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Relaxometrie
14.02.2022, 21:11
Belies Dich mal bzgl. des Unterschieds zwischen Vollblut und Erythrozytenkonzentrat.
Es gibt ja einen Unterschied zwischen universal-Empfänger und Spender. Das hat nicht nur mit AB und 0 zu tun, sondern gilt auch bei A und B. Stichworte sind "serologische Verträglichkeit" mit major und minor Test.
Es besteht immer ein Restrisiko, deswegen ist ungekreuztes Transfundieren auch nur im wirklichen Notfall erlaubt und es stehen viele Ausrufezeichen auf dem Anforderungsschein. Allerdings gibt es ja mittlerweile Konzentrate aus Blutbestandteilen, sodass bei einer Erythrozytentransfusion fast nur die roten Blutkörperchen übertragen werden. Und: das Plasma, das tatsächlich noch da ist, verteilt sich ja aufs Blutvolumen des Empfängers, dann ist es nicht so schlimm. Wichtig wird das zB bei Thrombozytenkonzentraten, die man möglichst blutgruppengleich transfundieren möchte (wie ja alle Blutprodukte eigentlich). Gleichzeitig haben sie auch viel Plasma (mit den Antikörpern), sodass bei Empfänger B und Spender 0 die Verträglichkeit zwar major-aber nicht minor-kompatibel ist. Das ist gut für die Thrombozyten, aber schlecht für andere Zellen. Deswegen bei kleinen Blutmengen im Patienten (pädiatrisch bspw.)kann man da auch minor-kompatibel transfundieren, also AB Thrombozyten für B Patient. Dann gibt es keine Antikörper und weniger Auswirkungen auf die Erys.
Hallo zusammen,
ist es sinnvoll, einen liegenden PDK
(der für eine große Bauch OP präoperativ gelegt wurde),
Postoperativ bei nicht auszutestendem Niveau mit zum Beispiel 10 Mikrogramm sufentanil + 12 mg ropivacain aufzuspritzen ?
Es kam das Argument, sufentanil sei völlig ungeeignet, da so die korrekte Lage des PDK nicht herauszufinden sei. Nur mit Lokalanästhetikum sei dies suffizient aus zu testen und "sufentanil wirke immer, egal wo man es hinspritzt"....
Ich hab das Argument nicht verstanden, bisher hat meine Mischung gut funktioniert.
Wie wird bei Euch eine Allgemeinanästhesie bei stillenden Müttern gehandhabt? Insb. was das Stillen postop angeht?
Meine Kurzrecherche endete damit, dass es kein Problem wäre wenn die Mutter wieder stillt sobald sie dazu in der Lage ist. Das von mir sehr geschätzte Embryotox sieht das auch so, endet bei den Opioiden allerdings mit dem Satz "Vorsicht ist bei Kindern mit Apnoeneigung geboten." Äh, ja.
Ich habe die beiden Male, die ich das jetzt hatte den Müttern dazu geraten, wenn möglich präop einmal eine Mahlzeit abzupumpen für danach, postop einmal abpumpen und verwerfen und dann wieder normal stillen. Mein OA war auf meine Nachfrage auch nicht so sicher.
tragezwerg
05.03.2022, 08:36
Bei uns wird empfohlen, zu stillen sobald die Mutter dazu in der Lage ist. Wenn möglich verzichten wir auf repetitive Gaben sehr langwirksamer Opioide wie Fentanyl, ansonsten wird ganz normal Narkose gemacht.
Moorhühnchen
05.03.2022, 12:08
Bei uns wird die Empfehlung zur Stillpause sowohl von der (Ex)Geburtshilfechefin als auch von meinem Chef geächtet. Möglichst kurzwirksame Opiate soweit möglich. Aber ein Verwerfen wird hier absolut nicht empfohlen.
Wir warten aber auch lieber nochmal 20min länger im OP, damit die Mutter direkt prä-op noch stillen kann. ;-)
Grombühlerin
05.03.2022, 14:04
In meinem stillfreundlichen Krankenhaus wurde auch keine Stillpause empfohlen.
Milch abpumpen sagt sich so leicht....es hat nicht jede stillende Frau eine Pumpe daheim, manche kriegen da auch keine Milch raus, nicht jedes Baby nimmt so einfach die Flasche usw.
Der Stress steht in keinem Verhältnis zum Nutzen!
Wir haben auch auf langwirksame Opiate und auf Novalgin verzichtet.
Whatisgoingon
06.03.2022, 20:45
Hallo, liebe Kollegen und Kolleginnen der Anästhesie!
Ich habe eine Frage zu den Larynxmasken. Es ist klar, dass die Patienten tief genug schlafen müssen, um über eine LAMA beatmet werden zu können. Daher machre ich folgendes:nach der Gabe von Opiat und Hypnotikum mache ich den Mund des Patienten auf und wenn ich feststelle, dass er gut aufgeht und der Patient nicht beißt etc, schiebe ich die LAMA ein. Sollte ich feststellen, dass der Patient nicht tief genug schläft(ich kann zum Beispiel den Mund nicht aufmachen etc) , warte ich entweder ab bei älteren Menschen mit längerer Kreislaufzeit oder vertiefe die Narkose mit noch Propofol, wobei ich in den meisten Fällen einfach die normale Maske eng auf dem Gesicht halte, ohne Maskenbeatmung durchzuführen, falls die Saurrstoffsättigung das noch zulässt, da ich davon ausgehe, dass sich der nicht tief genug schlafende Patient auch nicht gut beatmen lässt und ich lediglich Luft in den Magen reinpumpe.
