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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie spart oder investiert ihr?



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hiddl
30.04.2020, 14:48
Der Rechenfehler, der bezüglich einer selbst genutzten Immobilie gemacht wird ist auch der, dass nicht verglichen wird, was aus dem Geld dafür geworden wäre, wenn man die Immobilie nicht gekauft hätte. Natürlich hat man im Alter mehr davon, wenn einem eine abbezahlte Immobilie gehört, als wenn man das Geld vorher verlebt hätte.

.
Naja, Miete zahlen würde ich jetzt nicht unbedingt als "verleben" bezeichnen. Auch ohne Immobilienfinanzierung wohnt man ja nicht umsonst.

Wobei Immobilien sicher wirklich sehr individuell zu sehen sind. Wir haben bewusst trotz Kindern in eine nicht besonders große Eigentumswohnung investiert (ok, jetzt zu Corona-Zeiten findet man das nicht schlau, aber das kann ja keiner ahnen und wird auch wieder anders), so dass diese schon abbezahlt und auch im Alter nicht übertrieben groß ist. Aber wenn jemand vom Häuschen im Grünen träumt, ist das natürlich nicht das richtige.

Matzexc1
30.04.2020, 15:00
Zum Thema eigene Immobilie kaufen empfehle ich euch das Video. Immobilien kauft man um von den Mieteinnahmen zu leben, selber wohnt man zur Miete.
www.youtube.com/watch?v=ZpmItB8oSqY

Dirk Müller ist mir weniger sympathisch als Zwegat

Passend von Robert Kyosaki:
"Ein Wert der mich mehr kostet als er einbringt ist kein Vermögenswert"

Ich träume ja noch vom Haus muss aber ehrlich sagen, dass ich mir aktuell lieber Vermögenswerte aufbaue um mir das Haus dann später zu leisten.

Hier im Ort bietet ein ehemaliger Hausarzt seine Praxis mit samt Risenhaus für 1 Mio an, seit einem Jahr kein Käufer.

Zwangsversteigerungen werden wir in den nächsten Jahren häufiger sehen.

tragezwerg
30.04.2020, 15:08
Ja, Immobilien sind eine sehr individuelle Sache. Für uns war der Hausbau in vielerlei Hinsicht die bessere Entscheidung (günstige Rahmenbedingungen, ideale familiäre Kombi, sehr gut kalkulierte Kosten (unter 350k für Grundstück und Haus) etc. pp.).
Meine Eltern haben ihr in den 90ern gebautes Haus vor vier Jahren für mehr als das Doppelte des damals investierten Geldes verkauft, aber es kann natürlich auch völlig anders gehen. Andererseits kann man auch beim Aktiengeschäft böse Überraschungen erleben.

CrashStudios
30.04.2020, 15:18
Dirk Müller ist mir weniger sympathisch als Zwegat

Passend von Robert Kyosaki:
"Ein Wert der mich mehr kostet als er einbringt ist kein Vermögenswert"

Ich träume ja noch vom Haus muss aber ehrlich sagen, dass ich mir aktuell lieber Vermögenswerte aufbaue um mir das Haus dann später zu leisten.

Hier im Ort bietet ein ehemaliger Hausarzt seine Praxis mit samt Risenhaus für 1 Mio an, seit einem Jahr kein Käufer.

Zwangsversteigerungen werden wir in den nächsten Jahren häufiger sehen.

finde den dirk müller auch nicht so berauschend. vor allem seine kruden verschwörungstheorien und untergangsszenarien sind mir fremd; aber an der kernaussage von ihm halte ich fest. ich investiere lieber in poppelige 1-3 zimmer wohnungen, die ich vermiete, um mir von den überschüssen dann ein haus zu kaufen/finanzieren.

GelbeKlamotten
30.04.2020, 15:25
Meine Eltern haben ihr in den 90ern gebautes Haus vor vier Jahren für mehr als das Doppelte des damals investierten Geldes verkauft

