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Cor_magna
02.02.2021, 23:48
Klar. Würde ich auch so machen. Aber idealerweise (mit großer Glaskugel...) würde ich vor dem Crash verkaufen und meine Value-Werte nach dem Crash billig (mehr) zurückkaufen....
Aaaber, völlig klar: Wenn ich auf Value setze, dann kann ich auch dran glauben, dass der alte Wert zügig wieder erreicht wird (hat man ja letztes Jahr im Februar gut sehen können) und nutzt halt seine liquiden Mittel zum Nachkauf.

Ruhig schlafen kann ich sowieso. Man sollte ja neben Diversifizierung auch sicherstellen, noch ohne wesentliche Einbuße so weiterleben zu können wie jetzt, wenn der gesamte Depotwert auf einmal Null wäre (dann hätte man aber vermutlich eher kein Value Investing betrieben).

GK betreibt genau wie ich breit diversifiziertes ETF Investing auf die großen Aktienindizes. Und da glaube ich doch schon sehr stark daran, dass der alte Marktwert irgendwann wieder erreicht wird. Wenn nicht hätten wir vermutlich andere Probleme :-))

Zur Brokerfrage: Ich persönlich habe Erfahrung mit ING als auch Onvista, für meine Basic Strategie beides absolut geeignet, die paar Peanuts die ING mehr kostet sind mir ziemlich wurscht. Würde deswegen nicht von ING weg wechseln. Falls du aktiveren Handel/Trading betreibst, gäbe es aber vermutlich bessere Alternativen (ich denke hier eher an Interactive Brokers und dessen ABleger.)

Thomas24
03.02.2021, 18:36
Andere Frage - hatten wir schonmal, aber wird bei mir wieder aktuell und in der Zwischenzeit ändert sich ja immer mal was: Wo führt ihr euer Depot und wie zufrieden seid ihr?
Ich bin historisch bedingt noch bei der ING. Nicht günstig und die Funktionalität des Ordermanagers, Übersicht, Verwalten von Limits finde ich sowohl im Web als auch in der App als unübersichtlich. Daher denke ich über einen Wechsel nach.
Hatte mich mal bei Trade Republic freischalten lassen, aber nie was gemacht. Und mir widerstrebt auch die Aussicht, nur via App traden zu können.

Hi Sebastian,

das hängt so ein bisschen von deinen Anforderungen an deinen Broker ab.
Wenn du primär als Langfrist Investor unterwegs bist und kein aktiver Trader, tun sich die online Broker untereinander heutzutage nicht mehr viel.

Als aktiverer Händler kann ich dir -mit Einschränkungen- Interactive Brokers und deren deutsche Ableger (Lynx, Captrader etc.) empfehlen. Vorteil: guter Kundenservice, gute -und mächtige Handelsplattform, ordentliche Gebührenstruktur. Cave: die Gebühren sind bei den Introducing Brokern wie Captrader etc. höher als beim Mutterbroker IB. Bei hinreichender Handelsaktivität kann man aber individuelle Gebührensätze verhandeln.

Was etwas nachteilig ist: das Reporting für Steuerzwecke ist unübersichtlich, und du musst dann am Jahresende selbst mit Excel tätig werden oder das an deinen Steuerberater auslagern (sofern der sich mit Trading auskennt und nicht rundheraus ablehnt).

Was -ich persönlich- als sehr nachteilig empfinde, ist die Tatsache, dass alle europäischen Kunden von IB bislang bei IB UK angesiedelt worden sind und im Rahmen des BREXITs alle europäischen Kundenkonten nach IB- Irland umziehen müssen. Dieser Umzug ist bei vielen nicht reibungslos verlaufen *UND* die bislang sehr komfortable Absicherung der Kundenaccounts durch Lloyds of London plus UK Einlagensicherung plus IB Haftung wurde beim Umzug nunmehr auf den- auch bislang in Deutschland gültigen- kontinentaleuropäischen Standard zurückgefahren (also Einlagensicherung bis leider nur ca. 20 K Depotwert, im Gegensatz zu Girokonten, die ja bekanntermaßen bis 100 K pro Person "garantiert" werden).

Darüber hinaus gelten alle Einschränkungen, die MIFID II dem deutschen Kleinanleger beschert haben, auch unverändert weiter. D.h. viele der liquiden und interessanten US ETFs darfst du nicht kaufen, sondern musst dich mit den uninteressanteren -aber dafür in Europa zugelassenen- ETFs beschränken, zumindest solange du als "Retail" eingestuft wirst.

