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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium: Fehler meines Lebens



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Christoph_A
24.09.2020, 12:57
Wenn sie ihre Bypass OP überlebt, wird sie vergessen, dass sie mal ne Zeit lang etwas weiter entfernt behandelt wurde. Einfach Blödsinn alle möglichen Spezialeinrichtungen in jedem Dorf vorzuhalten auf 3. Liga Niveau.
Landleben hat seine Vor- und Nachteile.

Ist 3. Liganiveau Dein neues Lieblingswort? Denke, wir sind uns schon einig, daß eine wohnortnahe flächendeckende Notfallversorgung in einem Land wie D möglich sein muß. Daß da jetzt nicht die Bypass OP gemeint war, sollte sogar Dir klar sein.
Und wenn ich mir die Qualität und Ausstattung mancher Kliniken in insbesondere etwas nördlicher oder östlicher gelegenen deutschen Großstädten so anschaue, dann denke ich, daß ein Landleben im süddeutschen Raum schon so seine Vorteile, auch bzgl der medizinischen Versorgungsqualität zu haben scheint.

Christoph_A
24.09.2020, 12:58
Vielleicht hätte ich schreiben sollen "schwerer". Erreichen kann man das, aber nicht mit TvÄ oder TdL. Ist in der Niederlassung realistischer.

Für 100k stehen die meisten Niedergelassenen mit Schwerpunkt FA noch nicht einmal auf.....

Mr. Pink online
24.09.2020, 13:01
In Wahrheit werden doch auch schon heute die Omas 100km durch den Gau gefahren oder geflogen, weil teilweise nachts keine Notfallgastros gemacht werden oder weil halt das nächste HKL oder Traumazentrum soweit entfernt ist. Die kleinen Kliniken in der Pampa führen halt zu ner massiven Entlastung bei den Sachen für die man jetzt nicht zwingend ein Kompetenzzentrum braucht (Pneumonie, Appendizitis, Gallenblase, Hüfte usw.). Das würde schon zu nem massiven Aufstau bei der Versorgung führen, wenn man versucht 30% der Kliniken zu schließen.

medicinentia
24.09.2020, 13:11
Ich denke der ganze Thread hier hat einen Nerv getroffen, knapp 100.000 Hits und 600 Beiträge in 2 Monaten zeigen - hier stimmt etwas nicht sonst wäre das Interesse nicht derart groß.

Ich werde diesen Thread auch dem Marburger Bund schicken und kann es jedem auch zusätzlich empfehlen damit gesehen wird wo wir aktuell in Deutschland stehen. Von Einzelfrust kann bei weitem keine Rede mehr sein, ich sehe viele arbeiten bereits im Ausland oder es werden noch deutlich mehr, auch nehme ich wahr dass aus meinem Umfeld ca 50 % bereit wären ihren Job als Arzt komplett sein zu lassen, da es kaum noch erträglich ist.
SCHADE , das ganze kann einen sehr nachdenklich machen...

Christoph_A
24.09.2020, 13:18
In Wahrheit werden doch auch schon heute die Omas 100km durch den Gau gefahren oder geflogen, weil teilweise nachts keine Notfallgastros gemacht werden oder weil halt das nächste HKL oder Traumazentrum soweit entfernt ist. Die kleinen Kliniken in der Pampa führen halt zu ner massiven Entlastung bei den Sachen für die man jetzt nicht zwingend ein Kompetenzzentrum braucht (Pneumonie, Appendizitis, Gallenblase, Hüfte usw.). Das würde schon zu nem massiven Aufstau bei der Versorgung führen, wenn man versucht 30% der Kliniken zu schließen.

Genau das verstehen aber Leute wie DaCapo nicht, diese Diskussionen hatten wir hier im Forum schon xmal. Da wird sozialistisch angehauchten Vorstellungen von Polikliniken im niedergelassenen Bereich und wenigen Großkrankenhäusern in bester lauterbachscher Natur nachgehangen. Wie wir dann z.B. ne flächendeckende 24h Katheterbereitschaft in D oder Traumaversorgung erhalten können, bleibt offen, aber Hauptsache alles periphere ist erst einmal 3.klassig.....

