Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie spart oder investiert ihr?
GelbeKlamotten
27.04.2020, 20:42
geil :-))
Die Waffen der Frauen ;) da ist dann auch mal ein business class flug nach new york drin, den ich mir sonst niemals leisten würde..
Cefadroxil
28.04.2020, 12:58
Ich habe den Thread interessiert als angehender PJler durchgelesen und lese mich aktuell in die Thematik ein. Mich würde es interessieren, ob Ihr eine gesetzliche oder private Versicherung bevorzugen würdet. Als Arzt im 1. WBJ ist man ja noch knapp unter dem Freibetrag.
Da der Freibetrag regelmäßig weiter erhöht wird bist du mit dem Grundgehalt auch im 4. Jahr demnächst noch unter dem Freibetrag.
Matzexc1
28.04.2020, 14:31
Ich habe den Thread interessiert als angehender PJler durchgelesen und lese mich aktuell in die Thematik ein. Mich würde es interessieren, ob Ihr eine gesetzliche oder private Versicherung bevorzugen würdet. Als Arzt im 1. WBJ ist man ja noch knapp unter dem Freibetrag.
Kommt auf die Umstände an. Auf jeden Fall empfehle ich dir dafür einen Honorarberater zu suchen, laut DÄF/MLP muss jeder verkammerte Beruf in die PKV :-D
Bei mir zum Beispiel ist es komplex:
- Ansprüche in der DRV durch 5,5 Jahre Krankenpflegetätigkeit, daher kann ich später(Rahmenbedingungen bleiben hoffentlich gleich) in die Krankenversicherung der Rentner, was mir mehr von meinen Kapitalerträgen lässt.
Bei einer freiwilligen GKV im Alter wird dein gesamtes Einkommen zur Berechnung des Beitrages herangezogen, in diesem Fall wäre eine PKV wahrscheinlich vom Vorteil. Hier besteht aber eine Gefahr: Du brauchst eine gute Absicherung gegen die hohen Beiträge im Alter, wenn du nämlich den Beitrag alleine stemmen musst
Daher treffe ich eine Entscheidung über GKV/PKV nur wenn ich mich ganz ausführlich habe beraten lassen und das nur über jemanden den ich bezahle. Inwieweit das System GKV/PKV in 10,20 oder 50 Jahren noch existiert ist eine andere Frage.
Ich bin aufgrund meiner Eltern noch privat mitversichert und muss sagen, dass ich es genieße, nicht nur die wanz-Behandlung der GKV erhalte, auch wenn man natürlich vermutlich auch zu viel bekommt, Stichwort überdiagnosen. Oder einfach nicht mehr wirtschaftlich.
Und ein niedergelassener Chirurg hat zu mir mal gesagt, er würde sich nicht mehr in der PKV versichern, da er mal Probleme hatte, eine Kur genehmigt zu bekommen. Und in der GKV geht man halt zum Sozialgericht und klagt auf nen Eilbescheid oder geht zum vdk.
Und er meinte, wenn man Kollege ist, kriegt man auch so mal schnell nen Termin.
PKV ist halt im Alter wahrscheinlich ein Hammer, vielleicht hat ihm auch das zu schaffen gemacht.
Zu bedenken ist, dass es in der GKV kostenlose Familienversicherung gibt, ab einer gewissen Anzahl Kindern kann es sich sehr lohnen, nicht in der PKV zu sein. Und dann extra eine Zeit Halbzeit arbeiten, um wieder in die GKV zu kommen, lohnt sich vielleicht auch nicht unbedingt.
GelbeKlamotten
28.04.2020, 16:34
Es kommt vor allem drauf an, ob es einem rein ums Geld geht, oder ob man von besseren Leistungen profitieren will.
Wenns rein ums Geld geht, würde ich in der GKV bleiben. Die anfänglich teils noch vorhandene Ersparnis durch die PKV ist bei einem Vertrag mit guten Leistungen ohnehin gering. Spätestens wenn dann der Arbeitgeberanteil wegfällt oder man seine Kinder privat versichern muss, wirds dann deutlich teurer. Insgesamt wird man vermutlich mit der PKV auf die Lebenszeit gerechnet meistens finanziell etwas schlechter wegkommen, wenn man rein die Beiträge betrachtet. Ist ja auch logisch. Wenn die PKV im Schnitt pro Behandlung wesentlich mehr bezahlt, PKV Patienten eher übertherapiert werden und im Gegensatz zur GKV neben den Beiträgen keine weiteren Quersubventionen an die PKV fließen, dann wird das ganze letztlich nicht auch noch billiger sein.
