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Moorhühnchen
12.01.2025, 14:57
Einen YouTube-Kanal, den ich mal entdeckt habe, und den ich für ganz gut halte, ist der von "Armin Pszola" [...]. Habe vor einiger Zeit mal ein paar seiner Videos gesehen und ich glaube, man macht nicht viel falsch, wenn man sich von dort ein wenig Orientierung holt. Irgendwann muss man dann aber in den Handlungsmodus kommen, was meiner Meinung nach nicht so einfach ist, weil das Thema komplex ist, wenn man es sinnvoll angehen möchte.
Ich glaub, ich bin jetzt auch einfach an einem Punkt, wo ich sage: "Einfach mal machen und ausprobieren". Ich habe gefühlt relativ viele Rücklagen, so dass selbst bei Verlusten nicht so viel schiefgehen kann, aber auch relativ breit fächern kann, bzw. könnte - wenn ich denn Ahnung hätte. ;-)
Ich guck mir mal an, was dieser Armin so erzählt.

EDIT: guter Tipp! :-)
Danke dafür. Er erklärt die Grundlagen ziemlich gut und widerspricht eigentlich zu 100% den beiden Typen von der Deutschen Vermögensberatung, die mir absolut von ETFs abgeraten haben, weil die "zu träge" seien... ihr Vorschlag waren aktiv gemanagte Fonds mit den entsprechenden Kosten - und zwar nicht 1% wie in Armins Video, sondern 3-5%! :-((

EDIT 2: dieses Video von finanztip finde ich als absoluter Einsteiger auch nicht schlecht: https://www.youtube.com/watch?v=PTJ0tFzUdR0

EDIT 3: hier das gleiche in Grün für die ING: https://www.youtube.com/watch?v=203jwgBEbwY


Und dann den risikobehafteteren Teil in ein entsprechendes Produkt wie von freak1 genannt oder auf MSCI World oder MSCI ACWI.
Wie finde ich denn raus, ob etwas risikobehaftet ist? Sind die Produkte alle mit einem Risiko-Score ausgezeichnet?

Mein Plan ist halt irgendwie rantasten. Ich habe das Gefühl, dass 2025 noch für sehr viele Überraschungen gut sein könnte, ich traue dieser Kombi aus "Trump-Musk-Russland-Neuwahlen in D" ein gutes Erdbebenpotezial zu, hoffe aber falsch zu liegen.


Vielleicht auch einer der Gründe, warum mich dieses Lang-Langzeit-Produkt "VEP" der Deutschen Vermögensberatung so abschreckt.
Die versprechen einem Steuervergünstigungen im Rentenalter (dann nur auf 50% Kapitalertragssteuer zahlen), woran ich so gar nicht glaube! Das ist mir tatsächlich zuu weit weg und je nachdem, ob wir ne rechte oder links-grüne Regierung irgendwann mal kriegen, ist das auch ganz schnell wieder Geschichte, auch wenn die mir versichern, das sei "gesetzlich festgeschrieben"... ich glaube ja schon nicht an (m)eine Rente!
Der Teil mit dem Park-Depot hörte sich dagegen gar nicht so verkehrt an, krieg ich woanders aber vermutlich auch besser.

h3nni
12.01.2025, 15:19
Es gibt tatsächlich Risikoscores, für den von freak genannten zB https://online.stockselection.de/simplifiedprospectus2/2308400.pdf
Hier auf der zweiten Seite. Das muss meines Wissens nach für alle in der EU handelbaren ETFs im Basisinformationsblatt (KID) enthalten sein.

Auch hier wieder Infos von Finanztip:
https://www.finanztip.de/investmentfonds/risikoklassen-investmentfonds/

Moorhühnchen
12.01.2025, 15:49
Ok, schonmal gut zu hören, dass finanztip eine valide und vertrauenswürdige Quelle ist. :-)

Dennoch lustig zu lesen, dass die zB. ein Festgeld bei Banken empfehlen, von denen ich *noch nie* etwas gehört habe, zB. Ayvens Bank oder Yapi Kredi Bank... :-oopss

Lese ich hier raus, dass es auch sinnvoll ist, mehrgleisig zu fahren?
Mein Giro hab ich eh bei der ING und jetzt halt noch Trade Republic neu. Rein gefühlstechnisch hätte ich grad mehr Bock, bei TR einzusteigen und mir das erstmal ein paar Wochen anzuschauen. Dann kann ich immer noch bei der hochgelobten ING was machen.

