Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für Anästhesisten
Einfach mal zurückk*ck... Äh - unmissverständlich die Meinung sagen. Die meisten Operateure sind meiner Erfahrung nach so was nicht gewohnt, und danach entspannt sich der Umgang miteinander (manche brauchen einbrach Reibung, hab ich das Gefühl)
Auch wenn ich meist sehr nett und zuvorkommend bin. Manchmal Grenzen aufzeigen ist nicht verkehrt...das sollte aber natürlich kein Normalzustand sein...
Autolyse
17.09.2019, 09:13
Jop, eigentlich ist das schnell machbar. Ich habe den Eindruck, bei uns dauert es oft sehr, sehr lange (40 min ist bestimmt keine Seltenheit).
Andererseits sind die Chirurgen dann aber unzufrieden, wenn die Anästhesie mal wieder keine Kapazitäten im Dienst hat oder wenn wir tagsüber nur zwei OPs schaffen.
Meinem unmaßgeblichen Gefühl nach hängt es ganz stark vom Eingriff ab. Bei einem meiner ehemaligen Kollegen dauerte es für einen Sinus pilonidalis vielleicht fünf Minuten, wenn der in Bauchlage eingeleitet und die LaMa geschoben hat. Da war die Einwirkzeit des Desinfektionsmittels der begrenzende Faktor...wie auch bei der Achillessehne in Spinaler. Das geht auch unter 10 Minuten.
Aber 40 Minuten für eine Spondylodese kenne ich auch. Selten weniger. Irgendwas ist doch immer: Operateur nicht da. C-Bogen verhakt sich am Tisch, die Lagerungskissen liegen nicht richtig und dann läppert sich das zusammen. Weniger aufwendige Sachen wie eine Kypho-/Elastoplastie oder eine Nuci gehen schneller. Wirklich lange dauert es allerdings bei den Unfallchirurgen für ein Olecranon in Bauchlage und über intraoperative Umlagerungen muss man gar nicht erst sprechen. Da guckt man Morgens auf den OP-Plan und weiß direkt, dass das in keiner Welt realistisch ist...
/Tante Edith meint, dass einfach zurückkacken nur bei den Unfallchirurgen funktioniert. Die haben keine Probleme mit harten Worten. Die Diven aus der Bauchchirurgie sind immer ganz empört, wenn man mit Ihnen so spricht wie sie mit allen anderen.
tragezwerg
17.09.2019, 11:32
/Tante Edith meint, dass einfach zurückkacken nur bei den Unfallchirurgen funktioniert. Die haben keine Probleme mit harten Worten. Die Diven aus der Bauchchirurgie sind immer ganz empört, wenn man mit Ihnen so spricht wie sie mit allen anderen.
Bei uns sind da die Neurochirurgen die Mimosen. Gerne mal mit Instrumenten nach der OTA werfen, aber weinen, sobald sie nen Anschiss kriegen.
Philip_MHH
18.09.2019, 09:36
Ihr macht Bauchlagen LAMAs ? Klappt das gut ? Hab damit null Erfahrung , aber vom Gefühl her wär mir das ja suspekt
Moorhühnchen
18.09.2019, 10:55
Ein guter Freund von mir (BMI >45) hatte vor 2 Wochen auch ne Sinus-pilo-OP in Bauchlage mit LAMA.
Da war ich auch schwer beeindruckt, das wär mir doch zu heikel mit der Einleitung in BL!! :-oopss
Rettungshase
18.09.2019, 16:41
Wie ist noch gleich die Eskalationsabstufung für OP-Programme?
voll < ambitioniert < völlig wahnsinnig < unmöglich
:D
Mit Instrumenten nach Leuten werfen geht gar nicht!
@ LaMa in BL mit BMI > 45: Wie schaut denn das rechtlich aus? LaMa in Bauchlage kann man sicher diskutieren, aber mit dem BMI jenseits der Zulassungen?!
WackenDoc
18.09.2019, 19:26
Das mit dem Instrumentenwerfen gibt es immernoch??? Was genau stimmt mit diesen Leuten nicht?
agouti_lilac
18.09.2019, 19:42
Wir haben auch so einen cholerischen Spinner, der in seiner Freizeit ständig in die Kirche rennt. Total heuchlerisch.
Vincenco
18.09.2019, 19:50
Wir haben auch so einen cholerischen Spinner, der in seiner Freizeit ständig in die Kirche rennt. Total heuchlerisch.
Arbeitest du In Ludwigshafen? :D
Autolyse
18.09.2019, 21:00
Ihr macht Bauchlagen LAMAs ? Klappt das gut ? Hab damit null Erfahrung , aber vom Gefühl her wär mir das ja suspekt
Wir leider nicht. Die Oberärzte bekommen schon Pickel, wenn sie mitbekommen, dass wir Assistenten versuchen uns das mal anzuschauen. Einer macht das häufig, aber nicht bei jedem Patienten, sondern bei denen, die nicht zu dick sind (BMI <30), Nichtraucher und keine chronische Lungenerkrankung, keine anderen Hinweise auf massives Sabbern. Um Patienten mit mehr Risiko zu machen, dafür läuft das zu selten und dafür ist das Team auch nicht gut genug trainiert. Das sieht in der ambulanten Anästhesie (da kommt das ja her) sicherlich anders aus. Ich finde es ziemlich elegant. Der Patient lagert sich selbst so wie es für ihn bequem ist und die LaMa geht wirklich leicht rein. Und zeitlich ist das unschlagbar schnell.
