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davo
10.06.2020, 12:52
Lebensmittel sind gerade jetzt in der Krise deutlich teurer geworden. Deutlich stärker als die Verbraucherpreise insgesamt, siehe https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=48295

Außerdem sind ja auch die Verbraucherpreise insgesamt nicht gesunken. Es hat lediglich die Rate der Teuerung abgenommen. Ein wichtiger Unterschied. Selbst die o.a. Presseaussendung der Universität zeigt, dass das vielen nicht klar ist: "Trotz stagnierender Inflationsrate steigen die Lebensmittelpreise." Es wird sprachlich ein Gegensatz konstruiert, der inhaltlich überhaupt keiner ist.

Einzig und allein die Energiekosten sind gesunken. Das wird aber nicht anhalten, sobald die Industrieproduktion und die Mobilität wieder zunehmen.

Inflation wird uns also auch weiterhin begleiten, so wie schon die letzten Jahrzehnte.

GelbeKlamotten
10.06.2020, 13:55
Lebensmittel sind gerade jetzt in der Krise deutlich teurer geworden. Deutlich stärker als die Verbraucherpreise insgesamt, siehe https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=48295

Außerdem sind ja auch die Verbraucherpreise insgesamt nicht gesunken. Es hat lediglich die Rate der Teuerung abgenommen. Ein wichtiger Unterschied. Selbst die o.a. Presseaussendung der Universität zeigt, dass das vielen nicht klar ist: "Trotz stagnierender Inflationsrate steigen die Lebensmittelpreise." Es wird sprachlich ein Gegensatz konstruiert, der inhaltlich überhaupt keiner ist.

Einzig und allein die Energiekosten sind gesunken. Das wird aber nicht anhalten, sobald die Industrieproduktion und die Mobilität wieder zunehmen.

Inflation wird uns also auch weiterhin begleiten, so wie schon die letzten Jahrzehnte.

Na hoffentlich wird sie das. 2-3% Inflation p.a. sind ja durchaus auch wünschenswert. Aber von einem starken Anstieg der Inflation der Verbraucherpreise oder gar einer Hyperinflation sind wir weit entfernt, auch wenn vielleicht Blumenkohl und Spargel dieses Jahr wegen des geringeren Angebots etwas teurer sind. Die Verbraucherpreisinflation wird der Investmentgüterinflation meiner Meinung nach noch einige Jahre weit hinterherhinken.

Daher lautet im Moment die beste Devise meiner Meinung nach: Viel investieren, viel konsumieren, wenig Cash halten. Auch wenn ich damit im kompletten Gegensatz zu Warren Buffett stehe.

freak1
10.06.2020, 15:15
Jetzt zu investieren ist nichts anderes als Glückspiel. Kann sein das du Glück hast und die Märkte völlig entgegen der Realwirtschaft ein Hoch nach dem anderen schießen. Oder du hast Pech und die Wallstreet wird von der Realität einer nie zuvor gesehen Weltwirtschaftskrise (dieses mal der Realwirtschaft) eingeholt.

GelbeKlamotten
10.06.2020, 16:14
Jetzt zu investieren ist nichts anderes als Glückspiel. Kann sein das du Glück hast und die Märkte völlig entgegen der Realwirtschaft ein Hoch nach dem anderen schießen. Oder du hast Pech und die Wallstreet wird von der Realität einer nie zuvor gesehen Weltwirtschaftskrise (dieses mal der Realwirtschaft) eingeholt.

das ist eine Aussage die grundsätzlich immer stimmt: wenn man zu einem beliebigen zeitpunkt investiert, können sich die kurse danach sehr gut oder sehr schlecht entwickeln oder sie bleiben stabil. Das qualifiziert ein Investment allerdings nicht als Glücksspiel. Es sei denn du zählst alles, das mit einem risiko verbunden ist, grundsätzlich als Glücksspiel. Dann gilt das aber für ausnahmslos jede Investition, die eine Rendite verspricht.

