Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium: Fehler meines Lebens
schnix25
21.09.2020, 20:22
@schnix25
Hier sieht man exemplarisch wieder was in diesem System nicht stimmt. Eigentlich erübrigt sich hier jegliche Diskussion, dennoch gehe ich hierauf auch ein. Bin immer wieder erstaunt und fassunglos über solche Aussagen die eigentlich im Groben die Arbeit von 95 % der Mediziner diskreditiert, sehr überheblich wirklich!
Woher das statistische "ach so gute Gehalt" im Vergleich herrührt wurde hier x-mal besprochen , in anderen Branchen gibt es unmotivierte underachiever wie eigentlich überall AUßER in der Medizin (Tarifvertrag), in der man nach unten aufgefangen wird mehr oder weniger egal wie schlecht man arbeitet wenn man nicht gerade grob fahrlässig handelt. Ist das eigentlich so schwer zu verstehen ???
Eine Promotion in Medizin ist mittlerweile auch aufwändiger, viele Lehrstühle wollen keine 0815 statistische Arbeit mehr, der Unterschied zu anderen Fächern ist nicht so gewaltig wie du ihn hier suggerieren willst.
Wahnsinn die ach so große Gelddruckmaschine des 3,5 fachen Abrechnungssatzes (er kann auch nicht beliebig eingesetzt werden). Mir wäre neu dass über diese Ziffer jemand reich wird DENN es ist ein Multiplikator von einem bescheidenen GOÄ Basissatz. In der freien Wirtschaft legt derjenige der eine Leistung erbringt SELBST fest, der Kunde entscheidet ob es ihm das wert ist, DAS ist freie Marktwirtschaft und kein GOÄ Deckelsystem.
Wenn du glaubst eine Privatpraxis ist freie Marktwirtschaft dann tut es mir wirklich leid.
Es gibt viele gute Ärzte in Deutschland, man muss nicht immer EXZELLENT sein, der Ultraspezialist auf Weltklasseniveau von der Harvard Medical School um außergewöhnliche Arbeit zu leisten. Außergewöhnliche Arbeit bedeutet auch zB Zwischenmenschliches zu leisten und schwerkranke Menschen in schwierigen Zeiten zu unterstützen, auch wenn es gerade 4 Uhr nachts ist , ein Sonn- Feiertag oder Silvester.
Von Überstunden, Arbeitseinsatz und VERANTWORTUNG ganz zu schweigen , nein das ist kein durchnschnittlicher Job den jeder x-beliebiger Dressuraffe machen kann, das lasse ich einfach so nicht gelten und stehen.
Das Grundgehalt an sich ist schon im oberen Bereich angesiedelt, auch ohne Dienste. Was wäre denn für dich ein angemessenes Gehalt? Ich weiß auch gar nicht warum sich immer mit den Topabsolventen der anderen Fächer verglichen wird. Ja, ein Jurist mit Prädikat verdient in der Großkanzlei viel mehr, der arbeitet aber auch nicht unter 60h. Ein BWLer bei McKinsey verdient auch mehr, ist dafür von Mo-Do unterwegs. Klingt jetzt nicht grad nach top Bedingungen. In der Medizin schaffen es schon die wenigstens überhaupt einen 1, Abschluss im Examen zu haben, da kann man dann nicht sagen hätte ich Jura studiert würde ich ja so viel mehr verdienen. Das sind die wenigstens, die diese top Noten erzielen. Und bei den Ingenieuren verdienen diejenigen gut, die bei DAX Unternehmen sind. Aber die zahllosen Mittelständler, TÜV oder Dekra zahlen bei weitem nicht so gut, und da arbeitet die Mehrheit. Und dann kommt noch die Abhängigkeit von der Wirtschaftslage dazu, insbesondere jetzt gerade.
