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Cor_magna
15.07.2020, 16:51
Also, für deutsche Firmen sind mir derartige Aussagen doch neu. Ich kenne eher die Berichte über 80-Stunden-Woche, Stress und Druck. Ja, Dienstwagen und Co gibts vielleicht und ein hübsches Büro auch. Und eventuell auch eine Menge Geld. Aber Repressalien, Überstunden etc. genauso. So zumindest die Schilderungen derjenigen, die ich aus diesen Firmen so kenne...

Hahah klar die Jobs gibt es auch, aber glaubs mir, es gibt da auch gute Stellen :) Wie eben überall. Auch bei uns.


Um einen guten Arbeitsplatz bei SAP zu bekommen, muss man absolut kein Überflieger sein. Durchschnittlicher Abschluss eines Informatikstudiums (oder vergleichbares) und keine groben Patzer im Lebenslauf reicht in fast allen Fällen aus für eine Festanstellung mit den diversen Extras wie kostenlosem sehr gutem Essen, Firmenwagen nach wenigen Jahren (mit Tankflatrate auch für private Nutzung), 1 Jahr volle Lohnfortzahlung bei Krankheit, regelmäßigen Boni und Unternehmensbeteiligungen in Form von Aktienpaketen etc pp.

Ich kenne mindestens 5 Leute, die bei SAP arbeiten. Mit zweien davon war ich eine Zeit lang zusammen. Keiner von denen ist ein Überflieger. Wenn ich denen erzähle, dass ich fast 100 Euro im Monat bezahlen muss, dass ich bei der Arbeit parken darf und ca 5 Euro für ein mittelmäßiges Mittagessen in der Kantine, dann schütteln die nur ungläubig den Kopf.

Das Gehalt eines durchschnittlichen SAP Angestellten ohne Führungsposition liegt unter dem eines Oberarztes, dürfte sich ungefähr auf dem Niveau eines angestellten Facharztes Bewegen. Aber die Arbeitsbedingungen sind WESENTLICH besser und die Stellen sind zumindest heute und in den letzten 5 Jahren nicht schwer zu kriegen.


Informatik ist natürlich ein Fall für sich: Dort reisst man sich um die Leute. Ich sprach jetzt von BWLern, da ist der Fachkraftemängel bei weitem nicht so ausgeprägt wie in der Informatik.

Evidence based
15.07.2020, 16:54
Würd ich dir schicken wenn es gehen würde. Hast du anscheinend nicht eingeschaltet die Funktion :)

Jup, ist jetzt aktiviert

Arrhythmie
15.07.2020, 16:57
Ich überlege mittlerweile mir die Klinik bis zum Facharzt zu "gönnen" und danach wieder zurück in die Wirtschaft/Beratung zu gehen. Aber erstmal schauen wie die Klinik mir dann mit Diensten und allem drum und dran gefällt.

Trüffel
15.07.2020, 17:02
Ich kenne mindestens 5 Leute, die bei SAP arbeiten. Mit zweien davon war ich eine Zeit lang zusammen. Keiner von denen ist ein Überflieger. Wenn ich denen erzähle, dass ich fast 100 Euro im Monat bezahlen muss, dass ich bei der Arbeit parken darf und ca 5 Euro für ein mittelmäßiges Mittagessen in der Kantine, dann schütteln die nur ungläubig den Kopf.
Genau so ist es. Vom Kafféeautomaten in der ZNA ganz zu schweigen, wo sich das ärztliche Personal für 1.50 € kleine Becher Konzetratjauche abholen kann ...

davo
15.07.2020, 17:26
Ich bin ebenfalls überzeugt, dass solche Komfortfeatures in führenden Unternehmen VIEL besser als in Krankenhäusern ist. Mein Vater arbeitet seit vielen Jahren bei einem solchen Konzern, dort kommt man den Mitarbeitern viel mehr entgegen als in einem Krankenhaus.

Aber das wusste ich schon vorher. Dass Krankenhäuser Vertreter des Staatsmonopolkapitalismus sind ist ja nichts neues.

In Summe sind solche Vorteile natürlich nur wenig Geld wert, aber sie machen subjektiv einen großen Unterschied.

Auch das mit den Arbeitsplätzen ist ein valider Punkt. Dasselbe gilt für viele Dienstzimmer. Sowas wäre in einem führenden Unternehmen undenkbar. Allerdings muss man gleichzeitig auch im Hinterkopf behalten, dass die Variabilität in der Privatwirtschaft sehr groß ist, und dass nur ein kleiner Teil der Absolventen es schafft, bei so einem Unternehmen unterzukommen.

