PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie spart oder investiert ihr?



Seiten : 1 2 3 4 5 [6] 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100

GelbeKlamotten
28.04.2020, 21:37
Arztbonus gibt es sicherlich, wenn man im eigenen Haus behandelt wird. Woanders würde ich mal behaupten ist das sehr von Haus und Praxis abhängig. Wenn man da mit einer Erwartungshaltung ankommt (ich will aber xy, ich bin ja schließlich kollegin), macht man sich erst recht nicht beliebt. Mir ist es da lieber, meine ansprüche vertraglich vereinbart zu haben.


Man sollte bei der PKV auch auf jeden Fall darauf achten eine Krankentagegeldversicherung abzuschließen.

Ja, absolut. Wichtiger Punkt. Unbedingt auch mit vereinbarten Steigerungsmöglichkeiten ohne neuen Gesundheitsprüfung. Wird gerade bei Anwartschaften gerne vergessen.

Matzexc1
29.04.2020, 10:01
Ich finde wir sollten solche Diskussionen häufiger zusammenfassen und dann in einem Extra Thread abspeichern

3.Variante:

Pro PKV:
- bessere Leistungen und schnellerer Zugriff auf Ärzte, je nach Vertrag.
Achtung, Ärzte haben häufig den Kollegenbonus
- je nach Vertrag sogar eine Ersparnis zur GKV
- neue Therapien/Behandlungen teilw. schneller verfügbar

Contra:
- keine Familienversicherung, spätestens ab mehr als 2 Kindern nicht mehr sinnvoll
- im Alter Wegfall des Arbeitgeberanteils
- In der Elternzeit zahlt man selbst den vollen Beitrag
- Keine Lohnfortzahlung wenn man wegen eines kranken Kindes zu Hause bleibt
- im Bereich Hilfmsittel kann es zu Problemen kommen(Hilfsmittelkatalog beachten
(Offen?/Geschlossen?), Ausschlüsse)

Pro GKV:
- Familienversicherung, kein Prämienzuschlag für jedes Kind
- Lohnfortzahlung bei Krankheit eines Kindes
- Beitrag wird politisch wahrscheinlich nicht übermäßig hoch(Spekulation auf die Politik)
- je nach Kasse auch Zusatzleistungen buchbar auf Niveau der PKV
- Beitragsfreiheit in der Elternzeit

Contra GKV:
- schlechtere Leistungen im Vergleich zur PKV
- im Alter bei freiwilliger Versicherung Schlechterstellung von Einnahmen,Renten usw.
- Beitrag abhängig vom Einkommen
- Wegfall des Arbeitgeberanteils bei freiwilliger Versicherung

In jedem Fall: Beratung durch einen Honorarberater vor Wechsel in die PKV, auch Klärung welche Krankenkasse(GKV/PKV) das beste Preis-Leistungsverhältnis anbietet
Eine gute Zahnzusatzversicherung(GKV), oder ein ordentlicher Tarif(PKV) sind wichtig.
Zur PKV muss auch eine Krankentageldversicherung abgeschlossen werden(muss Steigerungsmöglichkeiten ohne neue Gesundheitsprüfung beinhalten)


Was vergessen?

FirebirdUSA
29.04.2020, 10:06
Es fehlt noch ein wichtiger Punkt bei PKV: eigentlich immer geschlossener Hilfsmittelkatalog mit z.T. drastischen Ausschlüssen

GelbeKlamotten
29.04.2020, 10:49
Es fehlt noch ein wichtiger Punkt bei PKV: eigentlich immer geschlossener Hilfsmittelkatalog mit z.T. drastischen Ausschlüssen

Wie kommst du denn darauf? Offener Hilfsmittelkatalog ist mittlerweile bei fast allen PKVen Standard und ich kenne keine PKV, die nicht zumindest die Option dafür hätte.
Bei alten Verträgen gab es öfter geschlossene hilfsmittelkataloge, teilweise haben die Versicherer ihre bestehenden Tarife aber sogar freiwillig ohne Gesundheitsprüfung zum offenen Hilfsmittelkatalog geupgraded, um ihre Kundschaft nicht zu verlieren.

Miss_H
29.04.2020, 11:26
Was mich stört Beratung durch einen Honorarberater. Darf man sich nicht mehr selbst eine Meinung bilden? Klappt in vielen anderen Lebensbereichen doch auch.

FirebirdUSA
29.04.2020, 11:33
Wie kommst du denn darauf? Offener Hilfsmittelkatalog ist mittlerweile bei fast allen PKVen Standard und ich kenne keine PKV, die nicht zumindest die Option dafür hätte.
Bei alten Verträgen gab es öfter geschlossene hilfsmittelkataloge, teilweise haben die Versicherer ihre bestehenden Tarife aber sogar freiwillig ohne Gesundheitsprüfung zum offenen Hilfsmittelkatalog geupgraded, um ihre Kundschaft nicht zu verlieren.

