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Thomas24
07.08.2021, 02:01
Arbeitet hier irgendeiner mit Optionen auf amazon?
Jede Menge Gegenfragen: erstens warum ein so bescheidenes Underlying wie AMZN? Und das ausgerechnet als erklärter Anfänger im Bereich Optionen? Warum so bescheiden und nicht direkt ein noch teureres Underlying wie 100 Berkshire A Shares handeln?:-keks Du siehst, worauf ich hinauswill?

Und überhaupt, was möchtest du denn genau machen? Long Call?, Short puts?, Straddles?, Bull Call Spread?


Fange erst seit Kurzem an mich mit Optionen zu beschäftigen und interessiere mich dafür.

Je nach deiner Margin Situation deines Brokers solltest du wirklich erstmal überlegen, ein anderes Underlying als AMZN zu bespielen. Jede deiner Call /Put Option bewegt 100 AMZN Shares. AMZN Shares kosten derzeit ca. 3445 USD pro Aktie. 100 x 3,445 USD = du bewegst pro Option theoretisch 344.500 USD. Und zwar 1. Pro Option, 2. als selbsterklärter Anfänger im Bereich Optionen und 3. No offense: dann fallen alle Options Positionen, in denen du Gamma Short wärst, erstmal für dich weg wg. unbegrenztem (!!!) Verlustrisiko. Also keine Short call, short Put Positionen in AMZN für dich - allenfalls als Spread.

Je nach IVR an dem Tag, kaufst du deine Vola teuer ein- und der Zeitwertverfall plus Änderung an der Vola kann dein eingesetztes Kapital brutal vernichten. Optionen sind geniale Instrumente- aber nur wenn man weiß, was man da tut- und diese Prinzip gilt für alle Derivate. Vielleicht solltest du konkret erstmal weniger stark gehebelt mit Optionen ein, zwei Jahre Erfahrungen sammeln. Ansonsten landest du mit Derivaten schnell im YOLO Himmel. Gelbe Klamotten hat es beispielsweise mit CFDs geschafft, noch als Studentin (!!!) mehrere zehntausend Euro (!!!) zu vernichten und hat dann von einem sehr großzügigen Gönner einen finanziellen Bailout bekommen. Wenn du keinen solchen Gönner in der Hinterhand haben solltest, oder dir ein Margin Call deines Brokers nicht komplett egal ist- solltest du im Bereich Derivate erstmal sehr vorsichtig, bedacht und vor allem nicht gierig unterwegs sein:-nix. Nimm dir die Zeit, die Funktionsweise von Optionen zu verstehen - und wenn Du dann immer noch unbedingt mit Derivaten/ Optionen arbeiten möchtest- dann erstmal ausführliches üben, lesen, noch mehr üben, noch mehr lesen :-lesen:-lesen:-lesen und dann erst Geld in die Hand nehmen. Optionen sind nicht kompliziert, nur komplex. Aber wenn man sich nicht sorgfältig damit auseinandersetzt, bedankt sich der Marketmaker. Just my 2 Cents.

GelbeKlamotten
07.08.2021, 12:11
Den technischen Teil habe ich nur etwa zur Hälfte verstanden. Aber die Warnung kann ich bestätigen: Man kann damit sehr schnell sehr viel Geld verlieren. Und im Gegensatz zu klassischen Aktiengeschäften eben auch Geld, das man gar nicht hat (wobei die Nachschusspflicht für Privatanleger glaube ich inzwischen zumindest teilweise abgeschafft wurde? Als ich mit sowas gezockt habe, gab es die jedenfalls noch).

Wäre ich erst heute mit Optionen und CFDs in Kontakt gekommen, hätte ich sehr wahrscheinlich mehr verzockt als "nur" einen 5-stelligen Betrag. Wenn auch vielleicht nicht ganz so schnell. Damals bin ich wirklich maximal naiv an die Sache rangegangen, hatte überhaupt keine Ahnung, was ich tue und mit was ich eigentlich handle.

Von daher denke ich, dass mein früher "Ausflug" in diese Welt damit damals insgesamt im Nachhinein schon positiv für mich war. Auch wenn der Verlust erst mal geschmerzt hat. Mir hat dann zwar tatsächlich damals jemand sehr großzügig finanziell ausgeholfen, aber auch ich kriege einen solchen Betrag nicht geschenkt, ohne dass das mit bestimmten (bis heute noch zum Teil bestehenden) Erwartungen seitens des Schenkenden verbunden ist.