Ich für meinen Teil überlege daher, im Rahmen des Risikomanagements (Stichwort: Asset Protection) auch Teile meiner Depots auf außereuropäische Broker zu übertragen, denen ich ein geringeres Counterparty Risk zubillige, als den in Deutschland bzw. der EU ansässigen Brokern. z.B. in der Schweiz (z.B. Swissquote)- für die reine Depotverwaltung nehme ich die höheren Kurs- und Ordergebühren in Kauf. Bezüglich der USA: einige der größeren US Broker sind im letzten Jahr leider dazu übergegangen, keine Non -US Kunden mehr anzunehmen.

Hoffe, das hilft Dir etwas weiter :-top

h3nni
03.02.2021, 19:36
Weil wir jetzt (für mich) ein bisschen in den hohen Sphären der Broker-Wahl und Depotstrategien sind:

Was bietet die Apobank an, wenn man ein eigenes Clearstreamdepot über die einrichten kann? Eines kostet glaub 18k, man muss aber mindestens 2 davon nehmen, insofern ist das ja ein riesiger Kostenposten.

Nicht dass das für mich interessant wäre (ich wüsste nicht wofür), aber wenn ich immer mal das Preis-Leistungsverzeichnis durchscrolle, fällt mir dieser fünfstellige Posten einfach auf.

Thomas24
03.02.2021, 20:26
Weil wir jetzt (für mich) ein bisschen in den hohen Sphären der Broker-Wahl und Depotstrategien sind:

Was bietet die Apobank an, wenn man ein eigenes Clearstreamdepot über die einrichten kann? Eines kostet glaub 18k, man muss aber mindestens 2 davon nehmen, insofern ist das ja ein riesiger Kostenposten.

Nicht dass das für mich interessant wäre (ich wüsste nicht wofür), aber wenn ich immer mal das Preis-Leistungsverzeichnis durchscrolle, fällt mir dieser fünfstellige Posten einfach auf.


Hallo H3nni!
Das grundsätzliche Problem besteht ja darin: wenn du etwas besitzt, musst du es irgendwo verwahren. Und damit fangen deine Probleme schon an: wie kann man es verwahren, dass man a) sicher herankommt, aber b) es vor Diebstahl, Unglücken, Feuer, Enteignung etc. geschützt ist. Jeder, der schon mal Kryptowährungen gekauft hat, kennt das Problem aus eigener Anschauung. Grundsätzlich kannst du es bei dir selber verwahren, damit bist du für alles verantwortlich. Oder bei jemand anderem -dann hast du aber ein sogenanntes "Gegenpartei Risiko".

Mal ein einfaches Beispiel. Du kaufst dir physisches Gold. Jetzt hast du das Luxusproblem: wo lagere ich es? Da gäbe es ja verschiedene Optionen, die alle Vor- und Nachteile haben. Z.B. in deinem Safe (kein Gegenparteirisiko, außer Diebstahl, Verlust durch Unfall, Unachtsamkeit etc.), in deiner Bank (kommst du im Ernstfall ran? Ist die Bank geschlossen? Werden Bankschließfächer vom Staat unter Aufsicht eines Finanzbeamten geöffnet?), oder bei einem deutschen Edelmetallhändler (de facto dieselben Fragen wie bei der Bank), oder einem internationalen Edelmetallhändler (sind im Ernstfall die Grenzen offen? Kann dein Edelmetall zu Dir aus dem Ausland problemlos ausgeliefert werden? Besteht ein Enteignungsrisiko im Land des Verwahrers etc.?), in einem internationalen Zollfreilager (z.B. Liechtenstein) usw.

Clearstream ist eine Verwahrstelle für Wertpapiere. Und bietet die Abwicklung von Transaktionen hinter den Kulissen an. Was Clearstream ist und was es macht, wird hier ganz gut erklärt.

https://www.deutsche-boerse.com/dbg-de/unternehmen/wissen/deutsche-boerse-aktuell/zentralverwahrer-clearstream

Die Idee dahinter ist, dass du anstelle über deinen Broker, der seinerseits für dich wiederum bei Clearstream deine Aktien hinterlegt- deinen Broker umgehen kannst und vielleicht ein kleines bisschen weniger Counterparty Risk hast, wenn Du direkt mit der Zentralverwahrstelle für die Wertpapiere interagieren kann. Aber für den durchschnittlichen Apobank Kunden, lohnt sich sowas wirklich gar nicht.

