Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium: Fehler meines Lebens



Seiten : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 [25] 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50

Trüffel
22.09.2020, 11:31
Meine Güte, was bist du so aufs Geld fixiert? Ich habe jetzt mindestens 3x betont, dass es um das Verhältnis aus Leistung und Gratifikation geht. Ja, wenn ich in einem vergleichbaren Umfang arbeiten soll wie ein Anwalt in einer Großkanzlei, dann ist das Gehalt zu niedrig oder es müssen andere Kompensationswege her. Wenn du deinen Assis 100 % der Nachtarbeit auszahlst + Nachtschichtzulage, jede Überstunde minutengenau erfasst wird, es gratis Kaffée bei euch gibt und regelhaft pünktlich Feierabend ist, dann haben wir keinen Konflikt und deine Leute sind sicherlich auch nicht unterbezahlt. Ich bestreite bloß, dass so eine Konstellation die Regel ist.


Öhm, ich hab einige Freunde, die in kleinen Firmen bzw Unternehmen arbeiten und da kümmern die sich alle selbst darum. Eine Freundin von mir arbeitet bei Bosch und bekommt den Kaffee vergünstigt, aber nicht kostenlos.
Gut zu Wissen. Dann hatte ich einfach Glück in jeder einzelnen Firma, in der ich jemals gearbeitet habe, und in der das immer zum Minimum und guten Ton gehörte. Gerade weil es nur ein paar Euro im Monat sind, ist das für Firmen normalerweise eine sehr einfache Art, Wertschätzung für ihre Mitarbeiter zu demonstrieren - oder im Umkehrschluss eben zu signalisieren, wie wenig man an seinen Mitarbeitern interessiert ist.

Interessant finde ich aber, dass du anscheinend mit allen deinen Freunden über ihre Kafféesituation auf der Arbeit sprichst. Mkay ...

Melina93
22.09.2020, 11:39
Gut zu Wissen. Dann hatte ich einfach Glück in jeder einzelnen Firma, in der ich jemals gearbeitet habe, und in der das immer zum Minimum und guten Ton gehörte. Gerade weil es nur ein paar Euro im Monat sind, ist das für Firmen normalerweise eine sehr einfache Art, Wertschätzung für ihre Mitarbeiter zu demonstrieren - oder im Umkehrschluss eben zu signalisieren, wie wenig man an seinen Mitarbeitern interessiert ist.

Im Krankenhaus wird das meistens über die Pflege organisiert und da empfinde ich es als Arzt tatsächlich eine gute Brücke, um mich mit denen gut zu stellen und ein vertrautes Verhältnis zu schaffen. Ich backe hin und wieder auch einfach gerne für meine Station und bring das mit. Mir macht das Freude und ich würde nie auf die Idee kommen das als Argument für geringe Wertschätzung von irgendeiner Seite zu interpretieren.
So ein Krankenhaus ist meistens total kaputt gewirtschaftet, da kann aber der Chef oft auch nicht viel dafür und muss halt schauen, dass der Laden läuft. Das ist aber wie bereits erwähnt, ein generelles Problem des deutschen Gesundheitsystems und weniger der Mitarbeiter. Und bei den angesprochenen, unbezahlten Überstunden tun mir alle Ärzte menschlich nur leid, die ihre besten Jahre so hergeben, um "Karriere" zu machen oder weil sie glauben wir müssten das tun. Aber das muss sich heutzutage keiner mehr geben.

Christoph_A
22.09.2020, 11:45
Bringst Du denn überhaupt die Leistung, die in einer Großkanzlei erwartet wird? Hast Du einen Uniabschluß im Bereich der besten sagen wir mal großzügig 5% Deines Jahrgangs und eine abgeschlossene Diss forschender Natur? Oder bist Du eher jemand, der glaubt, weil er etwas länger arbeiten muß, ist er gleich overachiever?
Ich zahle meinen Assis keinen Nachtdienst, da Praxen selten Nachtdienste haben, aber gut, kann man mal in den Raum blähen. Kaffee und Wasser gibts aber for free, wenn meine Assis lieb sind, gibts sogar Kekse. Und nen Milchschäumer hatten wir auch😅

Melina93
22.09.2020, 11:46
Interessant finde ich aber, dass du anscheinend mit allen deinen Freunden über ihre Kafféesituation auf der Arbeit sprichst. Mkay ...

