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Kackbratze
12.07.2020, 20:27
Während also eure Schulkameraden schon ihren Porsche spazieren fahren, den Kindern auf Privatschulen eine gute Zukunft erkaufen und am Wochenende beim Golf relaxen, ackert ihr immernoch bei Diensten unter dem Mindestlohn in nicht-klimatisierten Zimmerchen und in unbequemer Funktionskleidung.


Wenn man sich nicht mit seinem Studium VOR Beginn beschäftigt, kann man nicht danach rumheulen. Es ist ja nicht so, dass sich die Arbeitsbedingungen in den letzten 2 Jahren spontan geändert haben.

Ich kauf mir ja auch nicht einen Porsche um mich danach über die Haltungskosten zu beschweren.

JungerArzt92
12.07.2020, 20:28
P.S.: Wozu Post-Doc, wenn du eh schon merkst, dass die Arbeit an der Uniklinik nichts für dich ist? Ist doch unsinnig, noch mehr Zeit und Energie in einen Weg zu investieren, der einen ruiniert. Such dir einen anderen Job und gut ists. Oder wirst du dort gegen deinen Willen festgehalten?

Und wenn du an einer größeren Uniklinik (!) an den Standort gebunden bist - in der Umgebung welcher größeren Uniklinik gibts denn keine anderen Krankenhäuser...? :-p

Da hast du nicht Unrecht, ich mache mir ja ähnliche Gedanken. Zumal ich bei einem Postdoc ja auch etwa 2-3 Jahre nicht mehr am Ort wäre. Ich hatte mich bisher halt sehr auf die Unilaufbahn eingeschossen, und da jetzt zu kündigen, woanders hinzugehen, und dann wieder herzukommen kommt mir auch irgendwie illusorisch vor.

Wie gesagt - ich habe den Eindruck, dass es uns Mediziner echt schlechter trifft als die meisten anderen Hochschulabsolventen, zumindest in meinem Bekanntenkreis. Duale Hochschule, Ingenieur mit Bachelor: 60.000. Master Informatik an der FH: Pack noch 10.000 drauf. Gute Juristen und BWLer hatten wir schon, ebenso die Lehrer. Entweder die Leute verdienen besser, oder sie haben mehr Freizeit - meistens beides.

Ich verstehe nicht ganz, warum man die langfristige Perspektive bei uns so gut findet. Ein Oberarzt verdient auch nicht wirklich viel, gemessen daran, was man mit der Ausbildung und Berufserfahrung in vergleichbaren Positionen verdient. Sich niederzulassen ist meistens doch auch eher Traumtänzerei, man findet in den beliebteren Gegenden kaum einen freien Kassensitz, muss sich irgendwo einkaufen, etc. Habe langsam das Gefühl, dass das auch so eine Nebelkerze ist, die man Studienanfängern (und Absolventen) so hinwirft.

JungerArzt92
12.07.2020, 20:29
Wenn man sich nicht mit seinem Studium VOR Beginn beschäftigt, kann man nicht danach rumheulen. Es ist ja nicht so, dass sich die Arbeitsbedingungen in den letzten 2 Jahren spontan geändert haben.

Ich kauf mir ja auch nicht einen Porsche um mich danach über die Haltungskosten zu beschweren.

Tatsächlich sehe ich das als riesigen Fehler von mir selbst. Ich bin da zu blauäugig und zu naiv herangegangen. Deswegen ist es tatsächlich "mein" Fehler, Medizin studiert zu haben.

Bluej
12.07.2020, 20:35
Da hast du nicht Unrecht, ich mache mir ja ähnliche Gedanken. Zumal ich bei einem Postdoc ja auch etwa 2-3 Jahre nicht mehr am Ort wäre. Ich hatte mich bisher halt sehr auf die Unilaufbahn eingeschossen, und da jetzt zu kündigen, woanders hinzugehen, und dann wieder herzukommen kommt mir auch irgendwie illusorisch vor.

Wie gesagt - ich habe den Eindruck, dass es uns Mediziner echt schlechter trifft als die meisten anderen Hochschulabsolventen, zumindest in meinem Bekanntenkreis. Duale Hochschule, Ingenieur mit Bachelor: 60.000. Master Informatik an der FH: Pack noch 10.000 drauf. Gute Juristen und BWLer hatten wir schon, ebenso die Lehrer. Entweder die Leute verdienen besser, oder sie haben mehr Freizeit - meistens beides.