Natürlich ist das Gehalt in der Medizin nach unten gedeckelt durch den Tarifvertrag. Wie in jeder Branche mit Tarifvertrag. Wenn du so toll und gut bist, dass du meinst, dass du dich deutlich vom Durchschnitt abhebst, musst du eben was außertarifliches raushandeln.
Privatärztlich kannst du auch mehr als 3,5 fachen Satz verlangen. Musst nur einen gesonderten Vertrag mit den Patienten abschließen, die privaten Kassen erstatten das halt meistens dann nicht mehr.
dr_notsure
22.09.2020, 03:34
Die genannten Gründe (auch in anderen Threads) halten mich nun wohl doch vom Studium ab. Interesse ist da aber mit gut 30 nochmal raus aus dem Arbeitsleben mit alles finanziellen Aspekten ist wohl doch zu viel des guten. Wobei jetzt gut 40k, max gut 50k im Ausbildungsberuf ja beim Studium trotz Kreditfinanzierung hochgerechnet locker zu schlagen wären...wenn man hier so die Zahlen liest...
Wären nach Studium gut 50k Schulden und wenn man "alles lässt wie es ist" könnte man in der Zeitspanne eine ähnliche Summe ansparen. Ist für alle hier natürlich ein Witz, aber es muss ja auch jemand eure Proben abarbeiten und Blutkonserven bereitstellen, und das für weniger Geld.
Vielleicht doch als Alternative die IT Welt
dr_notsure
22.09.2020, 03:46
Die genannten Gründe (auch in anderen Threads) halten mich nun wohl doch vom Studium ab. Interesse ist da aber mit gut 30 nochmal raus aus dem Arbeitsleben mit alles finanziellen Aspekten ist wohl doch zu viel des guten. Wobei jetzt gut 40k, max gut 50k im Ausbildungsberuf ja beim Studium trotz Kreditfinanzierung hochgerechnet locker zu schlagen wären...wenn man hier so die Zahlen liest...
Wären nach Studium gut 50k Schulden und wenn man "alles lässt wie es ist" könnte man in der Zeitspanne eine ähnliche Summe ansparen. Ist für alle hier natürlich ein Witz, aber es muss ja auch jemand eure Proben abarbeiten und Blutkonserven bereitstellen, und das für weniger Geld.
Vielleicht doch als Alternative die IT Welt
dr_notsure
22.09.2020, 03:48
Die genannten Gründe (auch in anderen Threads) halten mich nun wohl doch vom Studium ab. Interesse ist da aber mit gut 30 nochmal raus aus dem Arbeitsleben mit alles finanziellen Aspekten ist wohl doch zu viel des guten. Wobei jetzt gut 40k, max gut 50k im Ausbildungsberuf ja beim Studium trotz Kreditfinanzierung hochgerechnet locker zu schlagen wären...wenn man hier so die Zahlen liest...
Wären nach Studium gut 50k Schulden und wenn man "alles lässt wie es ist" könnte man in der Zeitspanne eine ähnliche Summe ansparen. Ist für alle hier natürlich ein Witz, aber es muss ja auch jemand eure Proben abarbeiten und Blutkonserven bereitstellen, und das für weniger Geld.
Vielleicht doch als Alternative die IT Welt.
ehem-user-02-08-2021-1033
22.09.2020, 05:39
Ja, ein Jurist mit Prädikat verdient in der Großkanzlei viel mehr, der arbeitet aber auch nicht unter 60h. Ein BWLer bei McKinsey verdient auch mehr, ist dafür von Mo-Do unterwegs. Klingt jetzt nicht grad nach top Bedingungen.
Der arbeitet 60 h... Ich würde einmal sagen, dass der nicht 60 h wie blöder als einziger Dienstarzt durch das Haus hetzt... und es gibt und gab noch diese 24 h Dienste, in denen man gefühlt für alles verantwortlich ist. Die hat man in kleineren Häusern oder Teams auch nur 6 mal im Monat.