Du bist schon eher der "Kaffeebohnen und Milch für Zu Hause noch aus der Stationsküche" -Schnorrer, gel?
Je mehr ich von dir lese, desto glücklicher bin ich über meine Kollegen.

Christoph_A
22.09.2020, 11:48
Du bist schon eher der "Kaffeebohnen und Milch für Zu Hause noch aus der Stationsküche" -Schnorrer, gel?
Je mehr ich von dir lese, desto glücklicher bin ich über meine Kollegen.
Made my day!😂

Meuli
22.09.2020, 11:50
Kafféebohnen, bitte!!! :-))

Hoppla-Daisy
22.09.2020, 11:54
Kafféebohnen, bitte!!! :-))
Gilt da eigentlich auch "jedes Böhnchen gibt ein Tönchen"? Christoph, was meinst du?

Christoph_A
22.09.2020, 11:55
Gilt da eigentlich auch "jedes Böhnchen gibt ein Tönchen"? Christoph, was meinst du?

Dat weisste doch Schätzelein, isch hab immer ne Melodie im Tank!

Trüffel
22.09.2020, 12:09
Du bist schon eher der "Kaffeebohnen und Milch für Zu Hause noch aus der Stationsküche" -Schnorrer, gel? Je mehr ich von dir lese, desto glücklicher bin ich über meine Kollegen.

Da muss ich dich enttäuschen. Tatsächlich habe ich bisher überall deutlich über meinem eigenen Konsum in die Kafféekasse gespendet. Ändert das jetzt irgendetwas? Ich weiß, es ist innerhalb der Ärzteschaft pandemisch, Kollegen anzufeinden oder ins Lächerliche zu ziehen, die bessere Zustände fordern. Aber ihnen damit Klinikdiebstahl zu unterstellen ist selbst für mich ein neuer Meilenstein auf dem Weg zur Idiokratie.

Christoph_A
22.09.2020, 12:27
Etwas Humor würde allerdings auch nicht schaden, aber gut, bei den miserablen Zuständen kurz vor der Sklavengaleere kann man den schon dauerhaft mal verlieren und etwas sauertöpfisch werden. Ich glaube nicht, daß Melina Dir da jetzt gleich Diebstahl unterstellen wollte.

Melina93
22.09.2020, 12:30
Da muss ich dich enttäuschen. Tatsächlich habe ich bisher überall deutlich über meinem eigenen Konsum in die Kafféekasse gespendet. Ändert das jetzt irgendetwas? Ich weiß, es ist innerhalb der Ärzteschaft pandemisch, Kollegen anzufeinden oder ins Lächerliche zu ziehen, die bessere Zustände fordern. Aber ihnen damit Klinikdiebstahl zu unterstellen ist selbst für mich ein neuer Meilenstein auf dem Weg zur Idiokratie.

Du forderst keine besseren Zustände. Du fühlst dich in erster Linie nicht gut genug bezahlt und nicht ausreichend gewertschätzt. Das kann ich irgendwo auch gut verstehen. Aber wenn du mir unterstellst es wäre ja nicht so, dass die allermeisten Unternehmen sich den Kaffee über eine gemeinschaftliche Kaffeekasse finanzieren, deine eigenen limitierten Erfahrungen über unsere stellst und mich demnach bezichtigst zu lügen, musst du halt auch vielleicht mal Konter ertragen.
Ich arbeite übrigens gar nicht in Deutschland, weil mich diese Zustände auch stören und ich mir wünsche, dass sich was ändert. Ich habe einen Kompromiss gefunden ohne alles schlecht zu reden bzw ständig was von Juristen zu faseln wie du. Und nochmal: den Kaffee zu zahlen ist nicht äquivalent zu unbezahlten Überstunden ertragen. Das sind zwei paar Schuhe.

Relaxometrie
22.09.2020, 13:00
Ich arbeite übrigens gar nicht in Deutschland
In welchem Land und in welchem Fach arbeitest Du?

Ups, habe es gefunden. "Kleines Haus, Chirurgie, Schweiz". Ist es da wirklich noch so viel besser, als bei uns in Deutschland?

