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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie spart oder investiert ihr?



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daCapo
04.05.2021, 19:02
Interessante Ausführungen von Thomas. Viel richtiges, ohne Frage. Dass jemand mit einem zu versteuerndem Jahreseinkommen über 500.000 Euro zb 52 Prozent spitzensteuersatz zahlt wäre mir immer noch recht. Und dass Starbucks, Amazon und Co endlich vernünftig steuern zahlen auch. Und dass jemand mit einem Vermögen über 5 oder 10 Millionen darüber 1% vetmögenssteuer zahlt wäre auch gut.

Yo sehe ich auch so.

cartablanca
04.05.2021, 19:07
Ein erfolgreicher Gynäkologiepraxisinhaber klagte erst letztens das Lied, dass einer seiner Söhne nur Unsinn im Kopf habe, wenig erfolgreich sei als Künstler und ihm auf der Tasche liege ohne das hier weiter kommentieren zu wollen.

"Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt."

Bismarck

Matzexc1
04.05.2021, 19:47
Interessante Ausführungen von Thomas. Viel richtiges, ohne Frage. Dass jemand mit einem zu versteuerndem Jahreseinkommen über 500.000 Euro zb 52 Prozent spitzensteuersatz zahlt wäre mir immer noch recht. Und dass Starbucks, Amazon und Co endlich vernünftig steuern zahlen auch. Und dass jemand mit einem Vermögen über 5 oder 10 Millionen darüber 1% vetmögenssteuer zahlt wäre auch gut.

Und dann kommt das nächste Steuerschlupfloch dank Lobbyarbeit.


"Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt."

Bismarck

Die wievielte Generation sind wir seit dem 2.Weltkrieg?



Momentan erleben die erneuerbaren Energien einen Einbruch. So zB die Wasserstoff Aktien wie Plug Power. Jetzt einsteigen/aussteigen?

Die Frage kann dir keiner wahrheitsgemäß beantworten, reine Kaffeesatzleserei Für mich sind diese "heissen Werte" mehr Spekulation als ernsthafte Geldanlage.

Kackbratze
04.05.2021, 19:49
Interessante Ausführungen von Thomas. Viel richtiges, ohne Frage. Dass jemand mit einem zu versteuerndem Jahreseinkommen über 500.000 Euro zb 52 Prozent spitzensteuersatz zahlt wäre mir immer noch recht. Und dass Starbucks, Amazon und Co endlich vernünftig steuern zahlen auch. Und dass jemand mit einem Vermögen über 5 oder 10 Millionen darüber 1% vetmögenssteuer zahlt wäre auch gut.


Mit dem Geld Anderer lässt sich immer super haushalten, die Frage ist, warum sind dann in anderen Ländern mehr Millionäre angesiedelt und führen auch ihre Firmen dort?
Es gibt 2 Methoden mit Steuern umzugehen, entweder man macht sich attraktiv, damit mehr Firmen mehr Angestellte haben die dann mehr Geld verdienen und mehr Steuern zahlen in der Masse oder man erhöht die Steuern so sehr, dass die mit Geld das Land verlassen, die Firmen die noch da sind langsam pleite gehen oder das Land verlassen und am Ende die "wenigen starken Schultern" den gestreckten Mittelfinger in Richtung Staat halten.

Solidarität ist "unbedingtes Zusammenhalten mit jemandem aufgrund gleicher Anschauungen und Ziele", ein Chef hat andere Ziele als ein Arbeiter, als ein Beamter. Nicht Gleichschaltung sondern unterschiedliche Ziele und Anschauungen bringen Erfolg.
Indem wir diejenigen, die wirtschaftlichen Erfolg als Ziel haben vergraulen, schaffen wir nix, was am Ende Krankenkassenbeiträge, Sozialbeiträge oder technischen Fortschritt bringt.

