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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie spart oder investiert ihr?



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GelbeKlamotten
27.04.2021, 23:32
Mei, wenn du tatsächlich nur das machst dann akzeptier die 25% Kapitalertragssteuer und lass es. Zumindest auf dem Papier solltest du schon mehr machen. Fällt dir da wirklich gar nichts ein? Als Ärztin? Als Radiologin? Als ...


Mit beleidigendem Ton in eine Diskussion reingrätschen, von der du selber nicht mal das Thema verstanden hast, konntest du ja schon immer ganz gut.

Es ging hier halt genau darum: eine GmbH gründen, um darin sein Wertpapiervermögen zu verwalten und vermeintlich Kapitalertragssteuer zu sparen. Der Vorschlag kam nicht von mir, sondern ich habe angemerkt, dass ich das für nicht besonders sinnvoll halte. Zudem ging es eigentlich darum, wie man sich wehren kann, wenn der nicht ganz unwahrscheinliche Fall eintritt, dass unter einer rot-grünen Regierung die Abgeltungssteuer von 25% eben gerade wegfällt und künftig mit dem persönlichen Einkommensteuersatz von mindestens 42% versteuert werden muss. Gar nicht mitbekommen, hm? aber Hauptsache mal lauthals irgendeinen Firlefanz rumposaunt.

An sich ist eine GmbH eine tolle Sache. Und zwar dann, wenn man tatsächlich unternehmerisch tätig sein will. Dann kann man auch einen Firmenwagen fahren und von der 1%-Regel Gebrauch machen.
Wenn allerdings die Geschäfte nur auf dem Papier stattfinden, und das Unternehmen eigentlich nur besteht, weil du deinen tollen Plug-in-Hybrid-SUV leasen möchtest (ja ich weiß, als Chirurg kommt ein Fiat Panda natürlich nicht in Frage) und du Pseudoverluste generieren willst, dann dauert es maximal bis zur zweiten Steuererklärung bis dir das Finanzamt kräftig auf die raffgierigen Fingerchen klopft.

Glaubst du ernsthaft du kannst in deiner GmbH eine Immobilie verwalten und gleichzeitig ein hohes Aktienvermögen und dann langfristig mit dem Immobiliengeschäft so viele Verluste durch Handwerkerrechnungen u.ä. faken, dass du damit nicht nur die kompletten Mieteinnahmen, sondern auch noch einen relevanten Teil der Kapitalerträge ausgleichen kannst und das Finanzamt winkt das einfach so durch? Lol. Übrigens kann dafür dann tatsächlich auch schnell mal die Approbation flöten gehen - allein für den Versuch.

GelbeKlamotten
27.04.2021, 23:49
Zum Vergleich: deine vermögensverwaltende GmbH veräußert dieselbe Aktienposition und erzielt ebenfalls einen rechnerischen Gewinn von 10 K Euro. Hierbei sind allerdings 95% deines Kursgewinns steuerfrei. Nur auf die verbliebenen 5% werden Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und Solidarzuschlag aufgeschlagen. Effektive Steuerlast auf deinen Veräußerungsgewinn von 10 K also um die 1,5%.

Bis 2012 galt diese vorteilhafte Regelung sogar für Dividendeneinnahmen, wurde damals aber abgeändert und ist nur noch gültig, wenn eine Kapitalgesellschaft mindestens 10 % an der anderen Kapitalgesellschaft hält.
Ob sich ein solches Set Up rentiert, muss jeder für sich selber prüfen. Es fallen nicht nur Gründungskosten an, sondern auch jährliche Strukturkosten wie Steuerberatung, Buchführung, Jahresabschlüsse, Veröffentlichung über den Bundesanzeiger usw. Darüber hinaus sollte nicht vergessen werden, dass das Geld *in der GmbH* "gefangen" ist, und bei Entnahme aus der GmbH auf die Ebene der Privatperson nachversteuert werden muss, insofern nur eine Steuerverschiebung darstellt, wenn man plant, das Geld irgendwann aus der GmbH in die Ebene der natürlichen Person zu holen.

Ja, genau diese Ausschüttung ist das Problem, das ich ja ebenfalls bereits erwähnt habe. Als Buy-And-Hold Investor (und das ist das was ich überwiegend mache und was für die allermeisten anderen hier auch die beste Option ist), versteuere ich auch als Privatinvestorin den weitaus größten Teil meiner Kapitalerträge erst, wenn ich mir das Geld in ferner Zukunft wieder "auszahle". Damit habe ich den gleichen Steuerstundungseffekt ganz ohne GmbH und damit ohne zusätzlichen Aufwand und Kosten.