Klingt erst mal gut. Aber wenn du jetzt wieder vergleichst mit alternativen Investments, z.B. einem breit gestreuten Aktieninvestment, dann haben sie damit keine Überrendite erzielt. Falls wir von den frühen 90ern sprechen sogar eine deutliche Unterrendite. Die Aktienmärkte haben sich in dieser Zeit zumindest ähnlich gut entwickelt. Man müsste jetzt genau ausrechnen, wie hoch die Zinskosten, (Kauf-)Nebenkosten und Instandhaltungskosten der Immobilie waren, wie hoch alternativ die Miete gewesen wäre, etc. Im Endeffekt stünden sie mit einem Investment in den weltweiten Aktienmarkt (z.B. ein MSCI World oder ACWI ETF) heute wahrscheinlich zumindest nicht schlechter da, ich vermute sogar sie wären damit besser gefahren - trotz Immobilienboom. Sie wären außerdem flexibler gewesen, hätten weniger Zeitaufwand gehabt, vielleicht hätte aber eben die Selbstverwirklichung gelitten.

tragezwerg
30.04.2020, 15:28
Klingt erst mal gut. Aber wenn du jetzt wieder vergleichst mit alternativen Investments, z.B. einem breit gestreuten Aktieninvestment, dann haben sie damit keine Überrendite erzielt. Falls wir von den frühen 90ern sprechen sogar eine deutliche Unterrendite. Die Aktienmärkte haben sich in dieser Zeit zumindest ähnlich gut entwickelt. Man müsste jetzt genau ausrechnen, wie hoch die (Kauf-)Nebenkosten und Instandhaltungskosten der Immobilie waren, wie hoch alternativ die Miete gewesen wäre, etc. Im Endeffekt stünden sie mit einem Investment in den weltweiten Aktienmarkt (z.B. ein MSCI World oder ACWI ETF) heute vermutlich zumindest nicht schlechter da. Sie wären dafür flexibler gewesen, hätten weniger Zeitaufwand gehabt, vielleicht hätte aber eben die Selbstverwirklichung gelitten.

Aber Geld ist halt nicht alles.
Hab gerade nochmal nachgeschaut: Hier in der Region würde ich sogar für ne 80qm Wohnung mehr Miete zahlen als mein Haus mich monatlich kostet.

GelbeKlamotten
30.04.2020, 15:34
Aber Geld ist halt nicht alles.
Hab gerade nochmal nachgeschaut: Hier in der Region würde ich sogar für ne 80qm Wohnung mehr Miete zahlen als mein Haus mich monatlich kostet.

Ich will dir dein Haus gar nicht schlecht reden. Und ich habe wiederholt erwähnt, dass es andere valide Argumente für einen Hauskauf geben kann als die rein finanziellen Aspekte. Hier geht es aber nunmal vorwiegend um die rein finanzielle Seite.
Deine Zahlen halte ich dennoch weiterhin für Schönrechnerei.

Was man hinsichtlich des Beispiels deines Elternhauses noch erwähnen muss ist, dass in den 90ern die Aktienmärkte für Privatanleger auch noch gar nicht so einfach zugänglich waren wie heute. Zumindest ein breit diversifiziertes Aktieninvestment war damals noch wesentlich schwieriger als jetzt. Von daher war die Entscheidung zum Hausbau damit insgesamt keine schlechte, wenn auch vielleicht nicht die absolut renditestärkste.

milz
30.04.2020, 17:50
...
Conclusio: besser so wirtschaften, dass das Versorgungswerk + VBL im Alter ein nettes Zubrot wären, aber es für euch und eure Familien eben keine Katastrophe wäre, wenn das Versorgungswerk nicht mehr existiert oder seine Zahlungen zusammenkürzt. Lieber selber nachdenken und selber Verantwortung übernehmen. Wird im Regelfall bessere Ergebnisse liefern, als sich auf andere zu verlassen
Vielen Dank für den Hinweis. Zusätzliche freiwillige Einzahlungen erscheinen mir da noch fragwürdiger. Neben dem höheren Krankenkassenbeitrag im Rentenalter und dem Problem, dass man an das eingezahlte Geld nicht mehr ohne weiteres dran kommt und man auch noch die Provisionen der "Klinikrente" Verkäufer mitfinanziert. Das sind schon 4 Nachteile.

ehem-user-19-08-2021-1408
30.04.2020, 20:36
Da ich in Boston (USA) wohne, sage ich mal nichts zur Rente/Pension, da es hier ganz anders laeuft aber ich sage mal was zu Aktien.
Ich liebe ETFs.

Bei uns sind SP500 (VOO, SPY) ganz beliebt oder fuer mich persoenlich sehr interessanter technische or militaerische ETFs (FTEC, ITA). Dann hier und wieder mal ein paar einzelne Aktien: Amazon, Google, Tesla, Microsoft, aber auch mal Chevron, Shell, Hilton da diese aktuell sehr guenstig sind.