Matzexc1
04.05.2021, 20:09
Eigentlich gibt es einen Thread für diese ganze Diskussion https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?103469-Realit%E4t-und-Meinung-Die-ewige-Diskussion-um-Geld-und-Wirtschaftliche-Denkweisen&highlight=kapitalismus

Ein kleines Fundstück aus den ersten jahren dieses Jahrtausends, der Ton kommt mir irgendwie bekannt vor.
https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?3250-Pleite-wegen-B%F6rsenbaisse/page2&highlight=kapitalismus

daCapo
04.05.2021, 21:23
"Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt."

Bismarck


Haha ...so ist es, gibt unzählige Beispiele....

daCapo
04.05.2021, 21:28
Mit dem Geld Anderer lässt sich immer super haushalten, die Frage ist, warum sind dann in anderen Ländern mehr Millionäre angesiedelt und führen auch ihre Firmen dort?
Es gibt 2 Methoden mit Steuern umzugehen, entweder man macht sich attraktiv, damit mehr Firmen mehr Angestellte haben ( ...)

Indem wir diejenigen, die wirtschaftlichen Erfolg als Ziel haben vergraulen, schaffen wir nix, was am Ende Krankenkassenbeiträge, Sozialbeiträge oder technischen Fortschritt bringt.
Nun einige reiche Leute leben in DE. Bedenke, dass Firmen auf Verwaltung, Rechtsstaat, Straßen, Eisenbahnen, Strom, Wasser, Internet, Schulen, Unis oder Knowhow angewiesen sind.
Leider nicht umsonst.
Vergraulen tut man Unternehmer natürlich besser nicht. Ein goldener Mittelweg.

Kackbratze
04.05.2021, 21:43
Wenn die Firmen aber weder Schiene, Internet, Strom, funktionierende Verwaltung und konkurrenzfähige Kosten im Vergleich zu anderen Ländern haben, gibt es keinen Grund hier zu bleiben oder zu investieren. Andere Länder bieten das Gleiche für weniger Steuern.

"Einige Reiche" sind aber nicht die Gruppe, die den Staat am Laufen halten. Der Mittelstand wird parallel ausgehöhlt und ist von größeren Auftraggebern abhängig, da geht dann sekundär das Geld verloren, wenn "einige Reiche" es nicht mehr für sinnvoll erachten, einem überhöhten Steueraufkommen nachzukommen.
Genau wie die User hier, die bei weiteren Abgaben auf Vermögen und Einkommen Wege suchen, weniger zu zahlen.
Ich habe hier kein funktionierendes 5G Netz in der nahen Zukunft, weil es sich für die Unternehmen nicht lohnt. Die Autobauer bauen grosse Werke im Ausland und ziehen Stück für Stück die Produktion ab. Die "hidden champions" werden aufgekauft, Corona hat die Lage nicht verbessert und was Strom anbetrifft, wir haben eine neue Co2 Abgabe und keine gesicherte Stromversorgung für Unternehmen mit hohem Energiebedarf.
Insgesamt also blühende Landschaften.

ehem-user-02-08-2021-1033
04.05.2021, 22:26
Das stimmt. Unsere Infrastruktur ist am abkacken... Es mangelt uns an relevanten "Alleinstellungsmerkmalen". Beispiel Post: der Versand mit Zustellung 1 Briefes dauert deutschlandweit 1 Tag. Da waren wir weltweit Spitze. Nur wen interessiert es heute? Relikt einer anderen Zeit...
Transrapid,z.B. es war ein gigantisches hoch innovatives Projekt. (Gab da die Planung einer Strecke zwischen Hamburg und Berlin, samt Hochgeschwindigkeits-Güterverkehr) Wir haben die Technologie in den Sand gesetzt...

Kackbratze
04.05.2021, 23:34
Nicht in den Sand, nach einem (!) Unfall wurde alles eingestampft, stattdessen fährt das Ding in Japan, China, Südkorea und den USA.
So wie viele andere Industriezweige oder Techniken. Einmal irgendwie verkaxxt, sofort in Deutschland abgeschafft.
Oder eben die Weltmarktführerschaft durch Politik beendet.

Beispiele: Atomkraft, genomveränderte Bakterien die Medikamente produzieren, Dieselmotoren, Robotertechnik.

