Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium: Fehler meines Lebens
Wenn man genau das Fach gefunden hat, das einen am meisten interessiert, dann soll man das natürlich nicht unbedingt wechseln, aber durchaus die Stelle, wenn die denn so schlecht ist. Klar darf man den Mund aufmachen und auf Missstände hinweisen. In einer maroden Klinik mit unangenehmen Kollegen und unzumutbaren Arbeitsbedingungen kriegt man aber normalerweise keine Verbesserung hin, für sich persönlich mit einem Wechsel aber schon.
Aber wenn man unzufrieden ist macht es durchaus Sinn auch zu überlegen, ob man ggf. das falsche Fach ausgesucht hat und in einer anderen Sparte vielleicht glücklicher wäre. Dann kann ein Wechsel auch helfen.
Jammern und sich auskotzen darf jeder mal, aber das bringt am Ende eben nicht die konkreten Verbesserungen der eigenen Situation.
Ach ja, immer dieses Luftschloss von wegen Niederlassung: Habt ihr 300.000€ auf der hohen Kante? Nein? Dann wird das leider nichts mit dem Niederlassen. Kassensitze gibt es nicht umsonst, und eine Praxis poppt nicht aus dem Erdboden. Klar kann man die finanzieren, aber wenn man die dann erst einmal noch 20 Jahre abzahlen muss bleibt von den ach-so-hohen Einkommen kaum noch etwas übrig. Und dann kommt eine "Reform" der Vergütung, und zack, seid ihr im Minus,
Wir Ärzte sind echt die Opfer der Republik. Ich wundere mich, warum noch niemand auf die Idee kam, uns in Ställen einzupferchen und nur noch zur Arbeit rauszulassen. Schließlich hat man als Arzt kein Recht auf irgendetwas.
Kleiner, putz Dir die Nase, hör auf zu heulen und red nicht von Dingen, von denen Du offensichtlich keine Ahnung hast.
Ich hab 190000 für eine Praxis im Speckgürtel-Randbereich des Ruhrgebiets bezahlt, der Kredit ist nach 10 Jahren problemlos abbezahlt, ich mach 200000 Gewinn jährlich bei 40-50 Wochenstunden und habe die Wochenenden frei.
Ok, ich fahre nur BMW und nicht Porsche, aber dafür ist mein Kamin jetzt fertig.
Und Du tust mir leid, denn Du wirst wohl nie einen eigenen Kamin haben...
Kleiner, putz Dir die Nase, hör auf zu heulen und red nicht von Dingen, von denen Du offensichtlich keine Ahnung hast.
Ich hab 190000 für eine Praxis im Speckgürtel-Randbereich des Ruhrgebiets bezahlt, der Kredit ist nach 10 Jahren problemlos abbezahlt, ich mach 200000 Gewinn jährlich bei 40-50 Wochenstunden und habe die Wochenenden frei.
Ok, ich fahre nur BMW und nicht Porsche, aber dafür ist mein Kamin jetzt fertig.
Und Du tust mir leid, denn Du wirst wohl nie einen eigenen Kamin haben...
Aus Interesse: In welchem Fachgebiet bist du tätig?
Damit man diese Zahl etwas besser einschätzen kann :)
John Silver
14.07.2020, 22:19
Ehrlich, das hat mich an Ärzten schon immer gestört: Es wird so viel gejammert über jeden Mist, aber die meisten bewegen sich nicht einen Millimeter, um die Probleme anzugehen. Vor allem diese lächerlichen Ausflüchte über eine Niederlassung o.ä... Informiert euch, was für eine Niederlassung wichtig ist, holt euch so schnell wie möglich alle nötigen Nachweise, und begebt euch auf die Suche. Praxis ist nicht gleich Praxis, und man kann auch als Hausarzt bis zu 1
Million pro Jahr machen (guter Freund, hauptsächlich Arbeiter-und-Hartz-4-Klientel, verkauft kaum Igel, jahaa, das geht!). Eine Praxis, die nach maximal 10 Jahren nicht abbezahlt werden kann, ist zu teuer, kauft man halt nicht. Ich habe neulich eine Praxis angeboten bekommen, 700.000 Kaufpreis plus ca. 300.000 nötige Investitionskosten, Reinertrag des aktuellen Inhabers 350.000 pro Jahr, ausbaufähig durch mehr OPs und breiteres Spektrum. In 10 Jahren durchaus abzahlbar, wenn man ca. 120.000 pro Jahr für den Kredit veranschlagt und für sich ca. 200.000 behält, nach 10 Jahren hat man dann die 350.000 voll, ggf. auch mehr, wenn man etwas mehr arbeiten will. Was gibt’s da zu jammern? Schaffen auch Overachiever nicht immer, in solche Bereiche zu kommen. Einfach informieren und machen, ein Ziel vor Augen haben! Nicht immer nur dasitzen und selbstmitleidig schniefen, so wird‘s in keinem Beruf etwas!
