Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie spart oder investiert ihr?
Okey, sorry. Es tut mir leid. Ist es aber üblich, dass man von vorne, also in der Gruppe 1. anfängt?
agouti_lilac
12.09.2021, 17:17
Nein, ist es nicht.
Whatisgoingon
12.09.2021, 19:43
Sprich die Verwaltung darauf an, du solltest eigentlich nicht in die niedrigste Stufe rutschen.
Rudiologe
14.09.2021, 12:34
Hallo zusammen,
ich würde gerne ein paar Meinungen zu meiner zugegeben sehr komfortablen Situation hören, die sich ergeben hat. Durch Verkauf von Land, das noch in Familienbesitz war (Land wurde jetzt von Ackerland in Bauerwartungsland umgewandelt), werde ich einen niedrigen siebenstelligen Betrag erhalten. Davon könnte ich mir in Berlin nun wider Erwarten eine schöne Eigentumswohnung kaufen, dafür müsste ich etwa die Hälfte des Betrages verwenden. Dann hätte ich immer noch ein Menge über, Geld, das ich weiter diversifiziert und eher konservativ anlegen wollen würde. Nun wurde mir aber bereits mehrfach davon abgeraten, eine Wohnung quasi "bar" zu bezahlen, da man aktuell das Geld günstig leihen könnte. Ich bin aber nicht wirklich auf die maximale Rendite aus, mir gefällt auch die Idee, dass ich ab sofort keine Miete und keinen Kredit mehr bezahlen würde müssen. Zudem gehe ich aller politischen Risiken zum Trotz klar von einem weiteren und deutlichen Anstieg der Immobileinpreise im Berliner Raum aus, somit wäre eine Rendite auch auf diesem Weg möglich. Was denkt ihr darüber?
Thomas24
15.09.2021, 20:10
Eric Sprott cornert über sein physisches Uranvehikel gerade den physischen Uranmarkt. Dieses Vehikel (Sprott physical Uranium Trust- SPUT) ist derzeit in Toronto gelistet. Wenn die NYSE Listung gegen Ende des Jahres erfolgt, verschlimmert sich die Verknappung nur noch.
Eric Sprott ist aktiv.
SPUT hat durch die ATM Finanzierung den Spotpreis von Uran um 45% ansteigen lassen.
In. EINEM. Monat.
Und das Vehikel ist (noch nicht) mal an der NYSE gelistet und kann derzeit noch nicht von der Retail Reddit Crowd gekauft werden. Wir werden in einigen Monaten in den Mainstream Nachrichten davon hören.
Was denkt ihr darüber?
Wichtigste Frage: willst du dann in der Eigentumswohnung wohnen oder sieht du das eher als Anlageobjekt?
Zur Wohnung und den Zinsen:
Damit du auf günstige Zinsen kommst musst du normalerweise einen einigermaßen Eigenanteil selbst erbringen, irgendwo um die mindestens 30% eher 50%. Insofern ist dieses "bar" oder "leihen" eher ein "bar" oder "halb/halb". Tatsache ist dass man Kreditzinsen damit aktuell für um die 1% bekommt. Manchmal minimal drunter, manchmal minimal drüber. Meine Kredite bewegen sich zwischen 0,9% und 1,2%. Dazu muss man aber sagen die haben eine Laufzeit von maximal aber meist auch genau 10 Jahren. Für andere Sachen (Sondertilgungen, längere Laufzeiten, variables Irgendwas) zahlt man dann höhere Zinsen und ich wollte jeweils Kredite mit den niedrigst überhaupt möglichen Zinsen haben.
Dein Vorschlag wäre ja nun dass man das eingesparte Geld irgendwie anlegt und daraus dann die Zinsen zahlt, oder? Ich glaub das würde ich nicht machen. Aus dem Gefühl raus. Weil wenn man gezwungen ist irgendwelche Beträge zu erwirtschaften für Kreditzinsen dann legt man ggf. nicht so sinnvoll an oder wählt weniger lukrative Sachen. Ich würde glaub ich eher die Wohnung zur Hälfte zahlen, einen Kredit für den Rest aufnehmen und den Kredit aus dem laufenden Einkommen abzahlen.