Da kann man nicht viel falsch machen und trotz Corona Einsturz bin ich noch im Gruenen (habe beim Einsturz im Maerz aber auch guenstig nachgekauft).

Beste Gruesse

freak1
30.04.2020, 21:00
Aktuell sind die Börsenkurse aber auch durch die Drucker Presse oben, die 20% Arbeitslosigkeit werden der Realwirtschaft böse zusetzen. Da wird noch eine ordentliche Korrektur kommen.

Thomas24
30.04.2020, 21:21
Meinst du dann, komplett selbst denken? Ohne Beratung oder fachliche Unterstützung? Kann man wirklich in allen Angelegenheiten up to date bleiben?

Wie ist deine Definition von oberem Mittelstand? Ich denke, auch unter Ärzten gibt es Unterschiede zwischen öffentlichem Dienst und Privatklinik, blöd gesagt. Haben da wirklich alle ähnlich gute Perspektiven?

Uh, so ist das natürlich nicht gemeint. Man sollte sich aber in manchen Dingen zumindest so gut auskennen, dass man nicht jedem (pekuniär motivierten) Unsinn eines "Beraters" auf dem Leim geht, der sich im nachhinein als Verkäufer entpuppt...(Nehmen Sie Produkt Z und kombinieren es mit Versicherung XY und, hey, Steuerersparnis gibt es auch noch!). Nicht jeder "Bankberater" hat das Wohl seiner Kunden im Sinn (ok, die wenigsten). Und so kommt es dann, dass man ungeeignete Produkte bekommt, die überteuert sind (weil Provisionen und Kickback Zahlungen enthalten sind) und der eigenen Anlagestrategie gar nicht entsprechen. Den USO ETC kaufen, um vom niedrigen Ölpreis zu profitieren? Contango und Future - Rollkosten anyone? No thx.
Spätestens wenn man etwas mehr Assets erwirtschaftet hat, sollte man sich mit einem guten Beraterstab umgeben haben.

Ein Beispiel: du hast jahrelang fleißig gearbeitet, sparsam gelebt und reichlich Eigenkapital angesammelt. Du beschließt deine Top Bonität als festangestellte Ärztin zu nutzen und möchtest Dir ein Immobilienportfolio als Ruhstandsportfolio kaufen. Nach ein paar Jahren wird dein Portfolio immer größer. Angefangen hast du mit den sprichwörtlichen "hässlichen, kleinen Löchern" in guter, zentraler Lage- und nach ein paar Jahren und den ersten Objekten, bist du mittlerweile nicht mehr angestellte Ärztin in einem Klinikum, sondern selbständige Chefin einer florierenden Praxis. Du bist auf die Idee gekommen, dass Du dir vielleicht ein Ein- oder Mehrfamilienhaus in Campusnähe kaufst und die Raumaufteilung so änderst, dass Sie WG geeignet wird (zwecks Vermietung an die nächste Generation Studis). Spätestens ab diesem Stadium sollte man sich ein paar Überlegungen machen. Kaufst Du dir als Privatperson, weil Du ein ein Wertsteigerungspotential siehst, dass Du in 10 Jahren steuerfrei realisieren kannst? Oder gibt es nach meiner Meinung wegen der Mikrolage eher kein weiteres Wertsteigerungspotential, dafür aber stabilen Cash Flow über Vermietungen? Sollte das Objekt dann über eine Firma kaufen und über eine Holding bewirtschaften wg. der erweiterten Gewerbesteuerkürzung bei reiner Vermietung? Oder solltest Du zuerst als Privatperson kaufen, 10 Jahre halten und dann nach Ablauf der Frist steuerfrei in die eigene Vermögensverwaltende Holding verkaufen, eine etwaige zwischenzeitliche Wertsteigerung steuerfrei nach 10 Jahren als Privatperson realisieren, Eigenkapital generieren und in der Gesellschaft dafür die steuermindernden Abschreibungen realisieren etc. pp.?). Mit den Möglichkeiten wachsen natürlich auch deine Herausforderungen- und je nachdem auf welchem Niveau du spielst, solltest du mit deinen Beratern kompetent sprechen können, damit die dich entsprechend counseln können.

