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Markus-HEX
23.08.2019, 09:46
^^ Ich habe auf die Schnelle für den Large Bore Katheter (Ist wohl ein Shaldon) Durchflussraten von 400-500ml/min gefunden.
Ja, die findet man immer recht gut - ist ja auch, gerade bei Dialysekathetern, eine wichtige Kenngröße. Eine Schleuse hat ja nur ein Lumen (wenn der Querschnitt des einen Lumens gleich dem der beiden ShaldonLumen addiert ist, müsste der Fluss dennoch höher sein) und sind kürzer (zwar nicht so relevant wie durchmesser, aber auch nicht gänzlich zu vernachlässigen). also wird sicherlich durch eine 12 F Schleuse deutlich mehr gehen als durch einen 12 F- Shaldon mit zwei Lumen, auch wenn das Loch gleich groß ist - aber ich finde halt keine Zahlen, hätt ja sein können dass von euch jemand was hat.

Rettungshase
25.08.2019, 14:40
Hast du mal den Hersteller angefragt?

LasseReinböng
25.08.2019, 18:57
Nach dem Gesetz von Hagen-Poiseulle müsste die Flußrate ja berechenbar sein.Und ja, durch eine typische Schleuse geht viel mehr durch, Radius hoch 4 macht halt was aus.

Atya
26.08.2019, 18:01
Vielleicht bin ich einfach sehr empfindlich. Wo ich gerade mein PJ mache gibt's super guter Arzt, der die Pjler viel beibringt und erklärt. Einmal per Zufall war ich vor paar Wochen mit ihm bei einem geplanten Eingriff, zu dem er eingerrufen wurde zusammen im Saal. Die Patientin war seine Nachbarin, er hat die Intubation bei ihr gemacht und alles ich den Tubus blockieren wollte meinte er lass das bitte die Schwester macht das in unangenehme Ton dennach hat er sich entschuldigt, ich meinte es doch okay es überhaupt nicht passiert und habe mich mit ihm unterhalten(habe das damals so interpretiert vielleicht weil die Nachbarin ist und er gerne auf sie aufpassen möchte) . Letzte Woche sollte ich zu ihm rotieren. Ich habe mit ihm am Morgen meinen Rotationsplan gesagt, dass ich gerne heute mit laufe und dann die nächsten Tage , dann meinte er ja müssen wir nur gucken, weil es gerade so viele private Patienten auf dem Plan stehen und dann meinte er zu einem anderen Arzt nimm den jungen Student mit. Letzte Woche war ich nur am Montag da und die ganze Woche war ich leider krank bis heute. Morgen bin ich wieder da und würde gerne mit ihm laufen.

Meint ihr das er zu mir komisch einbischen war? Soll ich ihn morgen wieder fragen, ob ich mit gehen kann. Ich habe nur ein Gefühl, dass er mich nicht gerne mag andererseits aber redet mit mir in der Mittagspause ab und zu

DonatusvHB
26.08.2019, 18:40
Einen Studenten an seiner Seite zu haben bedeutet einfach immer zusätzliche Arbeit und von Arbeit hat man im stressigen und eng getakteten OP-Plan meistens schon mehr als genug. Während man sich sonst auf seine Narkose konzentrieren kann, muß man so ständig etwas erklären oder auch praktische Tätigkeiten anleiten und aufmerksam supervidieren (egal wie gut sich der Student anstellt) und auch wenn man es prinzipiell gerne macht, ist es doch alles anstrengender und man ist abgelenkter. Wenn der Student dann zudem noch kein Muttersprachler ist, wird es auch nicht einfacher.

Bei Privatpatienten lässt man Studenten grundsätzlich nichts machen, weil man als Assistent ja eigentlich nicht einmal selbst etwas machen soll, sondern der OA/CA zuständig wäre. Insofern würde ich denken, dass es sogar nett von ihm gemeint war, dir eine Alternative zu besorgen, weil du sonst nur daneben gestanden hättest. Gönn' dem freundlichen Kollegen einfach mal ein bisschen Ruhe zwischendurch. Geh am besten mit Fach- und Oberärzten mit, die aufgrund ihrer Erfahrung mehr Valenzen haben, um nebenbei noch einen Studenten anzuleiten.