Die Frage ist halt immer noch ob du die Wohnung für dich selbst oder zum Vermieten kaufen willst. Für mich ist Berlin ebenso wie manche der anderen großen Städte ein absolut überhitzter Wohnungsmarkt bei dem man schon sehr sehr viel Geld für eine Wohnung bezahlt. Für einen selbst mag das ok sein, für Mieter würde ich das nicht ausgeben. Da nehme ich lieber Bereiche in der Umgebung bei denen die Kaufpreise noch nicht, die Mietpreise aber bereits hoch sind.
DrSkywalker
16.09.2021, 06:25
Du musst das Geld doch sowieso irgendwo anlegen und so wie ich dich einschätze bist du nicht der Typ alles am Aktienmarkt zu investieren und dann einen dicken Kredit aufzunehmen.
Ich würde an deiner Stelle mindestens 50% des Kaufpreises der Wohnung bar bezahlen. Den Rest musst du irgendwie anlegen da bin ich mal gespannt wie du das machst.
Erfahrungsgemäß ist es für Anfänger emotional sehr schwierig große Beträge auf einmal zu investieren.
Cor_magna
16.09.2021, 07:57
Ich würde ne Wohnung mieten und alles in einen all world etf stecken :-)) Falls ich dann mal Kinder habe kann ich dadurch besser auf ein Haus aufrüsten. Gibt verschiedene Wege.
Zudem gehe ich aller politischen Risiken zum Trotz klar von einem weiteren und deutlichen Anstieg der Immobileinpreise im Berliner Raum aus, somit wäre eine Rendite auch auf diesem Weg möglich. Was denkt ihr darüber?
Erstmal herzlichen Glückwunsch zum warmen Geldregen...
Meine Punkte/Fragen dazu (als ebenfalls in Berlin lebender):
Musst du unbedingt in Berlin kaufen, oder könntest du dir auch woanders etwas vorstellen? Der Markt ist aus meiner Sicht so überhitzt, dass man sich das echt überlegen sollte oder Leute kennen muss...--> Frag mal den User Mometasonfumarat(?), die ist scheinbar ziemlich aktiv in und um Berlin.
Weiter mieten und flexibel bleiben hat auch was... Man kann ja trotzdem was schnuckliges im Umland erwerben, das reduziert auch das Risiko in Berlin politisch unter die Räder zu kommen. Was steht denn sonst noch so an in deinem Leben? Praxis/ KV Sitz in Aussicht?!
Rudiologe
16.09.2021, 19:32
Ich freue mich über die ganzen Antworten zu meinem Wohnungsthema. Die Wohnung wäre auf jeden Fall zur Selbstnutzung, Vermieten käme für mich aus mehreren Gründen nicht in Fragen. Wahrscheinlich ist es tatsächlich eine gute Idee für mich, einen großen Teil mit dem vorhandenen Geld zu bezahlen und mindestens aber einen kleinen Teil auch noch zu finanzieren. Bei 50/50 würde das ja immer noch auf a) eine lange Laufzeit oder b) hohe monatliche Kreditraten hinauslaufen, das sagt mir gerade nicht so zu. Der Betrag, den ich zum Anlegen hätte, wäre ja so oder so immer noch recht hoch. Diesen würde ich dann breit streuen; wie genau, müsste ich mir noch überlegen. Ich habe aber jetzt schon eine ganz ordentlichen Betrag in zwei ETFs. Ausschließlich auf ETFs setzen wäre mir aber bei der übrig bleibenden Summe aber auch nicht ganz geheuert, ich hätte vom Gefühl her einen gewissen Betrag gerne außerhalb des Aktien- und Immobilienmarktes angelegt in sicherere Anlagen (die dann natürlich auch weniger abwerfen, kar).
Was den Berliner Immobilienmarkt angeht: den halte ich natürlich auch für ziemlich heiß. Trotzdem, je länger ich hier lebe, desto weniger wahrscheinlich finde ich es, dass sich die Preise nicht auf kurz oder lang denen von anderen Weltmetropolen angleichen. Warum sollte das nicht so sein? Es will immer noch die halbe Welt nach Berlin ziehen. Ich treffe hier in Kreuzberg massenhaft Zugezogene Expats aus New York oder Berlin, die hier alles immer noch mega billig finden. Aktuelle politische Maßnahmen wie die Erschwerung der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen werden den Preis für Eigentum noch weiter steigen lassen.
