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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für Anästhesisten



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Philip_MHH
08.07.2018, 09:33
Stimmt.... darüber schweigt sich der Bogen komplett aus , aber schaden kann es wohl nicht es zu erwähnen, zumindest bei denen die orale antikonzeption betreiben. Wobei interessant wäre inwieweit die anderen Hormonpräparate auch beeinflusst werden. Also Implantat , drei Monats Spritze , Ring etc ....

Das Video ist sowas von realitätsnah :-)

Meuli
08.07.2018, 10:23
Das hat mir gestern noch ein Kollege gezeigt:

Aus der Reihe "There's a fracture I need to fix it": https://www.youtube.com/watch?v=E75FPnr8DYo&t=315s



Oh Gott, so wahr!!!

papiertiger
08.07.2018, 11:16
leider sowas von wahr.... mitten aus dem Anästhesistenleben.


Aufklärung über Unwirksamkeit von Antikontrazeptiva aufgrund möglicher Wechselwirkungen mache ich bei "potentiell gefährdeten" Patientinnen auch. Schon allein wegen der perioperativen Antibiosen. Die zwar vom Chirurgen indiziert und angeordnet werden, aber halt doch zumindest teilweise von mir verabreicht.

Wer klärt bei Euch über die eventuelle Gabe von Blutprodukten auf? Ihr? Der aufklärende Chirurg? Beide? Wer ist für Nachaufklärungen (bei zum Zeitpunkt der notfallmäßgen, nicht vorher aufgeklärten Transfusion nicht aufklärbaren Pat.) zuständig?

Brutus
08.07.2018, 11:43
Blutprodukte werden durch die Operateure aufgeklärt. Wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass etwas gegeben werden muss, erwähne ich das in der Aufklärung auch noch mal, gerade auch die MAT. Bei den Gefäßchirurgen durchaus häufig.
Die Aufklärung NACH der Transfusion soll eigentlich bei ALLEN transfundierten Patienten erfolgen. Eigentlich im Rahmen des Entlassmanagements. Und genau da funktioniert es nicht!

Sebastian1
08.07.2018, 12:31
Blutprodukte werden durch die Operateure aufgeklärt.Jop, das ist auch sehr klar so vorgegeben. Hatte grade erst das Vergnügen, im Rahmen der Qualifikation zum Transfusionsverantwortlichen nochmal einen Kurs dazu besuchen zu dürfen...

Grübler
08.07.2018, 18:58
Das hat mir gestern noch ein Kollege gezeigt:

Aus der Reihe "There's a fracture I need to fix it": https://www.youtube.com/watch?v=E75FPnr8DYo&t=315s

In dem Diomed-Aufklärungsbogen steht echt nix über Medikamenteninteraktionen?

Alter Falter :-))

Rettungshase
08.07.2018, 22:14
Hatte kürzlich auch wieder einen 78jährigen Patienten in der Prämed-Ambulanz, der schon reinkam und sagte: "Ich hab nix, ich bin kerngesund."
Hab mich dann dabei erwischt zu denken: "Wollen wir doch mal sehen..." ^^

anignu
08.07.2018, 22:26
Blutprodukte werden durch die Operateure aufgeklärt.
Dem stimme ich auch als Chirurg zu. Eine Blutung ist ja eine chirurgische Komplikation. Meistens zumindest... Bei mir steht immer so ziemlich an erster Stelle nach "Vorgehen nach Befund", "Blutung -> Transfusion". Unserem Transfusionsmenschen reicht das auch in der Form.

Bei den Gefäßchirurgen durchaus häufig.
Da werden unhaltbare Gerüchte in die Welt gesetzt, die ich so in keinster Weise unterstützen kann ;-)

Die Aufklärung NACH der Transfusion soll eigentlich bei ALLEN transfundierten Patienten erfolgen. Eigentlich im Rahmen des Entlassmanagements. Und genau da funktioniert es nicht!
Wieso im Rahmen des Entlassmanagements? Nein, ernsthaft?
Also ich seh ganz klar die verabreichende Abteilung als zuständig an. Wenns die Anästhesisten in Narkose geben, dann klären bitte auch die Anästhesisten drüber auf. Wenns auf der IMC/ITS unter Führung der Anästhesie gegeben wird dann auch. Wenns wir auf Station geben, dann kümmern wir uns.
Über Dinge die Anästhesisten gemacht haben klären Anästhesisten auf und andersrum. Das Nächste wäre ja, dass der Chirurg dem Patienten das Thema "schwieriger Atemweg" im Rahmen des Entlassmanagements erklärt und ihm den Ausweis überreicht.

Das Ganze auf ein Entlassmanagement zu schieben kann man vielleicht machen, wenn es ein wirklich gut etabliertes Entlassmanagement gibt. Das Thema wiederum fände ich spannend, vor allem wenn es mal irgendjemanden gibt der sich ernsthaft drum kümmert. Also jemanden der Dinge wie Weiterbehandlung, Reha, häusliche Versorgung, Medikation und geänderte Medikation, Info an Hausarzt etc. koordiniert. Und jetzt nicht der Stationsarzt! Dann kann man es auch sein lassen.

