Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie spart oder investiert ihr?
Wann ist der denn? Dieses Jahr noch, 2022, in den nächsten 5 Jahren? Wie lange soll man auf exposure im Markt verzichten? Soll das Geld durch die hohe Inflation erstmal schön entwertet werden, bis man es investiert und der Inflation entgegenstellt?
Krypto voraussichtlich nächstes Jahr.
ETF/Aktien weiß ich nicht. -> https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/trends/starinvestor-warren-buffett-sitzt-auf-143-milliarden-dollar-cash/27777058.html?ticket=ST-5955934-zSerLlXkUiOBQa7dufqq-cas01.example.org
Das ist ein Problem, es gibt wenig sinnvolle Investments zurzeit.
Wir können der EZB & FED fürs Gelddrucken danken.
Kreativ in andere Sektoren gehen, natürlich muss das Geld arbeiten.
"Voraussichtlich" ist überhaupt nichts. Es kann sich auch alles nochmal verdoppeln, bevor eine größere Korrektur kommt. "Experten" haben zehn der letzten drei Crashs vorhergesagt. Und wenn es keine sinnvollen Investments gibt, ist alles ein sinnvolles Investment. Das Geld muss ja irgendwo hin.
Rudiologe
23.12.2021, 15:00
Bei Krypto-Währungen kann man nix vorhersagen, da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher. Da habe ich eine kleine Position, die ich nicht vergrößern möchte. Von ETFs halte ich viel, ich frage mich nur, ob ein großes Einmalinvestment tatsächlich so risikoarm ist (bei Anlagehorizont 20+ Jahre) wie viele immer sagen. Ich zögere jetzt übrigens schon länger und habe dadurch schon ca. 15% Rendite verpasst.
Du könntest ja in 3 Tranche alle 3 Monate investieren. Dann bist du in nem halben Jahr komplett drin, wenn es gestiegen ist, hast du exposure gehabt und wenn es gefallen ist, könntest du günstig nachkaufen.
Hi zusammen,
ich bin jetzt seit etwas über einem Jahr am Aktienmarkt aktiv und habe in der Zeit meine Erfahrungen gesammelt (lies: viel Mist gebaut). Aktuell habe ich einen recht hohen Betrag in einem MSCI World, außerdem ein paar Einzelaktien, die aktuell marktkonform in die Knie gehen (u.a. NVIDIA und Paypal und sowas eben). Ich bin für ich zu der Erkenntnis gekommen, dass alles außer langfristiges ETF-Investieren für mich nicht funktioniert. Jetzt ist nur die Frage, wie ich vorgehen möchte. Meine Idee wäre es, zusätzlich zum MSCI World einen Emerging Markets sowie einen Euro Small Caps ETF langfristig zu besparen und vorher eben meine Einzelakten auf die beiden letztgenannten ETFS umzuschichten.
Aktuell erscheinen mir die Märkte trotzdem überhitzt (trotz "time in the market beats timing the market").
Ein Plan wäre es, einen Teil der Einzelaktien zu verkaufen und dafür einen Euro Small Cap ETF anzulegen. Dies würde ich auch sofort machen, da die europäischen Small cap Stocks vielleicht nicht ganz so überbewertet sind wie etwa die amerikanischen Growth Stocks. Das restliche Geld aus den Einzelaktien würde ich vielleicht in einem Anleihenfonds parken (oder auf dem Tagesgeldkonto?) und dann bei einer Marktkorrektur versuchen den Emerging Markets ETF anzulegen.
Nachteil wäre, dass ich meine Tech-growth Stocks aktuell mit deutlichem Verlust verkaufen müsste. Auf der anderen Seite garantiert mir ja aber auch niemand, dass die wieder signifikant hoch gehen.
Was meint ihr? Bin auf Antworten gespannt!
Thomas24
11.02.2022, 06:01
Wann ist der denn? Dieses Jahr noch, 2022, in den nächsten 5 Jahren? Wie lange soll man auf exposure im Markt verzichten? Soll das Geld durch die hohe Inflation erstmal schön entwertet werden, bis man es investiert und der Inflation entgegenstellt?
Historisch: Immer wenn zwei Faktoren zusammen kamen, die Zentralbanken hinken dem Wirtschaftszyklus hinterher und ändern die Zinspolitik am Scheitel bzw. kurz nach dem Scheitel - dann hat es im Mittel 7 (kürzester Zeitraum) bis 47 (längster Zeitraum) Monate richtig gekracht.
Wo stehen wir jetzt? Vor sechs Wochen war die Diskussion noch bei: 2 Zinserhöhungen der Fed in 2022. Jetzt sind 6 (!!!) Zinsschritte allein für 2022 eingepreist. Gleichzeitig wird QE beendet, also Liquidität entzogen. Die Fed hat wohl die Panik bekommen, nachdem der CPI gestern bei 7,5% lag...