Grundsätzlich steckt in Börsenpreisen eine antizipatorische Komponente über 3 Monate bis 3 jahre. Das Risiko für einen baldigen starken Kursrückgang, egal wie hoch es sein mag, ist in den aktuellen kursen nach den gesetzen des marktes eingepreist. Die märkte haben gerade gezeigt, dass sie in einem so stabilen aufwärtstrend sind, dass selbst ein mehrwöchiger wirtschaftlicher stillstand den trend nicht nachhaltig durchbrechen kann. Damit er durchbrochen wird, bedarf es eines neuen unerwarteten sehr bedeutsamen Ereignisses, das nicht bereits eingepreist ist. So ein Ereignis kann es geben. Aber du kannst es genauso wenig voraussehen wie irgendjemand anders. Auf so ein unvorhersehbares Ereignis zu spekulieren, DAS ist das wahre Glücksspiel.

OhDaeSu
10.06.2020, 17:36
Haha ja, der effiziente Markt. Siehe Zoom Technologies

freak1
10.06.2020, 17:43
Haha ja, der effiziente Markt. Siehe Zoom Technologies

Da gilt bis zum Schluss: HODL

Thomas24
10.06.2020, 20:44
Interessantes FOMC Meeting heute. (Noch) keine negativen Zinsen, kein YCC.

Weiterhin 120 Milliarden QE Program pro Monat, davon 80 Milliarden als Anleihen und 40 als MBS.
Projektion der US Arbeitslosenzahlen: 9,3% (2020), 6,5% (2021) und 5,5% (2022)
US GDP Projektion: -6,5 % (2020), 5,5% (2021) und 3,5 % (2022).

Wenn man sich die Daten aber etwas genauer ansieht, sieht man wie sehr die einzelnen Fed Mitglieder untereinander abweichen.
Schätzungen der Arbeitslosenzahlen schwanken zwischen 7% und 14% (2020) und zwischen 4,5% und 12% (!!) für 2021. So viel zu: die Fed weiß mehr. Totale Unsicherheit seitens der Fed.

drraf
17.06.2020, 11:21
Hallo,
Ich brauche eure Meinung :-) Lohnt es sich denn eine Immobilie in einer Großstadt (zB Berlin) zu finanzieren, wenn man plant, in Deutschland für die nächste 6-7 Jahren zu bleiben, und dann weiter finanzieren als Investition oder macht es mehr Sinn eine Wohnung zu mieten? Also ich möchte eine Investition machen, eventuell fürs Alter oder auch für Kinder zum Erben. Was glaubt ihr??

facialis
17.06.2020, 13:40
wobei in berlin der mietdeckel ist...besser eine Stadt aussuchen, wo nicht die sozis das sagen haben

Parotis
17.06.2020, 14:18
So eine Frage kann man nie pauschal beantworten, es kommt auf ganz viele verschiedene Faktoren an, die mit einbezogen werden sollen. Unter anderem das hier:

Soll die Wohnung selbst genutzt oder vermietet werden
Um was für eine Wohnung geht es, wo liegt sie, was kostet sie, welche Miete bringt sie voraussichtlich ein, welche Preisentwicklung ist zu vermuten, besteht Renovierungsbedarf usw.
Wie ist die Finanzierung geregelt, wie viel Eigenkapital vorhanden, welcher Zinssatz würde veranschlagt.
Was würde man alternativ mit dem Geld machen, dass man jetzt für die Wohnung ausgeben möchte

Nur mal angenommen man finanziert zu 100% oder nahe dran eine Wohnung zur Eigennutzung, bei der die monatlichen Kosten nicht oder nicht viel höher sind als wenn man ein anderes Objekt mieten würde. Dann klingt das Ganze nach einem lohnenden Invest.

Wenn man aber für eine Wohnung viel Eigenkapital und deutlich höhere monatliche Raten als die derzeitige Miete aufwenden muss, dann sollte man überlegen ob man für das gleiche Geld an einer anderen Stelle nicht mehr Rendite bekäme. Gleichzeitig hat man nicht die Gewähr einer Wertsteigerung und ein ziemliches Klumpenrisiko.

Gleichzeitig muss natürlich immer der persönliche Vorteil durch eine selbst genutzte Wohnung unabhängig vom finanziellen Aspekt eingerechnet werden.

Wie du siehst muss so eine Investition gut durchdacht werden. Sie kann sich lohnen aber nicht in jedem Fall.

