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MissGarfield83
15.12.2018, 07:02
@grübler : Hätte hier bei prolongiertem Verlauf ans Serotonin Syndrom gedacht. Vielleicht mit starker opoider Komponente (miosis, hypoventilation). Dipi hat halt in Kombination mit anderen Medis ( z.b serotonerge Antidepressiva)da schon ein Risiko für. Zwar nicht so stark wie fentanyl oder Pethidin , aber durchaus möglich.

Grübler
15.12.2018, 14:34
[...] Ich würde das nicht zu akademisch angehen...

Das sehe ich in diesem Fall genauso. Ich glaube, die Kollegin hat sich da ganz schön Gedanken gemacht, die wahrscheinlich viel zu kompliziert waren...? So eine Rapid-Emergence kann schon anstrengend sein, wenn man "mit dem Bären ringen" muss ;-) Ein Serotonin-Syndrom halte ich bei den verwendeten Medikamenten für unwahrscheinlich; aber dass ausgerechnet Naloxon den Spuk beendet haben soll, finde ich auch verrückt :-??? Ich wäre zu gern dabei gewesen...

Eine Kollegin von mir hat vorhin noch etwas erzählt von späten Atemdepressionen nach Sufentanil (inklusive Reintubationen und Atemstillstand im Aufwachraum). Wir benutzen das hier halt intermittierend anstelle von Fentanyl. Auch gruselig.

tragezwerg
15.12.2018, 16:42
Man kann in diese (vermutlich oft multifaktoriell bedingten) Aufwachprobleme sicherlich alles und nix reininterpretieren.
Das begegnet einem ja regelmäßig, und jeder hat da so seine Herangehensweise. Ich sitze das gerne aus und gebe dem Patienten Zeit, wenn möglich. Ich habe aber auch ne Oberärztin, die gerne alles sofort antagonisiert. Macht halt jeder bisschen anders.

LasseReinböng
15.12.2018, 20:38
Eine Kollegin von mir hat vorhin noch etwas erzählt von späten Atemdepressionen nach Sufentanil (inklusive Reintubationen und Atemstillstand im Aufwachraum). Wir benutzen das hier halt intermittierend anstelle von Fentanyl. Auch gruselig.

Sufenta ist bei uns Standard...und zumindest mit der geringeren Tendenz zur Akkumulation doch eher günstiger als Fenta ( obgleich die sedierende Komponente bei Sufenta stärker sein soll). Habe noch nicht von "späten" Atemdepressionen speziell bei Sufenta gehört.

bxd39
16.12.2018, 12:29
Zu dem Thema hab ich eine (wie ich dachte ziemlich triviale) Frage, auf die ich aber bisher noch keine konkrete Antwort gefunden habe.

Was ist der Vorteil von Fentanyl gegenüber Sufenta? Für Allgemeinanästhesien nehmen wir Sufenta, für Analgosedierungen Fentanyl. Im Rettungsdienst gibts glaube ich auch nur Fentanyl.

Einige Kollegen meinten "Fentanyl macht weniger Atemdepression", die Literatur (in der ich überhaupt nur spärlich konkrete Aussagen dazu gefunden habe) sagt aber genau das Gegenteil. Sufenta würde weniger kumulieren, weniger atemdepressiv wirken und stärker sedieren.

https://www.ukr.de/imperia/md/content/kliniken-institute/innere-medizin-i/sops/intensiv-undnotfallmedizin/nt-anal.pdf
https://www.thieme-connect.de/products/ebooks/pdf/10.1055/b-0034-25725.pdf

Welches rationale Argument gibt es FÜR Fentanyl (vor allem im Rahmen von Analgosedierungen)?

WackenDoc
16.12.2018, 12:55
Evtl. die Kosten und Haltbarkeit?
Und Fenta ist das ältere Medikament. Gerade im Rettungsdienst behält man gerne das, was man kennt und was sich bewährt hat.
Und Fenta hat zwar eine geringere therapeutische Breite aber die Verdünnung in der Ampulle ist sehr günstig.