cartablanca
14.07.2020, 23:22
Klar kann man das. Wenn man einen Sitz nach dem anderen einsackt, Fördergelder vom Staat einstreicht und die Assistenten ausbeutet und die die Arbeit machen lässt.
Cor_magna
15.07.2020, 00:10
Aus Interesse: In welchem Fachgebiet bist du tätig?
Damit man diese Zahl etwas besser einschätzen kann :)
Er ist "nur" Allgemeinmediziner. (Das nur ist ironisch, manche sehen das jedoch so, ich nicht.)
Diese stehen ja allgemein eher schlechter da, zumindest hört man das immer überall so. Aber wie man sieht, kann man "sogar" da ganz gut leben! Noch dazu absolutes Mangelfach, vor allem in unterversorgten Bereichen. Keine schlechte Voraussetzungen also hier. Viele Fachrichtungen machen deutlich mehr Umsatz, und hier sind wir schon wieder beim Knackpunkt: Wenn ihr unbedingt nur Geld wollt, dann informiert euch mal wie man dahin kommt anstatt nur rumzuheulen... Sieht man euch jetzt gerade. Die Nutzer die vor 2 Tagen hier noch inbrünstig behauptet haben Medizin ist scheisse und unlukrativ fragen jetzt auf einmal nach welche Fächer denn gut dafür sind (ich meine dich bluej...Tipp: Niedergelassenen Strahlentherapeuten. Noch ein Tipp: Hygiene. Man kann in fast allen Fächern gut Geld machen, wenn man es richtig anstellt ! Geht nicht von heute auf morgen, das ist klar....Aber allgemein gesehen ist die Medizin NICHT dafür ausgelegt nur Umsatz zu machen!! Diese Ökonomisierung widerstrebt mir persönlich sehr. Noch ein Tipp: Ricjhtig anstrengen und in die USA gehen, da sind Ärzte die absoluten TOPverdiener bei den Fachkräften, und USA sind Fachkräfte allgemein sowieso deutlich besser bezahlt als hier. Das System ist meiner Meinung nach aber unmenschlich da, aber hey: wenigstens Kohle oder?).
Allgemein: Nicht rumheulen, informieren wie es woanders ist! Sprecht doch mal mit anderen Ärzten über sowas: Ich persönlich spreche im Alltag in der Klinik aber auch ausserhalb oft mit Assistenten und Facharzt über ihre Ansichten bzw Arbeitsbedingungen. Umso mehr wenn ich höre er ist zufrieden.
Wie Feuerblick sagt: Mir geht dieses reine Rumgeheule sowas von auf den Sack. Mal sagen dass einem was stinkt ist gut, aber ansonsten muss man was TUN: Kündigen, streiken, whatever. Aber nur Rumheulen und dabei doch die Arbeit machen hat noch keinen Arbeitgeber oder Politiker überzeugt....
Ich glaube ich persönlich werde aber in Zukunft bei diesem Mindset nichts mehr sagen oder versuchen jemand zu überzeugen. Es gibt einfach zu viele die lieber Jammern anstatt für ein gutes Leben zu kämpfen, aber das ist euer Problem.
DrSkywalker
15.07.2020, 03:10
Kleiner, putz Dir die Nase, hör auf zu heulen und red nicht von Dingen, von denen Du offensichtlich keine Ahnung hast.
Ich hab 190000 für eine Praxis im Speckgürtel-Randbereich des Ruhrgebiets bezahlt, der Kredit ist nach 10 Jahren problemlos abbezahlt, ich mach 200000 Gewinn jährlich bei 40-50 Wochenstunden und habe die Wochenenden frei.