Die Frage ist halt, ob man für eine individuellere, einfachere, oft umfänglichere medizinische Versorgung mit garantiertem Leistungsspektrum bereit ist, etwas mehr auszugeben.
Ich bin selbst in der PKV und habe meine Entscheidung bisher keine Sekunde bereut. Vor allem weils echt viel Aufwand spart.
Ich brauche keine Überweisungsscheine, Einweisungsscheine, kein Hausarztprogramm, kein DMP... Ich muss mir keine Sorgen machen, dass sich die GKV wieder irgendwas neues einfallen lässt, um mein Leben komplizierter zu machen. Wenn ich mir was verschreiben lasse, kann der niedergelassene Kollege das aufschreiben, was am besten geeignet ist, ohne sich Sorgen um sein Budget zu machen. Oder ich verschreibe es mir einfach kurz selbst und reiche es ein, ohne dass ich dafür eine KV Zulassung bräuchte.
Neulich habe ich wegen einer kleinen Hautveränderung einen Online-Hautarzt Service genutzt. Foto hochgeladen, kurz beschrieben, nach einem Tag vom Hautarzt Antwort gehabt mit Vorschlag für eine Behandlung. Die empfohlene Creme hab ich mir dann kurz mit eigenem Rezept aus der Apotheke geholt. PKV hat beides ohne Probleme übernommen. Als GKVlerin hätte ich alles selbst bezahlen müssen. oder ich hätte einen Termin in einer Praxis ausmachen müssen, wochenlang gewartet und dann einen halben Tag darauf verschwenden müssen mit letztlich gleichem Ergebnis.
Gerade für ÄrztInnen sind die Vorteile der PKV meiner Meinung nach eklatant.
Einen Honorarberater würde ich für den Abschluss auch empfehlen, vor allem um bei der Leistungsauswahl keine Fehler zu machen (zB Stichwort „offener vs. geschlossener Hilfsmittelkatalog“).
Ob sich das PKV/GKV-System noch ewig hält, weiß natürlich auch keiner. Wer weiß, ob es überhaupt die Corona-Nachwirkungen übersteht. Aber das ist wieder ein anderes Thema
Gerade für ÄrztInnen sind die Vorteile der PKV meiner Meinung nach eklatant.
Ah, witzig, ich finde, gerade als Arzt schwinden die Vorteile der PKV dahin. Finanziell macht es wahrscheinlich in der Tat keinen großen Unterschied. Mit Kindern in Planung oder als Option würde ich immer in der GKV bleiben, Kinder kosten viel Geld in der PKV, es gibt keine Kindkrank-Tage, man zahlt in Elternzeit etc. munter weiter.
Ob die Leistungen der PKV wirklich besser sind, wage ich zu bezweifeln, auch da gibt es sicher kein schwarz-weiß. Wie viele schwachsinnige Begründungen ich schon geschrieben habe, damit die PKV Kosten übernimmt, die die GKV einfach im Katalog hat und fertig, das kann ich gar nicht mehr zählen.
Und als Arzt hat man doch den großen Vorteil des Kollegenbonus. Da wird schon mal was mitgemacht, was sonst beim GKV-Versicherten nicht unbedingt drin wäre, wenn es denn sinnvoll ist. Ich habe drei Kinder bekommen, zweimal nach Entbindung im Ein-Bett-Zimmer gelegen, das dritte Mal lag neben mir eine Privat-Einzelzimmer-Chefarzt-Patientin, weil es schlicht keine Betten mehr gab.
Gleichzeitig bleibt einem die ganze Überdiagnostik der PKV-Patienten erspart.
Btw, wo es immer heißt, es gäbe keine Facharzttermine: Das geht als Kollege vielleicht auch schneller, die Karte habe ich aber noch nie ziehen müssen, habe immer als GKV-Pt. für mich und die Kinder in angemessenem Zeitrahmen einen Termin bekommen.
GelbeKlamotten
28.04.2020, 17:08
Ich bin aufgrund meiner Eltern noch privat mitversichert und muss sagen, dass ich es genieße, nicht nur die wanz-Behandlung der GKV erhalte, auch wenn man natürlich vermutlich auch zu viel bekommt, Stichwort überdiagnosen. Oder einfach nicht mehr wirtschaftlich.