Ausser der "Höhle des Löwen", wo sind aktuell die neuen Industriezweige, bei denen wir gerade nicht dem Weltmarkt hinterher rennen oder uns dem Rennen aus moralischen Gründen verweigern?
Wenn Jemand so einen Bereich kennt, bitte melden, ich würde dann schauen, ob sich eine Investition lohnt.
Damit meine ich nicht einen Wirtschaftszweig der nur durch Subventionen "lebt", sondern echte Innovation.

Evil
05.05.2021, 04:42
Sehr einseitige Betrachtungsweise.
Der Transrapid wurde in D deswegen nicht gebaut, weil eine weitere bahngebundene Infrastruktur neben den vorhandenen keinen Sinn macht, weder in München noch als Metrorapid im Pott, wo es ernsthaft im Gespräch war. Das Dingen ist irre laut und nimmt wesentlich mehr Platz weg als eine vergleichbar leistungsfähige Schnellfahrstrecke der Bahn.
Meines Wissens fährt der nur dort im Probebetrieb, wo vorher noch nix war.

Und innovative Industriezweige aus D, die sich gerade eine goldene Nase verdienen? Wie wäre es mit der Firma B aus Mainz, deren Produkte ich gerade täglich in der Praxis verspritze?

Matzexc1
05.05.2021, 06:00
Sehr einseitige Betrachtungsweise.
Der Transrapid wurde in D deswegen nicht gebaut, weil eine weitere bahngebundene Infrastruktur neben den vorhandenen keinen Sinn macht, weder in München noch als Metrorapid im Pott, wo es ernsthaft im Gespräch war. Das Dingen ist irre laut und nimmt wesentlich mehr Platz weg als eine vergleichbar leistungsfähige Schnellfahrstrecke der Bahn.
Meines Wissens fährt der nur dort im Probebetrieb, wo vorher noch nix war.

Und innovative Industriezweige aus D, die sich gerade eine goldene Nase verdienen? Wie wäre es mit der Firma B aus Mainz, deren Produkte ich gerade täglich in der Praxis verspritze?

Jein, geplant war eine probestrecke von Hamburg bis Berlin. Die damalige Ministerprädientin von Schleswig Holstein, Heide Simmonis, hat die Teilstrecke bei sich blockiert und nannte den Transrapid ein "Stelzenmonster", außerdem hat man ganz kräftig Einfluss genommen. Hier mal ein Artikel zum Transrapid: https://magnetbahn.org/news/warum-ist-der-transrapid-gescheitert

https://www.youtube.com/watch?v=QegwxBtMCCA Schallmessung Transrapid vs andere Verkehrsmittel

Am Ende hat China eine Strecke bei Shanghai eingerichtet und die Technik weiterentwickelt(das hätten wir auch gekonnt https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/agenda/china-baut-eigenen-transrapid-14507023.html),
betreffs Bahn: In den USA ist das Eisenbahnnetz primär für den Transport vorgesehen, Personenzüge auf Langstrecke gibt es wenige und die meist auch durch die Regierung gesponsert, wäre vielleicht auch eine idee gewesen bei uns den Güterverkehr zu reformieren und den Langstreckenpersonenverkehr auf den Transrapid zu legen oder weniger Flughäfen. Dafür wird mehr geflogen oder Bus gefahren.

Problem das ich bei den Impfstoffproduzenten sehe, ist das diese kleine Unternehmen sind, die Industriebereiche Maschinenbau, Automobil sind da eine andere Hausnummer, auch der weltgrößte Kupferrecycler Aurubis ist größer und vor allem produzieren alle 3 Produkte die sich für mehr als eine Anwendungsmöglichkeit eignen und diese benötigen alle eine funktionierende und günstige Infrastruktur/Stromverteilung

DrSkywalker
05.05.2021, 06:31
Atomkraft und Dieselmotoren sind nun wirklich Technologien, auf die wir dringend verzichten sollten.