Grundsätzlich würde ich dir aber empfehlen solche Dinge vor Ort mit den betreffenden Personen zu besprechen oder dich mit anderen PJ-Studenten auszutauschen. Da bekommt man gleich ein Feedback und muss sich nicht in Foren "Dr.-Sommer-like" beraten lassen. ;-)

Arrhythmie
27.08.2019, 10:17
Bei Privatpatienten lässt man Studenten grundsätzlich nichts machen,

Grundsätzlich ist das wohl so.
Ich war allerdings in meiner Famulatur mit einer OÄ unterwegs (Anfangs immer mit derselben), die hat mich in der ersten Woche Private intubieren lassen und mich allein für 20 Minuten im Saal gelassen und mir gesagt wann ich was geben soll etc... Sie war natürlich immer nebenan (sollte wohl einen ZVK legen) aber halt nicht bei mir!
Ich hatte ein Telefon und die Anä-Schwester, die aber irgendwas in der Einleitung aufgeräumt/umgeräumt, sonst was gemacht hat... Die hat ab und zu reingeschaut. Aber sehr beruhigend war das für mich jetzt auch nicht unbedingt... Ich hatte schon echt einen Puls und RR... Keine Ahung :-blush

Also wie auch immer, ich fand es nicht unbedingt beruhigend oder entspannt, weil natürlich auch just in dem Moment als ich allein war, der Chirurg irgendwas wollte ("Kann die Anästhesie jetzt mal dies und das machen bitte?") Lol.
Ich hab mich schon gerade anfangs echt unwohl gefühlt, aber sie hatte das wohl im Griff - das war auch echt eine brilliante Dame, soweit ich das beurteilen kann. Aber dass sie mich da so in den OP geworfen hat war schon gewöhnungsbedürftig.
Ich war davon in der ersten Woche echt nicht begeistert, mir hätte es fast schon ausgereicht erstmal nur daneben zu sitzen oder Maske zu beatmen... Es war natürlich cool dass ich bei fast jedem Patienten intubieren durfte, ich durfte auch immer probieren. Die meinte immer nur "Also ich kann das schon, ich muss es nicht mehr üben, mach einfach mal".

Ich hoffe dann, dass es im PJ nicht permanent so laufen wird.... Also dass ich mich so überfordert fühle...

Arrhythmie
27.08.2019, 10:39
Und sie hatte richtig Bock auf erklären. Also ich hab ein paar Mal was gefragt und hab ganze Abhandlungen erzählt bekommen. Sie meinte dann auch immer "Was können wir denn nun noch besprechen?" etc...
Und vor allem: Auch wenn ich Sachen nicht wusste, war sie nie so "das ist jetzt aber kacke dass Du das nicht weißt" - also sie gab mir nie das Gefühl dumm zu sein (auch wenn manche Fragen sicherlich etwas dämlich klangen)....

Die hatte einfach richtig Bock auf Lehre.
Naja, mein Glück. War auch gern mit ihr im Saal. Morgens in der Besprechung wollte der Chef mich in einen anderen Saal stellen und dann meinte sie "Ach, nein XY bleibt bei mir - wir haben uns schon so aneinander gewöhnt" Der Chef hat es mit einem Grinsen hingenommen, dem war es mehr oder minder egal. Also war ich wieder bei ihr.
Ich kam mir echt vor wie ihr nächstes "Projekt" oder "Ziehkind" :-dance Vor allem weil sie auch meinte "Hier, der Dr. so und so, dem hab ich alles beigebracht, der hat auch bei mir gelernt"...