Was für ein Broker Risiko könnte das sein? Ein einfaches Beispiel: nehmen wir einmal an, du hast ein Broker Konto bei XYZ Bank. Dein Broker (abhängig von den AGBs) kann beispielsweise *DEINE* Aktien an andere Marktteilnehmer verleihen, die damit beispielsweise eine Short Spekulation machen wollen - wie neulich bei Game Stop gesehen. Das Problem: Wenn mehr Aktien verliehen werden, als überhaupt Aktien existieren (wie neulich bei Game Stop mit 140% Short durch naked Shorts), ist klar, dass nicht alle short Positionen so einfach geschlossen werden können. Du hättest ein kleines Risiko, dass dein Broker pleitegeht (Robin Hood musste innerhalb von 2 Wochen ja 4 Milliarden USD auftreiben, alleine um offen zu bleiben) und deine durch ihn an jemand anders verliehenen Aktien auch nicht so einfach wieder einbringlich sind. Zwar hast du einen Rechtsanspruch gegenüber deinem Broker- aber im Falle des Falles haben die Gerichte halt viel zu tun mit vielen verärgerten Anlegern.

Übrigens: das Verleihen von Aktien geschieht gegen Gebühr. Die streicht sich dein Broker ein, im Regelfall bekommst du für das Ausleihen deiner Aktien kein Geld (Ausnahme: Interactive Brokers, du musst der Aktienleihe bislang explizit zustimmen und bekommst dafür etwas Geld, quasi die "Leihgebühr"). Sollte deine Aktie im Zeitraum deiner Ausleihe eine Dividende zahlen, ist der Leihende verpflichtet, Dir diese Dividende auszuzahlen... sofern er nicht in der Zwischenzeit pleite geht, weil er z.B: mit Gamestop Unfug getrieben hat:-D.

Übrigens: Gegenpartei -Risiken sind nicht nur im allgemeinen Wirtschaftsleben, sondern auch in der Medizin gar nicht mal so gering. Vor kurzem ist einer der großen Rezepte Abrechner der Apotheken pleitegegangen. D.h. 1/6 aller deutschen Apotheken haben durch die Insolvenz große Summen verloren: Theoretisch hätten Sie jetzt einen Anspruch aus Geldern aus der Insolvenzmasse. Aber: aus der Insolvenzmasse werden zuerst die Angestellten, die Sozialkassen (wie Krankenkassen, Rentenversicherung, BG etc.) etc. bedient- aus dem was übrig bleibt, kann evtl. noch was Geld an die Apotheken fließen. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/09/16/wie-es-jetzt-fuer-die-apotheken-weitergeht

Angesichts der Eigenkapitalquote des deutschen Bankensystems - und des laufenden 2 Lockdowns und der erneut verschobenen Insolvenzantragspflicht (diesmal bis April verschoben worden), sollte man sich durchaus auch mal Gedanken über das Gegenpartei Risiko bei einer deutschen Bank Gedanken machen.

h3nni
03.02.2021, 20:38
Aber hätte ich dann genauso ein Depot bei Clearstream wie die Apobank eines hat mit Unterkonten für alle ihre Kunden?

Wenn ich so groß wäre, wieso würde ich das über die Apobank abschließen wollen und nicht direkt bei clearstream?

Also das ist jetzt ja total advanced und wie du sagtest, wahrscheinlich nicht relevant, ich frage mich einfach, warum die sowas anbieten.
Auch von mir danke für die Erklärungen.

Matzexc1
03.02.2021, 20:56
Ich für meinen Teil überlege daher, im Rahmen des Risikomanagements (Stichwort: Asset Protection) auch Teile meiner Depots auf außereuropäische Broker zu übertragen, denen ich ein geringeres Counterparty Risk zubillige, als den in Deutschland bzw. der EU ansässigen Brokern. z.B. in der Schweiz (z.B. Swissquote)- für die reine Depotverwaltung nehme ich die höheren Kurs- und Ordergebühren in Kauf. Bezüglich der USA: einige der größeren US Broker sind im letzten Jahr leider dazu übergegangen, keine Non -US Kunden mehr anzunehmen.



Über Swissquote denke ich auch schon etwas länger nach(für meine Schweizer Werte), mich würde freuen zu hören für welchen Broker du dich entscheidest. Vielen Dank für die Informationen

Thomas24
03.02.2021, 21:21
Aber hätte ich dann genauso ein Depot bei Clearstream wie die Apobank eines hat mit Unterkonten für alle ihre Kunden?

Wenn ich so groß wäre, wieso würde ich das über die Apobank abschließen wollen und nicht direkt bei clearstream?

Also das ist jetzt ja total advanced und wie du sagtest, wahrscheinlich nicht relevant, ich frage mich einfach, warum die sowas anbieten.
Auch von mir danke für die Erklärungen.