Ich verstehe nicht ganz, warum man die langfristige Perspektive bei uns so gut findet. Ein Oberarzt verdient auch nicht wirklich viel, gemessen daran, was man mit der Ausbildung und Berufserfahrung in vergleichbaren Positionen verdient. Sich niederzulassen ist meistens doch auch eher Traumtänzerei, man findet in den beliebteren Gegenden kaum einen freien Kassensitz, muss sich irgendwo einkaufen, etc. Habe langsam das Gefühl, dass das auch so eine Nebelkerze ist, die man Studienanfängern (und Absolventen) so hinwirft.

Kann ich aus meinem Freundeskreis auch bestätigen und vor allem steigt das Gehalt sehr schnell. Die meisten verdienen nach 5 Jahren zwischen 80 und 100k ohne Stellenwechsel. Teamleiter mit ca. 3-5 Ingenieuren unter sich, dürften ca. 110-130k, Abteilungsleiter zwischen 120-200k verdienen.

WackenDoc
12.07.2020, 20:36
Du übersiehst da was bzw. hast es übersehen:
In der Medizin ist das super Examen und super Dr. Arbeit nur ein mögliches Eintrittstickets um wieder die Grundlagen für eine Karriere zu legen. Mit der man dann später richtig Asche machen kann (wobei es ja auch andere Möglichkeiten gibt Kohle zu machen und das nicht unbedingt an einem super Examen hängt).
Das hängt damit zusammen, dass man halt die Weiterbildungsstelle braucht und als Weiterbilungsassistent seinem Arbeitgeber nicht soo das Geld einbringt. Bzw. die Frage was man an Geld einbringt nicht am Examen hängt.

Das mag bei einem Juraabsolventen anders sein. so eine Kanzlei generiert auf eine ganz andere Art und Weise Geld.

ehem-user-21-08-2020-1502
12.07.2020, 20:42
Da hast du nicht Unrecht, ich mache mir ja ähnliche Gedanken. Zumal ich bei einem Postdoc ja auch etwa 2-3 Jahre nicht mehr am Ort wäre. Ich hatte mich bisher halt sehr auf die Unilaufbahn eingeschossen, und da jetzt zu kündigen, woanders hinzugehen, und dann wieder herzukommen kommt mir auch irgendwie illusorisch vor.

Wie gesagt - ich habe den Eindruck, dass es uns Mediziner echt schlechter trifft als die meisten anderen Hochschulabsolventen, zumindest in meinem Bekanntenkreis. Duale Hochschule, Ingenieur mit Bachelor: 60.000. Master Informatik an der FH: Pack noch 10.000 drauf. Gute Juristen und BWLer hatten wir schon, ebenso die Lehrer. Entweder die Leute verdienen besser, oder sie haben mehr Freizeit - meistens beides.

Ich verstehe nicht ganz, warum man die langfristige Perspektive bei uns so gut findet. Ein Oberarzt verdient auch nicht wirklich viel, gemessen daran, was man mit der Ausbildung und Berufserfahrung in vergleichbaren Positionen verdient. Sich niederzulassen ist meistens doch auch eher Traumtänzerei, man findet in den beliebteren Gegenden kaum einen freien Kassensitz, muss sich irgendwo einkaufen, etc. Habe langsam das Gefühl, dass das auch so eine Nebelkerze ist, die man Studienanfängern (und Absolventen) so hinwirft.

Wenn du immer zu den besten der besten gehört hast, hast du doch beste Chancen schnell Chefarzt zu werden. Und Niederlassung als Traumtänzer zu bezeichnen finde ich auch etwas merkwürdig. Ich kenne genug, die sehr zufrieden sind. Kannst ja mal versuchen dich in ner Großstadt als Anwalt oder BWL´ler niederzulassen. Viel Spass dabei. Gut dass man sich nur bei Medizin einkaufen muss.
Warum bewirbst du dich mit deinen Top-Noten nicht bei McKinsey? Du hast doch alle Vorraussetzungen.

ehem-user-21-08-2020-1502
12.07.2020, 20:45
Tatsächlich sehe ich das als riesigen Fehler von mir selbst. Ich bin da zu blauäugig und zu naiv herangegangen. Deswegen ist es tatsächlich "mein" Fehler, Medizin studiert zu haben.