Muriel
27.08.2019, 14:42
So was ist großartig! Kaltes Wasser mit Tauchsieder in sofortiger Rufbereitschaft sozusagen ;-)

Arrhythmie
27.08.2019, 15:08
So was ist großartig! Kaltes Wasser mit Tauchsieder in sofortiger Rufbereitschaft sozusagen ;-)

Aber richtig kaltes Wasser - für mich jedenfalls. Dieses Telefon hat mich auch nur wenig beruhigt. Ich hab am ersten Tag wie so ein hypnotisiertes Kaninchen auf den Monitor gestarrt und gehofft, dass die Urologen keine komischen Sachen machen, es nicht blutet und dieser Patient einfach auch nichts tut, außer weiter so schön da zu liegen :-)) Viel hätte nämlich nicht kommen dürfen, das hat sie ja wirklich am 2. Tag mit mir schon gemacht :-oopss
Ein paar Tage später war ich es ja schon "gewöhnt" zeitweise allein mit dem Patienten da im Saal zu sitzen und der am da Vinci operierende Urologe irgendwelche Farbstoffe gespritzt haben wollte. :-))

Rettungshase
27.08.2019, 18:31
So eine exzellente Demonstration der Verbreitung von Lokalanästhetika im Spinalraum: https://www.youtube.com/watch?v=XQ7zh5rdu6o

DonatusvHB
27.08.2019, 18:34
Großartig finde ich sowas gar nicht: Famulus alleine im OP. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Meinung vorherrscht, man könnte jeden Hanswurst ans Kopfende stellen, weil es sowieso keinen Unterschied macht. Es hat auch nichts mit der Coolness diverser Anästhesie-Rettungsrambos zu tun, sondern mit Verantwortungsbewusstsein seinem Patienten gegenüber.
Dir als Student würde ich dringlichst raten, solche Situationen abzulehnen. Du verfügst nicht über die notwendige Kompetenz und kannst diese Verantwortung nicht tragen - weder fachlich noch rechtlich. Eine Oberärztin, die im Nebenraum einen ZVK legt, ist gebunden und wäre somit essentiell darauf angewiesen, dass du sich anbahnende kritische Situationen erkennst.

davo
27.08.2019, 19:14
Finde ich auch nicht besonders schlau. Gute Lehre sieht anders aus.

Arrhythmie
27.08.2019, 22:19
Leute, entspannt Euch. Ich fand es ja selber erstmal uncool und hab mich unwohl gefühlt.

Die Lehre hingegen, da widerspreche ich — die Frau war wirklich gut und ich konnte einiges mitnehmen. Sie hat im Gegensatz zu vielen anderen Anästhesisten sehr gut erklärt. Beim allein lassen im Saal kann man wirklich geteilter Meinung sein, ja.

Oops!
27.08.2019, 23:10
Und sich vor allem überlegen, wie es einem ginge - so rein vom Gefühl her... - wenn man selbst der narkotisierte Patient ist, bei dem ein 4./5. Semster-Student am Kopfende sitzt, der bis grade noch Bettpfannenweitwurf im KPP geübt hat.

Nix für Ungut.

DonatusvHB
27.08.2019, 23:13
Ein Student alleine im Saal ist weit mehr als "uncool" und da geht es nicht um "geteilte Meinungen", sondern um fachliche Standards.
Es gibt genug Klitschen, an denen basale fachliche Standards in allen Hierarchiestufen grob unterwandert werden. Sicherlich willst du das nicht zu deinem Stil machen und Patienten zur bloßen Bestätigung deiner Nervenstärke gefährden.
Du hast dich dabei "unwohl" gefühlt? Wenn es dumm läuft, fühlt sich der Patient nach so einer Episode länger unwohl.

Beschäftige dich am besten schon als Student mit case reports und CIRS-Meldungen, um bis zur Erlangung der Approbation vielleicht doch noch zu verstehen, dass "mal eben schnell", "nur mal kurz" und "eiiigentlich nicht" hervorragende Einleitungen für Zwischenfälle jeglicher Art sind. Kompetenzüberschreitungen und Fehleinschätzungen des eigenen fachlichen Könnens ebenso.

Sorry, not amused über so viel Leichtsinn.

Arrhythmie
28.08.2019, 06:41
Wow, das war dann auch meinerseits der letzte Beitrag in diesem Topic hier :-?

