Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Treffpunkt für Anästhesisten
Whatisgoingon
10.03.2022, 19:48
Gilt das nur für die Anästhesie oder ist das auch imln anderen Fachrichtungen so? Ich werde die Gelegenheit nutzen und fragen ob jemand von Euch zufällig die Situation in Berlin kennt. Ich wollte schon immer in Berlin leben, und da mein befristeter Vertrag nächstes Jahr im Juni endet, mache ich mir schon jetzt Gedanken wann ich mit der Bewerbung anfangen sollte, da ich weiß dass die Wohnungssuche in der deutschen Hauptstadt ganz schwierig ist
agouti_lilac
15.03.2022, 11:17
@ agouti: ich hab für die ZB das hier (https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?96254-An%E4sthesie-Fortbildung-Kongresse-Kurse&p=2222640&viewfull=1#post2222640) gemacht. Gibt's bestimmt auch für die Anästhesie. War aber auch nicht billig. :-))
So, ich mache seit ein paar Tagen so ein Online-Repetitorium für die Anästhesie und finde es großteils ganz gut. Ich muss mir dann noch was für die Intensivmedizin überlegen. :-)
Moorhühnchen
15.03.2022, 17:35
@ agouti: beim selben Anbieter?
agouti_lilac
15.03.2022, 18:26
Ja. :-)
Ich finde es cool, alles in meinem Tempo machen und es halt mit der Kinderbetreuung abstimmen zu können. Jeden Tag 10h Beschallung kenne ich ja auch und da schweifen die Gedanken zwangsläufig ab.
Moorhühnchen
15.03.2022, 19:54
Okay, dann bin ich beruhigt, dass meine Empfehlung zumindest nicht doof war! :-))
Whatisgoingon
18.03.2022, 20:37
Hallo, Kollegen und Kolleginnen!
Ich muss euch leider wieder mit einer Frage stören, die ich schon gestellt habe:bei ZVK Anlage kann ich nicht immer meine Nadelspitze sehen. Ich kann nur vermuten wo sich die Nadel befindet, anhand von diesen Bildschwankungen, aber richtig sehen kann ich nicht. Benutzt ihr beim Schallen und Stechen den M Mode, wo die gelbe Linie erscheint, die die Mitte des Feldes zeigt? Ein Kollege meinte, diese Linie sei nicht notwendig und seither versuche ich sie nicht zu benutzen.
Ich freue mich auf eure Tipps, das maxht mir echt Sorgen, da ich manchmal gar nicht weiß wie ich das Gefäß treffe
Hältst du den Schallkopf längs zum Gefäß oder quer?
Bei längs muss man aufpassen dass man das Gefäß tatsächlich mittig hat und die Nadel nicht aus dem Bild ist. Aber dann kann man mit absoluter Perfektion das Gefäß treffen und den gesamten Nadelverlauf sehen. Dass man auch nicht zu tief sticht, dass man einen Draht einführen kann etc. Problem meiner Meinung nach: braucht deutlich mehr Übung als quer.
Bei quer sollte man sich einen Gefäßabschnitt suchen der wirklich gerade verläuft. Denn man wird die Nadelspitze letztlich ein wenig verlieren bzw. sie wird immer irgendwann außerhalb sein. Mit bissl Nadelbewegungen sieht man dann ob man das Gefäß mittig zusammendrückt oder nicht und kann stechen. Für Punktionen der letztlich meist riesigen Gefäße wie V. jug. int oder A. fem. com reicht quer absolut aus, Exoten wie A. tib. ant oder post für retrograde Rekanalisationen stech ich im Längs-Bild.
Alles im B-Bild. M-Mode hab ich noch nie verwendet, was soll das für Vorteile bringen?
Und prinzipiell: es ist Übungssache!
Mit unseren alten schrottigen Sonogeräten kann man die Nadel längs wie quer allgemein nicht richtig darstellen. Man sieht halt die Gewebeverdrängung durch die Nadel und orientiert sich daran. Funktioniert auch. Man hat schließlich auch lange genug ZVKs ohne Sono gelegt, die sind auch nicht alle im Nirvana gelandet. Unsere schicken neuen Geräte haben so eine extra „Needle“ Funktion mit der man vor allem im Längsschnitt super gut die Nadel darstellen kann. Das macht natürlich schon mehr Spaß vor allem bei Suclavia-Kathetern, ist aber bisher mehr Spielzeug als regulär angewandte Technik.
Mit M-Mode hab ich auch nicht punktiert, würde auch irgendwie nicht was mir das bringen soll. Hast du denn den Kollegen mal über die Schulter geschaut. Können die die Nadel besser darstellen? Vielleicht erwartest du auch einfach zu viel von euren Sonogeräten… wie oben schon geschrieben, können unsere älteren Modell alle die Nadel nicht wirklich darstellen.
