Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium: Fehler meines Lebens
Melina93
22.09.2020, 17:41
Meine Güte, wie ihr euch alle an Kaffee aufhängt. Das muss jemand mal verstehen. Geht doch hier um etwas ganz anderes :D.
Was ist denn bitte wichtiger als ordentlicher Kaffee beim Arbeiten? Zumindest für mich pathologischen Kaffeejunkie ist das in der Tat sehr wichtig :-))
Heerestorte
22.09.2020, 17:41
Der gute Ruf Tübingens liegt auch nur an genau dieser Suppe!!
Ich weiß nicht, ob es in Tü Suppe gibt. Das mit der Suppe ist an ner anderen Uniklinik.
Wasser und Suppe so viel man will. An guten Tagen sogar Filterkaffee. Das klingt ja paradiesisch. Wenn das der Maßstab ist, liegt es schon nahe, dass der ein oder andere hier mit TV-Ä nen Top-Deal macht.
on topic:
Natürlich ist die Erkenntnis, dass man in anderen Bereichen mit der eigenen Leistung mehr hätte rausholen können, frustrierend.
Ex-ante ist Medizin mE trotzdem eine hervorragende Wahl und Consulting etc haben auch ihre Schattenseiten. Aus Gutherzigkeit stellt uns keiner Obst und Cola ins Office.
Daß ein einfaches Prädikatsexamen für ne lukrative Großkanzlei reicht und das Einstiegsgehalt dann in den bekannten Sphären wäre, halte ich doch eher für ein Gerücht, ist aber auch nicht mein Problem, 30% aller Juraabsolventen arbeiten sicher nicht in Großkanzleien, das wäre etwas inflationär.
Wirklich an "2 aus 4" (2x vb, Dr, LLM) festhalten konnten vor Corona-Zeiten meines Wissens nach nur Hengeler und Freshfields. Es gibt aber noch zig andere deutsche und US-Kanzleien, die auch mit 8 im Zweiten einstellen und 100k+ zahlen. Und auch mittelständische Kanzleien oder Boutiquen zahlen im Vergleich zu Unikliniken recht ordentlich. Ist ein absoluter Bewerbermark die letzten Jahre.
Relaxometrie
22.09.2020, 18:37
Kafféekasse
Warum é? Eine Mischung aus "Kaffee und Café"?
Ist meine Eigenmarke. Unter der setze ich die Bohnen ab, die ich aus der Schwesternküche klaue.
John Silver
22.09.2020, 19:29
Kaffee und Suppe ist wirklich etwas arm :) Man muss aber auch bedenken, dass viele Kliniken chronisch klamm sind, und überall wird an allem gespart, da kommen einem frei Kaffee und Suppe schon ganz ok vor. Eine Großkanzlei kann ihre Preise selbst festlegen, eine Consulting-Firma ebenso; da kalkuliert man die dicken Gehälter ein. Die Kliniken sind unterfinanziert, politisch gewollt, da sind die AT-Verträge und sonstige Leckerli halt nur für diejenigen drin, von denen das Einkommen des Hauses direkt abhängt, und das sind nun mal nur OA und CA, und nicht in allen Fachrichtungen.
BlackVelvet
22.09.2020, 19:34
Irgendwie geht in dem Thread jetzt vieles durcheinander, vllt. hätte ich auch nicht die Gehaltsbeispiele posten sollen. Mitnichten sind das irgendwelche Overperformer! Auch ist ein Praxisinhaber und Selbstständiger kein Angestellter und trägt ganz andere Risiken, der Vergleich hinkt.
Die Frage ist doch auch, was grundsätzlich diese ganze Vergleicherei eigentlich soll und salopp gesagt ist das Leben halt viel einfacher, wenn man in seinem Tal irgendwo im Schwarzwald wohnt und jeden Tag in seinem Sägewerk arbeiten geht und nichts anderes kennt. Kann man genauso gut aufs Krankenhaus übertragen, über den Tellerrand gucken macht das Leben halt oft komplizierter.
Und ja, natürlich Vergleiche man sich auch was den Job angeht mit anderen Leuten. Da kann man dann natürlich sagen, ist doch alles super, dem LKW Fahrer gehts schlechter also ist doch alles tipptopp. Nur interessiert mich der LKW-Fahrer in dieser Perspektive relativ wenig, sondern mich interessieren Leute die ein ähnliches arbeitsmarktorientiertes Studium mit einem ähnlichen Engagement absolviert haben. Das gibt mir nämlich die Perspektive, ob der TV-Ärzte aus meiner persönlichen Sicht kompetitiv ist oder nicht. Nicht falsch verstehen, die Antwort kann für jeden individuell unterschiedlich ausfallen und egal wie das Ergebnis ausfällt sollte das nicht der einzige Faktor sein, um zu Entscheiden, ob man als Arzt arbeiten möchte oder nicht.