Unbesehen davon, dass ich diese Situation selber a.) weder provoziert hatte, noch b.) für gut befunden habe oder später als Ärztin provozieren würde: Wie manche sich hier moralisch erheben....:-wow


Eigentlich wollt ich Atya nur berichten, wie es hier einmal ablief. Zur Bestätigung meiner "Nervenstärke" etc. war die Famulatur sicherlich nicht gedacht, ich ziehe es auch vor, langsam und strukturiert an Dinge herangeführt zu werden - das dies leider nicht immer der Fall ist, braucht man sicher niemandem erzählen.
Wenn ihr nun noch weiter darüber diskutieren und Euch aufregen wollt, dann lasst Euren Unmut doch gerne am approbierten Teil (Euren Kollegen) aus, die im Gegensatz zum Studenten die volle Verantwortung tragen und sich dann vielleicht eher nach dem Sinn fragen sollten.

______

Ansonsten habt ihr alle sicherlich auch nie etwas "kritisches" in Eurer Laufbahn getan oder erlebt, weder als Student noch als frischer junger Assistent. Alles klar. Ich bin raus hier. (Und nein, nicht weil ich die Situation anders sehe - ich sehe sie im Endeffekt genauso kritisch und leichtsinnig, aber die Art und Weise wie damit jetzt hier umgegangen wird... respektive wie ich hier angemacht werde ist echt irgendwie nicht so nett)


Viel Spaß noch (in Euren "Nicht-Klitschen" (war meine Famulier-Klinik damals zwar auch nicht, aber ihr müsst es ja wissen), in denen natürlich alles viel toller läuft und in denen die Patientensicherheit natürlich in jeder Situation immer entsprechend umgesetzt wird!) :-wow

Arrhythmie
28.08.2019, 08:47
Und sich vor allem überlegen, wie es einem ginge - so rein vom Gefühl her... - wenn man selbst der narkotisierte Patient ist, bei dem ein 4./5. Semster-Student am Kopfende sitzt, der bis grade noch Bettpfannenweitwurf im KPP geübt hat.

Nix für Ungut.

"Bettpfanneneinwurf geübt hat" ==> Kommt im Kontext nicht so wertschätzend gegenüber denen an, die Bettpfannen im Beruf täglich leeren. Aber jeder wie er meint.

Ansonsten noch ganz kurz: Das war Anfang diesen Jahres, damals war ich im 9. Semester. Aber am Ende hast Du natürlich Recht, keine Approbation = kein Arzt und auch nicht die entsprechenden Kompetenzen und Verpflichtungen sowas alleine zu "überwachen". Was ein Glück, denn das kommt noch früh genug und irgendwann wird man sich nochmal zurück ins PJ wünschen.

Aber was man sich so wünscht und was dann letzten Endes Realität in den Kliniken ist, das sind nunmal unterschiedliche Dinge. Ich wünsche mir da als Patient nicht nur, dass ich von einem Arzt überwacht werde, sondern auch, dass dieser ausgeschlafen, ausgeruht und leistungsfähig neben mir sitzt ohne sich vorher irgendwelche Dinge reingepfiffen zu haben weil er sonst zusammen klappt. Auch das ist oftmals nicht gegeben... Nur mal so nebenbei. Wenn man mich weiterhin fragte, hätte ich auch gern den "erfahrensten Arzt, der die Intervention am häufigsten von allen ausgeführt hat"... und nicht den Assistenten der es -wenn überhaupt- unter Supervision das erste Mal macht.

Was nicht im Umkehrschluss heißt, dass ich es gut finde wie es oft läuft.

So, dann soll es das jetzt auch von mir dazu gewesen sein, war mir aber noch wichtig, da ich schon finde, dass ich hier in ein ganz seltsames Licht gerückt wurde, nur weil ich von meiner Erfahrung berichtete (die man auch kritisch hinterfragen sollte! Definitiv) Aber vielleicht geht es das nächste Mal auch ein wenig kleiner und weniger persönlich.

agouti_lilac
28.08.2019, 09:52
Hallo Arrhythmie,

es hat dich doch hier keiner angegangen und dir mangelndes Verantwortungsbewusstsein o. Ä. unterstellt. Du bist ja in die Situation hineingeworfen worden. Auch wenn die Ärztin sonst wirklich gute Lehre machte, war das halt keine gute Entscheidung und das wird hier kritisiert, nicht du persönlich oder dein Verhalten. Es hat dich ja auch keiner "dumm von der Seite angemacht" oder sonst vollgepöbelt (siehe anders zur Zeit im Umweltthread, wo ich dann auch keinen Bock mehr auf Austausch hätte). Der Hinweis, aus der Situation mitzunehmen, dass man das selbst später anders machen sollte, halte ich für sehr wichtig.

