PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für Anästhesisten



Seiten : 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 [49] 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114

Rettungshase
22.09.2019, 11:42
Wie sieht denn das praktisch aus, in Bauchlage ne Lama zu schieben? Liegt der Kopf dann seitlich auf dem Kissen? Und welche Lamas verwendet ihr? Wir haben diese labberigen, wiederverwendbaren Lamas ProSeal, die gehen schon so nicht einfach rein aber in Bauchlage?

Falls ich eine Bauchlage mit Larynxmaske erwägen würde, würde ich das - wenn überhaupt - nur mit einer Larynxmaske tun, über die ich ggf. fiberoptisch kontrolliert einen Tubus vorschieben kann. Das geht meines Wissens nur bei der AuraGain (und auch Once, aber das ist in BL auch doof) und der i-gel. Letztere verwenden wir nicht, deswegen weiß ich ehrlicherweise nicht, ob es die auch mit gastralem Zugang gibt.
Oder man macht es direkt mit der Fasttrach, aber damit hat man preislich vermutlich nicht viel gewonnen.

tragezwerg
22.09.2019, 11:45
Die i-gel gibt es mit Magensondenkanal. Aber die stelle ich mir nicht so angenehm vor, um sie in Bauchlage reinzuschieben, weil sie so starr ist.

MissGarfield83
22.09.2019, 11:54
Die i-gel gibt es mit Magensondenkanal. Aber die stelle ich mir nicht so angenehm vor, um sie in Bauchlage reinzuschieben, weil sie so starr ist.

Die ist ja aus Thermoplastik - die AuraGain dagegen ist halt starr und gewinkelt und das stell ich mir noch unangenehmer vor...

Durfte mir auf dem Airwaykurs anhören dass es ja noch diverse Tests gibt die bestanden werden müssen bevor überhaupt über ne Bauchlage nachgedacht wird wie bubble test, sternal notch test, MS problemlos, Lecktest bei höheren Beatmungsdrücken ( +25cmH2O)... ob das alles so problemlos in Bauchlage möglich ist ?

Philip_MHH
22.09.2019, 13:13
Da hab ich doch dreimal intubiert und der Zeit und damit einen sicheren Atemweg und guten Aspirationsschutz. Und so viel längere das jetzt ja auch nicht einen Tubus zu schieben. Also ich versteh das mach wie vor nicht wobei der Sinn ist

MissGarfield83
22.09.2019, 16:04
Da hab ich doch dreimal intubiert und der Zeit und damit einen sicheren Atemweg und guten Aspirationsschutz. Und so viel längere das jetzt ja auch nicht einen Tubus zu schieben. Also ich versteh das mach wie vor nicht wobei der Sinn ist
Der Sinn soll die geringere Atemwegstraumatisierung und die Schnelligkeit sein. Die Tests macht man ja auch öfters so ... jedenfalls bringe ich sie meinen PJs und jungen Kollegen bei. Sind halt für erweiterte Indikationen wie Adipositas, Bauchlage etc. obligat um eine höhere Belastbarkeit abzubilden und einen besseren Aspirationsschutz zu gewährleisten.

Autolyse
22.09.2019, 16:45
Da hab ich doch dreimal intubiert und der Zeit und damit einen sicheren Atemweg und guten Aspirationsschutz. Und so viel längere das jetzt ja auch nicht einen Tubus zu schieben. Also ich versteh das mach wie vor nicht wobei der Sinn ist
Du machst also auch in Rückenlage keine LaMas? Schließlich hast Du da auch keinen Aspirationsschutz...

Philip_MHH
22.09.2019, 23:08
Doch klar. Aber unter allen Möglichkeiten zu intervenieren und die Gefshr der Regurgitation ist in Rückenlage ja auch geringer ...

Erdbeermond
23.09.2019, 20:31
Yeah, ich bin die dritte Woche in der Prämed und zwei weitere folgen noch - der gebrochenen Clavicula sei dank. Irgendwie vermisse ich den OP dann doch...