Risk Assets werden diese Kombination gar nicht mögen. Für jüngere Menschen ist das alles gut: sie bekommen - jetzt klar absehbar- wieder die Chance auf Kaufkurse für ihre Zukunft, nachdem in den letzten 14 Jahren zu viel Geld bereit gestellt wurde und eine ganze Generation aus Aktien, Immobilien etc. herausgepreist wurde.
Würde es denn dann aus deiner Sicht evtl. sogar Sinn machen, einen Teil der ETFs zu verkaufen (ggfs. mit leichtem Verlust), um dann in absehbarer Zeit günstiger wieder einzusteigen? Erscheint mir auch etwas riskant, so im Sinne "timing the market".
ich bin ehrlich gesagt heilfroh, dass endlich die Zinswende eingeleitet wird. Es ist und war eine stille Enteignung. Außerdem glaube ich auch, dass manch hohe Immobilienpreise nur aufgrund der historisch niedrigen Zinsen durchgesetzt werden können. Mit entsprechenden Nachteilen für uns alle.
Das ganze war möglich, weil die Inflation mit 2% moderat ausfiel bisher. Mit der jetzt zunehmenden Inflation sind die Niedrigzinsen gesellschaftspolitisch kaum noch zu halten. Wann reagiert Lagarde und die EZB endlich?
dissection
11.02.2022, 12:28
Historisch: Immer wenn zwei Faktoren zusammen kamen, die Zentralbanken hinken dem Wirtschaftszyklus hinterher und ändern die Zinspolitik am Scheitel bzw. kurz nach dem Scheitel - dann hat es im Mittel 7 (kürzester Zeitraum) bis 47 (längster Zeitraum) Monate richtig gekracht.
Wo stehen wir jetzt? Vor sechs Wochen war die Diskussion noch bei: 2 Zinserhöhungen der Fed in 2022. Jetzt sind 6 (!!!) Zinsschritte allein für 2022 eingepreist. Gleichzeitig wird QE beendet, also Liquidität entzogen. Die Fed hat wohl die Panik bekommen, nachdem der CPI gestern bei 7,5% lag...
Risk Assets werden diese Kombination gar nicht mögen. Für jüngere Menschen ist das alles gut: sie bekommen - jetzt klar absehbar- wieder die Chance auf Kaufkurse für ihre Zukunft, nachdem in den letzten 14 Jahren zu viel Geld bereit gestellt wurde und eine ganze Generation aus Aktien, Immobilien etc. herausgepreist wurde.
Ich hoffe auch auf ein Ende der overleveraged clown welt in der man mit Doge und Shiba coins reich wurde. Ich sah viel Resignation bei Peers, die aus diversen Asset Klassen ausgepreist wurden, keine Perspektive auf Vermögensbildung durch Immobilien oder Aktien hatten. Ich begann leider erst 2019 mit dem Verdienen, dementsprechend konnte ich den Markt von 2008-2022 (hohe Liquidität, niedrige Zinsen, niedrige Inflation, wirtschaftlicher Aufschwung) nicht mitnehmen und halte nur noch ein paar Krypto-Bags die aktuell mit Gewinn abgestoßen werden. Meine "value" Werte (Öl, Gas, Stahl, Uran, paar Bluechips wie Apple, Microsoft, J&J, BMS, Amazon, Deutsche Post, Daimler, paar ETFs) halte ich vorerst noch, da ich die Dividenden gerne mitnehme und das Geld in den nächsten drei - vier Jahren (kein Hauskauf, keine Niederlassung in Sicht in meinem Fach) eh nicht brauche. Hadere aber sehr mit mir ob ich nicht ein Paar der o.g. Einzelwerte und ETFs verkaufe.
Auf welche zwei historischen Phasen nimmst du Bezug?
DrSkywalker
13.02.2022, 09:20
Aktuell "weiß" doch jeder, dass die Kurse fallen werden. Sicher sein kann man sich aber nicht! Und wann steigst du dann wieder ein? Auch hier muss der richtige Zeitpunkt getroffen werden!