Ich glaube gar nicht mal, dass sich das Clearstream Angebot primär an Privatpersonen richtet. Auch mehrere institutionelle Kunden wickeln ja ihre Geschäfte über die Apobank an. Es kann zum Beispiel ein Versorgungswerk oder eine Pensionskasse sein, oder eine Klinik, ein größeres MVZ etc. Für solche Kunden relativieren sich die Kosten.

Wer sich als Privatperson in dieser Größenordnung bewegt, hat sich sicher schon Gedanken über ein Family Office oder eine Stiftungslösung gemacht und wird nicht mehr als Privatperson über einen Retail- Broker handeln (oder nur mit einem kleinen Teil seines Vermögens) - und bestimmt nicht über die IT geplagte Apobank.

Chriman
04.02.2021, 11:17
Plan: den Upswing im Preis mitnehmen ab 30 Dollar etwas abverkaufen, den Gewinn einstreichen und danach hoffen, dass JPM und co. den Silberpreis im Anschluss- nach der Zerstörung von Wallstreetets- wieder drücken können, um wieder günstig nachkaufen zu können. Aber sehr ärgerlich das Wallstreetbets gerade in diesem Markt "rummatscht". Ich hätte viel lieber ungestört weiter und länger Silber Physisch über Minen und Royalty Streamer akkumuliert- bis dann tatsächlich ein fundamentaler Grund (und eben kein Sentiment und Narrativ getriebener Grund) eintritt, dass die Silbernachfrage steigt.

Hallo Thomas,
vielen Dank für die umfangreichen Einblicke. Was wäre denn ein leicht gangbarer Weg Silber/Gold wirklich physisch zu erwerben und zu lagern. Die von dir angesprochenen Anteile an Minen oder Streamern führen ja, nach meinem Verständnis, nicht zu Silber im eigenen Safe oder Schließfach? Sollte man dann einfach Barren oder Münzen kaufen? --> Dann in den Keller packen:-))? Hat das steuerlich irgendwelche Implikationen bzw. Fallstricke?

Tzehehe
04.02.2021, 12:45
ApoBank übrigens schlimmste Handhabung aller Broker auf dem Markt. Wer sich dieses Ungetüm ausgedacht hat, gehört bestraft. Die App, das Einwähl-Verfahren, die Benutzeroberfläche - alles eine Vollkatastrophe!

h3nni
04.02.2021, 13:19
Schlimm, dass man für 500 Mio im Jahr 2020 nichts besseres kriegt. Ich könnte zwischendurch nicht mal mehr vom Handy weg überweisen, weil die Seite nicht geladen hat.
spätestens nach dem Studium bin ich da weg.

Thomas24
04.02.2021, 15:21
Hallo Thomas,
vielen Dank für die umfangreichen Einblicke. Was wäre denn ein leicht gangbarer Weg Silber/Gold wirklich physisch zu erwerben und zu lagern. Die von dir angesprochenen Anteile an Minen oder Streamern führen ja, nach meinem Verständnis, nicht zu Silber im eigenen Safe oder Schließfach? Sollte man dann einfach Barren oder Münzen kaufen? --> Dann in den Keller packen:-))? Hat das steuerlich irgendwelche Implikationen bzw. Fallstricke?

Das "Wie" ist ja relativ einfach. Edelmetalle kannst du einfach im Edelmetallhandel und auch bei einigen Banken kaufen. Online, on- site, sowohl national, als auch international. Physisch kaufen hat den eleganten Vorteil, dass man -derzeit noch- bis zu Einkäufen in Höhe von 2.000 Euro pro Person anonym bleiben darf im sogenannten Tafelgeschäft. Die Grenze betrug mal 15.000 Euro, dann 10.000 und fiel dann auf die derzeit gültigen 2.000 (Begründung ist immer wieder dieselbe: Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorfinanzierung, keinesfalls aber Finanzrepression blablablub). Die Identifikationspflicht natürlich für den Staat den nicht zu vernachlässigenden Vorteil zu wissen, wer jemals Edelmetalle gekauft hat, wie viel... und wo diese Leute wohnen. Man weiß nie, wozu diese Info mal nützlich sein könnte. Falls -rein hypothetisch natürlich- der Staat jemals wieder in eine Situation kommen sollte, mal größere Summen zu brauchen... (also in Deutschland und Österreich in den letzten 100 Jahren: acht Mal). Da wir derzeit im 2 Lockdown sind, fallen anonyme Tafelgeschäfte mit Bargeld im Fachhandel derzeit weg (Ausnahme: bei Banken, die das anbieten- wie beispielsweise die Reisebank). Du kannst natürlich auch online ordern, aber dann werden eben deine Daten erfasst (und aus steuerlichen Gründen beim Verkäufer auch 10 Jahre lang gespeichert).

