Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium: Fehler meines Lebens
ehem-user-02-08-2021-1033
05.06.2021, 08:09
Inteligenz schreibt man mit zwei L.
Wie sagte eins ein großer Philosoph:"Das Wort heißt nukular...nukular!"
RussianAngel
06.06.2021, 07:47
Gibt es eigentlich Studien, wie viele Ärzte NACH dem Studium den Beruf aufgeben? Würden a.e. mehr als die Studienabbrecher sein :D Und da wir ja noch nach dem Studium für immer "in Ausbildung" sind, würde ich die eventuell auch mal zu den 10 Prozent, die die Ausbildung nicht schaffen rechnen :)
https://www.aerzteblatt.de/archiv/58510/Aerztlicher-Arbeitsmarkt-Alternativen-zur-kurativen-Taetigkeit
Cingulum123
06.06.2021, 08:52
Ich kenne bisher eine Person, die sich komplett aus der Medizin verabschiedet hat. Allerdings doch wirklich eine ganze Hand voll, die dauerhaft zu Hause mit mittlerweile teilweise dem dritten Kind sind ohne die Elternzeit je unterbrochen zu haben. Da verdienen die Männer soweit ich weiß aber auch echt ordentlich. Und dann sind auch eine aus der Klinik raus und in die Arbeitsmedizin gegangen.
cartablanca
06.06.2021, 09:40
Ich kenne bisher eine Person, die sich komplett aus der Medizin verabschiedet hat. Allerdings doch wirklich eine ganze Hand voll, die dauerhaft zu Hause mit mittlerweile teilweise dem dritten Kind sind ohne die Elternzeit je unterbrochen zu haben. Da verdienen die Männer soweit ich weiß aber auch echt ordentlich. Und dann sind auch eine aus der Klinik raus und in die Arbeitsmedizin gegangen.
Laut einem Artikel aus amboss arbeiten 60% nachher in Klinik und Praxis, d.h. 40 % machen irgendwas anderes.
Laut einem Artikel aus amboss arbeiten 60% nachher in Klinik und Praxis, d.h. 40 % machen irgendwas anderes.
Laut einem anderen Artikel aus... Nein. Einfach die tatsächliche Ärztestatistik! https://www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/aerztestatistik/aerztestatistik-2020/
Ausrechnen solltet ihr euch das dann selbst. Denn jeder berechnet die Zahlen so wie er/sie will!
Meine Berechnung zum Beispiel würde so aussehen: von ca. 537t Ärzten in D arbeiten ca. 384t ärztlich in stationär/Praxis/Körperschaften, 25t ärztlich aber nicht stationär/Praxis/Körperschaften, sind ca. 90t im Ruhestand und ca. 28t nicht ärztlich tätig (Elternzeit, Haushalt, Arbeitslos, berufsfremd, sonstiges).
Ich persönlich würde daher Ruheständler, Arbeitslose, Elternzeit, Haushalt etc. abziehen und dann bleiben 384t ärztlich tätige stationär/Praxis/Körperschaften gegenüber 25t ärztlich in nicht den Bereichen + ca. 14t in berufsfremd mit sonstiges. Ich persönlich sehe "Elternzeit" oder "Ruhestand" nicht als "sich aus der Medizin verabschieden. Und das bissl arbeitslose auch nicht. Die würde ich einfach ganz rausrechnen als eher so "nicht entschieden oder nicht klar". Und dann kommt man auf 384 vs 39 und das sind eher so 90% / 10%.
nomenklatur
06.06.2021, 14:57
Auf der anderen Seite sind dies aber auch alles nur erfasste Ärzte, die sich nach dem Studium direkt bei der Ärztekammer gemeldet haben.
Es fehlt also die Zahl an Leuten, die nach dem Studium direkt ins Ausland gegangen sind oder direkt nach dem Studium etwas anderes gemacht haben (jeweils ohne sich bei der ÄK zu registrieren).
Zudem wird in der Statistik auch nicht aufgeschlüsselt, wie viele Ärzte in Teilzeit arbeiten.
Auch Abbildung 6 ist schwierig zu deuten: der Anteil der U35 jährigen Ärzte steigt. Hier wäre eine absolute Zahl eher angebracht, da man so nicht sagen kann, ob mehr Nachwuchs in die Kliniken kommt oder, ob mehr Ärzte in den Ruhestand gehen (was immerhin +4% zum Vorjahr ist, s. Tab 14)
cartablanca
06.06.2021, 15:45
Laut einem anderen Artikel aus... Nein. Einfach die tatsächliche Ärztestatistik! [url]https://www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/aerztestatistik/aerztestatistik-2020/[/url.
https://www.amboss.com/stb/steigbuegel-ratgeber/ratgeber/alternative-berufsfelder
Das ist der Artikel.
