PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie spart oder investiert ihr?



Seiten : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 [38] 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100

GelbeKlamotten
18.02.2021, 18:47
Bislang noch nichts von Dr. Dr. Zitelmann gehört - muß ich mir mal in einer ruhigen Minute geben. ;-)

Generell bin ich aber immer sehr skeptisch wenn politische Meinungen, egal aus welchem Spektrum, mit dem Thema Finanzen vermengt werden, das endet i.d.R. nie gut. Da gibt es leider genügend "Experten" die sich aus ideologischen Gründen (" Euro muß weg", "Mutti Merkel ist doof", "der Dow muß jetzt crashen", "der Untergang des Finanzsystems ist nahe" etc. pp.) anlagetechnisch verrennen, nicht mehr ausreichend objektiv sind und ideologiebasierte, unbrauchbare Empfehlungen auf yt feilbieten.

Da hast du recht. Wobei sich Zitelmann auch selbst ganz explizit dafür ausspricht, anlageentscheidungen unabhängig von irgendwelchen politischen Motivationen oder Ideologien zu treffen - ich weiß nicht mehr genau ob in diesem Video oder in dem etwa 3 Wochen zuvor, irgendwo ist genau dieses Thema angesprochen worden.

Ich sehe die Videos mit ihm (genau wie die meisten anderen YT Videos zu Finanzthemen) auch eher als Unterhaltung und ab und zu als Grundlage für weiterführende Recherchen. Man sollte natürlich nie eine relevante Investition nur aufgrund eines YT Videos tätigen.

Thomas24
20.02.2021, 19:53
Nachdem wir uns mittleweile im 2 und in einigen Staaten bereits im 3 Lockdown befinden, wird klar, dass die Finanzierungslücken der öffentlichen Hand usw. wieder gedeckt werden müssen. Deutschlands Sparer, die fleißigen Bienchen, die Sie sind, haben mittlerweile 7,1 Billionen Euro Vermögenswerte in Form von Bankguthaben oder sonstigen Vermögenswerten wie Pensionsansprüchen, Versicherungsleistungen etc. angehöuft.

Ein Topf von 7,1 Billionen Euro glitzert verführerisch in der Sonne und es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass nach der nächsten Bundestagswahl unsere dann -frisch legitimierte politische Klasse- mal wieder mit dem Klingelbeutel herumgehen wird. Die Stichworte "mehr Solidarität zeigen", "starke Schultern dürfen mehr tragen", "wir sitzen alle gemeinsam im Boot" etc. sind ja schon allseits bekannt und haben sich in den Steuerhöhungen der letzten Jahrzehnte auch immer gut bewährt. Aus Kreisen der SPD, der Linken etc. ist sogar schon 2020 mehrfach der Ruf nach einer Vermögenssteuer bzw. ("einmaligen", hahaha, Vermögensabgabe :-keks) laut geworden https://www.steuerrecht.org/corona-steuerpl%C3%A4ne-von-der-verm%C3%B6gensabgabe-zum-soli. Und wie die politische Nomenklatura mit einem bequemen Feindbild (z.B. "den gierigen Vermietern") umgeht, davon können Vermieter in Berlin ja ein Liedchen singen. Auch ein neuer Lastenausgleich ist nicht völlig vom Tisch, so wie nach den letzten beiden Weltkriegen. https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kosten-der-corona-bekaempfung-der-dritte-lastenausgleich-17076961.html. Und es sind bei weitem nicht nur deutsche Begehrlichkeiten, sondern auch das Ausland hätte gerne einen Teil des Kuchens ab. Italien hätte gerne einen Schuldenerlass, und Frankreich, Spanien, Portugal etc. werden sich auch nicht bitten lassen...https://www.reuters.com/article/italien-ezb-staatsschulden-idDEKBN27X1HJ
Darüber hinaus wurden auch einige für den privaten Kleinanleger ungünstige Änderungen angekündigt https://www.optionsuniversum.de/stellungnahme-zur-beschraenkten-verlustverrechnung-bei-termingeschaeften-ab-2021/
Was natürlich ganz gut in den Kontext der generellen Finanzrepression gegenüber dem Bürger passt (z.B. Verschärfung der Wegzugsbesteuerung), welche seit einigen Jahren läuft und nun nochmal an Geschwindigkeit zugenommen hat https://blog.handelsblatt.com/steuerboard/2020/01/16/wegzugsbesteuerung-natuerlicher-personen-%C2%A7-6-astg-drastische-verschaerfung-geplant/

