Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie spart oder investiert ihr?
][truba][
25.08.2020, 20:45
Es sind einfach unterschiedliche Anlagestrategien. An einer (teilweisen oder kompletten) Dividendenstrategie ist nichts auszusetzen.
Gibt durchaus Gründe es so zu halten.
Böse Zungen behaupten, dass manchmal das Geld bei den Anlegern wirklich sicherer gewesen wäre (ein Schelm wer dabei an Wirecard denkt).
GelbeKlamotten
25.08.2020, 21:05
Wer macht das denn bitte? Aber in den älteren Jahren oder wenn man schon sehr gut betucht ist, in denen man stetige Ausschüttungen braucht, wo es tatsächlich einige gibt, die, auch wenn sie ein stagnierendes Wachstum haben, genau das liefern, macht das dann doch wieder Sinn. Aber, was du hier runterbetest, ist das 1x1, dass sich jeder in 2 Minuten anlesen kann, deswegen auch vorheriger Satz, dass man das auf die individuelle Situation anpassen soll.
Wer das macht? Keine Ahnung, aber es ist hier empfohlen worden.
Und nein, auch in deinem geschilderten Szenario macht es keinen Sinn, die Aktien nach der Dividendenausschüttung auszuwählen. Es bringt einfach keinen Vorteil. Man sollte das Unternehmen wählen, das von der Substanz und den Zahlen her am besten ist und an dessen Geschäftsmodell man glaubt.
Nehmen wir an ich kaufe Aktie A mit 4% Dividendenausschüttung und Aktie B ohne Dividendenausschüttung, in beide investiere ich jeweils 9.500 Euro.
Innerhalb eines Jahres steigen beide Positionen um jeweils 500 Euro im Wert. Jetzt schüttet Aktie A seine Dividende aus und ich bekomme 400 Euro ins Depot. Dann ist meine Position A noch 9600 Euro wert, Position B ist 10.000 Euro wert.
Was hat das jetzt für einen Vorteil gegenüber Aktie B? Von Aktie B könnte ich jeder Zeit auch Anteile im Wert von 400 Euro verkaufen. Dann hätte ich genau den gleichen Cashflow und genau den gleichen Restwert meiner Aktienposition. Oder ich lasse eben die 400 Euro weiter investiert.
Der einzige Unterschied ist: Wenn Aktie A die Dividende ausgeschüttet hat, fehlen im Unternehmen 4% Substanz. Wenn ich von Aktie B 4% verkauft habe, sind die Anteile nur an einen anderen Investor übergegangen.
GelbeKlamotten
25.08.2020, 21:07
[truba][;2153980']Böse Zungen behaupten, dass manchmal das Geld bei den Anlegern wirklich sicherer gewesen wäre (ein Schelm wer dabei an Wirecard denkt).
Das mag sein, aber wenn du so denkst, dann solltest du gar nicht investieren.
Erst Geld in ein Unternehmen investieren, und dann sagen "Oh Moment, ich will lieber ein paar % zurück, weil ich denke das Geld ist bei mir auf dem Konto besser aufgehoben" macht einfach keinen Sinn.
][truba][
25.08.2020, 21:16
Nein, was du erzählst macht keinen Sinn. Dein Standpunkt ist absolut und das ist in keinerlei Hinsicht hilfreich. Nicht an der Börse und auch nicht im Leben. Es gibt ausreichend Gründe eine Dividendenstrategie zu fahren (kann man alles im Internet recherchieren). Nur weil du es unsinnig findest, heißt es nicht, dass es generell ein unsinniges Konzept ist. Unsinn (in Investmenthinsicht) ist es nur, wenn du das Geld zum Fenster rauswirfst anstatt es z.B. an anderer Stelle zu reinvestieren.
GelbeKlamotten
25.08.2020, 21:23
[truba][;2153985']Nein, was du erzählst macht keinen Sinn. Dein Standpunkt ist absolut und das ist in keinerlei Hinsicht hilfreich. Nicht an der Börse und auch nicht im Leben. Es gibt ausreichend Gründe eine Dividendenstrategie zu fahren (kann man alles im Internet recherchieren). Nur weil du es unsinnig findest, heißt es nicht, dass es generell ein unsinniges Konzept ist. Unsinn (in Investmenthinsicht) ist es nur, wenn du das Geld zum Fenster rauswirfst anstatt es z.B. an anderer Stelle zu reinvestieren.
Du kannst noch so viel erzählen von individuellen Entscheidungen und pipapo. Trotzdem macht es keinen Sinn, die Auswahl seiner Investments von einer Auszahlungsmodalität abhängig zu machen, die keinen zusätzlichen Nutzen bringt.
Aber "das steht so im Internet" ist natürlich ein super Argument, dass muss ich anerkennen.
][truba][
25.08.2020, 21:25
Oje, du bist ja verbohrt. Kannst es meinetwegen auch in Büchern lesen. Aber lohnt gar nicht sich mit dir zu unterhalten.