Danke fürs Update, schön zu hören das sich das geändert hat. War mit einer der Gründe warum ich mich damals (vor ca 10 Jahren) gegen PKV entschieden hatte. Bisher bereue ich meine Entscheidung nicht. Ich kenne aber tatsächlich mehrere Personen die mit Anfang 60 deutlich mehr zahlen als GKV Beitrag und deshalb unzufrieden sind mit PKV.

Matzexc1
29.04.2020, 11:54
Was mich stört Beratung durch einen Honorarberater. Darf man sich nicht mehr selbst eine Meinung bilden? Klappt in vielen anderen Lebensbereichen doch auch.

Aber natürlich darf man sich eine eigene Meinung bilden.

Es ist halt einfach die Frage wie es gut möglich ist, sich bei manchen Themen selbst einzuarbeiten und auch Fallstricke zu erkennen.

kartoffelbrei
29.04.2020, 12:04
Was fehlt: bei freiwilliger Versicherung in der GKV muss ebenfalls der Arbeitgeberanteil durch den Versicherten gezahlt werden, nicht nur bei der PKV!

GelbeKlamotten
29.04.2020, 12:28
Danke fürs Update, schön zu hören das sich das geändert hat. War mit einer der Gründe warum ich mich damals (vor ca 10 Jahren) gegen PKV entschieden hatte. Bisher bereue ich meine Entscheidung nicht. Ich kenne aber tatsächlich mehrere Personen die mit Anfang 60 deutlich mehr zahlen als GKV Beitrag und deshalb unzufrieden sind mit PKV.

Wie gesagt, im Schnitt ist es sicherlich teurer, privat versichert zu sein, das bezweifle ich nicht. Mit Kindern erst recht. Diejenigen, die sich am Ende beschweren sind wahrscheinlich die, die wegen der vermeintlichen Ersparnis gewechselt haben. Wenn man die 100 Euro im Monat, die man anfangs spart, für die Raten eines Autokredits einplant und dann völlig überrascht ist, dass die Versicherung irgendwann etwas teurer wird, dann ist die PKV nicht die richtige Entscheidung.

Wenn einem von vorne rein klar ist, dass es eine Investition und keine Ersparnis ist und dass man das bei der Altersvorsorge mit einplanen sollte, dann gibt es auch kein böses Erwachen. Dass man mit 60 dann 200 oder 300 euro mehr zahlt als ein GKVler ist durchaus möglich, sollte aber nach 30 jahren gutem verdienst und anfänglicher Ersparnis dann auch zu stemmen sein.

Es mag Ausnahmen geben, bei denen ein Tarif aufgrund einer sehr ungünstigen Versichertenkohorte sehr teuer wird. Da gibt es dann aber eben gesetzliche Regelungen, um den Tarif wechseln zu können, notfalls mit anwaltlicher Hilfe.

Wie gesagt, ich bin bisher sehr glücklich mit meiner PKV. Und wenn sie morgen 200 euro teurer würde, dann wäre das zwar ärgerlich, aber ich wäre immer noch lieber in der PKV als in der GKV.

schnix25
29.04.2020, 12:46
Ob billiger oder teurer ist wie gesagt schwierig zu beurteilen. Was aber eine Rolle spielt, ist wann diese Kosten auftreten. Als Berufsanfänger in jungen Jahren ist es ganz gut 200-300 Euro mehr im Monat zur Verfügung zu haben. Wenn man ein ganzes Berufsleben gut verdient hat, ist es vermutlich im Alter nicht ganz so schlimm wenn man dann 100 oder 200€ mehr zahlt. So niedrig sollte die Rente ja nicht ausfallen, wenn man lange privat versichert war und ein bisschen Vermögen sollte man als Arzt ja auch angehäuft haben im Lauf der Jahrzehnte.

GelbeKlamotten
29.04.2020, 12:52
Ob billiger oder teurer ist wie gesagt schwierig zu beurteilen. Was aber eine Rolle spielt, ist wann diese Kosten auftreten. Als Berufsanfänger in jungen Jahren ist es ganz gut 200-300 Euro mehr im Monat zur Verfügung zu haben. Wenn man ein ganzes Berufsleben gut verdient hat, ist es vermutlich im Alter nicht ganz so schlimm wenn man dann 100 oder 200€ mehr zahlt. So niedrig sollte die Rente ja nicht ausfallen, wenn man lange privat versichert war und ein bisschen Vermögen sollte man als Arzt ja auch angehäuft haben im Lauf der Jahrzehnte.

200-300 euro mehr hast du als Angestellter mit einem vernünftigen PKV Tarif auch in jungen Jahren nicht zur Verfügung. Im Normalfall wird sich das eher im Bereich von 100 Euro bewegen. Und man tut gut daran, die 100 Euro dann auch tatsächlich zurückzulegen. Entweder selbst investieren oder beim Versicherer zusätzliche Altersrückstellungen aufbauen - auch das ist oft möglich.

Salzi19
29.04.2020, 13:02
Was fehlt: bei freiwilliger Versicherung in der GKV muss ebenfalls der Arbeitgeberanteil durch den Versicherten gezahlt werden, nicht nur bei der PKV!

