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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium: Fehler meines Lebens



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Nefazodon
12.04.2021, 14:54
"Kreativität ist die Fähigkeit, etwas zu erschaffen, was neu oder originell und dabei nützlich oder brauchbar ist"

https://de.wikipedia.org/wiki/Kreativit%C3%A4t

Naja ist das wirklich kreativ Dinge zu untersuchen und einzuordnen?


Ich kann mir ehrlich gesagt aber auch nicht vorstellen, dass viele junge Menschen Medizin studieren, in der Erwartung, dass der Arbeitsalltag besonders kreativ wäre.
Ich denke, die meisten suchen einen herausfordernden Beruf, bei dem sie etwas Sinnvolles tun können und Menschen helfen können. Einige werden wohl auch wegen Prestige und/oder Geld den Arztberuf wählen...aber wegen Kreativität? Eher nicht...

Die Enttäuschung, so sie denn kommt, hängt meiner persönlichen Ansicht nach auch eher mit den generellen Arbeitsbesingungen zusammen: den teils strengen Hierarchien, den langen und ungünstigen Arbeitszeiten (Dienste..!), die das Sozialleben sehr erschweren bis regelrecht torpedieren, dem ständigen Zeit- und Kostendruck auf der Arbeit...

Ich denke, die Meisten wollen oder können sich genau das auf Dauer nicht geben und wandern deswegen oft aus dem Krankenhaus in die Niederlassung ab.

ehem-user-02-08-2021-1033
12.04.2021, 16:04
Eingeschränktes Sozial-Leben?
Ich kann mich am Wochenende immer mit meinen ganzen Freunden in der Arbeit treffen. Kleiner Scherz. ;)

Nefazodon
12.04.2021, 16:12
Eingeschränktes Sozial-Leben?
Ich kann mich am Wochenende immer mit meinen ganzen Freunden in der Arbeit treffen. Kleiner Scherz. ;)

Naja, zu Corona-Zeiten arbeitet man gefühlt eh nur noch....und tatsächlich ist das Arztzimmer einer der wenigen Orte, wo keine Abstandsregeln zu gelten scheinen (aus der Not geboren). Naja...im Fall der Fälle teilt man dann halt die Erfahrung einer Covid19-Infektion mit den Kollegen...kann ja auch zusammenschweißen...

cartablanca
12.04.2021, 20:04
Ich kann mir ehrlich gesagt aber auch nicht vorstellen, dass viele junge Menschen Medizin studieren, in der Erwartung, dass der Arbeitsalltag besonders kreativ wäre.

Nein mit der Erwartung, dass der Arbeitsalltag kreativ wäre geht wohl niemand rein. Aber ich kenne viele kreative Köpfe, die Medizin studiert haben. Es kann schon sein, dass einem dann etwas fehlt, wenn man vor lauter Arbeit keine Zeit mehr für Hobbies hat.

anignu
12.04.2021, 21:16
Kleiner Scherz. ;)
Trotzdem Danke dafür ;-)

Tomeckers
03.06.2021, 18:49
Das ist doch Quark! Einer meiner besten Freunde ist E-Ingenieur und hoch spezialisiert. Klar, der bekam ein Einstiegsgehalt >60k €, aber so ein Studium schafft nicht jeder. Von denen, die mit ihm angefangen haben, haben 10% den Abschluss gechafftt

finde das eher ein Scheinargument. Ins Medizinstudium kommen sicherlich auch nicht mehr als 10% überhaupt erst rein und ein abgeschlossenes Studium haben dann wahrscheinlich auch unter 10%...

Kackbratze
03.06.2021, 18:58
und ein abgeschlossenes Studium haben dann wahrscheinlich auch unter 10%...

Sind die Zahlen von Prof. Lauterbach?

Kurze Googlerecherche/unicum.de:

Rund zehn Prozent der Studierenden bestehen die Prüfung nicht. Der zweite und dritte Teil der ärztlichen Prüfungen wird meist von über 97 Prozent der Studierenden geschafft. (2020)

Relaxometrie
03.06.2021, 19:00
Sind die Zahlen von Prof. Lauterbach?
Stimmst Du jetzt auch in das Lauterbach-Bashing ein?

Schubbe
03.06.2021, 19:04
finde das eher ein Scheinargument. Ins Medizinstudium kommen sicherlich auch nicht mehr als 10% überhaupt erst rein und ein abgeschlossenes Studium haben dann wahrscheinlich auch unter 10%...

Die einzige Chance das inhaltlich zu retten besteht darin zu behaupten du hättest eine 0 vergessen.

Tomeckers
03.06.2021, 19:53
Sind die Zahlen von Prof. Lauterbach?