Und ein niedergelassener Chirurg hat zu mir mal gesagt, er würde sich nicht mehr in der PKV versichern, da er mal Probleme hatte, eine Kur genehmigt zu bekommen. Und in der GKV geht man halt zum Sozialgericht und klagt auf nen Eilbescheid oder geht zum vdk.
Und er meinte, wenn man Kollege ist, kriegt man auch so mal schnell nen Termin.
PKV ist halt im Alter wahrscheinlich ein Hammer, vielleicht hat ihm auch das zu schaffen gemacht.
Zu bedenken ist, dass es in der GKV kostenlose Familienversicherung gibt, ab einer gewissen Anzahl Kindern kann es sich sehr lohnen, nicht in der PKV zu sein. Und dann extra eine Zeit Halbzeit arbeiten, um wieder in die GKV zu kommen, lohnt sich vielleicht auch nicht unbedingt.
Was Überdiagnosen angeht, sollte man als Arzt eigentlich zumindest in vielen Fällen in der Lage sein, das selbst mitzubeurteilen und sich da nicht völlig in die Irre führen zu lassen. Ein "Dr. med." auf dem Versichertenkärtchen hilft außerdem, dass es der Kollege oft gar nicht erst versucht ;-)
Wenn man noch arbeitsfähig ist, dann ist für Kuren / Rehamaßnahmen in der Regel nicht der Krankenversicherer, sondern der Rentenversicherer zuständig. Abgesehen davon gibt es die Möglichkeit, solche Leistungen in den PKV-Vertrag aufzunehmen. Muss man halt dann auch machen und nicht einfach irgendeinen x-beliebigen Vertrag abschließen.
Der PKV-Beitrag ist "im Alter", solange man noch arbeitet, in der Regel kein "Hammer". Die PKV-Beiträge sind in den letzten Jahren auf ähnlichem Niveau gesteigen wie die GKV-Beiträge, eher sogar etwas weniger.
Was stimmt ist, dass man mit Wechsel in die PKV auch das Privileg verliert, gegen Entscheidungen des Krankenversicherers vor dem Sozialgericht kostenlos zu klagen. Das ist aber meistens für GKV-Mitglieder auch nicht "halt mal schnell" gemacht, sondern wie immer mit ordentlich Bürokratie und Zeit verbunden.
Daher am besten nicht immer alles einfach ungefiltert wiedergeben, was man irgendwo nebenbei zu so einem Thema aufschnappt ;)
tragezwerg
28.04.2020, 17:09
Ah, witzig, ich finde, gerade als Arzt schwinden die Vorteile der PKV dahin. Finanziell macht es wahrscheinlich in der Tat keinen großen Unterschied. Mit Kindern in Planung oder als Option würde ich immer in der GKV bleiben, Kinder kosten viel Geld in der PKV, es gibt keine Kindkrank-Tage, man zahlt in Elternzeit etc. munter weiter.
Ob die Leistungen der PKV wirklich besser sind, wage ich zu bezweifeln, auch da gibt es sicher kein schwarz-weiß. Wie viele schwachsinnige Begründungen ich schon geschrieben habe, damit die PKV Kosten übernimmt, die die GKV einfach im Katalog hat und fertig, das kann ich gar nicht mehr zählen.
Und als Arzt hat man doch den großen Vorteil des Kollegenbonus. Da wird schon mal was mitgemacht, was sonst beim GKV-Versicherten nicht unbedingt drin wäre, wenn es denn sinnvoll ist. Ich habe drei Kinder bekommen, zweimal nach Entbindung im Ein-Bett-Zimmer gelegen, das dritte Mal lag neben mir eine Privat-Einzelzimmer-Chefarzt-Patientin, weil es schlicht keine Betten mehr gab.
Gleichzeitig bleibt einem die ganze Überdiagnostik der PKV-Patienten erspart.
Btw, wo es immer heißt, es gäbe keine Facharzttermine: Das geht als Kollege vielleicht auch schneller, die Karte habe ich aber noch nie ziehen müssen, habe immer als GKV-Pt. für mich und die Kinder in angemessenem Zeitrahmen einen Termin bekommen.
Das kann ich genau so bestätigen. Ich würde niemals in die PKV wechseln, insbesondere nicht bei potentieller Familienplanung.