Das sind dann Tage an denen man gar nicht daheim ist und die Familie allein ist. Ansonsten kann man das auch nicht ausgleichen, da diese Tage auch gerne mal die Wochenenden betreffen... und unterm Strich arbeitet man dann in so einem Dienstsystem auch in-opt-out sei dank weit über 45h die Woche. Mit dem Unterschied, dass man wirklich arbeitet und nicht die ganze Zeit den Schreibtisch verteidigt und nervige anrufe von seiner Sekretärin abwürgen lässt.
Nulllinie
22.09.2020, 07:05
Die genannten Gründe (auch in anderen Threads) halten mich nun wohl doch vom Studium ab. Interesse ist da aber mit gut 30 nochmal raus aus dem Arbeitsleben mit alles finanziellen Aspekten ist wohl doch zu viel des guten. Wobei jetzt gut 40k, max gut 50k im Ausbildungsberuf ja beim Studium trotz Kreditfinanzierung hochgerechnet locker zu schlagen wären...wenn man hier so die Zahlen liest...
Wären nach Studium gut 50k Schulden und wenn man "alles lässt wie es ist" könnte man in der Zeitspanne eine ähnliche Summe ansparen. Ist für alle hier natürlich ein Witz, aber es muss ja auch jemand eure Proben abarbeiten und Blutkonserven bereitstellen, und das für weniger Geld.
Vielleicht doch als Alternative die IT Welt
Naja, ich würde diese Entscheidung nicht vom Forum allein abhängig machen ;)
Ich bin mit 26 ins Studium, bin jetzt verschuldet und habe es nicht bereut. Es kommt immer darauf an, was DU im Leben willst und wie du dir dein Leben vorstellst.
Ich finde es am anstrengensten, dass wenn man etwas in der eigenen Klinik / Abteilung ändern will, ein Teil einfach nicht mit zieht oder quer schießt. Meckern können viele, aber wenn's drum geht sich zu behaupten.... naja :/
Melina93
22.09.2020, 08:06
Klar, wenn man jung ist, hat man oft noch eine romantische Vorstellung vom Arzt sein. Da trägt das gesellschaftliche Bild eines Arztes ja auch viel dazu bei, finde ich. Aber wer sich vernünftig informiert kommt recht schnell dahinter.
Ich weis aber ehrlich gesagt auch nicht, wo man arbeiten muss, damit alle Oberärzte nie wieder Medizin studieren würden und die Mehrheit der Patienten unfreundlich ist. Oberärzte und Patienten sind halt auch nur Menschen (auch wenn es manchmal schwer zu glauben ist) und da sind halt solche und solche dabei. Ist halt die Bürde wenn man eng mit Menschen zusammenarbeitet. Aber genau das macht den Beruf auch irgendwo aus, finde ich. Heutzutage wo man sich als Arzt fast aussuchen kann wo man arbeitet, sucht man sich halt ein Team, mit dem man menschlich gut kann.
Die Bezahlung und die Arbeitszeiten sind ein deutsches Problem. Gibt ja nicht ohne Grund viele, die auswandern. Ich auch. Würde aber jederzeit zurückkommen wenn sich die Arbeitsbedingungen bessern würden. Das Hauptproblem ist das kaputtgesparte Gesundheitssystem, was eigentlich nur noch halbwegs funktioniert weil ein paar systemkonforme "Karrieremenschen" für ein kurzes Danke oder den Sitzplatz neben dem Chefarzt sich so ziemlich alles gefallen lassen würden. Und das liegt in meinen Augen daran, dass die Mehrheit der Medizinstudenten in Deutschland meistens in der Schule schon brav systemkonform gewesen sein "muss", sonst wäre man jung gar nicht ins Studium gekommen. Also liegen die Probleme richtig tief verankert, teilweise auch in unserem Schulsystem, was Querdenker oder "anders sein" fast schon demonisiert und sich damit auch jeglicher Veränderung entzieht. Und so lange es noch Assistenzärzte gibt, die ihre Überstunden nicht aufschreiben und nichts bei einer 60 Stunden Woche sagen, wird sic halt auch nichts ändern. Aber das liegt nicht am Beruf selbst, sondern primär an einigen Menschen, die diesen ausüben.