Lizard
16.12.2018, 16:26
Sufenta ist bei uns Standard...und zumindest mit der geringeren Tendenz zur Akkumulation doch eher günstiger als Fenta ( obgleich die sedierende Komponente bei Sufenta stärker sein soll). Habe noch nicht von "späten" Atemdepressionen speziell bei Sufenta gehört.

Ist bei uns auch Standard. Wenn so eine Re-Intubation mal nötig wird, dann meist, weil ein Anfänger/-in beim ersten zucken des Patienten den Tubus rausgezogen hat :-))

LasseReinböng
16.12.2018, 23:45
Eine Kollegin von mir hat vorhin noch etwas erzählt von späten Atemdepressionen nach Sufentanil (inklusive Reintubationen und Atemstillstand im Aufwachraum). Wir benutzen das hier halt intermittierend anstelle von Fentanyl. Auch gruselig.

Gibt's dafür irgendwelche Daten ? Die sog. "späte Atemdepression" kannte ich bislang nur im Zusammenhang mit einer epiduralen Opioidgabe und wir geben seit einigen Jahren tatsächlich keine Opioide mehr epidural (wobei auch hier Sufentanil günstiger abschneidet)...aber das ist alles nicht neu und steht in jedem 0815-Lehrbuch.

Das Patientin nach Extubation und Sistieren des Tubusreizes hin und wieder das Atmen einstellen ist sicherlich nicht spezifisch für Sufentanil.

LasseReinböng
16.12.2018, 23:49
Evtl. die Kosten und Haltbarkeit?
Und Fenta ist das ältere Medikament. Gerade im Rettungsdienst behält man gerne das, was man kennt und was sich bewährt hat.
Und Fenta hat zwar eine geringere therapeutische Breite aber die Verdünnung in der Ampulle ist sehr günstig.

Fentanyl findet bei uns nur Anwendung im Rettungsdienst und in der Kinderanästhesie, wo es von den kleinen Rackern wohl angeblich besser abgebaut werden soll als Sufentanil, wenn ich das richtig erinnere ?! Aber auch da ist es eher am Verschwinden.

Bille11
17.12.2018, 07:56
Ja, so kleine Racker tun sich schwer mit Sufenta... :-(
Ich vermisse Alfentanyl für Kurzeingriffe in der Kinderanä.

tragezwerg
17.12.2018, 09:37
Lustig, wie unterschiedlich die Meinungen sind.
Ich hasse Alfentanil. Ist für mich das unnötigste Opioid ;-)

Philip_MHH
17.12.2018, 09:45
Ich kenne im Saal bisher nur fenta und remi. Komm damit aber auch gut klar und eigentlich keine wesentlichen ( opioid verursachten ) aufwachprobleme. Sufenta hat nur die its bei uns

kut66
21.12.2018, 22:44
Kurz nochmal zum Thema Facharztprüfung:
Wurde jemand dabei zu den Themengebieten Intensivmedizin/chron.Sz-Therapie/Notfallmedizin befragt ? Alles was ich bislang aus persönlichen Gesprächen mitbekommen habe und auch was die Protokolle hier auf der Plattform hergeben ist ja schon sehr anästhesie-lastig.
Ist das generell "üblich", weil die anderen Gebiete eher den jeweiligen Prüfungen zur Zusatzbezeichnung vorbehalten sind, oder täuscht mein Eindruck ?

tragezwerg
22.12.2018, 05:28
Ist auch mein Eindruck, dass wenig Intensivmed etc. gefragt wird. Höchstens mal was wie "was ist der SOFA-Score" oder postop. Schmerztherapie bei chron. Schmerzpatienten. Notfallmedizin auch nur auf anästhesiebezogene Notfälle beschränkt.

Grübler
28.12.2018, 21:00
Völlig verrückt im Moment mit den PDAs bei mir. Ich möchte endlich mal wieder normale Punktionen haben ;-)

Geburtshilfliche PDA, Z.n. 20 Jahren Reiten. Die Wirbelsäule war ab nem halben Zentimeter unter der Haut hart wie Stein. Kein Durchkommen auf zwei Etagen für lange Zeit. Aufgeben ist ja keine Option morgens um 3 ;-P Irgendwann doch Glück, klassischer Loss, aber sehr unklassische Anatomie.