Abiturient2010
22.09.2020, 15:39
Find's echt bisschen daneben wie hier auf Trüffel eingeschlagen wird, obwohl er/sie wirklich sinnvolle Punkte aufführt.

Ich war schon in über einem Dutzend Kliniken, und nirgends gab es Kaffee oder Wasser umsonst..soviel zu Christophs Aussage, das würde es ja überall geben. Aber klar, ist an sich nur ne Nebensache.

Dass man sich keine unbezahlten Überstunden mehr antun muss, ist auch leichter gesagt als getan... Als Assi ist man da durch das Abhängigkeitsverhältnis doch am kürzeren Hebel. Andere Stelle suchen ist je nach Fach/Ort auch nicht immer leicht.

Und ein Punkt noch am Rande: Juristen brauchen in immer mehr Großkanzleien heutzutage nur noch das Prädikat in einem Examen, nicht in beiden. Und das schaffen je nach Bundesland auch gerne mal 30%, Quellen hierzu gibt es online zuhauf. Also nix mit 2-3%.

Melina93
22.09.2020, 15:59
In welchem Land und in welchem Fach arbeitest Du?

Ups, habe es gefunden. "Kleines Haus, Chirurgie, Schweiz". Ist es da wirklich noch so viel besser, als bei uns in Deutschland?

Ich bin sehr zufrieden. Tolles Team, kaum Überstunden und wenn wird es vergütet, Dienste sind gut machbar und nicht zu viel (obwohl man da die gesamte Notaufnahme hat) Ich hab ordentlich Zeit für meine Patienten, kann frühstücken wie auch ausgiebig Mittagspause machen und gemütlich mit den Oberärzten quatschen. Außerdem wird einem viel Administration abgenommen, sodass man mehr Medizin machen kann. Bin sehr froh das statt der Dermatologie an der Uni genommen zu haben als ich die Wahl hatte.
Ich denke es gibt auch in Deutschland gute Stellen. Mein altes PJ Haus war super für eine Innere. Und ich finde die Entwicklung sehr gut, dass immer mehr Ärzte nicht nur eine bessere Work-Life Balance möchten, sondern auch entsprechend handeln.


Ich denke Trüffel hat sogar in vielem recht. Nur komm ich mit der Argumentation persönlich weniger zurecht.
Und natürlich sind einige Leute ortsgebunden bzw möchten ein kompetetives Fach machen. Da muss man für sich persönlich abwägen und ich halte es dafür aber kontraproduktiv sich mit Volljuristen und Großkonzernen zu vergleichen und gleichzeitig jedem zu unterstellen systemkonform Missstände zu fördern. Kann man machen, aber ob das letztlich so sinnvoll ist, sei mal dahin gestellt. Und wer so geizig ist nicht mal seinen Kaffee teilen zu wollen, hat in einem Krankenhaus, wo es wichtig ist sich auf den anderen verlassen zu können und man nicht für alles emotionale Dankesreden zu hören bekommt, vielleicht wirklich seine Schwierigkeiten. Denn das ist generell fatal wenn die eigene Bestätigung von anderen anhängt und erst recht in einem System, dass nur nicht zusammenbricht weil Menschen ihre Arbeit als Berufung sehen und erkennen, dass sie systemrelevant sind.
Und vielleicht sollte man auch mal aufhören so zu tun als hätte man Trüffel zum Medizinstudium geprügelt. Auch wenn ich die Frustration eben gut verstehen kann, die Schlussfolgerungen eher weniger.

Christoph_A
22.09.2020, 16:23
Find's echt bisschen daneben wie hier auf Trüffel eingeschlagen wird, obwohl er/sie wirklich sinnvolle Punkte aufführt.

Ich war schon in über einem Dutzend Kliniken, und nirgends gab es Kaffee oder Wasser umsonst..soviel zu Christophs Aussage, das würde es ja überall geben. Aber klar, ist an sich nur ne Nebensache.

Dass man sich keine unbezahlten Überstunden mehr antun muss, ist auch leichter gesagt als getan... Als Assi ist man da durch das Abhängigkeitsverhältnis doch am kürzeren Hebel. Andere Stelle suchen ist je nach Fach/Ort auch nicht immer leicht.