Thema investieren: eigentlich sehr einfach: 1 bis 3 etfs, mehrere einzelaktien wenn man darauf Lust hat, eine selbstbewohnte Immobilie, mehrere vermietete Immobilien wenn man darauf Lust hat, Versorgungswerk, notgroschen, auf keinen Fall versicherungsprodukte zur altersvorsorge -(risikoabsicherung ok). Das ganze dann 20 bis 30 Jahre durchhalten und fertig.

Kackbratze
05.05.2021, 06:39
"Verzichten sollten" - anstatt es zumindest experimentell weiterzuentwickeln oder am Ball zu bleiben.
Ich bin kein Ingenieur, ich sehe grundsätzliche Verteufelungen allerdings kritisch, da man damit seinen Blick einengt.
Contergan ist ein solches Beispiel. Sicherlich als Kopfschmerzmittel absoluter Mist, im Bereich Lepra ein gängiges Medikament, für chronisch entzündliche Erkrankungen noch nicht 100% vom Tisch. Wir driften allerdings immer weiter vom eigentlichen Thema ab.

Letztendlich sind deine Thesen @skywalker im Kapitalismus-Wirtschaftsthread besser zu diskutieren, da es hier ja um Investitionen und Sparen und nicht den Sinn und Unsinn von Wirtschaftsssystemen, Technik und Steuern geht.

FirebirdUSA
05.05.2021, 07:15
Interessantes Framing. Wer in diesem Land z.B. Höchststeuersatzzahler ist, unternehmerisch tätig ist, Arbeitsplätze schafft, wirtschaftliches Risiko eingeht, oder einfach als hochqualifizierter (Ingenieur, Arzt etc.) in einem Angestelltenverhältnis arbeitet - und einfach mal mehr Netto vom Brutto behalten möchte (auch angesichts der gebotenen Gegenleistung in Punkto: Bildung, öffentliche Sicherheit, digitale und sonstige Infrastruktur etc.), ist gleich unsolidarisch. Interessant.

Wenn 10% der Steuerpflichtigen fast die Hälfte (!!) der Einkommenssteuer trägt, denke ich, dass die starken Schultern schon genug- nämlich überproportional viel- schultern. Interessanterweise wird aber immer auf Frau Klatten oder sonstige Mitglieder der oberen Zehntausen gezeigt. Als ob Steuererhöhungen am Ende die 190 Milliardäre treffen würden, anstelle der oberen und mittleren Mittelschicht.

Bleiben wir mal kurz bei den Fakten: ein Single, oder ein Doppelverdiener Ehepaar in Deutschland trägt bereits jetzt die höchste Steuer- und Abgabenlast. Nicht im DACH Raum. Nicht in Europa. Nicht in der ersten Welt. Nicht in der OECD. Sondern weltweit- und das seit Jahren. Aber Teile der Öffentlichkeit tun so, als ob sich "die Reichen" permanent aus der Verantwortung stehlen würden- und dieses mediale Dauerframing trägt offensichtlich Früchte.

Schade das Thomas24 gerade in der Auszeit ist, aber auch das hier ist um es mal bei seinen Worten zu lassen "Framing" bzw. verdrehen der Fakten. Die OECD Studie auf die du dich beziehst hat die Abgabenlast von Arbeitnehmern betrachtet, da sind Lohnsteuerlast (im Durchschnitt 19,2 % in D in der verglichenen Gruppe, fun fact mögliche Steuererleichterungen in D die vermutlich die meisten mit höheren Einkommen nutzen können wurde nicht berücksichtigt) und Sozialabgaben (in den von dir genannten Gruppe ca. 20%) enthalten. Das heißt die Angabe ist nur gültig wenn du in der GKV versichert bist.
Vermögenssteuer: Gibt es in D nicht (aber erstaunlicherweise in der Schweiz, Lichtenstein, Norwegen... alles Länder aus denen es eine große Steuerflucht gibt...), Abgeltungssteuer aktuell 25% (mal zum Vergleich Schweden 30%, Frankreich 27%, Dänemark/Finnland 28%, Schweiz 35%, Luxemburg 10%), d.h. wir sind hier sicher nicht an der Spitze aktuell (aber auch nicht am Ende) und nimmt man die Mehrwehrsteuer dazu (die einen ja auch trifft) ist Deutschland eh nach Malta und Luxemburg am Ende der Liste in Europa. Du kannst natürlich nach Griechenland oder Spanien auswandern, da ist die Steuerlast tatsächlich deutlich niedriger und auch die anderen genannten Steuerarten. Aber Vergleich mal die Infrastruktur in diesen Ländern mit unserer... Wenn man natürlich die Abgeltungssteuer durch den "normalen" Steuersatz ersetzt, landen die Topverdiener tatsächlich an der Spitze der Abgabenlast, insofern muss man hier tatsächlich gut überlegen was man macht wenn man das umsetzt, ich befürchte nur die Politiker sind eher an Symbolpolitik als an sinnvollen oder logisch begründeten Lösungen interessiert (gestaffelte Besteuerung analog Lohnsteuer z.B. o.ä.).

