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Dem schliesse ich mich an. Trapanal und Konsorten verwende ich eigentlich gar nicht mehr. Ausnahme waren noch die Notsectios.
Same here.
LasseReinböng
16.05.2019, 10:06
Mein ehem. Chef war großer Trapanal-Fan, daher habe ich damit über 5 Jahre täglich gearbeitet...ist halt auch günstig, das Zeug. :-)
Für hämodynamisch instabile Patienten ist das Zeug natürlich nichts, aber da ist Propofol m.E. keinen Deut besser.
In einer Klinik, die Elektrokrampftherapie anbietet, wurde mit Methohexital gearbeitet. Das soll aber wohl nun auch nicht mehr produziert werden.
MissGarfield83
16.05.2019, 11:34
Mein ehem. Chef war großer Trapanal-Fan, daher habe ich damit über 5 Jahre täglich gearbeitet...ist halt auch günstig, das Zeug. :-)
Für hämodynamisch instabile Patienten ist das Zeug natürlich nichts, aber da ist Propofol m.E. keinen Deut besser.
Geb ich dir recht - nur dass Propofol auch in niedrigen Dosen zusätzlich zu einer ausreichenden Dosis Opiat nochmal die schönere Induktion ohne Freisetzung von Histaminen macht und nebenbei bei Paravasat nicht das ganze Gewebe killt ...
Dein Chef ist nicht zufällig in Augsburg?
MissGarfield83
16.05.2019, 11:35
In einer Klinik, die Elektrokrampftherapie anbietet, wurde mit Methohexital gearbeitet. Das soll aber wohl nun auch nicht mehr produziert werden.
Machen wir auch noch wegen des prokonvulsiven Effekts. Geht aber auch mit Diso - zwar weniger schön aber es geht ...
LasseReinböng
16.05.2019, 11:59
Geb ich dir recht - nur dass Propofol auch in niedrigen Dosen zusätzlich zu einer ausreichenden Dosis Opiat nochmal die schönere Induktion ohne Freisetzung von Histaminen macht und nebenbei bei Paravasat nicht das ganze Gewebe killt ...
Richtig, der ein oder andere COPDler wurde nach Einleitung auch erst einmal ein wenig "eng"...was sich aber mit Sevo/Iso rasch beheben ließ. ;-)
Bzgl. Paravasaten gibt es natürlich nichts zu beschönigen.
Dein Chef ist nicht zufällig in Augsburg?
Nein, gaanz kalt. ;-)
Moorhühnchen
16.05.2019, 12:59
och Hühnchen....:
https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RHB/2018/rhb-thiopental-inresa.pdf;jsessionid=247D2EB5DACFC8D9CBBBD7546DAD EDA7.1_cid319?__blob=publicationFile&v=4
Einfach öfter mal über den Main schauen...dein Chef wird auch nicht jünger ;-)Naja, das hier:
Sagt mal ist die Anwendungsbeschränkung von Thiopental noch in Kraft?hörte sich ja eher so an, als sei es was Neues. Die Anwendungsbeschränkung von 2018 ist ja jetzt nicht wirklich was Spezielles im Sinne von "Du sollst Trapanal nicht benutzen, weil es folgende Nebenwirkung macht..." und ich dachte damals, der Brief kam mitten in der Diskussion um die Verwendung des Medikamentes im Rahmen der Todesstrafe.
Wir nehmen es eigentlich auch nur noch im Rahmen der Notsectios, aber unser Chef benutzt schon seit längerem immer wieder auch Propofol und hat es jedem freigestellt.
Ob jetzt das Propofol in Bezug auf die Sterilität, um die es ja in dem Brief geht, einen Vorteil bietet? ;-)
agouti_lilac
16.05.2019, 15:50
Diese Vertriebs- und Indikationseinschränkungen beruhen auf der GMP-non-Compliance beim Hersteller des sterilen Wirkstoffs Lampugnani Pharmaceutici SPA, die von der italienischen Behörde AIFA am 17. Juli 2018 (Eudra-GMP Database Report No.: IT/NCR/API//1/2018) festgestellt wurde, wonach die Sterilität der betroffenen Arzneimittel nicht mehr in dem gebotenen Maß als gesichert bewertet werden kann.
Weiss da jemand was Genaueres? Finde ich jetzt irgendwie unbegreiflich.
Muss mal nachfragen, wie es bei uns ist - bin wegen Elternzeit raus.
Ich hab's ganz gern mal genommen.
