Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie spart oder investiert ihr?
Cor_magna
12.10.2022, 22:44
Also wenn ich es grösstenteils mit Eigenkapital finanzieren kann sollte ich warten?
Du solltest verstehen, dass niemand in die Zukunft sehen kann und alles anders kommen kann als es Experten behaupten. Es gibt keine Garantien auf irgendwelche Szenarien.
Der Immobilienmarkt wird seit vielen Jahren schlecht geredet... Und jetzt bekomm mal in der Nähe von München was sinnvolles zu einem sinnvollen Preis: klappt immer noch nicht.
Cor_magna
12.10.2022, 22:55
Ich lese seit vielen Jahren Prognosen zur Entwicklung der Märkte und meiner Erfahrung nach liegen die meisten der Experten erstaunlich oft daneben, zumindest auf längere Zeitperioden gesehen (alles über ein paar Monaten).
DrSkywalker
13.10.2022, 06:39
Der deutsche Immobilienmarkt ist zu komplex für die Annahme Zinsen hoch, preise runter.
Es wird weniger gebaut werden wegen der hohen Zinsen und der extrem hohen Baupreise, der Wohnraum ist in halbwegs gefragten lagen noch immer sehr knapp. Der Zuzug nach Deutschland wird vermutlich in den nächsten Jahren durch die Ampelkoalition nicht gebremst werden,d.h bedarf steigt eher.
Ich gehe nicht davon aus dass Bestandsimmobilien Preisabschläge von 30 oder 40% im Vergleich zu den aktuellen Preisen erfahren werden. Unsanierte Häuser aus den 60ern werden vielleicht etwas günstiger, wegen sehr hoher Energiepreise und sehr hohen Renovierungskosten.
Es kann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen zu den oben genannten Überlegungen. Was werden die Preise machen?
cartablanca
13.10.2022, 07:30
Naja wenn Massenarbeitslosigkeit, extreme Energie und Gaspreise zusammen kommen kanns doch schon sein, dass weder Kredite aufgenommen noch Tilgungen gezahlt werden können. Es gibt Zuzug aber kann der Zuzug 600 Tsd. plus Zinsen für ein Haus zahlen?
Sonic the Hedgehog
15.10.2022, 18:56
Hatte Anfang des Monats eine 2-Zimmer-Wohnung in einer B-Stadt als Investment kaufen wollen. Nach zwei Tagen war die Immobilie bereits verkauft. Auf die Anzeige haben sich laut Makler über 130 Leute gemeldet, dabei war die Wohnung vom Preis her eher überdurchschnittlich.
Also von einem Rückgang der Nachfrage bei Immobilien merk ich noch nichts.
Thomas24
15.10.2022, 23:12
Naja wenn Massenarbeitslosigkeit, extreme Energie und Gaspreise zusammen kommen kanns doch schon sein, dass weder Kredite aufgenommen noch Tilgungen gezahlt werden können. Es gibt Zuzug aber kann der Zuzug 600 Tsd. plus Zinsen für ein Haus zahlen?
Der klassische Häuslebauer/ Eigentumswohnung zur Selbstnutzung wird es sich derzeit dreimal gut überlegen, ob er sein Bauprojekt fortsetzt, oder vielleicht sogar den Bau/ Kauf storniert wenn sich die Finanzierungskosten binnen eines Jahres knapp verdreifacht haben- und weiter Mieter bleibt. Der Druck auf den Mietmarkt wird eher zunehmen, da diese Menschen, die potentiell Eigentümer geworden wären, nun eher Mieter bleiben.
Aaaaber: gibt noch genügend Investoren, die a) dem fortschreitenden Kaufkraftverlust ihres Cash Bestandes bei zweistelliger Inflation nicht tatenlos zusehen möchten und b) Immobilien als Investitionsobjekt - selbst bei niedriger Rendite- hochgradig interessant finden, auch wg. der steuerlichen Gestaltungsoptionen und genügend Liquidität vorrätig haben.
cartablanca
16.10.2022, 06:31
Der klassische Häuslebauer/ Eigentumswohnung zur Selbstnutzung wird es sich derzeit dreimal gut überlegen, ob er sein Bauprojekt fortsetzt, oder vielleicht sogar den Bau/ Kauf storniert wenn sich die Finanzierungskosten binnen eines Jahres knapp verdreifacht haben- und weiter Mieter bleibt. Der Druck auf den Mietmarkt wird eher zunehmen, da diese Menschen, die potentiell Eigentümer geworden wären, nun eher Mieter bleiben.