Ok, ich fahre nur BMW und nicht Porsche, aber dafür ist mein Kamin jetzt fertig.
Und Du tust mir leid, denn Du wirst wohl nie einen eigenen Kamin haben...
So ist es! Und je nach Bundesland und anderer Umstände kann man die Zahlen auch noch etwas optimieren z.b. eine Praxis für 0 € geschenkt bekommen und noch 30% mehr verdienen.
Traurig wie manch einer hier jammert, da
DrSkywalker
15.07.2020, 03:12
Kleiner, putz Dir die Nase, hör auf zu heulen und red nicht von Dingen, von denen Du offensichtlich keine Ahnung hast.
Ich hab 190000 für eine Praxis im Speckgürtel-Randbereich des Ruhrgebiets bezahlt, der Kredit ist nach 10 Jahren problemlos abbezahlt, ich mach 200000 Gewinn jährlich bei 40-50 Wochenstunden und habe die Wochenenden frei.
Ok, ich fahre nur BMW und nicht Porsche, aber dafür ist mein Kamin jetzt fertig.
Und Du tust mir leid, denn Du wirst wohl nie einen eigenen Kamin haben...
So ist es! Und je nach Bundesland und anderer Umstände kann man die Zahlen auch noch etwas optimieren z.b. eine Praxis für 0 € geschenkt bekommen und noch 30% mehr verdienen.
Traurig wie manch einer hier jammert, das tut mir echt leid für diejenigen, so eine große Unzufriedenheit.
Christoph_A
15.07.2020, 07:14
Dieses Gewinsel ist echt unerträglich, kann mich da nur meinen niedergelassenen Kollegen anschließen. Habe mir für 300k eine Teilhaberschaft in einem kardiologischen MVZ erworben, kann von meinem Einkommen plus den Anteilen den Kredit problemlos auf 10 Jahre abbezahlen und habe nebenbei ein ziemlich gutes Leben. Einige Leute scheinen den Bezug zur Einkommensrealität in Deutschland komplett verloren zu haben, anders kann man sich solche Stilblüten nicht mehr erklären. Wem Gehälter von 200k Euro plus x im Jahr zu wenig sind, der muß sich wirklich fragen lassen, ob er ein ernsthaftes Problem mit seiner Wahrnehmung hat.
agnatroin
15.07.2020, 08:53
Ich bin der Überzeugung, dass wir uns keinen Gefallen täten, würden Lehrer noch schlechter bezahlt werden, um mal auf den Threadersteller einzugehen. Meiner Meinung nach ist das der Wichtigste Beruf in einer funktionierenden Gesellschaft und Demokratie und wären Lehrer besser situiert in Sachen Gehalt und Aufstiegschancen, dann hätte ich diesen Beruf vlt auch in Erwägung gezogen.
Ich lese hier alles sehr interessiert mit. Bin immer froh, wenn man sich zum Thema Geld und Arbeitsbedingungen ehrlich und offen austauscht. Ich bin im Dezember approbiert, wenn alles glatt geht und versuche meinen Berufseinstieg zu planen :-dance
Also mir macht mein Beruf trotz aller hier schon aufgezeigten Nachteile richtig viel Spaß. Deswegen war es auch eine gute Entscheidung, meinen in jeder Hinsicht komfortableren BWLer-Job zu verlassen.
Und dass ich - wie mein OA immer sagt - dafür auch noch jeden Monat zwei Eimer voll Geld raustrage is doch super!
Dass andere für deutlich weniger Arbeit deutlich mehr Kohle kriegen ist zwar blöd. Aber das is nun mal so und käme es mir nur darauf an würde ich halt nen anderen Job machen.
Wems zu viel Arbeit für zu wenig Geld is der soll halt was anderes machen, das steht doch heute jedem frei.
Klar bringt Weinen nichts. Aber ich finde im Umkehrschluss auch den Beißreflex vieler ärztlicher Kollegen skurril, bei solchen Gesprächen alles relativieren und den eigenen Berufstand samt der eigenen Ausbildung schlecht reden zu müssen. Was bringt es dem Assistenzarzt, der sich krumm buckelt, dass ein niedergelassener Facharzt oder ein Chefarzt gutes Geld verdienen kann? Wir sind ja keine armen Menschen, das behauptet auch niemand. Aber mit solchen Knüppelargumenten der Marke "Wenn dir was nicht passt, dann geh halt" hat sich sicherlich auch noch nirgendwo auf der Welt etwas zum Besseren gewendet.