Sagt mal, welche Zeitschrift könnt ihr denn (gerade für Anfänger) empfehlen? Ich lese zwar brav, wenn ich Zeit habe, den kleinen Striebel (und irgendwann hol ich mir natürlich auch noch was größeres), aber was lohnt sich denn für aktuelle Studien oder ähnliches? Oder was sollte man überhaupt zusätzlich lesen? Ich bin irgendwie etwas verwirrt und auch neidisch - wo habt ihr euer ganzes Wissen her?

Rettungshase
23.09.2019, 22:13
Ich habe das Glück, auf eine umfangreiche Kliniklizenz zurückgreifen zu können.

Lehrbücher sind immer nur ein Einstieg ins Thema. Eigne dir die SOPs deiner Klinik an sowie die Leitlinien zu bestimmten Themen -> https://www.awmf.org/leitlinien/aktuelle-leitlinien/ll-liste/deutsche-gesellschaft-fuer-aaesthesiologie-und-intensivmedizin-dgai.html

Sehr empfehlenswert finde ich den Blog:
https://boa.coach/

Auch gut (insbesondere in der App oder Newsletter-Variante): https://read.qxmd.com/
Auch richtig gut, um von den Fehlern anderer zu lernen: https://www.cirs-ains.de/cirs-ains/publikationen/bda-und-dgai/fall-des-monats.html

Ansonsten versuche ich - mal mehr, mal weniger intensiv und regelmäßig - hier zu lesen:
Zeitschriften:
AINS
A&I (kostenlos online abrufbar: https://www.cirs-ains.de/cirs-ains/publikationen/bda-und-dgai/fall-des-monats.html )
Der Anästhesist
BJA
Anesthesia
Anesthesia & Analgesia

Leider hat ein Monat maximal 31 Tage und ein Tag nur 24h. Wo also anfangen?
Du kannst anfangs nicht alles wissen. Das bedeutet, dass du deine Wissensaneignung priorisieren musst. Wenn du noch so gar keine Ahnung von den Nebenwirkungen von Remifentanil hast, bauchst du nicht mit dem Feinstaufbau eines Vapors beschäftigen.
Versuche wenigstens, am Tag eine Viertelstunde fürs Lesen und Lernen zu investieren.

Mano
23.09.2019, 23:40
AWMF Leitlinien und DGAI-Empfehlungen: Teilweise zumindest wirklich gut zu lesen und oft ergiebiger als im Lehrbuch z.B. irgendwas über invasive Beatmung auf ITS zu lesen nur um am Ende festzustellen, dass es zur Hälfte die Einzelmeinung des Autors oder Veraltet war.

Zu den Zeitschriften (geordnet nach meiner persönlichen Empfehlung):
A&I: Mischung aus Originalien (entweder sehr spezielle Themen oder irgendwas berufspolitisches (wie zufrieden sind Anästhesistenten mit ihrer Arbeit, wieviel Personal brauche ich um ...), was man mal so nebenher überfliegen kann), einem CME-Thema was meist relevant und hochwertig dargestellt ist und Verbandsinformationen. Gerade letzteres enthält oft klinisch (und auch forensisch) relevante Themen und Empfehlungen (hier werden insb. die neuen DGAI-Empfehlungen veröffentlicht). Im Rahmen der DGAI-Mitgliedschaft kostenlos und aus meiner Sicht ein guter Beginn.

AINS: Ein Top-Thema welches durch mehreren Artikel didaktisch aufbereitet dargestellt wird. Die klinische Relevanz schwankt ist aber oft eher hoch. Leider ist die Abstimmung zwischen den Autoren oft nicht ideal, so dass Wiederholung recht häufig auftreten. Teilweise auch sehr aufgeblähte Artikel mit viel blabla um wenige echte Fakten.

AINS Journal Club: Hier werden aktuelle Studien kurz zusammengefasst dargestellt und dann mittels Kommentar in die wissenschaftliche Landschaft eingeordnet. Wenn man sich für Wissenschaft interessiert ein guter Einstieg um auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Ansonsten ist es einfach so, dass die wenigsten Studien die jeden Monat publiziert werden eine unmittelbare klinische Relevanz haben. Entsprechend selten findet man etwas, was außerhalb des akademischen Interesses relevant ist. Und selbst wenn, wird es als junger Assistent meist nicht so einfach die Dinge in der Praxis umzusetzen. Würde es mir jedenfalls überlegen, einfach mal einen neuen Regional-Block oder eine neue (Off-Label) Kombination zur postoperativen Schmerztherapie einzuführen ;-)
Die Kommentare finde ich aber oft sehr erhellend (und auch durchaus belustigend), wenn manche Studien förmlich zerissen werden:-)) Weiterhin gibt es eine gute Rubrik in der aktelle Leitlinien zusammengefasst werden. Aber hier würde ich in der Regel dann lieber gleich das Original lesen...