Aaaaber: gibt noch genügend Investoren, die a) dem fortschreitenden Kaufkraftverlust ihres Cash Bestandes bei zweistelliger Inflation nicht tatenlos zusehen möchten und b) Immobilien als Investitionsobjekt - selbst bei niedriger Rendite- hochgradig interessant finden, auch wg. der steuerlichen Gestaltungsoptionen und genügend Liquidität vorrätig haben.
Die Miete kann aber nur bis zu einem gewissen Grad steigen, da viele Millionen Mieter nicht in der Lage sein werden 1000 Euro Nebenkosten zu zahlen.
DrSkywalker
16.10.2022, 09:05
Die Miete kann aber nur bis zu einem gewissen Grad steigen, da viele Millionen Mieter nicht in der Lage sein werden 1000 Euro Nebenkosten zu zahlen.
Dazu wird es nicht kommen. Etwas weniger welt.de und Konsorten lesen hilft da vielleicht. Lebbe geht weiter...
Mometasonfuroat
16.10.2022, 10:42
Ich kann Thomas24, DrSkywalker, Cormagna etc nur zustimmen. Günstiger wird es bei einigen wenigen Objekten minimal aber allein der Wertverlust des Geldes in Bezug auf Zeit macht die Summe X nicht günstiger.
Die derzeitigen 300.000€ werden in 10 Jahren nicht die heutigen 300.000€ sein. Wer weiß - womöglich bekommt man später für den Preis nur noch eine Standard-Küche mit Ausstattung 😉
Die derzeit starke Inflation tut ihr Übriges hinzu und viele Investoren haben enorme Cash-Rücklagen.
Es darf zudem nicht vergessen werden, dass der deutsche Immobilienmarkt für alle geöffnet ist und der schwache Euro gerade deutsche Immobilien für viele Ausländer interessant macht. Insbesondere bei der Zuverlässigkeit der Mietzahlungen.
Der Hauptvorteil bei Immobilien gegenüber Aktien/ETFs ist ja,
dass man deutlich leichter an Kredite kommt.
Und diese dann auch niedriger bezinst werden als ein Wertpapierkredit und auch größeres Volumen möglich ist.
Wer 1-2 Millionen€ für Immobilien aufnehmen möchte wird vom Banker gefeiert und gehyped,
wer 1-2 Millionen€ für Aktien aufnehmen möchte wird abgewimmelt und schief angesehen.
Weil bei Immobilien die Bank einfach die Sicherheit fühlt,
bei Aktien zuerst an Wirecard Totalverlust gedacht wird.
Und dadurch entsteht die Situation,
dass man eigentlich trotz historisch-rechnerisch besserer Aktienrendite pro zB 10.000 investierten €
trotzdem real underperformed,
weil der Immobilienbesitzer einfach mit 90% oder mehr Fremdkapital hebelt.
Und das macht der Aktienbesitzer normalerweise nicht.
Der ist normal mit 100% Eigenkapital investiert.
Hat dann darauf zwar die bessere Rendite pro €,
der Immobilienbesitzer hat zwar pro investierten € (leicht) weniger Rendite,
hat aber deutlich mehr € Euros investiert.
Thomas24
17.10.2022, 13:25
Man muss die Dinge ja nicht komplizierter machen, als Sie sind. Nur sollte jeder angestellte Arzt (möglichst früh!) in seiner WBA checken, dass er seine begrenzte Lebenszeit gegen Geld eintauscht und dieser Deal ab einem gewissen Grad einfach nicht mehr weiterskaliert. Irgendwo ist nach WBA mit Tarif, FA, FA mit Poolbeteiligung, F-OA, OA, OA mit AT Vertrag ggf. Liquidation, Ltd. OA und CA auch mal das Ende der Fahnenstange erreicht.
Im Gegenteil - bis man auf diese Karrierestufe und Skilllevel kommt, wo man als Arzt pro Stunde eingetauschte Lebenszeit signifikant aussprechbare Summen bekommt, kann es gerne mal 10 bis 15 Jahre dauern. Die ungezählten Stunden -vermeintlich die besten des Lebens-, die man in Laboren, Sprechzimmern, Op Sälen, Bibliotheken, Fortbildungen etc. verbringt sind noch nicht einmal eingerechnet. Schlimmer noch, man begibt sich als Kliniker- parallel mit der Karriere- damit nur immer weiter in ein sich schneller drehendes Hamsterrad.
Wenn die einzige Cash Flowquelle die eigene (endliche) Arbeitskraft sein sollte, hat man ein Problem- spätestens, wenn man aufhört zu arbeiten (sei es durch Erreichen der Regelaltersgrenze, oder eben auch unfreiwillig durch Krankheit, Unfall etc.).