Vielleicht hilft dir das weiter: https://youtu.be/FYBMH3pPkxM
Whatisgoingon
25.03.2022, 15:53
Hallo, liebe Kollegen der Anästhesie!
Danke für eure Antworten!
Ich würde noch etwas mit euch teilen :ich bezweifle in letzter Zeit ob ich in der Anästhesie richtig bin. Das Fach macht mir Spaß, die Patientenversorgung auch, aber ich denke ich komme sehr langsam weiter und arbeite insgesamt langsam. Ich habe vor 2 Wochen auch Ärger mit der Oberärztin bekommen, da ich für 2 große Einleitungen länger gebraucht habe und sie hat mich im Beisein anderer Mitarbeiter ganz doof angemacht. Ich denke,dass ich insgesamt einen schlechten Ruf habe, auch unter den Kollegen von der Pflege, und ich denke, es kann auch zum Teil daran liegen, dass ich Ausländerin bin. Jedes Mal oder sage ich mal, sehr oft wenn ich Hilfe brauche, bekomme ich von der Schwester eine unzufriedene Miene, als ob das sehr schlimm wäre, dass ich Hilfe brauche. Ich überlege jetzt ob ich in eine andere Fachrichtung gehe oder in ein anderes Haus. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Danke für eure Antworten und GLG!
Ich arbeite nicht in der Anästhesie.
Aber:
Ich habe vor 2 Wochen auch Ärger mit der Oberärztin bekommen, da ich für 2 große Einleitungen länger gebraucht habe und sie hat mich im Beisein anderer Mitarbeiter ganz doof angemacht.
(...)
Jedes Mal oder sage ich mal, sehr oft wenn ich Hilfe brauche, bekomme ich von der Schwester eine unzufriedene Miene, als ob das sehr schlimm wäre, dass ich Hilfe brauche.
Sowas passiert denke ich sehr vielen Ärzten irgendwann mal, ganz egal ob In- oder Ausländer.
Wenn dir das Fach und die Stadt gefallen, würde ich einfach dort bleiben. Wahrscheinlich musst du dich erst an den rauhen Umgangston, der in vielen Krankenhäusern herrscht, gewöhnen.
^^^ Mal aus Sicht des Oberarztes: mir ist es lieber, wenn ich einmal zu früh oder zu viel gerufen werde, bevor ich dann erst zum blauen Patienten komme, der sich nicht adäquat ventilieren und einstellen lässt. Natürlich ist es doof, wenn der OP-Plan wegen uns völlig aus dem Ruder läuft. Aber JEDER hat doch mal angefangen und den ZVK nicht reinbekommen, der PDK wollte auch nicht so, und die Arterie... naja reden wir nicht drüber. Ich musste auch erst lernen, nicht sofort den Schallkopf zu nehmen und es selbst zu machen. Ich habe es für mich gelöst, dass ich entweder nicht in den Saal gehe und dort die Jungs und Mädels machen lasse. Wenn sie Hilfe brauchen, rufen sie schon an. Und wenn die Operateure meckern: einfach mal auf die OP-Zeiten hinweisen. Wenn die Galle statt 1 Stunde mal wieder 3 dauert, oder der Gammanagel statt 30 Minuten 2,5 Stunden...:-nix
Ich denke,dass ich insgesamt einen schlechten Ruf habe, auch unter den Kollegen von der Pflege, und ich denke, es kann auch zum Teil daran liegen, dass ich Ausländerin bin. Jedes Mal oder sage ich mal, sehr oft wenn ich Hilfe brauche, bekomme ich von der Schwester eine unzufriedene Miene, als ob das sehr schlimm wäre, dass ich Hilfe brauche. Ich überlege jetzt ob ich in eine andere Fachrichtung gehe oder in ein anderes Haus. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Wie kommst Du drauf, dass es daran liegt, dass Du Ausländerin bist? Ist die Pflegekraft grundsätzlich etwas dystym eingestellt. Sprich, die rollt auch mit den Augen, wenn der FA mal wieder lieber den 4er statt den aufgesetzten 3er Spatel haben will? Sie hat schon Sufenta aufgezogen, aber die LOÄ will lieber eine TIVA? Oder liegt es wirklich an Deiner Person und es sind ALLE Pflegenden, die mit den Augen rollen? Dann würde ich tatsächlich überlegen, ob es an meiner Art liegen könnte... Dann liegt es aber nicht an dem Ausländersein, sondern grundsätzlich an der Art und Weise...
Whatisgoingon
25.03.2022, 18:45
Du hast wahrscheinlich Recht, es ist etwas übertrieben, dass es an meiner Herkunft liegt. Es sind nicht alle Pflegekräfte, die sich mir gegenüber so verhalten, aber es gibt welche, die es immer besser wissen und ich mich nicht durchsetzen kann. Ich stehe auch der Kritik sehr offen gegenüber, da ich denke, dass ich dadurch lernen kann, aber die Art und Weise ist auch wichtig. Ich bin etwas verzweifelt, ich will wirklich besser werden und auch selbstständig sein, aber das gelingt mir einfach nicht und ich versuche mich auch mit den anderen zu vergleichen und dieser Stress macht mich fertig.