Und ein Punkt noch am Rande: Juristen brauchen in immer mehr Großkanzleien heutzutage nur noch das Prädikat in einem Examen, nicht in beiden. Und das schaffen je nach Bundesland auch gerne mal 30%, Quellen hierzu gibt es online zuhauf. Also nix mit 2-3%.

Und was sagt uns das, daß Du n=1 bist und ich auch, also beides nicht valide. Interessant ist auch, daß man als Abiturirnt des Jahrgangs 2010 angibt, in mehr als 12 Klinikem gearbeitet zu haben, oder sind da die Pflegepraktika/Famulaturen auch mit eingerechnet?
Daß ein einfaches Prädikatsexamen für ne lukrative Großkanzlei reicht und das Einstiegsgehalt dann in den bekannten Sphären wäre, halte ich doch eher für ein Gerücht, ist aber auch nicht mein Problem, 30% aller Juraabsolventen arbeiten sicher nicht in Großkanzleien, das wäre etwas inflationär.
Ansonsten haste Recht, ganz ohne Überstunden wird keiner FA, kann man mögen oder nicht, ist halt so. Macht man aber in vielen Berufen auch, also nicht schlimm. Und bis 21 Uhr in der Klinik sitzen zeugt entweder von einer miserablen Klitsche oder grobem Organisationsversagen der betreffenden Person selbst. Beides Dinge, die man ändern kann und sollte.

Cor_magna
22.09.2020, 16:53
Bedingungen nach Jura oder BWL Studium klingen hier ja echt toll. Nur ein Problem: Hab kein Bock auf Jura oder BWL.

Ansonsten: Laut älterer Chirurgen gibt es im Vergleich zu vor 30 Jahren Fortschritte bei den Bedingungen und ich hoffe, dass sich die durch Ärztemangel und Verweiblichung beim Personal weiter verstärken. Oder es muss im Notfall irgendwann wieder gestreikt werden...

Heerestorte
22.09.2020, 17:09
Ich war schon in über einem Dutzend Kliniken, und nirgends gab es Kaffee oder Wasser umsonst..soviel zu Christophs Aussage, das würde es ja überall geben. Aber klar, ist an sich nur ne Nebensache.
.

In der Uniklinik Freiburg und in der Uniklinik Tübingen gibt es ÜBERALL Wasserspender, an denen man sich Wasser und sogar Sprudel zapfen kann. Manche in den Wänden eingebaut, manche wie Zapfhähne. Und hier in der Uniklinik und in ner anderen Klinik gibt es im OP-Pausenraum jeden Tag gratis Suppe für die Angestellten.

ehem-user-02-08-2021-1033
22.09.2020, 17:31
Ich war schon in über einem Dutzend Kliniken, und nirgends gab es Kaffee oder Wasser umsonst..soviel zu Christophs Aussage, das würde es ja überall geben. Aber klar, ist an sich nur ne Nebensache.


In meinen bisherigen 4 Häusern, gab es an einem Kaffee und Wasser umsonst.
An den anderen 3 war es offiziell ein Grund für eine Abmahnung Kaffee oder Wasser, den bzw. das es reichlich aber nur für Patienten gab, zu konsumieren.
Sporadisch gab es dort aber gnädigerweise Leitungswasserspender in 2 Häusern.
Und in einem Haus ist es zwar offiziell verboten... aber es juckte keinen und jeder trinkt das Wasser für die Patienten und den Kaffee...

ehem-user-02-08-2021-1033
22.09.2020, 17:35
Und hier in der Uniklinik und in ner anderen Klinik gibt es im OP-Pausenraum jeden Tag gratis Suppe für die Angestellten.

Ich fürchte damit wollte man die Rate an Synkopen senken. ;-)

Dogs4Life
22.09.2020, 17:35
Meine Güte, wie ihr euch alle an Kaffee aufhängt. Das muss jemand mal verstehen. Geht doch hier um etwas ganz anderes :D.


In der Uniklinik Freiburg und in der Uniklinik Tübingen gibt es ÜBERALL Wasserspender, an denen man sich Wasser und sogar Sprudel zapfen kann. Manche in den Wänden eingebaut, manche wie Zapfhähne. Und hier in der Uniklinik und in ner anderen Klinik gibt es im OP-Pausenraum jeden Tag gratis Suppe für die Angestellten.

Der gute Ruf Tübingens liegt auch nur an genau dieser Suppe!!