Mein Tipp wäre zusammenfassend: Informiere dich über eventuelle Nachschusspflichten und Margin Calls und setzte dir ein striktes Limit, wie viel Geld du riskieren möchtest/kannst.

GelbeKlamotten
07.08.2021, 12:12
Ein weiterer vermeidbarer Fehler, den ich damals gemacht habe: Pass bei Hebelprodukten auf mit "Take profit" orders! Ich habe damals u.a. stark gehebelt auf Quartalszahlen spekuliert. Hatte dann einmal eine gehebelte Long-Position auf eine Aktie, die nach der Veröffentlichung der Zahlen nach Börsenschluss deutlich nach oben ging.

In Zahlen war das ungefähr so:
Wert der Position bei Kauf: 2.000 Euro
Wert der Position nach Börsenschluss: 10.000 Euro
Ich: "Die muss ich unbedingt sofort zum Börsenstart morgen verkaufen bevor sie wieder fällt"
Take Profit auf 2500 Euro gesetzt, weil ich dachte dann wird er auf jeden Fall ausgelöst und es wird zum aktuellen Kurs verkauft.
Börsenstart: Take Profit greift, ich bekomme 2500 Euro, obwohl der Positionswert immer noch 10.000 Euro gewesen wäre. 7.500 Euro verschenkt.

Bei Stop Loss ist das selbstverständlich nicht so, da realisiert man den vollen Verlust, wenn es starke außerbörsliche Schwankungen gab.

Kling jetzt ziemlich dämlich, auch aus meiner heutigen Sicht, aber damals war ich so ahnungslos und habe halt trotzdem mit relativ hohen Beträgen spekuliert. Und da bin ich sicher nicht die Einzige. Das freut natürlich jeden Broker :-oopss

milz
07.08.2021, 12:18
Ich würde von solchen Dingen die Finger lassen. Einfach monatlich in einen Welt ETF einzahlen und langsam reich werden... Spart Zeit und schont die Nerven. Als Arzt wird man eh nicht verhungern.

DrSkywalker
07.08.2021, 12:22
Ich kann nur sagen: Schuster, bleib bei deinem Leistenbruch!

Will man reich werden als Arzt gibt es deutlich bessere möglichkeiten als an der Börse zu spekulieren! In Aktein und ETFs investieren ist sinnvoll, aber Zocken sollte man nicht. Bessere Idee: Ein sehr guter Arzt mit einem Händchen für Finanzen ist spätestens mit 45 Millionär, wenn er darauf den Fokus legt. Einfach sehr gute Arbeit machen und ein bisschen schauen, was finanziell sinnvoll ist.

Wenn man halt erst mal mit Fach XY anfängt, dann nach 3 Jahren endlich checkt, dass es das nicht ist und das Fach noch 1-3 mal wechselt, dann noch mal 8 Jahre für den Facharzt braucht und dann noch 4 Jahre als angetellter Facharzt in der Klinik schufftet ohne seinen Stundenlohn im Blick zu haben dauert es einfach länger. Kann man alles machen, ist völlig ok, dann aber halt auch einsehen, warum man steht, wo man ist.

GelbeKlamotten
07.08.2021, 12:42
Ich kann nur sagen: Schuster, bleib bei deinem Leistenbruch!

Will man reich werden als Arzt gibt es deutlich bessere möglichkeiten als an der Börse zu spekulieren! In Aktein und ETFs investieren ist sinnvoll, aber Zocken sollte man nicht. Bessere Idee: Ein sehr guter Arzt mit einem Händchen für Finanzen ist spätestens mit 45 Millionär, wenn er darauf den Fokus legt. Einfach sehr gute Arbeit machen und ein bisschen schauen, was finanziell sinnvoll ist.

Wenn man halt erst mal mit Fach XY anfängt, dann nach 3 Jahren endlich checkt, dass es das nicht ist und das Fach noch 1-3 mal wechselt, dann noch mal 8 Jahre für den Facharzt braucht und dann noch 4 Jahre als angetellter Facharzt in der Klinik schufftet ohne seinen Stundenlohn im Blick zu haben dauert es einfach länger. Kann man alles machen, ist völlig ok, dann aber halt auch einsehen, warum man steht, wo man ist.