Wenn man noch mindestens 20 Jahre bis zur entnahmephase hat sollte man, mMn einfach investiert bleiben, wenn man einen langfristigen Plan hat. Markettiming kann gut gehen, statistisch gesehen klappt es aber eher nicht. Ich konnte im Febraut 2020 mein komplettes Depot liquidieren und dann schon Ende März wieder einkaufen gehen, das war aber einfach Glück und sicher nicht meinen tollen Investment-Skills geschuldet. Daher werde ich jetzt investiert bleiben. Ich brauche das Geld nicht unbedingt und habe ein sehr konservatives Depot, sehr viele Dividenden-Aristocraten, consumer-titel, Pharma, Reits (sehr günstig gekauft im März 2020!) , und für Tech/Wachstum den QQQ. So werde ich es weiter halten und hoffentlich zumindest nicht arm sterben ;).
dissection
15.02.2022, 15:10
Historisch: Immer wenn zwei Faktoren zusammen kamen, die Zentralbanken hinken dem Wirtschaftszyklus hinterher und ändern die Zinspolitik am Scheitel bzw. kurz nach dem Scheitel - dann hat es im Mittel 7 (kürzester Zeitraum) bis 47 (längster Zeitraum) Monate richtig gekracht.
Wo stehen wir jetzt? Vor sechs Wochen war die Diskussion noch bei: 2 Zinserhöhungen der Fed in 2022. Jetzt sind 6 (!!!) Zinsschritte allein für 2022 eingepreist. Gleichzeitig wird QE beendet, also Liquidität entzogen. Die Fed hat wohl die Panik bekommen, nachdem der CPI gestern bei 7,5% lag...
Risk Assets werden diese Kombination gar nicht mögen. Für jüngere Menschen ist das alles gut: sie bekommen - jetzt klar absehbar- wieder die Chance auf Kaufkurse für ihre Zukunft, nachdem in den letzten 14 Jahren zu viel Geld bereit gestellt wurde und eine ganze Generation aus Aktien, Immobilien etc. herausgepreist wurde.
Alright ich rate mal: 1970er bis zum ersten Golfkrieg und 1929?
Mometasonfuroat
15.02.2022, 22:47
ich bin ehrlich gesagt heilfroh, dass endlich die Zinswende eingeleitet wird. Es ist und war eine stille Enteignung. Außerdem glaube ich auch, dass manch hohe Immobilienpreise nur aufgrund der historisch niedrigen Zinsen durchgesetzt werden können. Mit entsprechenden Nachteilen für uns alle.
Das ganze war möglich, weil die Inflation mit 2% moderat ausfiel bisher. Mit der jetzt zunehmenden Inflation sind die Niedrigzinsen gesellschaftspolitisch kaum noch zu halten. Wann reagiert Lagarde und die EZB endlich?
Hier nicht zu früh freuen. Zwar steigen die Zinsen aber das tun sie so langsam dass es vorerst wenig Einfluss auf die Immobilienpreise haben wird.
Zudem kenne ich mittlerweile zu viele die das Geld bar auf dem Konto haben und mangels Investitionsalternativen weiter in Immobilien investieren (nun noch viel mehr als zuvor).
Das wird den Markt weiter befeuern und zu steigenden Preisen führen.
Würde nicht mein halbes Leben länger warten um ein Haus zu kaufen. Sinkende Preise sind eher unwahrscheinlich.
Bei uns in der Gegend sind die qm-Preise auf dem Land in Höhen gestiegen, das glaubt man nicht. Und die Leute zahlen es... ein "frisches schönes" Baugrundstück bekommt man gar nicht weil sämtliche Makler mit Bauträgern zusammenarbeiten die die Grundstücke sofort aufkaufen um dann DHH, RH oder MFH draufzubauen und wieder zu verkaufen.
Man kann nur Glück haben dass das Baugrundstück für eine Teilung zu groß aber für ein EFH zu klein ist. Nur das bekommt man überhaupt als Privatperson angeboten...
Ich glaub auch nicht daran dass die Immobilienpreise sinken weil viel zu viele Leute aktuell darin investieren bei uns.
Hm. Nein, also an eine implodierende Blase glaube ich nicht. Momentan wird es bei Immobilien kurzfristig weiter teurer werden.
Neubaugebiete sind letztendlich auch ein endliches gut. Irgendwann ist in ner Ballungsregion alles weitgehend zugebaut. Und bei den Altbauten sieht momentan auch nicht toll aus. Entweder das marode Gebäude abreißen oder sanieren und trotzdem in der Regel teuer für den alten Kram zahlen, dank geringen Angebot und hoher Nachfrage nach Immobilien. Mit der Zinswende könnte zumindest das Interesse an Immobilien schwinden. Je nach Ausmaß der Zuwanderung, dürften auch mehr ältere, meist große Gebäude zur Verfügung stehen, die zuvor von 1-2 Personen bewohnt wurde. Aber wer weiß schon, wie es weiter geht mit der wirtschaftlichen Entwicklung und der Zuwanderung?
Möglicherweise ist bei Immobilien das wahrscheinlichste Szenario: Stabilisierung der Preise auf hohen Niveau oder nur geringe Wertverlust bis 10%. Auch nicht überall: In Berlin gehe ich fest davon aus, dass die Preise jedes Jahr steigen werden, zumindest die nächsten 5-10 Jahre.