Dann brich die FA-Ausbildung ab und gehe in die Unternehmensberatung. Wenn du das so sehr bereust, läufst du irgendwann Gefahr depressiv zu werden. Das ist es nicht wert. Oder Wechsel die Stelle

Trüffel
12.07.2020, 20:46
Das hängt damit zusammen, dass man halt die Weiterbildungsstelle braucht und als Weiterbilungsassistent seinem Arbeitgeber nicht soo das Geld einbringt. Bzw. die Frage was man an Geld einbringt nicht am Examen hängt.
Das sind aber dennoch auch gewachsene Strukturen. Ein Krankenpfleger bringt dem Krankenhaus sicherlich nicht mehr Geld ein als ein Assistenzarzt, bekommt im Nachtdienst aber trotzdem nicht einfach bis zur Hälfte seiner Arbeitszeit gestrichen.

daCapo
12.07.2020, 20:48
Mag sein. Sicher ist das nicht einfach. Aber in der Medizin war ich in jedem Examen in den besten 5% oder besser, im Abitur Jahrgangsbester. Experimentelle Doktorarbeit mit summa und Erstautorenschaft. Da kommen mir "die oberen 20%" nicht unerreichbar viel vor, aber vielleicht täusche ich mich auch.


Eigentlich hätte ich langsam angefangen, mich um den Postdoc zu kümmern, aber das habe ich erst einmal hintenangestellt, offiziell wegen Corona, aber insgeheim auch, weil ich eigentlich keine Lust habe, noch 2-3 Jahre mehr bis zum Facharzt zu brauchen (das wären dann in der Inneren insgesamt 10-11 Jahre, mit Subspezialisierung!). Wie gesagt, ich hasse die Klinik und finde es wirklich furchtbar dort. (...)


a) Nur weil du einer der Besten in der Schule warst, wirst du nicht unbedingt bei 0 - wenig Interesse ein Prädikatsexamen in Jura bekommen. Würde bei fehlenden Interesse dringend davon abraten, nur Quälerei.
b) Kann ich nachvollziehen. Irgendwann ist alles, auch die beste Beziehung, vorbei, vor allem wenn man keine Leidenschaft mehr dafür hat. Karriere kann man auch woanders machen.


Mal ne andre Idee:
Hast du mal die Strahlentherapie angeschaut? Habe jettzt schon von mehreren Kliniken gehört, dass da Leute massiv fehlen.
Hab schon gehört, dass da Assistenten im 2. Jahr Gehälter eines 4. Jahrees-WBA bekommen haben, weil so Nachwuchsmangel herrscht. Keine Dienste. Arbeit von Mo-Fr. Geregelte Arbeitszeiten.

Wenn man sich für Radiologie/Technik auf der einen Seite und Onkologie/Innere Medizin/Palliativmedizin begeistern kann, ist dieses Fach einen Blick wert. Wenig Konkurrenz. Und bei der richtigen Klinik tolle Aufstiegschancen/Forschungsmöglichkeiten. Manche Kliniken sind sogar so organisiert, dass die Pflege Zugänge und Labor macht sowie Chemo. Je nach Verhandlungsgeschick/Vorwissen kann man als Assistent oder OA Zulagen erhalten (z.B. höchste Stufe oder Pool).
Nicht alle Kliniken haben keine Dienste. Manche haben 30-60 Betten (+NUK) und Bereitschaftsdienst. In der höchsten Stufe bezahlt, aber aber traumhaft im Vergleich zu Innerendiensten. Manche haben auch nur Rufbereitschaft oder geben ab 17 Uhr an die Internisten ab (+/- WE Visitendienst). Es gibt auch einige-wenige schwarze Schafe in der Strahlentherapie an manchen Unikliniken, wie überall.

nomenklatur
12.07.2020, 20:54
Mag sein. Sicher ist das nicht einfach. Aber in der Medizin war ich in jedem Examen in den besten 5% oder besser, im Abitur Jahrgangsbester. Experimentelle Doktorarbeit mit summa und Erstautorenschaft. Da kommen mir "die oberen 20%" nicht unerreichbar viel vor, aber vielleicht täusche ich mich auch.

Ich sehe es wie WackenDoc in seinem letzten Post. Noten sollten immer nur ein Türöffner sein.