Ich finde es sehr fragwürdig, wenn gerade die jungen Kollegen nur noch Narkose mit Propofol können; kein Midazolam, kein Trapanal... . Sind dann 2-3 Jahre dabei und können dann gar nicht mit anderen Hypnotika umgehen, wenn's nötig sein sollte.:-nix
MissGarfield83
16.05.2019, 15:57
Ich finde es sehr fragwürdig, wenn gerade die jungen Kollegen nur noch Narkose mit Propofol können; kein Midazolam, kein Trapanal... . Sind dann 2-3 Jahre dabei und können dann gar nicht mit anderen Hypnotika umgehen, wenn's nötig sein sollte.:-nix
Ich fand es wichtig zu wissen wie es sich anfühlt mit unterschiedlichen Narkotika zu arbeiten - was mir noch in meiner Sammlung fehlt ist halt Eto. Je mehr man seinen Werkzeugkasten kennt desto maßgeschneiderter kann man Narkose machen. Entweder deine Kollegen kommen noch auf den Trichter oder sie bleiben immer da stehen wo sie sind ... entweder man hat Bock sich mit dem Fach und den Möglichkeiten auseinanderzusetzen oder man lässt es. Dafür bedarf es aber einer gewissen Neugier und eines gewissen Spieltriebes ...
agouti_lilac
16.05.2019, 16:09
Ich fand es wichtig zu wissen wie es sich anfühlt mit unterschiedlichen Narkotika zu arbeiten - was mir noch in meiner Sammlung fehlt ist halt Eto.
Jo, sehe ich auch so! Eto hab ich 2x gesehen, gibt's wohl noch in irgendeiner Schublade im Keller und kann dementsprechend nicht damit umgehen.
Je mehr man seinen Werkzeugkasten kennt desto maßgeschneiderter kann man Narkose machen. Entweder deine Kollegen kommen noch auf den Trichter oder sie bleiben immer da stehen wo sie sind ... entweder man hat Bock sich mit dem Fach und den Möglichkeiten auseinanderzusetzen oder man lässt es. Dafür bedarf es aber einer gewissen Neugier und eines gewissen Spieltriebes ...
Problem sind da durchaus die Aufsicht und noch mehr die Pflege: da wird man schon schief angeguckt, wenn man etwas anders als Schema F machen will. Und als junger Kollege hat man noch nicht die cojones, um sich da durchzusetzen.
Ich hab bei der Einarbeitung von jungen Kollegen auch ein paar Mal versucht, denen Trapanal nahe zu bringen - die waren allesamt nicht begeistert und wollten das eigentlich nicht. Vielleicht waren die einfach insgesamt noch zu unsicher. :-nix
MissGarfield83
16.05.2019, 16:28
Auf einer meiner vorangehenden Stellen konnten die Youngster nur TCI Tiva - Narkose mit Fentanyl, Rapifen oder anderen schnuckeligen Medis - Fehlanzeige. Auch hier wurde die Pflege etwas unleidlich wenn man anders Narkose machte als immer schon gewohnt. Und die jungen Kollegen waren einfach sehr unsicher und zogen sich auf das zurück was sie kannten ...
Vincenco
16.05.2019, 18:18
Das ist ist ja auch dann ok. Wenn man nicht die große Erfahrung hat nimmt man das was man kennt.
Eto hab ich auch erst einmal in Aktion gesehen. Sufentanil noch nie und Rapifen nur einmal. Das liegt aber auch einfach daran das die Häuser in denen in bisher war die Medis halt einfach nicht haben.
Autolyse
16.05.2019, 19:31
Wir haben Thiopental und benutzen es bei Soja-/Nussallergien und manche Kollegen, wenn der Patient beim letzten Mal einen außergewöhnlich hohen Hypnotikabedarf zur Einleitung hatte. Standard ist hier entweder Fentanyl oder Alfentanil. Remifentanil haben wir, wird aber kaum genutzt und Sufentanil gibt es nur auf Intensiv. Mit Midazolam oder Ketamin kann ich nicht umgehen und ist auch nicht erwünscht. Dafür gibt es Etomidat und wird bei Patienten mit ausgeprägter Aorten- oder Mitralklappenstenose. Die bekommen je nach Gewichtsklasse 0,5-0,8mg Fentanyl bis Kommandoatmung eintritt und dann 0,2mg/kgKG Etomidat. Finde ich immer wieder faszinierend wie brettstabil der Druck ist: Weder gibt es einen Abfall noch geht der Patient bei Laryngoskopie durch die Decke.
Schorsche
16.05.2019, 19:44
Mal 'ne ganz blöde Frage aus der Pädint-Ecke: mit welchem Hintergrund nutzt ihr Midazolam im OP? Opiat/Propofol sparen oder als Kombination mit regionalen Verfahren oder was ganz anderes, von dem ich nicht weiß (Relaxans sparen)? Ich kenn's ja nur zur Analgosedierung auf der Intensiv...
100% Zustimmung
Ich fand es wichtig zu wissen wie es sich anfühlt mit unterschiedlichen Narkotika zu arbeiten - was mir noch in meiner Sammlung fehlt ist halt Eto. Je mehr man seinen Werkzeugkasten kennt desto maßgeschneiderter kann man Narkose machen. Entweder deine Kollegen kommen noch auf den Trichter oder sie bleiben immer da stehen wo sie sind ... entweder man hat Bock sich mit dem Fach und den Möglichkeiten auseinanderzusetzen oder man lässt es. Dafür bedarf es aber einer gewissen Neugier und eines gewissen Spieltriebes ...