Sehe ich mit Berlin auch so. Die Stadt ist mehr denn je ein Magnet für internationale Investoren und Zuzügler aus aller Welt und im Vergleich zu Städten mit ähnlichem Status nach wie vor sehr billig, was die Immobilienpreise angeht. Da ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. In anderen Städten kann ich mir schon vorstellen, dass die Preis in absehbarer Zeit auch mal leicht sinken oder jedenfalls stagnieren.
Ihr dürft Nachfrage nach Wohnraum nicht mit Zahlungsbereitschaft gleichsetzen. Natürlich wird Berlin immer Menschen anziehen. Das heißt aber nicht, dass diese auch immer höhere Preise zahlen werden. In den letzten Jahren lief das so, weil wir zum einen von einem sehr niedrigen Preisniveau genommen sind, zum anderen jeder zu niedrigen Zinsen hohe Summen finanzieren konnte. Wer sich mit seinem Einkommen eine monatliche Summe x aus Tilgung und Zinsen leisten kann, konnte bei 1% Zinsen einen höheren Kaufpreis bieten als bei den >5%, die wir vorher hatten. Und wenn die Zinsen wieder langsam hoch gehen, kann man halt nicht mehr so leicht hochbieten.
Dazu kommt, dass die Zahlungsbereitschaft für Mieten durch die Einkommen und Gesetze wie die Mietpreisbremse gedeckelt ist. Und wenn die Mieten nicht mitziehen, kann man die hohen Kaufpreise nicht mehr durch Vermietung wieder reinholen. Damit werden Wohnungen für Investoren unattraktiv, und die waren für einen großen Teil der Preissteigerungen mitverantwortlich.
Berlin ist für eine europäische Hauptstadt (und dann auch noch der größen Volkswirtschaft Europas) billig, immer noch. Die Mietpreisbremse ist ein zahnloser Papiertiger und der Berliner Mietendeckel verfassungswidrig. Bei meinem letzten Besuch war dort unverändert Bauboom. Kaufpreise und Mieten sind auch woanders mehr und mehr entkoppelt. Bei Berlin hat man eine hohe Sicherheit längerfristig steigende Mietpreise zu erwarten.
Bei anderen Städten wird auch mal das Ende der Fahnenstange erreicht sein in ein paar Jahren, sprich Stagnation, wenn Zinsen Steigen, die Wirtschaft abflaut und Zuzug aus dem Ausland mäßig bleibt. Einen Zusammenbruch der Preise erwarte ich auch da nicht.
Berlin ist für eine europäische Hauptstadt (und dann auch noch der größen Volkswirtschaft Europas) billig, immer noch.
Interessiert aber keinen, weil Preise lokal gemacht werden. Du kannst auch sagen, dass Prag und Warschau "immer noch billig" sind, das ändert aber nichts daran, dass erst mal jemand da sein müsste, der bereit wäre, höhere Preise zu bezahlen, damit die Stadt teurer wird. Und wenn die Leute vor Ort kein hohes Einkommen haben, geht das halt nicht. Auch internationale Investoren kaufen irgendwann nicht mehr, wenn sie keine Renditechancen mehr sehen.
Die Mietpreisbremse ist ein zahnloser Papiertiger und der Berliner Mietendeckel verfassungswidrig.
Und trotzdem funktioniert es halbwegs, die Mieten steigen bei weitem nicht so steil wie die Kaufpreise.
Bei meinem letzten Besuch war dort unverändert Bauboom.
...die nachhaltigste Möglichkeit gegen steigende Preise.
Eine Menge Leute ziehen nach Berlin bzw. werden noch nach Berlin ziehen, die bereit sind höhere Preise zu zahlen sei es zu Mieten oder zum Kauf. Ist meine Einschätzung.
Bei Neubauten gilt die Mietpreisbremse nicht, klar sind die in der Regel etwas teurer in der Miete, aber auch hier hat sich die Miete vom Kaufpreis entkoppelt. Alte "Regeln" wie 20 Jahre Kaltmiete = Wohnungspreis kann man getrost vergessen.
...die nachhaltigste Möglichkeit gegen steigende Preise.
Yo, deshalb die rege Bautätigkeit in Berlin.
SarahJulia90
23.02.2022, 15:12
Reicht aus eurer Sicht eigentlich ein breit gestreuter Aktienfonds (z.B. der Vanguard FTSE all-world) eigentlich auch bei höheren Beträgen (5-stellig) noch aus? Oder sollte man dann irgendwie noch mehr diversifizieren? Macht es vielleicht sogar Sinn, das Geld dann auf mehrere Banken zu verteilen wegen der maximalen Einlagesicherung von 100.000 pro Person und Bank?
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