Matzexc1
25.08.2020, 21:26
Ich hab eine zeitlang bei manchen Positionen eine Dividendenstrategie gefahren. Meine Pharmawerte haben sich gelohnt, Royal Dutch Shell...naja.
Es kommt auch hier auf die Auswahl der Unternehmen an, ich kann nur sagen das die Dividende keinen Spass mehr macht wenn die Position sehr tief im Keller steht
GelbeKlamotten
25.08.2020, 21:31
[truba][;2153989']Oje, du bist ja verbohrt. Kannst es meinetwegen auch in Büchern lesen. Aber lohnt gar nicht sich mit dir zu unterhalten.
Mit jemandem, dessen Argumentation auf Trotz und dem unspezifischen Verweis auf das Internet und Bücher basiert und der noch nicht mal checkt wie dämlich das ist, macht eine Diskussion in der Tat absolut keinen Sinn.
Ich hab eine zeitlang bei manchen Positionen eine Dividendenstrategie gefahren. Meine Pharmawerte haben sich gelohnt, Royal Dutch Shell...naja.
Es kommt auch hier auf die Auswahl der Unternehmen an, ich kann nur sagen das die Dividende keinen Spass mehr macht wenn die Position sehr tief im Keller steht
Richtig. Es kommt sogar NUR auf die Auswahl der Unternehmen an. Und die sollte unabhängig von nebensächlichen Zahlungsmodalitäten wie Dividendenzahlungen sein. Wenn überhaupt, sollten Dividendenausschüttungen zu einer kritischeren Betrachtung des Unternehmens führen.
Wobei ja in gewissen Foren empfohlen wird, bis zur Ausschöpfung des Sparer-Pauschbetrags eben ausschüttende Fonds zu besparen und danach auf thesaurierend umzustellen. Sind dann 200€ im Jahr ersparnis theoretisch minus Ordergebühren.
GelbeKlamotten
25.08.2020, 21:59
Wobei ja in gewissen Foren empfohlen wird, bis zur Ausschöpfung des Sparer-Pauschbetrags eben ausschüttende Fonds zu besparen und danach auf thesaurierend umzustellen. Sind dann 200€ im Jahr ersparnis theoretisch minus Ordergebühren.
Das ist richtig, wobei sich das durch die Vorabpauschale auch relativiert hat. Jeder, der halbwegs entsthaft investiert, wird den sparerfreibetrag sehr schnell automatisch jedes jahr ausnutzen.
Thomas24
25.08.2020, 22:08
Das ist es auch nicht was unsere Patienten von uns erwarten. Wenn die mich fragen "Herr Doktor, was soll ich tun?" dann sag ja ich auch nicht "Das hängt von ihrer individuellen Situation ab".
Sinnvoll finde ich Beispiele damit man endlich mal vom abstrakten "individuelle Situation" auf was konkretes kommt. Beispiele wie: wenn man in jungen Jahren Geld ansparen will, das man theoretisch auch schnell verfügbar haben könnte was aber nicht das Ziel sein sollte, das einigermaßen sicher ist, dafür vielleicht nicht maximale Rendite und sich auch als dauerhafte Geldanlage eignet, dann würde ein ETF der Art wie es ein MCSI World ist vermutlich gut passen. Bei den MSCI-World wiederum gibt es mehrere verschiedene die sich nach Kosten und Volumen unterscheiden. Dabei macht es Sinn usw...
Sowas meine ich. Aber klar. Man kann auch die Worthülse "individuelle Situation" in den Raum werfen und alle klatschen begeistert weil es ja sowas von richtig ist... und seriös. Ich vergaß. Die "einzig seriöse Antwort". Ich bin begeistert.
Klar sag ich zu Patienten, das wir ihre Therapieoptionen auf die individuelle Situation anpassen. Ist doch logisch-
Wir arbeiten doch nicht nur abstrakte Leitlinien ab, sondern besprechen mit den Patienten alle Optionen, die zur Verfügung stehen und das kann eben auch bedeuten, dass man aufgrund der individuellen Konstellation von den Leitlinien abweicht.
Herr, Frau XYZ... Sehen Sie: nicht alles, was technisch möglich ist, bringt ihnen in ihrer Situation einen zusätzlichen Benefit. Und deswegen schlage ich Ihnen -für ihre Situation- folgendes vor soundso... Vorteile wären soundso, Nachteile soundso.
Oder sagst du 'one Strategy fits all?' Wohl eher nicht.
Was ETFs angeht: 70% MSCI World und 30% Emerging Markets, thesaurierend, physisch, optimiertes Sampling ist nur eine Art sein Geld anzulegen von vielen. Wird für viele funktionieren, vielleicht sogar für die Meisten. Bingt langfristig aber nur die durchschnittliche Marktrendite. Knackpunkt: es ist aber nur ein Instrument und nur eine Assetklasse (Aktien) in einer Richtung (Long only). Es gibt auch wesentlich elegantere Wege sein Geld anzulegen, und da sind durchaus annualisierte Renditen von 20% und mehr möglich. Nur ist das eben nichts für den durchschnittlichen Anleger.