Daher die Frage an alle: wer hat sich von euch schon vertieft mit der Thematik "Asset Protection" auseinandergesetzt? Ich denke da vor allem an kurzfristig noch in 2021 zu implementierende Lösungen. Hat jemand schon eine Stiftung (inländisch oder ausländisch), Genossenschaft, Vermögensverwaltende Holding (on -shore oder off- shore) etc. eingerichtet. Dabei sind natürlich nur die legalen Optionen gemeint. Ist jemand Mitglied in einem (Multi) Family Office und möchte sich dazu mal austauschen? Gerne per PM.

Und -bevor mal wieder das Geheule der üblichen Verdächtigen losgeht- ja, ich zahle meine Steuern und werde es auch weiterhin tun. Aber bei 45% bei gleichzeitig immer schlechter werdendem Gegenwert (Infrastruktur, Bildung, IT etc.) ist dann auch irgendwann mal Schluss, da kümmere ich mich mich um gewisse Themen lieber selbst.

CrashStudios
20.02.2021, 20:36
Asset Protection wird für 99,99% der Ärzte (und Leser dieses Forums) in Deutschland völlig irrelevant sein da nicht relevante Höhe an Vermögen und ohne physische Wohnsitzverlagerung ins (EU)-Ausland de facto sowieso nicht möglich.

Thomas24
20.02.2021, 21:51
Asset Protection wird für 99,99% der Ärzte (und Leser dieses Forums) in Deutschland völlig irrelevant sein da nicht relevante Höhe an Vermögen und ohne physische Wohnsitzverlagerung ins (EU)-Ausland de facto sowieso nicht möglich.

Ich befürchte zwar auch, aber fragen schadet nicht 😉

][truba][
24.02.2021, 17:26
1. Denke ich übrigens, dieser Thread wäre unter "Speakers Corner" besser aufgehoben.

2. Kann mir jemand ein paar gute Literaturtipps geben oder kurz ein paar Schlagworte einwerfen ob es im Rahmen der Diversifikation sinnvoll ist bestimmte ausländische Werte in der Heimatwährung über die Heimatbörsen zu zeichnen oder was im dabei sogar die Gefahren sind.
Wenn ich jetzt z.B. in den chinesischen Markt möchte oder (noch schlimmer?) eine Aktie an der Börse in HongKong kaufe. Dann hab ich ja erstmal in Fremdwährung gekauft und verliere dabei vlt. schon durch den Umrechnungskurs. Was könnten Vorteile sein?
In den USA macht es Sinn, da dort natürlich der US Dollar als stabile Währung ein guter Grund ist aber gilt die Prämisse auch in Fremdwährungen zu kaufen dann nur für die USA?

Vielen Dank

Schubbe
24.02.2021, 20:42
Zur USD Geschichte: Dank QE druckt die FED Milliarden in den Markt, es ist nicht abzusehen, wann dieses Verhalten eingestellt wird, d.h. es ist weiterhin von einer Inflation auszugehen, sofern der Leitzins nicht ordentlich angehoben wird (Leitzins hoch -> Presse runterfahren -> iterativer Angleich an die Realwirtschaft). Diese Inflation kann man jetzt bereits im Aktienmarkt sehen, denn wo soll das Geld hingehen, wenn nicht dort hin und ich kann mir nicht erklären warum wir sonst einen solchen bull market sehen, wenn die halbe Welt im lockdown ist. Das Problem beim Erfassen der Inflation ist, dass sie durch einen Warenkorb gemessen wird, aber die darin abgebildeten Waren vom QE weitgehend zeitnah unbeeinflusst bleiben. Dadurch ist das offizielle und amtliche Inflationsniveau vom USD vergleichsweise gering. Praktisch sieht es in meinen Augen jedoch anders aus.