Gold und Silber werden steuerlich unterschiedlich behandelt, beim Silber unterscheiden sich Münzen von Münzbarren und Barren. Bei Silbermünzen wiederum bei innereuropäischen und außereuropäischen (Stichwort: Differenzbesteuerung). Ist aber nicht schwer zu verstehen und auch online gut recherchierbar.

Meines Erachtens viel wichtiger als das "wie", sind die Fragen "warum" und das "wie viel".
Warum möchtest du in diesen Assets sein? Ist das eine Spekulation auf einen steigenden Preis, oder eine Absicherung deiner Kaufkraft in einem inflationären Szenario? Oder gar eine Absicherung gegen eine Totalkatastrophe? Je nachdem, für welchen Zweck du kaufst, würde man das nämlich unterschiedlich angehen.

Wenn du dich ein wenig einlesen möchtest: lies EB Tucker. Why Gold, why now? Sehr kurzes Buch, erklärt in sehr einfach verständlichen Worten ein paar Basics. Danach kannst du dich ja weiter informieren.

Ein letztes noch: sind Gold und Silber sicher? Kein Asset ist "sicher". Nur hast du eben bei Gold und Silber den Vorteil, dass es mindestens 5.000 Jahre Track Record als Wertspeicher gibt, der Wert niemals (gegen Fiat gemessen) auf 0 fiel, aber dazwischen hast du auch bei Gold und Silber lange Phasen von starken Preisfluktuationen und auch Inflationärer Entwertung.

freak1
04.02.2021, 17:03
ApoBank übrigens schlimmste Handhabung aller Broker auf dem Markt. Wer sich dieses Ungetüm ausgedacht hat, gehört bestraft. Die App, das Einwähl-Verfahren, die Benutzeroberfläche - alles eine Vollkatastrophe!

Wer nach der IT-Katastrophe noch Kunde dort ist, ist einfach selbst Schuld. Viel zu überteuert, grottenschlechte IT-Infrastruktur usw.

Meine Kündigung und die Kontenauflösung hat insgesamt glaube ich (nagelt mich nicht drauf fest) 8 Monate gedauert. 1x normalen Brief, 2 Einschreiben mit Rückschein, 3 Telefonate und letztlich die unterschwellige Drohung mit einem Anwalt...

phanto95
04.02.2021, 17:38
Ihr wisst aber schon, dass man nur einmal lebt? *wegduck*

Matzexc1
04.02.2021, 19:56
Wer nach der IT-Katastrophe noch Kunde dort ist, ist einfach selbst Schuld. Viel zu überteuert, grottenschlechte IT-Infrastruktur usw.

Meine Kündigung und die Kontenauflösung hat insgesamt glaube ich (nagelt mich nicht drauf fest) 8 Monate gedauert. 1x normalen Brief, 2 Einschreiben mit Rückschein, 3 Telefonate und letztlich die unterschwellige Drohung mit einem Anwalt...

Ich bin noch Kunde, liegt an der genossenschaftlichen Einlagensicherung und dem Geldautomatennetz.


Ihr wisst aber schon, dass man nur einmal lebt? *wegduck*

Aber genau deswegen bringe ich mein Geld an die Börse: Um gut zu leben ;-)

LasseReinböng
04.02.2021, 20:20
Wer nach der IT-Katastrophe noch Kunde dort ist, ist einfach selbst Schuld. Viel zu überteuert, grottenschlechte IT-Infrastruktur usw.

Meine Kündigung und die Kontenauflösung hat insgesamt glaube ich (nagelt mich nicht drauf fest) 8 Monate gedauert. 1x normalen Brief, 2 Einschreiben mit Rückschein, 3 Telefonate und letztlich die unterschwellige Drohung mit einem Anwalt...


Ich habe irgendwann mal aus Gründen der Diversifikation ein Girokonto bei der Apobank eröffnet. Die Tatsache, daß keine Listung in der Schufa erfolgt ( zu viele Konten und Kreditkarten können den Schufa-Score versauen), die Kontoführungsgebühren recht niedrig sind und ich auch nicht unweit einer Filiale wohne ließen die Apobank zunächst ganz attraktiv erscheinen...aber das Onlinebanking ist eine derartige Zumutung daß das Konto bislang völlig ungenutzt blieb.

freak1
04.02.2021, 20:23
Ich bin noch Kunde, liegt an der genossenschaftlichen Einlagensicherung und dem Geldautomatennetz.