Daher mein Einwand, dass sich das Investieren über die GmbH vor allem dann lohnt, wenn man tatsächliche Unternehmensgewinne investiert. Denn dann kann ich investieren, bevor ich auf Ebene der Privatperson versteuern muss. Das Geld ist in dem Fall quasi in der GmbH entstanden, dann wäre es natürlich schädlich, es erst steuerpflichtig in mein Privatvermögen zu überführen, um dann nur das was netto übrig bleibt zu investieren.

Danke für den Buchtipp, werde ich mir ansehen.

Relaxometrie
28.04.2021, 10:39
Nochmal vielen lieben Dank an Relaxometrie für den Tipp mit Herrn Gierhake!
Wobei ich aber erwähnen möchte, dass ich ihn nicht direkt kenne, sondern jemanden kenne, der wiederum jemanden kennt, der Perpetual Traveller ist. Über diesen Weg bekomme ich am Rande ein paar Dinge mit, die mit Steuervermeidungsstrategien zu tun haben und habe in diesem Zusammenhang auch mal den Namen "Gierhake" mitbekommen.
Da ich inzwischen auch einige PNs bekommen habe und gefragt worden bin, ob ich mich mit dem Perpetual Travelling genauer auskenne, möchte ich hier ganz klar sagen, dass ich mich da nicht auskenne und diese Lebensgestaltung auch ganz klar ablehne.

FirebirdUSA
28.04.2021, 16:36
Es muss aber such erwähnt werden, dass die üblichen legalen Stiftungskonstruktion nicht richtig geeignet sind Kapitalertragssteuer zu zahlen, da du Ausschüttungen an dich eben auch mit dieser versteuern musst.

ehem-user-02-08-2021-1033
28.04.2021, 18:11
Ja, genau diese Ausschüttung ist das Problem, das ich ja ebenfalls bereits erwähnt habe. Als Buy-And-Hold Investor (und das ist das was ich überwiegend mache und was für die allermeisten anderen hier auch die beste Option ist), versteuere ich auch als Privatinvestorin den weitaus größten Teil meiner Kapitalerträge erst, wenn ich mir das Geld in ferner Zukunft wieder "auszahle". Damit habe ich den gleichen Steuerstundungseffekt ganz ohne GmbH und damit ohne zusätzlichen Aufwand und Kosten.

Daher mein Einwand, dass sich das Investieren über die GmbH vor allem dann lohnt, wenn man tatsächliche Unternehmensgewinne investiert. Denn dann kann ich investieren, bevor ich auf Ebene der Privatperson versteuern muss. Das Geld ist in dem Fall quasi in der GmbH entstanden, dann wäre es natürlich schädlich, es erst steuerpflichtig in mein Privatvermögen zu überführen, um dann nur das was netto übrig bleibt zu investieren.

Danke für den Buchtipp, werde ich mir ansehen.
Es ist halt für Spekulanten unter Umständen auch attraktiver, wenn du verschiedene Einkommensarten hast. Du verspekuliert dich an der Börse und kannst dann z.B. deine Aktienverluste mit deinen Einkünften aus der Selbständigkeit verrechnen... das geht als Privatanleger in diesem Maße nicht... Für hardcore Spekulanten sicher eine tolle Sache.

DrSkywalker
30.04.2021, 06:32
Wenn man dann irgendwann einen gewissen Grad an Absicherung und Komfort erreicht hat, z.B. ein Depot > 500k hat, 3 vermietete schuldenfreie Eigentumswohnungen, ein stattliches abbezahltes Haus und ein Jahreseinkommen > 350k, spätestens dann SOLLTE (!) man drigend merken, dass man wegen Geld weder in ein anderes LAnd ziehen sollte noch irgendwelche windschiefen und/oder total aufwendigen konstrukte nutzt um 5000 Euro im Jahr zu sparen.

Geld ist wirklich nicht alles, man braucht es, gerne in größeren Mengen, aber als Lebensinhalt taugt es nicht. Und wenn doch, zählt der Satz: Some people are so poor, all they have is money....

Wegen der Steuererhöhungen der Rot-Frakton denke ich mir mittlerweile: Take my money! Aber bitte, macht etwas vernünftiges damit, helft da wo es wirklich not tut, Solidarität mit den Schwachen und der Umwelt/Tieren ist mir ein großes Anliegen.

throni
30.04.2021, 07:07
Der solidarische Gedanke ist bei vielen Menschen mit ausgeprägter Neigung zur Gewinn-/Einkommensmaximierung leider nicht so ausgeprägt, siehe auch eine Einträge hier im Thread. Ich lebe in einem Mietshaus in einer boomenden Großstadt, in dem mein Vermieter seit Jahren über die Hälfte der Wohnungen leer stehen lässt trotz massiver Wohnungsnot. Ist für ihn halt finanziell attraktiver. Genauso sch*** ist es, wenn Wohlhabende das Land verlassen oder irgendwelche Steuertricks nutzen, um Steuerabgaben zu vermeiden. Aber geht natürlich am Sinn des Threads vorbei.