Wenn du in Fremdwährungen anlegst, muss dir klar sein, dass du immer ein (teils erhebliches) Währungsrisiko hast. Stell dir vor du kaufst eine Aktie in USD für 100 EUR (EURUSD = 1.0, lies EUR/USD) und hältst sie 5 Jahre lang. Angenommen der Aktienkurs hat sich nicht bewegt, aber der EURUSD liegt jetzt bei 0.5, dann hast du effektiv 100% Gewinn erzielt - bereits ohne jede Kursbewegung. Analog ist das Szenario bei Verlusten.

Normalerweise, im longterm investment, kann man solche Währungsrisiken durch Einpreisung von Inflation, bekannte Leitzinsdifferentiale (-> Carry Trades) usw. weg argumentieren, aber eben nur, wenn alle Stellgroßen bekannt sind. Deshalb geht der Finanzmarkt auch hart ab, wenn unerwartet ein Leitzins geändert wird.

Es bietet sich daher an grundsätzlich die Möglichkeit zu betrachten sich gegen solche Währungsrisiken zu hedgen. Meine ETFs sind aus o.g. Gründen alle gegen den USD gehedged. Am Ende gebe ich mein Geld sowieso auf dem europäischen Markt aus.

Matzexc1
24.02.2021, 21:36
[truba][;2184320']1. Denke ich übrigens, dieser Thread wäre unter "Speakers Corner" besser aufgehoben.

Ein Bereich Finanzen und Versicherungen wäre wirklich eine gute Idee

Kackbratze
24.02.2021, 21:55
In dem Bereich wäre dann dieser Thread, 1000 lohnt sich eine BU und welche Threads, 2x Berufshaftpflicht und ansonsten ein Immo vs. Mieter-Thread. Ich sehe da nicht so das Potential und denke das Thema ist hier schon gut aufgehoben. Wird doch bei der Boardsuche angezeigt, dementsprechend passt das doch.

Mal sehen was unser heiliger JB sich noch einfallen lässt, seine Falken sind jedenfalls in Position gebracht worden, ich warte drauf endlich mehr Dividende von meinen Kriegswaffen zu sehen...

Dogs4Life
25.02.2021, 01:13
Ein Bereich Finanzen und Versicherungen wäre wirklich eine gute Idee

Eigener Bereich macht, finde ich auch, keinen Sinn. Dafür gibt es einfach zu wenig solcher Threads. Aber finde auch, dass der hier besser in den Speakers Corner passt.

LasseReinböng
25.02.2021, 19:25
Meine ETFs sind aus o.g. Gründen alle gegen den USD gehedged. Am Ende gebe ich mein Geld sowieso auf dem europäischen Markt aus.

Nur mal so aus Interesse - wie hedged du dich denn gegen das Währungsrisiko ? Mit Futures oder FX-Kontrakten am Spotmarkt ? Hedging ist ja selber auch mit Kosten verbunden.

Thomas24
25.02.2021, 19:50
[truba][;2184320']1. Denke ich übrigens, dieser Thread wäre unter "Speakers Corner" besser aufgehoben.

2. Kann mir jemand ein paar gute Literaturtipps geben oder kurz ein paar Schlagworte einwerfen ob es im Rahmen der Diversifikation sinnvoll ist bestimmte ausländische Werte in der Heimatwährung über die Heimatbörsen zu zeichnen oder was im dabei sogar die Gefahren sind.
Wenn ich jetzt z.B. in den chinesischen Markt möchte oder (noch schlimmer?) eine Aktie an der Börse in HongKong kaufe. Dann hab ich ja erstmal in Fremdwährung gekauft und verliere dabei vlt. schon durch den Umrechnungskurs. Was könnten Vorteile sein?
In den USA macht es Sinn, da dort natürlich der US Dollar als stabile Währung ein guter Grund ist aber gilt die Prämisse auch in Fremdwährungen zu kaufen dann nur für die USA?

Vielen Dank

Zu 2. Kurze Stichworte: was könnten sonstige Vorteile sein, eine Aktie X an ihrer Heimatbörse zu kaufen?
a) Liquidität. Deine Aktie kann am Heimatmarkt erheblich liquider zu handeln sein, als an einer anderen Börse. Je mehr Liqudität, desto "fairer" die Preisfindung, da der Spread (also die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis) geringer ist, der Kurs weniger Manipulationsanfällig ist etc.

b) Manchmal bekommst du in einer ausländischen Börse (z.B. NYSE) gar keine Aktie, sondern etwas anderes.
Ein Beispiel: wenn du vor 2019 eine Aktie von Ali Baba in New York kaufen wolltest, hast du gar keine Aktie bekommen, sondern eine "American Depository Receipt" (ADR).