Ein weitere, für mich wichtiger Punkt: eine selbst bewohnte Eigentumswohnung schützt einen vor dem Verlust der Mietwohnung durch Kündigung. Das habe ich in meinem Freudeskreis hier immer wieder erlebt (Entmietung, "Eigenbedarf", Spekulation nach Verkauf).
Beruflich möchte ich auf jeden Fall in Berlin und im Angestelltenverhältnis bleiben. Am ehesten im MVZ. Ganz eventuell käme auch Gemeinschaftspraxis in Fragen. Aktuell bin ich noch in der Klinik.
Mometasonfuroat
16.09.2021, 22:17
Erstmal herzlichen Glückwunsch zum warmen Geldregen...
Meine Punkte/Fragen dazu (als ebenfalls in Berlin lebender):
Musst du unbedingt in Berlin kaufen, oder könntest du dir auch woanders etwas vorstellen? Der Markt ist aus meiner Sicht so überhitzt, dass man sich das echt überlegen sollte oder Leute kennen muss...--> Frag mal den User Mometasonfumarat(?), die ist scheinbar ziemlich aktiv in und um Berlin.
Weiter mieten und flexibel bleiben hat auch was... Man kann ja trotzdem was schnuckliges im Umland erwerben, das reduziert auch das Risiko in Berlin politisch unter die Räder zu kommen. Was steht denn sonst noch so an in deinem Leben? Praxis/ KV Sitz in Aussicht?!
Sehe ich derzeit differenzierter. Prognose für Berlin weiteres Wachstum der Immobilienpreise bis 2040. Habe vor 4 Jahren gekauft und auch da hiess es schon Blase-überhitzter Markt. Hab fürs über doppelte es EKs wieder verkauft an einen Schweizer. Der hat über die Berliner Immopreise gelacht und sich sehr gefreut.
DrSkywalker
17.09.2021, 05:22
Und du hast massiv Steuern auf den Gewinn gezahlt.
][truba][
17.09.2021, 05:52
Gut, wenn man es für das doppelte verkauft, ist es nach Abzug der Steuern trotzdem ein ordentlicher Gewinn.
FirebirdUSA
17.09.2021, 06:54
Und du hast massiv Steuern auf den Gewinn gezahlt.
Naja, die Besteuerung von Gewinnen sehe ich durchaus als sinnvoll an. Wenn jemand soviel Geld hat, dass er seinen Lebensunterhalt mit Anlegen und Verwalten seines Geldes bestreiten kann, finde ich es nur gerecht und richtig wenn er darauf genauso Steuern zahlt wie ich auf meinen Lohn. Warum sollte es da einen Unterschied geben? Ansonsten sind wir nämlich wieder im Mittelalter angelangt, wo eine breite Gruppe an Bauern ihren Zehnt abgibt und der Adel jagen geht.
Und nein ich bin kein Fan des Kommunismus oder eines überbordenden Sozialismus. Die Menschheit funktioniert nur mit Belohnung von Leistung. Aber wenn ich sehe wie z.B. ein größerer Familienverbund durch Verkauf der Immobilien im Kreis alle 10 Jahre, mit Bezahlung durch Kredite mit sehr niedrigen Zinsen (genug Immobilienbesitz zur Sicherung da) sich fast unbegrenzt Kapital zum investieren organisieren kann und dann auf die Gewinne fast keine Steuern zahlt (Abgeltungssteuer ist ein Witz im Vergleich zur Lohnsteuer) fühle ich mich veräppelt als Lohnsteuerzahler.
Das bedeutet für mich, natürlich versuche ich so weit es mir möglich ist von dem System aktuell selbst zu profitieren... trotzdem bin ich für eine Änderung, auch zu meinen Ungunsten, da ich die längerfristige Folge einer steigenden sozialen Kluft als sehr viel gefährlicher für mich und mein Vermögen sehe.
