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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für Anästhesisten



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_calendula_
26.06.2022, 20:27
Unter 18 Monaten Erfahrung als Arzt finde ich ITS SEHR sportlich. Sportlich ist es auch nach 18 Monaten noch schnell dienstfit zu sein auf der ITS.

anignu
26.06.2022, 22:35
Kommt auch auf die Einarbeitung und das Klientel auf der ITS an. Ich hab inzwischen lernen dürfen dass ITS auch mal ganz entspannt sein kann wenn es z.B. in dem Haus keine IMC gibt. Dann kommt alles was auch nur annähernd einen Perfusor oder eine gewisse Überwachung braucht auf die ITS. Gern auch mal mit unter 50% tatsächlich intensivpflichtigen aber dafür überwachungspflichtigen Patienten. Und die ECMO-Leute sollen dann die Internisten betreuen, ist ja ein internistisches Problem... Ich hatte mal ein paar Monate Dienst auf so einer Intensivstation und nachts nachdem der Papierkram erledigt war meist von ein bis sechs Uhr nachts geschlafen.

Was ich sagen will: wie fast immer sind die Angaben irgendwo zu rudimentär um das sinnvoll beurteilen zu können. Ja, kann sein dass es sehr früh ist. Kann aber auch sein dass der Support außenrum mit erfahrenem Internisten auf ITS und OA mit spezieller Intensivmedizin auch im Haus ganz gut sein kann. Ich könnte bei so wenig Angaben keine sinnvollen Aussagen treffen.

D.Hollywood
26.06.2022, 23:04
Du bist nicht zufällig in einer Klinik in BaWü? Und du bist auch gleichzeitig für den Kreißsaal/ perdiurale Katheter zuständig und bist deshalb anfangs im Gyn Saal und machst dort viele Spinale? Kommt mir iwie bekannt vor was du berichtest …


Hallo!
Bisher war ich nur stille Mitleserin hier aber nun möchte ich einmal euren Rat bzw. Eure Erfahrungen hören.
Und zwar geht es um das Arbeiten auf der Intensivstation und um den Zeitpunkt des Einsatzes und vor allem wann ihr oder in eurem Haus die ersten Dienste dort gemacht habt/ werden.
Ich bin seit Februar in der Anästhesie zur Assistenzarztausbildung, dies ist meine erste Stelle und seit knapp 1 Monat ist meine Op Ausbildung soweit ,dass ich einen Saal selbstständig führe,zuvor war noch immer ein erfahrener zur Ein und Ausleitung meist dabei. Das ist auch alles sehr gut verlaufen.
Jetzt soll ich jedoch nach meinem Urlaub auf die Intensivstation und dort für ca 4-5Wochen eingearbeitet werden um dann Ende August mit den 24h Diensten zu starten. Davor habe ich ziemlich Respekt. Bei meiner Bewerbung hieß es damals vor Oktober November kommt die Intensivstation nicht,durch den Personalmangel ändert sich natürlich einiges,was ich verstehe.
Das Problem ist nur,dass ich keine Vorerfahrung habe,nicht im Rettungsdienst war wie mein Kollege,der mit mir angefangen hat und dem dasselbe blüht und das was mich am meisten stört ist,dass die Einarbeitung auf Intensiv wohl nur sehr larifari ablaufen soll. Natürlich hängt es auch stark von einem selbst ab wie viel man einfordert,das weiß ich.
Unsere Intensivstation hat über 30 Betten und betreut auch ECMO Patienten,nachts ist der Diensthabende dort alleine .
Ist das normal,dass man in der Anästhesie schon so früh nach gerade mal nem halben Jahr Op Einarbeitung schon auf der Intensivstation für Dienste eingesetzt wird? Wie ist es bei euch ? Reagiere ich über oder mache ich mir berechtigte Sorgen? Mein zukünftiger Oberarzt auf Intensiv meinte auf meine Frage nach Reanimationstraining nur,ach das kannst du schon und einmal schaffen wir es bestimmt noch ein Szenario durchzuspielen vor dem Dienst ��

Matzexc1
27.06.2022, 13:33
Meine eigene Erfahrung:
Grund und Regelversorger, Kreißsaal wegen Hebammenmangel und fehlender pädiatrischer Bereitschaft geschlossen.
Ich selbst mit 18 Monaten Erfahrung im OP eines Maximalversorgers