Background Info: Was ist eine ADR? https://www.investopedia.com/terms/a/adr.asp

Im konkreten Fall hast du 2019 vielleicht geglaubt, hey, ich kaufe mir eine Aktie von Ali Baba und beteiligt mich am Internet und E- Commerce Boom in China- nur kaufe ich mir die Aktie nicht im chinesischen Heimatmarkt, sondern in den USA. Tatsächlich gekauft hattest du aber eine Beteiligung an einer Holdinggesellschaft auf den Bahamas, die ihrerseits Anspruch auf den Cashflow von Baba (in China) hatte... und eben keine echte Aktie.

Das nur zwei Aspekte, es gibt natürlich noch mehr.

Thomas24
25.02.2021, 20:24
Zur USD Geschichte: Dank QE druckt die FED Milliarden in den Markt, es ist nicht abzusehen, wann dieses Verhalten eingestellt wird, d.h. es ist weiterhin von einer Inflation auszugehen, sofern der Leitzins nicht ordentlich angehoben wird (Leitzins hoch -> Presse runterfahren -> iterativer Angleich an die Realwirtschaft). Diese Inflation kann man jetzt bereits im Aktienmarkt sehen, denn wo soll das Geld hingehen, wenn nicht dort hin und ich kann mir nicht erklären warum wir sonst einen solchen bull market sehen, wenn die halbe Welt im lockdown ist. Das Problem beim Erfassen der Inflation ist, dass sie durch einen Warenkorb gemessen wird, aber die darin abgebildeten Waren vom QE weitgehend zeitnah unbeeinflusst bleiben. Dadurch ist das offizielle und amtliche Inflationsniveau vom USD vergleichsweise gering. Praktisch sieht es in meinen Augen jedoch anders aus.

Der CPI ist in seiner Berechnung so oft verändert worden (ich glaube, sieben Mal in den letzten Jahren...), so dass man nur politisch opportune Zahlen herausbekommt. Ich fand es damals schon so absurd, dass man -als Rindfleisch zu teuer wurde- dieses flugs aus dem Warenkorb entfernt hat und durch das günstigere Hühnerfleisch ersetzt hat. Mir ist außerdem nicht klar, warum in den CPI, dass ja als Proxy, die Lebenshaltungskosten abbilden soll, der allergrößte Kostenpunkt gar nicht eingerechnet wird: die Steuer -und Abgabenlast. Naja, wen die CPIs mal interessieren: Shadowstats macht sich die Mühe, die Inflation zu berechnen, die derzeit herrschen würde, wenn man nicht ständig die Berechnungsmethode geändert hätte. http://www.shadowstats.com/alternate_data/inflation-charts

Allein der Anstieg im CRB Index seit diesem Jahr https://tradingeconomics.com/commodity/crb
ist im historischen Vergleich eher konsistent mit einer Inflation von 4% y/y.
Das die tatsächliche Inflation natürlich wesentlich höher liegt, als die offizielle, liegt auf der Hand. Allein die Energiekosten und Lebensmittelpreise schießen gerade durch die Decke (wie erwartet), und die Politik macht es durch Unterbrechung der Lieferketten bei gleichzeitig politisch forcierter Politik Richtung "Dekarbonisierung" das ganze nur noch schlimmer.


Wenn du in Fremdwährungen anlegst, muss dir klar sein, dass du immer ein (teils erhebliches) Währungsrisiko hast. Stell dir vor du kaufst eine Aktie in USD für 100 EUR (EURUSD = 1.0, lies EUR/USD) und hältst sie 5 Jahre lang. Angenommen der Aktienkurs hat sich nicht bewegt, aber der EURUSD liegt jetzt bei 0.5, dann hast du effektiv 100% Gewinn erzielt - bereits ohne jede Kursbewegung. Analog ist das Szenario bei Verlusten.

