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MissGarfield83
29.06.2020, 06:40
@tragezwerg : Für die Indikation dringlich (E-E 30min ) reicht ja meist das Aufspritzen ( sofern die PDA gut liegt ), für den Notfall klar die ITN

tragezwerg
29.06.2020, 10:47
@tragezwerg : Für die Indikation dringlich (E-E 30min ) reicht ja meist das Aufspritzen ( sofern die PDA gut liegt ), für den Notfall klar die ITN

Die Gynäkologen in der betreffenden Klinik hatten die interne Maßgabe 20 Minuten, da reichte es oft nicht. Daher die Spinale.

Rettungshase
29.06.2020, 12:40
Danke euch!


Hach schön, so gaaaaanz allmählich kommen hier und da wieder Fortbildungen ins Programm :)

Shizr
29.06.2020, 18:08
Wie spritzt ihr bei euch im Haus eine PDA auf?
Zur Sectio:
Ursprünglich gelernt habe ich es mit 12-15 ml Ropivacain 0,75 %.

An meiner aktuellen Klinik sagt der Standard 10-12 ml Ropivacain 0,5 %.

Was mich überhaupt nicht glücklich macht, aber als Nicht-Facharzt hält man sich halt an das, was die Obrigkeit beschließt.
Zumindest subjektiv würde ich sagen: 0,5 % hat genau so viel kreislaufdepressive UAW, aber eine höhere Versagerquote und auch eine höhere Anschlagzeit.




In der Geburtsplanung klären wir über alles auf, also PDA zur Spontangeburt + ggf. Aufspritzen bei sekundärer Sectio, SpA für den Fall einer nachträglich geplanten Sectio (geburtsunmögliche Lage, zu großes Kind oder dergleichen) plus ITN bei eiliger Sectio und rückenmarknah nicht abzuwarten.

Gersig
03.07.2020, 19:52
Aus aktuellem Anlass: mit welchen Nadeln (Form und Größe) macht ihr SPA? Gibt es da bei euch ein festes Regime?

In meinem neuen Haus wird alles immer erst mit ner 27G-Sprotte probiert (auch wenn eine zweite Person den Introducer in den Weichteilmantel drückt). Erst wenn es dann nicht klappt, wird was Größeres benutzt.

Shizr
03.07.2020, 20:43
27G Whitacre, 90 mm Länge als Standard. Länger oder größer nur nach Rücksprache mit Facharzt (der dann wahrscheinlich einen weiteren 27G-Punktionsversuch startet, bevor er dann selbst die extralange Nadel verwendet).


Hab tatsächlich exakt ein Mal (in externer Rotation) eine Spinale gestochen mit einer extralangen Nadel.
Da hatte mir auch der Chef streng auf die Finger geschaut und selbst gemerkt, dass die konventionelle Nadel nichts reißen wird.

Liquor kam dann auch erst bei über 10 cm Tiefe.

Bille11
04.07.2020, 08:48
Im höchst adipösen Falle dann schonmal mit der 27G 90mm Whitacre unter Sono-Kontrolle erfolgreich plaziert.

hebdo
11.07.2020, 10:11
Nach eurer Erfahrung, wie lange dauert es bis man als Anfänger in der Anästhesie reif für den Vordergrund-Nachtdienst ist - also ohne ITS Betreuung? Facharzt wahrscheinlich ebenfalls im Haus bzw. in Rufweite.

Ich weiß generelle Aussagen....

_calendula_
11.07.2020, 11:01
6 Monate.
Kommt auch sehr auf Haus und abzudeckendes Spektrum an.

Meuli
11.07.2020, 11:04
Bei uns ca. 9-12 Monate. (Bei mir waren’s 10). OP mit Kreißsaal und Schockraum. ITS läuft extra, Rea-Funk geht über ITS. OA aber durchgehend im Haus.

Vincenco
11.07.2020, 11:18
An meinem alten Haus ca. 9-10 Monate. Nur OP, ohne Kreissaal oder Schockraum oder REA-Alarm.
Im neuen Haus werden Anfänger nach ca. 4 Monaten in den Dienst geschickt mit OP, Schockraum, Kreissaal inkl. Notsectio Funk. Das finde ich deutlich zu früh.

Autolyse
11.07.2020, 11:33
In meinem ersten Haus waren es sechs Monate. Mit Kreißsaal inklusive Notsectio, Schockraum und Rea-Alarm. Da habe ich dann lieber gekündigt.
Im zweiten Haus waren es ohne Geburtshilfe, dafür mit Intensiv, 15 Monate.