Das stimmt aber nicht immer, bei meinen Mann z. B. In der Industrie wird das ganz normal bezahlt vom AG.

GelbeKlamotten
29.04.2020, 13:13
Das stimmt aber nicht immer, bei meinen Mann z. B. In der Industrie wird das ganz normal bezahlt vom AG.

kartoffelbrei redet natürlich vom rentenalter. Dass während einer Angestelltentätigkeit der Arbeitgeber seinen Anteil zahlt - sowohl bei GKV als auch bei PKV - ist unstrittig.

Auch wer freiwilliges GKV Mitglied war kann aber meines Wissens nach in den allermeisten Fällen im Rentenalter in die gesetzliche Krankenversicherung der Rentner und zahlt dann nicht den AG-Anteil zusätzlich. Nagelt mich da aber nicht fest, als PKV Versicherte habe ich mich damit nicht eingehend beschäftigt.

Miss_H
29.04.2020, 13:18
Du hast dich mit dem System nicht beschäftigt, findest PKV aber besser? Da frage ich mich schon auf welcher Grundlage.

GelbeKlamotten
29.04.2020, 13:28
Du hast dich mit dem System nicht beschäftigt, findest PKV aber besser? Da frage ich mich schon auf welcher Grundlage.

:D

Hauptsache du kennst dich aus.

Matzexc1
29.04.2020, 13:28
Auch wer freiwilliges GKV Mitglied war kann aber meines Wissens nach in den allermeisten Fällen im Rentenalter in die gesetzliche Krankenversicherung der Rentner und zahlt dann nicht den AG-Anteil zusätzlich.

Können ja, es gibt nur ein Problem:

"Nur wer mindestens 90 Prozent der zweiten Hälfte dieses Erwerbslebens gesetzlich versichert war, hat die Vorversicherungszeit erfüllt und darf sich in der Krankenversicherung der Rentner versichern lassen. Weiterhin müssen Versicherte für die KVdR einen Anspruch auf Bezüge aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben."

Soweit ich das verstehe zahlst du ohne gesetzlichen Rentenanspruch als freiwillig Versicherter und das heisst alle Einnahmen, Versorgungswerk, Betriebsrente, Mieten, Kapitalerträge.

"Wer sich als Pensionär oder Rentner freiwillig gesetzlich versichert, zahlt unter Umständen höhere Beiträge als Personen, die in der KVdR pflichtversichert sind. Der Grund dafür ist, dass sämtliche Einnahmen zur Beitragsberechnung herangezogen werden:
Betriebsrente Altersrente private Rente Mieteinkünfte"

Quelle: https://www.krankenkassenzentrale.de/wiki/krankenkasse-rentner#
http://www.renten-recht.org/krankenversicherung/kvdr.html

Es gibt aber Wege diesen Anspruch aufzubauen:
https://www.finanztip.de/gesetzliche-rentenversicherung/

freak1
29.04.2020, 14:08
Der Beitrag in der freiwilligen GKV Versicherung ist aber auch im Alter gedeckelt.

milz
29.04.2020, 18:24
Der Beitrag in der freiwilligen GKV Versicherung ist aber auch im Alter gedeckelt.

Soweit ich weiß zahlt man als Rentner den AN- und den wegfallenden AG-Anteil und das wäre dann gedeckelt bei Beitragsbemessungsgrenze?

Edit: Hatte mich verrechnet...

GelbeKlamotten
29.04.2020, 18:35
Soweit ich weiß zahlt man als Rentner den AN- und den wegfallenden AG-Anteil und das wäre dann gedeckelt bei Beitragsbemessungsgrenze? Da käme ich jetzt schon auf fast 1500 €/Monat.

Aber eben nur, wenn du auch entsprechende Einkünfte hast. Je nachdem ob du in der KVdR bist oder nicht zählt da dann neben der Rente auch Einkommen aus Kapital- und Mieterträgen dazu.

Wenn du im Alter ein ordentliches Auskommen hast, zahlst du also auch in der GKV reichlich. In der PKV kann es uU auch so teuer werden, da aber unabhängig vom Einkommen. Da muss man dann eben schauen, dass man ein bisschen Vorgesorgt hat.

Wenn man 2000 Euro vom Versorgungswerk bekommt und sonst keine Erträge, dann sind 1500 Euro PKV schon happig ;-) Das muss einem halt bewusst sein wenn man in die PKv wechselt.

lux12345
29.04.2020, 18:40
Soweit ich weiß zahlt man als Rentner den AN- und den wegfallenden AG-Anteil und das wäre dann gedeckelt bei Beitragsbemessungsgrenze? Da käme ich jetzt schon auf fast 1500 €/Monat.

Naja, ganz so hoch ist es nicht...
Die Beitragsbemessungsgrenze ist derzeit 4'687,50€. Davon dann je nach Kasse ca. 15,6% GKV und 3,3% (falls kinderlos) PV ergibt 886€. Aber dennoch... wenig ist anders...