Auf der anderen Seite sind dies aber auch alles nur erfasste Ärzte, die sich nach dem Studium direkt bei der Ärztekammer gemeldet haben.
Es fehlt also die Zahl an Leuten, die nach dem Studium direkt ins Ausland gegangen sind oder direkt nach dem Studium etwas anderes gemacht haben (jeweils ohne sich bei der ÄK zu registrieren).
Zudem wird in der Statistik auch nicht aufgeschlüsselt, wie viele Ärzte in Teilzeit arbeiten.
Auch Abbildung 6 ist schwierig zu deuten: der Anteil der U35 jährigen Ärzte steigt. Hier wäre eine absolute Zahl eher angebracht, da man so nicht sagen kann, ob mehr Nachwuchs in die Kliniken kommt oder, ob mehr Ärzte in den Ruhestand gehen (was immerhin +4% zum Vorjahr ist, s. Tab 14)
Ja das stimmt. Meiner Ansicht nach ist die Statistik der BÄK allein nicht aussagekräftig genug.
https://www.amboss.com/stb/steigbuegel-ratgeber/ratgeber/alternative-berufsfelder
Das ist der Artikel.
Leider ohne genaue Quellenangabe soweit ich sehe.
Aber könnte gut passen. Warum soll man nicht nochmal in einem anderen Beruf arbeiten, bevor man jahrelang unzufrieden in einem Beruf hängt.
Ja das stimmt. Meiner Ansicht nach ist die Statistik der BÄK allein nicht aussagekräftig genug.
Dann nenn bitte eine bessere Quelle. Weißt schon, konstruktiv und so.
Leider ohne genaue Quellenangabe soweit ich sehe.
Aber könnte gut passen. Warum soll man nicht nochmal in einem anderen Beruf arbeiten, bevor man jahrelang unzufrieden in einem Beruf hängt.
Ah, ok. Eine Prozentaussage ohne Quellenangabe irgendwo gefällt dir besser weil sie besser zu deiner Meinung passt? Wow. Na da hat mal einer beim Thema wissenschaftliches Arbeiten gut aufgepasst.
Um mal zu zitieren was bei der BLÄK steht:
Jeder Arzt, der in Bayern ärztlich tätig ist oder, ohne ärztlich tätig zu sein, in Bayern seine Hauptwohnung im Sinne des Melderechts hat, ist verpflichtet, sich unverzüglich ‒ spätestens innerhalb eines Monats ‒ bei der für ihn zuständigen Meldestelle (Ärztlicher Bezirksverband oder Kreisverband) anzumelden.
Es sind also grundsätzlich alle Ärzte verpflichtet sich anzumelden, die Statistik der BÄK erfasst damit prinzipiell erstmal alle Menschen die in Deutschland zur "Berufsausübung berechtigten Ärztinnen und Ärzte" die ihrer Verpflichtung nachgekommen sind sich anzumelden. Es sind damit auch alle Ärzte verpflichtet sich anzumelden die "in einem anderen Beruf arbeiten".
Logisch kann man dann wieder sagen "aber die Dunkelziffer". Aber ab diesem Zeitpunkt ist es nur noch ein wildes Raten und Spekulieren.
nomenklatur bringt immerhin inhaltliche Kritik oder Input, darüber kann man immerhin diskutieren.
Auf der anderen Seite sind dies aber auch alles nur erfasste Ärzte, die sich nach dem Studium direkt bei der Ärztekammer gemeldet haben.
Es fehlt also die Zahl an Leuten, die nach dem Studium direkt ins Ausland gegangen sind oder direkt nach dem Studium etwas anderes gemacht haben (jeweils ohne sich bei der ÄK zu registrieren).
Auch wenn man etwas anderes macht ist man verpflichtet sich zu registrieren solange der Hauptwohnsitz in D ist. Leute die ins Ausland gegangen sind werden nicht erfasst. Das ist korrekt. Die Abwanderung wird meines Wissens nicht erfasst, der Anteil ausländischer Ärzte schon.
Und wenn man formal korrekt ist: auch nicht erfasst werden Leute die die Approbation freiwillig oder unfreiwillig zurückgegeben haben oder nie beantrag haben.