Da kommt aber für mich ganz klar heraus, dass er das auf keinen Fall ist. Und man muss in der freien Wirtschaft kein Overperformer sein, um über die Gehalt/Zeit Ratio des TV-Ärzte lächeln zu können. Die von mir genannten Beispiele sind alles gute Leute aber (von der Juristin mal abgesehen) keine Overperformer (gruseliges Wort). Man kann halt nur sagen, Augen auf bei der Arbeitgeberwahl und lieber zum IG-Metall, IG-BCE Betrieb oder lokalen Energieversorger gehen (die gibts nicht nur vereinzelt wie Großkanzleien). Klar kann man auch sagen, 80k für einen promovierten Ingenieur oder 72k ohne Promotion zum Jobeinstieg hauen einen nicht vom Hocker. Natürlich kann man das auch als WBA hinbekommen, der Unterschied ist nur, dass man dafür ordentlich Dienste schrubbt und dann bei 60 Stunden oder mehr pro Woche ist und nicht bei 35h. Damit verdient man dann halt pro Stunde nur noch die Hälfte, das haut mich dann schon vom Hocker. Wenn der Marburger Bund 2% Gehaltssteigerung pro Jahr aushandelt kann man sich ja ausrechnen wieviel Jahre es dauert, bis man beim gleichen Stundenlohn im TV-Ärzte herauskommt. Wenn man die Altersvorsorge mit einbezieht wird es noch viel, viel gruseliger, denn die VBL ist einfach ein Scherz. Ok, dafür gibt es das Versorgungswerk.
Es sagt ja auch viel über den TV-Ärzte aus, dass Fachärzte in Praxen als angestellte sofort mehr Geld verdienen bei besseren Arbeitszeiten und besserer Lebensqualität erreichen können. Als selbstständiger Praxisinhaber natürlich monetär noch deutlich mehr aber bei ganz anderem Risiko. Nur hinkt der Vergleich zum Angestellten im IG-Metall Betrieb mit 4-5 Jahren Berufserfahrung.
Man muss sich auch Fragen, wen man denn im System halten möchte. Wenn ich mir wirklich mal diese "Overperformer" aus meinem Abschlussjahrgang anschaue, sind davon über 50% nicht in die Klinik gegangen. Muss natürlich nicht heißen, dass das auch gute Ärzte gewesen wären, sagt aber auch etwas aus.
Das muss wie gesagt nicht heißen, dass man nicht als arbeiten sollte. Da spielen noch viele andere Faktoren mit eine erhebliche Rolle, langfristig gibt es da auch sicher interessante Perspektiven. Nur der TV-Ärzte ist aus Assistenten, Facharzt und Oberarztsicht für jeden, der engagiert sein Studium absolviert hat und seinen Job ernst nimmt im Vergleich zu entsprechend engagierten Studenten aus ähnlich arbeitsmarktorientierten Fächern einfach nicht kompetitiv.
Cor_magna
22.09.2020, 19:39
Man muss sich auch Fragen, wen man denn im System halten möchte. Wenn ich mir wirklich mal diese "Overperformer" aus meinem Abschlussjahrgang anschaue, sind davon über 50% nicht in die Klinik gegangen. Muss natürlich nicht heißen, dass das auch gute Ärzte gewesen wären, sagt aber auch etwas aus.
What, wo gehen die bitte alle hin und um wieviel Personen handelt es sich? Also bei uns kenn ich ehrlich gesagt niemanden der direkt ausserhalb der Klinik gestartet hat.
BlackVelvet
22.09.2020, 19:54
Da hätte ich mich präziser ausdrücken sollen, nicht in eine deutsche Klinik. Wobei sich das dann zur Hälfte auf Industrie/Consulting (vllt. wurde einfach in dem Jahrgang zuviel Werbung gemacht von den Firmen) und andere Hälfte Klinik in der Schweiz aufteilt und einer der komplett in die Forschung ist (da wird aber der TV-Ärzte sicherlich keine Rolle gespielt haben).
Cor_magna
22.09.2020, 20:01
Da hätte ich mich präziser ausdrücken sollen, nicht in eine deutsche Klinik. Wobei sich das dann zur Hälfte auf Industrie/Consulting (vllt. wurde einfach in dem Jahrgang zuviel Werbung gemacht von den Firmen) und andere Hälfte Klinik in der Schweiz aufteilt und einer der komplett in die Forschung ist (da wird aber der TV-Ärzte sicherlich keine Rolle gespielt haben).