agouti_lilac
18.09.2019, 21:45
Arbeitest du In Ludwigshafen? :D
Nee. :-D
Rettungshase
18.09.2019, 23:59
Wir leider nicht. Die Oberärzte bekommen schon Pickel, wenn sie mitbekommen, dass wir Assistenten versuchen uns das mal anzuschauen. Einer macht das häufig, aber nicht bei jedem Patienten, sondern bei denen, die nicht zu dick sind (BMI <30), Nichtraucher und keine chronische Lungenerkrankung, keine anderen Hinweise auf massives Sabbern. Um Patienten mit mehr Risiko zu machen, dafür läuft das zu selten und dafür ist das Team auch nicht gut genug trainiert. Das sieht in der ambulanten Anästhesie (da kommt das ja her) sicherlich anders aus. Ich finde es ziemlich elegant. Der Patient lagert sich selbst so wie es für ihn bequem ist und die LaMa geht wirklich leicht rein. Und zeitlich ist das unschlagbar schnell.
Und wie ist da die Exit-Strategie, falls die LaMa im Verlauf der OP undicht wird? Habt ihr dafür vorgefertigte Algorithmen?
Nutzt ihr AuraGain und habt stets eine vorbereitete Fiberoptik im Saal?
tragezwerg
19.09.2019, 07:08
LaMa in Bauchlage ist nur so lange witzig, wie man den Patienten intraop. einfach umdrehen kann. Sinus pilonidalis etc. ist da für mich okay. Größere Rückeneingriffe finde ich zu riskant. Wer schon mal versucht hat, nen Patienten mit rotiertem Kopf in Bauchlage notfallmäßig fiberoptisch zu intubieren, versteht da meine Bedenken vielleicht. Und was genau der Benefit einer LaMa versus Tubus ist, damit es sich "lohnt", im Notfall massive Probleme zu riskieren, ist mir nicht ganz klar.
tragezwerg
19.09.2019, 07:57
Das mit dem Instrumentenwerfen gibt es immernoch??? Was genau stimmt mit diesen Leuten nicht?
Ja. Kenne mehrere davon. Die sind aber allesamt auch außerhalb des OPs verhaltensoriginell.
Philip_MHH
19.09.2019, 08:06
LaMa in Bauchlage ist nur so lange witzig, wie man den Patienten intraop. einfach umdrehen kann. Sinus pilonidalis etc. ist da für mich okay. Größere Rückeneingriffe finde ich zu riskant. Wer schon mal versucht hat, nen Patienten mit rotiertem Kopf in Bauchlage notfallmäßig fiberoptisch zu intubieren, versteht da meine Bedenken vielleicht. Und was genau der Benefit einer LaMa versus Tubus ist, damit es sich "lohnt", im Notfall massive Probleme zu riskieren, ist mir nicht ganz klar.
Danke....ich seh auch nicht einen Vorteil, warum ich in Bauchlage ne LaMa nehmen sollte...
Ich sehe den Einsatz von LaMa in Bauchlage auch kritisch. Warum sollte man sich damit potentielle Probleme erkaufen? Welche Vorteile erhofft man sich davon ?
Wie sieht denn das praktisch aus, in Bauchlage ne Lama zu schieben? Liegt der Kopf dann seitlich auf dem Kissen? Und welche Lamas verwendet ihr? Wir haben diese labberigen, wiederverwendbaren Lamas ProSeal, die gehen schon so nicht einfach rein aber in Bauchlage?
Autolyse
19.09.2019, 19:31
LaMa in Bauchlage ist nur so lange witzig, wie man den Patienten intraop. einfach umdrehen kann. Sinus pilonidalis etc. ist da für mich okay. [...]
Nur dafür wird es gemacht. Das ist Bedingung, deshalb auch die Gewichtsgrenze.
AuraGain und damit entsprechend starr. Der Kopf liegt dafür seitlich auf dem Kissen und die LaMa gleitet ziemlich leicht rein, einfacher als in Rückenlage.
Patientenkomfort und Geschwindigkeit, aber vor allem letzteres muss man ehrlicherweise sagen.
Moorhühnchen
19.09.2019, 19:45
Mein Freund mit den 160 kg erzählte, dass er sich selber in Bauchlage positioniert hat. Das sehe ich als den einzigen Vorteil....
Markus-HEX
20.09.2019, 08:00
Mein Freund mit den 160 kg erzählte, dass er sich selber in Bauchlage positioniert hat. Das sehe ich als den einzigen Vorteil....
Ja, aber die Notfall-Exitstrategie gibt es bei der Gewichtsklasse einfach nicht.
In meinem alten Haus haben wir auch (bei gesunden, schlanken Patienten, deren OP-Erfolg nicht durch eine notfallmäßige Semisterile Rücklagerung gefährdet war - also nur Sinus Pilonidalis oder Abszesschirurgie) eine LM in Bauchlage genutzt, bei diesen Patienten war immer ein zweiter Tisch bzw. das Bett in schnell verfügbarer nähe (also maximal Vorraum) und es war mit dem Team kommuniziert, dass immer ausreichend Personal für ein Rückdrehen bei Komplikationen da ist, da war nichts mit Raum verlassen nach Verband.
Dieses Notfall-Rückdrehen mit 160 kg halte ich für nahezu unmöglich.
Bei längeren OP, oder bei OP, bei denen ein Notfall-Rücklagern zu einer Gefährdung des OP-Ergebnisses geführt hätte (Osteosynthesen, aseptische Knochen-OP, wirbelsäulennahe Eingriffe) gab es einen Tubus
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