ITS/IMC Kombi mit maximal 9 Betten, die internistischen IMC Patienten betreuen die Internisten. Ins Haus gekommen dann 4 Wochen OP, nach 2 Wochen Einarbeitung auf ITS der 1.Dienst mit LOA im Hintergrund. Ich hab das Telefon häufig genutzt, jetzt nach über 7 Monaten(davon 4 Monate rein auf ITS) ist es gut, trotzdem greife ich zum Telefon wenn ich nicht weiterkomme

15 Betten plus ECMO im Dienst und eine Einarbeitung von 4 Wochen nach insgesamt 6 Monaten Berufserfahrung.... heikel.
Dann ruf deine Hintergründe solange an bis du dich sicher fühlst...und wenn es nachts um 4 ist, so sicherst du dir nämlich auch selbst den Hintern ab

agouti_lilac
05.07.2022, 13:36
Hallo,
ich frage mal in die Runde: welche Themen(gebiete) der Intensivmedizin sind wichtig für die Facharztprüfung?
Ich habe Sorge, dass ich mich zu sehr in die Tiefe verrenne - will ja nicht die ZB ablegen.

Danke!

Kiddo
05.07.2022, 14:46
Falls du Zugang zu Springermedizin haben solltest, schau mal unter den Online First Artikeln der Anästhesiologie, da sind erste Fälle aus dem kommenden Heft Facharzttraining anästhesiologische Intensivmedizin verfügbar.

Philip_MHH
05.07.2022, 14:54
Ansonsten 1000 fragen und hier bei Medilearn die Prüfungsdatenbank. Gibt einen guten Überblick was gefragt wird

Aiko
05.07.2022, 20:03
Hallo,
ich frage mal in die Runde: welche Themen(gebiete) der Intensivmedizin sind wichtig für die Facharztprüfung?
Ich habe Sorge, dass ich mich zu sehr in die Tiefe verrenne - will ja nicht die ZB ablegen.

Danke!

Auf jeden Fall die Klassiker: ARDS, Sepsis und Pneumonie (Community-acquired vs. hospital acquired, grobe Idee welche kalkulierte antiinfektive Therapie du ansetzen würdest). Gelegentlich kann es einem passieren dass man mal nen Röntgen-Thorax oder ein EKG befunden soll.

Bille11
05.07.2022, 20:16
Auf jeden Fall die Klassiker: ARDS, Sepsis und Pneumonie (Community-acquired vs. hospital acquired, grobe Idee welche kalkulierte antiinfektive Therapie du ansetzen würdest). Gelegentlich kann es einem passieren dass man mal nen Röntgen-Thorax oder ein EKG befunden soll.

Atemstörungen, Beatmung und die dazugehörigen Felder, ja.. bis hin zu notfallmässiger Intubation (wie im ITS-Setting (Medikamente, Vorbereitung) und BGA-Interpretation, Ursachensuche für bestimmte Gas-Konstellationen

Dazu dann noch gerne genommen:
Akute (Massen-)Blutung: (Trauma-)Versorgung, Blutprodukte, Gerinnungspräparate & orientierend deren Wirkweise & Stellenwert, Einordnung der Gabe in Dringlichkeit (sowohl unter dem Aspekt Trauma, Gynäkologisch als auch Viszera-/Gefässchirurgisch zu sehen)

Nierenversagen mit den diversen Konstellationen (Ort, Ursache, BGA, Elyte) und Ansatz der Therapiemöglichkeiten (Schleifendiuretika böse/toll, CVVHDF wann? wann nicht? (wann habt ihrs gemacht, will man dann gerne wissen))..

Halt die grossen 4 der ITS:
Atmung, Sepsis, Niere, Blutung - und im Falle immer schön erklären, wie ihr es gemacht habt. Mehr will man nicht wissen. Nur dass Du da weisst, was Du tun sollst und für die Akutsituation kompetent die Bude stabil hältst.

Moni Ka
05.07.2022, 23:04
Hallo Anästhesie Forum,

Eine Freundin hat 3jahren Ansthäsie mit Intensiv Erfahrung gemacht und sie möchte von Frankreich nach Deutschland ziehen und in der Innere Medizin arbeiten. Sie fragt, ob diese drei Jahren mit intensiv Erfahrung komplett für die innere angerechnet werden oder nur einen Teil?
Bundesland : Nordrhein-Westfalen

Coxy-Baby
05.07.2022, 23:51
Diese Frage wäre ja dann eher was für das Innere Forum oder?
Wenn Sie 6 Monate Intensivmedizin hat kann Sie sich ja das vielleicht anrechnen lassen.
Ansonsten gibts auf der Ärztekammerseite eine Weiterbildungsordnung zum genauen nachlesen.