Ich hab das Gefühl, gerade in einen Dschungel reinzulunsen........ :-))

h3nni
12.01.2025, 16:06
Naja, solange sie unter die Einlagensicherung fallen, ist das ja kein wirklich höheres Risiko als zur Deutschen Bank zu gehen oder so.

TR ist als Vollbank halt noch relativ neu, da viel bzw alles zu machen wäre mir persönlich zu heikel.
Zumal ja auch nicht alles, was auf dem "Tagesgeld" ist, wirklich bei denen lag, sondern zu einem Teil auch investiert war, meine ich mich zu erinnern.

Komplett bei einer Bank zu bleiben wäre mir glaube ich insgesamt auch zu riskant. Nachdem ja alles nicht mehr so viel kostet, kann man ja auch gut verschiedene Giros haben.

Moorhühnchen
12.01.2025, 16:31
Naja, solange sie unter die Einlagensicherung fallen, ist das ja kein wirklich höheres Risiko als zur Deutschen Bank zu gehen oder so.
Diese Ayvens Bank fällt wohl unter die niederländische Einlagensicherung. Ich gucke gerade, ob ich da am Ende ne Kapitalertragssteuererklärung machen muss.

Nein, ich meine nicht "alles bei Trade Republic machen", das war nicht mein Plan, sondern nur dort anfangen und mal gucken. Und dann evtl. AUCH bei der ING zusätzlich, weil ich da mehrere Leute kenne, die das bedienen. Da kann man sich vielleicht besser absprechen und auch mal Rat holen. Ich könnt's aber auch andersrum machen............... :-music

Die ING ärgert mich halt mit ihren nur 1,3% aufs Tagesgeld bei Bestandskunden, daher hab ich das Extra-Konto heute gekündigt. Hätte ich schon vor nem halben Jahr machen sollen, da lag eh nix mehr. :-?

Tweety8008
12.01.2025, 17:46
Wenn ich solche Reddit Threads sehe, dann kommt mir immer die Galle hoch.

https://www.reddit.com/r/Finanzen/comments/1hzox9b/meine_erfahrung_mit_mlp/

Das Problem mit der extrem unterirdischen finanziellen Bildung bei Ärzten, dachte ich, besteht nur bei Amerikaner, weil sie sich extrem verschulden, verarmen während der Residency (habe ich ja selbst erlebt bei meinem Gehalt damals) und dann plötzlich 200-600k verdienen und Geld verprassen.
Deshalb gibt es dort auch die Bestseller, wie z.B. "White Coat Investor".

Aber wie sich die Deutschen von Versicherungs-"Maklern" (ich nenne sie Betrüger) abziehen lassen, ist genauso krank.

Moorhühnchen
12.01.2025, 18:02
Wenn ich sowas lese, denke ich: "Na, zumindest DAS hast Du nicht falsch gemacht!" :-D

OldBones
12.01.2025, 18:23
(Edit: Sollte direkt unter Tweety's Beitrag stehen.)

Ist es.

Ich glaube in der Ärzteschaft gibt es generell das Problem, dass sich ein Teil der Leute nahezu jeden Mist aufquatschen lässt.


Die Ursachen dafür sind mannigfaltig.

Ein erschwerender Faktor ist sicher zum einen, dass jene Leute nicht selten im Freundeskreis und in der Familie vor allem Ärzte haben. Die empfehlen ggf. den Murks weiter, den man ihnen aufgedrückt hat.
Da entsteht schon oft eine "Lebensblase", in der es kaum oder wenig Kontakt zu Leuten außerhalb der Zunft gibt.

Das ist nicht alleinig kausal, kommt aber in den zutreffenden Fällen deutlich erschwerend hinzu.