Testdosis 3ml Ropivacain 0,2%: das rechte Bein wird innerhalb von 1-2 Minuten taub, das linke kribbelt nur. Okay... Viertelstunde gewartet. Parästhesie geht wieder langsam zurück. Schisser, der ich bin, geb ich noch mal nur 3ml Ropi 0,2%. Das rechte Bein wird jetzt ganz taub, bei erhaltener Motorik. Das linke Bein kribbelt nach wie vor nur und außerdem gibts jetzt eine taube fleckförmige Stelle im rechten Unterleib. Die Wehenschmerzen sind aber auch weg - immerhin.

Was mag da passiert sein? Hat da irgendeiner ne vernünftige Erklärung? Für ne spinale Fehllage war das viel zu einseitig betont. RR-Abfälle gab es im Prinzip auch keine relevanten. Liquor war natürlich auch nicht aspirabel. Auf der anderen Seite ist der Wirkeintritt viel zu schnell gewesen für epidural..? Ich glaub, ich bin einfach nicht mehr geeignet für Geburtshilfe... ;-)

Vincenco
28.12.2018, 21:56
Vermutlich in einer Tasche gelandet und eben einseitig. Wie tief war denn der Loss und wie tief der Katheter drin?

MissGarfield83
29.12.2018, 06:36
@grübler: Bindegewebiges Septum? Lagerungsmanöver auch nicht hilfreich?

Grübler
29.12.2018, 13:03
LOR war bei 4,5cm, Kathetertiefe bei 12cm - etwas tief, aber ich war froh, dass ich drin war, und wollte um keinen Preis, dass das Ding wieder rausfliegt ;-)

Nachdem wir die Dame auf den Rücken gelegt hatten entwickelte sie ein ausgeprägtes Cava-Kompressionssyndrom mit RR-Abfall, sodass wir sie ohnehin auf die linke Seite drehen mussten (der RR erholte sich auch prompt wieder - die PDA war das sicher nicht). Trotzdem war die Betäubung v.a. rechtsseitig ausgeprägt. Das mit dem Lagern war also nicht erfolgreich.

Ich meine, insgesamt war sie schon schmerzbefreit vom Wehenschmerz - das war ein Erfolg. Aber die Verteilung und Geschwindigkeit waren nun wirklich .... interessant, finde ich.

Vielleicht hatte sie ja wirklich noch andere Anomalien im Wirbelkanal durch die Dauerbelastung beim Reiten; und sicherlich bin ich auch nicht wirklich median an mein Ziel gekommen. Dass ich ne komische Tasche erwischt habe, halte ich somit auch für wahrscheinlich. Aber irgendwie hat alles nicht so recht zusammengepasst - deswegen war ich dann doch sehr vorsichtig (man liest ja die gruseligsten Dinge ;-P )

mary-09
29.12.2018, 21:41
Ich würde da auch auf Wurzeltasche tippen. Und 7,5cm Kathetervorschub nach LOR ist natürlich auch ein Wort in meinen Augen. Ich hätte den wohl bei 10cm fixiert bzw. ihn auf 10cm zurückgezogen nachdem du bei 12cm diese so nicht gewünschte Wirkung hattest und dann nochmal eine Testdosis gegeben.
Aber hinterher ist man ja immer schlauer und manchmal funktioniert es auch einfach nicht so wie man sich das erhofft. Die Anatomie jedes Menschen ist eben doch irgendwo einzigartig :-nix

bxd39
02.01.2019, 19:45
An unserer Klinik ist das Team sehr jung. Mit 1,5-2 Jahren Berufserfahrung ist man häufig schon der dienstälteste Assistent von vieren.
Dadurch ist es relativ "normal", dass auch Jung-Assistenten größere Eingriffe betreuen. Heute wars extrem, weil eine Kollegin in ihrem 3. Monat ein Debulking betreut hat. Eine andere Kollegin meinte, dass in Debulkings anderswo ein Facharzt stehen würde.

Gibt es irgendwo eine "Richtlinie", in welchem WB-Abschnitt man welche beispielhaften OPs etwa betreuen sollte? Bzw. was sind so eure Erfahrungen? Mir fehlt dafür aufgrund o.g. Struktur komplett das Gefühl.