][truba][
06.07.2022, 04:33
Im Zweifel könnte man, Vorsicht jetzt kommt eine verrückte Idee, die Ärztekammer des entsprechenden Bundeslandes fragen!?

pineapple
06.07.2022, 20:03
In BaWü bekommst du gar nichts angerechnet, die Anästhesiologische Intensiv zählt auch nicht. Dein Weiterbilder war wahrscheinlich auch Anästhesist und kein Internist und die Abteilung anästhesiologisch geführt. Auf so Kleinigkeiten kommt es da halt an

Whatisgoingon
11.07.2022, 18:17
Hallo, liebe Kollegen und Kolleginnen!
Ich will mich im Voraus entschuldigen, dass ich zu einem komplett anderen Thema übergehe. Es handelt sich um die sog. Regionalanästhesie. Ich finde alle diese Blöcke extrem schwierig, es fällt mir so schwer, unmittelbar nach der Punktion die Nadel zu finden. Sobald ich sie gesehen habe, kann ich sie in den meisten Fällen auch gut steuern, aber bis ich sie auf dem Monitor sehe, dauert es sehr lange, und das Da Beisein eines Oberarztes macht es sogar schlimmer, denn ich komme unter Panik. Bei der ateriellen Punktion unter Ultraschall geht's mir ähnlich

Kommt euch das bekannt vor? Habt ihr Tipps?

Philip_MHH
11.07.2022, 18:39
Guter Tipp für die Praxis: Üben. Klingt banal, ist aber so. Eventuell kannst du auch mal einen Sono Kurs besuchen, dass du noch etwas mehr Grundlagen und Handling lernst. Aber am Ende lernt man schallen nur durch schallen

Brutus
11.07.2022, 18:50
Üben! Üben! Üben!
Und wenn Du denkst, Du kannst es: Weiterüben!
Bei langweiligen Narkosen einfach mal den Patienten schallen. Halsgefäße, periphere Gefäße, Nerven, Plexus, einfach alles, wo man drankommt.
Und dann bei der Punktion richtig gucken: stimmt der Winkel, die Stichrichtung, die Ausrichtung vom Schallkopf. Und am Anfang nicht nervös machen lassen. Wenn es anfangs etwas länger dauert, ist das halt so. Aber wenn Du am Anfang die Koordination richtig machst, dann ist der Rest wirklich leicht.

SevoFlow
22.07.2022, 20:36
Hi liebe Gasfrauen und Gasmänner,

ich bin jetzt seit knapp einem Jahr Assi in der Anästhesie.
Bis auf die "Standard-Narkosen" denke ich auch zunehmend über "unkonventionelle" Kombinationen von Einleitungsmedikamenten nach, gerade bei speziellen Situationen oder speziellen Patienten.

Die klassische Einleitung im Saal ist vermutlich bei den Meisten:
Opioid
Hypnotikum (zu 99% Propofol, Trapanal nehme ich z.B. bei Schwangeren oder Soja /Erdnussallergie, Etomidat bei EF20% u.Ä)
ggf. Relaxans

Die Kombi Ketanest S und Dormicum nehme ich beispielsweise bei Schulterrepositionen bei nüchternen Patienten die aber einen ISB ablehnen.

Bei Sectios nehme ich Trapanal und Succi (manchmal Ketanest-S dazu), manche nehmen bei uns auch Propofol für die Sectio.

Mich würde interessieren wann Ihr / wann man generell:

Ketanest + Dormicum zum richtigen Einleiten verwendet(also nicht nur zur Schulterrepo)?
Mir fällt da eigentlich nur die Notfalleinleitung Präklinisch ein, der instabile Patient der kardiovasc. oder volumentechnisch schlecht ins Rennen startet, oder bei sehr kurzen Sachen, oder aber bei ehemals Opioid Abhängigen als Ersatz fürs Opioid.
Gibt es sonst noch klassische Indikationen?

Dormicum als Hypnotikum (statt Propofol) zusammen mit einem Opioid zur Einleitung zu nehmen, kenne ich vor allem bei starkem Volumen Mangel und/oder Kardinal eingeschränkten Patienten (wobei man da natürlich auch Etomidate nehmen könnte, wenn nicht gerade ein septischer Patient ist).