Beispiel aus meinem PJ, zwar schon einige Wochen Erfahrung, aber letztendlich zählt das nichts, wenn etwas schief geht:
Mein Tisch war fertig und ich habe im plastischen Saal vorbeigeschaut, wo gerade ein junger Mann in Bauchlage eine TIVA erhielt - kannte den Patienten also auch nicht. Debridement bei Dekubitus - Patient gefühlt 130 kg schwer und querschnittsgelähmt. Kurz darauf war der Anästhesist weg (Pause? Toilette?) und dann ist auch die Schwester kurz raus gegangen. Vielleicht hat sie was geholt, keine Ahnung mehr. Und auf einmal bewegt sich dieser Berg von Patient, dreht seinen Kopf, stützt sich mit den Armen auf und richtet sich auf. Mit Tubus und Augenpflaster. Eine Szene wie aus einem Horrorfilm. Ein Glück kam just in dieser Sekunde die Schwester aus dem Nachbarsaal und wir bekamen die Situation gehandelt. Ich hätte gar nicht gewusst, wieviel Diso ich aus dem Perfusor hätte nachspritzen sollen oder was auch immer. Da war auch nicht die Zeit, den Saaldienst anzupiepen und auf einen Rückruf und dann sein Erscheinen zu warten.Too much für eine kleine Studentin. Ich habe da meine Lehren draus gezogen und bei mir im Saal passiert sowas nicht.

Arrhythmie
28.08.2019, 10:01
Lilac: Ja, ich verstehe Deinen Beitrag und ich verstehe auch die anderen Einwände und noch einmal: Es sollte auch aus meinen Beiträgen (auch schon aus dem Ersten!) deutlich hervor gegangen sein, dass ich das genauso sehe.

Ich denke trotzdem dass man differenzieren muss, was Du auch getan hast (Danke Dir für Deine differenzierte Sichtweise!): Die Erklärungen waren wie gesagt wirklich top, das hätte ich mir so in meinen anderen Famulaturen auch gewünscht. Das alleine lassen "Friss oder stirb" eben nicht, weder für Patient noch für Student. Und sicher auch nicht für die Anä-Schwester. Auch der Chirurg musste `ne Minute länger warten als sonst, bis ich da seinen Farbstoff gespritzt hatte etc... Also alles in allem einfach nicht so wie es sein sollte.

Als Ärztin wird das bei mir sicherlich auch nicht so laufen, da hab ich viel zu viel Respekt vor eben gerade diesen Situationen, die Du nun auch beschrieben hast. Wobei ich auch nicht weiß ob ich Anä machen werde später. Aber ist ja auch egal. Sowas geht auch in anderen Fachgebieten.

Ich schrieb ja "Es hätte nicht viel passieren dürften" und auch, Lilac, Deine Schilderung, zeigt ganz deutlich, dass sowas gefährlich werden kann und zwar schneller als man denkt. Oft hat man wahnsinniges Glück und lacht im Nachhinein drüber oder man erzählt es mit einer gewissen Coolness, die sicherlich meist Fehl am Platz ist, weil`s eben auch anders laufen kann...

