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Was ändert sich denn ab dem bestimmten Betrag an deiner Anlagestrategie? Gälte die da nicht mehr?
Ich persönlich finde Gold eigentlich ganz schön, kann man vielleicht ab einer solchen Summe vernünftig heimischen, da man dann größere Stückelungen kaufen kann, um seine gewünschte Verteilung zu realisieren.
Sonst kann man überlegen, was es mit thesaurierend und ausschüttend auf sich hat, vielleicht ergibt das Relevanz, um Steuern zu verschieben.
Die 100k gelten auf Konten und nicht für Aktien oder andere Depotinhalte, das bringt nichts, denke ich.
Falsch machen kann man mit einem All World bei langfristigem Anlagehorizont eigentlich wenig, du könntest dir aber mit hohem Vermögen (und hohem Einkommen) auch mehr Risiko erlauben. Emerging Markets würden sich anbieten, einzelne Sektoren kannst du dir auch rauspicken. Das Zins-Umfeld ist aber seit diesem Jahr etwas schwieriger für viele Sektoren. Dagegen dürfte China dieses Jahr die restliche Welt und vor allem die USA outperformen, weil die weiter Geld drucken, während die USA und Europa die Zinsen anheben wollen. Gold würde ich ignorieren, das hat sich einfach noch nie gelohnt, das bringt genau so wenig wie das Geld einfach auf dem Girokonto zu parken. Stattdessen etabliert sich Bitcoin gerade immer mehr als Wertspeicher im professionellen Wealth Management und die kleineren Kryptowährungen eignen sich, wenn man es sich leisten kann, als potentiell sehr lohnenswerte Risikoposition.
Thomas24
23.02.2022, 21:43
Hier nicht zu früh freuen. Zwar steigen die Zinsen aber das tun sie so langsam dass es vorerst wenig Einfluss auf die Immobilienpreise haben wird.
Das Zinsniveau steigt gar nicht mal sooo langsam an. Auch für den Euroraum wird die erste EZB Leitzinserhöhung auf Dezember geschätzt. Ok, im Vergleich zu den US noch extrem moderat. Da divergieren die Schätzungen zwischen 7 (GS) und 9! (JPM) Zinserhöhungsschritten. Solange die Energiekosten weiter so massiv ansteigen, wird die Inflation sich nicht wesentlich abkühlen können, auch wenn alle Zentralbanken noch von einer "transitory" Inflation ausgehen.
Nefazodon
25.02.2022, 10:45
Was ich als interessierter Laie an der Börse schon länger beobachte und aber nicht verstehe ist: trotz (sehr) schlechter Nachrichten im Moment kommt es nicht zu einem Crash. Obwohl gestern der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine bekannt wurde, sind die Kurse nur moderat abgesackt, und drehen heute schon wieder ins Plus..
Und das trotz auch längerfristig eher trüber Aussichten: Inflation, Zinserhöhung, Krieg in der Ukraine, und bedingt durch letzteren steigende Energiepreise und vermutlich mittel- bis langfristig höhere Ausgaben für Rüstung...
Und mit dem Beginn der Coronakrise 2020 war es ganz ähnlich....die Kurse sind kurzfristig noch stärker abgesackt, hatten sich dann in der Zwischenzeit aber wieder gut erholt und das relativ schnell.
Ich meine, aus Sicht eines Kleininvestors, der nicht mit Derivaten auf fallende Kurse spekuliert, ist das ja an sich und unter Umständen eher gut, aber...
Ich verstehs ehrlich gesagt nicht?:-nix
Unter welchen Umständen müsste man denn einen längerfristigen Crash befürchten?
Kann mir jemand das Verhalten der Börsen erklären?
Banane123
25.02.2022, 17:12
Krieg ist gut für das Geschäft. Frieden ist gut für das Geschäft.
Was ich als interessierter Laie an der Börse schon länger beobachte und aber nicht verstehe ist: trotz (sehr) schlechter Nachrichten im Moment kommt es nicht zu einem Crash. Obwohl gestern der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine bekannt wurde, sind die Kurse nur moderat abgesackt, und drehen heute schon wieder ins Plus..
Und das trotz auch längerfristig eher trüber Aussichten: Inflation, Zinserhöhung, Krieg in der Ukraine, und bedingt durch letzteren steigende Energiepreise und vermutlich mittel- bis langfristig höhere Ausgaben für Rüstung...
Und mit dem Beginn der Coronakrise 2020 war es ganz ähnlich....die Kurse sind kurzfristig noch stärker abgesackt, hatten sich dann in der Zwischenzeit aber wieder gut erholt und das relativ schnell.
Ich meine, aus Sicht eines Kleininvestors, der nicht mit Derivaten auf fallende Kurse spekuliert, ist das ja an sich und unter Umständen eher gut, aber...
Ich verstehs ehrlich gesagt nicht?:-nix
Unter welchen Umständen müsste man denn einen längerfristigen Crash befürchten?
Kann mir jemand das Verhalten der Börsen erklären?
Zu viel Liquidität da, die man nicht anders anlegen kann.