Mit 45 Millionär werden ist jetzt auch nicht unbedingt ein sehr ambitioniertes Ziel für jemanden, dem seine Finanzen wichtig sind. Bis zur richtigen finanziellen Unabhängigkeit sind es dann locker noch mal 10 weitere Jahre, selbst wenn sich der Vermögenszuwachs beschleunigt. Für jemanden, der noch eine Familie mitversorgen muss noch länger.

Du hast natürlich recht, dass man auch schauen sollte, dass man für seine ärztliche Tätigkeit anständig entlohnt wird. Aber ein zusätzliches zweites Standbein schadet auch oft nicht.

ehem-user-19-08-2021-1408
07.08.2021, 15:35
Jemand Expertise zu Dermapharm Holding aus Gruenwald/Muenchen? Haben viel mit Biontech zu tun, jetzt kommen die 3. Impfungen und die haben noch weitere Meds im Portfolio. Prognosen stehen gut. Hab da mal 1000EUR rein vor 2 Wochen.

Kackbratze
07.08.2021, 16:32
Jemand Expertise zu Dermapharm Holding aus Gruenwald/Muenchen? Haben viel mit Biontech zu tun, jetzt kommen die 3. Impfungen und die haben noch weitere Meds im Portfolio. Prognosen stehen gut. Hab da mal 1000EUR rein vor 2 Wochen.

Ich glaube mit solchen News bist Du bei Reddit gut aufgehoben. Hier werden Strategien und Möglichkeiten besprochen, direkte Firmenbesprechungen findest Du bei WSB/Reddit.

ehem-user-19-08-2021-1408
07.08.2021, 17:46
Ich glaube mit solchen News bist Du bei Reddit gut aufgehoben. Hier werden Strategien und Möglichkeiten besprochen, direkte Firmenbesprechungen findest Du bei WSB/Reddit.

WSB..?

Bzw. wenn du keine Antwort auf meine konkrete Frage hast, wieso antwortest du überhaupt?

Kackbratze
07.08.2021, 17:56
Deine konkrete Frage ist irrelevant, da dein Geld ja schon drin steckt. Insgesamt informiert man sich vorher (siehe die Optionen-Frage zu Amazon).

ehem-user-19-08-2021-1408
07.08.2021, 18:08
Deine konkrete Frage ist irrelevant, da dein Geld ja schon drin steckt. Insgesamt informiert man sich vorher (siehe die Optionen-Frage zu Amazon).

Shoot first, ask questions later.

Mometasonfuroat
07.08.2021, 19:43
Ich weiß ich schweife vom Thema Aktien und ETFs ab und habe in letzter Zeit sogar eher vom Kauf abgeraten, aber ich bin "eher unfreiwillig" gut vermögend mit Immobilien geworden und es scheint einfach nicht abzureißen, insbesondere mit der zunehmenden Baumaterial und Rohstoffknappheit. Möchte daher dem einen oder anderen doch solange die Zinsen niedrig sind anraten nach passenden Immobilien zu schauen, wenn man investieren möchte. Wir haben zwar auch Aktien aber den größten Hebel können wir weiter über die Fremdfinanzierung und Rendite bei MFHs setzen.

GelbeKlamotten
07.08.2021, 20:06
Toll dass du extra vorbeigekommen bist, um diesen wahnsinnig fundierten Tipp abzugeben :-))

Thomas24
07.08.2021, 20:54
Und im Gegensatz zu klassischen Aktiengeschäften eben auch Geld, das man gar nicht hat (wobei die Nachschusspflicht für Privatanleger glaube ich inzwischen zumindest teilweise abgeschafft wurde? Als ich mit sowas gezockt habe, gab es die jedenfalls noch).

Die Nachschusspflicht wurde nur bei CFDs abgeschafft. Bei Futures, Optionen, Future Optionen usw. besteht im Falle des Falles die Nachschusspflicht gegenüber dem Broker weiter.

GelbeKlamotten
07.08.2021, 21:32
Die Nachschusspflicht wurde nur bei CFDs abgeschafft. Bei Futures, Optionen, Future Optionen usw. besteht im Falle des Falles die Nachschusspflicht gegenüber dem Broker weiter.