Kurze Googlerecherche/unicum.de:

Rund zehn Prozent der Studierenden bestehen die Prüfung nicht. Der zweite und dritte Teil der ärztlichen Prüfungen wird meist von über 97 Prozent der Studierenden geschafft. (2020)

Ich habe mich falsch ausgedrückt, mein Fehler. Ich meinte, dass es dadurch, dass nicht alle das Studium erfolgreich abschließen noch weniger der "Gesamtbevölkerung"/Studenten dann Mediziner sind. Erst reinkommen, dann erfolgreich abschließen.
Also, dass man mit einem erfolgreichen Medizinstudium durchaus in die 10% bei z.B. BWL (im Vgl. zu der Masse, die das studieren) etc. mithalten kann

cartablanca
03.06.2021, 19:56
Das Medizinstudium besteht quasi jeder, der da rein kommt und es schaffen will. Man muss aber bedenken, dass tatsächlich entweder maximale Streber oder aber Leute über Wartezeit rein kommen. Wer wartet sieben Jahre auf sowas? Nur jemand, der maximal motiviert ist. Da man mit einem abgebrochenen Studium fast nichts anfangen kann, ziehen es auch fast alle durch.

urinbeutel
03.06.2021, 19:57
Ich habe mich falsch ausgedrückt, mein Fehler. Ich meinte, dass es dadurch, dass nicht alle das Studium erfolgreich abschließen noch weniger der "Gesamtbevölkerung"/Studenten dann Mediziner sind. Erst reinkommen, dann erfolgreich abschließen.
Also, dass man mit einem erfolgreichen Medizinstudium durchaus in die 10% bei z.B. BWL (im Vgl. zu der Masse, die das studieren) etc. mithalten kann

Keine Ahnung ob es der Dienst ist, aber ich hab keine Ahnung was diese Person kommunizieren möchte.
In der Medizin sind die Durchfallquoten notorisch niedrig, was sicherlich auch politisch motiviert ist. Ich glaube die Zahl war über 90% oder sogar 95%, die erfolgreich abschließen.

daCapo
03.06.2021, 20:59
Keine Ahnung ob es der Dienst ist, aber ich hab keine Ahnung was diese Person kommunizieren möchte.
In der Medizin sind die Durchfallquoten notorisch niedrig, was sicherlich auch politisch motiviert ist. Ich glaube die Zahl war über 90% oder sogar 95%, die erfolgreich abschließen.

https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Warum-Medizinstudenten-ihr-Studium-seltener-abbrechen-310940.html
Zwischen 5-10 %; Hier steht mal 11%, dürfte insgesamt sehr niedrig sein.
Es gibt einige, die noch ein oder zwei Semester länger studieren, weil sie mal was wiederholen oder ein-zwei Semester für die Promotion brauchen oder ausgedehnte Famulaturen oder die Uni wechseln.

RussianAngel
04.06.2021, 01:20
Also diese Einstellung finde ich echt nicht mehr angebracht, insbesondere während einer Pandemie: Ärzte kriegen ihr Studium und ihre Studienplätze geschenkt im Gegensatz zu Sozialpädagogen, fahren alle 3 Porsches gleichzeitig, weil soooo ungerecht reich und jeder dressierte Affe macht besseren Arztjob und jede Sekretärin hat sich einen Coronabonus mehr verdienst als die Ärzte...
Wohin soll das nur führen? In anderen Ländern ist Arztsein schon was besonderes, naja in Deutschland auch...aber eben was besonders schlechtes und abwertendes :D

cartablanca
04.06.2021, 02:12
Naja das stimmt ja nicht.
Es hat keiner behauptet, dass man das Studium geschenkt kriegt. Nur, dass gerade mal 10 Prozent durchfallen, was recht wenig ist. Das wird verschiedene Faktoren haben. Geschenkt kriegt man den Abschluss jedenfalls nicht. Es wird schon einen Grund geben, warum so viele Medizinstudenten depressiv werden.
Das Gehalt ist nicht üppig, aber auch nicht schlecht.
Es haben sich hier im Forum fast ausnahmslos alle darüber beschwert, dass man keinen Coronabonus erhält.
Aber es stimmt schon: Ich finde auch, dass man in der Klinik als Assistent oder nicht oberärztlicher Facharzt häufig wie ein Fußabtreter behandelt wird, dafür, dass man weite Teile seines Privatlebens opfert und Tag und Nacht und am Wochenende arbeitet und dann alle einen Coronabonus erhalten außer man selbst obwohl man seine Gesundheit mehr als jeder andere riskiert.