Mometasonfuroat
17.09.2021, 11:49
Nicht wenn du es über eine vvGmbH verkaufst 😉 Die Steuer war soweit ich mich erinnere bei ca 15%
Thomas24
17.09.2021, 13:59
Naja, die Besteuerung von Gewinnen sehe ich durchaus als sinnvoll an. Wenn jemand soviel Geld hat, dass er seinen Lebensunterhalt mit Anlegen und Verwalten seines Geldes bestreiten kann, finde ich es nur gerecht und richtig wenn er darauf genauso Steuern zahlt wie ich auf meinen Lohn. Warum sollte es da einen Unterschied geben? Ansonsten sind wir nämlich wieder im Mittelalter angelangt, wo eine breite Gruppe an Bauern ihren Zehnt abgibt und der Adel jagen geht.
Finde diese Steuerdiskussion, die im Grunde genommen nur wieder eine Iteration des "Gerechtigkeitsthemas" ist eigentlich o.T. für das Investmentforum. Aber trotzdem will ich ein paar Zeilen dazu schreiben: wenn wir nur den "Zehnt" abgeben würden, wäre das für mich völlig i.O. Aber mittlerweile nehmen die Steuern und Abgaben in Deutschland schon bedenkliche Ausmaße an- und Steuervermeidung und Steuerverkürzung sind in Deutschland bis in die Mittelschicht Volkssport geworden.
Und darüber hinaus stehen wir als mittelgroße Volkswirtschaft in einem globalen Wettbewerb um Talente und Kapital.
Beides hat keinen Bock darauf, nach Deutschland zu kommen, wenn es attraktivere Angebote gibt, wo es sich nicht weniger gut lebt.
Wir sehen es in der Geschichte doch immer wieder. Derzeit sogar live und in Farbe in den USA: high Tax/ high Regulation Bundesstaaten verlieren massiv Einwohner (insb. NY, NJ, Illinois, Kalifornien), während Bundesstaaten ohne Einkommenssteuer und weniger Regulation deutliche Bevölkerungszuwächse haben.
Und für den Bereich der Dividenden (bei der Besteuerung von Immobilien kann ich nicht mitreden) kann ich gar keine unterschiedliche Behandlung feststellen. Dir als Miteigentümer einer AG werden doch auf der Ebene des Unternehmens eh zuerst die Körperschaftssteuer und die Gewerbesteuer usw. abgezogen. Und dann nochmal bei Ausschüttung der Dividende auf der persönlichen Ebene nochmal 25% (plus evtl. Kirchensteuer). Das ist in Summe doch gar nicht weniger als die Lohnsteuer :-nix.
Und nein ich bin kein Fan des Kommunismus oder eines überbordenden Sozialismus. Die Menschheit funktioniert nur mit Belohnung von Leistung. Aber wenn ich sehe wie z.B. ein größerer Familienverbund durch Verkauf der Immobilien im Kreis alle 10 Jahre, mit Bezahlung durch Kredite mit sehr niedrigen Zinsen (genug Immobilienbesitz zur Sicherung da) sich fast unbegrenzt Kapital zum investieren organisieren kann und dann auf die Gewinne fast keine Steuern zahlt (Abgeltungssteuer ist ein Witz im Vergleich zur Lohnsteuer) fühle ich mich veräppelt als Lohnsteuerzahler.
Natürlich könnte man die Abgeltungssteuer auf die Höhe der Lohnsteuer anheben (Fun fact: Deutschland hat bereits jetzt die höchste Belastung an Steuern und Sozialabgaben der Welt), aus Gründen der Gerechtigkeit. Alternativ könnte man die Ungleichbehandlung doch auch durch die Absenkung der Lohnsteuern angleichen. Es ist doch nicht normal, dass ein Angestellter, der "Lebenszeit gegen Geld" in einem ungeliebten Job eintauschen muss, damit einverstanden ist, dass ihm davon auch noch über 40% abgenommen werden?? Im Grunde genommen wird dem abhängig Beschäftigten durch diesen Deal seine Lebenszeit gestohlen, oder? Aber die berechtigte Wut richtet sich dann nicht gegen den Aggressor, mit dem man sich sogar identifiziert ("Vater Staat") sondern die vermeintlich Reichen etc., die eben nicht mehr Lebenszeit gegen Geld eintauschen. Wieso eigentlich? Kommt mir manchmal wie ein Stockholm Syndrom vor.