Ein anderes Problem dürfte sein, dass in der Ärzteschaft gehäuft der Gedanke herrscht: Zu Thema XY kann ich mich schnell einlesen. Denn in der Medizin lesen wir uns in Minuten zu einem Thema oft was an. So werden wir an der Uni sozialisiert.

Im richtigen Leben klappt das aber bei komplexen Themen gerade nicht bzw. führt zu völlig falschen Ergebnissen ... weil eben nicht nur die ersten drei Google-Ergebnisse auch die richtigen sind.

Manche Dinge im Leben sind komplex und benötigen Zeit, um sich reinzuarbeiten.

Da Mediziner generell keine juristischen oder betriebswirtschaftlichen/steuerlichen Kenntnisse haben (woher auch?) und wenn, dann eher mal nur aus fragwürdigen "Seminaren", kommt es nicht selten zu Fehleinschätzungen.

TaraTamm
13.01.2025, 12:26
Wobei man halt ehrlich gesagt auch einfach ein bisschen selbst schuld ist, wenn man nicht realisiert, dass das Thema Finanzen wichtig ist und man sich da nicht blind auf irgendeinen über Provisionen bezahlten „Berater“ verlassen sollte.

Einige Kollegen sitzen auf einem so hohen Ross, dass sie es auch ein bisschen verdient haben. Da lass ich mir dann auch gerne gefallen, als naives Mäuschen angesehen zu werden, weil ich so „doof“ bin Miete zu zahlen statt eine Immobilie zur Eigennutzung zu kaufen. Diskussion überflüssig, denn das Gegenüber weiß eh alles besser.

docdean
13.01.2025, 14:05
Das Problem mit Trade Republic ist nicht, dass das Geld nicht abgesichert wäre, sondern dass die im Hintergrund komplett dilettantisch arbeiten. Da kann es sein, dass Orders nicht wie geplant ausgeführt werden, sondern zu viel höheren Preisen, dass Orders nicht mehr storniert werden können und dann trotzdem ausgeführt werden, dass der Steuerbericht nicht korrekt ist, oder das beim Depotübertrag Aktien einfach "verloren" gehen. Der Support ist in allen Fällen nutzlos. Alles schon im Freundeskreis erlebt. Es gibt einige Alternativen, ING wurde schon genannt, Scalable ist auch gut und günstig, Interactive Brokers ist gut für Leute, die über den ETF-Sparplan hinaus noch mehr aus ihrem Geld machen wollen. Aus Sicherheitsgründen "diversifizieren" über verschiedene Broker muss man eigentlich nicht, abgesichert sind alle. Außer man handelt aktiv, braucht ein breites Angebot und durchgehende Erreichbarkeit.

OldBones
13.01.2025, 14:23
TradeRepublic und Co. sind letztlich Apps, hinter denen lumpige Buden stecken, die auf maximale Effektivität getrimmt sind.
Keine Telefonnummern, keine Standorte vor Ort, nichts.

Will man dort wirklich seine Kohle bunkern?


ING ist das schon ein ganz anderes Kaliber.
Die ING steht auf der Liste der "systemrelevanten Banken". Die gehen nicht unter.

Deren Online-Brokerage ist völlig unaufdringlich.

Geht mal irgendwas ganz schrecklich schief, geht man in eine Filiale vor Ort.


Auch andere der großen "alten" Banken bieten Online-Brokerage-Dienste, in der Regel kostenlos oder sehr günstig.

In was man dann genau investiert ... nun ... da muss man sich einlesen. In Ruhe ... und ohne "Berater".
Erstmal die Thematik verstehen, dann Informationen beginnen zu filten und dann mit kleinen Beträgen starten.


Aber das ist auch das oben angesprochene hohe Ross ...
Die Überzeugung, alles zu wissen ... und dann fällt man auf Unsinn herein.

Moorhühnchen
13.01.2025, 15:08
Ist denn Scalable da so viel anders als Trade Republic?
Hier ist ja noch nichts "zu spät", aber natürlich sind das gute Argumente, eher bei der ING zu investieren, wenn ich eh ein eher sicherheitsbedachter Mensch bin.

Klar locken die geringen Ordergebühren bei TR, gerade wenn man es einfach mal ausprobieren will. Aber es soll dann ja auch längerfristig da bleiben!