Der Anästhesist: Eine Mischung aus teilweise wirklich guten Originalien und CME-Artikeln. Die Originalien sind in der Regel B-Studien oder Deutschland-spezifische Veröffentlichungen - wirklich hochwertige Studien werden anderswo veröffentlicht. Die CME-Artikel gefallen mir persönlich in der Regel besser als in der AINS (gefühlt kommt man hier eher auf den Punkt und schwafelt nicht soviel) - ist aber vielleicht auch Geschmackssache.
Aufgrund des hohen Anteils an Originalien bin ich aber skeptisch was eine Empfehlung angeht. Solange man weder in der Forschung noch in der Berufspolitik unterwegs ist sind sie in der Regel wenig hilfreich...

Die englischen Journals publizieren überwiegend Originalien besitzen aber alle auch einen CME-Teil. Bezüglich der Originalien spielen die drei o.g. Journals (BJA, Anesthesia, A&A) sicherlich in einer anderen Liga als A&I und Der Anästhesist. Alle Top-Paper die es nicht in Lancet/ BMJ schaffen werden hier veröffentlicht, so dass man hier auch regelmäßig Landmark-Trials findet die die tägliche Praxis deutlich beeinflussen.
Allerdings dürften die Journals aufgrund von Umfang und Preis (BJA 950/Jahr, A&A nur im Rahmen einer IARS-Mitgliedschaft) nur für die wenigsten interessant sein, sofern man keinen Online-Zugang über den Arbeitgeber hat. Das ich nicht viel Sinn darin sehe, als Anfänger ohne maximale Forschungsambitionen großartig Originalien zu lesen dürfte mittlerweile klar geworden sein ;-)

EJA: Kenne ich nur kursorisch, ist aber soweit ich weiß in der ESA-Mitgliedschaft enthalten und das europäische Pendant zu A&I mit allerdings hochwertigeren Publikationen.


Journal of Cardiothoracic and Vascular Anesthesia: Wenn du in der Kardioanesthesie arbeitest sehr zu empfehlen - als individuelles Abo jedoch auch nicht billig. Auch relativ großer Schwerpunkt auf TEE-Bildgebung mit lesenswerten Artikel mit Relevanz für die tägliche Praxis. Hier macht es aus meiner Sinn dann vielleicht noch am ehesten Sinn direkt Originalarbeiten zu lesen, weil es ja relativ wenig Lehrbücher/ CME-Artikel/ Leitlinien dazu gibt.

crossie
26.09.2019, 07:51
Wie handhabt Ihr das bei Euch mit dem Metformin und der Einnahmepause? Strikt 48h? Es gibt ja wohl neuere Studien die das nicht mehr so streng notwendig sehen.

kartoffelbrei
26.09.2019, 14:49
48 h wird angepeilt, es wird aber niemand abgesetzt, nur weil es 24 h waren.

tragezwerg
26.09.2019, 16:50
48 h wird angepeilt, es wird aber niemand abgesetzt, nur weil es 24 h waren.

Hier auch so, außer bei OPs mit Ischämie (z.B. in Blutleere), wegen dadurch theoretisch erhöhtem Risiko einer Laktatazidose. Da dann strenge 48h-Grenze.

][truba][
26.09.2019, 17:27
Ich muss mal kurz die Intensivler hier was fragen.

Mein Facharzt (der die Hand über meiner Station hat) und ich haben uns doch heut etwas angeeckt. Ein Patient, der initial mit einer Urosepsis auf die IMC aufgenommen wurde und dort im Rahmen der Erstmaßnahmen ein PCT bestimmt bekam (neben CRP und Leukos, die ebenfalls erhöht waren). Dieses war erhöht (12) und der Patient stabilisierte sich dann, wurde zu uns verlegt. Deutliche Besserung der klinischen Symptome und auch der Laborwerte bis dahin.