Aus dem ganzen folgt aber eigentlich wir müssten die Sozialabgaben senken. DAs lässt sich durch senken der Verwaltungskosten der GKV erreichen (tarumo hat hier immer ganz spannende und leider stimmige Zahlen genannt), Einschränkung der Leistung (z.B. keine Stammzelltranspl. bei Lymphom über XX Jahre, keine Schlaganfallbehandlung ab XX Jahre, keine Therapie bei Glioblastom ab XX Jahre, ... sozialwirtschaftlich alles sinnvoll, aber überleg dir gut was es dann am Ende für dich bedeutet) oder Kürzung der Vergütung bei Ärzten und Krankenhäusern (am wahrscheinlichsten, ist am besten medial zu verkaufen, zumindest wenn es vornehmlich die Ärzte trifft).


Ich würde das nachvollziehen unter der Prämisse: a. Der Staat bezieht die Steuern, um damit seine Finanzierung zu gewährleisten und b. wäre allgemein ein sorgfältiger Sachwalter des eingenommenen Geldes, und hätte dabei c. in der Vergangenheit einen guten Track Record mit völliger Transparenz der Mittelverwendung gegenüber den Einzahlern und d. ein erklecklicher Anteil deiner Steuern würde dann tatsächlich für die "Solidarität mit den Schwachen und der Umwelt/Tieren" verwendet werden.

Leider trifft keine der Annahmen so ohne weiteres zu. Ein Blick in den Bundeshaushalt nimmt dir auch zu Punkt d. jegliche Illusionen.
Wenn Du zielgerichtet dein Geld gut eingesetzt wissen möchtest, wäre das Instrument "Spende" für dich geeigneter besser als das Instrument "Steuer". Vielleicht kannst du auch was vom EA Ansatz (effektiver Altruismus) für dich entnehmen? https://de.wikipedia.org/wiki/Effektiver_Altruismus

Ich geb mich da keinerlei Illusionen mehr hin, was passieren würde, wenn der Staat noch mehr Geld zur Verfügung hätte.

So, da kommen wir eher zum Kern des Problems. Verwaltungen per se erzeugen in der Regel mehr Verwaltung, was in der Folge auf Dauer die Verwaltungskosten explodieren lässt. Deswegen hat man irgendwann die Privatisierung der "kritischen" Infrastruktur begonnen (Post, Telekom, Stromnetz, z.T. Wassernetz, ...), besser und günstiger ist es dadurch für mich als Privatperson nicht geworden. Es ist durchaus möglich, dass die Haushaltskosten dadurch gesunken sind und man sich einmalig eine Finanzspritze geholt hat. Längerfristig würde aber nur ein Effizienzsteigerung in der Verwaltung Sinn machen und die Einsicht, dass ggf. etwas höhere Ausgaben auf Dauer hier vermutlich Kosten senken (durch Ausfälle, Zurückkäufe, etc.). Dafür sehe ich aber bei keiner Partei aktuell einen relevanten Ansatz das umzusetzen.


