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LasseReinböng
16.06.2019, 21:50
Bei uns war der Schall vor PDK zeitweise usus, allerdings kaum Möglichkeiten, das als Assi zu lernen. Ich hatte den Eindruck daß es in 8 von 10 Punktionen nichts nützt aber evtl. kann man so Skills für schwierige PDAs erwerben.

Rettungshase
16.06.2019, 22:01
Dann musste dir wieder Kacke von der Pflege, dem Operateur und sonstwem anhören, was du da jetzt für Spirenzchen treibst.

Wie seht ihr das eigentlich im Rahmen der Zusammenarbeit? Sind Anästhesist und Anästhesiepflege bei euch (im Haus) ein Team? Also... denkt die Pflege auch mal mit und macht Vorschläge. Oder ist es eher so, dass die Pflege stur in Delegation arbeitet?

@ Lasse: Ja, das mit den Skills sehe ich ähnlich.
Es nutzt mir, glaube ich, nicht so viel, wenn ich ein Verfahren nie übe, es aber dann bei einem schwierigen Patienten anwenden möchte, allerdings mit 0 praktischer Erfahrung diesbezüglich ins Rennen gehe.

Vincenco
16.06.2019, 23:01
Dann musste dir wieder Kacke von der Pflege, dem Operateur und sonstwem anhören, was du da jetzt für Spirenzchen treibst.

Wie seht ihr das eigentlich im Rahmen der Zusammenarbeit? Sind Anästhesist und Anästhesiepflege bei euch (im Haus) ein Team? Also... denkt die Pflege auch mal mit und macht Vorschläge. Oder ist es eher so, dass die Pflege stur in Delegation arbeitet?

@ Lasse: Ja, das mit den Skills sehe ich ähnlich.
Es nutzt mir, glaube ich, nicht so viel, wenn ich ein Verfahren nie übe, es aber dann bei einem schwierigen Patienten anwenden möchte, allerdings mit 0 praktischer Erfahrung diesbezüglich ins Rennen gehe.

Mit manchen ist es wirklich tolle Teamarbeit die Spass macht. Andere machen nur das was gerade nötig ist und sind quasi sofort weg nachdem der Tubus fixiert wurde. Die sind zum Glück in der Minderheit.

mary-09
16.06.2019, 23:21
Ist bei uns auch gemischt. Es gibt Leute in der Pflege, die haben richtig Spaß am Job und das merkt man dann auch. Die denken mit, machen Vorschläge und das sind auch die, die man gerne mal ein paar Minuten alleine im Saal lässt und kurz was trinken geht. Erstens weil man weiß, die machen keinen Unsinn und zweitens, weil sie eben echt auch Spaß dran haben ein bisschen Narkose zu steuern.
Auf der anderen Seite gibts dann die, ehrlichgesagt bei uns v.a. die Ältesten im Bunde (aber auch da definitiv nicht alle, habe u.a. auch einen Ü60-Pfleger der allererste Sahne ist!), die einfach bocklos und desillusioniert sind. Das sind dann typischerweise die, die aber felsenfest davon überzeugt sind, dass ohne sie der Laden gar nicht laufen würde und die, die permanent über das junge Gemüse schimpfen und lästern. Sie sind verschwunden, sobald der Patient im Saal und halbwegs verkabelt ist und werden dann so schnell nicht wieder gesehen. Meistens hilft nur auf den Flur brüllen oder rumtelefonieren, wenn man sie braucht.

Gott sei Dank sind bei uns auch erstere Gruppe bei Weitem in der Überzahl :-)

tragezwerg
17.06.2019, 06:54
Bei uns gibt es auch solche und solche bei der Pflege. Wir haben wirklich top Leute, bei denen alles klappt und die super mitdenken. Leider gibt es aber durch den Personalmangel immer mehr ungeeignete Leute (Kein Bock, keine Ahnung, zu unerfahren...), das nimmt irgendwie zu in den letzten Jahren.

Bille11
17.06.2019, 17:14
Ja, aus Weiterbildungssicht schade.
Habe es jetzt zweimal gegenüber Oberärzten angesprochen, dass ich gern mal "vorschallen" möchte bei der Spinalen. Einfach nur mal aus edukativer Indikation.
"Ach, nö. Geht doch auch so. Außerdem Überleitzeit und so."