Seht euch in einer ruhigen Minute mal eure Führungsebene mal genau an. Sehen die gechillt, ausgeglichen und zufrieden aus? Würdet ihr gerne tauschen? Oder bekommt ihr vom leitenden OA oder Prof. mal gerne Mails nachts um 22 Uhr- und an den Wochenenden? Eine (Uni-)klinik unterhalb der Teppichetage ist für alle Beschäftigten derselbe Puff, egal durch welchen Eingang man kommt:-oopss.
Ich halte es daher für essentiell wichtig, sich als Arzt überhaupt mit dem Thema Investieren, Absicherung, Steuern überhaupt auseinanderzusetzen- ob man diesen Weg mit Unternehmensbeteiligungen (Aktien, ETFs), Immobilien oder sonstwie beschreitet, ist ja jedem selbst überlassen. Die Quintessenz ist aber klar: investieren ermöglicht euch Optionen in eurem Leben, die ihr euch in einem Abhängigkeitsverhältnis (aka Angestellter) niemals ermöglichen können werdet. Z.B. im Falle des Falles der Teppichetage den Mittelfinger zeigen zu können und dabei völlig entspannt zu bleiben. Und sei es dabei nur eine abbezahlte kleine Eigentumswohnung als Selbstnutzer in der Hinterhand zu haben und 6 Monate Ausgaben auf der hohen Kante. Macht euch schlau, kommt ins tun.
Danke Thomas für diesen Post!
Ich finde eure Ausführungen teils echt gut, teils aber stark frustrierend, weil man sich irgendwie total ausgepreist fühlt. Der Großteil von euch hat schon relevante Investitionen und ist iwie safe. Wenn man gerade erst am Anfang steht, ist das frustrierend, insbesondere ob der aktuellen Lage.
Und so ein "wird schon alles irgendwie, wenn ihr was tut" beruhigt mich da ziemlich.
Danke Thomas für diesen Post!
Ich finde eure Ausführungen teils echt gut, teils aber stark frustrierend, weil man sich irgendwie total ausgepreist fühlt. Der Großteil von euch hat schon relevante Investitionen und ist iwie safe. Wenn man gerade erst am Anfang steht, ist das frustrierend, insbesondere ob der aktuellen Lage.
Und so ein "wird schon alles irgendwie, wenn ihr was tut" beruhigt mich da ziemlich.
Falls du wirklich jetzt am Anfang stehst, kann man dir eigentlich nur gratulieren. Zumindest, wenn es um einen Einstieg in den Aktienmarkt geht mit langfristiger Perspektive. Ausgepreist ist man im Moment auf dem weltweiten Aktienmarkt jedenfalls nicht mehr. Ich wünschte, ich könnte jetzt nochmal neu einsteigen ;)
Naja, bezüglich realer Renditen gibt es Stimmen, die sagen, die nächsten 10 Jahre wird man da nichts holen. Nominell wohl schon, aber bei einer Inflation von 10+% ist das halt schwierig, das auch in Realgewinne umzusetzen.
Naja, bezüglich realer Renditen gibt es Stimmen, die sagen, die nächsten 10 Jahre wird man da nichts holen. Nominell wohl schon, aber bei einer Inflation von 10+% ist das halt schwierig, das auch in Realgewinne umzusetzen.
wie die nächsten 10 Jahre werden kann niemand vorhersagen. Kann sein , dass wir nur noch mit Pfeil und Bogen rumlaufen.
die historische Aktienrendite ist ca. 5-7% im Durchschnitt die letzten Jahrzehnte gewesen.
Man muss unterscheiden zwischen der Inflation, welche eigentlich treffender Konsumgüter-Inflation bezeichnet werden sollte.
Denn Aktien und Immobilien oder Krypto etc sind im "Inflationswarenkorb" nicht enthalten und die explodieren alle schon seit Jahren.
Wir haben aktuell die Situation, dass das Geld das vorher im Anlageklassen-Topf geparkt war ( Immobilien, Aktien, etc.. )
jetzt in den Konsumgüter-Topf fließt. Das Geld war vorher schon da nur eben nicht in Konsumgüter, sondern in den Anlagenklassen.
Der Haupttreiber der Konsumgüter Inflation und davor der Anlageklasseninflation ist die Geldpolitik der Notenbanken ( FED EZB )
Schon vor Corona hat sich die Geldmenge M3 jährlich um ca 5%/ Jahr erhöht.
Mit Corona dann um ca 50%
Sollte klar sein, dass wenn eine 1,5-fache Geldmenge einer konstanten Gütermenge zugeordnet wird,
dann alles teurer wird.
Wenn ich 100€ auf eine fixe Anzahl Güter verteile und dies dann 1 Jahr später mit 150€ mache.