Kackbratze
30.04.2021, 07:11
Wegen der Steuererhöhungen der Rot-Frakton denke ich mir mittlerweile: Take my money! Aber bitte, macht etwas vernünftiges damit, helft da wo es wirklich not tut, Solidarität mit den Schwachen und der Umwelt/Tieren ist mir ein großes Anliegen.

Im Himmel ist auch gerade Jahrmarkt.
Was definitiv hilft, ist sich mal die Wahlprogramme durchzulesen und nicht bloss Twitter und Interviews im ÖR anschauen, dann siehst Du, wo dein solidarisch abgegebenes Geld landen wird.

Aber da führt der Thread dran vorbei, und wir reden hier nicht über 5000€.

Hast Du Kinder? Spätestens wenn Du etwas für die Kinder ansparen willst, wird Dir Dein "nehmt was ich habe aber macht was Gutes draus" ein bißchen Sodbrennen hervorrufen.

Christoph_A
30.04.2021, 08:01
Die Qualität von RRG kann man ja gerade in Berlin gut sehen, Wohltaten für die eigene Klientel und vollkommen krude, verfassungsfeindliche Projekte a la Mietendeckel, da man in seiner eigenen Bubble das toll findet. Zahlen dürfens dann die anderen. Blöd nur, wenn man auf einmal ein ganzes Land regiert und keiner mehr zum zahlen übrig bleibt. Aber merke, sinnlose Steuererhöhungen gehen immer.

Evil
30.04.2021, 13:52
Ich bin mir nicht so sicher, wo die Grünen im Bund wirklich hinwollen, ob es in die Berliner Richtung geht oder eher die vom Kretschmann. BW ist ja nun weder pleite, noch wurde Mercedes-Benz verstaatlicht.
Zumindest handeln sie entschieden professioneller als die Sandkasten-CDU/CSU, die Luftikus-FDP oder die absolut-Dilettanten der SPD. Von der Totalversager-Rechtsaußen-AfD red ich mal gar nicht.

Kackbratze
30.04.2021, 14:09
Wenn Klein Kevin mit in der Koalition sitzt, werden die Grünen die gefühlten konservativen Anteile darstellen, aber am Ende bleiben höhere Steuern auf Alles und Umverteilung.

cartablanca
30.04.2021, 14:16
Ich finde es ja recht amüsant wie in dem einen Thread die Coronapolitik der Regierung mit Klauen und Zähnen verteidigt und im nächsten Thread B Pläne zur Sicherung des eigenen Vermögens vor der Regierung erstellt werden.

ehem-user-02-08-2021-1033
30.04.2021, 15:00
Das ist eigentlich durchaus rational. Wenn du Angst vor der Pandemie hast und es dir wirtschaftlich gut geht, dann möchtest du geschützt werden... Egal was es den Staat kostet.
Wenn du wiederum keine Steuern zahlen möchtest, dann möchtest du auch geschützt werden... Nämlich vor Abgaben.
Bei Nr. 1 kannst du mit Solidarität argumentieren...bei Nr. 2 natürlich nur mit mangelnder Solidarität im Kontext von Steuervermeidung...
Aber bzgl. der neuen Regierungen... Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass die Grünen ab Herbst in der Bundesregierung sind... Vermutlich mit der Union als Juniorpartner...

Christoph_A
30.04.2021, 15:10
Ich bin mir nicht so sicher, wo die Grünen im Bund wirklich hinwollen, ob es in die Berliner Richtung geht oder eher die vom Kretschmann. BW ist ja nun weder pleite, noch wurde Mercedes-Benz verstaatlicht.
Zumindest handeln sie entschieden professioneller als die Sandkasten-CDU/CSU, die Luftikus-FDP oder die absolut-Dilettanten der SPD. Von der Totalversager-Rechtsaußen-AfD red ich mal gar nicht.

Sollten Sie sich an den Südwestgrünen orientieren, definitiv, wenn sich die kleinen Quotenkommunisten aus der Berliner R2G Ecke durchsetzen, wird das, in Verbindung mit Klein Kevin und der Elternbeiratsvorsitzenden anders ablaufen.
Daher muß das Hauptziel aktuell die Verhinderung von R2G heißen, schwarz-grün muß man sicher nicht fürchten, da bin ich bei Dir.
P.s.: weder der Kretschmann, noch der Özdemir oder der Palmer sind in meinen Augen eigtl. "richtige" Grüne, die wirken manchmal wie grünlackierte Schwarze.

cartablanca
30.04.2021, 16:04
Rational? Naja... für mich ist es eher verlogen. Lockdown über Lockdown, immer schön die harten Maßnahmen fordern und dann den Kopf aus der Schlinge ziehen, wenn jemand die Rechnung auch bezahlen muss.