Wieso braucht die Bundesrepublik einen Bundeshaushalt von 500 Milliarden Etat von dem ca. 165 im Etat für "Arbeit und Soziales" verschwinden? Von den Ländern und Kommunen mal ganz zu schweigen? Wieso muss die Bundesrepublik ca. 1,56 Billionen Euro pro Jahr ausgeben? Tut es denn nicht auch ein etwas kleinerer und schlankerer Staat?
Ein Beispiel: der kommende Bundestag wird -wegen der nicht umgesetzten Wahlrechtsreform- kann zwischen 598 oder 963 Mandaten groß werden. Einen konkreten Nutzen für uns sehe ich da aber nicht.
Ein weiteres Beispiel: unser (vermutlich) zukünftiger Kanzler S. bemüht sich seit Jahren beispielsweise eine europäische gemeinsame Schuldenhaftung einzuführen. Ich weiß nicht, ob ich als deutscher Steuerzahler mit meinen Steuern für spanische, französische und italienische Staatsschulden in eine gemeinsame EU Haftung genommen werden möchte- so sehr überzeugter Europäer bin ich dann doch nicht. Wieso schafft die Bundesmarine Hubschrauber an, die auf dem Meer nicht benutzt werden dürfen, weil Sie rosten?
Und die Liste ließe sich ewig fortsetzen...
Die Frage, ob es nicht auch mit weniger Staat ginge, wird irgendwie speziell im deutschsprachigen Diskurs immer komplett unterschlagen. Es geht im Mainstream immer nur um "mehr Staat" und "der-Staat- muss- sich- kümmern". Staatliche Leistungen fallen aber nicht wie göttliches Manna vom Himmel, Sie müssen immer von a) der Bevölkerung erarbeitet worden sein und dann wird per Umverteilung -ein b) deutlich geringerer Teil des abgepressten, äh, erhobenen Geldes- großzügigerweise an die Bevölkerung zurück verteilt. Und vor jeder Wahl verspricht natürlich jeder Politiker die nächsten Wohltaten... um sich damit Stimmen zu sichern. In jedem anderen Kontext nennt man die Zusicherung von Zuwendungen, um damit ein bestimmtes Verhalten zu erzielen wohl Korruption, aber bei Wahlen ist das wohl ok :-oopss
Das bedeutet für mich, natürlich versuche ich so weit es mir möglich ist von dem System aktuell selbst zu profitieren... trotzdem bin ich für eine Änderung, auch zu meinen Ungunsten, da ich die längerfristige Folge einer steigenden sozialen Kluft als sehr viel gefährlicher für mich und mein Vermögen sehe.
Wenn einem größeren Teil der Bevölkerung wüsste, was die derzeitige Geld- und Fiskalpolitik für Sie und ihre Familien bedeutet, dann braucht die EZB mehr Panzersperren vor ihrem Gebäude. Weiß Sie aber nicht, die Leute zeigen mit dem Finger auf die "Reichen" und "den Kapitalismus" :-( Tja, da hat Mme. Lagarde als verurteilte Straftäterin (!!!) wohl nochmal Glück gehabt, dass die Meisten mit dem Finger in die falsche Richtung auf die falschen Leute zeigen.
Aber genug gerantet- kommen wir lieber auf die Investments zurück :knuddel:.
@Mometasonfumarat: freut mich für Dich!
Mometasonfuroat
17.09.2021, 18:24
Finde diese Steuerdiskussion, die im Grunde genommen nur wieder eine Iteration des "Gerechtigkeitsthemas" ist eigentlich o.T. für das Investmentforum. Aber trotzdem will ich ein paar Zeilen dazu schreiben: wenn wir nur den "Zehnt" abgeben würden, wäre das für mich völlig i.O. Aber mittlerweile nehmen die Steuern und Abgaben in Deutschland schon bedenkliche Ausmaße an- und Steuervermeidung und Steuerverkürzung sind in Deutschland bis in die Mittelschicht Volkssport geworden.