Vor Ort etwas zum Besseren zu verändern ist glaube ich extrem schwer. Krankenhäuser sind extrem träge bürokratische Kolosse, und durch die stark regulierten Input- und Outputpreise gibt es kaum marktwirtschaftliche Anreize, etwas besser zu machen. Das Einzige, was ein Krankenhaus zu Änderungen zwingt, ist, wenn keiner mehr dort arbeiten will. Man muss also mit seinen Füßen wählen. Nur so kann man echten Druck auf die Abteilung und somit in weiterer Folge auf die Verwaltung ausüben. Besonders die Fachärzte können da etwas bewegen, denn die Assistenzärzte sind halt meist anspruchslos und leicht ersetzbar. An meinem aktuellen Haus gibt es eine Abteilung, die sich derzeit praktisch auflöst. Alle paar Monate geht ein weiterer Facharzt. Kann mir nicht vorstellen, dass der Chefarzt seinen Job noch lange behalten wird.

Feuerblick
15.07.2020, 17:29
Och, solange es willige Arbeitsbienchen aus dem Ausland gibt...

Ganz ehrlich: Selbst wenn irgendein Unternehmen mir Millionen bieten würde...mich interessieren solche Jobs nicht die Bohne. Und ich persönlich finde einen langweiligen Job deutlich schlimmer als ein vermeintlich zu geringes Gehalt...

daCapo
15.07.2020, 17:34
Ich kenne mindestens 5 Leute, die bei SAP arbeiten. Mit zweien davon war ich eine Zeit lang zusammen. Keiner von denen ist ein Überflieger. Wenn ich denen erzähle, dass ich fast 100 Euro im Monat bezahlen muss, dass ich bei der Arbeit parken darf und ca 5 Euro für ein mittelmäßiges Mittagessen in der Kantine, dann schütteln die nur ungläubig den Kopf.



Yup. Und sich dann über Personalmangel wundern;-)


Also, für deutsche Firmen sind mir derartige Aussagen doch neu. Ich kenne eher die Berichte über 80-Stunden-Woche, Stress und Druck. Ja, Dienstwagen und Co gibts vielleicht und ein hübsches Büro auch. Und eventuell auch eine Menge Geld. Aber Repressalien, Überstunden etc. genauso. So zumindest die Schilderungen derjenigen, die ich aus diesen Firmen so kenne...

Ich nicht. Die Leute von Großunternehmen wundern sich immer wie man so arbeiten kann.


Lehrer ist auch ein harter Job und verlangt ebenso ein Arbeiten am Wochenende und bis in den späten Abend. In einer Firma genauso, besonders, wenn man über ein Subunternehmen dort angestellt ist oder sich nicht für immer auf der untersten Sprosse def Karriere bewegen möchte.

Man ist beim Korrigieren von Klassenarbeiten jedoch ungestört und kann es sich einteilen, ein bisschen anders als ein Bereitschaftsdienst, wo dauernd neue Anfragen kommen, während man noch woanders beschäftigt ist. Außerdem muss man am Arbeitsort sein. In manchen Fächern -(Kunst, Musik, Sport, aber auch Mathe) sind die Korrekturen weniger aufwendig.
Aufwendig schätze ich eher die sozialen Probleme/Sozialarbeit bei Schülern ein, für die man weder ausgebildet noch im Grunde für zuständig ist.


(...)

Aber das wusste ich schon vorher. Dass Krankenhäuser Vertreter des Staatsmonopolkapitalismus sind ist ja nichts neues.

In Summe sind solche Vorteile natürlich nur wenig Geld wert, aber sie machen subjektiv einen großen Unterschied.

Auch das mit den Arbeitsplätzen ist ein valider Punkt. Dasselbe gilt für viele Dienstzimmer. Sowas wäre in einem führenden Unternehmen undenkbar. (...)

Vor Ort etwas zum Besseren zu verändern ist glaube ich extrem schwer. Krankenhäuser sind extrem träge bürokratische Kolosse, und durch die stark regulierten Input- und Outputpreise gibt es kaum marktwirtschaftliche Anreize, etwas besser zu machen. Das Einzige, was ein Krankenhaus zu Änderungen zwingt, ist, wenn keiner mehr dort arbeiten will. (...)

KH sind kein Staatsmonopolismus. Die KH (Privat, öffentlich, kirchlich) konkurrieren untereinander leider und sparen, wo es geht. Deshalb sind geprägt von alter Bausubstanz, alten Büros, Personalmangel.
Besser wäre es, wenn eine zentrale Stelle das Gesundheitssystem leiten würde anstatt Gewinnorientierte DRG BWLer von Helios und Co. Die Beiträge zu einer Solidargemeinschaft sollten auch solidarisch verwaltet werden und nicht zu Gute einiger weniger Personen.