Durchschnittlich iSv Anlagevolumen, Wissen, Volatilitäts-Resilienz, steuerliche Sachen, Zeiteinsatz?
Thomas24
25.08.2020, 22:25
Durchschnittlich iSv Anlagevolumen, Wissen, Volatilitäts-Resilienz, steuerliche Sachen, Zeiteinsatz?
Alle genannten Faktoren. Wobei: Anlagevolumen ist relativ. Es wächst ja recht schnell. Ich würde sagen, ein Multi Asset Portfolio ist sinnvoll ab 25 K. Das ist auch -nach meiner Meinung- die Mindestgröße, um Futures ins Depot nehmen zu können. Die springenden Punkte sind Wissen und Volatilität- Volatilität ist ein Geschenk für Trader, während eine hohe Vola den einfachen 'Buy und hold, sleep well' Investor verschreckt. Fortgeschrittene beherrschen daher alle 3 Spielmodi: Investor, Trader, Spekulant, um in jedem Umfeld zurechtzukommen.
Cor_magna
25.08.2020, 23:58
Was ETFs angeht: 70% MSCI World und 30% Emerging Markets, thesaurierend, physisch, optimiertes Sampling ist nur eine Art sein Geld anzulegen von vielen. Wird für viele funktionieren, vielleicht sogar für die Meisten. Bingt langfristig aber nur die durchschnittliche Marktrendite. Knackpunkt: es ist aber nur ein Instrument und nur eine Assetklasse (Aktien) in einer Richtung (Long only). Es gibt auch wesentlich elegantere Wege sein Geld anzulegen, und da sind durchaus annualisierte Renditen von 20% und mehr möglich. Nur ist das eben nichts für den durchschnittlichen Anleger.
Ixh würde mal behaupten ETF Long ist der Weg wo man für extrem wenig Zeiteinsatz das meiste raus bekommt. Der Durcschnittsdeutsche sollte jedenfalls mal den Weg zu Aktien finden, da bietet sich dieses Instrument an.
Von welchen Anlageformen redest du mit den 20 % p.a.? Bin selbst überzeugter Passiv Index Anhänger, frage nur aus Interesse.
Thomas24
26.08.2020, 17:05
Von welchen Anlageformen redest du mit den 20 % p.a.? Bin selbst überzeugter Passiv Index Anhänger, frage nur aus Interesse.
Long- Short Portfolio aus Equities. D.h. du bist nicht immer nur long oder short positioniert, sondern wichtest in deinem Portfolio gleichzeitig Long Positionen gegen Shorts. Beispiel: Long US Tech vs. Short Finanzsektor ETF.
GelbeKlamotten
26.08.2020, 18:13
Long- Short Portfolio aus Equities. D.h. du bist nicht immer nur long oder short positioniert, sondern wichtest in deinem Portfolio gleichzeitig Long Positionen gegen Shorts. Beispiel: Long US Tech vs. Short Finanzsektor ETF.
Glücksspiel, sonst nichts. Am Ende ist es eine gute Möglichkeit, viel Zeit und Geld zu vernichten. Aber wem‘s Spaß macht...
Matzexc1
26.08.2020, 18:33
Long- Short Portfolio aus Equities. D.h. du bist nicht immer nur long oder short positioniert, sondern wichtest in deinem Portfolio gleichzeitig Long Positionen gegen Shorts. Beispiel: Long US Tech vs. Short Finanzsektor ETF.
Kann gut gehen, aber auch daneben. Wie hoch ist das Risiko pro Position?
Thomas24
26.08.2020, 18:36
Kann gut gehen, aber auch daneben. Wie hoch ist das Risiko pro Position?
Hängt von der Qualität des Trades ab. Im Regelfall nicht über 1%.
CrashStudios
26.08.2020, 18:38
Das hat mit Glücksspiel überhaupt nichts zu tun sondern mit simpler Portfoliotheorie...
Ich würd meine Hand dafür ins Feuer legen, dass Thomas seine 20% p.a. macht und das auch in Krisenzeiten (Derivate sind schon was tolles:-top). Seine Beiträge sind inhaltlich top und zeigen, dass er einer der sehr wenigen Ärzte hier im Forum ist, der tatsächlich Ahnung von Kapitalanlagen hat und nicht einer von diesen ETF-Sparern ist, die ihr wissen von irgendwelchen 18 jährigen Finanzyoutubern habben und glauben sie seien mit irgendwelchen MSCI-World ETFs "diversifiziert".
Thomas24
26.08.2020, 18:39
Glücksspiel, sonst nichts. Am Ende ist es eine gute Möglichkeit, viel Zeit und Geld zu vernichten. Aber wem‘s Spaß macht...
Du hast deine P/L, ich hab meine.
Suum cuique.
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