Rettungshase
13.07.2018, 21:41
Könnt ihr mir bei einigen Überlegungen helfen?
Hier der kurze Fall, der einem Kollegen so oder so ähnlich vor ein paar Tagen passiert ist
Mädchen, ASA I, 5 Jahre alt, kommt zum elektiven HNO-Eingriff. Einleitung problemlos, Spiraltubus 4,5, Auskultation bds, CO2 normwertig bei altersentsprechenden Beatmungseinstellungen.
Kopf wird gelagert vom Operateur. Dabei fällt auf, dass das etCO2 deutlich angestiegen ist (etCO2 um die 58) bei komplett identischen Beatmungsparametern (inkl. Compliance). Auskultation nach wie vor bds.
Nach Entlagerung wird das CO2 normwertig.

Wie kann das sein? Hätte sich bei einseitiger Tubusfehllage nicht deutlich die Compliance ändern müssen?

(Im Übrigen wies - abgesehen vom CO2 - zwischendurch nichts auf eine MH hin).

Evil
13.07.2018, 21:52
Vielleicht hat das Kapnometer lageabhängig einen Defekt?
Einseitige Tubuslage durch Lagerung würde den pCO2 ja eher abfallen lassen.

Rettungshase
13.07.2018, 21:58
Die BGA hat das hohe CO2 ebenfalls gezeigt.

Das dachte ich mir auch mit der Tubuslage. Ein erfahrener Kollege hat das aber so überzeugt als These vorgebracht, dass ich dachte, ich hätte irgendwas Wesentliches falsch verstanden.

Sebastian1
13.07.2018, 22:02
Einseitig ventiliert hätte man ja auch mal verminderten Tidalvolumen gesehen. Wenn ich allerdings die Hälfte der Austauschfläche durch eine Fehllage eleminiere, würde ich mir auch einen Anstieg des paCO2 erwarten.

Evil
13.07.2018, 22:35
Das wäre dann umgekehrt, daß der Tubus initial falsch lag und durch die Lagerung dann beide Lungen belüftet wurden. Aber auch das hätte man eigentlich durch die Beatmungsparameter feststellen können.
Wurde der Thorax denn auch anders gelagert? Evtl. kam es zu einer Umverteilung der Perfusion in unterschiedlich belüfteten Lungenarealen.

Sebastian1
13.07.2018, 22:40
Ich sprach vom arteriellen pCO2. Halbiere ich die Austauschfläche, steigt es zwangsläufig an, wenn die anderen Parameter gleich bleiben.

Rettungshase
13.07.2018, 22:59
Nein, keine relevant andere Lagerung.
Kinder reagieren ja gern mal empfindlich, wenn der Tubus nicht optimal liegt (oder sogar die Carina nur geringfügig kitzelt), aber dieses CO2 ist seltsam.

kut66
14.07.2018, 11:27
Was für ein HNO-Eingriff war es denn ?
In der HNO werden gerne mal Sperrer/Spreizer eingesetzt, die den Tubus selbst (bei Spiral eher unwahrscheinlich ) oder aber umliegenende Strukturen komprimieren oder dislozieren.
Da gibt es z.B. so ein Teil, dessen eines Ende so im Bereich des Jugulums abstützt. Dieses komprimiert regelmäßig den Atemweg von außen.

Rettungshase
14.07.2018, 21:44
TE. Aber auch hier wäre es doch unwahrscheinlich gewesen, dass sich die Compliance nicht ändert.
Mir fällt auch ad hoc kein entsprechend kombinierter Gerätefehler ein...

Mano
15.07.2018, 09:01
Das Einsetzen des Sperrers und das Überstrecken des Kopfes ist ein maximaler Reiz für den Patienten -> Patient wird wacher, Anstieg HF und RR und konsekutiv Anstieg des CO2.
Wenn das Kind zu diesem Zeitpunkt noch vollständig relaxiert ist, kann es keine Abwehr/ Spontanatembemühungen zeigen, entsprechend zeigt sich nur ein Anstieg der Vitalparameter.

Wie waren denn Druck, HF und CO2 vor- bzw. nach Lagerung?

Rettungshase
15.07.2018, 19:00
Wie waren denn Druck, HF und CO2 vor- bzw. nach Lagerung?


Druck, HF völlig konstant. CO2 von 37 auf 55-60.
Daher meine Verwirrung. Es war alles völlig identisch. Lediglich diesen CO2-Anstieg hat es gegeben.

Bille11
16.07.2018, 08:06
Mir fiele auch nur die Tubuskompression (jaaa, auch beim Woodbridge in geringerem Maße möglich) ein.. und der mögliche Reiz (Sperrer - Rachen, Tubus - Carina)... dementsprechend würde auch mich die Hf und der Druck, Atemz7- und Minutenvolumen interessieren.
Richtung Fancy-Ideen. War das hohe CO2 vllt bedingt durch eine Atelektase, die eröffnet wurde?

Ihr habt echt eine arterielle BGA abgenommen??