Gratis Geld abheben kann ich mit der ING Kreditkarte überall und damit auch an Sparkassenautomaten - was mit der ApoBank nie ging.

Wenn du mehr als 100.000€ Cash auf deinem Konto hast macht du eh was falsch.

Matzexc1
04.02.2021, 20:30
Gratis Geld abheben kann ich mit der ING Kreditkarte überall und damit auch an Sparkassenautomaten - was mit der ApoBank nie ging.

Wenn du mehr als 100.000€ Cash auf deinem Konto hast macht du eh was falsch.

Damit das passiert müsste es Sterntaler regnen (falls du welche übrig hast... :-)) )


Ich muss eh mal planen, weil das es nach Eingabe der Überweisung einen weiteren Tag bis zur Ausführung dauert nervt.

Chriman
04.02.2021, 21:50
Das "Wie" ist ja relativ einfach. Edelmetalle kannst du einfach im Edelmetallhandel und auch bei einigen Banken kaufen. Online, on- site, sowohl national, als auch international. Physisch kaufen hat den eleganten Vorteil, dass man -derzeit noch- bis zu Einkäufen in Höhe von 2.000 Euro pro Person anonym bleiben darf im sogenannten Tafelgeschäft. Die Grenze betrug mal 15.000 Euro, dann 10.000 und fiel dann auf die derzeit gültigen 2.000 (Begründung ist immer wieder dieselbe: Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorfinanzierung, keinesfalls aber Finanzrepression blablablub). Die Identifikationspflicht natürlich für den Staat den nicht zu vernachlässigenden Vorteil zu wissen, wer jemals Edelmetalle gekauft hat, wie viel... und wo diese Leute wohnen. Man weiß nie, wozu diese Info mal nützlich sein könnte. Falls -rein hypothetisch natürlich- der Staat jemals wieder in eine Situation kommen sollte, mal größere Summen zu brauchen... (also in Deutschland und Österreich in den letzten 100 Jahren: acht Mal). Da wir derzeit im 2 Lockdown sind, fallen anonyme Tafelgeschäfte mit Bargeld im Fachhandel derzeit weg (Ausnahme: bei Banken, die das anbieten- wie beispielsweise die Reisebank). Du kannst natürlich auch online ordern, aber dann werden eben deine Daten erfasst (und aus steuerlichen Gründen beim Verkäufer auch 10 Jahre lang gespeichert).

Würde gern im Geschäft kaufen, bin aber auch Onlineeinkauf nicht abgeneigt. Ich denke die Summen von denen wir reden sind für einen enteignenden Staat nicht so relevant.



Gold und Silber werden steuerlich unterschiedlich behandelt, beim Silber unterscheiden sich Münzen von Münzbarren und Barren. Bei Silbermünzen wiederum bei innereuropäischen und außereuropäischen (Stichwort: Differenzbesteuerung). Ist aber nicht schwer zu verstehen und auch online gut recherchierbar.
Danke, Differenzbesteuerung bei Silber ist verständlich. Aber ist die Tatsache dass Gold u.U. steuerfrei erwerbbar ist für einen langfristigen Investor relevant.?[/QUOTE]



Meines Erachtens viel wichtiger als das "wie", sind die Fragen "warum" und das "wie viel".
Warum möchtest du in diesen Assets sein? Ist das eine Spekulation auf einen steigenden Preis, oder eine Absicherung deiner Kaufkraft in einem inflationären Szenario? Oder gar eine Absicherung gegen eine Totalkatastrophe? Je nachdem, für welchen Zweck du kaufst, würde man das nämlich unterschiedlich angehen.

Für mich geht es nicht um (kurzfristige) Spekulation auf steigende Preise. Eher um Umschichten von frisch generiertem Cash ( Bitcoin- Gewinnmitnahme) in etwas sicheres. Möglicherweise spielt auch der Drang etwas Edelmetall zu besitzen eine Rolle. Wahrscheinlich sind dann Tubes Silbermünzen das passende für mich...



Wenn du dich ein wenig einlesen möchtest: lies EB Tucker. Why Gold, why now? Sehr kurzes Buch, erklärt in sehr einfach verständlichen Worten ein paar Basics. Danach kannst du dich ja weiter informieren.

vielen Dank für den Tipp --> hab mir mal einige Interviews von dem Menschen angesehen.