Sealwolf
19.06.2020, 22:09
Bei uns: 50% diverse Aktien (Spass am Umschichten/Spekulieren), 40% Festgelder, 10% Gold (Schließfach). Für Immobilien sind wir einfach ein paar Jahre zu spät dran, zumindest in unserer Region (Herz des Rhein-Main-Gebietes): Bruchbuden kosten fast immer siebenstellig, die Relation Miete/Kaufpreis ist absurd. Der Markt in der näheren Umgebung ist "tot", es gibt keinerlei Angebote (oder allenfalls "Spassbieter" a la "132qm Reihenhaus auf 300 qm Grund für 999.999 (reales Angebot hier zwei Straßen weiter)). Für das eigene Häuschen sind wir einfach ein paar Jahre zu spät gekommen.

tragezwerg
20.06.2020, 08:57
Bei uns: 50% diverse Aktien (Spass am Umschichten/Spekulieren), 40% Festgelder, 10% Gold (Schließfach). Für Immobilien sind wir einfach ein paar Jahre zu spät dran, zumindest in unserer Region (Herz des Rhein-Main-Gebietes): Bruchbuden kosten fast immer siebenstellig, die Relation Miete/Kaufpreis ist absurd. Der Markt in der näheren Umgebung ist "tot", es gibt keinerlei Angebote (oder allenfalls "Spassbieter" a la "132qm Reihenhaus auf 300 qm Grund für 999.999 (reales Angebot hier zwei Straßen weiter)). Für das eigene Häuschen sind wir einfach ein paar Jahre zu spät gekommen.

Bei uns sind die Grundstücks- und Immobilienpreise auch absurd mittlerweile. Vor 6 Jahren bekam man 10km von der Stadt entfernt Grundstücke für 280 Euro pro qm, jetzt sind sie irgendwo bei 600€...und in der Stadt ist es utopisch, unter 800k ein winziges Reihenhaus zu kriegen. Das lohnt sich ja echt niemals, sowas zu kaufen.

Sealwolf
20.06.2020, 15:33
Es kommt halt drauf an wie das weitergeht. Ich hab damals in Leipzig angefangen zu arbeiten, dort haben wir uns Eigentumswohnungen angeguckt. Ich weiß noch, dass im Innenstadtring (also Laufweite zur Altstadt und allen Attraktionen) uns ein Makler sagte, 1000 Euro/qm seien ein guter "Endkundenpreis" (also kompletto sanierter Altbau, nur noch einziehen). Ein Kumpel von mir hat damals quasi aus Spaß eine Baulücke in der Südvorstadt (wem das was sagt, trendig mit allerhand Kneipen etc.) zwischen fünfstöckigen Häusern für 30000 bei ner Zwangsversteigerung geschossen. Er war der einzige Bieter. Ich könnte mich in den A... beissen dass wir damals nicht zugelangt haben, zumal die Wohnungen (im Gegensatz zu vielem was einem hier an Neubau-Bunkern verkauft wird) wirklich schön sind und eine "Seele" haben. Aber damals kostete dort auch die Miete so lächerlich wenig, dass ich dachte: Kaufen wird sich nie lohnen...! Und wie sollte das auch steigen? Leipzig stand zur Hälfte leer und einige Kilometer außerhalb waren nur noch Dörfer! Und schau Dir die Stadt heute an: So kann man sich irren. Wenn also demnächst nur noch Grundbesitzer auf der einen und die Masse der Arbeiter auf der anderen existieren, wäre auch ein vermeintlich teures Investment möglicherweise lohnend gewesen ;-)

CrashStudios
20.06.2020, 15:48
Immobilien kauft man (wie jedes andere Investment auch) antizkylisch. Es wird auch wieder Phasen geben in denen sich der Immobilienmarkt abkühlt. Spätestens wenn der Leitzins erhöht wird und die ganzen "Investoren" ihre mit 110% finanzierten "Kapitalanlagen" nicht mehr bezahlen können, werde ich mir ein Haufen guter Immobilien für ein Appel und ein Ei bei Zwangsversteigerungen zulegen. Man muss nur Geduld haben.

Sealwolf
20.06.2020, 15:51
Gabs nicht den schönen Spruch: "Irgendwann steigen alle Aktien... und irgendwann sind wir alle tot" :-) Ne ernsthaft: Problem bei (selbstgenutzten) Immos ist m.M. dass es sich halt um etwas lebensnotwendiges handelt. Es ist eben kein Goldbarren der im Schrank liegt und mit dem ich spekuliere; wohnen muss man. Außerdem gibt es für eine junge Familie eine gewisse Phase wo Hauskauf interessant wird und auch in den Lebensplan passt; und wenn dann diese Zyklen Jahrzehnte dauern, wird´s nervig.