Wann benutzt ihr zum Einleiten die Kombi aus Opioid + Ketanest (als Einleutungshypnotikum)?
Gibt es dafür gescheite Gründe bzw Indikationen? Auch da denke wieder an den Volumenmangel und/oder die geringe Kardiovasc. Belastbarkeit bei vorhandener Einschränkung.

Wie seht Ihr das?

Fallen Euch sonst noch unkonventionelle Kombinationen ein oder solche die selten genutzt werden.
Ich möchte die jetzt nicht alle im selektiv Programm austesten, aber ich möchte wenigstens im Kopf haben wann so etwas sinnvoll wäre oder welche Situationen einen zumindest. mal darüber nachdenken lassen sollten.

Whatisgoingon
23.07.2022, 00:13
Hallo und danke, dass du dieses spannende Thema ansprichst. Ich bin schon 1 Jahr und 6 Monate in der Anästhesie und muss zugeben, dass ich bis auf 2 oder 3 Situationen keine Gelegenheit und Zeit hatte , andere Medikamente(also andere als Opioid und Propofol) in der Einleitung
zu benutzen. Ich habe insgesamt 3 Einleitungen bei nicht nüchternen Patienten gehabt, die hypoton im Rahmen einer Sepsis waren aber kardialnicht besonders schlecht dran waren, und die habe ich mit Opioid(Sufenta in einer höheren Dosierung), Esketamin(25mg)und sehr wenig Propofol eingeleitet. Das hat auch gut geklappt und die sind kreislaufstabil geblieben.
Ich muss zugeben, ich habe sehr wenig Erfahrung mit Benzodiazepinen, da die im normalen Alltag im Saal bei uns selten zum Einsatz kommen. Da muss ich mir mehr Mühe geben, aber ich würde ungern Medikamente ausprobieren, mit denen ich mich nicht auskenne, ohne dass ein OA dabei ist, was aktuell bei uns sehr sehr schwierig ist wegen schlechter Besetzung.
Ich habe vor allem bei alten, zerbrechlichen Patienten, die eine RSI benötigen, Angst, dass sie nach der Einleitung, trotz Nora Perfusor, keinen Blutdruck mehr haben. Hat jemand Tipps, was Dosierungen betrifft?
Und noch etwas, was ich gerne mit euch teilen möchte - ich finde Spaß bei Schwangeren so extrem schwierig, man kann nichts Tasten, die machen oft nicht gut mit. Bei Knochenkontakt, zieht ihr die Nadel raus und geht eine Etage höher oder ändert ihr die Stichrichtung, ohne die Nadel komplett rauszuziehen?
Danke und viele Grüße

tragezwerg
23.07.2022, 07:12
Ich nutze Mida/Keta vor allem bei instabilen Notfallpatienten, außerdem bei Patienten mit Mitochondriopathie etc. (durch das Stoffwechselzentrum an der Klinik sehen wir die gar nicht so selten), die kein Propofol bekommen dürfen.
Thiopental benutzen wir außer zur akuten ICP-Senkung gar nicht mehr zum Einleiten, die Schwangeren kriegen Propofol.
Etomidat wird hier gar nicht mehr benutzt. Kardial schwer eingeschränkte Patienten bekommen low dose Propofol in Kombi mit Mida und Keta.
Zum Thema Spinale: ich ziehe bei Knochenkontakt die Nadel nur zurück und verändere den Einstichwinkel ein wenig. Wenn du gar nix tasten kannst ist das Sono sehr hilfreich um den "Korridor" darzustellen, wo punktiert werden sollte.

maxz
23.07.2022, 11:01
Da gibts ja alle möglichen Kombinationen, die du nehmen kannst. Variiert einfach auch je nach persönlicher Erfahrung und Klinikstandard. Elektive Einleitung bei hochgradiger kardialer Einschränkung bei uns Sufenta + Keta + Propofol low dose. Ansonsten auch Sufenta + Mida +Keta mit multiplen Variationen in Dosierungen. Mal mehr mal weniger von jeder Substanz. Bei gesunden kardial nicht hochgradig schlechten Patienten im Schock geht auch einfach Sufenta + Ketamin. Also wie gesagt, man kann da alles kombinieren. Die Studienlage ist da halt auch variable. Du kannst auch Ketamin Mono einleiten. Geht alles. Nimmst du Opioid oder Mida dazu, kommt es natürlich eher zur Hypotonie als ohne diese. Ohne Opioid machen wir bei uns in der Klinik eigentlich kaum was.