Meine Schwiegermutter ist in der PKV, hat nun leider eine schwere chronische Erkrankung entwickelt und kann die ständig steigenden Beiträge kaum mehr stemmen. Sie kriegt andauernd unnötigen Kram "empfohlen" (damit ihre Ärzte schön Geld scheffeln), und hat keinerlei Vorteile davon.
vanilleeis
28.04.2020, 17:13
Was Überdiagnosen angeht, sollte man als Arzt eigentlich zumindest in vielen Fällen in der Lage sein, das selbst mitzubeurteilen und sich da nicht völlig in die Irre führen zu lassen. Ein "Dr. med." auf dem Versichertenkärtchen hilft außerdem, dass es der Kollege oft gar nicht erst versucht ;-)
Wenn man noch arbeitsfähig ist, dann ist für Kuren / Rehamaßnahmen in der Regel nicht der Krankenversicherer, sondern der Rentenversicherer zuständig. Abgesehen davon gibt es die Möglichkeit, solche Leistungen in den PKV-Vertrag aufzunehmen. Muss man halt dann auch machen und nicht einfach irgendeinen x-beliebigen Vertrag abschließen.
Der PKV-Beitrag ist "im Alter", solange man noch arbeitet, in der Regel kein "Hammer". Die PKV-Beiträge sind in den letzten Jahren auf ähnlichem Niveau gesteigen wie die GKV-Beiträge, eher sogar etwas weniger.
Was stimmt ist, dass man mit Wechsel in die PKV auch das Privileg verliert, gegen Entscheidungen des Krankenversicherers vor dem Sozialgericht kostenlos zu klagen. Das ist aber meistens für GKV-Mitglieder auch nicht "halt mal schnell" gemacht, sondern wie immer mit ordentlich Bürokratie und Zeit verbunden.
Daher am besten nicht immer alles einfach ungefiltert wiedergeben, was man irgendwo nebenbei zu so einem Thema aufschnappt ;)
Rentenversicherungsträger: Genau, der ist bei Dir das Versorgungswerk, und nicht die DRV. Damit wird es mit den Kuren/Rehamaßnahmen auch direkt wieder schwieriger. Ansonsten bin ich voll und ganz bei Tragezwerg und Hiddl: Mit Kindern macht die PKV keinen Sinn, man hat mehr Nachteile als Vorteile.
Was sich wirklich lohnt ist eine Zahnzusatzversicherung. Da sind die Leistungen der GKV leider echt nicht das Gelbe vom Ei.
GelbeKlamotten
28.04.2020, 17:17
Ah, witzig, ich finde, gerade als Arzt schwinden die Vorteile der PKV dahin. Finanziell macht es wahrscheinlich in der Tat keinen großen Unterschied. Mit Kindern in Planung oder als Option würde ich immer in der GKV bleiben, Kinder kosten viel Geld in der PKV, es gibt keine Kindkrank-Tage, man zahlt in Elternzeit etc. munter weiter.
Ob die Leistungen der PKV wirklich besser sind, wage ich zu bezweifeln, auch da gibt es sicher kein schwarz-weiß. Wie viele schwachsinnige Begründungen ich schon geschrieben habe, damit die PKV Kosten übernimmt, die die GKV einfach im Katalog hat und fertig, das kann ich gar nicht mehr zählen.
Und als Arzt hat man doch den großen Vorteil des Kollegenbonus. Da wird schon mal was mitgemacht, was sonst beim GKV-Versicherten nicht unbedingt drin wäre, wenn es denn sinnvoll ist. Ich habe drei Kinder bekommen, zweimal nach Entbindung im Ein-Bett-Zimmer gelegen, das dritte Mal lag neben mir eine Privat-Einzelzimmer-Chefarzt-Patientin, weil es schlicht keine Betten mehr gab.
Gleichzeitig bleibt einem die ganze Überdiagnostik der PKV-Patienten erspart.
Btw, wo es immer heißt, es gäbe keine Facharzttermine: Das geht als Kollege vielleicht auch schneller, die Karte habe ich aber noch nie ziehen müssen, habe immer als GKV-Pt. für mich und die Kinder in angemessenem Zeitrahmen einen Termin bekommen.
Mit 3 Kindern wirds in der PKV irgendwann teuer das stimmt. Es sei denn der Partner verdient mehr und ist freiwillig in der GKV, dann dürfen die Kinder soweit ich weiß über ihn gesetzlich versichert werden. 3 Kinder sind aber auch nicht unbedingt der Regelfall.
Die Leistungen der PKV sind dann besser, wenn man vertraglich bessere Leistungen vereinbart. Und dann können einem diese Leistungen auch nicht mehr genommen werden, im Gegensatz zur GKV, bei der man jegliche willkürlichen Veränderungen einfach hinnehmen muss. Zudem spart man sich viel zeitraubende Bürokratie.