Zudem wird in der Statistik auch nicht aufgeschlüsselt, wie viele Ärzte in Teilzeit arbeiten.
Absolut. Wobei auch hier die Frage ist "was ist Teilzeit"? Ist in einer Praxis ein 30h-Vertrag Teilzeit? Oder in der Klinik ein 85%-Vertrag? Und wenn man mit einem 85%-Vertrag dann incl. Dienste und Überstunden auf 45h/Woche kommt? Und was ist wenn man mehrere Arbeitgeber hat oder honorarärztlich wechselnde "Auslastung"? Ich find das Thema für so eine allgemeine Statistik schwierig. Macht es vermutlich eher unübersichtlicher.
Auch Abbildung 6 ist schwierig zu deuten: der Anteil der U35 jährigen Ärzte steigt. Hier wäre eine absolute Zahl eher angebracht, da man so nicht sagen kann, ob mehr Nachwuchs in die Kliniken kommt oder, ob mehr Ärzte in den Ruhestand gehen (was immerhin +4% zum Vorjahr ist, s. Tab 14)
Dazu müsste man sich bemühen die Statistiken der Vorjahre herauszusuchen und dort die absoluten Zahlen herauszulesen. Diese sind für 2020 in Tabelle 5 erfasst und wenn man beispielsweise die Statikstik für 2019 nimmt dann sind in Tabelle 5 die U35er mit 76045 vs. 77987 für 2020 dabei, während die absolute Zahl der berufstätigen Ärzte weniger steigt 402453 vs. 409121.
Offensichtlich kommt mehr Nachwuchs in die Kliniken, da auch die reine Zahl steigt. Man kann halt nicht alles was man will an dieser einen Statistik rauslesen, aber die Zahlen für sämtliche Jahre zuvor sind auch verfügbar und man kann sich damit alles rausziehen was man will.
cartablanca
07.06.2021, 02:09
https://www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/aerztestatistik/gesamtzahl-der-aerzte/
Ok, also laut dieser Statistik sind etwas mehr als 1/5, d.h. 20 Prozent der bei den Landesärztekammern gemeldeten Ärzte nicht mehr in Klinik und Praxis in der unmittelbaren Patientenversorgung tätig. Davon größtenteils weil im Ruhestand. Jetzt müsste man halt noch wissen wie viele auswandern, wie viele gar nicht erst die Approbation beantragen etc.. Da hab ich aber keine Daten zu.
Wenn man aus der Medizin aussteigt und seine Approbation zurück gibt, bleibt man dann bei der ÄK gemeldet?
cartablanca
07.06.2021, 02:27
Manchmal wunder ich mich echt warum so viele so scharf auf diesen Job sind, dass sie 7 Jahre warten, ins Ausland gehen oder sonst was anstellen, um Medizin studieren zu können. Was ist so besonders daran? Mir kommt es so vor als wär das so eine Art funkelndes Etwas, was die Leute nur deshalb haben wollen, weil es jeder haben will. So wie Gold oder Edelsteine etwa. Eigentlich nutzlos, aber wertvoll, weil es jeder haben will. Damit will ich nicht sagen, dass der Job wertlos ist, aber es gibt viele tolle andere Berufe. Vielleicht ist das aber auch so, weil es ein Beruf ist, wo man mit durchschnittlichem Talent relativ finanziell erfolgreich und sicher leben kann?
Hätte ich auch nur einen Tag auf meinen Platz warten müssen - ich hätte es nicht studiert.
Jetzt müsste man halt noch wissen wie viele auswandern, wie viele gar nicht erst die Approbation beantragen etc.. Da hab ich aber keine Daten zu.
Wenn man aus der Medizin aussteigt und seine Approbation zurück gibt, bleibt man dann bei der ÄK gemeldet?
Und das gibt die Statistik nicht her...Ein Kollege hat jahrelang das Ärzteblatt ohne Anzeigentitel bekommen und dann irgendwann mal nachgefragt: Ja sie werden hier als nicht ärztlich tätig in der Statistik geführt, können wir ändern.