Was waren deine Gründe, Medizin zu studieren?! Ich lese so zwischen deinen Zeilen heraus, dass du eher weniger an den naturwissenschaftlich-medizinischen Hintergründen interessiert bist, sondern eher .. an was? Gute Noten? Viel Geld? Der Beste zu sein? Oder ist es doch das 1,0 Abitur, was dich veranlasst hat, dann ein elitäres Fach machen zu müssen?
Letztgenannte Gründe sind IMHO nicht die besten Gründe, um Medizin zu studieren bzw. als Arzt zu arbeiten. Zumal man auch diese Dinge sehr viel besser mit deinen genannten Studiengängen wie Jura und BWL erreichen kann.

Klar, es müssen auch nicht zwingend Gründe wie "ich will unbedingt Menschen helfen" sein, aber Interesse an wissenschaftlichen Fragestellungen sollte schon vorhanden sein. Ohne dieses Interesse wird man es halt auch nicht weit am UK bringen, und ich meine nicht einmal karrieretechnisch, sondern eher bspw. gesundheitlich -> die Depression und Midlife Crisis sind doch dann vorprogrammiert oder irre ich mich da?!

Und außerdem, vielleicht noch ein wenig Input für die Diskussion: Ein Kumpel von mir hat einen Hauptschulabschluss, und deswegen auch nie studiert, hat sich aber ein eigenes Unternehmen aufgebaut und verdient mehrere 10 000 im Monat. Vielleicht hättest du es genauso machen sollen...

WackenDoc
12.07.2020, 20:56
@Trüffel- ist eher dem geschuldet, dass die Pflege irgendwann zusammengehalt und geschlossen Forderungen gestellt hat. Weiter will ich das auch nicht ausführen, sonst reg ich mich nur wieder auf.

ehem-user-21-08-2020-1502
12.07.2020, 21:06
Zumal man auch diese Dinge sehr viel besser mit deinen genannten Studiengängen wie Jura und BWL erreichen kann.

Genau das glaube ich nicht. Beides sind absolute Massenstudiengänge und gerade in Jura ist es sehr schwierig zu den besten zu gehören. Die besten Noten in Jura werden quasi nie vergeben, "vollbefriedigend" ist quasi sehr gut. Und wieviel holen denn ein "vollbefriedigend"? Das man im Bekanntenkreis durchaus solche Top_absolventen kennt liegt daran, dass es extrem viele Juristen gibt. Ich persönlich kenne aber auch mehrere denen es wirklich schlecht geht. 1000 Leute im Hörsaal des 1. Semesters sind nicht selten. Ein Jurist MUSS Interesse und Leidenschaft für den z.T. sehr trockenen Stoff haben, sonst wird er kein gutes Examen machen. Ich halte vieles in der Medizin auch für reformbedürftig und altmodisch-überholt. Aber wenn man bei BWL und Jura so viel besser Karriere machen kann, frage ich mich, warum so viele Leute unbedingt Medizin studieren wollen. Oder mach eine Maurerlehre und werde erfolgreicher Bauunternehmer. Gibt es auch. Und wer in Medizin nach eigener Aussage zu den besten 5% gehört, der kann auch mit Medizin eine gute Karriere machen, auch in der Wirtschaft.

schnix25
12.07.2020, 21:31
Mit Wirtschaft wär ich aber vorsichtig. Wenn du dann in 5-10 jahren merkst, dass du das doch nicht auf Dauer machen willst, ist der Unikarriere zug auch abgefahren. Da würd ich lieber erstmal noch ein anderes Fach ausprobieren, v.a. wenn dir Forschung mal Spaß gemacht hat. Wenns das dann auch nicht ist, kann man immer noch gehen.

Cor_magna
12.07.2020, 21:32
Genau das glaube ich nicht. Beides sind absolute Massenstudiengänge und gerade in Jura ist es sehr schwierig zu den besten zu gehören. Die besten Noten in Jura werden quasi nie vergeben, "vollbefriedigend" ist quasi sehr gut. Und wieviel holen denn ein "vollbefriedigend"? Das man im Bekanntenkreis durchaus solche Top_absolventen kennt liegt daran, dass es extrem viele Juristen gibt. Ich persönlich kenne aber auch mehrere denen es wirklich schlecht geht. 1000 Leute im Hörsaal des 1. Semesters sind nicht selten. Ein Jurist MUSS Interesse und Leidenschaft für den z.T. sehr trockenen Stoff haben, sonst wird er kein gutes Examen machen. Ich halte vieles in der Medizin auch für reformbedürftig und altmodisch-überholt. Aber wenn man bei BWL und Jura so viel besser Karriere machen kann, frage ich mich, warum so viele Leute unbedingt Medizin studieren wollen. Oder mach eine Maurerlehre und werde erfolgreicher Bauunternehmer. Gibt es auch. Und wer in Medizin nach eigener Aussage zu den besten 5% gehört, der kann auch mit Medizin eine gute Karriere machen, auch in der Wirtschaft.