Es geht doch in erster Linie darum, dass das Verhältnis von Qualifikation zu Leistung zu Entlohnung unverhältnismäßig schief hängt. Unsere Arbeitsmodalitäten sind unser aller Sau - die Dienstmodelle, lächerliche Schichtzulagen, absurde Minusstunden nach Nachtarbeit, geplante Personalschlüssel am unteren Ende der Kollapsskala, fehlende uns untergeordnete Assistenzberufe, die Erwartungshaltung an Arbeitseinsatz und Überstunden ohne Mehrwert für uns, private Weiterbildung, keine Sonderzahlungen, Geld für Fortbildungen nur im absoluten Ausnahmefall, keine Pool-Beteiligung, keine Sonderleistungen, kein eigener Arbeitsplatz, kein Parkplatz ohne Lohnabzug, Dauerbefristung, regelhaft Frustventil für andere Berufsgruppen, absolute Abhängigkeit vom Chef im Bezug auf berufliches Vorankommen (Weiterbildungskatalog, Unterschriften etc). Der Tariflohnt bringt halt auch mit sich, dass man nicht verhandeln kann. Und wenn man vom CA der PC gesagt bekommt, man habe zwar Traumnoten, eine fertige Doktorarbeit, 5 Jahre als Werkstudent gearbeitet und einen Top-Eindruck in Hospitation und Gespräch hinterlassen, dürfe sich aber dennoch gerne nach dem Common Trunk wieder bewerben; dann bleibt vom Einsatz im Studium auch nur ein feuchter Furz übrig.
Niemand erwartet die eierlegende Wollmilchsau oder perfekte Lösungen für all diese Missstände. Aber in Kombination können sie einem den Job schon vermiesen. Das verstehe ich absolut. Und das anzuprangern oder Verbesserung zu fordern ist sicherlich weder vermessen noch sinnlos.
Feuerblick
15.07.2020, 10:37
Wenn ja öffentlich und merklich Verbesserungen gefordert würden, gäbe es nichts zu sagen. Aber leider wird ja schon im Kleinen gekniffen.
Wer hat behauptet, man müsse das kleine Arztzimmer mit unzumutbarem Bürostuhl hinnehmen? Warum nicht mal dort anfangen? Zum Chef gehen und sagen, man hätte gerne eine zumutbare und arbeitsergonomisch sinnvolle Ausstattung. Kleine Schritte führen auch vorwärts.
Oder unbezahlte, nicht aufgeschriebene Überstunden verweigern? So als nächsten Schritt.
Schon da fangen die meisten an zu heulen, weil sie entweder der Chef dann nicht mehr lieb hat oder weil Menschen sterben. Was totaler Quatsch ist. Nur traut sich ja keiner, weil unter Medizinern Jammermentalität auf Duckmäusertum trifft.
Jeder hat es in der Hand, für bessere Bedingungen und meinetwegen auch bessere Bezahlung einzustehen. Aber jammern und darauf warten, dass irgendein Superheld es schon richten wird...?
Christoph_A
15.07.2020, 11:26
Zumal sich die Hauptkritik hier ja nicht an den unstrittig verbesserungswürdigen Arbeits- und Weiterbildungsbedingungen entzündet hatte, sondern an den einfach irrationalen Gehaltsvorstellungen einiger User hier.
Man kann wirklich viel sagen, aber daß man als Arzt wenig verdient ist einfach falsch, wenn man sich das allgemeine Gehaltsgefüge der Republik abnschaut. Zusammen mit den MINT Fächern und einigen (bei weiten nicht allen) Juristen und BWLern bilden wir, bereits ab der Assistentenzeit das obere Gehaltsspektrum ab, nachzulesen in diversesten Gehaltstabellen.
Wem das zu wenig ist, der kann jederzeit nach Trumpistan oder in die Golfregion abwandern, da gibts dann die richtig dicken Gehaltsschecks, von denen einige hier so feucht träumen.