Währungsbewegungen sind nicht nur Risiko, sondern zugleich auch Chance. Ein Beispiel: nehmen wir beispielsweise mal Indien Mitte der 90 er. Die indische Rupie hat gegen den US Dollar um die Hälfte an Kaufkraft eingebüßt- und gleichzeitig gab es eine sehr schlechte Ernte. Das würde für den durchschnittlichen Farmer Amit bedeuten: ok, gibt dieses Jahr nichts zu essen -und in letzter Konsequenz- ein paar meiner Kinder könnten verhungern. Mal abgesehen davon, dass man sich weder den Dünger, noch das Saatgut für die nächste Ernte leisten können wird, also wird man sich beim lokalen Geldhai zu einem obszönen Zinssatz verschulden müssen. Da der durchschnittliche Inder, wie so viele Gesellschaften Südostasiens, aber aus Alltagswissen weiß, dass er sich nicht auf die Fiat Währung seines Heimatlandes verlassen kann, hat er sich ja -für schlechte Zeiten- ein wenig Gold und Silber zugelegt. Der Silberpreis hat sich Mitte der 90 er verdoppelt + die Kaufkraft des USD Dollar hat sich gegenüber der Rupie ebenfalls verdoppelt, somit hat sich der Wert der Notvorräte ca. vervierfacht (gemessen in Rupie). Problem: Missernte und massiver Verlust der Kaufkraft meiner Heimatwährung - Problemlösung: einfach Teile des Tafelsilbers verkaufen, die Familie muss nicht hungern, bzw. kein armes Farmerkind musste trotz Missernte verhungern + die Schuldknechtschaft blieb einem auch erspart. Hat eben alles zwei Seiten.


Normalerweise, im longterm investment, kann man solche Währungsrisiken durch Einpreisung von Inflation, bekannte Leitzinsdifferentiale (-> Carry Trades) usw. weg argumentieren, aber eben nur, wenn alle Stellgroßen bekannt sind. Deshalb geht der Finanzmarkt auch hart ab, wenn unerwartet ein Leitzins geändert wird.

Sowas wie "unerwartete" Leitzinsänderungen gibt es in den großen Majors ja nicht (mehr). Jay Powell hat ja seine Lektion in Q3 2018 gelernt (Taper Tantrum)- seitdem kommunizieren die Zentralbanken sehr klar mit den Märkten, was Sie vorhaben, worauf Sie achten und welche Faktoren dazu führen könnten, ihre Strategie zu ändern- erstmal bleibt es bei global synchronisiertem QE in den 7 Majors.

Überraschungen sieht man höchstens noch in den Schwellenländern wie neulich in der Türkei- absolute Shitshow letztes Jahr, hat die Mittelklasse viel Geld gekostet und man sieht in Istanbul usw. wohl sehr viele Bettler und hungrige Kinder. Aber das passiert eben, wenn man den eigenen Schwiegersohn als Zentralbankpräsident etabliert und dann keine Leitzinserhöhung haben will. Mit dem neuen Zentralbankpräsidenten hat sich die türkische Lira ja jetzt wieder etwas stabilisiert. Dafür liegt der Zinssatz auch bei knapp 17%. Das wird dem türkischen Häuslebauer eher weniger gefallen.

Schubbe
25.02.2021, 21:17
Hedging ist ja selber auch mit Kosten verbunden.

Richtig, ist hab teilweise am Spotmarkt Positionen offen, teilweise direkt vom Anbieter währungsgesicherte ETFs. Es gibt sicherlich elegantere Lösungen, aber ich habe bisher noch keine Zeit gehabt mir das ganze genauer anzusehen.

borntorun
05.04.2021, 17:03
Liebe Gemeinde,

ich muss mal mit einer Anfängefrage dazwischenfunken. Ich habe dieses Osterwochende genutzt, um mich erstmals mit der Thematik zu beschäftigen, weil sich jetzt meine ersten Gehälter auf dem Konto stapeln. Ich möchte jetzt am Anfang ganz simpel mit einem ETF Sparplan beginnen.