Soooo schwer ist es wirklich nicht, mein Bruder ist da, und der ist deutlich fauler als ich :D Schlauer ist er auch nicht. Hab seinen Weg ja sehr genau gesehen, da war nur etwas Glück mit dabei aber ansosnten ist so ein IGM Konzernstelle schon gut erreichbar wenn man entschlossen drauf hinarbeitet.

Ne der knackpunkt liegt mM nach woanders: WILL ich denn als BWLer oder Jurist arbeiten? Wenn ich sehe was viele meiner befreundeten BWLer so machen dann sind das einfach Jobs mit Null Impact. Ich nenne sie insgeheim gerne Bullshitjobs. Gute bezahlt aber am Ende kommt da echt nix groß raus ausser dass man in Meetings sass und Power Point Folien entworfen hat, wenn man Glück hat noch paar Excel Sheets (Sehr sehr sehr überspitzt gesagt) Hätte kein Bock meinen Tag mit sowas zu verschwenden. Klar gibts da auch sinnvolle Stellen, aber die findet man im Konzern eher selten, da gehts in erster Linie ums gut dastehen vor den Chefs und um politisches Ränkespiel . Und natürlich steht ALLES im Interesse des Unternehmens (zumindest vordergründig).

Ne du, als Arzt arbeite ich aktiv am wichtigsten Gut des Menschen mit: Gesundheit. Aus diesem Grund, und weil ich die Naturwissenschaften für die wichtigste Wissenschaften halte (Schande über mich) bin ich in diese Richtung gegangen obwohl ich wusste dass es hier schwieriger (abe rnicht unmöglich) wird, gute Bedingungen zu erhalten. Es geht hier also auch um persönliche Ideale.

Fazit: Wer nur rein Geld verdienen will: Ab in die BWL da gehts nur ums Geld. Ich hab aber keinen Bock auf einen Job, dessen einziges Ziel es ist Umsätze für das Unternehmen zu generieren. Ich finde Gesundheit wichtiger als Geld. Deswegen bin ich in der Medizin.

ehem-user-21-08-2020-1502
12.07.2020, 21:46
Soooo schwer ist es wirklich nicht, mein bester Kumpel ist da, und der ist deutlich fauler als ich :D Schlauer ist er auch nicht. Hab seinen Weg ja sehr genau gesehen, da war nur etwas Glück mit dabei aber ansosnten ist so ein IGM Konzernstelle schon gut erreichbar wenn man entschlossen drauf hinarbeitet.

Ne der knackpunkt liegt mM nach woanders: WILL ich denn als BWLer oder Jurist arbeiten? Wenn ich sehe was viele meiner befreundeten BWLer so machen dann sind das einfach Jobs mit Null Impact. Ich nenne sie insgeheim gerne Bullshitjobs. Gute bezahlt aber am Ende kommt da echt nix groß raus ausser dass man in Meetings sass und Power Point Folien entworfen hat, wenn man Glück hat noch paar Excel Sheets (Sehr sehr sehr überspitzt gesagt) Hätte kein Bock meinen Tag mit sowas zu verschwenden. Klar gibts da auch sinnvolle Stellen, aber die findet man im Konzern eher selten, da gehts in erster Linie ums gut dastehen vor den Chefs und um politisches Ränkespiel . Und natürlich steht ALLES im Interesse des Unternehmens (zumindest vordergründig).

Ne du, als Arzt arbeite ich aktiv am wichtigsten Gut des Menschen mit: Gesundheit. Aus diesem Grund, und weil ich die Naturwissenschaften für die wichtigste Wissenschaften halte (Schande über mich) bin ich in diese Richtung gegangen obwohl ich wusste dass es hier schwieriger (abe rnicht unmöglich) wird, gute Bedingungen zu erhalten. Es geht hier also auch um persönliche Ideale.