Es geht doch immer noch nicht um das absolute Gehalt; außer wenn es die Absolution aller Überstunden einschließen soll. Nein, das Problem ist und bleibt die Dysmetrie zwischen Einsatz und Gegenwert.
Ich liebe die ärztliche Arbeit. Was ich nicht liebe sind delegierbare Hilfs- und Sekretärstätigkeiten, Strafen für Nacht- und 24-Stunden-Arbeit, die in jeder anderen Branche völlig undenkbar wären. Die grundsätzliche Erwartung, dass Überstunden nicht aufgeschrieben werden; und die habe ich auch im Jahre 2020 bisher beim Großteil meiner Hospitationen so vorgefunden. Die Problematik, dass man auf die Gunst seiner Chefs angewiesen ist, um das tun zu dürfen, wofür man u.a. angestellt wurde (Funktion, OP, Rotationen etc.). All das, womit man sich in anderen Branchen hervortun kann, wird in der Medizin pauschal vorausgesetzt und gleichzeitig durch den Tarif vollends entwertet. Ich glaube, das ist auch der Knackpunkt. Viele Mediziner wollen richtig gute Arbeit leisten, weil ihnen das Fach und die Tätigkeit doch irgendwo am Herzen liegt. Zumindest am Anfang der klinischen Tätigkeit. Dass es so gar keinen adäquaten Revenue für Engagement gibt, ist dann eben eine umso größere Ernüchterung, je mehr man sich durch seine Leistungsbereitschaft und Tätigkeit definiert. Dann soll man sich abstrakte Gratifikationsmodelle als Ersatz zurechtspinnen: etwa den Umstand, dass man mit Menschen arbeitet, etwas Gutes tut oder einen sinnstiftenden Job habe. Bloß ist die Flucht in den Sumpf der Esoterik eben auch nicht jedermanns Sache.
Dann immer diese völlig verfehlten Analogien. Es wird aus eigenen Reihen moniert, dass man sich mit High Performern anderer Fächer vergleicht, dabei aber unterschlagen, dass das Problem ja gerade ist, dass man ähnlich wie ein High Performer arbeiten soll, aber ohne eine entsprechende Entlohnung. Ja, der Arzt arbeitet oft vergleichbar viel wie ein guter Jurist, aber eben für die Hälfte bis ein Drittel des Geldes. Welcher Jurist arbeitet nachts, im Schichtdienst oder 24 Stunden am Stück und kriegt davon die Hälfte seiner Stunden gestrichen? Welcher Assistenzarzt hat einen schicken Firmenwagen? Weihnachtsgeld anywhere? Okay, klein anfangen: Welcher Assistenzarzt hat auch nur einen eigenen Schreibtisch? Welcher Jurist muss sich durchsetzen, dass er am Arbeitsplatz kostenlos Kaffée (Extremform: Wasser) trinken darf? Welcher Jurist muss sein Hilfspersonal hofieren, wenn er als Dank möchte, dass die ihre Arbeit machen, für die sie angestellt wurden und bezahlt werden?
Fairness und Wertschätzung ist es, was bei uns fehlt. Wir sind keine armen Menschen - aber wir werden trotzdem extrem oft verarscht durch ein System, dass in jeder Pore darauf ausgerichtet ist, eben diese Verarsche zu ermöglichen und aufrecht zu halten.
Christoph_A
22.09.2020, 09:25
Und wieder kommen wir zu dem Punkt, daß Du maßlos übertreibst. Du verdienst eben nicht die Hälfte oder ein Drittel eines vergleichbaren Juristen, sondern mindestens gleichviel, tendentiell eher mehr.