Ich stimme dir zu, dass viele Mediziner mehr Eier bräuchten. Trotzdem ist es in einer Abteilung, in der Überstunden zum guten Ton gehören und vom Gros der Assistenten mitgetragen werden, gerade als Berufseinsteiger strukturell sehr schwierig, sich gegen das System zu stemmen. Ich finde es unfair, so etwas einseitig von jungen Medizinern zu erwarten. In anderen Branchen besteht zumeist erst gar keine Notwendigkeit für ein vergleichbares Revoltieren, weil die Vergütung dort leistungsabhängig erfolgt. Man ist in der Medizin wie nirgendwo anders von Chef- und Oberärzten abhängig. Trotzdem soll man denen nach Vertragsunterschrift erstmal ins Gesicht spucken, bevor man sich über die Arbeitsumstände beschwert, weil man ansonsten ja nichts aktiv unternimmt? Ein Fünkchen Wahrheit mag da drin stecken, aber das ist schon ein sehr simplistisches Modell.
Echte High-Performer verbringen ihre Zeit auch nicht damit, in Online-Foren zu jammern.
Sondern haben genug Zeit, in Online-Foren anzugeben, während sie am Kamin sitzen :-))
Feuerblick
15.07.2020, 11:30
@Trüffel: Nö, ist es nicht. Und ein Assistenzarzt ist ja nicht allein in der Abteilung. Man kann durchaus zeitnah dem Chef klarmachen, dass man z.B. unbezahlte Überstunden nicht akzeptiert und daher pünktlich (ein paar Minuten plus/minus wären verkraftbar) den Griffel fallenlässt. Aber „weil man das ja nicht macht“, macht es auch keiner.
Christoph_A
15.07.2020, 11:37
Echte High-Performer verbringen ihre Zeit auch nicht damit, in Online-Foren zu jammern.
Sondern haben genug Zeit, in Online-Foren anzugeben, während sie am Kamin sitzen :-))
Dem schließe ich mich vollumfänglich an. Prost dem Herrenreiter, werde jetzt auch langsam in meinen wohlverdienten freien Nachmittag schippern, das Premiumprodukt der Marke Stinkediesel will ausgeführt werden.
Zumal sich die Hauptkritik hier ja nicht an den unstrittig verbesserungswürdigen Arbeits- und Weiterbildungsbedingungen entzündet hatte, sondern an den einfach irrationalen Gehaltsvorstellungen einiger User hier.
Man kann wirklich viel sagen, aber daß man als Arzt wenig verdient ist einfach falsch
Ja und nein. Das sind einfach zwei verschiedene Blickwinkel: Die einen sehen Bezahlung als die absolute Gehaltssumme, die auf dem Konto landet, während die anderen das Verhältnis von Arbeit zu Leistung abwägen. Ich denke, viele Leute hier in der Diskussion reden einfach aneinander vorbei, weil diese beiden Standpunkte vermischt werden, ohne klar benannt zu werden. Nein, ein Arzt verdient in absoluter Zahl sicher nicht schlecht. Trotzdem ist es ein valides Argument, dass von ihm sehr oft eine Leistung gefordert wird, für die er in anderen Branchen mit deutlichen Gehaltssprüngen, Zusatzleistungen etc. kompensiert werden würde.
Der Verleich mit der Großkanzlei ist natürlich nicht 1:1 passend. Aber wer argumentiert, dass die Anwälte dort deswegen so extrem viel verdienen, weil sie extrem viel leisten, muss auch anerkennen, dass es für einen Arzt frustrierend ist, dass seine Bereitschaft zur Höchsleistung sehr oft als selbstverständlich vorausgesetzt wird, ohne dass er einen einzigen Pfennig dafür sieht; geschweige denn Anerkennung durch Kollegen oder Vorgesetzte.
Christoph_A
15.07.2020, 11:45
Nun ja, die Assiszeit ist nicht das ganze Arztleben. Und spätestens in der Niederlassung kannst Du bequem Deinen Willen zur High Perfomance in Geld umsetzen, daran hindert Dich niemand.
Und was das extrem viel leisten angeht, Arbeit ist immer noch Leistung pro Zeit, je schneller und effektiver ich bin, desto weniger Überstunden mache ich. Kenne genug Kollegen, die gerne über ihre 60h Wochen jammern, aber halt einfach für die banalsten Tätigkeiten Ewigkeiten an Zeit brauchen. Viel Zeit in der Arbeit zu verbringen muß nicht ein Zeichen hoher Arbeitsbelastung sein.
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