsens kommen. Es ist ja außerdem auch recht üblich, bei wissenschaftlicher Arbeit an einem nichtklinischen Institut einen Famulaturmonat bescheinigt zu bekommen (was natürlich nicht in jedem Fach funktioniert, s.o.), dann hat man Geld und Famulatur in einem Aufwasch geregelt.

Miss_H
10.03.2017, 18:43
Wenn man an einem Fach interessiert ist, dann könnte man auch zu den Leuten gehen und um Verständnis werben. Die haben ja auch irgendwie innerklinisch Kontakte und man kann sich eine Bescheinigung von einer anderen Abteilung holen.

Kandra
10.03.2017, 23:01
Wenn man an einem Fach interessiert ist, dann könnte man auch zu den Leuten gehen und um Verständnis werben. Die haben ja auch irgendwie innerklinisch Kontakte und man kann sich eine Bescheinigung von einer anderen Abteilung holen.

This.
Ich hatte mal überlegt, eine Laboratoriumsmedizin-Famulatur zu machen, das geht ja offiziell auch nicht. Die hatten damals eine Kooperation mit der Chirurgie ^^

sweety92
12.03.2017, 11:22
Also ich finde, dass jegliche Arte von Zwang nicht in Ordnung ist. Ganz ehrlich man macht so schon 4 Wochen lang Famulatur in der Allgemeinmedizin/beim Kinderarzt und dann noch 2 Wochen Block in Allgemeinmedizin. Ich werde kein Allgemeinmediziner und anderen geht es genau so. Die, die sich dafür interessieren hätten auch ohne die aufgezwungenen 4 Wochen dort famuliert und für die anderen reichen doch schon 2 Wochen, um mal reinzuschnuppern.
Ich hätte die 4 Wochen anders genutzt, habe aber auch keine Zeit jetzt freiwillig nochmal was zu machen.

Einigen hatten schon ähnliche Kommentare abgegeben, wollte es irgendwie trotzdem nochmal schreiben. Wir sind erwachsene Menschen mich nervt es echt im Studium, dass uns so viel aufgezwungen wird.

davo
12.03.2017, 11:31
Naja... dann kann man aber auch gleich über die Fächer und Prüfungen diskutieren. Warum muss jeder Psychiatrie machen. Usw. usf. Jedes Studium ist voller "Zwang".

Absolute Arrhythmie
12.03.2017, 12:08
Ich muss aber keine Pflichtfamulatur in irgendeinem anderen Fach machen.

Solara
12.03.2017, 12:56
Doch, in ner Praxis.

Übrigens kommen erstaunlich viele im ärztlichen Bekanntenkreis im Laufe ihres Berufslebens drauf, doch auf die Allgemeinmedizin umzusatteln, hauptsächlich weil der Stress in der Klinik nicht mehr zusagt. Unterschiedlichste Fachrichtungen übrigens.

Absolute Arrhythmie
12.03.2017, 13:16
Ich kann mir in der Ambulanzfamulatur aber die Fachrichtung aussuchen ;-)

SarahManning
12.03.2017, 13:46
Doch, in ner Praxis.

Übrigens kommen erstaunlich viele im ärztlichen Bekanntenkreis im Laufe ihres Berufslebens drauf, doch auf die Allgemeinmedizin umzusatteln, hauptsächlich weil der Stress in der Klinik nicht mehr zusagt. Unterschiedlichste Fachrichtungen übrigens.

Dann aber nicht wegen der Famulatur in der Allgemeinmedizin oder wegen des Blockpraktikums, deren Sinn es ist, Leute für die Allgemeinmedizin zu begeistern.

Solara
12.03.2017, 13:52
Nein, nicht wegen ner Famulatur, dass ist ja relativ neu für euch. Wir hatten das nicht, nur ne Praxisfamulatur.
Aber Blockpraktikum Allgemeinmediziner hab's damals auch schon. Zweimal. Einmal super, einmal mies (letzteres bei meinem früheren Hausarzt, ähmja ...).

Man merkt halt erst im Verlauf, was sinnvoll ist um nebenher auch noch gut zu leben.