Kaffee und Wasser gibts in den allermeisten Krankenhäusern for free, ich habe in 15 Jahren Berufstätigkeit noch keines gesehen, wo man dafür zahlen muß.
Als Anfangsassi bist Du mitnichten für Funktion und Rotation eingestellt, sondern dafür, eine elementare Patientenversorgung auf Station und ein vernünftiges Aufnahme- und Entlassmanagement hinzubekommen, auch der Anfangsjurist wird kaum zuerst die Topfälle der Kanzlei übernehmen.
Bitte zeige mir dann noch abschließend nen Anfänger Juristen mit Firmenwagen (außerhalb der zitierten Großkanzleien, natürlich).
Aber natürlich, alles andere ist immer besser als der eigene Job, ist schon klar.
P.s.: Ich verstehe wirklich nicht, was Du so gegen Tarife hast, die halten unser Durchschnittsgehalt eben grad höher, als das in vergleichbaren Branchen ohne Tarif nun mal so ist. Und spätestens als OA gehst Du dann eh AT, mit allen Vor- und Nachteilen dieses Schrittes.
Und wieder kommen wir zu dem Punkt, daß Du maßlos übertreibst. Du verdienst eben nicht die Hälfte oder ein Drittel eines vergleichbaren Juristen, sondern mindestens gleichviel, tendentiell eher mehr.
Naja nu. Wenn du alle Ärzte pauschal auf das Level eines absolut durchschnittlichen Juristen herunterdrückst, dann kannst du eben auch nur die absolut durchschnittliche Leistung eines absolut durchschnittlichen Juristen verlangen. Tust du das?
Kaffee und Wasser gibts in den allermeisten Krankenhäusern for free, ich habe in 15 Jahren Berufstätigkeit noch keines gesehen, wo man dafür zahlen muß.
Und in fast allen Kliniken, in denen ich jemals gearbeitet habe, war Kaffée Privatorganisation der Ärzte und Pfleger. Wenn man sich am abgefüllten Flaschenwasser bedient hat, wäre das potentiell ein Kündigungsgrund gewesen, weil die "für die Patienten da sind". Am Wasserhahn saufen konnte man, immerhin, wenn nicht gerade wieder Legionellenwarnung war.
Als Anfangsassi bist Du mitnichten für Funktion und Rotation eingestellt, sondern dafür, eine elementare Patientenversorgung auf Station und ein vernünftiges Aufnahme- und Entlassmanagement hinzubekommen, auch der Anfangsjurist wird kaum zuerst die Topfälle der Kanzlei übernehmen.
Man muss schon weit ab vom Schuss sein, um zu glauben, ein Abdomen zu schallen oder meinetwegen einen Blinddarm zu schnippeln wäre das Äquivalent eines Milliardenfalles in einer Großkanzlei.
Bitte zeige mir dann noch abschließend nen Anfänger Juristen mit Firmenwagen (außerhalb der zitierten Großkanzleien, natürlich). Aber natürlich, alles andere ist immer besser als der eigene Job, ist schon klar.
Nein, Großkanzleien werden nicht ausgenommen. Du stehst doch darauf, mit Durchschnitten zu argumentieren. Dann kannst du nicht einfach das obere Drittel aus deiner Stichprobe kicken und behaupten, passt schon, weil doch eh alle Ärzte 08/15-Gurken sind und das ein passenderer Vergleich sei. Ich sage nicht, dass jeder Jurist alles das von mir genannte hat und jeder Arzt nichts. Es ist das Gesamtkonglomerat, aus dem aber nahezu immer Teilpunkte zutreffen, und das im Direktvergleich allgemeinhin zu deutlichen Ungunsten der Ärzte.
P.s.: Ich verstehe wirklich nicht, was Du so gegen Tarife hast, die halten unser Durchschnittsgehalt eben grad höher, als das in vergleichbaren Branchen ohne Tarif nun mal so ist.