Mr. Pink online
24.09.2020, 13:25
Genau das verstehen aber Leute wie DaCapo nicht, diese Diskussionen hatten wir hier im Forum schon xmal. Da wird sozialistisch angehauchten Vorstellungen von Polikliniken im niedergelassenen Bereich und wenigen Großkrankenhäusern in bester lauterbachscher Natur nachgehangen. Wie wir dann z.B. ne flächendeckende 24h Katheterbereitschaft in D oder Traumaversorgung erhalten können, bleibt offen, aber Hauptsache alles periphere ist erst einmal 3.klassig.....

Gegen einen Ausbau der ambulanten Versorgung spricht meiner Meinung nach nichts. Ja da gabs ne Diskussion, wo argumentiert wurde, das ginge nicht, weil der Versorgungsplan nicht mehr ambulante Plätze zulässt usw. Aber auch mehr Niedergelassene könnten die Kliniken schon massiv entlasten. Aber wie immer ist da politisch nicht viel zu machen.

Trüffel
24.09.2020, 13:27
Und wo hätte ich das mit den 120k Gehalt fordrrn jemanden in WB unterstellt?
Impliziert hast du das schon:


Die Diskussion geht nur gerade in die Richtung, wo die Phantasiesummen, die sich Kollegen wie Trüffel als Gehalt wünschen herkommen sollen und warum eben komplexe finanzielle Zusammenhänge nicht einfach mit populistischen Thesen ala ich habe aber verdient, mehr zu verdienen erklärbar sind.

Ich habe in diesem Thema zumindest m.W. nirgends "Phantasiesummen" gefordert. Fühle mich zwar allmählich wie eine Gebetsmühle, aber: Ich argumentierte, dass die flächendeckend oft beschissenen Arbeitsbedingungen besser werden müssen, oder ansonsten das Gehalt zur Kompensation deutlich aufgestockt werden müsste, damit der Deal fair wird. Großer Unterschied.

Christoph_A
24.09.2020, 13:33
Impliziert hast du das schon:



Ich habe in diesem Thema zumindest m.W. nirgens "Phantasiesummen" gefordert. Fühle mich zwar allmählich wei eine Gebetsmühle, aber: Ich argumentierte, dass die flächendeckend oft beschissenen Arbeitsbedingungen besser werden müssen, oder ansonsten das Gehalt zur Kompensation deutlich aufgestockt werden müsste, damit der Deal fair wird. Großer Unterschied.

Und ich wiederhole mich ebenfalls gebetsmühlenartig, am Geld liegt es bei uns nicht. Daß ich bei den Arbeitsbedingungen mit Dir d´accord gehe, sollte eigentlich klar sein.
Und wie gesagt, dafür, daß Dir Dein Gehalt angeblich nicht so wichtig ist, reitest Du halt etwas zu oft darauf rum.

schnix25
24.09.2020, 13:35
Vielleicht hätte ich schreiben sollen "schwerer". Erreichen kann man das, aber nicht mit TvÄ oder TdL. Ist in der Niederlassung realistischer.

Doch, Oberarzt im 1. Jahr bekommt an kommunalen Krankenhäusern schon über 90k Grundgehalt, an Uni entsprechend mehr.

Christoph_A
24.09.2020, 13:35
Gegen einen Ausbau der ambulanten Versorgung spricht meiner Meinung nach nichts. Ja da gabs ne Diskussion, wo argumentiert wurde, das ginge nicht, weil der Versorgungsplan nicht mehr ambulante Plätze zulässt usw. Aber auch mehr Niedergelassene könnten die Kliniken schon massiv entlasten. Aber wie immer ist da politisch nicht viel zu machen.

Und den Verkehrsunfall, Stroke oder Infarkt von Oma Kasulke versorgst Du jetzt ambulant, oder wie darf ich das verstehen.
Zumal ein mehr an Niedergelassenen ja politisch gar nicht gewollt wäre, sonst könnte man ja einfach die gesperrten Sprengel alle entsperren.....

Mr. Pink online
24.09.2020, 13:42
Und den Verkehrsunfall, Stroke oder Infarkt von Oma Kasulke versorgst Du jetzt ambulant, oder wie darf ich das verstehen.
Zumal ein mehr an Niedergelassenen ja politisch gar nicht gewollt wäre, sonst könnte man ja einfach die gesperrten Sprengel alle entsperren.....

Du nennst ja jetzt nur akute Notfälle, in Wahrheit laufen 2/3 der Leute in die INA ohne akutes Problem, aber halt ohne suffiziente ambulante Anbindung.