Es ist auch besser für die Patienten, wenn die KH zentralisiert sind. Dann werden sie von einem Chirurg operiert, der Prostata-CA 200x im Jahr macht und nicht 10x bzw. eine Klinik mit 400x Hüfte statt 5x. Nachteil ist, dass der Patient ein bisschen Auto fahren muss und die geliebte Klinik in der Pampa verliert. Das ist aber eine andere Diskussion bzw. ob Qualität oder Quantität erwünscht ist

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/daenemark-weniger-krankenhaeuser-sind-gut-fuer-die-gesundheit-16589065.html

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik-zu-hart-aber-fair-hat-deutschland-zu-viele-krankenhaeuser-16492627.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3

Feuerblick
15.07.2020, 17:38
Schlimm im Schuldienst sind vor allem die Eltern.... :-nix

Ja panisch
15.07.2020, 17:57
Nachteil ist, dass der Patient ein bisschen Auto fahren muss und die geliebte Klinik in der Pampa verliert. Das ist aber eine andere Diskussion.

jap, ist ne andere Diskussion. „ein bisschen“ ist sehr sportlich ausgedrückt, besonders bei wind und wetter. aber das macht ja nix, der heli ist ja schnell und kommt ja... sobald sich das wetter gebessert hat

Salzi19
15.07.2020, 18:03
Mein Mann arbeitet auch in einem der bereits genannten Konzerne und das ist schon recht nett, wie man da mit den Arbeitnehmern umgeht,u.a. gibt's große Unterstützung bei der kinderbetreuung. Allerdings gibt's das aber auch nur solange der Laden läuft, wenn die Stimmung kippt, ist es auch wieder schnell vorbei damit.

daCapo
15.07.2020, 18:22
jap, ist ne andere Diskussion. „ein bisschen“ ist sehr sportlich ausgedrückt, besonders bei wind und wetter. aber das macht ja nix, der heli ist ja schnell und kommt ja... sobald sich das wetter gebessert hat

Der Heli für die MRSA Sepsis durch Wundinfektion?


"...in der Ruhrgebietsstadt Essen verdeutlichte, wo in einem Umkreis von 25 Kilometern siebzig Kliniken das operative Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks anbieten."

crossie
15.07.2020, 18:23
man darf aber bitte nicht vergessen, dass SAP und Co. den Preis für ihr Produkt selbst festlegen und auch bezahlt bekommen. Ein städtischer Maximalversorger wie meiner leistet viel, kriegt das aber nicht bezahlt. Freie Wirtschaft gegen DRG, das kann man schwerlich vergleichen. Die schwimmen im Geld und können sich solche Benefits was kosten lassen und wir haben nicht mal die Kohle für den Kaffee von Oma Erna, geschweige denn für uns.

MissUmbrella
15.07.2020, 18:32
Hallöchen, habe mir den Thread mal durchgelesen. Und da fragte ich mich, als ich das las...



Mal davon abgesehen kannst du auch als Arzt nach 5 Jahren >100000 € verdienen. Ich seh noch nicht wo ich da schlechter bin.
Am Ende geht es darum ob dir deine Arbeit Spass macht. Geld ist nur bis zu einem gewissen Grad ein Ausgleich. Es hört sich sehr so an als ob der TE sich dringend ein neues Beschäftigungsfeld suchen sollte. Mit Medizin hast du viele Möglichkeiten, ich befürchte nur du hast selbst gar keine Ahnung was das richtige wäre.

..wo gibt es 100.000 nach 5 Jahren als angestellter Arzt? ( jetzt wirklich naiv gefragt). Als auch Facharzt kommt man auf Grundgehalt von ca. 72.000..woher die 100.000?

Kackbratze
15.07.2020, 18:34
Dienste

freak1
15.07.2020, 18:35
Oder AT.

Die 90k knacke ich auch schon im 3. Jahr als WBA mit Diensten.

MissUmbrella
15.07.2020, 18:39
Achso ok...da muss man dann aber viele Dienste machen oder? Bzw. wahrscheinlich ja 24 h dienste und am we..bei uns lohnen sich Nachtdienste unter der Woche gar nicht..


Was ist AT? aussertariflich?

Trüffel
15.07.2020, 18:44
man darf aber bitte nicht vergessen, dass SAP und Co. den Preis für ihr Produkt selbst festlegen und auch bezahlt bekommen. Ein städtischer Maximalversorger wie meiner leistet viel, kriegt das aber nicht bezahlt. Freie Wirtschaft gegen DRG, das kann man schwerlich vergleichen. Die schwimmen im Geld und können sich solche Benefits was kosten lassen und wir haben nicht mal die Kohle für den Kaffee von Oma Erna, geschweige denn für uns.

Ich verschütte eine stille Träne für die armen Krankenhäuser, die so gerne ihre Ärzte besser behandeln würden, das aber einfach nicht können.

freak1
15.07.2020, 18:44
Mit unserem Dienstmodell kriegen wir (brutto) für einen Wochendienst ca. 200€, Samstag ca. 600€. Unsere Abteilung verarscht uns da aber auch nicht sondern die Dienstbezahlung ist wirklich fair. Kenne von Kollegen in anderen Kliniken das Trauerspiel wenn die Verwaltung das ganze "optimiert".

MissUmbrella
15.07.2020, 18:47
Ah ok, na dann sind das bestimmt 24 h Dienste? Bei uns würde das dann auch so sein..ich denke Dienstbezahlung ist ja ehe relativ ähnlich in den Häusern..aber ganz genau weiss ich das auch nicht :-oopss

freak1
15.07.2020, 18:48
Ja, 24h.