Thomas24
05.02.2021, 00:22
Für mich geht es nicht um (kurzfristige) Spekulation auf steigende Preise. Eher um Umschichten von frisch generiertem Cash ( Bitcoin- Gewinnmitnahme) in etwas sicheres. Möglicherweise spielt auch der Drang etwas Edelmetall zu besitzen eine Rolle. Wahrscheinlich sind dann Tubes Silbermünzen das passende für mich...

Hi!
Ok, das kann man natürlich so machen: Transfer von einem Non- Fiat Wertspeicher mit hoher Volatilität und sehr kurzem Track Record (hier: BTC) in ein anderes Non- Fiat Wertspeicher mit etwas geringerer Volatilität und einem jahrtausende langen Track Record (Edelmetalle).

Bezüglich des Aspekts "Sicherheit" muss man sich aber im Klaren sein, dass im Krisenfall weder Gold, noch Silber eine negative Korrelation zum Aktienmarkt aufweisen werden, sondern ebenfalls stark abverkaufen werden (zumindest auf der Papierebene- Futures und den sonstige Derivaten). Im Krisenfall gehen alle Korrelationen auf 1. Alles wird simultan abverkauft, da hoch gehebelte Marktteilnehmer dann Margin Calls bedienen müssen und dann auch Portfolio Positionen auf denen Sie vorne liegen (also das sprichwörtliche Tafelsilber) abstoßen werden, um ihren Hebel zu senken. Darf einen dann nicht erschrecken, wenn es mal wieder soweit ist. Silber weist dabei eine wesentlich höhere Volatilität als Gold auf. Wenn es Dir primär um den Aspekt "Erhalt der Kaufkraft" in einem Non - Fiat Wertspeicher angeht, ist Gold vermutlich besser geeignet, als Silber. Silber hat aufgrund seiner Natur als strategisches Industriemetall eine erheblich höhere Volatilität als Gold, sowohl nach oben, als auch nach unten.

In einem deflationären Umfeld schlagen sich beide Edelmetalle mittelmäßig gut, in einem inflationären oder stagflationären Umfeld historischerweise hingegen sehr gut. Interessanterweise war aber der beste Hedge in einem inflationären Umfeld historisch betrachtet jedoch nicht Gold oder Silber, wie man intuitiv annehmen möchte, sondern tatsächlich Nahrungsmittel, Farmland und der Energiekomplex (also Erdgas, Öl, Kohle, Uran etc.). Wenn deine Annahme sein sollte, dass du Teile deines Portfolios gegen ein inflationäres Umfeld wappnen möchtest, dann kann man das zusätzlich zur Edelmetallkomponente deines Porfolios auch über diese Sektoren machen.

Last, but not least, auch Gold und Silber unterliegen einer Inflation. Derzeit werden ca. 80 Mio Unzen Gold jährlich gefördert, das entspricht ca. 1,3 % Zunahme des Angebots jährlich. Der Fakt, dass seit dem römischen Reich die Kaufkraft von Gold bis zum heutigen Tag in etwa stabil geblieben sein soll, lag nur darin begründet, dass die Wirtschaft in den letzten Jahrhunderten eben mindestens so stark gewachsen ist, wie die jährlichen Goldreserven. In diesem speziellen Aspekt kann sich ein Asset wie BTC, dass ein mathematisch limitiertes Angebot von 21 Mio BTC hat (davon 1 Mio BTC bei Satoshi Nakamoto himself und jede Menge verloren gegangener BTC. Vermutlich also weit weniger als 20 Mio Float insgesamt bei einer Weltbevölkerung von über 7 Mrd), also quasi eine eingebaute deflationäre Komponente hat, in Zukunft evtl. besser schlagen als Gold.

Insofern würde ich unter diesem Aspekt nicht dogmatisch behaupten Gold ist besser als BTC, sondern pragmatisch bleiben. Warum nicht ein bisschen von beidem haben? Die Frage ist also nicht: Edelmetalle ODER Kryptos, sondern vielleicht ist es besser einem Basket von Edelmetallen auch einen selbstgebastelten Korb aus Kryptos (z.B. BTC, ETH, XRP gewichtet nach Marktkapitalisierung) zu besitzen? Nur als gedankliche Anregung. (Pluspunkt: ein Ledger lässt sich auch unkomplizierter über eine Grenze oder durch eine Flughafenkontrolle bringen, als ein schwerer Rucksack ;-) Wohingegen Silber natürlich weder Zugang zum Internet, noch Strom voraussetzt. Hat eben alles seine Vor- und Nachteile).

Hoffe, das hilft Dir ein wenig weiter und viel Spaß mit dem Buch von EB Tucker.