Meine Frage ist, wie ich den Sparerpauschbetrag ausnutzen kann? Ich verstehe es so, dass ich bei einem ausschüttenden ETF die Ausschüttungen dafür benutzen kann. Und wie mache ich das mit einem thesaurierenden? Muss ich den kurz verkaufen zu irgendeinem Zeitpunkt im Jahr und dann wieder kaufen? Da hat man dann ja immer Gebühren und auch das Risiko, dass man in einem Jahr ohne Kursgewinn gar nichts vom Pauschbetrag benutzen kann.

milz
05.04.2021, 17:19
Liebe Gemeinde,

ich muss mal mit einer Anfängefrage dazwischenfunken. Ich habe dieses Osterwochende genutzt, um mich erstmals mit der Thematik zu beschäftigen, weil sich jetzt meine ersten Gehälter auf dem Konto stapeln. Ich möchte jetzt am Anfang ganz simpel mit einem ETF Sparplan beginnen.

Meine Frage ist, wie ich den Sparerpauschbetrag ausnutzen kann? Ich verstehe es so, dass ich bei einem ausschüttenden ETF die Ausschüttungen dafür benutzen kann. Und wie mache ich das mit einem thesaurierenden? Muss ich den kurz verkaufen zu irgendeinem Zeitpunkt im Jahr und dann wieder kaufen? Da hat man dann ja immer Gebühren und auch das Risiko, dass man in einem Jahr ohne Kursgewinn gar nichts vom Pauschbetrag benutzen kann.

Korrekt. Sobald der Sparerpauschbetrag (30% Teilfreistellung beachten) ausgeschöpft ist den Ausschütter liegen lassen und dafür einen Thesaurier besparen. Bei der anderen Möglichkeit fallen eben ggf. Gebühren an, die die Rendite schmälern.

GelbeKlamotten
05.04.2021, 18:54
Liebe Gemeinde,

ich muss mal mit einer Anfängefrage dazwischenfunken. Ich habe dieses Osterwochende genutzt, um mich erstmals mit der Thematik zu beschäftigen, weil sich jetzt meine ersten Gehälter auf dem Konto stapeln. Ich möchte jetzt am Anfang ganz simpel mit einem ETF Sparplan beginnen.

Meine Frage ist, wie ich den Sparerpauschbetrag ausnutzen kann? Ich verstehe es so, dass ich bei einem ausschüttenden ETF die Ausschüttungen dafür benutzen kann. Und wie mache ich das mit einem thesaurierenden? Muss ich den kurz verkaufen zu irgendeinem Zeitpunkt im Jahr und dann wieder kaufen? Da hat man dann ja immer Gebühren und auch das Risiko, dass man in einem Jahr ohne Kursgewinn gar nichts vom Pauschbetrag benutzen kann.


Es ist gut, dass du dich damit beschäftigst und es schadet nicht, den Freibetrag von Anfang an auszunutzen. Wenn du langfristig und regelmäßig zur Altersvorsorge anlegst ist allerdings der Effekt dieser Sparmöglichkeiten gar nicht so wahnsinnig erheblich.

Finanztip ist für solche Grundlagen immer eine ganz gute Anlaufstelle:
https://www.youtube.com/watch?v=eAY6iZ6mlyw

Der wichtigste Faktor beim diversifizierten Investieren ist immer "time in the market". Also solltest du dich natürlich weiter informieren, aber dich dadurch auch nicht zu lang vom Investieren abhalten lassen.

h3nni
05.04.2021, 19:01
Und vielleicht einen gewissen "Puffer" nicht vergessen, wenn auch nicht unbedingt 3 oder 6 Monatsgehälter, trotzdem ein paar Barmittel und nicht alles in die Aktien.

Matzexc1
05.04.2021, 21:23
Liebe Gemeinde,

ich muss mal mit einer Anfängefrage dazwischenfunken. Ich habe dieses Osterwochende genutzt, um mich erstmals mit der Thematik zu beschäftigen, weil sich jetzt meine ersten Gehälter auf dem Konto stapeln. Ich möchte jetzt am Anfang ganz simpel mit einem ETF Sparplan beginnen.

Meine Frage ist, wie ich den Sparerpauschbetrag ausnutzen kann? Ich verstehe es so, dass ich bei einem ausschüttenden ETF die Ausschüttungen dafür benutzen kann. Und wie mache ich das mit einem thesaurierenden? Muss ich den kurz verkaufen zu irgendeinem Zeitpunkt im Jahr und dann wieder kaufen? Da hat man dann ja immer Gebühren und auch das Risiko, dass man in einem Jahr ohne Kursgewinn gar nichts vom Pauschbetrag benutzen kann.