Die Börsen sind mittlerweile völlig abgekoppelt von der Realwirtschaft. Crash und Korrektur wird kommen, wann das sein wird kann dir niemand zuverlässig sagen.
Nefazodon
26.02.2022, 09:58
Die Börsen sind mittlerweile völlig abgekoppelt von der Realwirtschaft. Crash und Korrektur wird kommen, wann das sein wird kann dir niemand zuverlässig sagen.
Nicht falsch verstehen. Dass mir Niemand den Crash genau vorhersagen kann ist mir klar, das ist auch nicht Hintergrund der Frage.
Prinzipiell frage ich mich nur: Was braucht es denn in der heutigen Zeit um einen Crash auszulösen?
Eine weltweite Pandemie (die ja immer noch anhält) und Krieg in Europa scheinen ja nicht auszureichen...
Also welche Dimension müsste ein Ereignis haben um den Crash auszulösen?
Und, wenn es so ist, wie Du schreibst und die die Börsen mittlerweile völlig abgekoppelt sind von der Realwirtschaft....wie groß würde dann ein potenzieller Crash?
Irgendwie...macht mir das Sorgen...
Die Börsen sind mittlerweile völlig abgekoppelt von der Realwirtschaft. Crash und Korrektur wird kommen, wann das sein wird kann dir niemand zuverlässig sagen.
Börse ist extrem spekulativ.
Naja die Korrektur läuft ja bereits. Wenn jetzt das Baltikum angegriffen wird, gehen die Kurse sowas von auf Talfahrt.
Und Herr Putin strebt ja den Zustand 1997 wieder an. Eindeutiger kann er das nicht formulieren oder?
Das Zinsniveau steigt gar nicht mal sooo langsam an. Auch für den Euroraum wird die erste EZB Leitzinserhöhung auf Dezember geschätzt. Ok, im Vergleich zu den US noch extrem moderat. Da divergieren die Schätzungen zwischen 7 (GS) und 9! (JPM) Zinserhöhungsschritten. Solange die Energiekosten weiter so massiv ansteigen, wird die Inflation sich nicht wesentlich abkühlen können, auch wenn alle Zentralbanken noch von einer "transitory" Inflation ausgehen.
Mal schauen, ob das so bleibt angesicht der momentanen politischen Entwicklungen. Ich könnte mir vorstellen, der Dezembertermin wird vorgezogen. Wer weiß??
LasseReinböng
27.02.2022, 14:46
Das Zinsniveau steigt gar nicht mal sooo langsam an. Auch für den Euroraum wird die erste EZB Leitzinserhöhung auf Dezember geschätzt. Ok, im Vergleich zu den US noch extrem moderat. Da divergieren die Schätzungen zwischen 7 (GS) und 9! (JPM) Zinserhöhungsschritten. Solange die Energiekosten weiter so massiv ansteigen, wird die Inflation sich nicht wesentlich abkühlen können, auch wenn alle Zentralbanken noch von einer "transitory" Inflation ausgehen.
Das wird bestimmt noch sehr interessant....die Frage ist ob weitere Anhebungen der Leitzinsen überhaupt so möglich sein werden...einer Ökonomie die unter explodierenden Energiekosten ächzt jetzt noch die Liquidität zu "entziehen" dürfte sicherlich schwierig werden.
LasseReinböng
27.02.2022, 14:49
Jetzt soll also ein partieller (!) Ausschluss aus dem SWIFT-System erfolgen, etwas was manche gar für eine "Atombombe" für die Weltwirtschaft halten, zumindest in Bezug auf einen kompletten Ausschluss...
Kackbratze
27.02.2022, 18:31
Die Banken, die eh schon sanktioniert sind, werden ausgeschlossen, das ist mein Stand. Und wenn es stimmt, ein schlechter Witz.
Thomas24
27.02.2022, 20:52
Die Banken, die eh schon sanktioniert sind, werden ausgeschlossen, das ist mein Stand. Und wenn es stimmt, ein schlechter Witz.
Und die russ. Zentralbank ebenfalls.
Das macht die Verteidigung des Rubelkurses schon etwas, äh, schwierig.
Nicht unmöglich, die Zentralbanken von Iran, Venezuela und Nordkorea werden ja auch sanktioniert - und kommen dennoch ihrer Funktion nach, aber bis man genügend Gegenparteien gefunden hat (!), mit denen Settlement Details ausgemacht hat (!!) und die dann umsetzt (!!!), kann es etwas dauern. Russland ist ja nicht untätig, mit Indien wird beispielsweise über ein Settlement in Rupie gesprochen. Mit China in Yuan etc.
In der Zwischenzeit, bis die neuen Vereinbarungen stehen, kann es zu schweren Verwerfungen vor allem in den Rohstoffmärkten kommen. RUS ist Volkswirtschaft Nr. 11 und Rohstoffproduzent Nr. 6 in der Welt.
Thomas24
27.02.2022, 21:22
Diese Grafik von Bloomberg macht es anschaulicher.
Einmal der potentielle Impact auf Russland, auf die EU und die US- in drei Schweregraden.