Ah jetzt wird das klarer. Ja bei uns wird/wurde dafür keine Werbung gemacht. Zumindest soweit ich das bemerkt hätte. Aber ja, Schweiz, USA etc sind aus meinem Umkreis auch ein paar.
Relaxometrie
22.09.2020, 20:17
Ist meine Eigenmarke. Unter der setze ich die Bohnen ab, die ich aus der Schwesternküche klaue.
Du meinst Schwesternküché?
locumo123
22.09.2020, 20:41
Also mir macht meine Arbeit Spaß. Ich gehe pünktlich spätestens um 16 Uhr. Überstunden werden überproportional gut bezahlt. Im Jahr mache ich viele Fortbildungen, die mir alle vom Chef genehmigt werden. Es gibt gratis Wasser, Mineralwasser, Kuchen, Süßigkeiten für alle. Dienste sind stressig, aber diese rentieren sich, da diese sehr gut bezahlt werden.Die Ausbildung kann besser sein. Leider braucht man sehr viel Eigeninitiative, um funktionelle Diagnostik zu lernen, aber da ich nicht locker lasse und meine erfahrenen Kollegen bitte mir funktionelle Diagnostik neben meinen Fortbildungen, wo ich die Skills lerne bekomme, beizubringen bekomme ich was ich will. :-nix
Arrhythmie
22.09.2020, 20:43
Also mir macht meine Arbeit Spaß. Ich gehe pünktlich spätestens um 16 Uhr. Überstunden werden überproportional gut bezahlt. Im Jahr mache ich viele Fortbildungen, die mir alle vom Chef genehmigt werden. Es gibt gratis Wasser, Mineralwasser, Kuchen, Süßigkeiten für alle. Dienste sind stressig, aber diese rentieren sich, da diese sehr gut bezahlt werden.Die Ausbildung kann besser sein. Leider braucht man sehr viel Eigeninitiative, um funktionelle Diagnostik zu lernen, aber da ich nicht locker lasse und meine erfahrenen Kollegen bitte mir funktionelle Diagnostik neben meinen Fortbildungen, wo ich die Skills lerne bekomme, beizubringen bekomme ich was ich will. :-nix
Was für ein Fach genau machst Du?
Also mir macht meine Arbeit Spaß. Ich gehe pünktlich spätestens um 16 Uhr. Überstunden werden überproportional gut bezahlt. Im Jahr mache ich viele Fortbildungen, die mir alle vom Chef genehmigt werden. Es gibt gratis Wasser, Mineralwasser, Kuchen, Süßigkeiten für alle. Dienste sind stressig, aber diese rentieren sich, da diese sehr gut bezahlt werden.Die Ausbildung kann besser sein. Leider braucht man sehr viel Eigeninitiative, um funktionelle Diagnostik zu lernen, aber da ich nicht locker lasse und meine erfahrenen Kollegen bitte mir funktionelle Diagnostik neben meinen Fortbildungen, wo ich die Skills lerne bekomme, beizubringen bekomme ich was ich will. :-nix
Ist das Arbeit in DE?
Der Bereitschaftdienst TV-Ärzte Uniklinik wird nicht überproportional gut bezahlt, sondern unterdurchschnittlich schlecht (Stufe I oder II). Man kriegt auch noch seine Stunden am nächsten Tag abgezogen. Daher sind diese "top" bezahlten Dienste auch nicht so beliebt. Auf die Dauer belasten die Dienste, die ersten Jahre macht einem das nix. Ein paar ÜS ab und zu finde ich nicht so problematisch. Noch schlechter bezahlt wird man, wenn man eine Rufbereitschaft hat, die eigentlich in Richtung Bereitschaft geht als Vordergrund (Anrufe nach Hause wegen Zugang, Schlafmittel, aber auch Herzinfarkt....sehr grenzwertig, theoretisch hat man eine Anreisezeit von bis zu 45 Min)
Gratis Wasser/Kuchen (immer wieder)/ Essen /Kaffeeplörre/teilweise auch verschiedene Markenlimonade/Malzbier gibt es fast überall in DE auf den Stationen, kein entscheidendes Argument. Fortbildungen darf man selbst zahlen oder hat Glück und die Abteilung ermöglicht es, unterschiedlich je nach Abteilung.
Auf Dauer ist es problematisch, wenn man nicht in die Funktionsbereiche rotiert. Nur so kann man die Skills dort richtig lernen, wenn man es auch öfters macht. Mal zusehen 1x im Monat reicht nicht. Hier ist man ganz vom Wohlwollen von CA und OA abhängig.