Fun fact: die Grünen fordern derzeit eine Erhöhung der Sozialleistungen (Harz IV Regelsätze, Wohngeld etc.). Sie fordern gleichzeitig (!), erleichterte Einwanderungsmöglichkeiten von beruflich gering oder gar nicht qualifizierten Menschen. Offensichtlich sind das zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben würden.

Auch das ist ein aus meiner Sicht durchaus berechtigter Kritikpunkt. Aus meiner Sicht sollte man definitiv nicht die Leistungen bei uns erhöhen und die Einwanderungsmöglichkeiten erleichtern (jetzt ist das irgendwann auch ein Platzproblem). Aber wir müssten eigentlich ein viel größeres Interesse haben vor Ort dafür zu sorgen, dass die Menschen gar nicht weg wollen. Sprich, sinnvolle Aufbau/Entwicklungshilfe... ansonsten wird nämlich China mit seiner "Entwicklungshilfe" seine Kolonialpolitik noch viel stärker fortführen und das kann tatsächlich zu einem Problem für uns werden mittelfristig (vielleicht nicht für uns aber für unsere Kinder).

Edit:


Letztendlich sind deine Thesen @skywalker im Kapitalismus-Wirtschaftsthread besser zu diskutieren, da es hier ja um Investitionen und Sparen und nicht den Sinn und Unsinn von Wirtschaftsssystemen, Technik und Steuern geht. gerne diese Antwort mit den anderen passenden Beiträgen der Vorredner verschieben, ich sehe es wie Kackbratze.

agouti_lilac
05.05.2021, 08:40
... Aus meiner Sicht sollte man definitiv nicht die Leistungen bei uns erhöhen und die Einwanderungsmöglichkeiten erleichtern (jetzt ist das irgendwann auch ein Platzproblem). Aber wir müssten eigentlich ein viel größeres Interesse haben vor Ort dafür zu sorgen, dass die Menschen gar nicht weg wollen. Sprich, sinnvolle Aufbau/Entwicklungshilfe...

Da hast du (für mich) ein wahres Wort gesprochen. Ich versuche, die Problematik auch globaler zu sehen. Die Menschen, die Wirtschaft, die "Umwelt" vor Ort stärken, damit kein/weniger Grund zur Migration aus "Elend" heraus entsteht. Und das ist ganz eng mit der Klimakrise verknüpft, wo die Auswirkungen und die Ungleichheiten eben schon spürbar sind.

Zum Ursprungsthema: ich würde gerne schon lange eine Immobilie kaufen, aber es ist wirklich unglaublich teuer derzeit. Zum Selbstbewohnen in einer Stadt, in die ich mittelfristig ziehen will, ist unerschwinglich für mich als Alleinverdienerin (mal sehen, wann da die Blase platzt) und hier im Osten, wo ich derzeit wohne, sind die Preise natürlich ganz anders, aber hier würde ich vermieten, wobei das Mietniveau dann aber ein ganz anderes ist... und dann sehe ich als Notärztin genügend Wohnungen von innen, deren Mieter ich nicht haben wöllte ... bin da also seit Jahren hin und her gerissen. Deswegen packe ich mein ganzes Geld in zwei Fonds und weiss nicht, was tun damit (mir ist bewusst, dass das ein Luxusproblem ist). Und damit sich das lohnt, müsste das Geld da auch ein paar Jährchen liegen.

daCapo
05.05.2021, 08:54
Sehe das ein wenig anders, auf der Postkasten Karibik Insel und auch in vielen anderen Billigländern mit Null Steuern,gibt es gerade nicht die nötige Infrastruktur,Uni mit Absolventen, Schulen, Eisenbahn, Forschungsstrukturen usw.

freak1
05.05.2021, 09:02
Aus dem ganzen folgt aber eigentlich wir müssten die Sozialabgaben senken. DAs lässt sich durch senken der Verwaltungskosten der GKV erreichen (tarumo hat hier immer ganz spannende und leider stimmige Zahlen genannt), Einschränkung der Leistung (z.B. keine Stammzelltranspl. bei Lymphom über XX Jahre, keine Schlaganfallbehandlung ab XX Jahre, keine Therapie bei Glioblastom ab XX Jahre, ... sozialwirtschaftlich alles sinnvoll, aber überleg dir gut was es dann am Ende für dich bedeutet) oder Kürzung der Vergütung bei Ärzten und Krankenhäusern (am wahrscheinlichsten, ist am besten medial zu verkaufen, zumindest wenn es vornehmlich die Ärzte trifft).