Achso ok, danke für die Info. Habe mich damit schon lange nicht mehr so genau beschäftigt.
Dann sollte cartablanca wohl aufpassen, keinen falschen Klick zu machen, damit der lukrative Optionskauf nicht auf einmal zur Schuldenfalle wird :)

Eigentlich müsste sein Broker ihm aber den Zugang zu den extrem riskanten Produkten sowieso verwehren, wenn er bei den Fragen zu seiner Börsenerfahrung bei Eröffnung des Depots ehrlich war oder?

Thomas24
07.08.2021, 21:48
Achso ok, danke für die Info. Habe mich damit schon lange nicht mehr so genau beschäftigt.
Dann sollte cartablanca wohl aufpassen, keinen falschen Klick zu machen, damit der lukrative Optionskauf nicht auf einmal zur Schuldenfalle wird :)

Eigentlich müsste sein Broker ihm aber den Zugang zu den extrem riskanten Produkten sowieso verwehren, wenn er bei den Fragen zu seiner Börsenerfahrung bei Eröffnung des Depots ehrlich war oder?

Bei einer Long Position ist der Schaden ja auf die Höhe des Einsatzes begrenzt (was, bei teuren Optionen auch weh tun kann). So richtig kann er sich mit einer Options Short Position in die Nesseln setzen, da ist der potentielle Verlust unbegrenzt, wenn das Underlying sich gegen ihn bewegt.

Theoretisch setzt der Zugang zu Optionen voraus, dass der Antragsteller seinem Broker schriftlich erklärt, dass er in der Materie ausreichend erfahren und bewandert ist. Der Broker hält sich damit schadlos und möchte im Fall eines Prozesses eine bessere Argumentation haben ("Klient Cartablanca hat selbst angegeben, ausreichend Erfahrung in dem Bereich zu haben. Hier ist sein unterschriebener Antrag- damit sind wir aus einer potentiellen Haftung wegen Verletzung von Aufsichtspflichten usw. raus... ).

h3nni
07.08.2021, 21:57
Hat der durchschnittliche deutsche Broker nicht eh nur Optionsscheine mit Kontrahentenrisiko usw? Und die sind eh auf den Einsatz begrenzt?

Bei trade republic werden ja nicht die ganzen Zockertypen ihren Hausstand verpfänden?

Thomas24
07.08.2021, 22:25
Nein. Auch über deutsche Broker kann man Optionen handeln, nicht nur sowas wie Optionsscheine

cartablanca
08.08.2021, 07:24
Hey danke Thomas. Ich werd mich jetzt bisschen in die Vokabeln einlesen. Nein ich fang mit Sicherheit nicht an, direkt in amazon optionen zu investieren und wenn dann erstmal mit virtuellem Geld bis ich das Prinzip verstanden habe. Amazon zeigt halt recht zuverlässige Schwankungen um den gleichen Wert. Da dachte ich mir mit Optionen auf Long zu gehen um den Gewinn zu steigern. Kann sein, dass das ne Schnapsidee war.
Meine Kohle liegt aktuell übrigens zu 100% in ETF (MSCI).

Argus
09.08.2021, 17:58
Hi,

ich hoffe ich poste das hier in den richtigen Thread, hätte es vielleicht auch ins Auslands-Forum posten können.
Ich werde demnächst in der Schweiz anfangen und habe grundsätzlich vor, längerfristig dort zu bleiben. Da ich mir jedoch vorstellen kann, im Rentenalter nach Deutschland zurückzukehren, bin ich auch von der Idee einer fondsgebunden Rentenversicherung noch nicht ganz abgerückt. Werde diesbezüglich gerade auch "umgarnt", was einige von euch sicherlich bekannt vorkommen sollte... Allerdings frage ich mich, ob die möglichen Kosten den späteren steuerlichen Vorteil überhaupt wert sind, zumal ich ja in der Schweiz, wenn ich dort schlicht und einfach in ETFs investieren würde, keine Kapitalertragsteuer zahlen müsste, und auch sonst die Angaben m.W. gering wären, zumindest so lange, bis ich Vermögenssteuer zahlen müsste.
Daher meine Frage: was vom Folgenden (oder vielleicht noch etwas ganz anderes?) würdet ihr mir, neben AHV und Pensionskasse, empfehlen?
1) Fondsgebundene Rentenversicherung?
2) Freiwillig in die DRV einzahlen?
3) In ETFs investieren aus der Schweiz?
4) Schweizer Säule 3a? Das wahrscheinlich schon, wegen des Steuervorteils oder?
Danke für alle Anregungen.

LG Argus