Ja, eben! Sie halten das Durchschnittsgehalt über dem Durchschnittsgehalt vergleichbarer Branchen ohne Tarif. Das Durchschnittsgehalt.
Christoph_A
22.09.2020, 10:05
Oberes Drittel in großkanzleien, muhaha, das sind vlt. 2-3% der Absolventen, so ungefähr also die Zahl derer mit großem Prädikat.
Aber wenn es Dich beruhigt, in der Medizin gibt es auch leute, die auf das Gehalt von Großkanzleien und drüber kommen, ändert an der Rechnung also exakt 0,0.
Und nochmal, Du hängst Dich an der Weiterbildung auf, das ist ein geringer Teil Deiner Gesamtarbeitszeit als Arzt, danach werden Qualitätsunterschiede selbstverständlich auch im Gehalt deutlich, siehe Praxen, siehe Zusatzdeals in OA OT Verträgen etc.
P.s.: Ich erwarte von den allermeisten Kollegen tatsächlich nur Durchschnitt, alles andere wäre auch utopisch.
Christoph_A
22.09.2020, 10:09
Ja, eben! Sie halten das Durchschnittsgehalt über dem Durchschnittsgehalt vergleichbarer Branchen ohne Tarif. Das Durchschnittsgehalt.
Genau das war meine Aussage........
Klar hänge ich mich an der Weiterbildung auf. Ich für meinen Teil lese den Thread hier derart, dass primär die Arbeitsbedingungen während der Weiterbildung aus Perspektive des Assistenzaztes diskutiert werden - nicht der Jahresumsatz des niedergelassenen Mitt-40er Fachtittenchirurgs.
Und nochmal: Ich sage nicht, dass alle Juristen super tutti verdienen und alle der genannten Privilegien genießen. Ich sage auch nicht, dass alle Assistenzärzte in der schlimmsten Saftpresse seit Abschaffung der Sklaverei knechten. Ich sage, dass im Allgemeinen der Arztberuf viele Defizite aufweist, die in anderen Branchen entweder kein Thema sind oder durch dortige Privilegien kompensiert werden, die bei uns Ärzten wiederum undenkbar sind.
Genau das war meine Aussage........
Eben. Das Durchschnittsgehalt interessiert mich als Individuum wenig. ;)
Christoph_A
22.09.2020, 10:26
Und ich bleibe weiter bei meiner Aussage, daß das Gehalt das allergeringste Problem in der Weiterbildung ist. Und danach sowieso doppelt nicht.
Wenn Du Dich nur an der Spitze orientierst, wirst Du sicher genug verdienen, sofern Du denn leistungsmäßig zur Spitze gehörst, das kann und will hier keiner nachprüfen.....
Und ich bleibe weiter bei meiner Aussage, daß das Gehalt das allergeringste Problem in der Weiterbildung ist.
Dem widerspreche ich doch nicht einmal. Oder wo siehst du da einen Konflikt mit meiner Ausgangsaussage?
Es geht doch immer noch nicht um das absolute Gehalt; außer wenn es die Absolution aller Überstunden einschließen soll. Nein, das Problem ist und bleibt die Dysmetrie zwischen Einsatz und Gegenwert.
Melina93
22.09.2020, 10:56
Kaffee wird meistens über eine Kaffeekasse organisiert. Selbstverständlich beteilige ich mich daran wenn ich welchen trinke. Das ging bisher in jedem Haus ohne Probleme. Auch das Frühstücken mit der Pflege, was ich in meinem alten PJ Haus sehr gerne gemacht habe. Klar hab ich da mal was mitgebracht oder zugesteuert. Aber ich sehe weder die Pflege noch Sekretärinnen als "Hilfspersonal", sondern als wichtige Glieder im Ablauf eines Klinikums. Das ist ein Zusammenarbeiten. Wenn du denen gegenüber so drauf bist wie du hier teilweise tönst, brauchst du dich nicht wundern, dass man seinen Kaffee nicht mit dir teilen möchte.