Und darüber hinaus stehen wir als mittelgroße Volkswirtschaft in einem globalen Wettbewerb um Talente und Kapital.
Beides hat keinen Bock darauf, nach Deutschland zu kommen, wenn es attraktivere Angebote gibt, wo es sich nicht weniger gut lebt.
Wir sehen es in der Geschichte doch immer wieder. Derzeit sogar live und in Farbe in den USA: high Tax/ high Regulation Bundesstaaten verlieren massiv Einwohner (insb. NY, NJ, Illinois, Kalifornien), während Bundesstaaten ohne Einkommenssteuer und weniger Regulation deutliche Bevölkerungszuwächse haben.
Und für den Bereich der Dividenden (bei der Besteuerung von Immobilien kann ich nicht mitreden) kann ich gar keine unterschiedliche Behandlung feststellen. Dir als Miteigentümer einer AG werden doch auf der Ebene des Unternehmens eh zuerst die Körperschaftssteuer und die Gewerbesteuer usw. abgezogen. Und dann nochmal bei Ausschüttung der Dividende auf der persönlichen Ebene nochmal 25% (plus evtl. Kirchensteuer). Das ist in Summe doch gar nicht weniger als die Lohnsteuer :-nix.
Natürlich könnte man die Abgeltungssteuer auf die Höhe der Lohnsteuer anheben (Fun fact: Deutschland hat bereits jetzt die höchste Belastung an Steuern und Sozialabgaben der Welt), aus Gründen der Gerechtigkeit. Alternativ könnte man die Ungleichbehandlung doch auch durch die Absenkung der Lohnsteuern angleichen. Es ist doch nicht normal, dass ein Angestellter, der "Lebenszeit gegen Geld" in einem ungeliebten Job eintauschen muss, damit einverstanden ist, dass ihm davon auch noch über 40% abgenommen werden?? Im Grunde genommen wird dem abhängig Beschäftigten durch diesen Deal seine Lebenszeit gestohlen, oder? Aber die berechtigte Wut richtet sich dann nicht gegen den Aggressor, mit dem man sich sogar identifiziert ("Vater Staat") sondern die vermeintlich Reichen etc., die eben nicht mehr Lebenszeit gegen Geld eintauschen. Wieso eigentlich? Kommt mir manchmal wie ein Stockholm Syndrom vor.
Wieso braucht die Bundesrepublik einen Bundeshaushalt von 500 Milliarden Etat von dem ca. 165 im Etat für "Arbeit und Soziales" verschwinden? Von den Ländern und Kommunen mal ganz zu schweigen? Wieso muss die Bundesrepublik ca. 1,56 Billionen Euro pro Jahr ausgeben? Tut es denn nicht auch ein etwas kleinerer und schlankerer Staat?
Ein Beispiel: der kommende Bundestag wird -wegen der nicht umgesetzten Wahlrechtsreform- kann zwischen 598 oder 963 Mandaten groß werden. Einen konkreten Nutzen für uns sehe ich da aber nicht.
Ein weiteres Beispiel: unser (vermutlich) zukünftiger Kanzler S. bemüht sich seit Jahren beispielsweise eine europäische gemeinsame Schuldenhaftung einzuführen. Ich weiß nicht, ob ich als deutscher Steuerzahler mit meinen Steuern für spanische, französische und italienische Staatsschulden in eine gemeinsame EU Haftung genommen werden möchte- so sehr überzeugter Europäer bin ich dann doch nicht. Wieso schafft die Bundesmarine Hubschrauber an, die auf dem Meer nicht benutzt werden dürfen, weil Sie rosten?
Und die Liste ließe sich ewig fortsetzen...