RussianAngel
04.06.2021, 02:18
1. Schritt der Aufklärung nach Descartes: Erkenne Dich selbst! Und solange wir uns ständig unter Wert verkaufen (Demut ist schon gut und Bescheidenheit, aber bitte nicht mit Dummheit verwechseln).
Bei uns kam keine einzige Sekretärin auf die Idee, dass sie nicht Home-Office machen sollte, und die Verwaltung ging auch als erste ins Home-Office und wollte nicht mal Briefe schicken, da man sich mit Corona dadurch anstecken könnte. :-keks

Warum kaum Leute durchfallen im Studium ist mehr als klar: wegen der enorm rigorosen Vorselektion (sehr motivierte Wartende, die Abschlussbesten...). Weit braucht man nicht zu suchen, um den Vergleich zu ziehen: in Frankreich, wo jeder mit Abitur anfängt, Medizin zu studieren, fallen so 70-80 Prozent beim ersten Staatsexamen endgültig durch (eventuell mehr, aber gerade zu faul um die Quoten zu suchen).

cartablanca
04.06.2021, 05:41
Ehrlich gesagt: Intellektuell anspruchsvoll empfand ich das Studium jetzt nicht unbedingt. Anstrengend ja, aber nicht intellektuell anspruchsvoll wie ein MINT Fach. Es ist ja nicht so als ob es da viel zu verstehen gäbe oder als ob man besonders schwierige Probleme lösen müsste. Eine Abschlussarbeit ist auch nicht erforderlich. Man muss gewissenhaft sein oder sich den Kram auf Anhieb merken können.

RussianAngel
04.06.2021, 06:02
Also wenn ein Medizinstudium nicht intellektuell anspruchsvoll ist- von der Planung, bis zu der Fülle an Wissen, über die vielen sozialen und juristischen Aspekte, dann kann man auch sagen die Astronauten floaten ja auch nur mal so rum im All :D :D :D...
Die meisten Leute wollen einfach irgendwie durch, aber die Fülle an Möglichkeiten und Wissen ist unendlich...Und wieso soll ein MINT Fach anspruchsvoller sein, von den meisten Matherechnungen entsteht ja auch nichts Reales...
Man muss schon im Medizinstudium viel verstehen: wie man mit Pat. umgeht, wie man sich strukturiert und präsentiert, wie man bestimmte Prozeduren vornimmt (von der banalen Blutentnahme etc.).
Ich will jetzt nicht die Studiengänge vergleichen, weil Medizin ja eher ein praktischeres Erfahrungsfach (oder Heilkunde ist), aber ich wundere mich, wieso die meisten Leute mit Physikstudium bei uns bereits im ersten Semester durch den Physikschein gerasselt sind...
Es ist halt anders anspruchsvoll als Physik, das ist schon klar, aber intellektuell nicht anspruchsvoll??

Wisst ihr was - kein Coronabonus für Euch :) Zu anspruchsloses Studium :D :D :D

Mukopolysaccharid
04.06.2021, 06:09
Gab’s bei euch nicht die Leute, dir aufgehört haben, weil sie es psychisch nicht mehr geschafft haben oder während dem Semester Klausuren nicht bestanden?
Ab der Klinik schaffen es die meisten, aber dafür habe ich mehrere Leute erlebt, die bis zum Physikum abgebrochen haben. Und das waren 1er Abiturienten.
Man kann es mit Informatik doch überhaupt nicht vergleichen, da schreiben sich doch auch die Leute ein, die ihr Abi gerade so mit Sport und Kunst gerettet haben. Die Wissenslücken können die meisten dann natürlich nicht mehr aufholen. Bewerber fürs Medizinstudium starten mit anderen Voraussetzungen.

daCapo
04.06.2021, 06:26
Gab’s bei euch nicht die Leute, dir aufgehört haben, weil sie es psychisch nicht mehr geschafft haben oder während dem Semester Klausuren nicht bestanden?
Ab der Klinik schaffen es die meisten, aber dafür habe ich mehrere Leute erlebt, die bis zum Physikum abgebrochen haben. Und das waren 1er Abiturienten.
Man kann es mit Informatik doch überhaupt nicht vergleichen, da schreiben sich doch auch die Leute ein, die ihr Abi gerade so mit Sport und Kunst gerettet haben. Die Wissenslücken können die meisten dann natürlich nicht mehr aufholen. Bewerber fürs Medizinstudium starten mit anderen Voraussetzungen.

a) Ja da gabs zahlreiche Leute, die aufgehört haben. Damals aber eher vereinzelt wegen psychischer Probleme. Am häufigsten war damals, dass das Fach dann doch nicht das richtige oder auch mal wegen Noten (eher selten entsprechend der Statistik), je später die Semester je weniger Abbrecher
b) Medizin ist schon relativ viel auswendig lernen, damit kommt man da sehr weit