Thomas24
30.04.2020, 21:31
Aktuell sind die Börsenkurse aber auch durch die Drucker Presse oben, die 20% Arbeitslosigkeit werden der Realwirtschaft böse zusetzen. Da wird noch eine ordentliche Korrektur kommen.

Alles makroökonomisch richtig, aber interessiert den SPX derzeit nicht. Steigt unbeeindruckt seit den März Tiefs Richtung 2950. Negativer Ölpreis? Bullish. Rekordarbeitslosigkeit- die Arbeitslosenquote macht eine Bewegung von 30 Standardabweichungen nach oben? Bullish. Herabstufungen von Old Economy Bonds en masse zu Junk? Bullish.
60% aller kleinen Unternehmen haben nur Cash für 27 Tage angespart? Bullish... Der Index wird vermutlich im Bereich 2900- 3100 konsolidieren (wenn alle Shorts raus sind, derzeit sind noch mehr als 3 Standardabweichungen Shortseller im DJI und SPX als üblich, die müssen erst noch alle aus dem Short rausgesqueezed werden). Ab 3100 setzt dann die makroökomische Realität ein ("Huch! P/E Ratio ist ja als Kennzahl völlig wertlos, wenn Earnings null sind...und auch keine Forward Guidance mehr gegeben wird.") und es geht dann wieder abwärts. Zufälligerweise am 61,8 Fibonacci Retracementlevel. Dann setzen schon wieder Margin Calls ein und alle Korrelationen unterschiedlicher Assets gehen gleichzeitig auf 1.

CrashStudios
30.04.2020, 21:50
dead cat bounce

Thomas24
30.04.2020, 21:56
Anton Kreil: Dead Bat Bounce :-D

Matzexc1
30.04.2020, 21:57
Uh, so ist das natürlich nicht gemeint. Man sollte sich aber in manchen Dingen zumindest so gut auskennen, dass man nicht jedem (pekuniär motivierten) Unsinn eines "Beraters" auf dem Leim geht, der sich im nachhinein als Verkäufer entpuppt...(Nehmen Sie Produkt Z und kombinieren es mit Versicherung XY und, hey, Steuerersparnis gibt es auch noch!). Nicht jeder "Bankberater" hat das Wohl seiner Kunden im Sinn (ok, die wenigsten). Und so kommt es dann, dass man ungeeignete Produkte bekommt, die überteuert sind (weil Provisionen und Kickback Zahlungen enthalten sind) und der eigenen Anlagestrategie gar nicht entsprechen. Den USO ETC kaufen, um vom niedrigen Ölpreis zu profitieren? Contango und Future - Rollkosten anyone? No thx.
Spätestens wenn man etwas mehr Assets erwirtschaftet hat, sollte man sich mit einem guten Beraterstab umgeben haben.


Kann ich genau so unterschreiben und es sollte sich jeder bewusst machen, Berater sind die Leute die man selbst bezahlt, der Rest sind gut geschulte Verkäufer.

Gerade mit Steuern sparen und Altersvorsorge in Kombination lässt sich fast alles verkaufen.

Ein paar Erfahrungen finden sich im wertpapierforum.


An der Börse gibt es eine alte Regel:
"Sell in May and go away" ich denke uns erwartet ein interessanter Sommer und am 2.5 meldet sich Buffet zu Wort, ich bin gespannt was er macht

Thomas24
30.04.2020, 22:00
Buffet und Munger sitzen derzeit auf über 100 Mrd Cash. Kaufen aber derzeit noch nichts, das wird wohl seinen Grund haben. Das Cape Ratio ist für die totale Shitshow der US Wirtschaft halt immer noch zu teuer ;-)

freak1
30.04.2020, 22:33
Ich hatte msci world bei 38 gekauft und bei 45 wieder verkauft. Hätte wohl noch ein bisschen warten können.

schnix25
01.05.2020, 07:34
Warum überhaupt verkauft? Aktuell Geld benötigt oder generell einfach kurzfristige Anlagestrategie?

freak1
01.05.2020, 08:20
Kurzfristige Anlagestrategie. Und wie gesagt, ich bin sicher der Markt wird crashen oder wir bekommen eine Hyperinflation.

Matzexc1
01.05.2020, 10:05
Ich hatte msci world bei 38 gekauft und bei 45 wieder verkauft. Hätte wohl noch ein bisschen warten können.

Glückwunsch, hätte auch anders laufen können. Ich glaube für viele wird die Entwicklung der nächsten Monate eine Enttäuschung.