Sealwolf
20.06.2020, 15:56
Mal ne andere Frage wo wir bei Zyklen sind: Wie ist Eure Meinung zur Börse? Kommt der Bärenmarkt oder verpufft Corona und die Party geht weiter? Oder irgendwas dazwischen? :-)

cartablanca
20.06.2020, 15:59
Immobilien kauft man (wie jedes andere Investment auch) antizkylisch. Es wird auch wieder Phasen geben in denen sich der Immobilienmarkt abkühlt. Spätestens wenn der Leitzins erhöht wird und die ganzen "Investoren" ihre mit 110% finanzierten "Kapitalanlagen" nicht mehr bezahlen können, werde ich mir ein Haufen guter Immobilien für ein Appel und ein Ei bei Zwangsversteigerungen zulegen. Man muss nur Geduld haben.

Ich würde eher in den USA in Immobilien investieren. Die sind nach der Pleite immer noch verhältnismäßig günstig und werden sicherlich wieder steigen. In Deutschland lohnt sich Immobilienhandel/Vermietung bei den aktuellen Preisen nicht. Wer soll sich bitte noch höhere Preise leisten können? Welcher Faktor Kaufpreis/Mietpreis kommt aktuell bei den Immobilien in sinnvollen Lagen rum? 20 oder 30? Selbst in kleinen Kreisstädten liegt der Faktor inzwischen mindestens bei 15. Ein Investment in diesem Bereich lohnt sich nicht mehr wirklich. Allenfalls noch Zwangsversteigerungen. Sonst kann man es vergessen.

John Silver
20.06.2020, 16:35
Im Rhein-Main-Gebiet gibt es genug Einheimische mit dickem Portemonnaie, und ebenso viele ausländische Investoren mit noch dickerem Geldkoffer. Zusätzlich kommen jetzt immer mehr Banker aus London rüber. Ein Nachbar hat eine der Wohnungen in unserem Haus 2017 gekauft und 2019 wieder verkauft; der Verkaufspreis lag > 200T über dem Kaufpreis von 2017. Gebote wie „Reihenhaus 130 qm, Grundstück 250 qm“ für 1.000.000 sind keineswegs als Spaßangebote zu sehen, sondern vielerorts bereits reale Preise; und auf dem Markt gibt es deswegen wenige Angebote, weil fast alles gleich gekauft wird, auch zu solchen Preisen.

cartablanca
20.06.2020, 17:20
Im Rhein-Main-Gebiet gibt es genug Einheimische mit dickem Portemonnaie, und ebenso viele ausländische Investoren mit noch dickerem Geldkoffer. Zusätzlich kommen jetzt immer mehr Banker aus London rüber. Ein Nachbar hat eine der Wohnungen in unserem Haus 2017 gekauft und 2019 wieder verkauft; der Verkaufspreis lag > 200T über dem Kaufpreis von 2017. Gebote wie „Reihenhaus 130 qm, Grundstück 250 qm“ für 1.000.000 sind keineswegs als Spaßangebote zu sehen, sondern vielerorts bereits reale Preise; und auf dem Markt gibt es deswegen wenige Angebote, weil fast alles gleich gekauft wird, auch zu solchen Preisen.

Das stimmt aber 2020 ist nicht 2017 und die Auswirkungen von Corona kommen auch noch. Ich weiß nicht, ob du Recht hast. Glaube eher, dass recht viele der Investoren ihre Immobilien später unter Einkaufspreis verkaufen müssen. Der absolute Großteil der Menschen kann doch keine 400000 oder 500000 für ein Reihenhaus aufbringen. Mal abgesehen davon, dass ich mir zu schade wäre 30 Jahre für ein Reihenhaus von 1969 malochen zu gehen.

Sealwolf
20.06.2020, 21:02
Das ist genau der Punkt. Ich höre auch immer "als Arzt kriegst Du doch alle Kredite, Ihr könnt Euch das leisten!". Exakt, aber ich könnte mir wohl auch irgendwie leisten von Tellern aus purem Gold zu essen, aber ist das irgendwie sinnvoll?