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anignu
23.10.2021, 12:12
Ich denke man muss klar unterscheiden zwischen Sachen die sowieso sehr günstig sind als Einmalsachen und Dingen die sehr hochwertig sein müssen. Und dann gibt es Grenzfälle.
Ich kenne eine Klinik in der es mehrfach verwendbare OP-Kittel gab, aber das ist ca. 10 Jahre her und die wurden entsprechend geflickt, aufbereitet etc. ich glaub heutzutage ist das aufgrund zunehmend hygienischen Anforderungen schwierig. Bei Abdeckungen, Spritzen etc. denkt sowieso keiner mehr drüber nach noch mehrfach verwendbare Sachen zu haben. Skalpelle sind relativ. Im OP nimmt man gelegentlich noch wiederverwendbare Skalpellgriffe mit Einmalklingen her, ansonsten halt Einmalskalpelle. Und in den Bereichen wie Notaufnahme und Station sind angeblich im Verlauf so viele mehrfach verwendbare Pinzetten, Scheren und Nadelhalter verschwunden, incl. des Aufwandes der Logistik der Sterilisation, Wiederbeschaffung, Bevorratung und Kontrolle auf Ablaufdatum dass es sich einfach nicht rentiert und man lieber auf Einmalartikel zurückgreift. Ich kann eine Klinik auch verstehen dass sie lieber Material kauft das nicht Füße bekommt als die teuren Sachen.
Im Gegensatz dazu stehen die hochwertigen Materialien in OP-Sieben. Da geht man keine Kompromisse ein sowohl aufgrund der Qualität als auch weil es so viele verschiedene sind dass sich es keine Kostenvorteile gäbe da es keine Massenproduktion wird...
Ich versteh damit die Entwicklung ehrlich gesagt, vor allem auch aus hygienischer Sicht.

Interessant wäre es schon sich zu überlegen wo Krankenhäuser umweltfreundlicher werden könnten. Die Diskussion hatten wir gestern auf Intensivstation. Wieso stehen die Geräte bei nicht genutzten Betten alle auf StandBy zum Beispiel. Sind halt alles ein kleiner Tropfen auf einen heißen Stein.

Moorhühnchen
23.10.2021, 12:24
So aus Interesse: was in diesen Sets war dann alles Mehrweg-Material?
Zu allererst einmal das Tuch, in das sie eingewickelt waren. Die Töpfchen für die Desi, Zangen zum Greifen der raufgeworfenen Einmaltupfer. Akut fällt mir jetzt nach 11 Jahren nicht mehr ein, aber da war sicher noch das ein oder andere Mehrfachteil drauf. ;-)
Problem war halt, dass jemand sie neben der gewöhnlichen Arbeit als Anästhesiepflege packen musste!

_calendula_
23.10.2021, 13:04
Wiederverwendbare Kittel auf chirurgischer Seite kenne ich auch.
Aber wiederverwendete Wärmedecken für die Patienten, die am Tisch unter die Patienten gelegt werden, sind irgendwie nicht mein Geschmack.

Shizr
25.10.2021, 15:26
Aber wiederverwendete Wärmedecken für die Patienten, die am Tisch unter die Patienten gelegt werden, sind irgendwie nicht mein Geschmack.
Ich liebe die Teile.

Zumindest gefühlt deutlich effizienter als z.B. die Papierdecken, die drübergelegt werden.

Und, ganz ehrlich: Nach einmal zertifizierter Kochwäsche sind die auch wieder genau so sauber wie die Bettwäsche, die ja auch vollgekotzt, vollgeschissen und vollgeblutet in die Wäscherei geht.

agouti_lilac
25.10.2021, 15:42
... wie die Bettwäsche, die ja auch vollgekotzt, vollgeschissen und vollgeblutet in die Wäscherei geht.