Dann meinte er, ich müsse aber schon noch mal ein Labor mit PCT machen und ich erdreistete mich zu fragen wofür. Klinik und die restlichen Infektwerte würden ja sinken (für mich dementsprechend auch logischerweise das PCT).
Widerworte sind nicht so gern gesehen, daher kann ich jetzt auch schreiben, dass das PCT nun bei 1 ist.

Muss man denn das nun wirklich "forensisch sichern" (anderen Grund kann ich mir nicht vorstellen)?
Ich weiß, dass das PCT ein wichtiger Marker in der Sepsisdiagnose/therapie ist (und auch, dass das ein teurer Laborwert ist. Mir ist es sonst schnurz egal, was etwas kostet wenn es für den Patienten gut ist aber hier hab ich es nicht verstanden) aber "muss" man diesen auf jeden Fall verlaufskontrollieren?

tragezwerg
26.09.2019, 17:31
In dem Fall hätte ich auch kein PCT mehr kontrolliert. Wenn Klinik und restliche Werte passen, ist die Aussagekraft gleich Null.

WackenDoc
26.09.2019, 17:31
Na super- wenn man schon seine Assistenzärzte anblökt, dann sollte man schon begründen können.
Ich hätte den gleichen Gedanken wie du.

Es gibt aber Kollegen, wo sich eine bestimmte Diagnostik so eingeschliffen hat, dass sie gar nicht drauf kommen, dass man ohne keinen Wissensverlust hat.

Pflaume
26.09.2019, 19:20
Teilweise wird die erneute Procalcitonin-Bestimmung in solchen Situationen damit begründet, dass ein sehr kleiner Wert die Entscheidung zur Beendigung der antibiotischen Therapie bestätigen und somit eventuell frühzeitiger ermöglichen könne. Wenn ich mich recht erinnere, steht sogar etwas in dieser Richtung in der Sepsis-Leitlinie, habe jetzt aber nicht extra nachgeschaut.

Ich meine mich außerdem zu erinnern, dass die PCT-Kontrolle teilweise wichtig sein kann, um in bestimmten Fällen (wenn kein Keimnachweis gelungen ist) entsprechende Sepsis-DRGs abrechnen zu können. Als ich auf Intensiv war (paar Jahre her) haben wir jedenfalls definitiv auch PCT-Bestimmungen durchgeführt, deren Ergebnis uns auch vorher klar war und die nach entsprechenden Hinweisen durch das Controlling nur dazu dienten, die Abrechnung zu sichern.

Shizr
26.09.2019, 19:58
Ich verstehe dein Argument sehr gut, klinische Besserung und ansonsten sinkende Infektparameter würden mir eigentlich auch reichen.


Wir machen aber tatsächlich auch noch zumindest EIN zusätzliches Pct.
Ich würde sagen, mehr gewohnheits- als evidenzbasiert.

Markus-HEX
27.09.2019, 11:05
Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delirmanagement auf ITS:

Insbesondere bei den im Rahmen der Langzeittherapie eingesetzten Opioiden müssen auch therapiebedingte Nebenwirkungen (z.B. Obstipationen) überwacht und ggf. behandelt werden. Zur Senkung der Ileusinzidenz kann, falls eine opioidsparende Therapie nicht möglich ist, gegenwärtig die enterale Applikation von Naloxon (4 x 8 mg) empfohlen werden.
Macht das wer (abgesehen von der Gabe von Kombipräparaten wie Targin, mit denen man aber auch bei weitem nicht auf die 32 mg/d kommt)? Was nutzt ihr dafür? Erfahrungen?
Wir geben halt bei solchen Patienten Relistor, allerdings auch nicht als First-Line-Laxans, sondern halt als weiterer Pfleil im Köcher bei mit Opioiden behandelten Patienten - aber das ist halt auch nicht p.o.

tragezwerg
27.09.2019, 13:00
Wir machen das bei Intensivpatienten mit opiatbedingter Obstipation. Naloxon über die Magensonde, 3-4x täglich. Unsere Apotheke mischt dafür selbst was an.