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agouti_lilac
28.09.2021, 09:23
Testet ihr den PDK aus? Wie bestimmt ihr die Laufrate?
Ich nehme als Laufrate das Normgewicht durch 10 (also bei 70 Kg sind das 0,2 % Ropivacain mit 7 ml/h).
Das ist häufig auf Station nicht ausgereizt, wir gehen dann auf max. 10 ml/h und gehen dann auf Ropi 0,375 %. Co-analgetisch hilft dann häufig auch Metamizol p.o.

Brutus
28.09.2021, 19:34
Ich finde ja Sufenta in der Easy Pump sehr schön! Also zusätzlich zum Naropin.

tragezwerg
29.09.2021, 04:58
Hallo, liebe Anästhesisten und Anästhesistinnen!
Ich habe eine Frage-wie kann ich bei einem Patienten mit thorakalem PDK, der Schmerzen angibt, klinisch differenzieren, ob er von einer höheren Konzentration des Medikaments profitiert oder von mehr Volumen(einer höheren Laufrate)? Ich habe schon in einigen Büchern diese Frage nachgeschlagen, finde aber keine Erklärung, die mir das Leben leichter macht

Ich danke euch ganz herzlich!

Ich würde erstmal den Patienten fragen, wie die Analgesie konkret aussieht. Hat er ne Wirkung, die aber zuwenig Dermatome abdeckt? Dann wäre mehr LA-Volumen ne Lösung, also ne höhere Laufrate oder mehr/größere Boli wenn mit PCEA gearbeitet wird.
Ne Erhöhung der Konzentration ist potentiell auch ne Lösung, wenn die Ausdehnung der PDA zwar passt, aber trotzdem Schmerzen da sind. Dabei muss man aber im Auge behalten, dass motorische Einschränkungen häufiger werden bei höherer Konzentration, und je nachdem wie mobil der Patient sein soll stört das.
Und ne Basisanalgesie mit z.B. Metamizol ist sowieso ne gute Idee, manchmal kommen die Schmerzen ja gar nicht direkt aus dem OP-Gebiet.

Brutus
29.09.2021, 13:39
^^ Wie gesagt, ich mag ja Sufenta in der Pumpe. Bei uns gibt es die Pumpen mit insgesamt 400ml: 160µg Sufenta, Rest Naropin 0,2%. Startlaufrate 6-8ml/h, max. 10ml/h. Bei starken Schmerzen anspritzen mit 5ml Carbo 0,5% oder 1/2h LR 14ml/h. In der Regel sind die Patienten aber mit der Pumpe MIT Sufenta schmerzfrei.
Co-Analgetika sollten natürlich trotzdem mit angeordnet werden, sonst wird es ein böses Erwachen, wenn die Pumpe irgendwann abgesetzt wird und der PDK raus...

agouti_lilac
29.09.2021, 14:30
^^ Wie gesagt, ich mag ja Sufenta in der Pumpe. Bei uns gibt es die Pumpen mit insgesamt 400ml: 160µg Sufenta, Rest Naropin 0,2%. Startlaufrate 6-8ml/h, max. 10ml/h. Bei starken Schmerzen anspritzen mit 5ml Carbo 0,5% oder 1/2h LR 14ml/h. In der Regel sind die Patienten aber mit der Pumpe MIT Sufenta schmerzfrei.

Bei uns liegen Pat. mit intrathekalen Opiaten auf der ITS/IMC, nicht auf Normalstation. Ist das bei euch anders?

tragezwerg
29.09.2021, 14:54
Bei uns liegen Pat. mit intrathekalen Opiaten auf der ITS/IMC, nicht auf Normalstation. Ist das bei euch anders?

Bei uns ist standardmäßig Sufenta mit drin, auch auf Normalstation.

Erdbeermond
29.09.2021, 15:18
Wir machen im OP auch immer Sufenta rein (200ml Naropin 0,2% + 80 Sufenta). Start mit 4-6ml/h. Sufenta kommt meistens am ersten postop-Tag dann raus. Egal ob auf ITS/IMC oder Normalstation.