Boah, was mir da schon begegnet ist!! Aber ich bin wohl indolent genug... jedenfalls bringe ich nicht meine eigene Bettwäsche und teils Kissen und Decke mit wie einige meiner Kollegen. :-peng

Whatisgoingon
25.10.2021, 16:53
Hallo, liebe Kollegen und Kolleginnen!
Ixh weiß dass wir einer Fachrichtung angehören, wo man generell früh aufstehen muss, egal ob man das mag oder nicht. Was ich aber in den letzten zwei Wochen merke-es fällt mir zunehmend schwer, im Laufe des Tages nicht müde zu sein. Ich habe zum Beispiel letzte Woche sehr ungeduldig auf den Mittwoch gewartet, da ich Spätdienst hatte und etwas ausschlafen konnte. Es könnte auch daran liegen, dass ich am vorletztes Wochenende Dienst am Samstag(24 Stunden) hatte und nachher die ganze Woche durchziehen musste.
Kommt euch das bekannt vor? Oder bin ich die einzige faule Anästhesistin? Was mir auch nicht gefällt, ist dass ich mich so fühle, obwohl ich keine Kindrt habe, die mich bis spät wach bleiben lassen würden.
Ich freue mich, mir eure Erfahrungen anzuhören!!!

Matzexc1
25.10.2021, 18:34
Kommt mir sehr bekannt vor, je länger die Woche ist desto stärker schlimmer wird es. 24h Dienste schaffen das je nach Arbeitsaufkommen noch zusätzlich.
Wie gut sind bei euch die Dienstbetten und -zimmer?


Seitdem ich Kaugummi kaue sind wenigstens die Kopfschmerzen weg und ich fühle mich auch nachmittags weniger müde

Bille11
25.10.2021, 18:36
Mir hat da oft geholfen, das (doch eher reichhaltige) Klinikessen sein zu lassen, eine leichte Mahlzeit (im Sinne Skyr, Obst, Haferflocken, dazu dann höchstens Süsskram) zu essen. Schon war ich weniger müde. Man inhaliert in seiner Pause halt die Kalorien so in sich hinein und ist vorher müde wegen Unterzucker und hinterher müde wegen postprandialer Zustände.

Brutus
25.10.2021, 19:04
Wie gut sind bei euch die Dienstbetten und -zimmer?

So sieht es aus, wenn man auf eine 2*1 Meter große Matratze ein Spannbetttuch für ein 90*190 Meter Bett aufzieht...

33088

Fragen? :-nix

D.Hollywood
25.10.2021, 19:14
Da würd ich mir ein Bett auf der privatstation mit Flachbildfernseher, Wlan, kuschelkissen und minibar geben lassen. :D

kartoffelbrei
25.10.2021, 19:20
Mir hat es sehr geholfen, auf 80% zu reduzieren... :D

Matzexc1
25.10.2021, 19:34
@ Brutus ist es wenigstens ruhig in diesem Zimmer?:-))

Die Anschaffung eines Schrankbettes hat bei meinem letzten Arbeitsplatz 8 Monate gedauert, die restliche zeit schlief man auf dem Verbindungsflur wo ZNA,Intensivstationen und der OP lagen.

@kartoffelbrei das plane ich ab FA

tragezwerg
26.10.2021, 04:55
Ich hatte noch nie ein Dienstzimmer, das guten Schlaf förderte... Automatiktüren, die an die Wand des Zimmers schlagen, kein Fenster, kaputte Matratzen, Zimmer direkt neben der Notaufnahme, sehr hellhöriges Zimmer neben dem Dienstzimmer des Teleradiologen (der die ganze Nacht telefoniert), Gerontopsychiatrie nebenan mit schreienden Patienten, etc. pp., um ein paar Beispiele zu nennen. Manche Kollegen schlafen aus Verzweiflung auf dem Sofa im Oberarztbüro oder Aufenthaltsraum usw., weil es da wenigstens ruhig ist.

D.Hollywood
26.10.2021, 17:24
Ich fühle mich nach einem normalen Arbeitstag schon ziemlich müde. Momentan wäre ich echt zu fertig um vom 10 Uhr morgens bis 24 Uhr,und dann vielleicht bisschen leichten Schlaf, durchzuarbeiten.