Fazit: Wer nur rein Geld verdienen will: Ab in die BWL da gehts nur ums Geld. Ich hab aber keinen Bock auf einen Job, dessen einziges Ziel es ist Umsätze für das Unternehmen zu generieren. Ich finde Gesundheit wichtiger als Geld. Deswegen bin ich in der Medizin.

Ich wollte auch nicht in der Industrie arbeiten. Zwar sind Krankenhäuser mittlerweile auch Industrieunternehmen, aber diese klassischen BWL-Jobs sind einfach nicht meins. Mir reichte Gesundheitsökonomie im Studium. Die Jobs sind auch bei weitem nicht so sicher wie angenommen (Stichwort: Corona). Das angeblich jedes 5. Unternehmen vor der Insolvenz steht, hätte ich vor 1 Jahr nicht geglaubt. Der TE sollte nur aufpassen, nicht in ein Burnout oder eine Depression zu verfallen. Das soll ja unter Medizinern nicht so selten vorkommen

anignu
12.07.2020, 22:06
Immer dieses Gejammere von High-Performern... Dann sollen sie halt was anderes machen.

Klar gibt es bei jedem Job Probleme, Nachteile etc. aber in der Summe finde ich meinen Job schon ziemlich gut. Auch wenn ich das mit meinen besten Freunden aus der Schulzeit vergleiche die alle was anderes gemacht haben.
mein Job: ich verdiene aktuell definitiv am Meisten von uns (die anderen sind halt auch "nur" Lehrer und Ingenieure geworden), gefühlt ist der Job ziemlich sicher (Ärzte braucht auch in Krisenzeiten jeder) und mir persönlich macht der Job Spaß. Ich zähle mich aber auch nicht zu den High-Performern. Ich kann meiner Meinung nach gut operieren, mein Abi war jetzt aber nicht bei den Besten, mein Studienabschluss auch nicht und meine Forschungsleistung auch nicht. Macht nichts, es passt.
Und vor allem wenn ich mir die Jobs meiner Freunde vorstelle: Kinder unterrichten? Hilfe. Den ganzen Tag sich präsentieren zu müssen und überzeugend Bullshit labern? Hilfe. Den ganzen Tag am Computer Sachen konstruieren statt den Großteil des Tages mit Menschen arbeiten? Hilfe. Da bleib ich lieber bei meinem Job.

davo
12.07.2020, 22:25
Kann ich aus meinem Freundeskreis auch bestätigen und vor allem steigt das Gehalt sehr schnell. Die meisten verdienen nach 5 Jahren zwischen 80 und 100k ohne Stellenwechsel. Teamleiter mit ca. 3-5 Ingenieuren unter sich, dürften ca. 110-130k, Abteilungsleiter zwischen 120-200k verdienen.

Solche Positionen zu erreichen erfordert IMHO deutlich mehr Talent, Fleiß und Engagement, und auch Glück, als in der Medizin ähnlich viel zu verdienen.

Mediziner sind da oft recht naiv. Die meisten schaffen es ja nicht mal, sich gegen gratis Überstunden zur Wehr zu setzen. Wie soll so jemand jemals erfolgreich einen Klienten vertreten oder erfolgreich mit einem Kunden verhandeln?

Die vielen Ingenieuren, die bei irgendeinem Dienstleister für €3k brutto einsteigen, werden diesen Thread hier wahrscheinlich nicht so lustig finden...


Fazit: Wer nur rein Geld verdienen will: Ab in die BWL da gehts nur ums Geld. Ich hab aber keinen Bock auf einen Job, dessen einziges Ziel es ist Umsätze für das Unternehmen zu generieren. Ich finde Gesundheit wichtiger als Geld. Deswegen bin ich in der Medizin.

Spätestens auf der Kardio-Privatstation wirst du diese Aussage nochmal überdenken :-p

GelbeKlamotten
12.07.2020, 22:26
Eine wichtige Grundregel im Leben ist: Sich vergleichen und Neid machen unglücklich. Wenn man nun mal im Mediziner Boot sitzt, dann bringt es überhaupt nichts, sich mit BWLern oder Juristen zu vergleichen und dann Hass zu schieben, weil die teilweise/oft mehr verdienen.