MissGarfield83
30.09.2021, 05:38
Bei uns ist halt nur auf IMC/ICU Sufentanil drin - auf Normalstation pures Naropin.

Kiddo
30.09.2021, 17:32
Ich habe eine Frage bezüglich PDK-Anlage. Übt ihr den Druck beim Vorschieben der PDK-Nadel rein auf den Stempel der LOR-Spritze aus? Bzw. wie sieht da euer Handling aus?

Erdbeermond
30.09.2021, 17:53
Also ich hab mit der linken Hand die Nadel und stütze die mit dem Handrücken am Rücken des Patienten ab und führe sie so (komisch erklärt, ich weiß) und mit der rechten Hand halte ich die Spritze und übe den Druck kontinuierlich mit dem Daumen auf dem Stempel raus.

Thorakal Versuch ich mich immer wieder auch am hängenden Tropfen, den mag ich aber noch gar nicht. Der fällt immer runter 😅 bei meinem Oberarzt funktioniert der aber zum Teil hervorragend.

Shizr
05.10.2021, 17:16
Bei uns kriegen alle < 65 Sufenta mit in den Beutel. Auch auf Regelstation. Die Rationale hinter "intrathekales Opioid ist monitorpflichtig" hat sich mir nie erschlossen.


PDK mit insuffizienter Analgesie ist ja doch meistens ein Problem der Ausdehnung.
Was ich mittlerweile sehr gerne mache, nachdem ich es ex domo als Standard kennengelernt habe:
Wenn ich keine adäquate Ausdehnung mit höherer Laufrate hinbekomme, stelle ich auf intermittierenden Bolus um. Setzt aber natürlich voraus, dass man anständige Pumpen hat, die so einen PIB-Modus beherrschen.

Hab schon einige Patienten gehabt, die selbst mit 10 ml/h kontinuierlich nicht schmerzfrei zu bekommen waren, nach Umstellung auf 8 ml/h PIB war's dann super.


Höhere Konzentration könnte man erproben, bevor man den PDK rauszieht und auf PCIA o.ä. wechselt, allerdings würde ich dann auch erwarten, dass es mehr motorische Defizite gibt.

Whatisgoingon
06.10.2021, 17:35
Hallo, liebe Kollegen und Kolleginnen!
Mir ist noch etwas zur Intubation eingefallen-ich habe heute eine relativ schwierige Intubation gehabt-eine extrem große Zunge bei einer dunkelhäutigen Patientin, der erste Versuch ist gescheitert,ich nehme an, es lag an der Zunge, die sehr schwierig zur Seite zu drücken war, dann haben wir beatmet, was eigentlich wegen einer großen Nase auch scheierig war und eine größere Maske erforderlich gemacht hat, Sättigung war die ganze Zeit bei 100,und dann ging es. Was mir auffällt-bei mir bleibt sehr oft ein kleiner Teil der Zunge rechts auf dem Spatel liegen, ich schaffe es nicht immer, die ganze Zunge auf den Spatel zu laden, ohne dass die Zunge vom Spatel runterhängt, obwohl ich immer das Laryngoskop von rechts einführe. Ich weiß nicht ob ich das Bild genau beschreiben konnte und ich möchte mich noch im Voraus entschuldigen falls sich mein Problem/meine Frage doof anhört.

Ich danke Euch ganz herzlich für eure Stellungnahme!!!

Bille11
06.10.2021, 18:24
Wenn mir das passiert (kleiner Teil rechts)… dann habe ich etwas ungeduldig und nachlässig aufgeladen. Meist geht der Tubus dann zwar rein, aber ich merke, dass ich zu routiniert und nachlässig an die ganze Nummer drangegangen bin. Leichter Nebeneffekt aber auch von weitgehender CMAC Verfügbarkeit im intensivmedizinischen Kontext, da man mit CMAC mittig auflädt und nicht diese extreme Rechtsführung nutzt, um die Zunge links zu halten. Dagegen hilft mir, einfach sorgfältiger rechtsgeführt aufladen (ODER ein CMAC zu nehmen).