Nein, wenn man seine Approbation zurückgibt, kann man aus der ÄK austreten.
https://www.blaek.de/wegweiser/wegweiser-beitrag
Es gibt u.a. etwas genauere Gutachten zum Ausstieg aus der kurativ ärztlichen Berufstätigkeit, die
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Gesundheit/Berichte/Abschlussbericht_Gutachten_zum_Ausstieg_aus_der_ku rativen_aerztlichen_Berufstaetigkeit_in_Deutschlan d.pdf
Allerdings schon etwas älter
Schade, dass der Amboss Artikel keinen Autor nennt und nicht die Quellen nennt...frei erfunden wird es nicht sein...auch wenn es hier mancher DE Krankenhaus Fan nicht hören mag
Es sind also grundsätzlich alle Ärzte verpflichtet sich anzumelden, die Statistik der BÄK erfasst damit prinzipiell erstmal alle Menschen die in Deutschland zur "Berufsausübung berechtigten Ärztinnen und Ärzte" die ihrer Verpflichtung nachgekommen sind sich anzumelden. Es sind damit auch alle Ärzte verpflichtet sich anzumelden die "in einem anderen Beruf arbeiten".
Und wenn man formal korrekt ist: auch nicht erfasst werden Leute die die Approbation freiwillig oder unfreiwillig zurückgegeben haben oder nie beantrag haben.
Also alle, die ins Ausland gehen oder ihre Approbation nicht beantragen oder ihre Approbation zurückgeben sind von der Zwangsmitgliedschaft befreit.
cartablanca
07.06.2021, 06:53
Dass die Leute, die aus der Medizin komplett aussteigen, nicht erfasst sind, kann sich also auch dadurch ergeben, dass sie aus der ÄK austreten, um die Beiträge zu vermeiden?
https://www.aerzteblatt.de/archiv/57275/Arztzahlentwicklung-Mehr-als-eine-Rechenaufgabe
Der Schwund an Medizinstudierenden beträgt im Verlauf des Studiums bis zum Eintritt in die Patientenversorgung mittlerweile 41 Prozent (Erstsemester 1997). Sie wechseln in andere Berufsfelder oder werden im Ausland ärztlich tätig
Studie zur Altersstruktur und Arztzahlentwicklung“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)
https://www.kbv.de/media/sp/Arztzahlstudie_2010_Praesentation.pdf
Verlust: Anfänger zum Absolvent:20%
Verlust: Absolvent zur Approbation:11%
Zusammenfassend kann man sagen, dass es nicht unüblich ist aus der kurativ-arztlichen Tätigkeit auszusteigen und sich anderweitig umzusehen.um wenige 1-2 % handelt es sich dabei sicherlich nicht.
Relaxometrie
07.06.2021, 12:30
[QUOTE=daCapo;2199350]https://www.aerzteblatt.de/archiv/57275/Arztzahlentwicklung-Mehr-als-eine-Rechenaufgabe/QUOTE]
Der Artikel ist von 2007!!! Also handelt es sich um völlig veraltetes Zahlenmaterial.
Auf die Schnelle habe ich jetzt keine aktuelleren Zahlen gefunden. Daher bisher nur der nicht so konstruktive Kommentar, dass Zahlen von 2007 nicht mehr sehr aussagekräftig sind.
cartablanca
07.06.2021, 13:42
Finde auch keine aktuellen Daten, aber es fällt auf, dass in den meisten Krankenhäusern hauptsächlich ausländische Assistenten zu finden sind.
Relaxometrie
07.06.2021, 14:29
Hier eine Statistik, die zwar nicht genau das wiedergibt, was in daCapos Link von 2007 genannt wird, aber man kann aus dieser Statistik (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/158869/umfrage/anzahl-der-aerzte-in-deutschland-seit-1990/) ableiten, dass die Anzahl der "Ärzte ohne ärztliche Tätigkeit" zwischen 1990 und 2020 von 17,7% auf 23,8% gestiegen ist. 2010 lag der Anteil sogar bei 24,0 %.
Wobei man daraus natürlich auch irgendwie alles und nichts schlussfolgern kann. Vermutlich haben nicht alle, die dort als "ohne ärztliche Tätigkeit" aufgeführt werden, die Medizin endgültig verlassen.
cartablanca
07.06.2021, 14:37
Schon merkwürdig, dass man vor dem Hintergrund immer von Ärztemangel spricht. Die Zahl hat sich ja quasi verdoppelt.
Schon merkwürdig, dass man vor dem Hintergrund immer von Ärztemangel spricht. Die Zahl hat sich ja quasi verdoppelt.
Es ist ein strukturelles Problem.
https://www.forschung-und-lehre.de/gibt-es-einen-aerztemangel-1092/
Es gibt insgesamt soviele Ärzte wie noch nie.
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