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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für Anästhesisten



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Brutus
06.09.2019, 11:23
Kennt jemand von euch empfehlenswerte Seiten für CME-Fortbildungen (gerne auch kostenlos) aus dem anästhesiologischen/intensivmedizinischen Bereich?
https://www.infectopharm.com/
Registrieren und dann in der Klinik CME-Fragen beantworten. Ich finde es ganz nett, weil sehr einfach und schnell Punkten, und dabei noch Fragen ziemlich gut beantwortet zu bekommen.

MissGarfield83
06.09.2019, 14:14
@tragezwerg : die A&I hat auch nette CMEs wenn du Mitglied DGAI/BDA bist, ansonsten ist im Ärzteblatt immer mal wieder was drin

Rettungshase
06.09.2019, 18:51
Wie hoch ist denn der Beitragssatz aktuell beim BAND? Das gibt der echt kryptisch auf der Homepage an...

MissGarfield83
06.09.2019, 19:04
BAND?

BDA guckst du hier : https://www.bda.de/wir-ueber-uns/die-mitgliedschaft/mitgliedsbeitraege.html

Philip_MHH
06.09.2019, 19:05
Das weiß ich nicht. Bin in der agnn. Da 40€

Rettungshase
06.09.2019, 19:51
Och... das ist natürlich auch ganz attraktiv, um den Notarzt zu beziehen.

h3nni
06.09.2019, 19:54
Wie wäre es denn, in einer Landesorganisation Mitglied zu werden? Das ist wahrscheinlich einfacher und bei denen sind natürliche Personen als Mitglieder wahrscheinlich üblicher.

Philip_MHH
06.09.2019, 20:25
Da war doch auch die Aussage ....

h3nni
06.09.2019, 20:38
Sorry, hatte die Seite nicht aktualisiert. Deswegen hatte ich eure Beiträge nicht mitbekommen...

][truba][
13.09.2019, 18:19
Moinsen ihr Betäuber, ich habe mal eine Frage.
Ich bin ja seit März in der Urologie und bei uns werden Doppel J Schienen unter Analgosedierung durchgeführt.
Dafür gibt es meistens so 3-5mg Dormicum und bis zu 7,5mg Piritramid.

Ich bin da eher so mäßig zufrieden mit. Die Patienten sind darunter oft nicht wirklich "analgosediert". Also, den Doppel J krieg ich (bei einfachen Fällen) dann meistens schon rein aber für die Patienten ist es oft unangenehm/schmerzhaft. Viele erinnern sich hinterher zwar nicht mehr daran, einige aber schon. Aber selbst wenn man sich nicht daran erinnert, finde ich nicht, dass das nötig ist und ob das "unterbewusst" doch was mit einem anrichtet, wenn einem da jemand so schmerzhaft im Genitalbereich rumfuhrwerkt weiß auch niemand.

"Haben wir schon immer so gemacht" , "Geht ohne Anästhesist nicht anders" , "Die sollen sich mal nicht so anstellen" sind dann so Antorten wenn man fragt, ob man es nicht besser machen könnte.

Ich hab früher auf ner herzchirurgischen ITS als Pfleger gearbeitet und da gab es oftmals "bessere" Analgosedierungen. Allerdings eben immer mit dem Anästhesisten und einem Beatmungsgerät im Background.

Jetzt ist die Frage: Gibt es andere / bessere Kombinationen um die Eingriffe für den Patienten (und damit auch oft für die Interventionalisten) zu verbessern?

tragezwerg
13.09.2019, 18:46
Na ja, wenn du ne ordentliche Analgosedierung willst (also mit Propofol und Opiat in Kombi) brauchst du jemanden, der sich ausschließlich darum kümmert. Das ist dann eben gemäß DGAI-Empfehlung ein Anästhesist. Alles andere wäre grob fahrlässig.
Rein theoretisch könnte man (um das Problem Atemdepression zu umgehen) Esketamin benutzen, damit braucht man aber auch Erfahrung.
Bei uns machen wir die DJ eigentlich nur noch in Vollnarkose oder Spinalanästhesie, weil die Patienten echt tief sediert werden müssen, und das ist dann gefährlicher als ne ordentliche Narkose mit gesicherten Atemweg (außerdem nervt dieser oft fließende Übergang von "Schreit rum" und "Schnauft nicht mehr" echt...auch nach 8 Jahren Anästhesie finde ich die Analgosedierungen mit Abstand die anspruchsvollsten Narkosen. Gerade deshalb gehören sie in die Hände des Fachmanns).