Mr. Pink online
22.09.2020, 22:55
Leider braucht man sehr viel Eigeninitiative, um funktionelle Diagnostik zu lernen, aber da ich nicht locker lasse und meine erfahrenen Kollegen bitte mir funktionelle Diagnostik neben meinen Fortbildungen, wo ich die Skills lerne bekomme, beizubringen bekomme ich was ich will. :-nix
Was heißt Eigeninitiative genau? Dass du freiwillig länger bleibst, in deiner Freizeit kommst, die Extrazeit nicht aufschreibst?
LasseReinböng
23.09.2020, 09:34
In der Anästhesie auf der ITS gibt es tatsächlich OÄ, die Briefe schreiben.
Das dürfte in der Medizin aber sonst eine ziemlich große Ausnahme sein. Und zu "Arbeit ist Arbeit, Freizeit ist Freizeit " - wäre dem so hätten wir einen Großteil der Frustthreads hier nicht.
Edit: der Beitrag bezieht sich auf einen Beitrag von Mano weiter oben... echt nervig mit dem Smartphone gerade...
Gratis Wasser/Kuchen (immer wieder)/ Essen /Kaffeeplörre/teilweise auch verschiedene Markenlimonade/Malzbier gibt es fast überall in DE auf den Stationen
Für die Mitarbeiter? Welche Parallelwelt ist das?
pineapple
23.09.2020, 09:51
bei uns gibt es gar nichts, nur im OP, Wasser.
Wasserspender fände ich gut, aber bevor ich umkippe gibts halt mal ein Glas aus der Patientenzapfsäule.
gratis Kaffee und Essen ist natürlich schön, andererseits für mich nicht ausschlaggebend. Ist eh beides meist billig und ungenießbar...
mehrere Ingenieure in der Familie, arbeiten an großen IT- Firmen, da gibts schon seit 30 Jahren nix umsonst. Firmenfeiern, Boni etc. wurden auch schon lange gestrichen. Früher oder später wird auch dieser Standort schließen und nach Indien verlegt werden... dort solls an manchen Firmen ja Golfplätze geben für die Mitarbeiter.
Für die Mitarbeiter? Welche Parallelwelt ist das?
Ja Kaffeeplörre und Wasser gabs umsonst. War in einer großen Uniklinik im Westen. Die ganzen Essen, die nicht genutzt werden (schon entlassen, verlegt o.ä.) kamen in einen großen Kühlschrank, konnte man abends&Wochenende nutzen, würden sonst eh weggeworfen. Limonade&Malzbier ist für die Patienten auf Kosten des CA-Sekretariat (erst nur Private, dann alle Patienten) , wurde aber letztendlich geduldet, dass man das auch nutzt, solang man nicht übertreibt.
Das ist zwar ganz nett, aber überhaupt nicht ausschlaggebend. Die Weiterbildung im Funktionsbereich&Organisation der gesamten Klinik war nicht empfehlenswert.
Relaxometrie
23.09.2020, 12:04
Bis hierhin dachte ich noch, dass Du eine der Stellen gefunden hast, nach der man immer suchen soll (es heißt ja immer "es gibt auch gute Stellen"), bzw. sucht.
Also mir macht meine Arbeit Spaß. Ich gehe pünktlich spätestens um 16 Uhr. Überstunden werden überproportional gut bezahlt. Im Jahr mache ich viele Fortbildungen, die mir alle vom Chef genehmigt werden. Es gibt gratis Wasser, Mineralwasser, Kuchen, Süßigkeiten für alle.
Naja, gratis Kuchen und Süßigkeiten finde ich jetzt nicht so toll, wenn es täglich ist. Ab und zu ist es ok.
Ab hier stellt man dann aber fest, dass eine ganz normale Stelle ist, wie man sie in diesen kranken und totgesparten Krankenhäusern überall findet.
Dienste sind stressig, aber diese rentieren sich, da diese sehr gut bezahlt werden.Die Ausbildung kann besser sein. Leider braucht man sehr viel Eigeninitiative, um funktionelle Diagnostik zu lernen
Auf diese dämliche Eigeninitiative habe ich null Bock mehr. Wenn ich für eine Rotation in die Funktionsabteilung eingeteilt werde, sofern es einen solchen Luxus überhaupt mal gibt, will ich auch tatsächlich in der Funktionsabteilung sein und nicht ständig "nur mal heute doch auf Station aushelfen müssen". Oder "tut uns leid..... die ZNA ist in den nächsten Tagen nicht besetzt" hören.
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