33256
Thomas24
27.02.2022, 21:39
Und die russ. Zentralbank ebenfalls.
Das macht die Verteidigung des Rubelkurses schon etwas, äh, schwierig.
Hm... letzter Kurs von Freitag 1 US Dollar = 83,5 Rubel.
Heute: 1 US Dollar = 121 Rubel (und fallend)...
Der russische Rubel fällt gerade wie ein Stein. Es würde mich nicht wundern, wenn es im Laufe der nächsten Woche zu Bank Runs in Russland auf Devisen wie Euro, Dollar, Yen und Franken käme. Alles sehr unschön für die einfache Bevölkerung, die es am härtesten treffen wird- (wenn die eigene Währung mal eben über das Wochenende 50% des Wertes verliert)...
Sorry, wenn ich jetzt in eure Unterhaltung funk(die übrigens auch recht spannend ist)..... Ich habe mich durch die Seiten hier gewühlt und bräuchte euren Rat. Ich möchte als Neuling in ETFs investieren.
Welchen (abgesehen vom MSCI World UCITS ETF) würdet ihr mir empfehlen?
Und die zweite Frage: Welchen Anteil (bzw. Prozentsatz) eurer Vermögensstrategie machen ETFs aus?
Für Antworten wäre ich sehr dankbar, auch gerne per PN :)
Oft empfohlen wird ein All World ETF, mit dem man auch Schwellenländer abbildet. Auch möglich ist, einen anderen Indexanbieter zu verwenden wie FTSE, was in Europa von Vanguard abgebildet wird, WKNs wären A1JX52 oder A2PKXG
Thomas24
08.03.2022, 06:16
Nicht falsch verstehen. Dass mir Niemand den Crash genau vorhersagen kann ist mir klar, das ist auch nicht Hintergrund der Frage.
Prinzipiell frage ich mich nur: Was braucht es denn in der heutigen Zeit um einen Crash auszulösen?
Eine Zentralbank, die auf (oder nach dem Scheitel) im Wirtschaftszyklus ihren Zins erhöht und den FCI (financial conditions Index) abwürgt. Machen derzeit alle Zentralbanken sogar synchron. Check.
Abnehmendes Wirtschaftswachstum (Weniger) mehr Inflation (mehr und länger), Stagflation. Check.
Extrem hoher Rate of Change in Energie und Nahrungsmitteln mit explodierender Volatilität in diesem Futures. Margin Calls inklusive. Check.
OIS Spreads gehen auseinander. Stress im Interbankenmarkt vorhanden? Vermutlich check.
Dünne Liquidität, die noch weiter abnimmt? Check.
Erste Margin Calls von größeren Marktteilnehmern, die auf "der falschen Seite" Short stehen. Nun Peabody und Eine Tochter von einer der 4 großen Chinesischen Banken. Check.
Smart Money positioniert sichbseit Wochen in defensive Sektoren und gibt neue Highs an Retail ab, die ihrerseits "weiter buy the dip" betreiben. Check.
Die 11 größte Volkswirtschaft der Erde wird vom SWIFT System abgekoppelt und mit Sanktionen belegt, ohne dass Handelspartner wissen, ob Sie und Ihre Trades noch Settlement oder Bezahlung/ Lieferung bekommen werden. Unsicherheit über die Werthaltigkeit von CDS etc. Check.
Meines Erachtens sind wir bereits in einer größeren Korrektur.
Eigentlich sagt nichts von dem oben genannten einen Crash voraus. Eine Korrektur (wie ja auch von Thomas24 beschrieben) eventuell schon. Die kapitalistisch orientierte Weltwirtschaft läuft zyklisch ab nach dem Muster "Wachstum-Zusammenbruch-Neuausrichtung". Crashs sind nicht vorhersehbar und passieren meist, wenn sich die Weltwirtschaft in irgendeiner grundlegenderen Form neu ordnet (z.B. also Lehmann-Krise, Dot-Com-Crash oder auch Corona). Wann sowas eintritt, können auch Vollprofis nicht vorhersehen.
Thomas24
08.03.2022, 21:32
Momentan haben wir einen so hohen Rate of Change im Energiekomplex und den Rohstoffen... das ist beängstigend.
Sollte der Ukraine Konflikt tatsächlich dazu führen, dass wirklich ca. 8 % der Weltproduktion nicht verkauft werden darf (da sanktioniert), hat russisches Öl keinen Bid, und nicht russisches Öl keinen Offer. Der Ölpreis geht dann parabolisch stramm in Richtung 200 Dollar pro Barrel oder noch höher (aka Benzinpreise von 7 Euro pro Liter und mehr). Dann ist Polen offen, so to speak, und wir bekommen eine tiefe Rezession anstelle einer Stagflation.
Ich hoffe, dass in den nächsten Monaten etwas Vernunft in die Entscheidungsträger zurückkehrt, da im November ein Wahlzyklus in den USA stattfindet- und die Leute wiedergewählt werden möchten (anstelle von wütenden Wählern verjagt zu werden).
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