Momentan ist es oft nur ein Runterschrubben des Programms. Sehr schade...

Was Du im Dienst wie lange brauchst, da hinterfragen sie gefühlt weniger, Hauptsache, Du hast schon deren Patienten aufliegen & machst irgendetwas mit dem... ansonsten empfehle ich für jede Schallübung die ITS. Nächtelang Zeit!

LasseReinböng
17.06.2019, 20:49
Da kommt man nur bei beatmeten Patienten leider so schlecht an die WS... es sei denn Pat. macht Bauchlage bei ARDS 😂

LasseReinböng
17.06.2019, 20:50
Und das mit "nächtelang Zeit"... sehe ich nicht unbedingt so aber das wurde schon zig mal durchgekaut.

Rettungshase
17.06.2019, 20:52
Ich werde im Dienst mal rumspielen :)

Also momentan habe ich vornehmlich ein paar wenige alte Pflegekräfte, die keinen Bock haben, und diverse junge, die auch von der Sorte "Tubus drin und weg" sind. Dann sehe ich die grundsätzlich mit dem Handy daddelnd in der Küche oder mit zwei oder drei anderen Pflegekräften lamentierend, wie hoch doch der Workload sei und wenn es an die nächste Einleitung geht, höre ich nicht selten "Ja, boah... Da muss ich erst mal richten."
Wenn dann die alte Pflege mir noch erzählt, wieviel ihre Erfahrung zählt, könnten mir jedes Mal graue Haare wachsen.

Manchmal glaub ich, ich steh im Wald...

Bille11
17.06.2019, 22:06
Da kommt man nur bei beatmeten Patienten leider so schlecht an die WS... es sei denn Pat. macht Bauchlage bei ARDS ��

Auf die Seite auch so schlecht? Zumindest bei mir in der Klinik haben die Patienten stets irgendwelche Kissen und Decken im Rücken.. etwas mehr rüberdrehen & schallen.
Nur so (ITS, Nachts) bin ich auf meine TTE Zahlen gekommen. Immer allerdings auch mit Dokumentation im Verlaufsbericht ‚TTE quantitativ.. qualitativ..‘

Mano
17.06.2019, 23:29
Naja, nachts würde ich die Patienten doch lieber schlafen lassen, solange es nicht gerade der frisch-reanimierte Patient mit TTM oder der tief-sedierte neurochirurgische Patient ist...

tragezwerg
18.06.2019, 05:48
Ich fasse meine Intensivpatienten nachts auch möglichst wenig an. Die haben ein massiv erhöhtes Delirrisiko und nehmen vermutlich viel mehr wahr, als wir uns so denken. Die dürfen nachts auch mal ihre Ruhe haben.
Ich hab eine zeitlang auf einer "Delir-IMC" gearbeitet, daher bin ich da relativ rigoros. Nachts werden nur lebensnotwendige Dinge am Patienten gemacht.

Markus-HEX
18.06.2019, 13:30
Mal was anderes - von einer engagierten Notfallsanitäterin kam die Frage, wozu die pädiatrischen AMBU Spur Beutel eine Blockierungsmöglichkeit für das Überdruckventil haben.


Der Kinder- sowie der Neugeborenebeutel verfügen zusätzlich über ein Druckbegrenzungsventil, welches den Beatmungsdruck auf max 40 cm H2O begrenzt.
dieses ventil kann durch einen kleinen Bügel lt. Broschüre "bei medizinischer Notwendigkeit deaktiviert" werden - allerdings fällt mir keine Indikation hierfür ein. Selbst bei den Initialbeatmungen bei einem Neugeborenen bei noch nicht entfalteten Lungen empfiehlt die ERC-Leitlinie "einen Sptzendruck von 30 cm H2O, bei Frühgeborenen von 20-25 cm H2O....