Chriman
05.02.2021, 10:05
Hi!
Ok, das kann man natürlich so machen: Transfer von einem Non- Fiat Wertspeicher mit hoher Volatilität und sehr kurzem Track Record (hier: BTC) in ein anderes Non- Fiat Wertspeicher mit etwas geringerer Volatilität und einem jahrtausende langen Track Record (Edelmetalle).

Danke.



Bezüglich des Aspekts "Sicherheit" muss man sich aber im Klaren sein, dass im Krisenfall weder Gold, noch Silber eine negative Korrelation zum Aktienmarkt aufweisen werden, sondern ebenfalls stark abverkaufen werden (zumindest auf der Papierebene- Futures und den sonstige Derivaten). Im Krisenfall gehen alle Korrelationen auf 1. Alles wird simultan abverkauft, da hoch gehebelte Marktteilnehmer dann Margin Calls bedienen müssen und dann auch Portfolio Positionen auf denen Sie vorne liegen (also das sprichwörtliche Tafelsilber) abstoßen werden, um ihren Hebel zu senken. Darf einen dann nicht erschrecken, wenn es mal wieder soweit ist. Silber weist dabei eine wesentlich höhere Volatilität als Gold auf. Wenn es Dir primär um den Aspekt "Erhalt der Kaufkraft" in einem Non - Fiat Wertspeicher angeht, ist Gold vermutlich besser geeignet, als Silber. Silber hat aufgrund seiner Natur als strategisches Industriemetall eine erheblich höhere Volatilität als Gold, sowohl nach oben, als auch nach unten.

Ich ziehe zusätzlich Gold in Erwägung und schaue mal was sich da machen lässt.



Last, but not least, auch Gold und Silber unterliegen einer Inflation. Derzeit werden ca. 80 Mio Unzen Gold jährlich gefördert, das entspricht ca. 1,3 % Zunahme des Angebots jährlich. Der Fakt, dass seit dem römischen Reich die Kaufkraft von Gold bis zum heutigen Tag in etwa stabil geblieben sein soll, lag nur darin begründet, dass die Wirtschaft in den letzten Jahrhunderten eben mindestens so stark gewachsen ist, wie die jährlichen Goldreserven. In diesem speziellen Aspekt kann sich ein Asset wie BTC, dass ein mathematisch limitiertes Angebot von 21 Mio BTC hat (davon 1 Mio BTC bei Satoshi Nakamoto himself und jede Menge verloren gegangener BTC. Vermutlich also weit weniger als 20 Mio Float insgesamt bei einer Weltbevölkerung von über 7 Mrd), also quasi eine eingebaute deflationäre Komponente hat, in Zukunft evtl. besser schlagen als Gold.

Insofern würde ich unter diesem Aspekt nicht dogmatisch behaupten Gold ist besser als BTC, sondern pragmatisch bleiben. Warum nicht ein bisschen von beidem haben? Die Frage ist also nicht: Edelmetalle ODER Kryptos, sondern vielleicht ist es besser einem Basket von Edelmetallen auch einen selbstgebastelten Korb aus Kryptos (z.B. BTC, ETH, XRP gewichtet nach Marktkapitalisierung) zu besitzen? Nur als gedankliche Anregung. (Pluspunkt: ein Ledger lässt sich auch unkomplizierter über eine Grenze oder durch eine Flughafenkontrolle bringen, als ein schwerer Rucksack ;-) Wohingegen Silber natürlich weder Zugang zum Internet, noch Strom voraussetzt. Hat eben alles seine Vor- und Nachteile).

Hoffe, das hilft Dir ein wenig weiter und viel Spaß mit dem Buch von EB Tucker.

Bzgl Bitcoin: bin gespannt wo die Reise hingeht, zur Zeit reicht ja eine kleine Äußerung von Elon Musk aus um relevante Kursbewegungen zu generieren. Wäre natürlich toll wenn der BC-Kurs sich nochmal um 1-2 Größenordnungen entwickelt, wer da früh eingestiegen ist kann sich das ganz entspannt aus der Ferne ansehen und abwarten. Ich werde daher auch (vllt. nie) nicht alles abverkaufen. Aus meiner Sicht ist bei Krypto aber auch ein Totalausfall nicht unwahrscheinlich, daher war für mich jetzt die Zeit Gewinne mitzunehmen. Als Krisenvorsorge kann ich mir Krypto schwer vorstellen. Du hast ja Gründe ( Strom, Internet etc..) dafür bereits aufgeführt.

Danke für deine Meinung / Analyse dazu:-top