OldBones
13.01.2025, 15:50
Scalable ist letztlich ein ähnliches Konstrukt wie TR.


Bei der ING zahlt man Gebühren lediglich für das Produkt selbst, die also sowieso anfallen.
Die sind aber absolut marginal.

Ähnlich ist es bei den Brokarage-Diensten der großen "alten" Banken, wie z.B. der Deutschen Bank.


Da man im Normalfall ja anlegt und nicht HANDELT, liegt das Geld sowieso Jahre und diese minimalen Gebühren sind schnell vergessen.

Wer regelmäßig HANDELT, der legt nicht an, sondern spekuliert. Kann man machen, ist aber dämlich.


Sicherheit geht vor ... und die ist bei TR & Konsorten zwar formal gegeben ...
Der Kundenservice ist aber eben grottig, es gibt keine physischen Standorte und so weiter.

Aber hey ... wer unbedingt 3,50 Euro sparen will, soll sich auf der Zunge zergehen lassen, dass er sein Geld irgendwo hin überweist und es nur eine App dazu gibt.
So geht seriöse langfristige Geldanlage xD.

Moorhühnchen
13.01.2025, 16:17
Wenn ich alles besser wüsste, würde ich ganz sicher nicht hier fragen...
Die verschiedenen Meinungen und Postings haben mir auf jeden Fall schonmal viel weitergeholfen!

Vielen Dank an alle bis hierher! :-love

Tweety8008
13.01.2025, 17:06
Wer regelmäßig HANDELT, der legt nicht an, sondern spekuliert. Kann man machen, ist aber dämlich.

Mein "Spekulieren" in Zeitraum 2020-21 (inkl GME Calls) führte dazu, dass ich mir einen sechsstelligen Betrag für ein Einfamilienhaus als Anzahlung geleistet habe ....

OldBones, es ist ja schön, dass du überall mitredest, aber kannst du deine Gedanken etwas freundlicher und nicht immer so abwertend formulieren? Ist mir schon im anderen Thread stark aufgefallen.

Tweety8008
13.01.2025, 17:09
Ist den Scalable da so viel anders als Trade Republic?

Wenn dein Geld zu 100% investiert ist in Wertpapiere o.ä. und du nicht sekundenschnell handeln musst, dann spielt der Broker i.d.R. eine sehr untergeordnete Rolle. Dein Geld liegt ja dann im Endeffekt nicht beim Broker.

Anders ist es, wenn du Tagesgeld beim Broker hast oder auf bestimmte Trading-Strukturen, Märkte, Öffnungszeiten, Beratung/Kundenservice angewiesen bist. Dann ist es natürlich sehr wichtig, wo du handelst.

Ich habe z.B. TradeRepublic in DE (nur zum Ansparen der ETFs und bisschen Tagesgeld) und Charles Schwab aus den USA zum Traden. IBKR soll aber auch gut sein zum Traden und für EU-Angehörige zugänglich sein.

freestyler
13.01.2025, 18:42
Scalable ist etwas billiger. Trade Republic hat wohl schlechteren Support, insbesondere bei Depotumzug. Tagesgeld sollte halt unter 100k bleiben.

Kackbratze
13.01.2025, 22:44
Ich habe bislang keinen Anbieter im Bereich "alte Banken" gefunden, der günstig ist.

DrSkywalker
14.01.2025, 03:28
DVAG? Unbedingt meiden bitte.

ZDF Magazine Royal sagt warum

https://youtu.be/KUdcTGQvhKI?feature=shared

docdean
14.01.2025, 07:01
Da man im Normalfall ja anlegt und nicht HANDELT, liegt das Geld sowieso Jahre und diese minimalen Gebühren sind schnell vergessen.

Wer regelmäßig HANDELT, der legt nicht an, sondern spekuliert. Kann man machen, ist aber dämlich.

Auch wer sein Gehalt regelmäßig (monatlich) anlegen will, muss sich Gedanken über Gebühren machen.

"Spekulieren" ist nicht dämlich, aber ein Nebenjob, den man ähnlich ernst nehmen sollte wie seinen Hauptjob, sonst macht man dumme Fehler und verliert nur Geld.