Whatisgoingon
02.11.2021, 17:55
Danke für die Antworten, es ist immer gut, sich mit anderen auszutauschen, ich muss zugeben, in unserem Team fehlt der gute Austausch unter den Assistenten.
Ich habe schon erzählt, dass ich nach 2.5 Jahren Innere in die Anästhesie gewechselt habe. Ich bin schon 11 Monate in der Anästhesie und ich bin mit meiner Entscheidung zufrieden, es gibt mehr Stress, muss ich zugeben, aber auch mehr Abwechslung und man wird gut angeleitet.
Ich mache schon Dienste, ich habe soweit 5 hinter mir. Was mir auffällt-ich bin vor jedem Dienst am überlegen ob ich die Intubationen schaffe,ob z. B ein Patient mit vollem Magen kommt, der auch 150 Kilo wiegt, ob es mit der SPA klappt usw. Ich würde das nicht als Angst bezeichnen, eher als eine Art von Unsicherheit. Kommt euch das bekannt vor? Meint ihr dass es besser wird mit der Zeit?

Grüße,😊

Dochope
03.11.2021, 10:21
Das ist normal, kann vorkommen. Hauptsache, du holst dir Hilfe, wenn du ein schlechtes Gefühl hat. Wenn ich einen schwierigen Atemweg erwarte, rufe ich den OA dazu. Und letztes Mal habe ich den Hintergrund wegen einem Armplexus angerufen, da ich die Strukturen so schlecht sehen konnte

Und noch etwas:Aufgeben ist keine Option

Gruß

Miss
03.11.2021, 10:42
Ja, das ist normal -dass man sich in Frage stellt. Und vor allem anfangs ja auch total sinnvoll.
Aber es wird alles besser, routinierter. Alles Übungssache.

Whatisgoingon
03.11.2021, 14:17
Danke für eure Antworten! In diesem Zusammenhang bin ich neugierig wann ihr mit der Regionalanästhesie angefangen habt

Grüße

Moorhühnchen
13.11.2021, 14:38
Für einige wahrscheinlich ein alter Hut, aber ich hab es gerade erst entdeckt und finde es sehr cool! :-))


Modifiziertes Valsalvamanöver

Das Valsalvamanöver gilt momentan als first line Therapie(versuch) für rhythmische Schmalkomplextachykardien, so lang diese stabil sind. Jedoch hat es in der Praxis eine eher bescheidene Konvertierungsrate von 5-20%, je nach Studie und Ausschlusskriterien. Häufig wird im weiteren Verlauf trotzdem eine Adenosingabe notwendig.

Die modifizierte Variante konnte, in einer im Lancet 2015 veröffentlichen Studie eine Konvertierungsrate von 43% (Kontrollgruppe mit Standardverfahren; 17%) erreichen und stellt somit sicherlich eine mehr als gute Alternative zum Standardverfahren da.

Durchführung:

Valsalvamanöver, bei dem der/die PatientIn ca 15 sec mit einem Druck von ca 40 mmHg gegen einen Widerstand ausblasen soll (10 ml Spritze, Stempel zurück drücken)
sofort darauf folgender PLR wie oben beschrieben

Hier das Video dazu (https://www.youtube.com/watch?v=8DIRiOA_OsA)

Whatisgoingon
23.11.2021, 02:34
Hallo, liebe Kollegen und Kolleginnen!
Ich habe letzte Woche im Dienst einen jungen Patienten mit Radius Fraktur. Der hat einen Plexus abgelehnt, daher bekam er eine VN. Da es länger dauern musste, hatte ich mich für den Tubus entschieden, er war nüchtern, Maskenbeatmung ging super mit Güdel, beim Intubieren habe ich alles sehen können, jedoch konnte ich den Knick nicht überwinden und letztendlich hat die OÄ den Patienten intubiert. Das war jetzt kein großes Ding, mit einer LM hätte es genauso gut geklappt, aber ich finde es so peinlich,weil ich eigentlich alles gut sehen konnte,also Cormack 1, und dann ging es auf einmal nicht
Ich bin seit fast einem Jahr in der Anästhesie, ist das normal????