Shizr
13.09.2019, 19:23
auch nach 8 Jahren Anästhesie finde ich die Analgosedierungen mit Abstand die anspruchsvollsten Narkosen. Gerade deshalb gehören sie in die Hände des Fachmanns).
Sehe ich genau so.
Also...beides ;-)

Für eine suffiziente Analgosedierung (und DJs brauchen schon was Anständiges) kommt ihr am Anästhesisten nicht vorbei.
Ist einfach so. Das kann man nicht mal eben schnell mit Muster-Kochrezept machen.
Schlichtnarkosen sind relativ simpel, gute Analgosedierungen alles andere als trivial.

Entweder ihr wurschtelt euch weiterhin ohne Anästhesiepräsenz irgendwie durch (und die Patienten sind weiterhin suboptimal versorgt) oder ihr braucht eben ein Anästhesieteam. Das natürlich verfügbar sein muss. Und da wirds meist interessant, Anästhesisten stehen ja auch nicht immer in beliebiger Menge zur Verfügung.

LasseReinböng
13.09.2019, 20:08
In meiner letzten Klinik haben lange die Urologen die Analgosedierungen durchgeführt... das ging wohl auch ziemlich lange gut. Na ja, irgendwann gab es dann wohl Zwischenfälle... so schwierig fand ich die Analgosedierung bei DJ-Wechseln allerdings bislang nicht. Mittlerweile bin ich in der Inneren und da laufen die Analgosedierungen über Pflegekräfte. Was da abgeht, ich glaube viele Anästhesisten würden vom Glauben abfallen... bzw. ihren Job verlieren wenn sie so verfahren würden.

][truba][
13.09.2019, 21:06
Ok. Vielen Dank für den ja doch eindeutigen Input.
Dann wird es sich leider nicht wirklich ändern lassen.
Anästhesisten kosten Geld, ne Narkose kostet Zeit (= Zeit ist ... ?) und es geht ja auch so... :-keks

Übrigens interessant, dass das scheinbar in der Uro sonst eher mit ner richtigen Narkose gemacht wird.

anignu
13.09.2019, 21:19
[truba][;2110078']Jetzt ist die Frage: Gibt es andere / bessere Kombinationen um die Eingriffe für den Patienten (und damit auch oft für die Interventionalisten) zu verbessern?
Als Chirurg kann ich dir sagen was ich in der Notaufnahme mach, wenn 5mg Dormicum und 7,5mg Dipi nicht reichen... erstens fang ich bei wenn ich eine Analgosedierung mach meist schonmal mit 2,5mg Metamizol (je nach Patient) an und dann ist meine eigene Grenze bei den meisten Patienten auch bei 5mg Dormicum und 15mg Piritramid. (nur bei einem einzigen Patienten hab ich bisher mal noch mehr Dipi gegeben. Der hat es gebraucht und vertragen und die 22,5mg waren dann genau richtig)
Aber wenn das nicht ausreicht um die Schulter / Hüftgelenk / Leistenhernie usw. zu reponieren, dann hol ich mir einfach den Anästhesisten. Fertig. Es gab mal eine Zeit da hab ich mich auch mit Propofol-Titrierungen gespielt. Da entwickelt man auch ein Gefühl dafür, aber man muss dann eben zu Zweit sein. Einer macht ausschließlich die Propofol-Titrierung und überwacht den Patienten. Das geht schon, hab ich aber keinen Bock mehr drauf. Da braucht es auch Pflegepersonal das da bleibt und nicht ständig nur weg läuft, und irgendwie braucht man auch selbst das Gefühl dass es Sinn macht. Wie gesagt: inzwischen ruf ich da einfach den Anästhesisten. Das hat unter anderem den Riesenvorteil, dass der sich gleich selbst seine Pflegekraft mitbringt und ich die chirurgischen Sachen dann auch alleine gut machen kann.