Ist und bleibt eine Grundsatzfrage. Es gibt für beides pro und contra; aufgrund des Risikos die PKV Beiträge später nicht mehr zahlen zu können (in 30 Jahren wird es viel mehr personalisierte Therapie, AK, TKI, etc geben die unvorstellbar teuer sind und dann einfach 1:1 auf die Kohorte des eigenen Jahrgangs in der PKV umgelegt werden) werde ich wohl in der GKV bleiben und mich zusatzversichern.
GelbeKlamotten
28.04.2020, 17:19
Rentenversicherungsträger: Genau, der ist bei Dir das Versorgungswerk, und nicht die DRV. Damit wird es mit den Kuren/Rehamaßnahmen auch direkt wieder schwieriger.
Richtig, aber das sollte wohl allgemein bekannt sein. Hat aber mit der GKV/PKV Diskussion nichts zu tun.
tragezwerg
28.04.2020, 17:27
Bei mir wäre schon mit einem Kind die PKV teurer gewesen als GKV. Und ich hätte fast die Hälfte meines Elterngeldes für die Krankenversicherung abdrücken müssen...in der GKV war ich komplett beitragsfrei, und meine Kinder sind es sowieso. Meine Kollegen mit Kindern betreuen es alle, in der PKV zu sein. Insbesondere diejenigen mit chronisch kranken Kindern (banales Asthma reicht schon).
GelbeKlamotten
28.04.2020, 17:29
Ist und bleibt eine Grundsatzfrage. Es gibt für beides pro und contra; aufgrund des Risikos die PKV Beiträge später nicht mehr zahlen zu können (in 30 Jahren wird es viel mehr personalisierte Therapie, AK, TKI, etc geben die unvorstellbar teuer sind und dann einfach 1:1 auf die Kohorte des eigenen Jahrgangs in der PKV umgelegt werden) werde ich wohl in der GKV bleiben und mich zusatzversichern.
Ich glaube, du überschätzt dieses Risiko deutlich. Wenn überhaupt, dann besteht es nur, wenn du zwischen dem 55 Lebensjahr und Renteneintritt arbeitsunfähig wirst ohne dagegen finanziell abgesichert zu sein. Vorher kannst (bzw. musst) du bei Verdienstausfall eh zurück in die GKV. Und im Rentenalter müsstest du dich finanziell schon sehr doof angestellt haben, um nach vielen Jahren Arzteinkommen die PKV-Beiträge dann nicht zahlen zu können. Übrigens: sollte tatsächlich dein spezieller PKV Tarif im Alter sehr teuer werden, dann ist der Versicherer gesetzlich dazu verpflichtet, dich in einen günstigeren Tarif mit ähnlichem Leistungsspektrum wechseln zu lassen, wenn so einer existiert.
Ändert nichts an der Tatsache, dass in der PKV Kohorten nach Jahrgängen gebildet werden und der Versicherer einfach die Kosten im nächsten Jahr dementsprechend anpasst. Mit den immer neu dazukommenden Antikörper- und Co Therapien ist das nur eine Frage der Zeit. Und im Gegensatz zu GKV (hier wird politisch ein Limit vorgegeben werden weil es nicht anders geht) die PKV den Beitrag theoretisch unendlich hoch setzen.
Von den Assistenten in meiner Abteilung (>50 Stück) hat sich übrigens nur ein einziger privat versichert. Und vom Rest hat es keiner vor...
Was Überdiagnosen angeht, sollte man als Arzt eigentlich zumindest in vielen Fällen in der Lage sein, das selbst mitzubeurteilen und sich da nicht völlig in die Irre führen zu lassen. Ein "Dr. med." auf dem Versichertenkärtchen hilft außerdem, dass es der Kollege oft gar nicht erst versucht ;-)
Ich finde das insbesondere bei den Kopffächern schwer, da die ja doch eher selten sind. Man denke nur an die Schamanenkürzel. Und ob ich jetzt beim Zahnarzt ein Implantat brauche, oder dies, oder das, ist halt auch schwer. Und von Zahnmedizin haben die meisten von uns ja eher wenig Ahnung. Und Zahnmedizin ist gefühlt doch
Wenn man noch arbeitsfähig ist, dann ist für Kuren / Rehamaßnahmen in der Regel nicht der Krankenversicherer, sondern der Rentenversicherer zuständig. Abgesehen davon gibt es die Möglichkeit, solche Leistungen in den PKV-Vertrag aufzunehmen. Muss man halt dann auch machen und nicht einfach irgendeinen x-beliebigen Vertrag abschließen.