Die Frage, ob es nicht auch mit weniger Staat ginge, wird irgendwie speziell im deutschsprachigen Diskurs immer komplett unterschlagen. Es geht im Mainstream immer nur um "mehr Staat" und "der-Staat- muss- sich- kümmern". Staatliche Leistungen fallen aber nicht wie göttliches Manna vom Himmel, Sie müssen immer von a) der Bevölkerung erarbeitet worden sein und dann wird per Umverteilung -ein b) deutlich geringerer Teil des abgepressten, äh, erhobenen Geldes- großzügigerweise an die Bevölkerung zurück verteilt. Und vor jeder Wahl verspricht natürlich jeder Politiker die nächsten Wohltaten... um sich damit Stimmen zu sichern. In jedem anderen Kontext nennt man die Zusicherung von Zuwendungen, um damit ein bestimmtes Verhalten zu erzielen wohl Korruption, aber bei Wahlen ist das wohl ok :-oopss
Wenn einem größeren Teil der Bevölkerung wüsste, was die derzeitige Geld- und Fiskalpolitik für Sie und ihre Familien bedeutet, dann braucht die EZB mehr Panzersperren vor ihrem Gebäude. Weiß Sie aber nicht, die Leute zeigen mit dem Finger auf die "Reichen" und "den Kapitalismus" :-( Tja, da hat Mme. Lagarde als verurteilte Straftäterin (!!!) wohl nochmal Glück gehabt, dass die Meisten mit dem Finger in die falsche Richtung auf die falschen Leute zeigen.
Aber genug gerantet- kommen wir lieber auf die Investments zurück :knuddel:.
@Mometasonfumarat: freut mich für Dich!
Lieber Thomas, ich könnte es nicht besser sagen! Eben genauso ist es, nur leider werden gerne die zum Feind gemacht, die sich mit dem Thema Investitionen auseinander gesetzt haben und damit sogar tatsächlich noch Geld verdienen. Anstatt selbiges zu tun, zeigt man lieber mit dem Finger auf diejenigen die aktiv sind anstelle den Fehler bei sich selbst zu suchen. Ist auch einfacher....
FirebirdUSA
18.09.2021, 18:49
EZB: eigentlich müsste der Leitzins erhöht werden, ich denke aber das wird nicht relevant passieren (zu viele Schulden... ), finde das sehr kritisch. Tue mich aber schwer abzuschätzen was das für das Finanzsystem langfristig bedeutet. Für meine momentanen Hauptinvestitionsorte (Eigenheim und ETFs, sowie etwas Spielgeld in Start Up) sehe ich kein Risiko erstmal. Aber wer Geld irgendwo liegen hat...
Und bei vielen deiner Punkte stimme ich dir voll zu Thomas24.
LasseReinböng
20.09.2021, 14:26
Eric Sprott ist aktiv.
SPUT hat durch die ATM Finanzierung den Spotpreis von Uran um 45% ansteigen lassen.
In. EINEM. Monat.
Und das Vehikel ist (noch nicht) mal an der NYSE gelistet und kann derzeit noch nicht von der Retail Reddit Crowd gekauft werden. Wir werden in einigen Monaten in den Mainstream Nachrichten davon hören.
Bei Uran frage ich mich langsam "what could go wrong" ?
Es sind global gesehen zig neue AKWs im Bau bzw. in Planung und der nach Fukushima gedrosselte Uranabbau lässt sich auch nicht auf die schnelle wieder hochfahren... mehr verstehe ich von dem Markt zur Zeit allerdings noch nicht. Interessantes Thema...
Hallo, liebe Kollegen/innen!
Ich habe auch jetzt eine (Finanz)frage-also, ich mache erst ab November offiziell Dienste, da ich mich noch in der Einarbeitung befinde. Da es im September viele Krankmeldungen gab, wurde ich gebeten, einzuspringen. So habe ich 3 Dienste(24 Stunden!) gemacht, 2 davon am Wochenende. Heute habe ich die Abrechnung für September bekommen und musste feststellen, dass siese Dienste gar nicht abgerechnet wurden,ich habe für September genau so viel Geld bekommen wie in den Monaten, wo ich keinen einzigen BD gemacht habe. Ixh das normal? Ich weiß, dass Stunden wgen dem dienstfreien Tag abgezogen werden, aber trotzdem habe ich gedacht, dass diese Dienste vergütet werden,. Ich habe letztendlich in 2 der Dienste komplett durchgearbeitet.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Muss ich mit der zuständigen Sachbearbeiterin sprechen? Wie soll ich mein Anlieferung erklären?
Danke im Voraus!
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