MissGarfield83
16.05.2019, 20:09
@ schorsche : Prämed ( v.a. die Kinder als Saft ), ggf. Sepsis / hämodynamisch instabile Einleitung ( hier + Ketanest ) - wobei je nach OA auch mal gern die HighdoseFentanyl+Diso+Arterenoleinleitung gewünscht ist, Sedierung zur Anlage RA, Sedierung während RA - wobei auch das Geschmackssache ist. Wenn du sie nur antitschen willst ist Dormicum ganz nett, wenn du sie kontinuierlich sedieren willst lieber etwas kurzwirksames, besser steuerbares wie Propofol oder Dexdor
tragezwerg
16.05.2019, 20:15
Mal 'ne ganz blöde Frage aus der Pädint-Ecke: mit welchem Hintergrund nutzt ihr Midazolam im OP? Opiat/Propofol sparen oder als Kombination mit regionalen Verfahren oder was ganz anderes, von dem ich nicht weiß (Relaxans sparen)? Ich kenn's ja nur zur Analgosedierung auf der Intensiv...
In Kombi mit Ketamin zur Analgosedierung (oder Narkose bei Traumapatienten etc.), oder auch mono zur Sedierung bei Regionalen, außerdem bei agitierten Patienten, damit sie sich überhaupt zur Narkose bereit erklären ;-)
Bei uns gibt es alles...Thio, Ketamin, Eto, Propofol, Mida und alle denkbaren Opioide. Wobei Eto keiner mehr benutzt.
Aber auf Rapi könnte ich verzichten. Finde ich ein ganz furchtbares Opioid, ich nehm auch für ambulante Patienten lieber was länger wirksames wie Fenta.
Moorhühnchen
16.05.2019, 20:15
Ich fand es wichtig zu wissen wie es sich anfühlt mit unterschiedlichen Narkotika zu arbeiten - was mir noch in meiner Sammlung fehlt ist halt Eto. Je mehr man seinen Werkzeugkasten kennt desto maßgeschneiderter kann man Narkose machen. Entweder deine Kollegen kommen noch auf den Trichter oder sie bleiben immer da stehen wo sie sind ... entweder man hat Bock sich mit dem Fach und den Möglichkeiten auseinanderzusetzen oder man lässt es. Dafür bedarf es aber einer gewissen Neugier und eines gewissen Spieltriebes ...Was ich wirklich krass finde, wie sich das Arbeiten an sich in den letzten 10 Jahren so verändert hat. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das nach "nur" 10 Jahren mal so sagen würde, aber als ich angefangen habe, hatten wir einen bunten Strauß an Gerätschaften, die es alle zu beherrschen galt.
Wir hatten Trajan-Wandmodule, Sulla, Cato, Primus, Fabius tiro und wie sie alle hießen. Die wurden dann 2010 alle abgeschafft und es gab überall nur noch Primus und Pallas, die ja recht einheitlich zu bedienen sind. Dann habe ich nach meinem ersten Wechsel noch nen Aysis (oder wie der hieß) kennengelernt. Und im dortigen Kreißsaal gab es nen Sulla, vor dem die meisten Kollegen - auch dienstältere - "Angst" hatten, weil sie ihn eben noch nie bedient hatten, aber es dann beim KRS-Notfall plötzlich können sollten, ohne ihn jemals im Routinebetrieb benutzt zu haben. Da war ich ein wenig stolz auf unseren zuvor verfluchten, bunten Gerätepark. ;-) Es stand wirklich in JEDEM Saal ein anderes Gerät!!
Ebenso geht es mir mit den Regionalen, die ich damals noch ohne Sono gelernt habe. Schön, es mal so gemacht zu haben, auch wenn es mit deutlich besser geht! :-)
Ich habe Propofol, Trapanal und Eto "gelernt", nur Ketanest war nirgends so wirklich in Benutzung. Schade eigentlich.
Wie sich da wohl Kollegen fühlen, die deutlich länger im Metier sind? :-oopss
tragezwerg
16.05.2019, 20:21
So geht es mir auch oft...hab auch noch mit Trajan, Cato und Konsorten gelernt. Jetzt gibt es überall nur noch Primus und Perseus. Ich muss manchmal schmunzeln wenn unsere Anfänger völlig entsetzt sind dass der Fabius im MRT noch Rotameter hat. Oh Schreck!
Moorhühnchen
16.05.2019, 20:26
Hehe, ja und dann hab ich ja 2015 zum vorerst letzten Mal die Stelle gewechselt und war die ersten 2 Wochen im Gynsaal mit nem Perseus. Dann Wechsel in die Allgemeinchirgie und plötzlich stand da ein Zeus.... was hab ich nach dem Reinfahren in den Saal den Vapor gesucht!! :-)) :-)) :-)) :-oopss
Chef angerufen, der kam geflitzt und hat sich halb totgelacht! :-blush
Ich glaube, in der Anästhesie wird man sehr schnell "alt", was das angeht.
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