Auch das sollte man aber bedenken und nicht einfach denken "Ah PKV, alles easy", auch was vanilleeis gesagt hat. Und es ist eben trotzdem so, dass bei einer Versicherung und einem negativen "Bescheid" in der GKV/RV schnell Rechtsschutz geschaffen werden kann, eine private Versicherung hat halt nicht so schnelle Mittel.
Der PKV-Beitrag ist "im Alter", solange man noch arbeitet, in der Regel kein "Hammer". Die PKV-Beiträge sind in den letzten Jahren auf ähnlichem Niveau gesteigen wie die GKV-Beiträge, eher sogar etwas weniger.
So haben mir das aber die meisten Menschen mitgeteilt, Hausärzte wie Klinikärzte und auch mein Vater, der im Sozialamt einige Fälle (inkl. Ärzte) betreuen musste, dass die PKV im Alter eher ungut sein
Was stimmt ist, dass man mit Wechsel in die PKV auch das Privileg verliert, gegen Entscheidungen des Krankenversicherers vor dem Sozialgericht kostenlos zu klagen. Das ist aber meistens für GKV-Mitglieder auch nicht "halt mal schnell" gemacht, sondern wie immer mit ordentlich Bürokratie und Zeit verbunden.
Ja, prinzipiell schon. Aber wenn man *jetzt* eine Behandlung braucht/für nötig hält und die GKV dagegen ist, kann man eben innerhalb von ein paar Tagen eine Entscheidung herbeiführen. In der PKV dauert es halt und nach einiger Zeit ist eine AHB oder anderweitig geartete Behandlung auch nicht mehr zielführend.
Daher am besten nicht immer alles einfach ungefiltert wiedergeben, was man irgendwo nebenbei zu so einem Thema aufschnappt ;)
Ich werde mir Mühe geben :). Allerdings war dieses Bild durch Gespräche mit mehreren Ärzten entstanden, sodass ich persönlich nicht den Eindruck gehabt hätte, darüber sonderlich unreflektiert zu sein.
Matzexc1
28.04.2020, 18:04
Ich versuche unsere Diskussion mal zusammenzufassen:
Pro PKV:
- bessere Leistungen und schnellerer Zugriff auf Ärzte, je nach Vertrag
- je nach Vertrag sogar eine Ersparnis zur GKV
Contra:
- keine Familienversicherung, spätestens ab mehr als 2 Kindern nicht mehr sinnvoll
- im Alter Wegfall des Arbeitgeberanteils, Versicherer können von sich aus die Prämien anpassen
- Gesundheitszustand und Einnahmen bestimmen Beitrag
- In der Elternzeit zahlt man selbst den vollen Beitrag
Pro GKV:
- Familienversicherung, kein Prämienzuschlag für jedes Kind
- Beitrag wird politisch wahrscheinlich nicht übermäßig hoch(Politik)
- je nach Kasse auch Zusatzleistungen buchbar auf Niveau der PKV
- Beitragsfreiheit in der Elternzeit
Contra GKV:
- schlechtere Leistungen im Vergleich zur PKV
- im Alter bei freiwilliger Versicherung Schlechterstellung von Einnahmen,Renten usw.
In jedem Fall: Beratung durch einen Honorarberater vor Wechsel in die PKV, auch Klärung welche Krankenkasse(GKV/PKV) das beste Preis-Leistungsverhältnis anbietet
Eine gute Zahnzusatzversicherung bietet sich bei beiden an.
Was vergessen?
Bitte beim möglichen Wechsel in die pkv im Bereich der zahnmedizin auf keinen Fall einen basistarif wählen!!! Die werden gerade jüngeren gerne angeboten, weil sie günstig sind und man hätte ja noch gesunde Zähne... Damit ist man schlechter gestellt als ein gkv-Patient, die pkv erstattet nur den 1,8fachen Satz, man zahlt also fast alles selbst.
In der zahnmedizin empfiehlt sich zur Zeit die Kombination aus gkv und guter (!) Zusatzversicherung, da muss man aber gut aufpassen beim Abschluss.
Edit: in der obigen Auflistung fehlt der Unterschied in der Elternzeit... In der gkv ist man beitragsfrei, die pkv zahlt man selbst. Wenn man allerdings freiwillig gesetzlich versichert ist und nicht mit einem Pflichtversicherten Mitglied verheiratet, zahlt man auch den mindestbeitrag zur gkv selbst.
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