Bille11
13.09.2019, 21:30
Als Chirurg kann ich dir sagen was ich in der Notaufnahme mach, wenn 5mg Dormicum und 7,5mg Dipi nicht reichen... erstens fang ich bei wenn ich eine Analgosedierung mach meist schonmal mit 2,5mg Metamizol (je nach Patient) an und dann ist meine eigene Grenze bei den meisten Patienten auch bei 5mg Dormicum und 15mg Piritramid. (nur bei einem einzigen Patienten hab ich bisher mal noch mehr Dipi gegeben. Der hat es gebraucht und vertragen und die 22,5mg waren dann genau richtig)
Aber wenn das nicht ausreicht um die Schulter / Hüftgelenk / Leistenhernie usw. zu reponieren, dann hol ich mir einfach den Anästhesisten. Fertig. Es gab mal eine Zeit da hab ich mich auch mit Propofol-Titrierungen gespielt. Da entwickelt man auch ein Gefühl dafür, aber man muss dann eben zu Zweit sein. Einer macht ausschließlich die Propofol-Titrierung und überwacht den Patienten. Das geht schon, hab ich aber keinen Bock mehr drauf. Da braucht es auch Pflegepersonal das da bleibt und nicht ständig nur weg läuft, und irgendwie braucht man auch selbst das Gefühl dass es Sinn macht. Wie gesagt: inzwischen ruf ich da einfach den Anästhesisten. Das hat unter anderem den Riesenvorteil, dass der sich gleich selbst seine Pflegekraft mitbringt und ich die chirurgischen Sachen dann auch alleine gut machen kann.

:-)) ich hoffe, Du nimmst 2,5g als maximale Dosis des Novalgins und beschränkst Dich aber dabei eher auf 1-2g je nach kgKG. Mit 2,5mg kämest Du im pädiatrischen Bereich vllt voran und da ist es nicht zugelassen.

anignu
14.09.2019, 04:03
Ja, 2,5g als Maximum. Daher dieses "je nach Patient". Zierlichere Frauen eher 1g, kräftigere Männer gern gleich 2,5g. Wobei ich irgendwie das Gefühl hab dass ich häufiger Männer mit irgendwelchem Blödsinn wie Schulterlux, Hüftlux, inkarzerierte Leistenhernie etc. hab. Insofern ist es doch irgendwie meist 2,5g...
Aber gute Idee mal nachzulesen. Laut Fachinformation darf man "bei Bedarf" auch mal 2,5g als Einzeldosis geben :-) (Glück gehabt)

Meuli
14.09.2019, 06:03
Ich glaube, es ging eher um das „mg“ ... :-))

Schubbe
14.09.2019, 09:31
Ich glaube, es ging eher um das „mg“ ... :-))

Macht keinen Unterschied, Zytostatika wie 3BP werden doch mittlerweile auch per Augenmaß verteilt :D

Autolyse
14.09.2019, 11:15
[truba][;2110090'][...]
Übrigens interessant, dass das scheinbar in der Uro sonst eher mit ner richtigen Narkose gemacht wird.
Das ist sehr unterschiedlich. Ich habe in einem Haus gearbeitet in dem außer der DK-Anlage und dem DJ-Wechsel übers Conduit alles in Vollnarkose gemacht wurde und auf gar keinen Fall in Spinale, da könnte sich ja der Patient bewegen. Gleichzeitig hat man über das Verhältnis von Rüst- zu OP-Zeiten gemeckert. Natürlich sprengt das jeden Rahmen...
Im anderen Haus lief das im Wesentlichen so wie von anignu beschrieben: 2,5g Metamizol, 5mg Midazolam und 7,5mg Piritramid. Für die DJs kam die Anästhesie faktisch nur bei jungen Männern und dann im Wesentlichen mit Remifentanil mono, weil das die Zeiten besonders kurz hält.