Das mit dem Wasser ist oft der Personalverwaltung verschuldet und die sind meistens eh total weltfremd. Aber deswegen würde ich nicht den gesamten Beruf schlecht reden.
Niemand muss sich unbezahlte oder nicht aufgeschriebene Überstunden gefallen lassen. Nicht mehr. Da hat sich viel getan und wäre auch noch mehr drin.
Ich finde diese Vergleiche mir Juristen extrem anstrengend. Da könnte man zig Beispiele in beide Richtungen bringen. Wenn es dir nicht passt, kannst du immer noch in die Pharmaindustrie, Forschung oder ins Ausland.
Christoph_A
22.09.2020, 10:57
Daß Du abseits der zitierten Aussage ständig hervorhebst, wie niedrig das Gehalt im Vergleich zu anderen Berufsgruppen sei, widerspricht Deiner eben getätigten Aussage doch etwas. Du fühlst Dich irgendwie unterbezahlt, abgesehen vlt vom Grundgehalt, deucht mir.
Daß Du abseits der zitierten Aussage ständig hervorhebst, wie niedrig das Gehalt im Vergleich zu anderen Berufsgruppen sei
Nein. Nicht im Vergleich zu anderen Berufsgruppen, sondern in Relation zu den Erwartungen, die an uns gestellt werden, und die bei anderen Berufsgruppen entweder anders getaktet sind, mit höherem Lohn einher gehen, oder durch andere Privilegien zumindest teilkompensiert werden, die es bei uns nicht gibt.
Kaffee wird meistens über eine Kaffeekasse organisiert. Selbstverständlich beteilige ich mich daran wenn ich welchen trinke.
In der freien Industrie ist es bei jedem Arbeitgeber von KMU bis Daimler absolut selbstverständlich, die Mitarbeiter auf Betriebskosten Kaffée trinken zu lassen. Dass du es als normal ansiehst, das selbst oder über Patientenspenden zu finanzieren, spricht halt wieder Bände für die Zustände im Krankenhaus.
Melina93
22.09.2020, 11:21
In der freien Industrie ist es bei jedem Arbeitgeber von KMU bis Daimler absolut selbstverständlich, die Mitarbeiter auf Betriebskosten Kaffée trinken zu lassen. Dass du es als normal ansiehst, das selbst oder über Patientenspenden zu finanzieren, spricht halt wieder Bände für die Zustände im Krankenhaus.
Öhm, ich hab einige Freunde, die in kleinen Firmen bzw Unternehmen arbeiten und da kümmern die sich alle selbst darum. Eine Freundin von mir arbeitet bei Bosch und bekommt den Kaffee vergünstigt, aber nicht kostenlos.
Und ja ich sehe es als normal mein Zeug selbst zu zahlen (und wir reden hier von ein paar Euro im Monat). Und nein, das heißt nicht, dass ich freiwillig unbezahlte Überstunden mache. Dass du dies aber völlig undifferenziert in einen Topf schmeißt, sagt in der Tat viel über deine Fähigkeit zu vergleichen.
Christoph_A
22.09.2020, 11:22
Was für Erwartungen werden denn an dich gestellt, musst Du den Nobelpreis gewinnen? Wieder faselst Du von höherem lohn als Entschädigung, den es eben mitnichten so breit gefächert in anderen Berufsgruppen gibt. Dafür, daß das Geld eigentlich kein Problem für Dich sei, ziehst du erstaunlich oft monetäre Querverweise.
By the way, Kaffeekassen gibts auch in der Industrie und in Anwaltskanzleien, hab ich mir sagen lassen....meine Mitarbeiter kriegen den übrigens umsonst, bevor hier wieder gemoppert wird.
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