Ich persönlich glaube eher, dass GRR bei richtiger Schieflage im Sozialsystem erstmal die PKV (als Vollversicherung; Zusatz wie in NL ist dann die Devise) abschafft und sich die Reserven einverleibt. Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: es lässt sich medial sehr gut als Gerechtigkeit und erfülltes Wahlversprechen verkaufen und man muss den 90% GKV Versicherten nicht rasant die Leistungen kürzen. Das kommt nochmal 10 Jahre später dann für alle. Die 150 Mrd Reserven der PKV sind das Sahnehäubchen mit dem man andere Wahlversprechen finanzieren kann (z.B. H4 Anhebung).

Wer jetzt argumentiert das geht nicht wegen GG: Dann setzen sie halt einfach die Bemessungsgrenze deutlich hoch (20k+), entfernen den Paragraphen nachdem man sich befreien kann wenn man einmal drin war und schaffen die Beihilfe entweder ganz ab oder limitieren sie streng auf GKV-Niveau. Da eh 80-90% der PKV Kunden Beamte sind, hat sich das Thema damit von selbst erledigt.

Kackbratze
05.05.2021, 10:13
Staatsbedienstete werden einen Teufel was tun und anderen Staatsbedienstete die Vorteile streichen.
Die Grünen rekrutieren sich aus dem Beamtenapparat, da wird es keine Einschnitte geben.

Evil
05.05.2021, 12:07
betreffs Bahn: In den USA ist das Eisenbahnnetz primär für den Transport vorgesehen, Personenzüge auf Langstrecke gibt es wenige und die meist auch durch die Regierung gesponsert, wäre vielleicht auch eine idee gewesen bei uns den Güterverkehr zu reformieren und den Langstreckenpersonenverkehr auf den Transrapid zu legen oder weniger Flughäfen. Dafür wird mehr geflogen oder Bus gefahren.
Es ist Unsinn, parallel unterschiedliche zueinander inkompatible Schienensysteme zu betreiben, der Aufwand und die Kosten sind unverhältnismäßig hoch. Für einen Effizienzsteigerung reicht es, Güter und Schnellfahrstrecken voneinander zu trennen, damit die Güterzüge nicht die ICEs ausbremsen oder gar nicht erst auf die Strecke gelassen werden. Das Konzept mit der Streckentrennung funktioniert sehr gut in Frankreich mit dem TGV.

Außerdem plante der damalige NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement Anfang der 2000er den Metrorapid quer durch den dicht besiedelten und ohnehin unter Platzmangel leidenden Ruhrpott, u.a. finanziert durch Studiengebühren. Das war eine der seltenen Gelegenheiten, wo ich als Studi vor dem Landtag demonstriert habe ;-)


Problem das ich bei den Impfstoffproduzenten sehe, ist das diese kleine Unternehmen sind, die Industriebereiche Maschinenbau, Automobil sind da eine andere Hausnummer, auch der weltgrößte Kupferrecycler Aurubis ist größer und vor allem produzieren alle 3 Produkte die sich für mehr als eine Anwendungsmöglichkeit eignen und diese benötigen alle eine funktionierende und günstige Infrastruktur/Stromverteilung
Mag sein, darum ging es aber nicht, sondern darum, daß in D keine neuen Marktführer für wasauchimmer mehr nachkommen.


Wenn Ihr schon Technologiebehinderung kritisiert, dann nehmt doch passende Beispiele wie den THTR in Hamm-Uentrop, den die NRW-Grünen auf dem Gewissen haben ;-)