Willkommen :-)

Beim Thesaurierer werden die Gewinne am Jahresende besteuert, das geschieht vollständig automatisch. https://de.extraetf.com/wissen ziemlich gute Seite.

Ich würde mir über das Thema Steuern weniger Gedanken als um die Depotbank/Broker machen und ein Tipp: nicht die VL-ETF Sparpläne von ebase vergessen.

Die Gebühren für Sparplanausführungen oder Depotführungsgebühren finde ich weitaus gefährlicher

Für deinen ersten ETF rate ich dir zu einem All World, alternativ zu einem Mix aus Developed und Emerging Markets

GelbeKlamotten
05.04.2021, 22:06
Beim Thesaurierer werden die Gewinne am Jahresende besteuert, das geschieht vollständig automatisch.
https://de.extraetf.com/wissen ziemlich gute Seite.

Leider falsch. Vorab (also unabhängig von einem Verkauf) besteuert werden beim thesaurierenden ETF nicht die Gewinne, sondern der sogenannte Basisertrag, der sich aus dem Wert der Fondsanteile (nicht dem erzielten Gewinn) x Basiszins x 0,7 berechnet.

Nur wenn der Basisertrag höher ist als der Gewinn (defakto also nur wenn fast gar kein Gewinn erzielt wurde), ist der zu versteuernde Betrag auf den tatsächlichen Gewinn gedeckelt.

Da der Basiszins 2021 negativ ist, entfällt hier die Vorabbesteuerung komplett. D.h. auf den thesaurierenden ETF fallen in diesem Jahr keine Steuern an, wenn man nichts verkauft.

Im Jahr 2020 lag der Basiszins bei 0,07%. Um damit den Freibetrag von 801 Euro in diesem Jahr mit einem Thesaurierer auszuschöpfen ohne Anteile zu verkaufen, hätte borntorun ETF-Anteile im Wert von etwas mehr als 1,6 Mio Euro besitzen müssen.

Sprich: borntorun hat recht, bei einem thesaurierenden ETF muss er (zumindest in der derzeitigen Zinsphase) unterjährig Anteile mit Gewinn verkaufen und dann ggf. neu kaufen, wenn er den Sparerpauschbetrag ausnutzen will.

Vielleicht lieber erst mal selbst ein bisschen einlesen :-D

GelbeKlamotten
25.04.2021, 17:36
Da ja eine rot-grüne Regierung immer wahrscheinlicher wird und Herr Laschet und die marode CDU wohl eher nicht diejenigen sein werden, die uns davor bewahren, frage ich mich so langsam, wie man wohl am besten mit der dann bevorstehenden Abschaffung der Abgeltungssteuer und damit Anhebung der Besteuerung von Kapitalerträgen auf den Einkommensteuersatz von mindestens 42% umgehen soll. Hat sich darüber schon jemand von den etwas Vermögenderen unter uns Gedanken gemacht?

Das einfach so hinzunehmen fände ich äußerst schwierig, denn es würde mich wohl in einen Bereich bringen, in dem die durchschnittliche Steuerlast auf meine Kapitalerträge höher ist als mein Nettoeinkommen nach Tarifvertrag. Sprich wenn ich nach Malta auswandere und komplett aufhöre zu arbeiten, komme ich unter Umständen finanziell besser weg als in Deutschland mit Vollzeitjob als Ärztin. Wenn dann noch eine Vermögenssteuer dazukommt, dann ist die Sache eh gelaufen - mich im deutschen Gesundheitssystem langsam arm zu arbeiten habe ich nun wirklich nicht vor.

Gibt es sinnvolle Alternativen dazu, die Segel komplett zu streichen? Eine Stiftung im Ausland, an die man sein Vermögen überträgt? Angeblich hat das ja auch hohe Kosten. Aber je nach steuerlicher Situation könnte sich das dann vielleicht doch schon bei niedrig 7-stelligem Vermögen lohnen? Was gibt es sonst für Möglichkeiten? Doch Immobilien? War noch nie mein Ding und auch da wird man sicherlich ordentlich Steuern und Abgaben abschöpfen...