Die Güter wurden ja nicht mehr. Mehr wurde nur das im Umlauf gebrachte Geld.
Wer bringt es in Umlauf ? In Europa die EZB. Schafft Geld aus dem Nichts.
Tja..
Der große Verlierer ist der einfache (Zins)-Sparer.
Cor_magna
17.10.2022, 17:41
Naja, bezüglich realer Renditen gibt es Stimmen, die sagen, die nächsten 10 Jahre wird man da nichts holen. Nominell wohl schon, aber bei einer Inflation von 10+% ist das halt schwierig, das auch in Realgewinne umzusetzen.
Vielleicht sinkt der Aktienmarkt auch 10 Jahre lang während ich dick investiere und geht anschließend so durch die Decke dass ich 5 Jahre später finanziell frei bin :-))
Wir wissen es nicht.
Also : Fleissig in Humankapital und Immobilien/Aktien investieren und am Ende wird man sehen was dabei rum kommt. So mache ich es zumindest.
cartablanca
20.10.2022, 23:54
Also aktuell siehts schon ein bisschen so aus als ob die Preise für Häuser auf den Portalen sinken. Kann natürlich nur ne Schwankung sein
...
Hallo liebe Forengemeinde, Hi Community.
Habe eine Frage, die hier schon öfter diskutiert wurde, jedoch hab ich es immer noch nicht so gerafft.
Nachdem ich nun diesen Thread von Beginn an fast ganz ( bin grad Anfang 2022 ) durchgelesen habe,
vorab erstmal Danke an die vielen informativen und interessanten Beiträge (insbesondere von Thomas24).
Nun zu meiner Frage.
Aus dem Lesen des Threads weiß ich, dass mehrere von euch die gleiche Anlagestrategie wie ich verfolgen:
1x ACWI A1JX52 (FTSE All World, Ausschüttend, TER 0,22 %, Physisch optimiert)
KISS Keep it stupid simple
also 1x ETF Lösung für das ganze Depot.
Lief bisher gut, gute Rendite, kein Stress, immer alle Gewinner im Korb etc.
Würde dies eigentlich gerne weiter so führen.
Doch:
Inwiefern ist dies riskant ?
Stichwort Emittentenrisiko. Hieße: Vanguard geht pleite, was passiert dann?
Wird dann der ETF einfach von einer anderen Fondsgesellschaft übernommen und weitergeführt ( immerhin lukratives idiotensicheres Geschäft eigentlich) ?
Weiß da jemand etwas?
weiß jemand um Beispiele in der Geschichte, bei der eine Fondsgesellschaft insolvent wurde :
was dann mit den laufenden Fonds passiert.
Weil letztendlich ist ja ein ETF nur ein Fonds.
Verhält sich in allen rechtlichen Dingen was Risiko angeht wie ein Fonds, nur die Anlagestrategie ist passiv.
Klar, man könnte einfach diversifizieren, wie zB von DrSkywalker angeregt.
einfach mehrere ACWI ETF von Blackrock, Vanguard, Deutsche Bank etc
Wie gesagt habe ich bisher nur einen einzigen ETF , eine 1xETF ACWI Lösung im Depot.
Geht der Broker, geht die Bank pleite: Kein Problem, da Sondervermögen und mein Wertpapier nicht in die Insolvenzmasse einfließt,
right?
Geht der Emittent pleite , also zB Vanguard , was dann ?
Wie würde es sich bei Einzelaktien verhalten, wenn der Broker/ die Bank pleite geht?
sämtliche Wertpapiere wären Sondervermögen. Oder gilt da diese ominöse 20.000€ Einlagengrenze ?
Bin da überfragt.
Der ETF an sich ist ja physisch replizierend, beinhaltet also physisch die Aktien ( wenn auch optimiert )
Hat also einen intrinsischen Wert und nicht nur "synthetisches Schneeballsystem-Herumgeleihe" - wenn ihr versteht was ich meine ;)
Könnte also eigentlich nur pleite gehen wenn sehr viel schiefgeht.
Ist ja eigentlich der große Vorteil eines ETF, dass es nur zu kleinen Turbulenzen kommen würde,
selbst wenn es eine größere Einzelaktien-Position "zerreißen" sollte.
Aber so richtig kenne ich mich da jetzt auch nicht aus.
Und überlege gerade ob ich vll doch auch noch mehrere ETF besparen sollte. Nur um das Emittentenrisiko zu minimieren.
Sieht halt nicht schön aus. Rein ästhetisch.
cartablanca
28.10.2022, 17:54
Sollte man jetzt in Twitter investieren?
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