Mano
30.04.2021, 16:48
Rational? Naja... für mich ist es eher verlogen. Lockdown über Lockdown, immer schön die harten Maßnahmen fordern und dann den Kopf aus der Schlinge ziehen, wenn jemand die Rechnung auch bezahlen muss.

Wenn es denn einen echten Lockdown gegeben hätte, dann hätte sich das ganze auch nicht über 6+ Monate hingezogen. Wenn man Dinge wie Maskenpflicht konsequent durchgesetzt hätte, dann ebenfalls.
Das was hingegen gemacht wurde ist einfach nichts halbes und nicht ganzes...

DrSkywalker
01.05.2021, 06:35
Im Himmel ist auch gerade Jahrmarkt.
Was definitiv hilft, ist sich mal die Wahlprogramme durchzulesen und nicht bloss Twitter und Interviews im ÖR anschauen, dann siehst Du, wo dein solidarisch abgegebenes Geld landen wird.

Aber da führt der Thread dran vorbei, und wir reden hier nicht über 5000€.

Hast Du Kinder? Spätestens wenn Du etwas für die Kinder ansparen willst, wird Dir Dein "nehmt was ich habe aber macht was Gutes draus" ein bißchen Sodbrennen hervorrufen.

Ich habe Kinder und habe keine Sorge, dass ich nicht genung für sie ansparen könnte. Ich hoffe das meine Kinder nicht auf mein Geld angewiesen sind, in meiner Familie hat sich jede Generation ihr Eigenes aufgebaut, unser Haus habe ich ohne Erbschaft kaufen können, so wie mein Vater früher auch, und mein Großvater auch. Geerbt wird dann, wenn man es nicht mehr braucht. Ich fahre halt keinen Porsche, verdiene ganz gut, investiere (hoffentlich) klug und habe eine hohe Sparquote.

Mit den Wahlprogrammen hast du schon recht, ich glaube auch nicht wirklich, dass das Geld nur sinnvoll verwendet wird, aber wenigstens zum Teil. Mehr Umweltschutz, energiewende, Tierwohl, soziale Gerechtigkeit ohne Hängematte, das wäre doch erstrebenswert. Dafür verzichte ich gerne auf ein Luxusauto. Ich würde lieber 100 Bäume pflanzen als einen 400 PS SUV zu fahren (metaphorisch gesprochen).

milz
01.05.2021, 08:09
So wie es dem Wahlprogramm zu entnehmen ist wollen die Grünen Ehegattensplitting, Minijobs und Sparerpauschbetrag abschaffen. Juhu! Aus meiner eigenen Erfahrung heraus ist selbst in der deutschen Provinz eine Herausforderung mit einem - bezogen auf die Allgemeinbevölkerung - schon recht guten Arztgehalt eine Familie durchzubringen und ein Häuschen abzuzahlen. Von irgendwas ansparen ganz zu schweigen. Dass man mit dem Splittingvorteil eben auch Familienmitglieder mit durchfüttert, die (auch aufgrund der Abgabenlast) evtl. gar kein vernünftiges Einkommen erwirtschaften können, wird nicht gesehen. Modernes Rollenbild mit Doppelverdienerehe plus Kids ist halt nicht für jeden möglich oder erstrebenswert (die Kids den ganzen Tag in die Betreuung abschieben) und die hatten in der Pandemie nun auch das große Nachsehen (Kinderbetreung/Homeschooling).

Wenn sich das durchsetzt wäre meine Empfehlung: Doppelverdienerehe ohne Kids - und bei der Partnerwahl gleiches Einkommen bevorzugen, da Einkommensunterschiede nicht mehr durch das Splitting abgemildert werden.

freak1
01.05.2021, 08:29
Wenn sich das durchsetzt wäre meine Empfehlung: Doppelverdienerehe ohne Kids - und bei der Partnerwahl gleiches Einkommen bevorzugen, da Einkommensunterschiede nicht mehr durch das Splitting abgemildert werden.

Es gibt eine viel einfacherere Lösung: Auswandern und (deutlich weniger) Steuern in einem Land zahlen, dass einen als hochqualifizierte Fachkraft haben möchte. Wenn Deutschland irgendwann Weltspitze in Gender Studies Promotionen ist aber dafür keine Industrie oder qualifizierte Steuerzahler mehr hat möchte man hier nicht mehr leben als jemand der arbeitet.

ehem-user-02-08-2021-1033
01.05.2021, 08:55
Wohin? Ernstgemeinte Frage.. :(