_calendula_
25.03.2022, 19:07
Macht dir denn Anästhesie grundsätzlich Spaß?
Wenn ja, wirst du es schon lernen. Vielleicht brauchst du am Anfang länger und bist dann besser, wenn andere mal einen Stillstand in der Weiterbildung haben...
Oder liebäugelst du eigentlich mit einem anderen Fach?
Whatisgoingon
25.03.2022, 19:51
Doch, ich mag die Anästhesie und möchte auch da bleiben,ich frage mich nur, ob ich das schaffe.
Matzexc1
25.03.2022, 21:01
Doch, ich mag die Anästhesie und möchte auch da bleiben,ich frage mich nur, ob ich das schaffe.
Bei mir:
1.Arbeitgeber Universität: Kündigung meinerseits unter anderem wegen der grottigen Ausbildung/Einarbeitung,
Stimmung im Team schlecht
2.Arbeitgeber Grund- und Regelversorger: Grundlagen weitaus besser zu lernen, späterer Wechsel an Maximalversorger fest im Vertrag stehend, Familäres Team.
Jede/r lernt mit anderer Geschwindigkeit. Auch bei kleinen Häusern kann man an schwierige Charaktere geraten, man hat aber doch ein anderes Arbeiten als an einem großen Haus.
@Brutus: du bist aber auch ein intelligenter OA
Ich glaube der Einstieg in die Anästhesie ist in den allermeisten Fällen einfach scheisse und man braucht eine Menge Durchhaltevermögen in den ersten Monaten. Im ohnehin schon rauen Klima des OPs (wegen der extrem hohen Dichte an egozentrischen Vollidioten im OP wollte ich eigentlich nie Anästhesie machen) bist Du als Anfänger erstmal ganz unter in der Hackordnung und musst Dir erstmal ein Standing erarbeiten. Wenn Du das hast wird's auch besser aber das braucht eben Zeit. Und wenn Die Anästhesie per se Spass macht wäre es eher ein Versuch, die Stelle zu wechseln als das Fach.
Allein dass Du hier um Rat fragst und den Anspruch hast besser zu werden sind doch erstmal prima Voraussetzungen, besser zu werden. Nur nicht unterkriegen lassen, es wird werden mit der Zeit.
EDIT: kürzlich wollte eine Anästhesie Schwester auch mal eine Arterie legen weil sie es mal ausprobieren wollte. Auch beim dritten Versuch klappte es nicht und der anleitende Oberarzt sagte dazu ganz treffend: "willkommen in unserer Welt".
SevoFlow
27.03.2022, 15:14
Hi!
Sagt mal nutzt einer von Euch Isofluran? An meinem aktuellen Haus gibt es zwar "nur" Desfluran und Sevo, aber an einem anderen Haus an dem ich einige Monate war, gab es theoretisch auch Iso. Balancierte Anästhesien waren dort aber quasi verboten ..., weil ein OA nu TIVAs haben wollte, deswegen habe ich Iso (trotz Verfügbarkeit) nie benutzt.
Rein aus dem Lehrbuchwissen erschließt sich mir nicht wirklich, welche Daseinsberechtigung Isofluran haben sollte?
Desfluran? Schnellstes An- und Abfluten, geringste Metabolisierung. Dafür aber Atemwegsreizend und bei zu schneller Konz. Erhöhung Symphatikusaktivierung, und eine große Umweltbelastung an sich.
Sevofluran? Geeignet für die Inhalatvie Einleitung, kardioprotektive Wirkung, Umweltfreundlich, keine Trifluoressigsäure.
Dafür langsamer im An und Abfluten als Desfluran, bzw. eher mal Kumulation und "längeres Ausleiten" (kann sicher durch genügend Erfahrung ausgeglichen werden und gegen Null gehen), theoretisch diese Compund A und FluoridIonen Bildung.
Aber beim IsoFluran sehe ich keine nennenswerten Vorteile dem Desfluran oder dem Sevofluran gegenüber. Dafür sehe ich aber Nachteile: Langsames an und Abfluten durch die "beste" Blutlöslichkeit.
Hat jemand Erfahrungen mit Iso, fällt jemandem rein theoretisch irgend ein plausibler Grund ein es zu benutzen?
LG
SevoFlow
Der Preis in der Langzeitsedierung. Kosten gehen bei zB AnaConda deutlich runter.
tragezwerg
27.03.2022, 19:04
Ich kenne Isofluran auch nur von der Sedierung auf der Intensiv, im OP ist es mir seit ca. 15 Jahren nicht mehr begegnet.
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