Mano
11.07.2020, 12:56
6 Wochen - allerdings primär Prämedikationen mit FA und OA zusätzlich im Haus. Einsatz im OP nur mit unmittelbarer FA-Verfügbarkeit (d.h. selbiger im OP-Trakt in grün angekleidet vor Ort).
FA-Standard nach 6 oder auch 12/ 18 Monaten im Schockraum oder bei der Notsectio zu gewährleisten ist unmöglich.

_calendula_
11.07.2020, 13:25
Nach 6 Monaten sollte man auf keinen Fall Notsectios machen oder alleine sein als Anästhesist bei "echten Schockräumen".
Kleinzeug und 0815-Narkosen kann man nach 6 Monaten alleine, mit weiterem Anästhesisten im Dienst.

Aiko
11.07.2020, 13:45
Bei uns macht man nach 6 Monaten Spätdienste, nach 12 Monaten Bereitschaftsdienste. In den Bereitschaftsdiensten ist man dann allerdings nicht alleine sondern der jüngste unter vier weiteren ANE-Bereitschaftsdiensten. ICU wird von den entsprechenden Rotanden besetzt (ab 4. WBJ). Finde ich insgesamt ziemlich komfortabel für Berufsanfänger, ist allerdings auch eine sehr große Klinik mit dem vollen Spektrum.

tragezwerg
11.07.2020, 14:10
Das kommt sehr auf die individuelle Klinik, Dienststruktur und abzudeckende Bereiche an. Ich hab von alleine im Haus (inklusive Kreißsaal und Intensiv) mit 10 Monaten Berufserfahrung, bis zu zwei Jahren ohne Dienste verschiedenste Modelle gesehen. An meiner aktuellen Stelle macht man als Anfänger nach ca.
5 Monaten Nachtdienste, die sind aber mit Backup, da aufgrund der Größe der Abteilung immer mindestens 3 Anästhesisten Vordergrunddienst haben, davon mindestens ein Facharzt, je nach Teilklinik ist auch ein Oberarzt im Vordergrund.

hebdo
11.07.2020, 15:16
Danke für den Überblick. Ist mir sehr hilfreich. Klar gibt es eine große Streubreite zwischen den Abteilungen. Und je nach Personalsituation kann sich das auch schnell ändern.

papiertiger
11.07.2020, 15:21
An meinem ersten Haus (große Uniklinik) Dienste nach irgendwas zwischen 2,5 und 12 Monaten je nach aktuellem Bedarf, PJ-Vorerfahrung, individuellen Faktoren. Das Ganze aber in einer großen Dienstmannschaft mit zwei weiteren Assistenten und einem Facharzt im Vordergrund + einem OA, einem FA und einem Assistenten zusätzlich im Rufdienst + einer komplett abgekoppelt laufenden ITS. Die hatten zwar meistens alle gut zu tun, so dass man durchaus auch mal irgendwo wo es richtig zur Sache ging "alleine" stand, aber faktisch war man das eigentlich so richtig dann doch nicht.

Am aktuellen Haus (auch Uni, aber Bochumer-Modell-Sonderfall und deutlich kleiner) keine Hausdienste vorm Facharzt, Assistenten machen nur NEF und ITS. ITS-Einarbeitung beginnt irgendwann so +/- nach einem Weiterbildungsjahr und dauert je nach individuellem Bedarf und wie oft man zwischendurch wieder abgezogen wird ca. 3 Monate. Dann ITS Dienste alleine, eben mit zusätzlich einem Facharzt als Hausdienst anwesend. Manchmal gibt es zusätzlich einen Intensiv- und einen Palliativhintergrund im Rufdienst, aber nur dann wenn von den beiden Anwesenden keiner die entsprechende Zusatzbezeichnung hat. Gefühlt (auch als "erfahrener Atlassi") deutlich mehr alleine/deutlich mehr kritische Entscheidungen zu treffen, zumal man mit der Besetzung eben auch deutlich schneller mal an die Grenzen kommt und dann durchaus auch mal als Intensivdienst bei der Notsectio oder im Schockraum oder beim rupturierten BAA oder was auch immer steht wenn der andere bei etwas ähnlich bristanten gebunden ist.

davo
11.07.2020, 19:24
Bei uns gibt es zum Glück immer zwei bis drei Anästhesiologie-FÄ physisch vor Ort. Einen für den OP, einen für die Intensivstationen und manchmal auch noch einen dritten für die ZNA. Die eigentliche Frage kann ich leider nicht beantworten. Muss ich mal unsere Anästhesiologie-AÄ fragen.

Gersig
12.07.2020, 12:32
Große Uniklinik im Norden: Nachtdiensttauglich war man dort im Schnitt nach einem Jahr, nachdem man durch alle Bereiche durchrotiert ist (exkl. Herz-OP, Kinderklinik und ICU). Bei Personalmangel war man dann auch ohne Kreissaal diensttauglich (d.h., man wurde dann da auch nachts nicht hingeschickt).