Was mir aber in diesem Zusammenhang auch schon total oft aufgefallen ist und worüber ich auch schon nachgedacht habe: Viele Anästhesisten rennen einfach "mal kurz" raus oder telefonieren in der Einleitung etc... Ich bin mir nicht immer so sicher, inwieweit sie dann ihren Patienten (egal wie "easy" und "Standard" das evtl. ist) noch im Griff haben.
_____________
Mich nervte hier mehr dieser belehrende und (für mich) etwas persönliche Ton. Aber vielleicht hab ich das auch überbewertet, mag sein. Ich war schon lang nicht mehr im OP (zum abhärten ;-))

PS: Den Umwelt - Thread muss ich mir mal noch genauer anschauen, klingt spannend :-keks

agouti_lilac
28.08.2019, 10:20
Lilac: Ja, ich verstehe Deinen Beitrag und ich verstehe auch die anderen Einwände und noch einmal: Es sollte auch aus meinen Beiträgen (auch schon aus dem Ersten!) deutlich hervor gegangen sein, dass ich das genauso sehe.

Ja, das habe ich auch so verstanden, dass du das auch nicht gut fandest.


Als Ärztin wird das bei mir sicherlich nicht so laufen, da hab ich viel zu viel Respekt vor eben gerade diesen Situationen, die Du nun auch beschrieben hast.

Ich schrieb ja "Es hätte nicht viel passieren dürften" und auch, Lilac, Deine Schilderung, zeigt ganz deutlich, dass sowas gefährlich werden kann und zwar schneller als man denkt. Oft hat man wahnsinniges Glück und lacht im Nachhinein drüber oder man erzählt es mit einer gewissen Coolness, die sicherlich meist Fehl am Platz ist.

Was mir aber in diesem Zusammenhang auch schon total oft aufgefallen ist und worüber ich auch schon nachgedacht habe: Viele Anästhesisten rennen einfach "mal kurz" raus oder telefonieren in der Einleitung etc... Ich bin mir nicht immer so sicher, inwieweit sie dann ihren Patienten (egal wie "easy" und "Standard" das evtl. ist) noch im Griff haben.

In die Einleitung zu gehen oder in Ruf- (und Reaktions-)weite zu sein, also schnell reagieren zu können und eben nicht beim ZVK-Legen gebunden zu sein, ist für mich in Ordnung.

Und ein Patient kann mehr mitbekommen, als man denkt. Liest man ja überall und ermahnt auch immer das restliche Personal, bei der Einleitung ruhig zu sein etc., aber manchmal vergisst man seine eigenen Standards, die man dann ja auch anderen abverlangt. Ich zum Beispiel lästere nicht über die Patienten. Das gibt es bei uns durchaus... die langen, dreckigen, künstlichen Fingernägel, oder die typische Angst vor Nadeln, obwohl der Körper volltätowiert ist, etc. ... das kann man sich ja denken, aber es gibt einige bei uns, die verbalisieren das dann bei und nach der Einleitung.
Ich hab mal bei einer jungen Patientin bei Z.n. Missed Abortion die Narkose zur Ausschabung gemacht, Propofol und Alfentanil aus der Hand, mit Maske beatmet. Tagesgeschäft halt. Ich unterhalte mich mit meiner Schwester, sage noch, dass mir jetzt bei der Maskenbeatmung auffällt, wie schön und rein doch die Haut der Patientin ist (Neid) und dass ich sie doch gerne gefragt hätte, wo sie arbeitet. Da antwortet mir die Patientin unter Maskenbeatmung "Ich arbeite bei der Bäckerei XY." :-((:-(( Natürlich wissen die meisten hinterher nichts mehr davon, aber auch das war mir eine Lehre.
Ich versuche in meinem Berufsleben geerdet zu bleiben, empathisch für die Ängste der Patienten zu sein, neue Kollegen gut einzuarbeiten,... . Solche Begebenheiten helfen einem dabei.
Negativ ist mir eine junge Kollegin in Erinnerung geblieben, die kaum da war und schon ganz cool von "Antikotz" (=Dexa, Ondansetron...) geredet hat. Wie ne ganz Große halt.

So genug gelabert. :-D


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Mich nervte hier mehr dieser belehrende und (für mich) etwas persönliche Ton. Aber vielleicht hab ich das auch überbewertet, mag sein. Ich war schon lang nicht mehr im OP (zum abhärten ;-))

Verstehe, aber ich denke nicht, dass das so gemeint war. :-)