Von daher konnte ich ihr keine zufriedenstellende Antwort geben - aber vielleicht hilft das Schwarmwissen hier

Bille11
18.06.2019, 16:47
Zum Schwanzlängenvergleich jetzt: Und ich bin Fachärztin der Anästhesie mit ZB Intensivmedizin, habe in der Summe etwas über die Hälfte meiner klinischen Arztzeit in der Intensivmedizin gearbeitet, behaupte somit, eine nicht unerhebliche Expertise in dem Gebiet zu haben, den Sono Schein, demnächst Intensiv-OÄ, dementsprechend scheine ich auch irgendwas richtig gemacht zu haben. ;-)

mary-09
18.06.2019, 17:27
Ich verstehe den Kontext jetzt nicht ganz. Wieso Schwanzlängenvergleich?

Mano
18.06.2019, 17:44
Worauf willst du hinaus?
Das ein möglichst ungestörter Schlaf-Nacht-Rhythmus bei ITS-Patienten egal ist? Oder das einem das Delir-Risiko egal sein sollte, wenn man OA werden will?

Bille11
18.06.2019, 21:26
Dass ich natürlich und selbstverständlich Delir sehr wichtig nehme und unter Berücksichtigung dessen arbeite. Genügend Stunden sollte ich dafür damit verbracht haben.
Allerdings - und das scheinen die letzten kritischen Beiträge so gesehen zu haben - scheint man das nicht zu wissen. Deswegen die kleine Erinnerung, dass ich jetzt nicht grad auf der Brennsuppn dahergeschwommen bin.

Sebastian1
18.06.2019, 21:49
Und bevor das jetzt in die falsche Richtung geht:
Was Bille sagt, kann ich mit vielen Jahren ITS auch gut nachvollziehen: Man KANN viele Untersuchungen machen, vieles davon in Eigeninteresse/weiterbildung, man muss aber nicht. Wenn ich kein Engagement gezeigt hätte, wäre ich bis heute weitergekommen, ohne ein einziges TTE gemacht zu haben. Dass ich TTE (und POCUS im Allgemeinen) für essentiell halte, ist ehrlich gesagt weniger meinen Weiterbildern sondern engagierten Kollegen zu verdanken, bei denen ich mir Interesse und Techniken abgeguckt habe bzw. mir die entsprechenden Kurse gebucht habe.
Und am sedierten Patienten kann man wunderbar indikationsgerecht üben, gerade Ultraschall, gerade TTE.

Was das Delirrisiko betrifft: Absolute Zustimmung. Viel zu wenig in den Köpfen präsent, viel zu viel tiefe Sedierung auf deutschen Intensivstationen (ist ja primär auch einfacher, wenn der Patient nix macht).

Aber es gibt noch so viel zu mythbusten... NaCl in der diabetischen Ketoazidose (obsolet!), Hypertensive Entgleisung (argh...), Lasix bei Anurie (aus den Köpfen partout nicht zu vertreiben), NaCl bei Hyperkaliämie oder Nierenversagen.. (obsolet)...

Aber anderes Thema.

Worauf ich hinaus will: Man kann sehr viel lernen, aber vieles erfordert (auch finanzielles) Eigenengagement, bei der einen Stelle mehr, bei der anderen weniger. Irgendwann muss man lernen, dass viele Fragen auch viele Antworten nach sich ziehen. Daher: Expertise aneignen (zB Kurse) und machen.

Heerestorte
18.06.2019, 22:18
Was das Delirrisiko betrifft: Absolute Zustimmung. Viel zu wenig in den Köpfen präsent, viel zu viel tiefe Sedierung auf deutschen Intensivstationen (ist ja primär auch einfacher, wenn der Patient nix macht).


Da es grade zum Thema passt...Sowas ist also sehr zu begrüßen, oder?

https://www.youtube.com/watch?v=drHVO1jemY4

Mano
18.06.2019, 22:41
Da es grade zum Thema passt...Sowas ist also sehr zu begrüßen, oder?

Ja, aber ich denke die haben für den Beitrag schon sehr genau eine bestimmte Patientin ausgesucht - der durchschnittliche Patient auf den Intensivstationen die ich kennengelernt habe ist viermal so alt und hat in der Regel nicht ein isoliertes Trachealtrauma sondern ist multimorbide, so dass das in der Praxis doch nicht immer ganz so gut funktioniert ;-)
Ich denke da auch an die tolle Kongressvorteile, wo der Patient mit ECMO über den Flur läuft. Toll wenn man jemand beeindrucken kann :-dance