Mr. Pink online
24.09.2020, 13:47
Um es konkreter zu machen: es gibt momentan noch viele Nischenfächer, z. B. in der Inneren, wo man theoretisch viel ambulant machen kann (z. b. Rheuma, Angio, Endokrino usw.), aber es einfach nur wenig Niedergelassene gibt. Das liegt auch an den gesperrten Plätzen. Dafür kommen dann tatsächlich Leute stationär und das ist komplett fürn A****. Das kann man dann Ausdehnen auf größere Fächer: ambulante Onko, ambulantes Operieren in vielen Disziplinen. Sodass letztendlich das KH noch zur Ausbildung und Akutversorgung bereit steht. Das löst auch nicht alle Probleme, aber könnte definitiv Entlastung schaffen.

Christoph_A
24.09.2020, 14:06
Da gehe ich voll mit, was die Öffnung des niedergelassenen Sektors angeht, allerdings jaulen da dann bei den lukrativen Dingen (ambulante OPs, Herzkatheter, etc) dann die Klinikbetreiber gleich wieder laut auf. Und die Notaufnahmen werden auch eher weniger entlastest, insbesondere bei Quatschgesetzen, wie dem legendären gröheschen "4 Wochen kein FA Termin, gehen Sie doch in ne Notaufnahme" Schenkelklopfer.

Christoph_A
24.09.2020, 14:07
Du nennst ja jetzt nur akute Notfälle, in Wahrheit laufen 2/3 der Leute in die INA ohne akutes Problem, aber halt ohne suffiziente ambulante Anbindung.

Das wirste allerdings so auch nicht verhindern können, die rennen halt dann die nächstgelegenen Hausärzte platt und legen dort die Versorgung lahm.

Mr. Pink online
24.09.2020, 14:15
Es ist nunmal leider die Aufgabe des Hausarztes, sich um die medizinischen Belange zu kümmern, die keiner akutmedizinischen Behandlung bedürfen und entweder bei ihm, oder woanders fachärztlich weiterlaufen können.

Trüffel
24.09.2020, 14:33
Und wie gesagt, dafür, daß Dir Dein Gehalt angeblich nicht so wichtig ist, reitest Du halt etwas zu oft darauf rum.

Nö, das stimmt nicht. Wird mir bloß ständig unterstellt, und dagegen wehre ich mich - was dann wieder "auf dem Geld rumreiten" sein soll? Kay ...

Christoph_A
24.09.2020, 14:38
Nein, nicht Kay, und nein, es wird Dir nicht unterstellt, sondern Du forderst dauernd Einstiegsgehälter im Bereich der wenigen Toppositionen in der freien Wirtschaft. Wenn man Durchschnittsgehälter zum Vergleich ranzieht, wird sich ja Deinerseits darüber beschwert, daß das unzulänglich sei.

Christoph_A
24.09.2020, 14:40
Es ist nunmal leider die Aufgabe des Hausarztes, sich um die medizinischen Belange zu kümmern, die keiner akutmedizinischen Behandlung bedürfen und entweder bei ihm, oder woanders fachärztlich weiterlaufen können.

Nur ist es leider für den gemeinen Patienten nicht immer einfach, subjektive und objektive Notfallsituationen zu unterscheiden und damit kommen wieder die Notaufnahmen ins Spiel. Obs Dir passt oder nicht, Triage gehört halt auch zum System Notaufnahme.

Trüffel
24.09.2020, 14:45
Nein, nicht Kay, und nein, es wird Dir nicht unterstellt, sondern Du forderst dauernd Einstiegsgehälter im Bereich der wenigen Toppositionen in der freien Wirtschaft.
Nein. Zum allerletzten Mal:


Ich argumentierte, dass die flächendeckend oft beschissenen Arbeitsbedingungen besser werden müssen, oder ansonsten das Gehalt zur Kompensation deutlich aufgestockt werden müsste, damit der Deal fair wird. Großer Unterschied.

Mr. Pink online
24.09.2020, 14:51
Klar gehört das auch dazu, aber die Geschichte ist doch in den meisten Fällen andersrum: "kein Termin beim FA bekommen oder HA hat zu, da bin ich halt in die Notaufnahme". Und das passiert nicht nur Nachts sondern genauso am helligten Tag. Die ambulante Versorgung ist einfach nicht ausgelegt auf die Menge an Patienten. Ich will den Niedergelassenen keinen Vorwurf machen. Aber aktuell kompensieren Kliniken und Notaufnahmen vieles was im ambulanten Sektor nicht läuft. Dabei wäre es andersrum wünschenswerter.