Whatisgoingon
14.10.2021, 19:59
Hallo, liebe Anästhesistinnen und Anästhesisten!
Ich habe vor kurzem meinen ersten PDK mit Hilfe der Oberärztin(natürlich war das nicht so einfach) gelegt. Seither hatte ich noch 2 Mal die Gelegenheit einen zu legen, was aber immer an einem Knochenkontakt gescheitert ist,deswegen habe ich soweit immer Hilfe rufen müssen. Ich habe letzt 2 Dinge, die mich etwas plagen:
1.wie tief muss ich den Katheter vorschieben, über die Touchi Nadel? Wenn ich z. B LOR bei 7 cm habe und eine Wirkung bei z.B. lap. IPOM erzielen will, wie tief würdet ihr den Katheter vorschieben? Und was für eine Rolle spielt die Stelle wo LOR ist, z.B LOR bei 7 cm?
2.ich weiß es ist eine Übungssache, aber was macht ihr beim Knochenkontakt? Meine OÄ meinte, ich kann die Nadel zurückziehen und dann etwas steiler stechen, das hat mir aber soweit nicht geholfen

Danke für eure Hilfe!

Lasix82
14.10.2021, 20:41
1. LOR + 3-4 cm
2. Bei Knochenkontakt bist du eigentlich zu steil, du hast somit wahrscheinlich den oberen Wirbelkörper touchiert. Dann musst du die Nadel etwas zurückziehen und etwas flacher ( waagerechter) stechen. Du hast ja sicherlich einen PDK im Lumbalbereich gelegt. Thorakal musst du von Beginn an etwas steiler stechen. Guck dir das am besten mal im Anatomieatlas an.

crossie
15.10.2021, 05:50
Mir hat es damals geholfen, mal CTs von den Patienten anzusehen un ein Gefühl für die anatomischen Verhältnisse zu bekommen. Die Steilheit bei den thorakalen hab ich z.B. immer deutlich unterschätzt.

D.Hollywood
20.10.2021, 19:37
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/127411/Klima-Nicht-nur-Narkosegase-verschlechtern-die-CO2-Bilanz-im-OP

Bonnerin
20.10.2021, 21:14
In meiner alten Abteilung wurde damals das Desfluran auch verboten, weil Sevo vom CO2-Fußabdruck besser war.
Es wurde dann auch kalkuliert, ob nicht mehr TIVAs für das Klima besser wären. Das wurde allerdings rasch verworfen, weil Propofol-Reste wohl auch stark umweltschädigend sind.

Beim Plastikmüllverbrauch pro Tag ist mir im OP auch immer recht flau geworden, wenn ich ehrlich bin.

Aber solange wegwerfen eben günstiger ist wird sich wenig ändern...

Moorhühnchen
23.10.2021, 09:38
Aber solange wegwerfen eben günstiger ist wird sich wenig ändern...
Bei meiner ersten Anästhesiestelle wurden bis 2010 noch Regional- und ZVK-Sets von der Pflege eigenhändig mit wiederverwendbarem Material gepackt. Mal abgesehen vom Arbeitsaufwand hatten wir dann plötzlich auch ein Hygieneproblem, mehrere (teils sehr junge) Patienten hatten MRSA-Infektionen durch Schmerzkatheter.... es wurde dann quasi von einem auf den anderen Tag auf Einmalsets umgestellt, nachdem herauskam, dass die Infektionen von einer "packenden" Pflegekraft ausgegangen sein mussten.

detysnow
23.10.2021, 12:04
Bei meiner ersten Anästhesiestelle wurden bis 2010 noch Regional- und ZVK-Sets von der Pflege eigenhändig mit wiederverwendbarem Material gepackt. Mal abgesehen vom Arbeitsaufwand hatten wir dann plötzlich auch ein Hygieneproblem, mehrere (teils sehr junge) Patienten hatten MRSA-Infektionen durch Schmerzkatheter.... es wurde dann quasi von einem auf den anderen Tag auf Einmalsets umgestellt, nachdem herauskam, dass die Infektionen von einer "packenden" Pflegekraft ausgegangen sein mussten.

So aus Interesse: was in diesen Sets war dann alles Mehrweg-Material?