Ich würde gern wissen wie ihr das handhabt.
Danke im Voraus!!!
Norina94
06.03.2022, 21:26
Ich gebe meist Opiat + einen Bolus Propofol (30-50mg) und warte ab bis der Pat. etwas merkt. Danach die „Restdosis“ Propofol. Funktioniert in der Regel sehr gut, dass man zügig die Lama einlegen kann. Bei guter Präoxygenierung halten die Patienten dann auch die SpO2.
Meist haben ja v. a. adipöse kaum/keine Reserven, die bekommen (bei uns) sowieso eine ITN.
Im Zweifel würde ich immer eine Maskenbeatmung machen, natürlich mit entsprechender Druckbegrenzung.
agouti_lilac
07.03.2022, 07:56
Was spricht gegen eine Maskenbeatmung? Die hast du ja vor deinem Versuch der LaMa-Platzierung auch erfolgreich durchgeführt und gestartet hast du mit der, als der Patient eingeschlafen ist und daraufhin apnoeisch wurde. Vorsichtig bebeuteln, Druckbegrenzung rein, eigentlich gar kein Problem. :-) Maskenbeatmen lassen sich die meisten Patienten auch, wenn die Narkose noch zu flach für die LaMa ist.
Geduld ist da das Zauberwort.
Rettungshase
07.03.2022, 16:43
Apnoeische Oxygenierung kannst du bei der RSI machen, bei der Larynxmaskeninsertion sehe ich es wie agouti_lilac.
Du kannst entweder vorsichtig per Hand bebeuteln mit Druckbegrenzung oder du beatmest kontrolliert mit entsprechenden Drücken (z.B. Pinsp 12mbar, PEEP 3-5mbar) und hast beide Hände frei zur Optimierung der Maskenhaltung.
Was machst du denn, wenn jemand wenig Reserven hat und du bekommst die Larynxmaske nicht inseriert oder nicht vernünftig abgedichtet? Dann stellst du ggf. erst unter der abfallenden Sättigung die Unmöglichkeit der Maskenbeatmung fest.
@ Norina: Gerade die Adipösen profitieren nicht selten von Larynxmasken https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20674126/
Vorteilhaft dürfte hier sicher auch der Verzicht auf Muskelrelaxanzien bei der LaMa sein.
Norina94
07.03.2022, 21:06
@Rettungshase mein Haus ist leider sehr sehr restriktiv was LaMas angeht :( Im Prinzip nur in Rückenlage, maximal Steinschnitt, Eingriff < 1h, BMI bis 30 🙄
Wichtig finde ich, langsamer anflutenden Opiaten wie Sufenta ausreichend Zeit bis zur vollen Wirkungsentfaltung zu geben und dann einen vernünftigen schmerzhaften (!) Esmarch zur Platzierung der LM durchzuführen. Selbstverständlich unter ausreichender und eher großzügiger Hypnose, so es die Rahmenbedingungen zulassen. Ich platziere die LM auch schonmal im Peak des Propofols ohne vorherige Maskenbeatmung, wenn alles für einen unkomplizierten Atemweg spricht. Treten auch nur kleine Probleme auf, ist selbstverständlich die Oxygenierung per Maskenbeatmung/Airway Algorithmus zu sichern, mit all den zur Verfügung stehenden Mitteln.
Langsamer anflutend ist auch sehr Patientenindividuell zu sehen. Meine persönlichen Erfahrungen mit sowohl Sufenta und auch Fentanyl decken sich so gar nicht mit dem, was ich an Patienten sehe. Das Zeug knallt bei mir nach 1/4 Kreislaufrunde vollkommen rein, dagegen sind die meisten meiner Patienten sehr relaxt und wundern sich, dass wir nach 2min mal fragen, ob man schon was merke. Nöööö… (ihr sauft einfach zu viel)
Ich bin auch sehr im Team ‚(schmerzhafter) Esmarch‘ nach Gabe einer theoretisch, evidenzbasiert ausreichenden Menge Propofol - dann kann man sehen, ob Maskenbeatmung begonnen werden kann und ob man eine LM halbwegs erfolgreich plazieren kann.
BetaAlpha
09.03.2022, 17:24
Hey, ich weiß es ist eine nicht gut pauschal beantwortbare Frage, aber wie sieht es grundsätzlich mit Stellen in der Anästhesie aus? Eher schwierig oder eher realistisch?
Lg :)
agouti_lilac
09.03.2022, 17:28
Realistisch!
agouti_lilac
09.03.2022, 17:31
Nachsatz (editieren funktioniert über's Handy gerade irgendwie nicht):
Ein ehemaliger OA ist letztes Jahr Chef einer kleinen Klinik mit dem großen "A" geworden. Der hat eine europaweite Anzeige schalten lassen, woraufhin er 60 Bewerbungen erhielt, nicht ein Muttersprachler darunter. Das ist bezeichnend für die aktuelle Stellensituation und eine Stelle zu finden, sollte kein Problem darstellen.
Matzexc1
09.03.2022, 17:48
Kann ich bestätigen, mein 1.Arbeitsplatz hat in der Zeit wo ich da war 12 Neueinstellungen gehabt und es hätte noch Luft für mehr gegeben
tragezwerg
09.03.2022, 18:54
Wenn du Deutsch kannst und ne Approbation hast, dürftest du an jeder Klinik ne Stelle finden.
Die Klinik, in der ich arbeite, hatte zeitweise bis zu 30 offene Stellen in der Anästhesie. Das wurde jeder eingestellt, der atmen konnte.
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