Ist doch toll, wenn sie mehr verdienen, dann habe sie auch mehr zu geben. Menschen, die wirklich reich sind (mehrere Mio auf dem Konto/Depot) sind meiner Erfahrung nach oft geizig. Aber Leute, mit ordentlichen, aber nicht übertrieben gutem Gehalt (also so zwischen 200k und 500k im Jahr) sind oft sehr freigiebig mit ihrem Geld, weil sie gerne wollen, dass andere auch mitbekommen wie viel sie verdienen. Das ist gut für die generelle wirtschaftliche Konjunktur und man kann es wenn man dazu bereit ist auch für sich selbst ausnutzen.

Ich war mal für ein paar Wochen mit einem Investmentbanker quasi zusammen. Ich weiß nicht genau wie viel er verdient hat, aber es war sicherlich weit jenseits eines Oberarztgehaltes. Da sind schon mal (auch mehrmals wöchentlich) 1000 Euro und mehr an einem Abend draufgegangen. Für mich war das damals (als PJlerin) mehr als ein Monatsgehalt.

Seinen Job hätte ich trotzdem nicht machen wollen. Wenn ich im Nachhinein zurückdenke was er und seine Freunde/Kollegen für ekelhafte Typen waren, könnte ich heute noch kotzen. Und das sage ich, obwohl ich eigentlich echt viel ertragen kann was oberflächlichkeiten und erniedrigungen angeht. Neidisch auf sein Gehalt bin ich jedenfalls nicht (falls er das heute überhaupt noch bekommt, vor 5 Jahren sah es im Investmentbanking in Deutschland noch deutlich besser aus als heute). Ich hab damals von ihm direkt profitiert und heute tue ich es noch indirekt von den Steuern und Sozialabgaben die durch sein großkotziges Verhalten entstehen - von daher ist doch alles super.

Was ich damit eigentlich sagen will: Konzentriert euch lieber auf euch selbst und wie ihr aus eurer Situation das beste machen könnt, anstatt rumzujammern dass jemand anders es leichter hat und mehr geld bekommt.

Bonnerin
12.07.2020, 22:27
Wenn man sich nicht mit seinem Studium VOR Beginn beschäftigt, kann man nicht danach rumheulen. Es ist ja nicht so, dass sich die Arbeitsbedingungen in den letzten 2 Jahren spontan geändert haben.


Hmm. Mein erstes KPP ist jetzt glaube ich gut 9/10 Jahre her, mein 3-monatiges KPP fürs Studium knapp 7 (damn, ich werde alt...). Ich war mir halt einfach die ganze Zeit mega-unsicher wegen Medizin und habe auch wirklich versucht, mal in insgesamt ruhigen Diensten (in denen auch die Ärzte nur noch rumgesessen und Kaffee getrunken haben) wirklich versucht rauszufinden, ob die das nochmal machen würden/Probleme/etc. zu erfragen. Letzten Endes war es immer so "Ja, war gut, würds nochmal machen."

Einige Jahre später, ähnliche Situation, aber in der Famulatur, da hieß es dann auf einmal immer "Boah, bloß nicht. Nie wieder, furchtbares Studium, noch schlimmerer Job." Ja, danke für nix, ne ehrliche Antwort vor dem Beginn hätte mir sicher mehr geholfen. Ob aber jetzt überall so großflächig angehende Studierende getäuscht werden, weiß ich nicht.

Im Innere-PJ haben teilweise auch einige Ärzte auf KPP-Nachfrage nur gemeint, wie toll der Job ist - und dann 15 Minuten später im Arztzimmer gesessen und ihre Berufswahl verflucht. Ich war da zumindest immer ehrlich und hab den Abiturienten gesagt, dass ich es niemals nochmal studieren würde. Hat mir aber auch keiner von denen abgekauft, ich hoffe, die bereuen das nicht.

@TE: FA ist leider ja für fast alles Pflicht, wenn man aus der direkten Medizin raus will. Ich versuche jetzt nebenbei auch noch nen Bachelor zu machen (allerdings NaWi, nicht BWL/VWL/Jura) um eventuell später rasch aus dem direkten Kontakt rauszukommen.

Cor_magna
12.07.2020, 22:27
Mediziner sind da oft recht naiv. Die meisten schaffen es ja nicht mal, sich gegen gratis Überstunden zur Wehr zu setzen. Wie soll so jemand jemals erfolgreich einen Klienten vertreten oder erfolgreich mit einem Kunden verhandeln?



Made my Day :D